Die Ukraine – Geschichtliche Hintergründe

UkrSSR_1922Die Ukraine war bekanntlich ein hochentwickeltes Industrie-Agrarland, das allerdings, verursacht durch die Spaltung der UdSSR, durch die massive wirtschaftliche Einmischung des westlichen Imperialismus und durch umfangreiche Privatisierungen in Industrie und Landwirtschaft, in große wirtschaftliche Schwierigkeiten gebracht wurde. Als es die Sowjetunion noch gab, stand die Ukrainische Sowjetrepublik nach der RSFSR an zweiter Stelle in der industriellen Entwicklung, und sie war die Kornkammer der UdSSR. Klar, daß insbesondere die Reichtümer dieses Landes und die Aussicht auf weitere Beute die Begehrlichkeiten der imperialistischen Mächte Westeuropas und der USA weckten und Hitler 1941 zum Überfall auf die Sowjetunion veranlaßten. Hier nun einige Informationen aus dem Handbuch der UdSSR von 1971 über einige wirtschaftliche und vor allem geschichtliche Hintergründe dieses Landes:

Bodenschätze

Die Ukraine ist reich an Brennstoffen, Metallerzen, Mineralien und Baustoffen. Ein großer Teil der Lagerstätten wurde unter der Sowjetmacht enbtdeckt und nutzbar gemacht. Die Grenzen des Donezbeckens mit seinen Steinkohlevorkommen (darunter Kokskohle) wurden ausgedehnt, das Lwow-Wolhynische Kohlerevier (Steinkohle) wurde erschlossen. Neue Erdöl- und Erdgasvorkommen wurden in den Vorkarpaten und im Dnepr-Donez-Gebiet erkundet, darunter eines der größten Erdgaslager der UdSSR bei Schebelinka. In der Ukraine sind die wichtigsten Eisenerzvorkommen (Kriwoi Rog, Kremetschuk, Kertsch, Beloserka) und Manganerzlagerstätten (Nikopol, Tokmak) konzentriert.

Geschichte

Unter dem Einfluß der Oktoberrevolution entfaltete sich auch in den westukrainischen Gebieten – Ostgalizien, Nordbukowina, Karpatoukraine – eine revolutionäre Bewegung, die mit dem Zerfall Österreich-Ungarns an Stärke zunahm. Am 5.November 1918 entschieden sich die Werktätigen auf der Tagung der Volksvertretung (Wjetsche) in Tschernowzy (Nordbukowina) für die Wiedervereinigung mit der Sowjetunion. Den gleichen Beschluß faßte die Transkarpatische Volksversammlung am 21.Januar 1919 in Chust. Die Volksmassen Ostgaliziens nahmen den Kampf gegen die konterrevolutionäre, mit Petljura verbündete Regierung der sog. Westukrainischen Volksrepublik auf, die Anfang November 1918 in Lwow proklamiert worden war. Im Februar 1919 wurde die Kommunistische Partei Ostgaliziens gegründet.

Der Kampf der Sowjetarmee gegen die westlichen Interventen

Die Sowjettruppen in der Ukraine führten den Kampf gegen die Truppenverbände der Entente, die Ende 1918 die Intervention im Süden des Landes eröffnet und Anfang 1919 hier 130.000 Mann zusammengezogen hatten, in Odessa wurde ein illegales Oblastkomittee gegründet und ein internationales Kollegium zur Arbeit unter den ausländischen Soldaten organisiert. Unter dem Einfluß der bolschewistischen Agitation brachen im April 1919 auf den in Odessa, Sewastopol und Kertsch eingelaufenen Schiffen der Entente Matrosenaufstände aus. Die Offensive der Roten Armee zwang schließlich die Interventen, im März/April 1919 Cherson, Nikolajew, Odessa und Sewastopol zu räumen.

Erneute Besetzung der Ukraine durch die Weißgardisten

Die Ukrainische Sowjetregierung ging unverzüglich an die sozialistische Umgestaltung der Gesellschafts- und Staatsordnung heran. Am 10. März beschloß der 11. Gesamtukrainische Sowjetkongreß die erste Verfassung der Ukrainischen SSR. Im Frühjahr 1919 gingen die Weißgardisten gemeinsam mit den Imperialisten der Entente erneut zum Angriff über. Den von General Denikin geführten Truppen gelang es im Sommer und Herbst 1919, die Ukraine zu besetzen. In allen Teilen der Republik entwickelte sich eine Partisanenbewegung, insbesondere in den Oblasten Jekaterinoslaw, Charkow, Poltawa, Cherson. Diese Bewegung wurde vom Frontbüro des ZK der ukrainischen KP unter Führung von S.W.Kossior geleitet. Die Offensive der Roten Armee im Oktober 1919 führte im Verein mit den Partisanenaktionen zur Niederlage Denikins. Die Weißgardisten wurden aus dem Donezbecken vertrieben, dann aus Charkow (12.Dezember 1919), Kiew (16.Dezember 1919) und Odessa (7.Februar 1920). Anfang 1920 war fast die gesamte Ukraine freigekämpft.

Ein umkämpftes Gebiet

Im Frühjahr 1920 wurde die Ukraine abermals zum Kriegsschauplatz. Am 6.Mai besetzten polnische Truppen Kiew. Das ZK der KPR ( B ) und der Rat der Volkskommissare ergriffen entschiedene Maßnahmen zur Abwehr der Intervention. Die 1.Reiterarmee Budjonnys, die 25.Reiterdivision Tschapajews und andere bewährte Truppenteile wurden an die Südwestfront geworfen. Am 12.Juni war Kiew wieder in den Händen der Sowjets. Nach der rasch erfolgenden Befreiung der Ostukraine drangen die Truppen der Südwestfront nach Ostgalizien vor und standen Anfang August vor Lwow. Zur gleichen Zeit waren die Truppen der Westfront in das Gebiet Polens vorgedrungen und hatten sich an anderen Stellen der Nordbukowina (die 1918 von Rumänien okkupiert worden war) und der Karpato-Ukraine genähert (die seit 1919 zur Tschechoslowakei gehörte). Im September 1920 nahm Polen wieder ganz Ostgalizien in Besitz. Im Oktober 1920 wurden die Kriegshandlungen eingestellt und ein Friedensvertrag mit Polen geschlossen.

Lenins Hilfe für die ukrainischen Bauern

Zur Zeit der polnischen Intervention besetzte die Wrangel-Armee, von der Krim ausgehend, Nordtaurien, den Süden des Gouvernements Jekaterinoslaw und stieß zum Donezbecken vor. In Anbetracht der schwierigen Lage im Süden der Ukraine wurde auf Beschluß der Sowjetregierung und des ZK der KPR ( B ) eine besondere Südfront der Roten Armee (unter dem Oberbefehl von M.W.Frunse) gebildet. Auf den Appell Lenins „An die Dorfarmut der Ukraine“ vom 2. Oktober 1920 hin entsandten die ukrainischen werktätigen Bauern Abteilungen freiwilliger Kavalleristen sowie Lebensmittel an die Front. Ende Oktober 1920 wurden die Wrangel-Verbände zerschlagen, die zeitweilig besetzten Gebiete befreit. Am 12.November wurden die Reste der Weißgardisten aus Simferopol, am 15.November aus Sewastopol und am 16. aus Kertsch vertrieben.

Die Beendigung des Bürgerkrieges gab der Ukraine die Möglichkeit zum Wiederaufbau der Industrie, des Verkehrswesens, der Landwirtschaft. Besondere Aufmerksamkeit galt dem Donezbecken, wohin qualifizierte Kader und industrielle Ausrüstungen aus Moskau, Petrograd und anderen Städten entsandt wurden.

Am 13.Dezember 1922 wandte sich der VII.Gesamtukrainische Sowjetkongreß an die Völker der RSFSR, der Belorussischen und der Transkaukasischen SSR mit dem Vorschlag zur Gründung einer Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken. Diesem Vorschlag wurde entsprochen, und am 30.Dezember 1922 erfolgte auf dem I.Unionskongreß der Sowjets der Beitritt der Ukrainischen SSR zur UdSSR.

Der Wiederaufbau der ukrainischen Volkswirtschaft

Kiew

Kiew, Kreschtschatik

Nachdem die Ukraine 1925/26 ihre Volkswirtschaft wiederhergestellt hatte, nahm sie gemeinsam mit den übrigen Sowjetrepubliken Kurs auf die Industrialisierung. Allein zwischen 1926 und 1929 wurden 408 Industriebetriebe neu errichtet, 421 rekonstruiert. 1927 begann der Bau des Dnepr-Wasserkraftwerkes, 1929 der Nowo-Kramatorsker Maschinenfabrik und anderer Industriegiganten. 1931 wurde das Charkower Traktorenwerk, 1932 das Dnepr-Kraftwerk in Betrieb genommen. Ende der 20er Jahre begann auch die revolutionäre Umgestaltung der Landwirtschaft. Am 1.Februar 1930 waren 31%, Ende 1932 fast 70% der Bauernhöfe (mit rund 80% der Ackerfläche) zu Kollektivwirtschaften vereinigt. Die Kollektivierung, die unter den Bedingungen schärfster Klassenkämpfe vor sich ging, wurde in der Ukraine von den Komitees der Dorfarmut vorangetrieben, in denen rund 1,5 Mill. Klein- und Mittelbauern vertreten waren. (…) 1934 wurde die Hauptstadt der Ukrainischen SSR von Charkow nach Kiew verlegt.

Die kulturellen Veränderungen in der Ukrainischen Sowjetrepublik

Der wirtschaftliche Aufschwung war verbunden mit einer Kulturrevolution. Das Analphabetentum wurde völlig beseitigt; in beträchtlichem Maße stieg die Zahl der Hoch- und Fachschulen, der allgemeinbildenden Schulen, der wissenschaftlichen Forschungsinstitute, Bibliotheken, Theater usw. (…) Von den Erfolgen des Sozialismus in der Sowjetukraine ging ein revolutionierender Einfluß auch auf die Westukraine aus. Unter Führung der KP der Westukraine (die zur KP Polens gehörte) entwickelte sich eine Befreiungsbewegung für die Errichtung der Sowjetmacht und den Anschluß an die Ukrainische SSR. Nach dem Überfall des faschistischen Deutschlands auf Polen übernahm im September 1939 die Sowjetarmee den Schutz der westukrainischen Bevölkerung. Am 1.November 1939 wurde vom Obersten Sowjet der UdSSR ein Gesetz über die Eingliederung der Westukraine in die UdSSR und ihre Wiedervereinigung mit der Ukrainischen SSR angenommen. 1940 wurde auch die Nordbukowina mit der Ukraine wiedervereinigt, die jahrzehntelang von Rumänien okkupiert worden war.

Westukraine

Veränderungen in der Westukraine unter der Sowjetmacht

Der Kampf gegen die deutsch-faschistischen Okkupanten

Das friedliche Aufbauwerk des ukrainischen Volkes wurde durch den Überfall des faschistischen Deutschlands auf die Sowjetunion unterbrochen. Schon am ersten Kriegstag (22.Juni 1941) entbrannten heftige Kämpfe an den Westgrenzen der Ukraine. Mit 57 Divisionen und 13 Brigaden sowie 1.300 Flugzeugen setzte der Angriff der faschistischen Heeresgruppe „Süd“ ein. Gemeinsam mit allen Völkern der Sowjetunion erhob sich das ukrainische Volk gegen die faschistischen Eroberer. Unter den Millionen Ukrainern, die in den Reihen der Roten Armee kämpften, waren 236.000 Kommunisten, d.h. 45% des gesamten Mitgliederbestandes der KP der Ukraine. Über 2 Monate lang (bis zum 19.September 1941) verteidigten die Sowjettruppen und Kämpfer der Volkslandwehr die ukrainische Hauptstadt Kiew gegen den Ansturm der faschistischen Armeen, die hier fast 100.000 Soldaten verloren. 73 Tage lang (5.August bis 16.Oktober 1941) wurde Odessa heldenhaft verteidigt. 250 Tage lang hielten die Seeleute der Schwarzmeerflotte und Truppenteile der Belagerung Sewastopols durch die Faschisten stand.

Die Terrorherrschaft der Nazis in der Ukraine

Um die schlimmsten Folgen aus der drohenden Okkupation abzuwenden, wurden Millionen Menschen zusammen mit ihren Betrieben und Einrichtungen, ebenso Getreidevorräte, Vieh usw. nach dem Osten evakuiert. 1942 war die gesamte Ukraine von den Faschisten okkupiert, die hier ein Schreckensregime errichteten: 4,5 Mill. Menschen wurden getötet, mehr als 2 Mill. zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt. Die Ukraine wurde in 3 Teile zerrissen: ein Teil der Westgebiete wurde dem sog. polnischen Generalgouvernement angegliedert; das Territorium zwischen Dnestr und Bug nahmen die rumänischen Besatzer für ein eigenes Generalgouvernement in Beschlag; aus dem übrigen Gebiet wurde ein Reichskommissariat unter Leitung des berüchtigten Henkers Koch gebildet. Unter Führung der Kommunisten wurde über die Ukraine ein weites Netz von Untergrundorganisationen gespannt: 23 illegal wirkende Oblastkomitees, 650 Stadt- und Rayonkomitees, über 4.300 Grundorganisationen der Partei und viele Komsomolorganisationen (wie die Gruppe „Partisanenfunke“ im Dorfe Krymka, Oblast Nikolajew, oder die legendäre „Junge Garde“ in Krasnodon). 1941/42 entfaltete sich die Massenbewegung der Partisanen. Als 1943 die Sowjettruppen den Kampf um die Befreiung der Ukraine aufnahmen, erwiesen ihnen die Partisanen unschätzbare Hilfe durch mutige Aktionen im Rücken des Feindes.

Befreiung

Am 23.August 1943 wurde Charkow, am 23.September Poltawa, am 25.Oktober Dnepropetrowsk und am 6.November Kiew freigekämpft. 1944 ging die Sowjetarmee an der gesamten ukrainischen Front zur Offensive über, in deren Ergebnis der Gegner in einer Reihe von großen Operationen vernichtend geschlagen wurde. Odessa wurde am 10.April, Lwow am 27.Juli befreit. Am 14.Oktober 1944 war das gesamte Territorium der Sowjetukraine in Händen der Sowjetarmee. Im Oktober 1944 wurde auch die Karpatoukraine befreit. Die Wiedervereinigung dieses Gebietes mit der Ukrainischen SSR, die durch den sowjetisch-tschechoslowakischen Vertrag von 1945 besiegelt wurde, brachte den historischen Prozeß der Vereinigung aller ukrainischen Gebiete in einem einheitlichen ukrainischen Staat zum Abschluß.

Die Verwüstungen durch die Nazis

Gewaltig waren die Schäden, die die faschistischen Eroberer der Ukraine zugefügt hatten. 714 Städte und Siedlungen städtischen Typs und 28.000 Dörfer waren niedergebrannt und vernichtet. 10 Mill. Menschen obdachlos geworden. 16.000 Industriebetriebe, fast alle Kolchose, Sowchose und MTS waren zerstört. Auf die Wiederherstellung der Volkswirtschaft konzentrierten sich nach der Befreiung des Territoriums alle Anstrengungen in der Republik. An der Wiederingangsetzung der Schachtanlagen des Donezbeckens beteiligten sich auch Bergarbeiter aus dem Moskauer Gebiet und dem Kusnezkbecken, an der Wiederherstellung der Hüttenwerke Arbeiter aus dem Ural. Mit der Erfüllung des 4. Fünfjahrplanes (1946/50) wurde der Vorkriegsstand (1940) der Industrieproduktion bereits um 15% übertroffen.

Sozialistische Veränderungen in der Ukraine nach 1945

Wesentliche sozialistische Wandlungen vollzogen sich nach dem Kriege in den Westgebieten der Ukrainischen SSR. Es entstanden neue Industriezweige, Lwow wurde zu einem bedeutenden Industriezentrum. Die werktätigen Bauern schlössen sich zu Kolchosen zusammen. Auch nach der Wiederherstellung der Volkswirtschaft dauerte der steile ökonomische Aufschwung fort. 1968 erzeugte die ukrainische Industrie 58mal mehr als 1913. 1970 lieferte sie mehr Erzeugnisse als 1940 die gesamte UdSSR. Die Ukraine verfügt über eine mächtige Industrie, die ihrem Produktionsumfang nach den 2.Platz hinter der RSFSR einnimmt, eine entwickelte sozialistische Großraumlandwirtschaft sowie über bedeutende wissenschaftliche und kulturelle Potenzen. Am 19.Februar 1954 wurde auf Beschluß des Obersten Sowjets der UdSSR die Krim aus dem Bestand der RSFSR herausgelöst und in die Ukrainische SSR eingegliedert. In den Nachkriegsjahren erweiterten sich die außenpolitischen Beziehungen der Ukrainischen SSR als einer souveränen Sowjetrepublik.

Quelle:
Handbuch der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1971, S.818-822.

Erklärungen:
Petljura: (1879-1926) ermordet, ukrain. nationalist. Politiker, 1917/19 Kriegsminister bzw. Vorsitzender der konterrevolut. Ukrainischen Rada; 1919 von der Roten Armee verjagt, die auch die 1920 aus dem Ausland eindringenden „Petljura-Banden“ zerschlug.
Denikin: (1872-1947) russ.Generalleutnant, 1919 Oberbefehlshaber der konterrevolut. Truppen in Südrußland, wurde von der Roten Armee geschlagen und emigrierte.
Koltschak: (1873-1920) hingerichtet, russ. Admiral, 1918/19 konterrevolutionärer Diktator in Sibirien.
Weißgardisten: Angehörige der russ. konterrevolutionären „Weißen Armeen“ 1918/20 (zarist. Offiziere, Bourgeois u. Gutsbesitzer, Kulaken, wohlhabende Kosaken)
Dnepr-Kraftwerk: Stausee (567 km2) mit Wasserkraftwerk (350 MW)
Wrangel: (1878-1928) russ.Generalleutnant, leitete 1920 auf der Krim den letzten erfolglosen Interventionsversuch gegen Sowjetrußland; emigrierte danach.
Tschapajew: (1887-1919) sowjet. Volksheld, seit 1917 Mitglied der SDAPR( B ); im Bürgerkrieg Kommandeur der berühmten 25.Schützendivision, die gegen Koltschak kämpfte.
Donezbecken: (russ.: Donbass) eines der wichtigsten Kohlenfördergebiete u. hervorragendes Schwerindustriezentrum der UdSSR, überwiegend in der Ukrain.SSR, im Bereich der Donezhöhen, von Nördl.Donez im N u.O umflossen; Eisen-, Buntmetallurgie, Energieerzeugung, Maschinenbau, chem., vielseitige Leicht- und Nahrungsmittelindustrie.
Tschernobyl: Stadt im Gebiet Kiew, am Pripjat, ehem. 10.000 Einw., in der Nähe befindet sich das 1986 (vermutlich durch Sabotage!) explodierte Atomkraftwerk
(Quelle: Meyer’s Lexikon, Leipzig, 1980)

German Foreign Policy schreibt:
Anläßlich der EM-Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft in Lwiw berichten Medien von dramatisch grassierendem Antisemitismus und Neonazismus in der westukrainischen Stadt. Zahlreiche Graffitis der starken rechten Szene („Jude verrecke“) prägten das Stadtbild, heißt es in der deutschen Presse: „Hakenkreuze und Naziparolen verunstalten Lembergs Altstadt“. Lwiw gilt als ein Zentrum des „Bandera-Kults“, der einen der prominentesten ukrainischen NS-Kollaborateure ehrt. (…)

Die Bundesrepublik Deutschland und der CIA unterstützten ukrainische Faschisten

Bandera, dessen Milizen im Zweiten Weltkrieg zahlreiche Massaker begingen, darunter Massaker an Juden, erhielt nach Kriegsende Zuflucht in der Bundesrepublik – wie zahlreiche andere ukrainische NS-Kollaborateure auch. Andere wurden von der CIA in die Vereinigten Staaten verbracht, um dort für die Unterstützung verdeckter Operationen auf sowjetischem Territorium zur Verfügung zu stehen. Gemeinsames Ziel der Bundesrepublik und der USA war es, durch Unterstützung der ukrainischen Nationalisten die Sowjetunion zu schwächen und einen Sieg im Systemkampf herbeizuführen. Die Tradition der Kollaborateure lebt in der heutigen Westukraine fort – dort, wo nicht die aktuell vom Westen bekämpfte Regierung Janukowitsch, sondern die Kräfte der einstigen Ministerpräsidentin Timoschenko ihre Hochburgen haben. (…)

Regelmäßig frische Blumen in München für einen Faschisten

Viele der ehemaligen NS-Kollaborateure, die wie Bandera heute in der Westukraine wieder Verehrung genießen, flohen am Ende des Krieges mit den abziehenden deutschen Truppen Richtung Westen und blieben in der Bundesrepublik im Exil. Unter ihnen befanden sich zahlreiche Mitglieder der Organisation Ukrainischer Nationalisten (OUN), die sich 1939 am deutschen Überfall auf Polen und 1941 am Überfall auf die Sowjetunion beteiligt hatten (german-foreign-policy.com berichtete [3]). Einer von ihnen war OUN-Anführer Stepan Bandera. Bandera nahm seinen Wohnsitz in München, das sich in der Nachkriegszeit zum Zentrum ehemaliger ukrainischer Kollaborateure entwickelte. Dort wurde er am 15. Oktober 1959 umgebracht. Sein Grab befindet sich auf dem Münchener Waldfriedhof; es wird Berichten zufolge von Besuchern regelmäßig mit frischen Blumen geschmückt. (…)

Die profaschistische Regierung Juschtschenko

Die schließlich erfolgreich vollzogene Abspaltung der Ukraine aus der Sowjetunion im Jahr 1991 wurde von der Bundesrepublik tatkräftig unterstützt. (…) Juschtschenko ernannte noch im Januar 2010, kurz vor dem Ende seiner Amtszeit, Stepan Bandera zum „Helden der Ukraine“ – ein Beschluß, den Wiktor Janukowitsch, der aktuelle Staatspräsident, der wegen seines rigiden Vorgehens gegen Julia Timoschenko im Westen angeprangert wird, nach seinem Amtsantritt schon bald wieder rückgängig machte.

Quelle:
German Foreign Policy – Die Ukraine

Die Verbrechen der Bandera-Leute:
Bandera-Opfer

Siehe auch:
Der faschistische Mob in Kiew (2013)

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