Die KPRF – Lakaien der Bourgeoisie

Die Clownisten
DIE CLOWNISTEN. Auf den Bildern: Sjuganow mit dem fanatischen, antikommunistischen Popen Kyrill, Sjuganow mit dem Multimilliardär Beresowski, Sjuganow mit den Vertretern des Putin-Regimes und Sjuganow bei einer nationalistischen Demonstration. Plakataufschrift des KPRF-Mädchens (unten rechts): „Wir lassen nicht zu: die Vernichtung der russischen Kultur und des griechisch-orthodoxen Glaubens!“ – Spruch Lenins (unten links): „Niemand kann die Kommunisten diskreditieren, wenn sie sich nicht selbst diskreditieren. Schickt diese Clowns in den Zirkus, Genossen!“

UNTER DER MASKE VON KOMMUNISTEN

Von Fatima Bikmetowa

Bei der KPRF blieb nicht die Spur eines Schamgefühls mehr übrig. Sie gibt uns immer wieder aufs Neue Beispiele von politischer Prostitution. Die Sjuganow-Truppen entpuppen sich als Einschmeichler bei der bürgerlichen Macht. Aber ebenso schändlich und niederträchtig schmeicheln sie sich beim russischen Spießbürger ein. Besonders in letzter Zeit ist die Politik der KPRF ein offensichtlicher und verzweifelter Populismus, das Bestreben nämlich, um jeden Preis das Wohlwollen des Spießers zu erlangen. Dabei reißen sie sich fast die Beine heraus, um von irgend jemandem unterstützt zu werden. Was dabei unterstützt wird, ist völlig belanglos, wenn nur die „Idee“ oder das „Vorhaben“ beim Spießbürger ankommt. Ob diese Unterstützung den Ideen des Kommunismus schadet, ob unsere Feinde triumphieren, ist das letzte, woran die Pseudokommunisten aus der KPRF denken. Die Hauptsache ist, es dem Spießbürger recht zu machen. Die Hauptsache ist es, rechtzeitig die Fahne nach dem Winde zu hängen, den kleinbürgerlichen Stimmungen gegenüber nachsichtig zu sein, um sich an der Futterkrippe der Macht festhalten zu können, und herrlich und in Freuden zu leben.

Die Jagd auf die „Illegalen“

Vor einigen Monaten gab es in Zusammenhang mit den bekannten Ereignissen im Lande die Welle einer zuwandererfeindlichen Hysterie. Man machte Jagd auf die „Illegalen“, und die eingewanderten Arbeiter aller Nationalitäten wurden hastig in dafür geschaffene Lager verbracht. Da kursierten Nachrichten darüber aus verschiedenen Gebieten, daß da und dort Freiwilligentrupps zur Aufspürung der illegalen Migranten gebildet wurden. Die spießbürgerliche Entrüstung gegen die illegalen Migranten (und überhaupt gegenüber beliebigen Migranten) eskalierte. Doch anstatt sich dem hysterischen nationalistischen Anfall zu widersetzen, übte sich die KPRF in Nachsichtigkeit. Auf der Webseite der KPRF erschien eine Erklärung, daß die Sjuganowleute in Moskau die „Kontrolle über die Freiwilligentrupps zur Aufspürung der Illegalen“ organisiert hätten. Mit Stolz wurde mitgeteilt, daß die „KPRF-Kontrolle“ 811 illegale Migranten aufgespürt habe. Die Sjuganowleute hefteten sich den Nationalisten an die Fersen und gingen in die Betriebe, um Arbeiter, die auf der Suche nach einem Einkommen eingewandert waren, herauszuholen – damit verkauften und verrieten sie gründlich die Interessen der Arbeiterklasse, welche Kommunisten eigentlich verteidigen sollten.

… wie die berüchtigten „Schwarzhunderter“ der Zarenzeit

Wie sollte in diesem Fall eine wirkliche kommunistische Partei handeln, die auf den Positionen des proletarischen Internationalismus steht? Sie sollte mit all ihrer Kraft aufzudecken, wer einen solchen hysterischen, nationalistischen Exzeß verschärft. Sie sollte der Gesellschaft – und in erster Linie der Arbeiterklasse – mit all ihrer Kraft erklären, daß die Gründe unseres Elends nicht bei den Migranten zu suchen sind, sondern daß die fremden Arbeiter ebensolche Opfer des Kapitalismus sind wie auch die russischen Arbeiter, und daß sie unsere Brüder und Genossen sind. Gerade mit ihnen zusammen müssen wir gegen unseren gemeinsamen Feind kämpfen – gegen die Bourgeoisie aller Länder und Nationalitäten –, die der wahre Schuldige allen Elends ist. Diese bürgerlichen Flachköpfe, die mit nationalistischem Rummel hingegangen sind, um die „Illegalen“ herauszuholen und aufzumischen, sind reaktionärste und antikommunistische Elemente. Sie sind eifrige Handlanger der Bourgeoisie und sind unsere erklärten Feinde. Sie sind vergleichbar mit den „Schwarzhundertern“, die Anfang des 20.Jahrhunderts durch ganz Rußland wüteten, und die für immer in die Geschichte unseres Landes eingingen als eifrige Verfechter der verhaßten Selbstherrschaft, die jahrhundertelang Millionen von Arbeitern und Bauern unterdrückte.

Die KPRF erweist der Bourgeoisie einen riesigen Dienst

Statt der Gesellschaft die wahren Schuldigen an allem Elend – die Bourgeoisie – aufzuzeigen, unterstützt die KPRF aktiv den hysterischen, spießbürgerlichen Irrtum, der von den bürgerlichen russischen Machthabern verbreitet wurde, daß angeblich die Migranten an allem schuld seien. Dadurch erweist sie der Bourgeoisie einen riesigen Dienst, und sie hilft ihr, die Aufmerksamkeit von sich abzulenken und ihre Positionen zu festigen. Allein diese Tatsache dürfte ausreichen, um zu erkennen – die KPRF hat sich vollständig von all ihren prinzipiellen Ideen abgewandt. Sie hat nur noch ein Prinzip – die herrschenden Machthaber zufriedenzustellen. Und sie hat nur eine Taktik – den offenen Populismus, dessen Ziel es ist, den nächsten geistigen Plunder, der gerade mal die spießerischen Hirne verkleistert, rechtzeitig aufzugreifen, um es dem Kleinbürger recht zu machen.

Mit kleinstem Grundbesitz zu neuer Blüte???

Aber die Sjuganow-Clique ist dabei nicht stehengeblieben. Sie gibt uns immer wieder neue Beispiele ihrer ideellen Prinzipienlosigkeit. In letzter Zeit hat die KPRF beschlossen, sich für die Idee der „Kleingrundstücke“ einzusetzen. Vor nicht allzu langer Zeit haben alle nationalistischen und bürgerlichen-patriotischen Webseiten, die sich mit der Idee der „Wiedergeburt Rußlands mittels Kleingrundstücke“ tragen, mit Freude erklärt, daß bei ihnen nun ein neuer Verbündeter aufgetaucht sei – die KPRF. Auch die Sjuganow-Partei selbst teilte mit, daß auf ihrer Webseite die Abstimmung für die Annahme eines Gesetzes „Über die Kleingrundstücke“ begonnen habe. Und wenn 20.000 Stimmen zusammengekommen seien, würden die KPRF-Leute diese Initiative unterstützen und in der Staatsduma um die Annahme eines solchen Gesetzes kämpfen. Es lohnt nicht zu bemerken, daß die nötige Stimmenzahl bereits zusammengenommen war. Und jetzt hebt Sjuganow-Partei die reaktionäre Utopie, welche die Idee der „Kleingrundstücke“ ist, auf den Schild. Jetzt tritt die KPRF für den Feudalismus ein, der – nach den Versicherungen der Ideologen der „Kleingrundstücke“ – uns aus allem Ungemach erretten wird und unserem Land zur Blüte verhilft. Tiefer zu sinken ist, wie es scheint, einfach unmöglich!

Die „Reformpatrioten“ betrügen die arbeitende Bevölkerung

Zu Lenins Zeiten schlugen seine Gegner, die Ideologen der Bourgeoisie, sich gegenseitig übertreffend, dem russischen Imperium allerlei soziale Projekte vor. Sie alle versprachen, daß im Falle ihrer Ausführung Rußland zum Blühen kommen und zu Wohlstand gelangen würde. Ungeachtet ihrer großen Verschiedenheit, enthielten alle diese Projekte ein- und dieselbe Lüge: sie unterstützten den Irrtum, daß man die gegenwärtigen sozialen Widersprüche im Rahmen der existierenden Ordnung lösen könne. Die bürgerlichen Persönlichkeiten aller politischen Strömungen, von den Liberalen bis zu den Monarchisten, boten lediglich diese oder jene Reformen an. Vom Klassenkampf, von einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft, von der Übernahme der politischen Macht durch das Proletariat war – versteht sich – in ihren Projekten nirgendwo die Rede. Diese Demagogen haben die Gesellschaft betrogen. Sie sagten tatsächlich: „Wozu ist der revolutionäre Kampf für den Sturz der zaristischen Selbstherrschaft überhaupt noch nötig, warum soll man die Abschaffung der existierenden Ordnung anstreben? Man kann doch dieses oder jenes Gesetz einfach übernehmen, diese oder jene Reform durchführen, und alles wird gut.“

Aber was wird gut sein, und für wen wird es gut sein – solange die Wurzeln der Ausbeutung und der Unterdrückung nicht zerstört sind? Diese Phantasten waren Ideologen der Bourgeoisie und sie halfen ihr, die bürgerliche Ordnung zu verewigen. Sie hatten sich unter Fittichen der Feudalmacht gemütlich eingerichtet. Sie hielten die ganze arbeitende Bevölkerung des Landes fest im Zaume, was den Kapitalisten und den Gutsbesitzern außerordentlich von Vorteil war, konnten sie doch vom Blut und vom Schweiß der Millionen Arbeiter und Bauern fett leben. Alle diese Phantasten verbreiteten in der Gesellschaft den Gedanken von der Unnötigkeit des Kampfes und von der Möglichkeit, daß man den Kapitalismus mit Hilfe von Reformen vervollkommnen könne.

W.I. Lenin kämpfte hart gegen diese soziale Phantasterei. Nicht eine Minute lang war er sich über deren wahres Wesen im Unklaren. Er sagte geradeheraus: Das wahre Ziel der sozialen Phantasterei ist es, die Gesellschaft zu entmutigen und sie von der Revolution, von der gründlichen Umgestaltung der Gesellschaft abzulenken und dem werktätigen Volk schädliche reformistische Illusionen einzuflößen. Und ohne Umschweife bezeichnete er die sozialen Phantasten als Handlanger der Bourgeoisie, er verspottete sie gnadenlos, deckte ihre Heuchelei und die reaktionäre Einstellung ihrer Ideen auf.

Die verrückte Idee der „Kleingrundstücke“

Die „Bewegung Kleingrundstücke“, die sich die KPRF derzeit auf die Fahnen geschrieben hat, ist eine ebensolche soziale Phantasterei. Und ihr wahres Ziel ist das gleiche wie bei jener vorrevolutionären Phantasterei: nämlich die Menschen vom revolutionären Kampf für den Sozialismus abzulenken, ihnen den Gedanken einzuflößen, daß man auch ohne einen Wechsel der Gesellschaftsordnung sehr gut zurechtkommen kann. Man braucht nur das Gesetz „Über die Kleingrundstücke“ anzunehmen, jeder Familie einen Hektar Land zuteilen, und schon wird in Rußland Wohlstand herrschen, und das Land wird erblühen. Der Wahnwitz dieser Idee ist jedem vernünftigen Menschen, und um so mehr jedem Kommunisten klar. Ein beliebiger vernunftbegabter Mensch wird sofort verstehen, daß dies ein selten dummer Unfug ist. Die „Kleingrundstückler“ wollen „zum Boden zurückkehren“, damit an die Stelle unserer „technokratischen“ Zivilisation eine „grundbesitzerische“ Zivilisation tritt. Sie stellen sich es so vor: jede russische Familie wird einen Hektar Land bekommen und wird von diesem Hektar leben. Sehr schön! Doch wohin in diesem Falle mit der Industrie? In einem Land der Kleingrundbesitzer (in das sich Rußland verwandeln soll) ist sie nicht vorgesehen. Jede Familie lebt auf einem Hektar, bebaut ihn, und alles weitere ist uninteressiert. … Wollen die Vertreter der neuen „grundbesitzerischen Zivilisation“ nun völlig auf den eisernen Pflug verzichten und wieder zum hölzernen Hakenpflug übergehen?

Ja, solche Phantasten gehören in die Klapsmühle! Sie zu kurieren ist notwendig und langwierig, und nach ihrer Genesung sollte man sie auf eine Grundschule schicken!

Die KPRF als Wunderheiler

Die KPRF greift solche Ideen auf, anstatt den Menschen deren Utopie zu erklären. Sie hebt diesen unsinnigen Wahnwitz auf den Schild und spielt damit den Erzreaktionären und den stupidesten Spießbürgern in die Hände. Sie spielt vor allem jenen in die Hände, die versprechen, man könne die Gesellschaft auch ohne Kampf und ohne die Abschaffung der bürgerlichen Ordnung umgestalten. Wie bemerkenswert! Sie behaupten: Es bedarf keiner sozialistischen Revolution, keiner Übernahme der politischen Macht durch die Arbeiterklasse, keiner Abschaffung der bürgerlichen Ordnung. Man muß nur jeder Familie einen Hektar Land übergeben – und alles wird gut. Wir werden gesund sein und moralisch leben, und alle sozialen Widersprüche werden sich lösen.

Die bürgerlichen Ideologen, die bestrebt sind, den Kapitalismus zu stärken, reden den Werktätigen ein, daß es keine Notwendigkeit gäbe, die Gesellschaftsordnung zu verändern, und daß man auch im Kapitalismus mit einem eigenen Hektar Land sehr gut auskommen könne. Die Sjuganowisten sind Scharlatane. Und die Scharlatane hinter ihnen versuchen, die unwissenden Bürger mit derartigen reaktionären Utopien zu betrügen. Sie schlagen den Proletariern vor, sich mit der bürgerlichen Ordnung abzufinden und auf den revolutionären Kampf für den Sozialismus zu verzichten. Die KPRF lügt frech, indem sie sich als „kommunistisch“ bezeichnet, die Sjuganow-Clique diskreditiert den Kommunismus. Damit ist das antikommunistische, bürgerliche Wesen der KPRF vollständig überführt, die KPRF zu „kurieren“ ist unmöglich. Sie ist eine Partei der Bourgeoisie und wird sich niemals für das Proletariats im Klassenkampf engagieren.

Fatima Bikmetowa

Übersetzung: Lothar Hübner (leicht gekürzt)
Mit freundlicher Genehmigung übernommen von Kommunisten-online.

Quelle:
http://work-way.com/kprf-plyuj-v-glaza-vse-bozhya-rosa/
http://zabolshevizm.wordpress.com/2014/01/11/post1276/

Siehe auch:
Ljubow Pribytkowa: Vorsicht vor den Sjuganow Leuten
Alexander Tscherepanow (RKAP): Über die aktuellen Aufgaben de Kommunisten

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3 Antworten zu Die KPRF – Lakaien der Bourgeoisie

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