Woher kommt der Reichtum?

ReichtumSo sind sie, die bürgerlichen Ökonomen. Sie reden von Erfolg, von Eigeninitiative und von unternehmerischer Freiheit. Sie reden über die Schaffung von Arbeitsplätzen, sie reden vom Wachstum doch worum geht es in Wirklichkeit? Es geht um die Einvernahme des Denkens, um die Unterdrückung jeglichen Widerstandes gegen unternehmerische Interessen, um massive Beeinflussung und schließlich (das ist der Zweck), um die gnadenlose Ausbeutung fremder Arbeitskraft, um die Inbesitznahme fremden Reichtums, fremder Rohstoffquellen. Es geht um den maximalen Profit. Das ist unsere heutige Welt. Das sind die schreienden Ungerechtigkeiten der kapitalistischen Gesellschaft. Und nun ist es an der Zeit, hier Klarheit zu schaffen!

Was ist eigentlich Kapitalismus?

Kapitalismus ist eine ökonomische Gesellschaftsformation, die auf dem privatkapitalistischen Eigentum an den Produktionsmitteln, der privaten Aneignung der Ergebnisse der Produktion und der Ausbeutung der Lohnarbeit beruht. Er ist die historisch letzte Ausbeutergesellschaft. Die beiden sich antagonistisch gegenüberstehenden Grundklassen des Kapitalismus sind die Bourgeoisie (Kapitalisten) als Eigentümer der Produktionsmittel und ökonomisch und politisch herrschende Klasse einerseits und die Arbeiterklasse (Proletariat), die juristisch frei ist und als Nichteigentümer von Produktiosnmitteln gezwungen ist, ihre Arbeitskraft an die Kapitalisten zu verkaufen.

Und so sind die Sprüche und Redensarten der Ausbeuter:

…Eigentum verpflichtet.
…Mit jedem Euro mehr nimmt der Neid zu.
…Ich wollte nicht vorrangig viel Geld verdienen, sondern erfolgreich sein.
…Erfolg wird mit Geld belohnt.
…ich hatte immer nur das nächste Ziel vor Augen.
…es kommt vor allem auf Fleiß und Eigeninitiative an.
…der große Feldversuch der DDR ist gescheitert.
…Viele Wohlhabende sind bereit, einen besonderen Beitrag zu leisten.
…mit Geld werden Unternehmen finanziert, was Arbeitsplätze schafft.
…die bestverdienenden 10 Prozent zahlen mehr als 50 Prozent der Einnahmen aus der Einkommenssteuer.
…Jede Deckelung des Einkommens führt zu Demotivation.
…Höhere Steuern mindern die Leistungsbereitschaft, dann wird auch nicht mehr so viel investiert, dann geht es den Unternehmen schlechter, das kostet Arbeitsplätze.
…der Staat kann mit dem Geld nur nicht richtig umgehen.

Liest man diese auswendig gelernten Äußerungen einiger reicher und super-reicher Vertreter der heutigen Bourgeoisie, so könnte man tatsächlich den Eindruck haben, daß allein deren fleißige Arbeit die Quelle all ihres Reichtums sei, daß eben nur Leistung sich lohne, und der kluge Umgang mit Geld. Und daß der Staat nunmal damit nicht umgehen könne. Dergleichen abgedroschene Sprüche hört man immer wieder. Sie haben einzig und allein den Zweck, dem Esel die Möhre vor die Nase zu halten, damit er glaubt, das Ziel seiner Beteligung, seiner „Teilhabe“ am großen Gewinn sei für ihn nun greifbar nahe. Er brauche nur noch einen kleinen Schritt zu tun, und -schwupps!- schon habe er es erreicht. Wie einfach – doch wie dumm! Keine Frage, Faulheit führt zu nichts.

Was ist die Quelle des Reichtums?

In dem 1960 erschienenen Heft über „Die materiellen Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens“ schrieb der DDR-Philosoph G.Heyden: Eine besondere Rolle im Klassenkampf zwischen Bourgeoisie und Proletariat hat die von bürgerlichen Ökonomen aufgestellte These: „Die Arbeit ist die Quelle allen Reichtums“, gespielt. Wer sich mit der Geschichte der Arbeiterbewegung beschäftigt, weiß, daß diese Formulierung ins „Gothaer Programm“ der deutschen Sozialdemokratie Aufnahme gefunden hatte und von Marx in seiner Schrift „Kritik des Gothaer Programms“ widerlegt wurde. Diese These läuft nämlich letzten Endes auf eine völlige Unterschätzung der natürlichen Produktionsbedingungen, die den Menschen durch ihr geographisches Milieu gegeben sind, hinaus. Marx entlarvte in dieser Schrift besonders den bürgerlichen Klassencharakter dieser Auffassung. Er schrieb:

„Die Arbeit ist nicht die Quelle alles Reichtums. Die Natur ist ebensosehr die Quelle der Gebrauchswerte, als die Arbeit… Und soweit der Mensch sich von vornherein zur Natur, der ersten Quelle aller Arbeitsmittel und -gegenstände, als Eigentümer verhält, sie als ihm gehörig behandelt, wird seine Arbeit Quelle von Gebrauchswerten, also auch von Reichtum. Die Bürger haben sehr gute Gründe, der Arbeit übernatürliche Schöpfungskraft anzudichten; denn gerade aus der Naturbedingtheit der Arbeit folgt, daß der Mensch, der kein andres Eigentum besitzt als seine Arbeitskraft, in allen Gesellschafts- und Kulturzuständen der Sklave der ändern Menschen sein muß, die sich zu Eigentümern der gegenständlichen Arbeitsbedingungen gemacht haben. Er kann nur mit ihrer Erlaubnis arbeiten, also nur mit ihrer Erlaubnis leben.“ [1]

Mit diesen Worten betonte Marx, daß das menschliche Leben, das sich durch die Produktion erhält und entwickelt, an Naturbedingungen gebunden ist. Diese sind eine unerläßliche Existenzbedingung der Menschen.

Wie kann man den Kapitalismus durchschauen!

Die bürgerlichen Ideologen sind gezwungen, diesen Zusammenhang zu verschleiern, weil sonst ihre Phrasen von der „allgemeinen menschlichen Freiheit“, von der „Sozialpartnerschaft“ und vom „Wirtschaftsbürger“ im Kapitalismus zu leicht durchschaut werden könnten. Wenn man nämlich anerkennt, daß die menschliche Arbeit an bestimmte Naturbedingungen gebunden ist, dann muß man auch erkennen, daß der arbeitende Mensch dort, wo er durch Eigentumsschranken von den natürlichen Bedingungen seines Lebens getrennt ist, sein Leben nur erhalten kann, wenn der Besitzer dieser Naturbedingungen ihm zu arbeiten erlaubt. Unter diesen Umständen, die in allen auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln beruhenden Gesellschaftsordnungen und vor allem natürlich in der kapitalistischen Gesellschaft gegeben sind, bleibt der arbeitende Mensch immer Sklave der besitzenden Klasse.

Der Kapitalismus – eine Sklavenhaltergesellschaft

Das trifft in vollem Umfang auch für Westdeutschland zu, wo im Unterschied zur Deutschen Demokratischen Republik der Grund und Boden den Großgrundbesitzern, die Bodenschätze und Fabriken den Monopolisten und Bankherren gehören, die als Besitzer der gesellschaftlich entscheidenden Produktionsmittel die Arbeiter und ‚Bauern ausbeuten und politisch versklaven. Deshalb können sich die Werktätigen nur befreien durch die Enteignung der Großgrundbesitzer- und Monopolkapitalisten, die Überführung der Fabriken und natürlichen Reichtümer in die Hände des Volkes. Deshalb sind Redensarten von „Volkskapitalismus“, „Volksaktien“ usw. frecher Betrug.

Die gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR

Mit dem Übergang vorn Kapitalismus zum Sozialismus, wie er sich auch in unserer Republik (der DDR) vollzog, wurde durch die Umwandlung des Privateigentums an den wichtigsten Produktionsmitteln in gesellschaftliches Eigentum die Grundlage der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beseitigt. Die wichtigsten gesellschaftlichen Produktionsmittel, Bodenschätze, Fabriken, Großhandel, Transport und Verkehrswesen usw., waren bei uns bereits in das Eigentum des Volkes übergegangen. Das noch in geringem Umfang bestehende kapitalistische Eigentum an Produktionsmitteln wurde allmählich auf dem Wege der staatlichen Beteiligung an diesen Privatbetrieben, das bäuerliche Eigentum an Grund und Boden und das handwerkliche Eigentum an Produktionsmitteln aber auf dem Wege der Vergenossenschaftung allmählich in sozialistisches Gemeineigentum umgewandelt. Indem die Arbeiterklasse auf diese Weise in der sozialistischen Revolution unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei die Schranken niederriß, die den Produzenten von den Produktionsbedingungen trennen, stellte sie eine harmonische Einheit zwischen Mensch und Natur her und befreite sich selbst vom Sklavendasein.

Eine kleine Schicht von Monopolisten

Im Kapitalismus kann der arbeitende Mensch die ständige und notwendige Einheit mit seiner natürlichen Umgebung nur über die Besitzer der Produktionsmittel realisieren. Das ist eine ständige Quelle von Unsicherheit, Hunger, Arbeitslosigkeit und Unterdrückung für den Arbeiter. Das kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln hindert den Arbeiter am Zutritt zu seinen notwendigen Existenzmitteln. Im Sozialismus dagegen, wo die Einheit des arbeitenden Menschen mit der Natur nicht mehr über eine kleine Schicht von Monopolisten hergestellt wird, wo alle Eigentumsschranken gefallen sind und dem gesellschaftlichen Charakter der Produktion das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln entspricht, ist diese Einheit Quelle eines ständig steigenden Lebensstandards der ganzen Gesellschaft.

Quelle:
G.Heyden: Die materiellen Grundlagen des gesellschaftlichen Lebens, in: Wissenschaftliche Weltanschauung, Teil II, Historischer Materialismus, Dietz Verlag Berlin, 1960, S.49-51. (leicht bearbeitet, N.G.)


Der Wahlspruch der Profiteure: „Geld machen“

In der kapitalistischen Gesellschaft, wo das kapitalistische Privateigentum an den Produktionsmitteln das Verhältnis der Menschen zur Natur bestimmt, werden in den verschiedenen Ländern einzelne Elemente des geographischen Milieus gar nicht oder nur ungenügend ausgenutzt, andere dagegen werden ohne Rücksicht auf eventuelle Folgen ausgebeutet. Unter der Losung „Geld machen“ werden ganze Wälder abgeholzt, Tierarten ausgerottet und der Boden verwüstet. Die Bodenerosion als das sichtbarste Ergebnis der Entwaldung und des Raubbaues am Boden hat zum Beispiel in den USA zur Zerstörung etwa eines Viertels des ursprünglichen Acker- und Weidelandes geführt. Andererseits werden im Kapitalismus natürliche Bedingungen der Produktion nicht genutzt, weil die Kapitalisten weniger Produkte einer Sorte auf den Markt werfen wollen, um die Preise künstlich hoch zu halten.

Beispiele kapitalistischer Plünderungen

Keinen anderen Sinn hatten bspw. im Jahre 1950 die angeordneten Vernichtungen großer Mengen Lebensmittel in den USA und die Anfang des Jahres 1956 von Präsident Eisenhower bekanntgegebenen Vorschläge zur Subventionierung der Anbaubeschränkung in der amerikanischen Landwirtschaft. Diese Vorschläge zielten darauf ab, die Anbaufläche für Weizen und Baumwolle in den USA um 20 Prozent zu verringern. Bereits angebaute Weizenfelder sollten umgepflügt werden. Als Ersatz erhielten die Farmer, die sich an diesem Plan beteiligen, Bezugscheine, das heißt, die Regierung erstattete ihnen einen Teil der Ernte, auf die sie verzichtet hatten, in natura oder in bar. Es bahnte sich hier eine ähnliche Tragödie an. wie wir sie schon in den dreißiger Jahren dieses Jahrhunderts erlebt haben. Schon damals wurden amerikanische Farmer dafür bezahlt. daß sie nicht produzierten, obwohl ein großer Teil der amerikanischen Bevölkerung unter dem Existenzminimum leben mußte.

Einer ineffiziente und verschwenderische Wirtschaftspolitik

Das zeigte, wie in der kapitalistischen Gesellschaft das Verhältnis des Menschen zur Natur durch die Profitinteressen der herrschenden Klassen bestimmt und eine vernünftige Ausnutzung der natürlichen Produktionsbedingungen verhindert wird. Wie Marx schrieb, „ist die Fruchtbarkeit nicht eine so bloß natürliche Eigenschaft, wie man wohl glauben könnte: Sie steht in engem Zusammenhang mit den jeweiligen gesellschaftlichen Verhältnissen. Ein Grundstück kann für den Getreideanbau sehr fruchtbar sein, und doch kann der Marktpreis für den Bebauer bestimmen, es in künstliche Wiesen umzuwandeln und so un fruchtbar zui machen.“ [2]

Das Gegenbeispiel: Sozialismus

Grundlegend anders ist das Verhältnis des Menschen zur Natur unter den Bedingungen der sozialistischen Produktionsverhältnisse. Hier ist das gesellschaftliche Eigentum die Grundlage für ein völlig neues Verhältnis der Menschen zur Natur. Wer hätte wohl in der sozialistischen Gesellschaft ein Interesse daran, die natürlichen Bedingungen der Produktion zu zerstören oder vorhandene Möglichkeiten für die Befriedigung der ständig wachsenden materiuellen un d kulturellen Bedürfnisse der Menschen nicht auszunutzen?

Quelle:
G.Heyden, a.a.O, S.55f.

Zitate:
[1] Marx/Engels: Ausgewählte Schriften, Bd, II, S.11.
[2] Karl Marx, Das Elend der Philosophie, Dietz Verlag, Berlin 1957, S.1282.

Siehe auch:
Friedrich Engels: Über Habgier und Reichtum
Null-bock-Stimmung – oder: Macht Geld faul?
Die Reichen und die Armen

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2 Antworten zu Woher kommt der Reichtum?

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