Der US-amerikanische Zynismus…

vietnam13Nein, die Amerikaner sind keine besseren Menschen. Vielleicht sind einige von ihnen nur etwas unempfindlicher gegenüber fremdem Leid. Es ist ein beispielloser Zynismus, wenn sie ihren Kriegsverbrechern und Söldnern ein Denkmal setzen, dafür daß sie Vietnam wieder „in die Steinzeit zurück“ zu bombardieren suchten. „Obama reihte sich würdig ein in die Liste seiner Vorgänger als USA-Päsidenten, zu denen der von mir hochgeschätzte Noam Chomsky schon vor vielen Jahre bemerkte:

‚Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen,
hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.‘

If the Nuremberg laws were applied, then every post-war American president would have been hanged. (Noam Chomsky)
Obama setzte nicht nur die verbrecherische Außenpolitk seines Vorgängers Bush nahtlos fort, er führte sie mit den Drohnenmorden auch auf eine neue Stufe.“

Was ist das?

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Eine verrückte Kunst-Ausstellung? Nein. In diesem Raum des National-Museums von Chicago hängen 58.000 Erkennungsmarken von im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten. Man erinnert damit an die eigenen Toten, mehr nicht. Muß man sie deshalb beweinen. Nein, das muß man nicht! 1965 überfielen die USA das kleine asiatische Land, mordeten die Einwohner, vergifteten deren Lebensgrundlagen und bombardierten Felder, Schulen, Betriebe, Krankenhäuser, Städte und Dörfer. Doch das vietnamesische Volk wehrte sich heldenhaft – besiegte und vertrieb die Aggressoren!

Ende November 1967 schrieb die westdeutsche Wochenzeitung „Die Zeit“:

„Die Amerikaner warfen über ganz Vietnam an Bomben ab im Jahre 1965: 315.000 Tonnen; 1966: 512.000 Tonnen; und in den ersten neune Minaten dieses Jahres: 681.000 Tonnen; zusammen über 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff. Mindestens die Hälfte davon oder 750.000 Tonnen wurden auf Ziele im Norden abgeladen, wahrscheinlich warfen die amerikanischen Maschinen auf Deutschland 641.000 Tonnen Bomben. Legt man die Flächen des Deutschen Reiches von 1941 und die Nordvietnams zugrunde, so ergibt sich eine mindestens fünfmal höhere Intensität des Luftkrieges der Amerikaner gegen Nordvietnam als seinerzeit gegen Deutschland.“ (S.361)

Was also trafen die US-Piloten bei ihren Terrorflügen? In Vietnam praktizierte die US-Air-Force planmäßigen Massenmord. „Der US-Soldat mit seinem Spezialgewehr, der auf Menschenjagd geht,“ so schrieben Heynowski & Scheumann 1967 in ihrem Dokumentarbericht, „ist ein Sonntagsjäger gegenüber einem US-Bomberpiloten.“ (S.362) Ein Vergleich zwischen dem bundesdeutschen Massenmörder Müller (genannt „Kongo-Müller“) und den US-Bomberpiloten ist daher allemal sehr aufschlußreich: „Nicht selten mußten wir während unserer Gespräche mit den Luftpiraten an unsere Begegnung mit dem Kongo-Müller denken. Gewiß – dieser Mann war ein blutbefleckter Söldner. Aber verglichen mit der Mehrzahl der amerikanischen Piloten, die wir kennengelernt haben, entdeckten wir an Kongo-Müller im nachhinein sogar akzeptable Züge. Denn er verhehlt wenigstens nicht, daß er ein Söldner ist! Er bekennt sich doch offen dazu! … Anders die Piloten der USA. Diese Inhaber hochbezahlter Jobs dürfen sich in der Sicherheit staatsoffiziellen Wohlwollens wiegen; ihr Mordhandwerk, das sie ohne erkennbares Engagement verrichten, wird von der offizellen Propagandamaschine mit ‚vaterländischen‘ und anderen ‚ethischen‘ Floskeln verziert. Etwaige Gewissenbisse, die sich gelegentlich vielleicht bemerkbar machen könnten, werden durch dieses Verfahren wieder besänftigt, eingelullt.“ (S.359)

„Vor die Frage gestellt, welcher Typ der schlimmere ist – Kongo-Müller oder der Air-Force-Jobber –, müssen wir bekennen: Der ’staatsoffizielle‘ Söldner ist der gefährlichere von beiden. Nicht nur, weil er massenweise auftritt und die modernsten Kampfmittel zur Verfügung hat, sondern vor allem weil sein sozialer Status sich in der imperialistischen Gesellschaft offizieller Wertschätzung erfreut. Jeder Kleinbürger hat hier die Chance, sich in der Anonymität eines offiziellen Apparats zu einem ‚Donnergott‘ aufzuschwingen. … Keiner stellt sich neben einen zerstörten Kindergarten, vor ein geborstenes Kirchenschiff oder auf die rauchenden Trümmer eines Krankenhauses…“ (S.360)

Quelle:
Heynowski & Scheumann, Piloten im Pyjama, Verlag der Nation, Berlin (DDR), 1968.

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Die zwei Gesichter eines US-Söldners: im Vietnamkrieg … und endlich wieder daheim!

Damit ist an dieser Stelle noch nichts gesagt zu all den anderen Kriegsverbrechen der USA in Vietnam. Nicht genannt ist hier der Giftstoff Agent Orange, mit dem die US-Air-Force ganze Landstriche verseuchte, was massenhaft unheilbare Krankheiten, Fehlgeburten und Todesfälle zur Folge hatte. Nicht einen einzigen Cent erhielten die Opfer von den US-amerikanischen Kriegsverbrechern. Nicht genannt sind die durch US-Bombardement verwüsteten vietnamesischen Reisfelder. Nicht erwähnt sind die Folterungen und Massenerschießungen. Die Kette der Schandtaten ist lang. Die Täter bleiben im Dunkeln. Niemand wurde verurteilt, und keiner kam ins Gefängnis. Im Gegenteil: sie erhielten Orden und Medaillen, Auszeichnungen und sogar „Entschädigungen“.

Siehe auch:
Amerikanisierung – ein ernstes Warnungszeichen
Ein Kriegsverbrecher in Berlin
Die Siege Vietnams
Sind die Amerikaner bessere Menschen?
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Der Nürnberger Prozeß: Epilog

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