Die blutige Fratze der Konterrevolution

Was verstehen wir unter einer Konterrevolution?
Mit vergleichweise dürren Worten äußert sich
dazu das Kleine Politische Wörterbuch (1967): [1]
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Zwanzig Jahre später ist man bekanntlich etwas klüger. Noch genauer sind auch die Erscheinungsformen der Konterrevolution bekannt…

Konterrevolution: Klassenkampf reaktionärer Klassen gegen den revolutionären Kampf, progressiver Klassen und Schichten. Ziel der Konterrevolution ist es, revolutionäre Bewegungen zu zerschlagen, die. Errungenschaften einer → Revolution rückgängig zu machen, vor allem die Machtfrage zugunsten der reaktionären Klassen zu verändern. Mit Hilfe der Konterrevolution versuchen historisch überlebte Klassen, die gesetzmäßige gesellschaftliche Entwicklung gewaltsam aufzuhalten.

Formen und Methoden der Konterrevolution sind äußerst vielfältig: reaktionäre Aufstände, Entfesselung von Bürgerkriegen, Putsche, Revolten, Verschwörungen, individueller Terror, Versuche der ökonomischen und der politisch-ideologischen Unterwanderung (→ Diversion) usw. Zur Erreichung ihrer Ziele arbeiten die innere und die internationale Reaktion eng zusammen. In der Epoche des Übergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus treffen Revolution und Konterrevolution mit besonderer Schärfe aufeinander. Konterrevolution ist Inhalt und Ziel der → Globalstrategie des Imperialismus.

Unter den Bedingungen der tiefgreifenden Veränderung des internationalen Kräfteverhältnisses zugunsten des Sozialismus hat auch die ideologische Aggressivität des Imperialismus ständig zugenommen (→ Antikommunismus, Antisowjetismus, → Nationalismus, → Reformismus, rechter und »linker« → Revisionismus, → Sozialreformismus). Da die gesellschaftliche Entwicklung gesetzmäßig verläuft, haben Erfolge der Konterrevolution stets nur zeitweiligen Charakter. Das schließt den ständigen Kampf der marxistisch-leninistischen Parteien an der Spitze aller fortschrittlichen, antiimperialistischen Kräfte gegen die vielseitigen Erscheinungsformen der Konterrevolution ein. [2]

Am Beispiel der Ungarischen Volksrepublik wollen wir konterrevolutionären Vorgänge etwas genauer beleuchten. Mit der Ermordung J.W. Stalins im Jahre 1953 war es den konterrevolutionären Kräften des Imperialismus bereits gelungen, in der Sowjetunion Fuß zu fassen. Durch eine massive konterrevolutionäre Offensive 1956 war die VR Polen in große Gefahr geraten, doch die Kraft der Anhänger des Sozialismus reichte aus, um damit fertig zu werden. Auch die DDR konnte den Schlag 1953 parieren. Blieb da nur noch die Volksrepublik Ungarn. Sie war aus vielerlei Gründen ein interessantes Ziel des Imperialismus. Für die Kommunisten, für die Arbeiterklasse, ja – für das ganze Volk Ungarns bahnte sich eine nationale Tragödie an. Im Herbst 1956 wütete in Ungarn die Konterrevolution derart massiv und brutal, daß es heldenhafter Anstrengungen bedurfte, die Macht der Arbeiterklasse zu verteidigen. Der verräterische XX.Parteitag der KPdSU war nicht ohne Folgen geblieben…

Kurt Gossweiler schreibt dazu in seiner Taubenfußchronik: „Es machte mich auch stutzig und argwöhnisch, daß im Ergebnis dieses XX.Parteitages und mit Chruschtschows Hilfe solch offenkundig antileninistische ‚Kommunisten‘, wie Gomułka in Polen und Imre Nagy in Ungarn, an die Spitze der dortigen Parteien manövriert wurden, während ein solch kampferprobter und standhafter Marxist-Leninist wie Mátyás Rákosi als Führer der ungarischen Kommunisten gestürzt und als Mörder und Blutsäufer verleumdet und geächtet wurden.“ [3]

Kommunist Ungarn
(Aufschrift: So geht es jedem ‚Roten‘)

Dieser konterrevolutionäre Putsch kostete etwa 3.500 ungarische Bürger das Leben, 20.000 wurden verletzt, unbekannt ist die Zahl der Sowjetsoldaten, die für die Wiederherstellung der Arbeiter- und Bauernmacht in Ungarn ihr Leben ließen.

Die Vorgeschichte des konterrevolutionären Putsches in Ungarn

Dazu schreibt der Autor Horst Szczesny: „Das faschistische Horthy-Regime kettete Ungarn bis fünf Minuten nach zwölf an den Hitlerfaschismus. Bis zuletzt führten sie zusammen den Krieg gegen die Sowjetunion, auch nach der Kapitulation Bulgariens und Rumäniens. Die deutschen Faschisten hatten Ungarn Gebiete mit einer Bevölkerung von fünf Millionen Menschen überlassen. Der Friedensvertrag nach dem zweiten Weltkrieg legte für den ungarischen Staat wieder die Grenzen von 1938 fest. Auch hieraus wucherte Nationalismus bei Ungarn, die früher Vorteile davon gehabt hatten. Enteignete Großgrundbesitzer warteten so lange unter der Decke, bis sie ihre Zeit wieder für gekommen hielten. Die bürgerlich-demokratische und auch die sozialistische Staatsmacht verhielten sich nach 1945 gegenüber diesen gescheiterten Klassenkräften sehr tolerant. Unter relativ ruhigen, für sie günstigen Umständen, bereiteten sich diese Konterrevolutionäre auf den Sturz der Volksmacht vor. Nach Angaben eines Fachmanns in der Wiener ‚Volksstimme‘ beteiligten sich rund 250 kleinere und größere illegale Organisationen und Gruppen an der Vorbereitung und der Auslösung des Putsches. Die Aufständischen rekrutierten sich anfangs vorwiegend aus den Reihen irregeführter Jugendlicher, die kaum eine Ahnung hatten, wie sie dazu gekommen waren, plötzlich Waffen in der Hand zu haben und auf den Straßen zu schießen. Die Befehle gaben Profis, ehemalige faschistische Offiziere und Gendarmen, aber auch verräterische Offiziere der Volksarmee. Der Londonder ‚Daily Worker‘ meldete am 1.November 1956, daß zur einheimischen Reaktion noch 60.000 Emigranten über die Grenze von Österreich geströmt waren, um sich an der Auseinandersetzung gegen die sozialistische Staatsmacht zu beteiligen. Von der BRD aus versuchte man, die deutsche Minderheit in Ungarn, ungefähr 300.000 Menschen, für die Konterrevolution zu aktivieren.“ [4]

Die „spontanste Revolution der Weltgeschichte“???

Es fehlte nicht an Unterstützung durch antikommunistische Kräfte im westlichen Ausland. Weiter schreibt Horst Szczesny: „Der ungarische Faschistenführer Horthy forderte telegrafisch aus Portugal Präsident Eisenhower auf, die Konterrevolution in Ungarn zu unterstützen. Eisenhower sollte für die ‚gemeinsame Sache‘ das ‚Äußerste‘ tun. Es fehlte auch nicht die Sympathieerklärung des spanischen Faschistenführers Francisco Franco für die Konterrevolution. … Es gab noch ein paar andere dubiose Gestalten, die auf der Seite der Konterrevolutionäre für braune und schwarze Färbung sorgten. Otto von Habsburg, Sproß österreichischer Kaiser, erklärte sich spontan zum echten Ungarn und sprach an seine ‚Landsleute‘ von Österreich aus übers Radio. Sein erster Satz: ‚Unsere Nation schreibt in diesen Tagen eines der glorreichsten Blätter zur tausendjährigen Geschichte…‘ Kardinal Mindszenty tauchte aus seinem Hausarrest im Schloß Felsübeteny auf und forderte die baldige Wiederherstellung des Privateigentums und dabei besonders des Grundbesitzes. Für Fürst Paul Eszterházy. einer der größten ehemaligen ungarischen Magnaten, dessen Name als Symbol der Herrschaft des Adels und der Großgrundbesitzer in Ungarn galt, öffneten sich die Gefängnistüren. Er hatte einmal in 166 Gemeinden 120.000 Hektar Land besessen. In Budapest erschien er nicht als Zaungast. Parteien schossen über Nacht wie Pilze aus dem Boden. Siebzig wurden schon nach den ersten Tagen gezählt. Dutzende neuer Tageszeitungen erschienen, die sich als üble Hetzblätter gegen den Sozialismus erwiesen. Unternehmerorganisationen entstanden, Hausbesitzer gründeten ihren Verein, und das alles ganz spontan?

Ein faschistisches System!

Auf Kardinal Mindszenty orientierten sich sowohl die einheimischen Reaktionäre als auch Politiker in Washington. Selbst von Allen Dulles, dem USA-Geheimdienstchef, hieß es, er sehe in ihm bereits einen möglichen neuen Führer des ungarischen Volkes. Imre Nagy hatte abgewirtschaftet, was mit ihm zu erreichen war, hatten die Konterrevolutionäre an seiner Seite erreicht. Die deutlichste Erklärung des Kardinals zu den Avancen, die man ihm machte: ‚Es steht außer Frage, daß wir zum ungarischen Regie­rungssystem der Vorkriegszeit zurückkehren.‘ Nur, das war kein speziell ungarisches, sondern ein faschistisches System.“ [5]

Mord und Totschlag in Ungarn

Und weiter lesen wir: „Im ‚Vorwärts‘ (BRD) schritt die SPD, als der braune Spuk in Ungarn vorbei war, zur Manöverkritik: ‚Оttо Habsburg ist zu rasch aus seiner Höhle gekommen, zu rasch hat еr die Stefanskrone gefordert, zu offen seine Wunsche nach einem Krieg ausgedruckt … Dег größte Agrarausbeuter und Landbesitzer, Dг. Paul Eszterházy, wurde als erster befreit und begann sofort mit der Organisation einer Bewegung, die den wenigen großen Landdiktatoren das ganze Land der Кleinbauern und Кleinhäusler zurückbringen sollte. Kardinal Mindszenty, einer der streitbarsten Prälaten Europas, hat sofort seine politische Tätigkeit aufgenommen und zum Entsetzen der Katholiken seine monarchistische undemokratische Katze aus dem Sack gelassen.‘ Jeder Kommentar ist hier überflüssig, Kritik аn konterrevolutionärer Taktik ist gewiß nicht unser Рroblem. Zehn Jahre nach den Ereignissen in Ungarn mutet der Hausautor der Stuttgarter Zeitung ‚Christ und Welt‘ (BRD) seinen Lesern folgendes verklärtes Bild vom Wüten der Konterrevolution in Ungarn zu: ‚Damals erschien Budapest uns Ausländern als ein Wesen von wilder, verzweifelter Schönheit. Wie eine Rachegöttin hatte sie sich auf ihre Peiniger gestürzt…‘

Greueltaten und ihre Urheber waren längst bekannt, аbеr die Wahrheit darüber paßte nicht ins Weltbild von kleinbürgerlichen Sozialismushassern und sollte deshalb eine gewisse Verklärung erhalten. Im Verlauf des Aufstands gesellten sich direkt aus den Gefängnissen 9.962 Kriminelle und 3.324 politische Häftlinge den Konterrevolutionären zu. Als diese sich stark genug fühlten, überfielen sie mit Waffengewalt Gebäude der Partei, der Jugendorganisation, des Sicherheitsdienstes und anderer Organe der sozialistischen Staatsmacht, zündeten diese an und zerstörten sie. Wer sich darin aufhielt, wurde zum Freiwild mordender Banden. Vor dem Budapester Parteikomittee waren 21 Genossen viehisch mißhandelt und an den Bäumen aufgehängt worden. Das gleiche geschah mit 31 Vertretern des ungarischen Jugendverbandes. Ein Augenzeuge berichtet:
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Aussagen zum Sturm auf das Polizeigebäude von Miskolc lauteten: ‚Die Offiziere wurden mit den Köpfen nach unten erhängt und ihre Körper mit Bajonetten zerstochen, nachdem man sie vorher mit Stricken um den Hals an LKWs gebunden und zum Ort ihrer Ermordung geschleift hatte.‘ In Magyarovár lynchten Banditen drei Offiziere, einer überlebte die Tortour und kam ins Krankenhaus. Tags darauf drang man dort ein, schleppte den Schwerverletzten auf die Straße und hängte ihn am nächsten Baum auf.

Der Hetzsender ‚Freies Europa‘ verkündete am 31. Oktober 1956: ‚Das Verteidigungsministerium und das Ministerium des Innern sind immer noch in der Hand der Kommunisten. Laßt es nicht dabei bleiben. Freiheitskämpfer! Hängt eure Waffen nicht an den Nagel!‘ Tags darauf berichtete die britische Reuteragentur: ‚Seit gestern herrscht Menschenjagd in den Straßen von Budapest.‘ Und die französische Agentur AFP telegrafierte: ‚Die Jagd auf Kommunisten ist eine Unterhaltung geworden. Ihre Leichen werden auf den Straßen verbrannt.‘

Den Toten steckte man zum Ноhn das Mitgliedsbuch der Аrbеiterpartei in den Mund oder brannte ihnen mit Zigaretten Sowjetsterne in die verstümmelten Gesichter. Auf die Behauptung, daß man mit Bildern ausländischer Presseorgane belegen könne, wie sich in den Oktobertagen der Volkszorn ausgetobt habe, reagierten ungarische Staatsorgane mit folgender Meldung: ‚Wir sind in der Lage, die Personalien der auf jenen Bildern erkennbaren Lynch-Burschen den betreffenden Zeitschriften zur Verfügung zu stellen. Diejenigen, die von ihnen die ‚Verkörperung des Volkszorns‘ genannt werden, sind in ihrer Mehrheit entflohene Kriminelle, Prostituierte, Einbrecher. Und wir konnten feststellen, daß die Ermordeten Arbeiter, werktätige Bauern — saubere, ehrliche Мänner — waren.‘ Nach der Niederschlagung der Konterrevolution fanden die Sicherheitsorgane Listen der Terroristen, aus denen hervorgeht, daß ein Massenmord an über zehntausend fortschrittlichen Ungarn geplant war. Hunderte von Personen waren schon zur Exekution abgeführt worden und verdanken ihr Leben allein dem Eingreifen der sowjetischen Truppen. Ihr Einmarsch am 4. November 1956 machte diesem Spuk ein Ende und hat viele tausend Menschen vor Folter und Tod bewahrt.“ [6]

Zitate:
[1] Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin/DDR, 1967, S.355.
[2] Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin/DDR, 1987, S.512.
[3] Kurt Gossweiler, Die Taubenfuß-Chronik oder Die Chruschtschowiade, Bd.I, S.19
[4] Horst Szesny, Schlachten des Kalten Krieges, Verlag Neues Leben Berlin, 1987, S.178.
[5] ebd. S.178-180 (Hervorhebungen und Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
[6] ebd. S.180-182.

Siehe auch:
Der ungarische Kommunist Mátyás Rákosi
War die Sowjetunion nach dem XX.Parteitag (1956) noch ein sozialistischer Staat?
Enver Hoxha: Die Chruschtschowianer

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22 Antworten zu Die blutige Fratze der Konterrevolution

  1. Vorfinder schreibt:

    Stets haben die Konterrevolutionen den Weg für Gewalt und Mord frei gemacht. Der Mord an Genosse Stalin ist in Verbindung mit der Welle der nachfolgenden Konterrevolutionen zu sehen.

    Sobald die Revolution aufhört sich zu verteidigen wird sie blutig gekippt. Die Konterrevolution 1989 an der DDR brachte eine Vermehrung blutiger Verbrechen in die Welt. Das zusammengeraffte Deutschland ist Initiator, Mittäter, Profiteur von Terror, Umstürzen, Bürgerkrieg und Krieg in der Welt.

    Die Welle der vorgelagerten Konterrevolutionen in den 50-90 Jahren waren Etappen. Und wie die Reaktion mit der Vernichtung von Robespierre die Französische Revolution zum scheitern brachte, so wurde mit dem Mord an Stalin das Zeichen zum konterrevolutionären Sturm auf den Sozialismus gesetzt.

    Die schleichende Konterrevolution in der DDR mittels revisionistisch-reformistischer Diversion (welche immer auf die Zerstörung des Sozialismus zielt, nie eine Weiterentwicklung des Soz. herbeiführen kann), war eine auf die Verhältnisse der DDR angepaßte Restauration des Kapitalismus.

    Immer zielen die ersten Etappen einer Konterrevolution auf die Lähmung der Triebkräfte des Sozialismus. Schon daran hätten wir die schleichende Konterrevolution in der DDR erkennen müssen. Jedoch hat unsere revolutionäre Wachsamkeit versagt, weil Wachsamkeit nicht mit ausweitender Kompromißbereitschaft übereingeht.

    Alle soz. Parteien der im Artikel genannten Staaten hatten sich von marxistisch-leninistischen Leitweg schon dadurch entfernt, dass diese Parteien begannen Stalin zu verraten. Ohne die Grundsätze Stalins kann es keine Partei des m/l geben. – Heute sehen wir an der Partei Die Linke, dass sich diese Partei in den bürgerlichen Staat eingeordnet hat und keine m/l Partei ist.

    Der Artikel unterstreicht, dass der Imperialismus nicht aufhören wird Blut und Mord über die Menschheit zu pressen, bis wir ihn gänzlich ausgemerzt haben.

    Von Stalin können wir lernen, wie der Imperialismus, samt seiner Erscheinungsformen, wie Faschismus etc. zu schlagen ist. Die Menschheit wird schon bald in eine neue revolutionäre Phase kommen, dann müßen wir von Anbeginn der Umwälzung fest den Weg des M/L gehen – mit untauglichen Kompromissen ist die Revolution nicht zu verteidigen, dies haben unsere Niederlagen uns leidvoll erfahren lassen. Die historischen Lehren müssen unsere Handlungen bestimmen. An der Weisheit Stalins können wir uns schulen.

  2. Inson schreibt:

    Zur Konterrevolution in Ungarn:
    „Nie in meinem Leben werde ich diese Tage anfangs November 1956 vergessen, in denen ich zusammen mit meinen Genossen und Kollegen Tag für Tag im Radio mit Entsetzen und ungläubigem Zorn die Schreckensnachrichten über die Kommunistenjagd und die Mordorgien der weißen Banden in Budapest verfolgte und wir uns immer wieder fragten: Wie ist es nur möglich, dass dies alles geschehen kann, obwohl die Panzer der Roten Armee im Lande stehen? Wie kann man sich das früher ganz und gar Unmögliche erklären, dass die Armee der Sowjetunion Gewehr bei Fuß zusieht, wie Kommunisten von weißen Banditen gelyncht und aufgehängt werden? Wann werden sie denn dem endlich Einhalt gebieten?“
    http://www.kurt-gossweiler.de/index.php/revisionismus-in-der-geschichte-der-kommunistischen-und-arbeiterbewegung/31-die-entfaltung-des-revisionismus-in-der
    Die erste Welle der Konterrevolution entfaltet ihre Wirkung…..

    Rot Front!
    Inson

    • sascha313 schreibt:

      Das Erschreckende daran ist wohl auch, daß „die Panzer der Roten Armee im Lande“ (!) standen…
      Das Vertrauen in die Sowjetunion wurde dadurch zutiefst erschüttert!

      • Nadja Norden schreibt:

        Ja, Genosse Norbert,
        Die sowjetische Intervention in der VR Ungarn bestand darin die bürgerlich—faschistische Konterrevolution auszunutzen um die „marxistisch-leninistische“ revisionistische Kräfte um János Kádár im Sattel zu setzen. Organisator dieser Coup, dieses Scenarios, war niemand weniger als der spätere Generalsekretär der KPdSU Juri Andropow! Und im Namen der „Einheit des sozialistischen Lagers, sowie der internationalen kommunistischen Bewegung“ waren sämtliche Bruderstaaten und Parteien notgezwungen das beizupflichten. Traurig aber wahr!
        Es dauerte noch bis zum XXII. Parteitag der KPdSU (Ende 1961) bis Sztálinváros in Dunaújváros umbenannt wurde, vergleiche mit Stalinstadt-Eisenhüttenstadt. Auf dieser Art und Weise „parierte die VR Ungarn den Schlag ähnlich wie der DDR in 1953“
        Und dann hat man noch nichts geäußert über die Ereignisse und Intervention in der ČSSR in 1968. Bittere Erfahrungen!
        Mit sozialistischen Grüße,
        Nadja

  3. Harry 56 schreibt:

    Die Gefährlichkeit von Konterrevolutionären, Revisionisten, Opportunisten, verkappten Sozialdemokraten aller Couleur liegt ja gerade darin, dass sie sich geschickt tarnen, nicht mit offenen Visier kämpfen, sondern als sozialistische, kommunistische Chamälions agieren, vorgeben, den Sozialismus und Kommunismus zu „bereichern“, „fortzuentwickeln“, kurzum, ihre bürgerliche Scheiß-Ideologie „sozialistisch“ verpackt vermarkten, an die Leute bringen.
    Und am Ende kommt, was kommen muss, worauf diese geschickten Verräter in Wahrheit immer hinaus wollen, die Restauration des Kapitalismus, der gemeine und zumeist auch sehr selbstsüchtige, egoistische Verrat an den werktätigen Massen.
    Man kann dieses Vorgehen in wirklich allen ehemaligen sozialistischen Ländern gut beobachten, nachvollziehen, überall die gleiche Masche!
    Die bürgerlichen Stalin-Hetzer liegen eigentlich gar nicht so falsch, gegen alle diese verkappten bürgerlichen Lumpen, Sozialdemokraten, Volksverführerer und Volksverräter ist der „Stalinismus“ wirklich noch immer die beste Medizin, die beste Schutzimpfung überhaupt.
    Nur wenn solches Opporunisten/Revisionisten-Gesindel schonungslos entlarvt, aus allen Partei, – Staats- und gesellschaftlichen Institutionen konsequent verjagt wird, kann der Sozialismus und Kommunismus verteidigt und vorangebracht werden.
    Wenn nicht, dann triumphiert früher oder später der Klassenfeind, errichten die bereits gestürzten Ausbeuter und Parasiten erneut ihre alte Klassendiktatur, ihre „Freiheit“ der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, ihre „Freiheit“ endloser neuer Kriege und Verbrechen gegen die Menschheit.
    Sind alle Verbrechen der Imperialisten und ihrer sozialdemokratischen bzw. „sozialistischen“ opportunistischen revisionistischen Helfershelfer samt gekauften „Gewerkschaftlern“ seit 1914 hierzu nicht Beweis genug?

  4. sascha313 schreibt:

    Im Vergleich zu den Geschehnissen in Ungarn mag der junge, unbedarfte Leser möglicherweise geneigt sein, die Konterrevolution von 1989/90 für weniger schlimm und weniger tragisch zu halten. Doch sind die Folgen jener Umbruchszeit heute nach fast einem Vierteljahrhundert immer noch spürbar. Sie zeigen sich in unzähligen ‘gebrochenen’ Biografien, in tragischen vorzeitigen Todesfällen, in Altersarmut, Orientierungslosigkeit, ein Leben in feindlicher kapitalistischer Umwelt, in zunehmenden Verbrechen und nicht zuletzt in einer deutlich sinkenden Moral und Kulturlosigkeit. Auch dürfte die Zahl der Opfer auf Dauer weitaus höher sein, obwohl das statistisch kaum zu messen ist.

  5. Vorfinder schreibt:

    Ja, „Sascha“ und solche Auswirkungen der Konterrevolution von 1989/90 gibt es weltweit. In Europa wird wenig gesehen, wie sehr die ganze Welt für den Sieg der Konterrevolutionen hier büßt. Verstecken aber kann sich der Imperialismus mit seiner historischen Überlebtheit nun nicht hinter Angriffen auf den Sozialismus. Die vom herrschenden System erfundenen bzw. gesteuerten Ersatzfeinde werden die Bourgeoisie nicht retten.

    Gerade mit all den entrechteten, am Leben bedrohten, treibt der Imperialismus die Massen der Rettung Sozialismus zu. Gerecht werden wir unserer historischen Aufgabe nur, wenn wir keinen Deut von den Prinzipien des M/L-Stalinismus abweichen werden. Dies gerade den jungen Generationen zu lehren ist eine Frage auf Leben und Tod für die Menschheit.

  6. Vorfinder schreibt:

    @Inson
    @Nadja Norden

    Die wirklichen Genossen z.B. aus Ungarn die wir in den 70er und 80er Jahren in unserem Kombinat hatten, sagten uns oft, die quasi zugelassenen Morde während dem konterrevolutionären Putsch 1956 waren Zeichen der Revisionisten in der UdSSR, wie in Ungarn, womit gezeigt wurde, entweder ihr billigt unsere revisionistische Linie oder es geht euch allen samt ans Leben.

    Die historischen Fragen sind tatsächlich nicht ausreichend geklärt. Insbesondere sind keine zureichenden Analysen erarbeitet worden, die zeigen würden, wie es dazu kommen konnte, dass mitten in sozialistischen Gesellschaften soviele konterrevolutionäre, revisionistische Zellen entstehen konnten, die die Potenzen hatten z.B. Medien, Parteien etc. in großer Zahl hervorzubringen. Das imperialistische, ausländische Kräfte dahintersteckten, dass aus den inneren Klassengegensetzen heraus der Sozialismus angegriffen wurde, steht nicht in Frage, reicht als Erklärung aber nicht, um aufzulösen, wie unter unser aller Augen der Mord gegen uns, gegen den Sozialismus vorbereitet werden konnte.

    Stalin führte die nötigen inneren wie äußeren Kämpfe seiner genialen Analyse wegen. Und unter seiner Führung wurden alle konterrevolutionären Überfälle schließlich abgewehrt. Erst nach Stalins Ermordung gelang es den Revisionisten dem Klassenfeind die Türen zur Stürmung des Sozialismus aufzustoßen.

    Wie viel haben wir daraus gelernt?

    • rheinlaender schreibt:

      Herr Vorfinders Anmerkung ..wie unter unser aller Augen der Mord gegen uns, gegen den Sozialismus vorbereitet werden konnte … find ich sehr wichtig und leider hochaktuell.
      Brutalste Lumpenproletarier? Ob vor über 150 Jahre die blutige Niederschlagung der Pariser Commune, Streikbrecher, Schägertrupps des deutschen Faschismus, der vom Westen betitelte Aufstand der Bauarbeiter 1953 in der DDR, Ungarn, 1968 Prager oder besser imperialistischer Frühling, 1989 wieder DDR, bunte Revolutionen ala NED, Optor, Soros, NATO in ehemaligen Sowjetländern und Jugoslawien, nun Libyen, Syrien, wieder Ukraine, aber auch rechter Pöbel/Mob gegen Venezuelas Chavez nun Madura oder stellenweise Brasilien. Ja sehr gern in den 70gern wurden linke Gruppen Opfer brutalster Gewalt, aber auch Behinderte und Homosexuelle.
      1) Wer schafft es bestimmte Menschen zu Hassobjekten zu machen ?
      2) Woher der besondere Hass gegen Kommunisten; besonders 1989 in der DDR ?
      3) Wo ist der kleinste Funke Solidarität zu den Kommunisten ?
      4) Wo war die Solidarität bei Erich Honeckers Inhaftierung ?
      5) Wo ist dagegen der Hass gegen Reiche ? den Parteizentralen der Neoliberalen ?
      6) Wieso hatten die sozialistischen Ländern keine Proteste im Westen so effektiv installiert ?
      7) Wieso schaffen es die Reichen, dem Mob eine Perspektive vorzugaukeln ?
      Perspektive ist für Protest meist das Wichtigste.

      Na ja, wenigstens hat Kuba dieses Problem nicht. Vielleicht hat der charismatische Fidel ja auch die HERZEN für den karibischen Sozialismus gewonnen ? Er hatte emotional, aber auch superlogisch – ohne Parteichinesisch – Anfang der 90ger in Reden und Schriften die Bevölkerung überzeugt. In seinen Schriften hab ich – Gott sei Dank – kaum bzw. keine verkomplizierte Phrasen über Stalin, Trotzki, Revisionismus, Reformismus, Bürokratismmus lesen müssen. Alles hatte Hand und Fuss. Und der berühmte Liter Milch pro Kind, statt Schuldenrückzahlung war fühlbar. Wieso kam/kommt der Winzling Kuba klar, ohne seine Energie für irgendwelche Parteitage zu opfern ??? Sicher mag die CrustschwRede XX wichtig sein. Aber auch Kurt Gossweiler (Brief an die MLPD) sah die wichtigen Realitäten schon DAVOR.
      Übrigens, nicht alle Lumpenproletarier sind Konterrevolutionäre, wie Marx im ersten Kapital feststellte.
      Die sind aber nicht nur übel, sondern oft auch todesmutige, super Kämpfer. Hab so Typen in ärmerern Stadtteilen persönlich kennengelernt. Die müsste man wohl eher gewinnen. Aber um die Verwahrlosten kümmern sich nur die örtlichen Drogendealer, Zuhälter, Kirche und die LIDLTafelbewegung. Wieso hilft man den Armen nicht sein H4 Formular ausfüllen oder vertreibt rote Zeitungen (UZ, RoterMorgenFahne, RedGlobe,SOZ…)nicht über das fifty/fifty Prinzip ?

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  13. UHM schreibt:

    Großartige Webseite!
    Seit die Gemeinschaft der sozialistischen Staaten nicht mehr existiert ist die Anzahl der Kriege und Konflikte im weltweiten Maßstab explosionsartig angestiegen. Es fehlt der starke Gegenpol, der den imperialistischen Kriegstreibern in den Arm fällt.

  14. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    Das ist genau DAS, was wir in der ehemaligen DDR gelehrt bekamen.
    Wenn der Sozialismus, „als Teil des damaligen Gleichgewichts“ fehlt, wird es wieder zu Kriegen und anderen verschärften Ausbrüchen kommen.
    So, wie wir es jetzt jeden Tag erleben …

    Rolf, der Waldschrat

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