Der politische Mord im Auftrag der Bourgeoisie

Die-grosse-VerschwörungIn dem Dokumentarbericht „Die Große Verschwörung“ von M.Sayers und A.Kahn finden wir zahlreiche Beispiel antikommunstischer Attentate:

Während die russischen Verschwörer noch mit dem Ausbau ihrer verräterischen Beziehungen zu den Vertretern Deutschlands und Japans beschäftigt waren, begann bereits eine neue Phase der Geheimoffensive gegen die Sowjetunion: man ging vom Verrat zum Terror über.

Der Bauleiter war ein deutscher Spion

Im April 1934 meldete sich ein Ingenieur namens Bojarschinow im Büro des Bauleiters des außerordentlich wichtigen Kusnezk-Kohlenbeckens in Sibirien. Er fühlte sich durch seltsame Vorgänge in seiner Abteilung beunruhigt. In der letzten Zeit waren auffallend viel Unfälle, Wetterbrände und Maschinenschäden vorgekommen. Bojarschinow befürchtete Sabotage. Der Bauleiter dankte dem Ingenieur für seine Mitteilungen. »Ich werde diese Angaben an die richtige Stelle weiterleiten«, sagte er. »Inzwischen bewahren Sie strengstes Stillschweigen.« Der Bauleiter war der deutsche Spion und Chef der trotzkistischen Sabotageorganisation in Sibirien, Alexei Schestow. Einige Tage später wurde Bojarschinows Leiche in einem Graben gefunden. Er war auf dem Heimweg an einer einsamen Stelle der Landstraße unter die Räder eines in raschem Tempo fahrenden Lastwagens geraten. Der Chauffeur des Lastwagens war ein berufsmäßiger Terrorist namens Tscherepuchin. Schestow hatte ihm den Auftrag erteilt, Bojarschinow zu ermorden, und ihm 15.000 Rubel dafür bezahlt*.

Molotow sollte ermordet werden

Im September 1934 unternahm W.M. Molotow, der Vorsitzende des Rates der Volkskommissare der UdSSR, eine Inspektionsreise durch die sibirischen Bergwerks- und Industriegebiete. Auf der Rückfahrt von einem Bergwerk im Kusnezkbecken drehte der Wagen plötzlich von der Straße ab und rollte einen steilen Abhang hinunter. Knapp vor dem Rand einer Schlucht kippte das Auto um. Molotow und seine Begleiter kamen mit dem Schrecken und leichten Quetschungen davon. Sie waren mit knapper Not dem Tod entgangen. Der Garagenleiter des Ortes, Valentin Arnold, hatte den Wagen gelenkt. Arnold war Mitglied der trotzkistischen Terrororganisation. Schestow hatte ihn mit der Ermordung Molotows beauftragt; es war Arnolds Absicht gewesen, einen Autounfall herbeizuführen und sein eigenes Leben bei dem Attentat zu opfern. Aber im letzten Moment verlor er die Nerven und brachte das Auto kurz vor der Stelle, wo der Unfall sich ereignen sollte, zum Stehen.

Sie standen auf Trotzkis Todesliste

Im Herbst 1934 waren die Terrorgruppen der Rechten und Trotzkisten in allen Teilen der Sowjetunion am Werk. Diesen Terrorgruppen gehörten ehemalige Sozialrevolutionäre und Menschewiki, Berufsmörder und frühere Agenten der zaristischen Ochrana an. In der Ukraine und in Bjelorußland, in Georgien und Armenien, in Usbekistan, Aserbeidshan und den Küstenländern des Fernen Ostens wurden sowjetfeindliche Nationalisten und Faschisten für den terroristischen Apparat angeworben. In vielen Orten stand die Tätigkeit dieser Gruppen unter der direkten Aufsicht nazistischer und japanischer Agenten. Die Namen der Sowjetführer, deren Ermordung beschlossene Sache war, wurden in einer Liste zusammengefaßt. An der Spitze dieser Liste stand Josef Stalin. Es folgten Klementi Woroschilow, W.M. Molotow, Sergej Kirow, Lasar Kaganowitsch, Andrej Shdanow, Wjatscheslaw Menschinski, Maxim Gorki und Valerian Kuibyschew. Leo Trotzki wies in regelmäßigen Schreiben an die Terroristen immer wieder auf die dringende Notwendigkeit hin, die sowjetischen Führer zu beseitigen.

* Das Geld, das der Mörder Bojarschinows von Schestow erhielt, stammte aus einem Geheimfonds von 164.600 Rubel, die trotzkistische Terroristen unter Schestows Anleitung aus der Staatsbank von Ansherka entwendet hatten. Der Fonds war für die Finanzierung von Sabotage- und Terrorakten in Sibirien bestimmt.

Quelle:
Michael Sayers, Albert Kahn, Die Große Verschwörung, Verlag Volk und Welt, Berlin, 1953, S.260ff.


Weitere Beispiele aus der Zeit der Entartung der Sowjetunion, insbesondere nach dem Tode Stalins und mit der Machtübernahme durch den Antikommunisten Chruschtschow
Der Historiker Dr.Kurt Gossweiler dokumentiert in seinem Buch „Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtaschowiade 1953 bis 1964“ eine Reihe politischer Morde, deren Auftraggeber nie gefunden wurden, und bei denen die Umstände des Todes mysteriös waren. Nicht nur im Umfeld Chruschtschows, sondern seit langem auch bei den Nazis und in der CIA gab es bekanntlich Spezialisten der Verschleierung. Auch heute bedient sich die Bourgeoisie solcher Methoden, um Kommunisten möglichst spurlos zu beseitigen. Warum gerade die? Weil gerade die Kommunisten nicht erst seit Lenin mutig dafür kämpfen, daß die Machenschaften, Intrigen und Verbrechen der Bourgeoisie und ihrer Handlanger rückhaltlos aufgedeckt werden. Kurt Gossweiler schreibt:

Das „Neue Deutschland“ vom 4.4.1979 berichtet: „Die CIA experimentierte mit ‚unverdächtigen Todesarten‘. Der USA-Geheimdienst CIA hat in den 50er Jahren mit ‚unverdächtigen Todesarten‘ zur Beseitigung unliebsamer Politiker experimentiert. Es war beabsichtigt, die CIA-Morde wie ’natürliche Todesfälle‘ mit den Symptomen von Krebs oder Herzattacken erscheinen zu lassen. Das geht aus den CIA-Akten hervor, deren Herausgabe vom Washingtoner Büro für Attentatsinformationen gerichtlich erzwungen worden war.“

Die „plötzlichen und unerwarteten“ Todesfälle

Als ich auf der Antifa-Schule in der Sowjetunion (1943-1947) in den Materialien der heute nur noch als „Schauprozesse“ bezeichneten Gerichtsverhandlungen las, daß Gorki und andere von Ärzten durch falsche Behandlung todkuriert worden seien, hielt ich das in der Tat für eine unglaubwürdige Konstruktion der Anklage. Aber damals wußte ich noch nichts von der Tatsache, daß auch die Medizin und die Mediziner ihre Rolle spielten, nicht nur bei Hofintrigen an feudalen Fürstenhäusern, sondern auch im Klassenkampf, wie die obigen Beispiele belegen. Damals konnte ich auch nicht voraussehen, was mich nachträglich davon überzeugen würde, daß die damaligen Prozeß-Feststellungen über die medizinische Ermordung unbequemer Persönlichkeiten verdienen, nicht einfach als stalinistische Erfindungen vom Tisch gewischt zu werden, nämlich die Serie von „plötzlichen und unerwarteten“ Todesfällen, durch die merkwürdigerweise gerade jene kommunistischen Führer „ausgeschaltet“ wurden, die den Imperialisten, aber auch der neuen Moskauer Führung besonders im Wege standen: Gottwald 1953, Bierut 1956, Thorez 1964 und kurz danach, ebenfalls 1964, Togliatti. Die Umstände ihres Todes sind mysteriös und bis heute ungeklärt. Gemeinsam ist ihnen jedoch, daß der Tod die Genannten ereilte, als sie die Sowjetunion besuchten oder gerade von einem solchen Besuch zurückgekehrt waren.

Quelle:
Kurt Gossweiler, Die Taubenfußchronik oder Die Chruschtaschowiade 1953 bis 1964, Verlag zur Förderung der wissenschaftlichen Weltanschauung ? Stefan Eggerdinger Verlag, München, 2002, Bd.1, S. 381ff.

(Zwischenüberschriften von mir – N.G.)

Siehe auch:
Wurden Stalin, Gottwald, Bierut, Thorez und Togliatti von Chruschtschows Killern ermordet?

* * *

Ein seltsamer Tod

Iljuchin

Prof.Dr.jur. W.Iljuchin

In der Nacht vom 19. zum 20.März 2011 verstarb plötzlich und unerwartet der Chefankläger des Militärtribunals ehemaliger sowjetischer Offiziere gegen W.Putin, der Abgeordnete der Staatsduma, das Mitglied des ZK der KPRF, der verdiente Jurist Prof. Dr.jur. W.I. Iljuchin, nach der offiziellen Version an akutem Herzversagen. Die Schnelle Medizinische Hilfe war nicht rechtzeitig erschienen. Ein seltsamer Tod, wenn man den guten physischen Zustand W.I. Iljuchins berücksichtigt und die von ihm veröffentlichten Pläne, die Tätigkeit des öffentlichen Tribunals ehemaliger Sowjetischer Offiziere über die Machenschaften Putins, die Aufdeckung der Fälschungen in der Katyner Sache und über den sogenannten „Molotow-Ribbentrop-Pakt“ fortzusetzen…

Quelle:
http://kprf.ru/ (22.3.2011)

Siehe auch:
Prof. Iljuchin: Fälscher im russischen Staatsarchiv
Im März 2011 wurde Prof.Iljuchin ermordet
Auftragsmord (Made by CIA)

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