Stalin: Der Marxismus und die nationale Frage

Frieden

Man nehme diesen Text, tausche einige spezifische Begriffe, Situationen und Daten aus jener Zeit gegen heutige Entsprechungen aus, und man wird feststellen: Stalin hatte recht! Der Text ist aktuell. Nun ist das gar nicht so außergewöhnlich, denn die sowjetische Geschichte hat uns gelehrt, daß die soziale Frage stets über der nationalen steht. Die Hinwendung zum Nationalismus führt zugleich weg vom Klassenkampf. Oder wie Stalin es formulierte: „Wir wissen, wozu die Scheidung der Arbeiter nach Nationalitäten führt. Zerfall der einheitlichen Arbeiterpartei, Teilung der Gewerkschaften nach Nationalitäten, Verschärfung der nationalen Reibungen, nationales Streikbrechertum, völlige Demoralisation in den Reihen der Sozialdemokratie – das sind die Resultate des organisatorischen Föderalismus…   Das einzige Mittel dagegen ist die Organisierung nach den Grundätzen der Internationalität.“ [*]

Die Zersplitterung nach der Konterrevolution

Die Periode der Konterrevolution in Rußland brachte nicht nur „Donner und Blitz“, sondern auch Enttäuschung über die Bewegung, Unglauben an die gemeinsamen Kräfte. Man hatte an eine „lichte Zukunft“ geglaubt – und da hatte man gemeinsam gekämpft, einerlei zu welcher Nationalität man gehörte: Die gemeinsamen Fragen vor allem! Zweifel schlichen sich in die Seele, und man begann auseinanderzugehen, jeder in sein nationales Kämmerlein: Ein jeder baue nur auf sich selbst! Das „nationale Problem“ vor allem! Im Lande vollzog sich unterdessen eine bedeutsame und jähe Wandlung des wirtschaftlichen Lebens. Das Jahr 1905 war nicht umsonst gewesen. Die Überreste der Leibeigenschaftsordnung auf dem Lande hatten einen weiteren Stoß erlitten. Eine Reihe von Jahren guter Ernte nach den Hungerjahren und der auf sie folgende industrielle Aufschwung brachten den Kapitalismus vorwärts. Die Differenzierung auf dem Lande und das Wachstum der Städte, die Entwicklung des Handels und der Verkehrswege machten einen großen Schritt vorwärts. Das gilt besonders für die Randgebiete. Dieser Umstand mußte aber zwangsläufig den Prozeß der wirtschaftlichen Konsolidierung der Nationalitäten Rußlands beschleunigen. Sie mußten in Bewegung geraten …

Wohin der Nationalismus letztlich führt…

In derselben Richtung, der des Erwachens der Nationalitäten, wirkte das „konstitutionelle Regime“, das sich in dieser Zeit durchsetzte. Die Entwicklung der Zeitungen und der Literatur überhaupt, eine gewisse Freiheit der Presse und der Kulturinstitutionen, die Zunahme der Zahl der Volkstheater und dergleichen mehr trugen zweifellos zum Erstarken der „nationalen Gefühle“ bei. Die Duma mit ihrer Wahlkampagne und ihren politischen Gruppen bot neue Möglichkeiten für die Belebung der Nationen, eine neue breite Arena für deren Mobilmachung. Die von oben ausgehende Welle eines streitbaren Nationalismus eine ganze Reihe von Repressalien der „Machthabenden“, die sich an den Randgebieten wegen ihrer „Freiheitsliebe“ rächten, lösten eine Gegenwelle des Nationalismus von unten aus, der mitunter in brutalen Chauvinismus überging. Das Erstarken des Zionismus [2] unter den Juden, der wachsende Chauvinismus in Polen, der Panislamismus unter den Tataren, das Erstarken des Nationalismus unter den Armeniern, Georgiern und Ukrainern, die allgemeine Neigung des Spießers zum Antisemitismus – alles das sind allbekannte Tatsachen.

Klassenkampf statt nationalistische Bewegungen

Die Welle des Nationalismus rollte immer stärker heran und drohte die Arbeitermassen zu erfassen. Und je mehr die Freiheitsbewegung ab: ebbte, um so üppiger kamen die Blüten des Nationalismus zur Entfaltung. In diesem schweren Augenblick fiel der Sozialdemokratie eine hohe Mission zu – dem Nationalismus entgegenzutreten, die Massen vor der allgemeinen „Seuche“ zu bewahren. Denn die Sozialdemokratie, und nur sie allein, war dazu imstande, de sie dem Nationalismus die bewährte Waffe des Internationalismus, die Einheit und Unteilbarkeit des Klassenkampfes engegenstellte. Und je stärker die Welle des Nationalismus heranrollte, um so lauter mußte die Stimme der Sozialdemokratie für die Brüderlichkeit und Einheit der Proletarier aller Nationalitäten Rußlands erschallen. Besondere Standhaftigkeit war dabei für Sozialdemokraten der Randgebiete erforderlich, die mit der nationalistischen Bewegung unmittelbar zusammenstoßen. …

Was versteht man unter einer Nation?

Eine Nation ist eine historisch entstandene stabile Gemeinscbaft von Menschen, entstanden auf der Grundlage der Gemeinschaft der Sprache, des Territoriums, des Wirtschaftslebens und der sich in der Gemeinschaft der Kultur offenbarenden psychischen Wesensart. Dabei versteht sich von selbst, daß die Nation, wie jede historische Erscheinung überhaupt, dem Gesetz der Veränderung unterworfen ist, ihre Geschichte, ihren Anfang und ihr Ende hat. Es muß hervorgehoben werden, daß keines der angeführten Merkmale, einzeln genommen, zur Begriffsbestimmung der Nation ausreicht. Mehr noch: Fehlt nur eines dieser Merkmale, so hört die Nation auf, eine Nation zu sein. Man kann sich Menschen mit gemeinsamem „Nationalcharakter“ vorstellen, ohne jedoch deshalb sagen zu können, daß sie eine Nation bilden, wenn sie wirtschaftlich voneinander getrennt sind, auf verschiedenen Territorien leben, verschiedene Sprachen sprechen usw. Das gilt beispielsweise für die russischen, die galizischen, die amerikanischen, die georgischen Juden und die Bergjuden, die unseres Erachtens keine einheitliche Nation bilden. …

Der Kampf der bürgerlichen Klassen untereinander

Aus dem Gesagten wird klar, daß der nationale Kampf unter den Bedingungen des aufsteigenden Kapitalismus ein Kampf der bürgerlichen Klassen untereinander ist. Manchmal gelingt es der Bourgeoisie, Proletariat in die nationale Bewegung hineinzuziehen, und dann scheint der nationale Kampf äußerlich ein Kampf „des ganzen Volkes“ zu sein, aber nur äußerlich. Seinem Wesen nach bleibt er stets ein bürgerlicher Kampf, der hauptsächlich für die Bourgeoisie vorteilhaft und ihr genehm ist. Daraus folgt aber keineswegs, daß das Proletariat nicht gegen die Politik der Unterdrückung der Nationalitäten kämpfen soll. Beschränkung der Freizügigkeit, Entziehung des Wahlrechts, Knebelung der Sprache, Verringerung der Zahl der Schulen und sonstige Repressalien treffen die Arbeiter in nicht geringerem, wenn nicht in höherem Maße als die Bourgeoisie. Eine solche Lage kann die freie Entwicklung der geistigen Kräfte des Proletariats der unterworfenen Nationen nur hemmen. Man kann nicht ernstlich von einer vollen Entfaltung der geistigen Anlagen des tatarischen oder des jüdischen Arbeiters sprechen, wenn ihm nicht die Möglichkeit gegeben wird, seine Muttersprache in Versammlungen und Vorträgen zu gebrauchen, wenn ihm seine Schulen geschlossen werden.

Auch nationalistische Repressalien lenken ab vom Klassenkampf

Die Politik nationalistischer Repressalien ist aber für die Sache des Proletariats auch noch in anderer Hinsicht gefährlich. Sie lenkt die Auf­merksamkeit breiter Schichten von den sozialen Fragen, von den Fragen des Klassenkampfes ab und lenkt sie auf nationale Fragen, auf „gemeinsame“ Fragen des Proletariats und der Bourgeoisie hin. Dies aber schafft einen günstigen Boden für die verlogene Predigt einer „Interessenharmonie“, für die Vertuschung der Klasseninteressen des Proletariats, für die geistige Knechtung der Arbeiterschaft. Dadurch wird der Sache des Zusammenschlusses der Arbeiter aller Nationalitäten ein ernstliches Hin­dernis bereitet. Wenn ein beträchtlicher Teil der polnischen Arbeiter bis jetzt in der geistigen Knechtschaft der bürgerlichen Nationalisten verharrt, wenn er bis jetzt abseits von der internationalen Arbeiterbewegung steht, so hauptsächlich deswegen, weil die althergebrachte antipolnische Politik der „Machthabenden“ den Boden für eine solche Knechtschaft schafft und die Befreiung der Arbeiter aus dieser Knechtschaft erschwert. (K.Stalin – Wien, Januar 1913)

Quelle:
J.W. Stalin, Marxismus und nationale Frage, in: Stalin Werke, Dietz Verlag, Berlin, 1950, Bd.2, S.266-337 (auszugsweise; Zwischenüberschriften von mit, N.G.)

Zitat:
[*] ebd. S.331. (mit Sozialdemokratie sind die späteren Bolschewiki gemeint!)

Siehe auch:
Was verstehen wir unter einer Nation?

Dieser Beitrag wurde unter Arbeiterklasse, J.W.Stalin, Marxismus-Leninismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

21 Antworten zu Stalin: Der Marxismus und die nationale Frage

  1. H. schreibt:

    Das war ja die Krux: Wenn der Ostblock in der Realität so gewesen wäre, wie er in der Zeitung nachzulesen war, wie es Stalin, Chruschtschow, Breshniew, Ulbricht und Honecker, Swoboda und Jaruselski in Schriften recht anschaulich und „schlüssig“ beschrieben – dann wäre ja alles gut gewesen.
    Das Problem aber war: Die Realität für die Nicht-Bonzen sah KOMPLETT anders aus! (wie heute immer noch!) Und das wissen die jungen Leute heute nicht mehr und nehmen Stalins trügerische Schriften heute für bare Münze – und liebäugeln am Ende noch damit, diesen mörderischen Mist nochmal zu wiederholen.

    Die dahinter aufscheinende Strategie (unschwer als typisch freimaurerisch, nämlich immer positiv umdeutend und stets unter falscher Flagge ablaufend zu erkennen) war schlüssig und einleuchtend:
    Ziel: Sich an die Spitze der aufkeimenden sozialen Bestrebungen der unterdrückten Völker zu setzen, um diese Bestrebungen als Rattenfänger von Hameln ins Desaster umzudirigieren und so ein für allemal zu unterbinden – zwecks Erhalt der eigenen Macht.

    Strategie, Strickmuster dafür :
    „Formuliere auf dem Papier jene hohen Ideale, die jeder halbwegs vernünftige Mensch bejahen kann und begehe in deren Namen in der Praxis aber die übelsten und hinterhältigsten, ehrlosesten und grausamsten Verbrechen, die sich nur denken lassen (Parallele zu den Nazis und heute zur USA-Politik ist offensichtlich und damit sind auch die immer selben Hintermänner all dieser Greuel identifizierbar – die Methoden, die Handschrift (und damit wird die immer gleiche, verräterische Denkweise offenbar) ist nämlich immer dieselbe) – so kannst du diese hohen Ideale für ewige Zeiten derart in Verruf bringen, daß künftig niemand mehr ihnen folgen mag – und schon kannst du ungestört weiter deinen krummen Geschäften nachgehen.“

    Der Kommunismus ist nur geschaffen worden, um echtes, aus der Mitte der Völker natürlich wachsendes, soziales Engagement, gerechtes Wirtschaften und praktisch lebbaren Humanismus ein für allemal in Verruf zu bringen, indem man ihn mit Verstiegenheiten und Horror bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
    Das war keine Entgleisung der Geschichte, das war hinterhältigste und vorsätzlichste Strategie des Großkapitals selber – oder was wollte wohl Lenin am Vorabend der Oktoberrevolution in der Schweiz und in London?
    sic hmit einer arbeiterbewegung abstimmen, die ihm sowiso nicht helfrn konnte, so zerstritten war sie. Oder doch eher:
    Geld aus der Schweiz, Befehle aus London.
    Und zwar von den ganz Reichen und ganz gut (nämlich geheim) Organisierten.
    Was wollte er?
    Na, wohl dasselbe, was Klitschko vor der Ukrainischen „Revolution“ bei der Adenauer-Stiftung wollte.
    Wer aber glaubt, die russische Arbeiterschaft hätte die Revolution gemacht, der organisiere „übungshalber“ nur mal einen kleinen Streik! Keine große Revolution. Und das nahezu ohne Geld.
    Und diese Leute in Rußland hatten zwar mitunter nichtmal Schuhe – aber Waffen?
    Wer hat ihnen die bezahlt?
    Wohl dieselben Banken, die den Nazis diese Masse an SA-Uniformen und den schnellen Stimmenzuwachs mittels ganzer Divisionen bezahlter Propagandisten bezahlt haben (und Thälmann und Trotzki wunderten sich naiverweise, wie die das so schnell geschafft haben – die Geschichte von Hase und Igel kannten die wohl nicht, blauäugig wie sie waren …) , die den Kosowo Albanern die Granaten und Maschinengewehre bezahlt und den somalischen „Rebellen die schweren Außenbordmotoren, das Benzin und die Gewehre beschafft haben.
    Es sind dieselben Kräfte, die heute rechtsradikale und linksradikale Kräfte finanzieren und auf dem Buckel der Bürger aufeinanderhetzen, um daraufhin die Bürgerrechte der Bevölkerungen beschneiden zu können.
    Wer jemals miterleben mußte, wie sich ein ehemaliger Ordnungsamtschef einer westdeutschen Kleinstadt und ein ehemaliger DDR-Staatsanwalt beim Bier feixend erzählen, wie sie – ohne voneinander zu wissen – mit nahezu identischen Tricks jeweils die Bürger West und Ost über den Tisch gezogen haben, der weiß, was „Geschichte“ ist und wie sie funktioniert.

    Übrigens: Jene fasces, die dem Faschismus den Namen gaben, zieren auch heute noch den Sockel der Freiheitsstatue auf der Kuppel des Washingtoner Capitols (!! – die mit der Irokesenfrisur(!) – nicht zu verwechseln mit der Freiheitsstatue im Hafen von Manhatten) und der fünfzackige Stern der Oktoberrevolution ist heute noch eines der Hauptsymbole der Großloge von London. Wie geht das wohl zusammen? Und warum hat der nur fünf Zacken? Man fahre in den Nahen Osten und beschäftige sich mit der Geschichte der Ägypter und Hebräer …

    Aufgabe: Nenne mir fünf maßgebliche Protangonisten der russischen Revolution, die wirklich aus der Arbeiterklasse stammten.
    Da wird es nämlich ganz schnell ganz eng: Fast alles (klein-) bürgerliche Juden gewesen, entwurzelt, diskriminiert, ideal, um vom englischen Großkapital für dreckige Diversionsarbeit instrumentalisiert zu werden, weil sie mit ihrer Not erpreßbar waren. Viele waren sogar bei den Bolschewiki und gleichzeitig bei der zaristischen Geheimpolizei und wurden am Ende von beiden Seiten gejagt – „clever“ wie sie waren.) Man besehe sich deren Biografien: Kaum einer hat es zu was gebracht – alle wurden nur verheizt für fremde Ziele – und sie glaubten, es wären ihre eigenen.

    „Du glaubst zu schieben und du wirst geschoben.“ (Goethe: Faust)

    Der ganze „Kommunismus“ seit Marx/Engels (waren auch keine Arbeiter!, denen gings nur um die Instrumentalisierung der Arbeiterklasse zwecks Destabilisierung und Aufbrechung der gewachsenen Machtstrukturen Europas, um dem seit Jahrhunderten als Zaungast lebenden Juden bessere Integrationschancen zu verschaffen – die Arbeiter waren nur Werkzeug – in Rußland nur, um die Zarenfamilie zu beseitigen, weil man in England glaubte, so leichter an die russischen Naturschätze gelangen zu können – ein Kampf, der seit 500 Jahren und bis heute andauert – als man merkte, daß die Rechung nicht so ganz aufgeht, schuf man den Zionismus und naiv, wer glaubt, daß das Land am Sinai das Endziel dieser Bewegung wäre – das heutige Israel ist nur Durchgangsstation, so viel wird nach und nach sichtbar, denn würde man dort bleiben wollen, würde man sich im Interesse langfristig guter Nachbarschaft gegenüber den Nachbarn nicht seit 60 Jahren wie die Axt im Walde aufführen … )
    Zurück zum Kernthema:
    Es ist interessant, in Marxschen Schriften zu beobachten, wie alle Schritte, die zu einer wirklichen wirtschaftlichen Emanzipation der Arbeiter geführt hätten (z. B. eigene Arbeiter-Genossenschaften – ein Vorschlag Lasalles (auch kein Arbeiter)(wohl ein Zufallstreffer) von Marx/Engels auf das Heftigste bekämpft wurden. Warum wohl? Weil man verhindern wollte, daß die bei der Destabilisierung der mitteleuropäischen Verhältnisse entstehenden Freiräume von den Arbeitern selber gefüllt würden, die man doch für die in Diaspora lebenden Juden vorgesehen hatte. So viel zur „Arbeiterfreundlichkeit“ der Kommunisten. Der Arbeiter war für diese Bonzen alle immer nur der nützliche Idiot, den es vor den eigenen Karren zu spannen galt – bis heute – man besehe sich die schlitzohrigen Strategien der Gewerkschaftsbosse – ob in den USA oder in Europa – und die doofen Arbeiter warten und warten und es wird und wird nicht besser und sie wundern sich naiverweise auch noch warum. Selber Schuld. So wird Gutgläubigkeit bestraft!
    Es wird Zeit, mit ALLEN Menschen guten Willens eine WIRKLICHE soziale Bewegung zu entwickeln: Ohne Scharfmacher und dumpf-hinterhältig-bauernschlaue Ideologen, stattderen mit Intelligenz und kritischem Sachverstand, mit umfassendster Bildung und Aufklärung ohne Geheimnisse und Geheimbünde und ohne „Religionen“, deren brutale und maßlose Strafvorschriften sie als getarnte Mordideologien gegen Andersdenkende, Andersseiende ausweisen.
    Es gibt keine Kluft zwischen den Rassen, und auch die Kluft zwischen Arm und Reich erklärt nicht alles, was in der Geselslchaft schiefläuft, denn daneben gibt es auc hnoch in den iegenen Reihen eine kluft zwischen Lumpen und Idioten einerseits und anständigen, Rechtschaffenen andererseits.
    Im Grunde gibt es nur eine Kluft zwischen Lumpen und Anständigen. Und die verläuft nicht zwischen, sondern völlig quer durch alle Klassen, Rassen und Schichten, Staaten und Firmen usw.
    An dieser gruseligen Ambivalenz menschlichen Seins aber, hat bisher noch keine Partei, keine Religion etwas ändern können.
    Wir können nichts an der angeborenen, genetisch bedingten und unausrottbaren Unzulänglichkeit des Menschen ändern, aber wir können strukturell und verfahrenstechnisch dafür sorgen, daß diese natürliche Unzulänglichkeit nicht Systembestimmend in unsere Gesellschaftsstrukturen schwappt. Diesaber haben bis heute weder Linke noch Rechte, noch Mittlere realisiert. Lächerlich, wer sich da noch gegenseitig Vorwürfe macht.
    Hätte der Ostblock nicht so kläglich und zynisch versagt, säßen wir heute nicht in dieser kapitalistischen Schei**.
    Nostalgie über Stalins Schriften ist sicherlich der falsche Weg aus der misere.
    Man sollte sie gelesen haben – aber eben auch historisch einzuordnen verstehen
    meint
    Hella

  2. sascha313 schreibt:

    Die Krux ist eine andere: Nämlich die – wenn man sich so sein Weltbild zusammenklabautert, das mit der erlebten Realität nichts, aber auch gar nichts zu tun hat, das komplett auf dem bürgerlichen Mist gewachsen ist, auf einigen angelesenen und aus dem Zusammenhang gerissenen Darlegungen einiger Klassiker des Marxismus-Leninismus und irgendwelchen Meinungen anderer unmaßgeblicher Figuren (einschließlich gewisser widerlicher Biertisch-Schwätzer), daß man dann die Geschichte nicht versteht, sondern nur noch im Fokus der eigenen schrägen Perspektive wahrnimmt, ist nicht verwunderlich. So entsteht aus dem eigentlich Richtigen, der notwendigen Beseitigung des Monopolkapitalismus, nur noch eine ebenso zynische, besserwisserische und am Ende doch wieder nur stocknaive Weltsicht, wie sie sie schon auf weitaus niedrigerem Niveau die utopischen Kommunisten des 18. Jahrhunderts hervorbrachten. Oder sie läuft am Ende darauf hinaus, wie sie den gläubigen Eleven der heutigen Bourgeoisie fortwährend eingebläut wird: eine „Kultur“ der „Postmoderne“, eine „Gesellschaft im Wandel“, eine „sozial und ökologisch verträgliche Marktwirtschaft“. Das wird hier zwar nicht so gesagt, ist aber beides Käse! Wenn man von Interessen, den jeweiligen Klassenpositionen, und dem, was nunmal Marx, Engels und Lenin ebenso wie Stalin erkundet und praktiziert haben, absieht, kommt man freilich zu keinem anderen Ergebnis.

    Wer sind denn die „Menschen guten Willens“? Nehmen wir die 40 Jahre Bundesrepublik Westdeutschland, so fragt man sich doch, welche Rolle die „Anständigen“ und „Andersdenkenden“ da gespielt haben? Wo waren sie denn, die Weltverbesserer, als die alten Nazis wieder in Schlüsselpositionen kamen, als Westdeutschland wiederaufgerüstet wurde, als die NATO-Atomraketen stationiert wurden, als die DDR 1990 nach Strich und Faden ausgeplündert wurde? Immerhin gab es in der Sowjetunion (mit deutlichen Abstrichen!) über sechs Jahrzehnte Sozialismus – und in der DDR unwiderlegliche vier Jahrzehnte. Darüber müßte man doch reden, anstatt an Marx, Lenin und Stalin herumzuflicken. (Über die Abstriche, d.h. über die Abweichungen vom Sozialismus, hatten wir an anderer Stelle bereits mehrfach ausführlich diskutiert. Und über die sogenannten „Linken“ brauchen wir nicht mehr zu reden!)

    Wie der Imperialismus funktioniert, das wußten wir schon lange. Das haben wir (im Gegensatz zu westdeutschen Schulkindern) schon von der ersten Klasse an in der Schule gelernt. Und es hat sich ja auch genauso bestätigt. Und ganz genauso müßte man auch darüber nachdenken, warum die am meisten unterdrückte und am meisten ausgebeutete Klasse in diesem Lande so wenig revolutionär ist, so unpolitisch, so ungebildet, und vor allem darüber, wie man das ändern kann! Nur daraus wird ein Schuh – alles andere führt zu Nichts.

    Schließlich zum wiederholten Male – Thomas Mann:
    „Der Antikommunismus ist die Grundtorheit unserer Epoche!“

  3. rheinlaender schreibt:

    Sascha, find ich gut dass Du diesen Kommentar veröffentlicht hast. Mit so Leuten sollte man in Konakt bleiben. Da er viele gängigen höchst unwissenschaftliche Vorurteile wiederspiegelt. Ich glaube nicht, dass der Autor ein schlechter Mensch oder pro imperialistisch ist. Er hat sich sehr viel Mühe gegeben ncht zu aggressiv aufzutreten.Eher ein fleißiger Hobby Historiker, der sich aus vielen unwichtigen Details EIN Weltbild zusammenbaut, dass in der Truther Szene sehr beliebt ist. Ein vielleicht unfreiwilliges Weltbild, dass aber in letzter Konsequenz den Kapitalismus bejaht und den Sozialismus ablehnt.
    Typisch:
    1) Man braucht nur ein paar nette Menschen und schon wäre der Kapiltalismus super sozial und friedlich. Die Praxis hat aber genau das Gegenteil gezeigt. Während die bösen alten Scharfmacher aus CDU/CSU gegen den Angriff auf Jugoslawien waren, führten die Gutmenschen aus Rot/Grün (Homos, Feministinnen, Migranten, Waldorf, ÖKOS) den blutigen Krieg durch. Die weltweit brutalsten sozialen Kürzungen sind auch meist von netten toleranten Menschen durchgezogen worden.
    2) Die russische Revolution wurde vom angelsächsischen und zionistischen Grosskapital bezahlt und alle roten Bosse sind Kleinbürger. Ob dies stimmt, spielt überhaupt KEINE Rolle. Solange Kapitalismus existiert wird der Wunsch nach Sozialismus und der Kampf gegen Kapitaleigner zwangsläufig stattfinden.
    3) Vermeintlich persönliche Schwachpunkte von Karl Marx rauszusuchen. Karl Marx ist bis jetzt der grösste Wissenschaftler der Volkswirtschaft. Selbst Nobelpreisträger konnten ihn nicht widerlegen. Ein paar Biertischschwätzer mit Volkswirtschaftsstudium hatten vor ca. 20-40 Jahren mal gesagt, dass es keine relative und schon gar keine absolute Verelendung der Arbeiterklasse gibt. Wenn man die heute fragt, verpissen die sich entweder verschämt oder geben ihre Fehleinschätzung zu.
    Wenn prägende Physiker, Ingenieure, Mathematiker, Chemiker von Weltformat Alkoholiker, Weiberhelden, Drogenfreaks oder Geldverschwender waren interessiert es doch auch keinen.

  4. Hella schreibt:

    „Jahrzehnte Sozialismus – und in der DDR unwiderlegliche vier Jahrzehnte. “

    Die DDR-Das war doch kein „Sozialismus“! Das war primitivster, kleinbürgerlicher Staatskapitalismus und Bonzentum übelster Sorte, das „Volkseigentum“ ein Betrug am Volk – BIS HEUTE!(2014)
    Aber das versteht wohl nur, wer dieses Regime am eigenen Leibe erleben mußte.
    Der Arbeiter hatte zu malochen und zu kuschen – erst vor den Russen, dann vor den „eigenen“ Bonzen, die sich ihre Pfirsische „hintenrum“ holten. DAS war „DDR“ – aber eben kein Sozialismus.
    Jeder Idiot konnte „Karriere“ machen, sobald er sich ein Parteiabzeichen anheften ließ.
    Und so sah das Land ja dann auch aus. Und so sieht es noch heute aus – allerdings nun auch im Westen.
    Mag ja sein, daß das das Ziel Ihrer Treäume war – ich aber strebte und strebe stets nach einem Staat, der möglichst harmonisch funktioniert – und das eben nicht nur auf dem Papier, sondern in der PRAXIS. Und mit verlaub: Ein Paradies, aus dem die Leute selbst über Stacheldraht und Minen abhaun – das KANN kein Sozialismus sein, das ist bestenfalls ein Gefangenenlager, oder eine Versuchsstation für Menschenversuche.
    Beweis: Sehen sich sich heute, 2014, an, wie reibungslos und gut integriert die damaligen DDR-Bonzen heute wieder sind!? Wo ist denn HEUTE deren angeblicher „Klassenauftrag“, ihr „Klassenbewußtsein“? Selbst die „kommunistischsten“ „Kommunisten“, die Stasi-Bonzen haben ihre Kenntnisse und Erfahrungen an die Amerikaner, an den „Klassenfeind“ verhökert und tun es noch! Und der kleine Mann war uns ist der Dumme in diesem dreckigen Bonzen-Spiel.
    Wo ist denn HEUTE der „Kampfgeist“ dieser pseudoroten Maulhelden, die mich noch im Sommer 1989 beinahe verhaftet hätten, weil ich Mißstände beim Namen nannte?!
    Gerade noch „Kommunisten“ – heute Unternehmer, die auf ihre Arbeiter pfeifen!
    Gestalten (SED-Genossen, einer sogar Kampfgruppenmitglied, „Leitender Angestellter“), die kurz nach der angeblichen „Wende“ einer armen Rentnerin, die einst als junges Mädel im Widerstand gegen die Faschisten stand (nein, nicht in Deutschland, aber in Frankreich und am Kriegsende ein paar Wochen in Italien) „Investmentfonds“ andrehen wollten – von denen klar ist, daß damit in aller Welt dreckige Kriege finanziert werden.

    Bleibt mir vom Leibe mit diesen rechthaberischen und nichts könnenden „Kommunisten“ und ihren kruden „Theorien“, die sie jeweils der Wetterlage anpassen!
    die haben stets nur Erklärungen für ihre versagen, aber nichr für einen TATSÄCHLICHEN Erfolg!
    Seit der Paulskirche nur Versagergelaber – es reicht!
    Ich habe von diesen Schönwetter-Hobbyrevoluzzern gestrichen die Nase voll und kann jeden jungen Menschen nur warnen, diesen Maulhelden, die stets nur andere belabern, um sie zu verheizen, sich selber aber immer dünnemachen, wenn es ernst wird und die Maschinenpistolensalven durch den Hausflur krachen und du dann deine beiden besten Freunde als Hackfleisch einsammeln und aufwischen mußt (so sah mein „Kriegsende“ in Italien aus und -schwupp – war die NVA und die Bundeswehr da! WO WART IHR DA, als die Russen Jagd auf alles machten , was einen Rock anhatte, als sie vor meines Vaters Haus zwei alte Freunde meines vaters – beide kommunisten – erschossen!?!), auf dem Leim zu kriechen!

    Die DDR und der Ostblock waren doch kein „Sozialismus“, sondern (nach allen Indizien, Symbolen, Mustern, Methoden, Vokabular, Argumentationssträngen usw. wohl hauptsächlich von den Freimaurern etablierte) absichtlich dämlich und unbrauchbar gestrickte Platzhalter, die gerade verhindern sollten, daß sich ein wirklicher, kluger und funktionierender Sozialismus aus der Mitte der Völker selbst heraus entwickelt – Eliten versuchten der natürlichen, unaufhaltsamen Entwicklung hin zu einer wirklich harmonisch funktionierenden Gesellschaftsstruktur zuvorzukommen – wie sie es heute wieder tun mit dieser unsäglichen „EU“ – und mit diesem unterträglichen Gelaber auf dem linken Flügel: Spalter, Bremser, Diskutierer – aber wehe, du rufst mal bei soner linken Gruppierung an – die können ja noch nichtmal Steno, um sich mal ein paar Notizen zu machen!) – die „Handschrift“, das „Strickmuster“ (man betreibe nur mal ein wenig Profiling …) ist HAARGENAU dieselbe – über Jahrzehnte, wohl auch über jahrhunderte hinweg!
    Und:
    Man braucht sich doch nur mal die überaus illustre Personnage dieses ganzen Irrsinns dies- und jenseits der innerdeutschen Grenze anzusehen, die Familiengeschichten und die Lebenswege dieser „Eliten“, dieser Bonzen und „Führungspersönlichkeiten“ im Westen UND Osten (Flüchtlinge, dicke Nazis aus Ostpreußen, der eine Bruder dann Molkereibesitzer in Schwaben, der andere Molkereibetriebesdirektor und Parteileitungsmitglied im Osten – SO läuft das!), die Reden und die Taten – und die Ergebnisse im Zusammenhange sehen.
    Am eindrucksvollsten: Das Geeiere und der ungeheure Gedächtisschwund dieser Gestalten in politischen Umbruchzeiten!

    Nochmal: Wenn das, was wir im Ostblock hatten „Sozialismus“ gewesen wäre, stünden wir heute besser da! Und niemand wäre 89 davongerannt.

    @sascha313: Ihrem Kommentar entnehme ich, daß alle Personen unmaßgelich sind, ausgenommen Sie selber. Voila, dann errichten Sie doch den Sozialismus! Wir andern schauen nur zu, weil wir ja unmaßgeblich sind und unsere Weltsicht nur zusammenklabautert haben.
    Gelebt und analysiert haben offensichtlich nur Sie! Na dann mal ran! Bin gespannt, was dabei rauskommt …
    Wo und wie es endet, weiß ich schon, denn Sie sind nicht die erste von sich selbst überzeugte „Führerpersönlichkeit“, die mir – in unterschiedlichen Zeiten und unter verschiedenartigsten politischen Bedingungen – über den Weg läuft und wußte, daß sie alles „richtig“ machte – ich bin 94 und habe schon so einiges erlebt.
    Bisher waren aber stets nur Krieg, Ausbeutung und (SELBST-)Verlogenheit hartnäckigst von Dauer – auf den Sozialismus aber wartet man – trotz größter Anstrengungen (wieviele Trümmerberge haben SIE eigentlich mit bloßen Händen beräumt?!) – schon seit Spartakus‘ Zeiten vergebens. Woran DAS wohl liegen mag? 😉 Vielleicht am Ende gar am Wesen des Menschen selbst?

    Hella

      • Harry 56 schreibt:

        Sehr gut, auch mal so einen Kommentar wie von „Hella“ zu veröffentlichen!
        Wir dürfen uns niemals verdrücken und kuschen, auch wenn wir es persönlich als abstrusesteten bürgerlichen antikommunistischen Mist ansehen können.
        Ich schreibe diese Zeilen deshalb, weil ich erst vor einigen Tagen einen ähnlich gelagerten Unsinn von einem schon ziemlich alten, kurz vor der Rente stehenden Arbeitskollegen hörte, der meinte, dass Putin, Russland überhaupt böse und aggressiv seinen und Sanktionen gegen Russland ganz ok.
        Dabei übersieht dieser angehende Rentner allerdings, dass „unsere“ Firma einen nicht geringen Teil seiner Produkte nach——– nach Russland (kein Scherz, richtig gelesen!) verkauft.

        Dieser Mensch/Kollege ist eigentlich ein sehr angenehmer Mitarbeiter und Kollege, hilfsbereit, ganz ok…., und doch, auch in seinem Kopf brodelt dieser diffuse antikommunistische/ antirussische Mist….., eben ein echter alter typischer BILD/BRD/Adenauer-Mensch. Dies ist einer meiner (erneuten) Gründe, den Kapitalismus zu hassen, weil er eben aus ganz normalen, eigentlich nicht schlechten Menschen immer und immer wieder Idioten, servile Hunde, Irre, Mitmacher macht. Daher ist der Kapitalismus in der heutigen Zeit, dem heutigen Niveau einfach nur noch eine Schande der Menschheit, für jegliches wahrers menschliches Anlitz.

        Und „Hella“ sollte, trotz des Alters, aller Erfahrungen, sich seines Menschseins bewusst sein oder werden und—–LERNEN, LERNEN, LERNEN! (Lenin)

    • Vorfinder schreibt:

      @Hella
      Sie sind 94 Jahre. Da haben Sie schon ein paar Kriege begleitet. Offenbar aber sind Ihren die Ursachen von Kriegen entfallen oder es hat Sie halt nicht gekümmert – solche Bequemlichkeit bot Ihnen unsere DDR ja auch. Die sozialistische DDR, samt der sozialistischen Brudervölker sorgte dennoch, auch für Bequeme und Schwätzer wie Sie, dafür, dass wir alle zusammen in Frieden leben konnten. Bei Ihrer Lebensspanne sollte Ihnen aufgefallen sein, dass zu Zeiten der sozialistischen DDR, die längste Friedensphase der Geschichte errungen war.

      Von Altersweisheit zeugt es nicht, dass Sie, auf den damals jungen Sozialismus der DDR herumhauen, der sich mit dem überbleibenden Gift der Bourgeoisie, den Wunden in Köpfen und Herzen durch Faschismus und mit Haltungen von Renegaten, wie Sie sie vortragen, die nur nachplappern womit der Klassenfeind sie füttert, herumzuplagen hatte. Aber wie gesagt, unser DDR gab auch solchen wie Ihnen eine warme Stube, kostenlose Gesundheitsversorgung – auch auf deren Kosten sie ihr Alter erreichen konnten – und Karriere ließen wir, Sozialismushasser wie sie, sogar auch noch machen. Da haben Sie doch üppig was eingeheimst von der sozialistischen DDR – der, ach so böse, Sozialismus hatte halt eine Selbstverpflichtung zum Humanismus. ICH hätte daran gerne was geändert und Unterwanderer wie Sie lieber vor die Tür gesetzt – na, als eine Variante …

      Oja, der Sozialismus in unser DDR ist schließlich falsch gelaufen, Querschläger, wie offensichtlich Sie, haben es den Revisionisten und Opportunisten, halt allen Feinden, mit zu Wege gebracht, die DDR zu vernichten.

      Nun darf ich Ihnen aber noch was Schönes, auf einen, ich gönne es Ihnen, noch langen Lebensweg geben. Der Imperialismus hat nicht gesiegt, er führt halt Krieg in Permanenz und gewinnt Schlachten, und Leute wie Sie jubeln drüber. Die Menschheit aber wird den Sozialismus erringen, weil darin ihr würdiges Überleben liegt. Jedenfalls möchte ich meinen, dass Unheil was Leute wie Sie angerichtet haben, ist endlich. Da können Sie nun so alt werden wie Sie wollen, die Barbarei wird sich nicht durchsetzen. – Ist Ihnen aufgefallen, dass in der Welt die Mehrheit der Menschen gar nicht so dämlich ist, wie Sie sich ausgeben?

    • Doed schreibt:

      Ich bin nach der Wende aufgewachsen und bin sehr skeptisch über ihren „Bericht“. Sie haben wirklich alles vereint, was im Medien-Mainstream zu finden ist. Von den SED-Bonzen bis hin zu den Vergewaltiger-Russen. Aus meinen bisherigen Recherchen zur Geschichte, ist vieles der Blockkonfrontation geschuldet. Dass sich eine gewisse Clique herausgebildet, die sich Vorteile von ihren Positionen verschafft haben, weil diese durch ein gewisses (durch den Konflikt verschuldetes) Demokratiedefizit sicher fühlten, sind eben ein negative Begleiterscheinungen. Allerdings sah deren Bereicherung im Vergleich zu den Möglichkeiten im Westen doch lächerlich aus.
      Zu den Vergewaltigungen durch Russen kann ich nur sagen, dass es eine völlig verzerrte (vermutlich ideologisch gewollte) Darstellung der Geschichte ist und massiv im Zeitgeschichtlichen Forum in Leipzig propagiert wurde. Vergewaltigungen gab es durch jede der Kriegspartei. Machen Sie sich doch bitte schlau. Angesichts der Zwangsprostitution und Massenmorde die die Nazis organisierten, ist ihr „als die Russen Jagd auf alles machten , was einen Rock anhatte“ einfach nur widerlich. Jedenfalls wenn sie es nicht besser wussten, ansonsten noch abgrundtief bösartig dazu.

      • sascha313 schreibt:

        Stimmt. Da kann man nur mit Brecht sagen: „Wer die Wahrheit nicht weiß, der ist bloß ein Dummkopf. Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher.“
        (Brecht: Leben des Galilei)

        Es ist nicht ganz richtig, daß „vieles der Blockkonfrontation geschuldet“ ist. Siehe: L.Pribytkowa: Die Demontage.)

        Und was die „Bonzen“ in der DDR betraf (ein Schimpfwort, das dieser Biermann gerne verwendete), so ist auch das nicht ganz richtig. Die führenden Genossen der SED standen oft nicht mehr auf dem Boden der Realitäten. Sie hatten sich von der Arbeiterklasse entfernt, und die auch von ihnen. Obwohl sie hätten informiert sein können, denn die Genossen des MfS wußten bestens Bescheid, und sie hatten auch gewarnt. Aber der marxistisch-leninistische Klassenstandpunkt ist nun mal kein „Stehpunkt“, sondern eine lebendige Bewegung. Und wenn man den Anschluß verpaßt, bleibt man eben zurück. So war das. Hier noch was dazu: Gab es einen Sozialismus in der DDR?

  5. sascha313 schreibt:

    Lieber Harry, weißt Du, ich bin es leid, solchen Leuten immer wieder was zu entgegnen. Sie wissen alles besser, haben ihre Meinung und damit basta. Von LERNEN ist da nichts zu merken, und nicht die Spur von Achtung vor anderen, egal vor wem…

  6. Inson schreibt:

    Es ist doch völlig normal, wenn im hohen Alter und bei fehlender Bewegung im Kopf langsam das Licht ausgeht. Und so bewerte ich diese „Lebensweisheiten“ auch. Zusammengewürfeltes Zeug auf der Resterampe…

  7. rheinlaender schreibt:

    Ob es Hella wirklich gibt, oder es sich nur um einen Forentroll handelt, weiß ich nicht. Diese Art der Propaganda : … von den DDR Bürgern, die begeistert das Kapitalismusfähnchen schwenken .. und die Errungenschaften nicht verteidigen .. , las man sehr oft bei Trotzkisten. In den 90ern haben wir dieses Argumentationsmuster als MODERNEN Antikommunismus entlarven können. Der MODERNE Antikommunismus ist gerade dazu entwickelt worden, um kleinbürgerliche Linke und Gewerkschafter bei der kapitalistischen Fahnenstange zu halten. Vorfinders Kommentar find ich sehr gut, weil es auch auf der Strasse geeignet ist. Auch gebe ich zu, dass ich selber noch keine Klarheit darüber habe, wie die DDR ihre Karrieristen, Wendehälse hätte erkennen können. Aktuell sollen ja gerade in Russland (Quelle: Jevgeni Alex Fedorov) die pro USA Karrieristen in Medien, Verwaltung, Politik wesentlich mehr Macht haben als Putin. Auch der sogenannte Personenkult um Stalin wurde ja von antikommunistischen Verrätern betrieben. Fidel Castro hatte so einen Personenkult um sich selbst verboten. Na ja, ich bleib bei meinem unwissenschaftlichen Spruch : Arschkriecher (besonders Gauck, Merkel) erkennt man schnell und mit dem Herzen.

  8. Harry 56 schreibt:

    Es gibt zweifellos jede Menge Forentrolle, deren Aufgabe es ist, jegliche sinnvolle und wissenschaftliche Diskussion in belangloses bürgerlich-medial vorgegebenes Forengeschwätz zu verwandeln.
    Alles, was sich sinnvoll, wissenschaftlich, nüchtern, ganz cool über den Sozialismus, die erste bzw. Anfangsphase des Kommunismus, gleich, unmittelbar nach dem Sturz des Kapitalismus sagen lässt, hat Marx bereits – und bis heute unwiderleglich, durch inzwischen zig Erfahrungen bestens untermauert – bereits in seiner berühmten „Krtik des Gothaer Programms“ gesagt.
    Marx seine „Kritik“ passt eben auch zur DDR, deren Geschichte, wie die Faust auf’s Auge.
    Wie kann man nur glauben, die Errichtung einer neuen sozialistischen Gesellschaft mit überwiegend von der alten kapitalistischen Klassengesellschaft tief geprägten Leuten wäre ein netter Kindergeburtstag mit lauter netten lieben offenen willigen „echt-kommunistischen“ Menschen?
    Es ist ein langer Weg, welcher Kraft und Ausdauer, und nicht zuletzt einen großen historischen Optimismus benötigt, um nicht gleich schon an kleinen Schwierigkeiten und gar auch mal größeren Rückschlägen zu verzweifeln, das Handtuch zu werfen, vor den inneren und äußeren (oft noch sehr mächtigen!) Klassenfeinden und Gegnern zu kapitulieren.
    Karl-Eduard von Schnitzler sagte mal in einer TV-Diskussion bei OBB, dass es ihm leid sei, immer nur über das zu reden, was in der DDR noch nicht erreicht werden konnte oder versäumt wurde, sondern viel lieber über das alles reden möchte, was in den den wenigen 40 Jährchen der Geschichte dieses ersten deutschen Arbeiter- und Bauernstaates unter größten und oftmals widrigsten Umständen doch erreicht werden konnte.
    Und das war nicht wenig, wie selbst die schäbigen Propagandabüttel von ARD und ZDF oder manche der damaligen Bonner Polit-Ganoven/Gorillas etwa in den 80er Jahren mitunter zugeben mussten.
    Wieso soll das heute nicht mehr wahr und dem völligen Vergessen überantwortet werden?
    Man kann im Grunde alles verstehen, doch muss man es auch WOLLEN, echtes INTERESSE haben!

  9. Tobi schreibt:

    Hallo Norbert, wir hätten uns ja schon mal über die Nationale Frage unterhalten. Da sagtest du, dass bei einer revolutionären Entwicklung die Arbeiterklasse gemeinsam mit den patriotischen Kräften den Kampf um die Befreiung der Nation vom Imperialismus führt. Wollte da noch sicher gehen, ob du mit „revolutionären Entwicklung“ die sozialistische Revolution meinst, von der wir in Deutschland leider noch weit entfernt sind? Also die Kommunisten erst zum Thema Nationale Frage gehen, wenn die Revolution ausbricht?

  10. sascha313 schreibt:

    ..wie war es denn 1946? Damals war an eine sozialistische Revolution nicht zu denken. In den Köpfen spukte noch der braune Geist aus einer tausendjährigen Vergangenheit herum. Dann gab es zuerst in der DDR eine antifaschistisch-demokratische Umwälzung (in Westdeutschland nichts dergleichen!)

    Und wenn man die dämlichen Kommentare weiter oben so liest, dann kann man sich vorstellen, daß es heute nicht viel anders ist. Heute müßte es vielleicht zuerst eine völlige Bildungsumwälzung geben (solche Leute wie „H.“ und „Hella“ mal ausgenommen, denen ist nicht zu helfen) – besser gesagt, der ganze Dreck von einem Vierteljahrhundert antikommunistischer Verblödung müßte erst raus, bevor man wieder etwas Vernünftiges machen kann.

    • Tobi schreibt:

      Sehe ich genauso. Ich finde umso jünger man ist, desto besser kann man lernen, dass der Kommunismus wahr ist. Ich selber wohne in Westdeutschland und bin auch dort zur Welt gekommen. Bin 19 Jahre alt und habe mich schon ziemlich früh für Politik interessiert. Natürlich konnte ich mich nie entscheiden, wo ich mich politisch positionieren soll. Nun aber als ich auf deinen Blog gestoßen bin, bemühe ich mich, vom Marxismus-Leninismus viel zu erfahren, und wenn ich meine mittlere Reife habe, auch über Marx, Engels, Lenin und Stalin zu studieren. Der Kapitalismus ist das schlimmste, was es auf der Welt gibt. Deshalb bin ich überzeugt, Kommunist werden zu wollen.

  11. sascha313 schreibt:

    Danke, Tobi, das machst Du richtig! Man muß natürlich nicht überall das Herz auf der Zunge tragen. Man muß klug sein. Aber der Kommunismus wird nie sterben, weil die Menschen immer nach Gerechtigkeit streben. Und nur wenn man das vernünftig anfängt, wird man künftig vermeiden können, daß sich einzelne weiter auf Kosten anderer bereichern, wie das heute eben ist.

    Und dazu ist die geniale Entdeckung der Gesetze der menschlichen Gesellschaft durch Marx und Engels, die ebenso geniale Weiterentwicklung und Umsetzung dieser Wissenschaft durch Lenin und ihre heldenhafte Verteidigung und der erfolgreiche Aufbau des Sozialimus (nach 1945 auch in der DDR) eben eine wichtige Erfahrung, ein wichtiges Wissen, eine wichtige Grundlage. Vor allem, wenn man die Irrtümer und Fehler der Vergangenheit nicht noch ein zweites Mal wiederholen will.

    Warum sind denn die Besitzer der Produktionsmittel so erpicht darauf, daß keiner an den Grundfesten dieses kapitalistischen Verbrechersystem rüttelt? Keiner, aber auch nicht einer, will seine Privilegien verlieren. Nicht mal der kleinste Gauner! Und die dummen lohnabhängigen Arbeiter glauben immer noch, „die Politik“ müsse da was ändern. Wer oder was ist denn „die Politik“? Genauer gefragt: Wer macht denn die Politik? Antwort: Die herrschende Klasse. Und der Staat ist ihr Machinstrument. Und damit machen diese Leute eben Politik, d.h. Meinungsbeeinflussung, „Kultur“, „Bildung“, Hartz4, Gesetze etc.etc. Von alleine verschwindet dieser Drecksladen aber nicht – das müssen noch viele, viele mehr begreifen!!!

    • Harry 56 schreibt:

      Sei gegrüßt, Sascha!
      Deiner obigen guten Antwort auf Tobi habe ich nichts hinzuzufügen, außer vielleicht diesen sehr guten informativen Film aus dem „Reiche“ der weltberühmten „Kim-Schlächter“, nämlich „Nord-Korea“.

      Hier bitte:

      Und zu Tobi direkt sei gesagt, dass es natürlich sehr gut ist, wenn er beginnt, sich mit dem wissenschaftlichewn Sozialismus zu beschäftigen.
      Ich möchte ihm aber den freundlichen Rat eines bereits Älteren geben, sich bloß nicht zu sehr gleich mit diesen obskuren pseudo-kommunistischen Sekten MLPD, DKP, diersen „KPD’s “ und ähnlichen einzulassen um sich dort mit pseudo-marxistischer Ideologie, im Grunde alles nur verkleidetes bürgerliches Geschwätz unter „marxistischen“ Mäntelchen, manipulieren zu lassen.
      Es wäre daher empfehlenswert, sich nach ein paar Gleichinteressierten umzuschauen und sich erst mal frei und unabhängig von jeglicher Bevormundung mit den wichtigsten Originalwerken zunächst von Marx und Engels, später natürlich auch von Lenin und Stalin, zu beschäftigen.
      Das ist natürlich eine sehr große und langwierige Aufgabe, insbesondere die ökonomischen Schriften von Marx.
      Als eine gute Einführung, als Einstieg würde ich aus persönlicher Erfahrung Engels‘ berühmten „Anti-Dühring“ empfehlen, weil er im Großen und Ganzen eine sehr gute und ziemlich leicht verständliche Zusammenfasung des wissenschaftlichen Sozialismus darstellt, wohlgemerkt: als Einstieg!

      Allen hier einen schönen dritten Adwent!

  12. Pingback: Kein Friede in Nahost? It is Time to Recognize Palestine! | Sascha's Welt

  13. F. F. Tolli schreibt:

    (gelöscht! – Admin. / Forentrolle, Nazis und Provokateure haben auf diesen Seiten nichts zu suchen!)

  14. Pingback: Die DDR und die nationale Frage | Sascha's Welt

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s