Stalins bedeutende Rede am 9. Februar 1946 in Moskau

Stalin- RedenIn einer Rede vor den Kommunisten seines Wahlbezirkes in Moskau hielt Genosse Stalin am 9. Februar 1949 eine bedeutende Rede, in der er Bilanz zog über die seit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution in der Sowjetunion erreichten Ergebnisse, über die Vorzüge der sowjetischen Gesellschaft und die Perspektiven der Sowjetunion nach dem heroischen Sieg über den deutschen Faschismus. Stalin war nicht nur ein genialer Staatsmann und Heerführer, er war auch ein großer Visionär, der es verstand, den Kommunisten und der Arbeiterklasse der Sowjetunion den Weg in eine kommunistische Zukunft zu weisen. Umso tragischer ist es, daß es einer verbrecherischen Clique von Verrätern mit ihren kleinbürgerlichen und egoistischen Motiven gelang, diese hervorragende Menschheitsperspektive zunichte zu machen. Wo stünden wir heute, wenn Stalins Ideen damals in der Sowjetunion verwirklicht worden wären! So hat uns die verfluchte Konterrevolution von Chruschtschow über Gorbatschow bis Krenz, Modrow, Gysi und Konsorten um reichliche hundert Jahre in der Entwicklung der menschlichen Zivilisation zurückgeworfen…

STALINS REDE IN DER WAHLVERSAMMLUNG SEINES WAHLBEZIRKS IN MOSKAU am 9. Februar 1946

Genossen!
Seit den letzten Wahlen zum Obersten Sowjet sind acht Jahre vergangen. Das war eine Periode reich an Ereignissen von entscheidendem Charakter. Die ersten vier Jahre vergingen in angespannter Arbeit der Sowjetmenschen zur Verwirklichung des dritten Fünfjahresplanes. Die folgenden vier Jahre umfassen die Ereignisse des Krieges gegen die deutschen und japanischen Aggressoren, die Ereignisse des zweiten Weltkrieges. Ohne Zweifel ist der Krieg das wichtigste Moment der verflossenen Periode.

Wie kam es zum 2. Weltkrieg?

Es wäre falsch, zu glauben, daß der zweite Weltkrieg zufällig oder infolge von Fehlern dieser oder jener Staatsmänner entstanden sei, obgleich es unbestreitbar Fehler gegeben hat. In Wirklichkeit entstand der Krieg als unvermeidliches Ergebnis der Entwicklung der internationalen wirtschaftlichen und politischen Kräfte auf der Grundlage des modernen Monopolkapitalismus. Die Marxisten haben wiederholt erklärt, daß das kapitalistische System der Weltwirtschaft die Elemente einer allgemeinen Krise und kriegerischer Zusammenstöße in sich birgt, daß infolgedessen die Entwicklung des internationalen Kapitalismus in unserer Zeit nicht in Form einer ruhigen und gleichmäßigen Vorwärtsbewegung erfolgt, sondern durch Krisen und Kriegskatastrophen. Es handelt sich darum, daß die Ungleichmäßigkeit der Entwicklung der kapitalistischen Länder im Laufe der Zeit gewöhnlich zu einer schroffen Störung des Gleichgewichts innerhalb des Weltsystems des Kapitalismus führt, wobei jene Gruppe der kapitalistischen Länder, die der Ansicht ist, daß sie mit Rohstoffen und Absatzmärkten weniger versorgt sei, gewöhnlich Versuche unternimmt, die Lage zu ändern und die „Einflußsphären“ durch Waffengewalt zu ihren Gunsten neu aufzuteilen. Als Ergebnis dessen entsteht eine Spaltung der kapitalistischen Welt in zwei feindliche Lager und ein Krieg zwischen diesen Lagern.

Über den Charakter der beiden Weltkriege

Wohl könnte man Kriegskatastrophen vermeiden, wenn die Möglichkeit bestände, die Rohstoffe und Absatzmärkte zwischen den Ländern gemäß ihrem wirtschaftlichen Gewicht durch Annahme vereinbarter und friedlicher Beschlüsse periodisch neu aufzuteilen. Doch unter den gegenwärtigen kapitalistischen Entwicklungsbedingungen der Weltwirtschaft ist es unmöglich, dies zu verwirklichen. Auf diese Weise entstand als Ergebnis der ersten Krise des kapitalistischen Systems der Weltwirtschaft der erste Weltkrieg, und als Ergebnis der zweiten Krise entstand der zweite Weltkrieg. Das heißt natürlich nicht, daß der zweite Weltkrieg eine Kopie des ersten ist. Im Gegenteil, der zweite Weltkrieg unterscheidet sich in seinem Charakter wesentlich vom ersten. Man muß berücksichtigen, daß die wichtigsten faschistischen Staaten – Deutschland, Japan, Italien –, ehe sie die verbündeten Länder überfielen, bei sich die letzten Reste der bürgerlich-demokratischen Freiheiten vernichteten, bei sich ein grausames terroristisches Regime errichteten, das Prinzip der Souveränität und freien Entwicklung der kleinen Länder mit Füßen traten, die Politik der Eroberung fremder Gebiete als ihre eigene Politik verkündeten und vor aller Welt erklärten, daß sie die Weltherrschaft und die Ausbreitung des faschistischen Regimes auf die ganze Welt anstreben, wobei die Achsenmächte durch die Annexion der Tschechoslowakei und der Zentralgebiete Chinas zeigten, daß sie bereit sind, ihre Drohung in bezug auf die Versklavung aller freiheitsliebenden Völker zu verwirklichen. Angesichts dessen nahm der zweite Weltkrieg gegen die Achsenmächte zum Unterschied vom ersten Weltkrieg gleich zu Beginn den Charakter eines antifaschistischen, eines Befreiungskrieges an, wobei eine der Aufgaben dieses Krieges auch die Wiederherstellung der demokratischen Freiheiten war. Der Eintritt der Sowjetunion in den Krieg gegen die Achsenmächte konnte lediglich den antifaschistischen und Befreiungscharakter des zweiten Weltkrieges verstärken und hat ihn auch wirklich verstärkt. Auf dieser Grundlage bildete sich auch die antifaschistische Koalition der Sowjetunion, der Vereinigten Staaten von Amerika, Großbritanniens und der anderen freiheitsliebenden Staaten, die dann bei der Zerschmetterung der Streitkräfte der Achsenmächte eine entscheidende Rolle gespielt haben.

So ist es um die Frage des Ursprungs und Charakters des zweiten Weltkrieges bestellt. Jetzt erkennen wohl alle an, daß der Krieg wirklich kein Zufall im Leben der Völker war und nicht sein konnte, daß er sich in der Tat in einen Krieg der Völker um ihre Existenz verwandelte, und daß er gerade deshalb kein rasch verlaufender, kein Blitzkrieg sein konnte.

Der Krieg war eine Prüfung für das Sowjetvolk…

Was unser Land betrifft, so war dieser Krieg der grausamste und schwerste von allen Kriegen, die es in der Geschichte unserer Heimat je gegeben hat. Doch der Krieg war nicht nur ein Fluch. Er war gleichzeitig eine große Schule der Prüfungen und der Probe aller Kräfte des Volkes. Der Krieg legte alle Tatsachen und Ereignisse im Hinterland und an der Front bloß, er riß erbarmungslos alle Schleier und Hüllen herunter, die das wirkliche Antlitz der Staaten, Regierungen und Parteien verdeckten, und ließ sie ohne Maske, ohne Beschönigungen mit all ihren Mängeln und Vorzügen in Erscheinung treten. Der Krieg bereitete unserer Sowjetordnung, unserem Staat, unserer Regierung, unserer Kommunistischen Partei eine Art Examen und zog das Fazit ihrer Arbeit, als wollte er uns sagen: hier sind sie, eure Menschen und Organisationen, ihre Taten und ihr Leben, schaut sie euch aufmerksam an und würdigt sie nach ihren Taten. Darin liegt eine der positiven Seiten des Krieges.

Für uns, für die Wähler ist dieser Umstand von großer Bedeutung, denn er hilft uns, die Tätigkeit der Partei und ihrer Menschen schnell und objektiv zu werten und die richtigen Schlußfolgerungen zu ziehen. Zu anderer Zeit müßte man die Reden und Berichte der Vertreter der Partei studieren, analysieren. ihre Worte mit ihren Taten vergleichen, das Fazit ziehen und dergleichen mehr. Das erfordert eine komplizierte und schwierige Arbeit, wobei keine Garantie vorhanden ist, daß nicht Fehler begangen werden. Anders liegen die Dinge jetzt, da der Krieg beendet ist, da der Krieg selbst die Arbeit unserer Organisationen und ihrer Leiter geprüft und das Fazit dieser Arbeit gezogen hat. Jetzt ist es für uns viel leichter, uns zurechtzufinden und zu den richtigen Schlüssen zu kommen,

Über die Bedeutung des Sieges

Was sind also die Ergebnisse des Krieges? Es gibt ein Hauptergebnis, auf Grund dessen alle anderen Ergebnisse entstanden sind. Dieses Ergebnis besteht darin, daß die Feinde am Ausgang des Krieges eine Niederlage erlitten haben und wir gemeinsam mit unseren Verbündeten die Sieger sind. Wir haben den Krieg mit dem vollen Sieg über die Feinde beendet – das ist das Hauptergebnis des Krieges. Doch das ist ein zu allgemeines Ergebnis, und hier können wir keinen funkt setzen. Natürlich, die Feinde schlagen in einem solchen Krieg, wie dem zweiten Weltkrieg, einem Krieg, wie es ihn in der Geschichte der Menschheit noch nicht gegeben hat, das bedeutet, einen weltgeschichtlichen Sieg erringen. Alles das ist richtig. Aber das ist immer noch ein allgemeines Ergebnis, und wir können uns damit nicht zufriedengeben. Um die große historische Bedeutung unseres Sieges zu begreifen, muß man diese Sache konkreter untersuchen. Wie muß also unser Sieg über die Feinde verstanden werden? Was kann dieser Sieg vom Gesichtspunkt des Zustandes und der Entwicklung der inneren Kräfte. unseres Landes bedeuten? Unser Sieg bedeutet vor allem, daß unsere sowjetische Gesellschaftsordnung gesiegt hat, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung die Feuerprobe des Krieges. mit Erfolg bestanden und ihre volle Lebensfähigkeit bewiesen hat.

Der Sozialismus ist kein „Kartenhaus“

Bekanntlich wurden in der ausländischen Presse wiederholt Behauptungen aufgestellt, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung ein „gewagtes Experiment“ sei, das zum Scheitern verurteilt ist, daß die Sowjetordnung ein „Kartenhaus“ darstelle, das im Leben nicht verwurzelt ist und dem Volke durch die Organe der Tscheka aufgezwungen wurde, daß ein kleiner Stoß von außen genüge, damit dieses „Kartenhaus“ zusammenbricht. Jetzt können wir sagen, daß der Krieg all diese Behauptungen der ausländischen Presse als haltlos über den Haufen geworfen hat. Der Krieg hat gezeigt, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung eine wahrhafte Volksordnung ist, die aus dem Schoße des Volkes emporgewachsen ist und seine machtvolle Unterstützung genießt, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung eine durchaus lebensfähige und stabile Form der Organisation der Gesellschaft ist.

Erstens: Der Sozialismus ist lebensfähig!

Mehr noch. Jetzt handelt es sich bereits nicht mehr darum, ob die sowjetische Gesellschaftsordnung lebensfähig ist oder nicht, denn nach den anschaulichen Lehren des Krieges wagt es kein Skeptiker mehr, Zweifel betreffs der Lebensfähigkeit der sowjetischen Gesellschaftsordnung vorzubringen. Jetzt handelt es sich darum, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung sich als lebensfähiger und stabiler erwiesen hat, als die nichtsowjetische Gesellschaftsordnung, daß die sowjetische Gesellschaftsordnung eine bessere Organisationsform der Gesellschaft ist als jegliche nichtsowjetische Gesellschaftsordnung.

Zweitens: Der sowjetische Nationalitätenstaat ist stabil

Unser Sieg bedeutet zweitens, daß unsere sowjetische Staatsordnung gesiegt hat, daß unser sowjetischer Nationalitätenstaat alle Prüfungen des Krieges bestanden und seine Lebensfähigkeit bewiesen hat. Bekanntlich haben sich namhafte Presseleute des Auslandes wiederholt in dem Sinne geäußert, daß der sowjetische Nationalitätenstaat eine „künstliche und nicht lebensfähige Konstruktion“ darstelle, daß im Falle irgendwelcher Komplikationen der Zerfall der Sowjetunion unabwendbar sei, daß der Sowjetunion das Schicksal Österreich-Ungarns harre. Jetzt können wir sagen, daß der Krieg diese Erklärungen der ausländischen Presse als völlig unbegründet widerlegt hat. Der Krieg hat gezeigt, daß die sowjetische viernationale Staatsordnung die Prüfung mit Erfolg bestanden hat, während des Krieges noch weiter erstarkt ist und sich als eine durchaus lebensfähige Staatsordnung erwiesen hat. Diese Herren begriffen nicht, daß die Analogie mit Österreich-Ungarn haltlos ist, denn unser Nationalitätenstaat ist nicht auf bürgerlicher Grundlage emporgewachsen, die die Gefühle nationalen Mißtrauens und nationaler Feindschaft stimuliert, sondern auf sowjetischer Grundlage, die im Gegenteil die Gefühle der Freundschaft und brüderlichen Zusammenarbeit zwischen den Völkern unseres Staates kultiviert.

Übrigens wagen es diese Herren nach den Lehren des Krieges nicht mehr, die Lebensfähigkeit der sowjetischen Staatsordnung zu negieren. Jetzt handelt es sich bereits nicht um die Lebensfähigkeit der sowjetischen Staatsordnung, denn diese Lebensfähigkeit unterliegt keinem Zweifel. Jetzt handelt es sich darum, daß sich die sowjetische Staatsordnung als Vorbild eines Nationalitätenstaates erwiesen hat, daß die sowjetische Staatsordnung ein solches System der Staatsorganisation darstellt, in dem die Nationalitätenfrage und das Problem der Zusammenarbeit der Nationen besser gelöst ist als in einem beliebigen anderen Nationalitätenstaat.

Drittens: Die Rote Armee war allen Anforderungen gewachsen

Unser Sieg bedeutet drittens, daß die Sowjetstreitkräfte gesiegt haben, daß unsere Rote Armee gesiegt hat, daß die Rote Armee heldenmütig allen Unbilden des Krieges standgehalten, die Armeen unserer Feinde aufs Haupt geschlagen hat und aus dem Krieg als Siegerin hervorgegangen ist. Jetzt erkennen alle an, sowohl Freunde wie Feinde, daß die Rote Armee ihren großen Aufgaben vollauf gewachsen war. Aber vor sechs Jahren, in der Periode vor dem Krieg, lagen die Dinge nicht so. Bekanntlich erklärten namhafte Pressemänner des Auslandes und viele anerkannte Autoritäten des Militärwesens im Ausland wiederholt, daß der Zustand der Roten Armee große Zweifel erwecke, daß die Rote Armee schlecht bewaffnet sei und keinen richtigen Kommandeurbestand habe, daß ihre moralische Verfassung unter jeder Kritik sei, daß sie vielleicht für die Verteidigung tauge, aber für die Offensive untauglich sei, daß im Falle eines Schlages der deutschen Truppen die Rote Armee wie ein „Koloß auf tönernen Füßen“ zusammenbrechen müsse. Solche Erklärungen erfolgten nicht nur in Deutschland, sondern auch in Frankreich, England und Amerika.

Die Rote Armee – keineswegs ein „Koloß auf tönernen Füßen“!

Jetzt können wir sagen, daß der Krieg alle diese Erklärungen als haltlos und lächerlich über den Haufen geworfen hat. Der Krieg hat gezeigt, daß die Rote Armee kein „Koloß auf tönernen Füßen“ ist, sondern eine erstklassige Armee unserer Zeit, die eine durchaus moderne Bewaffnung, einen überaus erfahrenen Kommandeurbestand und hohe moralische und militärische Eigenschaften besitzt. Man darf nicht vergessen, daß die Rote Armee dieselbe Armee ist, die die deutsche Armee, die gestern noch die Armeen der europäischen Staaten in Schrecken versetzte, aufs Haupt geschlagen hat.

Es muß vermerkt werden, daß die „Kritiker“ der Roten Armee immer rarer werden. Mehr noch, in der Auslandspresse erscheinen immer häufiger Äußerungen, die die hohen Eigenschaften der Roten Armee, das meisterhafte Können ihrer Kämpfer und Kommandeure, die Tadellosigkeit ihrer Strategie und Taktik fest stellen. Und das ist auch begreiflich. Nach den glänzenden Siegen der Roten Armee bei Moskau und Stalingrad, bei Kursk und Bjelgorod, bei Kiew und Kirowograd, bei Minsk und Bobruisk, bei Leningrad und Tallinn, bei Jassy und Lwow, an der Weichsel und am Njemen, an der Donau und an der Oder, bei Wien und Berlin – nach alledem kann man nicht umhin, anzuerkennen, daß die Rote Armee eine erstklassige Armee ist, von der man viel lernen kann. So verstehen wir konkret den Sieg unseres Landes über seine Feinde. Das sind in der Hauptsache die Ergebnisse des Krieges.

Die wirtschaftlichen Voraussetzungen der Sowjetunion

I. DIE INDUSTRIE

Über welche materiellen Möglichkeiten verfügte unser Land vor dem zweiten Weltkrieg? Nimmt man die Angaben vom Jahre 1940, dem Vorabend des zweiten Weltkrieges, und vergleicht man sie mit den Angaben vom Jahre 1913, dem Vor abend des ersten Weltkrieges, so erhalten wir folgendes Bild: Im Jahre 1913 wurden in unserem Lande 4.220.000 Tonnen Roheisen, 4.230.000 Tonnen Stahl, 29 Millionen Tonnen Kohle, 9 Millionen Tonnen Erdöl, 21.600.000 Tonnen Warengetreide und 740.000 Tonnen Rohbaumwolle erzeugt. Das waren die materiellen Möglichkeiten unseres Landes, mit denen es in den ersten Weltkrieg eintrat. Das war die wirtschaftliche Basis des alten Rußlands, die für die Kriegführung verwendet werden konnte.

Das gigantische Wirtschaftswachstum der Sowjetunion

Was das Jahr 1940 betrifft, so wurden in diesem Jahr in unserem Lande erzeugt: 15 Millionen Tonnen Roheisen, das heißt fast viermal soviel wie im Jahre 1913; 18.300.000 Tonnen Stahl, das heißt viereinhalbmal soviel wie im Jahre 1913; 166 Millionen Tonnen Kohle, das heißt fünfeinhalbmal soviel wie im Jahre 1913; 31 Millionen Tonnen Erdöl, das heißt dreieinhalbmal soviel wie im Jahre 1913; 38.300.000 Tonnen Warengetreide, das heißt um 17 Millionen Tonnen mehr als 1913; 2 700 000 Tonnen Rohbaumwolle, das heißt dreieinhalbmal mehr als 1913. Das waren die materiellen Möglichkeiten unseres Landes, mit denen es in den zweiten Weltkrieg eintrat. Das war die wirtschaftliche Grundlage der Sowjetunion, die für die Kriegführung ausgenutzt werden konnte. Der Unterschied ist, wie Sie sehen, kolossal. Ein derartiges, noch nicht dagewesenes Anwachsen der Produktion kann man nicht als eine einfache und übliche Entwicklung des Landes von der Rückständigkeit zum Fortschritt betrachten. Das war ein Sprung, durch den sich unser Vaterland aus einem rückständigen Land in ein fortschrittliches, aus einem Agrarland in ein Industrieland verwandelte.

Drei Fünfjahrpläne – vom Agrarland zum Industrieland

Diese historische Verwandlung wurde im Laufe der drei Fünfjahrpläne vollzogen, angefangen vom Jahre 1928, dem ersten Jahr des ersten Fünfjahrplanes. Bis dahin mußten wir uns mit der Wiederherstellung der zerstörten Industrie und mit der Heilung der Wunden befassen, die uns durch den ersten Weltkrieg und den Bürgerkrieg geschlagen wurden. Berücksichtigt man dabei den Umstand, daß der erste Fünfjahrplan in vier Jahren erfüllt, und daß die Durchführung des dritten Fünfjahrplanes im vierten Jahr seiner Realisierung durch den Krieg unterbrochen wurde, so ergibt es sich, daß für die Verwandlung unseres Landes aus einem Agrarland in ein Industrieland insgesamt etwa dreizehn Jahre erforderlich waren. Man kann nicht umhin, anzuerkennen, daß eine Frist von dreizehn Jahren eine unglaublich kurze Frist ist für die Verwirklichung eines so grandiosen Werkes.

War die Industrialisierung ein „Wunder“ der Planwirtschaft?

Damit ist es eigentlich auch zu erklären, daß die Veröffentlichung dieser Ziffern seinerzeit in der ausländischen Presse einen Sturm von Meinungsverschiedenheiten auslöste. Die Freunde beschlossen, es sei ein „Wunder“ geschehen. Die Mißgönner erklärten dagegen, die Fünfjahrpläne seien „bolschewistische Propaganda“ und „Tscheka-Kunststücke“. Da es aber in der Welt keine Wunder gibt und die Tscheka nicht so stark ist, daß sie die Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung aufheben könnte, mußte sich die „öffentliche Meinung“ im Ausland mit den Tatsachen abfinden. Mit Hilfe welcher Politik gelang es der Kommunistischen Partei, diese materiellen Möglichkeiten im Lande in einer so kurzen Frist sicherzustellen? Vor allem mit Hilfe der sowjetischen Politik der Industrialisierung des Landes.

Unterschiede zur kapitalistischen Wirtschaftform

Die Sowjetmethode der Industrialisierung des Landes unterscheidet sich grundlegend von der kapitalistischen Industrialisierungsmethode. In den kapitalistischen Ländern beginnt die Industrialisierung gewöhnlich mit der Leichtindustrie. Da in der Leichtindustrie geringere Investitionen erforderlich sind und das Kapital schneller zirkuliert, wobei die Erzielung des Profits eine leichtere Angelegenheit ist als in der Schwerindustrie, wird die Leichtindustrie dort das erste Objekt. der Industrialisierung. Erst nach Ablauf einer längeren Frist, in deren Verlauf die Leichtindustrie den Profit akkumuliert und ihn in den Banken konzentriert, erst danach kommt die Schwerindustrie an die Reihe, und es beginnt das allmähliche Hinüberpumpen des akkumulierten Kapitals in die Schwerindustrie, damit die Voraussetzungen für ihre Entfaltung geschaffen werden. Doch das ist ein langwieriger Prozeß, der eine lange Frist von mehreren Jahrzehnten erfordert, in deren Verlauf man die Entwicklung der Leichtindustrie abwarten und ohne Schwerindustrie vegetieren muß. Es ist verständlich, daß die Kommunistische Partei diesen Weg nicht beschreiten konnte.

Warum die Sowjetunion mit der Schwerindustrie begann …

Die Partei wußte, daß der Krieg heranrückte, daß es unmöglich ist, ohne eine Schwerindustrie ein Land zu verteidigen, daß die Entwicklung der Schwerindustrie möglichst schnell in Angriff genommen werden muß, daß dabei Zeit versäumen gleich. bedeutend ist mit Scheitern. Die Partei gedachte der Worte Lenins, daß es ohne Schwerindustrie unmöglich ist, die Unabhängigkeit des Landes zu verteidigen, daß ohne sie das Sowjetsystem untergehen kann. Darum verwarf die Kommunistische Partei unseres Landes den ,,üblichen“ Weg der Industrialisierung und begann das Werk der Industrialisierung des Landes mit der Entwicklung der Schwerindustrie. Das war sehr schwer, jedoch es konnte geschafft werden. Große Hilfe leistete bei diesem Werk die Nationalisierung der Industrie und der Banken, die eine schnelle Sammlung und Überleitung der Mittel an die Schwerindustrie ermöglichte. Es kann kein Zweifel bestehen, daß es ohne dies unmöglich gewesen wäre, die Umgestaltung unseres Landes zu einem Industrieland in einer so kurzen Frist zu erzielen.

II. DIE LANDWIRTSCHAFT

Zweitens, mit Hilfe der Politik der Kollektivierung der Landwirtschaft. Um mit unserer Rückständigkeit auf dem Gebiet der Landwirtschart Schluß zu machen und dem Lande mehr Warengetreide, mehr Baumwolle und so weiter zu liefern, mußte man von der bäuerlichen Kleinwirtschaft zur Großwirtschaft übergehen denn nur die Großwirtschaft hat die Möglichkeit, die neue Technik anzuwenden, alle Errungenschaften der Agronomie auszunutzen und mehr Warenproduktion zu liefern. Es gibt aber zweierlei Großwirtschaft, die kapitalistische und die kollektive.

Die Kommunistische Partei konnte den kapitalistischen Entwicklungsweg der Landwirtschaft nicht nur aus prinzipiellen Erwägungen nicht beschreiten, sondern auch, weil er eine zu langwierige Entwicklung voraussetzt und die vorangehende Verelendung der Bauern, ihre Degradierung zu Landarbeitern, erfordert. Darum hat die Kommunistische Partei den Weg der Kollektivierung der Landwirtschaft beschritten, den Weg der Schaffung landwirtschaftlicher Großbetriebe durch Zusammenschluß der Bauernwirtschaften in Kollektivwirtschaften. Die Methode der Kollektivierung erwies sich als eine im höchsten Maße fortschrittliche Methode, nicht nur, weil sie eine Verelendung der Bauern nicht erforderte, sondern besonders auch deshalb, weil sie die Möglichkeit bot, im Laufe von einigen Jahren das ganze Land mit großen Kollektivwirtschaften zu überziehen, denen es möglich ist, die neue Technik anzuwenden, alle Errungenschaften der Agronomie auszunutzen und dem Lande mehr Warenerzeugung zu liefern. Es besteht kein Zweifel, daß wir ohne die Politik der Kollektivierung in einer so kurzen Frist nicht imstande gewesen wären, mit der jahrhundertealten Rückständigkeit unserer Landwirtschaft Schluß zu machen.

Über die Arbeitspläne für die Zukunft

Jetzt einige Worte über die Arbeitspläne der Kommunistischen Partei für die nächste Zukunft. Bekanntlich sind diese Pläne im neuen Fünfjahrplan dar gelegt, der demnächst bestätigt werden soll. Die Hauptaufgaben des neuen Fünfjahrplans bestehen darin, die geschädigten Bezirke des Landes wiederherzustellen, den Vorkriegsstand der Industrie und Landwirtschaft wiederherzustellen und danach diesen Stand in einem mehr oder minder bedeutenden Umfang zu über schreiten. Schon ganz davon zu schweigen, daß das Kartensystem in nächster Zeit abgeschafft werden wird, wird besondere Aufmerksamkeit zugewandt werden der Erweiterung der Produktion von Massenbedarfsartikeln, der Hebung des Lebensstandards der Werktätigen durch konsequente Senkung aller Warenpreise und der großzügigen Anlegung von wissenschaftlichen Forschungsinstituten aller Art, die der Wissenschaft die Möglichkeit geben können, ihre Kräfte zu entfalten.

Ich zweifle nicht, daß, wenn wir unseren Gelehrten die erforderliche Unterstützung leisten, sie es verstehen werden, die Leistungen der Wissenschaft außerhalb unseres Landes nicht nur einzuholen, sondern auch in nächster Zeit zu übertreffen. Was die Pläne für eine längere Zeitspanne betrifft, so beabsichtigt die Partei, einen neuen machtvollen Aufschwung der Volkswirtschaft zu organisieren, der uns die Möglichkeit bieten könnte, den Stand unserer Industrie im Vergleich zum Vorkriegsstand beispielsweise auf das Dreifache zu heben. Wir müssen erreichen, daß unsere Industrie in der Lage sei, jährlich bis 50 Millionen Tonnen Roheisen, bis 60 Millionen Tonnen Stahl, bis 500 Millionen Tonnen Kohle und bis zu 60 Millionen Tonnen Erdöl zu erzeugen. Nur unter dieser Bedingung kann man damit rechnen, daß unser Vaterland gegen jegliche Zufälle garantiert sein wird. Dafür werden wohl drei neue Fünfjahrpläne, wenn nicht mehr, erforderlich sein. Aber dieses Werk läßt sich vollbringen, und wir müssen es vollbringen.

Dies ist mein kurzer Bericht über die Tätigkeit der Kommunistischen Partei in jüngster Vergangenheit und über ihre Arbeitspläne für die Zukunft.

(Zwischenüberschriften zur besseren Lesbarkeit von mir, N.G.)

Siehe auch:
Warum hat die Sowjetunion den deutschen Faschimsus besiegt?
Der Sozialismus war und ist lebensfähig.
Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?


Als pdf-Datei herunterladen hier:   Stalins Rede am 9 Februar1946


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8 Antworten zu Stalins bedeutende Rede am 9. Februar 1946 in Moskau

  1. ein Mensch schreibt:

    lieber Sascha,
    Gysi kommt auf deinen gesamten Seiten nur auf drei Seiten vor, zugegeben es ist ein junger Blog, aber wenn man jemanden wie bei RML anschwärzt (Gysi lügt) so sollte man doch Beweise dabei legen oder verlinken. Auf deinen Seiten ist davon nichts zu sehen.

    Ich kenne weden Gysi noch einen der Linken, welche aber eine Alternative zu den „West-Blockparteien der USA (Nato)“ darstellen könnte.
    Sicher gehen mir wie vielen (wessis) die Nackenhaare hoch wenn ein vielleicht der SED oder angeblich StaSi nahen Kontakt haben könnte.
    Die meisten Menschen des D.-Volkes können nichts dafür, wenn Sie aus Gier der oberen 10-tausend auf den Schlachtfeld geführt und gar in – ost / west – geteilt wurden. Ich denke als Wessi das auch normale Menschen ggf. der SED angehört haben könnten ohne das die direck oder indireckt für StaSi oder an sonstige Verbrechen der oberen Machtelite der Gier verantwortlich waren/sind.

    Gysi ist ggf. ein umstrittener Anwalt gewesen, aber er hatte sich bereits 3 mal bis vor dem BVG verteidigen, und viele widrige Durchsuchungen etc. des BfV über sich und andere der Linken ergehen lassen müssen!
    Keiner konnte ihm etwas vorwerfen! Keiner. Es besteht natürlich die Möglichkeit das Merkel und viele andere wie Gysi oder – auch Westpolitiker –, von der USA inkl. der – Gauck–behörde und dessen Akten die in die USA abgeschoben wurden, erpressbare Subjekte oder Agenten der USA sind. Das trifft wiederum mindestens auf alle zu die ständig für Sanktionen – Hartz IV oder neuerdings Ukraine und Russland sind. Aber da ist Gysi und andere der Linken wohl weit von entfernt. Oder haben wir was verpasst?

    Kohls Mädchen, also Fr. Merkel hatte dem WDR verboten evtl. Beweise zu veröffentlichen, da sprechen ihre Anwälte (und ~CDU/SPD Richter) von Persönlichkeitsschutz!
    Merkel servierte nicht nur Kohl in der CDU ab, auch einige andere und macht sich die genötigten – SPD Hartz IV – Gesetze der Globalplayer, die dem NS Faschismus gleichen, zu ihrer Fortführung in der Gier der CDU/CSU Politik.
    Siehe auch die Förderung von Klitschko durch die CDU – KAS zur Unterwanderung der Ukraine, die derzeit in einem Bürgerkrieg, durch Faschistische Parteien geleitet wurden/werden.

    Abgesehen von den auch medial Unterdrückten der Linken möchte ich mal auf eine andere Partei hinweisen:
    Die Blockpartei der „Brandstifter vom Maidan CDU/CSU, SPD, FDP und Grünen“ gehen in Deutschland wie auf dem Maidan einen Kurs der Parteien wieder ruiniert oder gar verboten werden, siehe hier:
    „Eklat im Bundeswahlausschuss

    Nach dem Vorbringen der Beschwerde und dem nochmaligen Hinweis auf die nicht ordnungsgemäße Zusammensetzung des Bundeswahlausschusses wurde Bundessprecher und Vertrauensperson der Grundrechtepartei, Ingmar Vetter, in aller Öffentlichkeit auf Geheiß des Bundeswahlleiters, Roderich Egeler, von der Polizei des Deutschen Bundestages – festgenommen und unter körperlicher Gewalt – aus dem Anhörungssaal geführt. …“
    http://grundrechteforum.de/beschwerde-europawahl-2014

    Die wollen wohl versuchen das die alternativlos weiter gewählt werden müssen.
    Wird die Grundrechtepartei unterdrückt so sollte man der Linken doch eine Chance geben, da es schlimmer wie unter Merkel & Co. kaum kommen kann!

  2. ein Mensch schreibt:

    lieber Sascha,
    wir arbeiten bestimmt auf der gleichen Seite der Gerechtigkeit, nimm mein Kommentar nicht persönlich, trotz kleiner Fehler wie ich die dir unterstellt habe(übernommene Texte?), aber wenn du der Spur der Gier folgst so wirst du alle Unterdrücker etc. finden.

    Im obrigen Text „…So hat uns die verfluchte Konterrevolution von Chruschtschow über Gorbatschow bis Krenz, Modrow, Gysi und Konsorten ..“ sollte man Gysi durch Merkel, die an den 4+3 Verhandlungen beteiligt war, und Gauck, der die StaSi-Akten heraus gab, ersetzen.

    • sascha313 schreibt:

      Klar, die Reihe ist unvollständig, aber Merkel und Gauck haben sich niemals als Kommunisten ausgegeben. Über die „Gier“ hatten wir bereits geschrieben, sie ist keine ökonomische Kategorie.Eine philosophische auch nicht. Allenfalls eine moralische – aber „erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“ (Brecht)…

      • ein Mensch schreibt:

        (mein ersten Kommentar von 23:05 hattest du nicht freigeschaltet. ? )
        „.. , aber Merkel und Gauck haben sich niemals als Kommunisten ausgegeben. ..“ Welche Tendenz sollte man daraus ableiten?

        Was machte den Merkel für die AgitProp der kommunistischen SED? Beste Arbeiten, so unterstelle ich mal, sonst hätte die den Posten wohl nicht gehabt.
        Egal, ich habe noch nicht einmal etwas gegen Kommunisten, aber eher gegen solche Die sich durch intriegen und Lügen wie es bei der Merkel als – christliche CDU – Bundeskanstlerin der Fall ist, Menschen die Menschenrechte und das GG abzuerpressen! Wie es bei gierigen Faschisten der Fall war und siehe auch die Förderer der rechten Gewalt in der Ukraine!

        Und das Gleiche haben wir nun auch mit BP Gauck etc. – Ex-BK Schröder, Ex-BP Wulf etc..
        Wäre Gauck ein ordentlicher aufrichtigen Mensch, so hätte er genug Zeit gehabt das faschistische Hartz IV System massiv öffentlich anzuprangern! Aber so lange wie bei dem Freiheitskämpfer des rechten Lagers die Kasse klingelt ist diesbezüglich schweigen in der Presse. „“erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral” (Brecht)“.
        Ob er durch offensichtlichen Verrat an (seinem) gesamten Volk oder (viele) einzelne Menschen durch die USA-CDU etc. erpressbar ist und wie seine Vorgänger (Wulf) z.T. abgesägt werden kann?
        Der ehemalige Christ und Pfarrer, hatte u.a. seine Berufung verraten und frönt der Todsünde der Gier auf Kosten von vieler Menschen und frönt gar die deutsche militärische Verantwortung in der Welt.

        Die “Gier” ist eine ökonomische Tatsache des Kapitalismus und ist gegen Art. 1, Art. 3 etc. des GG, sowie auch gegen die Menschenrechte, gegen die guten Sitten und auch den christlichen Glauben(ggf. auch andere).
        Wären 99% alle Menschen in der Mittelschicht angesiedelt und hätten nichts zu beklagen und könnten auch frei Konsumieren so könnte jedem die vielen Milliarden der 1 % egal sein, zumal letztere können diese Milliarden auch nicht aufessen.

        Hinter allem ob bei der West CDU, der Ost CDU, der West SPD oder der ost SED u.s.w. steckt die Gier, Verrat & Unterdrückung (BfV, BND, NSA, CIA, SS, Gestapo, und auch die StaSi (die vielleicht weniger Morde zu verantworten hatte als alle anderen „einzelnen“ die von gierigen Globelplayern/Funktionäre/Lobbyisten gelenkt und geschmiert werden)), Sklaverei (diese weniger in den ehemaligen östlichen „sozialeren“ Ländern) u.s.w..

      • sascha313 schreibt:

        Es fällt mir – ehrlich gesagt – schwer, auf dieses wirre Durcheinander zu antworten. Die „Gier“ ist gegenwärtig aus Sicht der katholischen Kirche keine Todsünde. Sie ist auch keine ökonomische Kategorie. Daß es sie gibt, ist ja nicht zu bestreiten. Aber die Triebkraft für Ausbeutung und Unterdrückung ist eben nicht die Gier, sondern sind die ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus. Tja, die CDU hat mit Christentum nur soviel zu tun, wie der Osterhase mit Ostereiern. Und ganz so gleichgültig sind die 1% Milliardäre eben auch nicht, weil nur der entwickelte staatsmonopolistische Kapitalismus sie hervorbrachte, zugleich mit allem schreienden Elend und der Kriminalität in der Welt, und weil es sie im Sozialismus nicht gab. Und noch was: die „Stasi“ hatte keine „Morde zu verantworten“. Mit Ost und West hat die Sklaverei nichts zu tun. Sie ist ein Relikt aus der Sklavenhaltergesellschaft und erlebte im Imperialismus eine neue Blütezeit („Lohnsklaverei“). Soviel also als Kommentar dazu.

  3. rheinlaender schreibt:

    Dass Hinweisen auf die sozialistischen Wirtschaftserfolge kann nicht oft genug wiederholt werden. Sehr interessant Stalins Unterscheidung zur Schwer-, Leichtindustrie in Verbindung mit sozialistischem Plan und kapitalistischer Akkumulation bzw. Geldbeschaffung.
    Der Begriff GIER wurde/wird bewusst vom Grosskapital und dessen Medien eingesetzt und geschürt (Hollywood Wallstreet Filmemachern, Ulli Hoeneß Fall, Bankster) um dem Kapitalismus freizusprechen. Nach dem Motto, Kapitalismus ist super, aber wir haben LEIDER die paar Gierigen.
    Für die unwissenschaftlichen Gier-, Währungs-, AntiEuro-, alte DM-, und Zinseszinsspinner (wird in Kapital 3 von Engels widerlegt) gibt es erstmal auch keinen Imperialismus (Raub fremder Länder Rohstoffe, Krieg gegen die Länder die sich der internationalen Ausbeutung nicht so richtig fügen) und wenn doch, sind es angeblich die Supergierigsten in Satanssekten (diese Sekten gibts zwar, sind aber nicht die Ursache sondern nur zufällige Folge des Zwangs zum Maximalprofit).
    Vor allem wiederlegen die Währungsspinner sich ja durch ihre verschiedenen Splittergruppen und deren Möchtegernexperten ja täglich selber.
    Ebenso wiederlegen sich die GIER Spinner täglich selber, wenn sie verarmte Hartz4 Psychologen verschiedener brotlosen Schulen zitieren.
    Auch wenn die Gier und Zinseszinsspinner oft gute Menschen sein können, führt deren Logik immer in die Richtung, dass man nur einen Kapitalismus mit christlicher, buddhistischer, esoterischer Prägung braucht und alle wären glücklich. Aus meiner persönlichen 35 jährigen Erfahrung besteht dieses Klientel meist aus kleinbürgerlichen Versagern, Fans und Intellektuellen aus den sogenannten Grenz-/Geisteswissenschaften, die ANGST vor Zahlen, Logik, Fakten, Naturwissenschaften und einer dialektisch / materialistischen Weltanschauung haben. Ok auch ein paar Blödzeitungsleser aus der lumpenproletarischen Ecke glauben an den Gier Blödsinn und wollen Ulli Hoeness (den sie jahrzehntelang verehrt haben) jetzt bei lebendigem Leibe verbrennen.

  4. Sowjetunion was das Jahr 1940 betrifft, …..und 1990

    Baumwolle … 2,70 Millionen Tonnen ……………. nicht verfügbar

    Roheisen ….15,00 Millionen Tonnen ……………..110,17
    Stahl ………. 18,30 Millionen Tonnen ……………..154,00
    Kohle ……. 166,00 Millionen Tonnen ……………..138,50
    Erdöl ………. 31,00 Millionen Tonnen ……………..570,00
    Getreide …. 38,30 Millionen Tonnen …………….. 209,11
    Erdgas ……….3,60 Milliarden Kubik (1950) ……. 747,70

    Ich wollte damit einmal aufzeigen, dass die Sowjetunion nicht am „falschen“ Wirtschaftssystem gescheitert sein kann, auch nicht an einer „falschen“ Produktionsweise oder mangelnder Effizienz, wie immer von den Kapitalisten verbreitet wird! Bei den Zahlen handelt es sich auch nicht um die vom Westen sogenannten „Propaganda-Angaben“ der USSR, sondern um die „westlicher“ Statistiker!

    Ich bin aber auch nicht davon überzeugt, dass es an der 37-jährigen „Konterrevolution“ innerhalb der KPdSU gelegen haben soll. Und wenn Millionen von Menschen „das gelobte Land“ verlassen (im Westen sieht es übrigens gar nicht besser aus, es wird halt einfach totgeschwiegen, zum Beispiel, wie viele Deutsche die BRD die letzten 25 Jahre verlassen haben) oder sich innerlich abwenden, muss grundsätzlich etwas anderes nicht stimmen. Und ist dabei eine „kritische Masse erreicht“ ist noch jedes System – auch ohne kriegerische Auseinandersetzungen – zusammengebrochen. An der „Produktion“ kann es ja nicht gelegen haben, denn von solchen Steigerung träumt ja sogar jeder Kapitalist.

  5. sascha313 schreibt:

    Naja, die Konterrevolution hat nicht 37 Jahre lange gedauert, sondern nur ein paar Tage 1990. Wohl aber zeigt sich, wie lange es gebraucht hat, ehe die Lügen Chruschtschows vom XX.Parteitag endlich zum Sturz des Sozialismus geführt haben. Das Heimtückische dieser Angelegenheit ist aber eben auch, daß ausgerechnet die Führungsspitze des Landes davon betroffen war. Die Beispiele von 1953 in der DDR und 1956 in Ungarn zeigen, zu welcher Brutalität die Reaktionäre gegriffen haben. Daß es in der DDR nicht so war, bedeutet, daß eine Konterrevolution nur möglich war, weil das Vertrauen in die Kommunistische Partei langfristig untergraben war.

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