Der 1. Juni – Tag des Kindes

An einem wunderschönen Sonnentag war es endlich soweit. Auf vier Pferdewagen verteilt, fuhren die Kinder nach Finkendorf. Sie hatten die Wagen mit Wimpeln und Girlanden geschmückt. Sogar die großen, kräftigen Pferde bekamen Fähnchen ans Geschirr. Vom Schulhof rollten sie durch die ganze Stadt…
Tag des Kindes
So oder ähnlich könnte der Internationale Tag des Kindes in der DDR verlaufen sein. Die Kinder standen in unserer sozialistischen Gesellschaft im Mittelpunkt. Von Geburt an bis ins Erwachsenenalter erfuhren sie die rührende Fürsorge des Staates, der Eltern und Erzieher, der Lehrer und Pionierleiter, es gab Kinderferienlager und eine fast kostenlose Schulspeisung. Ja, in vielen Schulen wurde das Essen sogar frisch zubereitet. Die DDR war ein überaus kinderfreundliches Land. Es gibt noch einige Leute, die sich dankbar an ihre Kindheit in der DDR erinnern!

Der Kinderalltag in der BRD

Wenn man heute dagegen liest: 1,68 Millionen Kinder unter 15 Jahren (das sind 15,3 Prozent!) leben in einer »Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaft«; in Ostdeutschland ist die Quote mit 25,7 Prozent fast doppelt so hoch wie in Westdeutschland (dort sind es ’nur‘ 13,2 Prozent); im Januar 2011 lebten rund 626.000 Alleinerziehende (das sind 40 Prozent) von »Leistungen zur Sicherung des Lebensunterhaltes« (wie Hartz-Vier beschönigend genannt wird) – dann kann man immer wieder nur wieder feststellen: Die BRD ist ein kinderfeindliches Land. Daran ändern auch umfangreiche Sanierungsmaßnahmen an einzelnen Schulen und Kindergärten nichts. Daran ändert sich auch nichts, wenn sogenannte „Schulbedarfspakete“ – eine Art Almosen – verteilt werden, um „bedürftigen Kindern“ etwa den Schulranzen, ein paar Schulhefte, eine Klassenfahrt, die Teilnahme an einer kulturellen Veranstaltung oder den Nachhilfeunterricht zu bezahlen.

Die soziale Familienpolitik in diesem Land

Wieviele Mütter in diesem Land haben nicht das Geld, um ihre Kinder richtig einzukleiden! Wenn man für ein Paar ordentliche Kinderschuhe bald ebenso viel bezahlt, wie für ein Paar Erwachsenenschuhe. Wie viele Mütter sind gezwungen, in Sozialkaufhäusern die abgelegten Klamotten anderer Kinder zu erwerben! Sie beziehen ihre Lebensmittel bei der sogenannten „Tafel“ einer wohltätigen Armutsversorgung, die von Supermärkten ein paar abgelaufene Lebensmittel erhält. Sie finden oftmals keine angemessen bezahlte Arbeit, bestenfalls einen Billigjob. Sie sind auf Unterstützung angewiesen, die sie in mehrseitigen Fragebögen beantragen müssen. (Die daraufhin mindestens ebenso umfangreichen „Berechnungen“ über die gewährten „Leistungen“ sind kaum zu kontrollieren.) Man beschimpft sie als Sozialschmarotzer. Und sie müssen sich zu allem Übel auch noch die Vorhaltungen derjenigen anhören, denen Kinder lästig sind, die ihr Geld lieber in Fressalien, Reisen und Klamotten investieren, und die – welch ein Hohn! – ab und zu ein paar Euro lockermachen, um „armen Kindern in Afrika zu helfen“. Ja, das ist die Realität der „Kindertages“, des Alltags in der BRD.

Eine „linke“ Dame prangert die Ungerechtigkeiten an…

Da liest es sich fast wie ein Witz, wenn eine gewisse Sabine Zimmermann in der „jungen Welt“ der Bundesregierung den Ratschlag erteilt, man müsse das „soziale System bei Hilfebedürftigkeit wirklich existenzsichernd“ gestalten, ohne auch nur ein Wort darüber zu verlieren, daß die Ursachen nicht in der Politik der Regierung, sondern in der herrschenden kapitalistischen Gesellschaftsordnung zu suchen sind. Aber damit ist diese „linke“ Dame sicher völlig überfordert…

Siehe auch:
Klaus Wallmann sen. auf randzone-online
Die DDR – ein kinderfreundliches Land

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15 Antworten zu Der 1. Juni – Tag des Kindes

  1. Pingback: Der 1. Juni – Tag des Kindes | Was war die DDR ?

  2. prkreuznach schreibt:

    Hat dies auf Was war die DDR ? rebloggt und kommentierte:
    Besser kann man es nicht erklären.

  3. Xeniana schreibt:

    vor allem war die DDR ein Elternfreundliches Land. Welches Kind mag schon im Wochenheim betreut werden? Ich wundere mich sehr , dass es diese einseitige Sicht der Dinge noch gibt. Mit sozialistischem Gruß Xeniana

    • sascha313 schreibt:

      … welche einseitige Sichtweise? Das verstehe ich jetzt nicht!

      • prkreuznach schreibt:

        In der Alt-BRD wurde ein anderes Familienmodell propagiert. Der Vater ist Alleinverdiener und die Mutter ist Hausfrau und erzieht die Kinder zu Hause. Nun ist dieses Modell, trotz allen Rückschrittts, nicht mehr haltbar. Man guckt in Sachen Kinderbetreuung nach Frankreich. Denn es wurde uns ja erzählt, dass in der DDR die Mütter arbeiten geschickt wurden, um die Kinder in Betreuungseinrichtungen zu „indoktrinieren“. Die Mütter stempelte man als Rabenmütter ab. Also war DDR schlecht und Frankreich ist gut. Xeniana verstehe ich dahingehend, dass einem Elternteil, in der Regel die Mutter, die Möglichkeit gegeben werden soll die Kinder zu Hause zu betreuen.

  4. Harry 56 schreibt:

    Hätten die Bonner Handlanger aller Parteien des westdeutschen Bürgerums und Großkapitals nicht schon vor Jahrzehnten begonnen Millionen ausländischer Menschen unter verschiedensten erlogenen Vorwänden ins Land zu schleppen, hätten sie nicht 1990 erfolgreich einen ganzen demographisch einigermaßen ausgewogenen Staat als quasi kurzzeitigen JUNGBRUNNEN annektieren können, die „gute alte Bundesrepublik“ mit ihren angeblichen „hohen Lebensstandard“ und seinen angeblichen „Reise-Weltmeistern“ wäre heute in weiten Teilen nur noch ein ödes Altersheim.
    (Dass dies ganz selbstverständlich auch für eine ganze Reihe weiterer spätimperialistischer Staaten und Völker ohne Annexion eines ganzen anderen Staates gerade auch in Europa zutrifft, sei hier nur am Rande erwähnt.)
    Seltsam auch hier wieder, wie viele dieser zahllosen pseudo-linken Schwätzer und Spinner aller Schattierungen auch diese nicht gerade unerheblichen Tatsache verkennen.
    Für einen „Tag des Kindes“ war daher ganz selbstverständlich im westlichen Teil Deutschlands seit 1945 nie ein wirklicher Platz vorhanden.
    Traurig, aber wahr.

  5. sascha313 schreibt:

    Aha, die DDR war „schlecht“? Das wäre ja nichts Überraschendes bei der heutigen DDR-feindlichen Propaganda. – Nur muß man eben fragen, warum die Mütter in der DDR arbeiten gingen. Ganz sicher nicht, weil das Geld z.B. bei drei Kindern (wie es eben heute ist!) vorn und hinten nicht gereicht hätte! Die Frauen waren gleichberechtigt – das ist der Unterschied zum Kapitalismus.

    Und da geht es hier nicht um irgend ein „Modell“, sondern es geht um zwei grundsätzlich verschiedene Gesellschaftsordnungen! Das kann man alles bei August Bebel nachlesen. „Die Frau und der Sozialismus“ – oder hier:
    http://sascha313.blog.de/2011/06/10/frauen-ddr-11293747/

    Die DDR war eben deshalb nicht nur ein „elternfreundliches“ Land, sondern in erster Linie ein KINDERFREUNDLICHES Land. Wo alle Kinder (unabhängig vom „Geldbeutel“ der Eltern!) das Recht auf eine unbeschwerte und sorglose Kindheit hatten! Man braucht sich heute bloß mal die Kita-Gebühren anzusehen, wie erniedrigend es ist, um jeden Euro betteln zu müssen, vornehmer gesagt: d.h. jeden Euro „beantragen“ zu müssen…

    Und daß die Kinder „indoktriniert“ wurden, ist ebenso absurd wie lächerlich! Im Gegenteil, es hat die Muttis enorm entlastet, wenn sie die Kinder in liebevolle Hände geben konnten. Und die Kinder wurden von qualifizierten Pädagogen betreut und erzogen, und wenn es notwendig war, auch nachmittags. Heute stellt man da lieber „Praktikanten“ ein, weil die billiger sind. Und wenn die Kinder mal 5 Minuten später abgeholt werden, bezahlen die Eltern heute Strafgebühren! Das gab es in der DDR nicht!

    Und deshalb war der Kindertag auch ein Freudentag für die DDR-Kinder!

    • prkreuznach schreibt:

      sascha313, Du hast ja so recht. Ich kenne nur diese Sichtweise aus Westdeutschland, wo ich ja nun mal geboren und aufgewachsen bin. Christa Müller, die Ex-Frau von Oskar Lafontaine hat ja da eine besonders rückwärtsgewandte Sichtweise. Das wird mit dem Wohl des Kindes begründet. sascha313, dass Du bei solch einer Diskussion Wut bekommst, verstehe ich. Als Westdeutsche kenne ich solches Denken zur Genüge.

  6. sascha313 schreibt:

    Danke, pr 🙂 Ich weiß! Das ist auch nicht so sehr aus Wut geschrieben, ich versuche immer sachlich zu sein. Aber es gibt ’ne Menge (vor allem jüngere) Leser, die wissen das einfach nicht, oder sie glauben eben, was man ihnen immer wieder erzählt. Wer ist eigentlich Oscar Lafotine, und überhaupt seine Ex-Frau???????? 😉
    Viele Grüße
    Norbert

    • prkreuznach schreibt:

      Du kennst nicht Oskar Lafontaine? Früher einer der wenigen aufrechten Sozialdemokraten in der SPD. Früher OB von Saarbrücken, später Ministerpräsident des Saarlandes und dann Bundesfinanzminister. Dann das Zerwürfnis mit der SPD. Er wird einer der Gründer der WASG, die sich später mit der PDS zur LINKEN vereinigt. Christa Müller, seine Ex-Frau, war, ich weiß nicht ob sie es noch ist, familienpolitische Sprecherin der LINKEN im Saarland. Christa Müller vertritt höchst reaktionäre Auffassungen bezüglich der Familienpolitik und verkauft es als linke Politik. Ich war froh, als die Nachricht gekommen ist, dass Oskar Lafontaine nun mit Sahra Wagenknecht zusammen ist und er die olle Christa Müller losgeworden ist.

      • sascha313 schreibt:

        Na, nee – klar weiß ich, wer das ist. Ich hab‘ ihn mal Anfang der 90er auf irgendsoeiner improvisierten Bühne reden hören. Parteigequassel! Wie er früher war, weiß ich nicht. Aber mit der Gorbatschow-Verehrerin W. hat Lafontaine natürlich den „Joker“ gezogen )))))) Ob sie noch andere „Qualitäten“ hat??? Na, Spaß beiseite. Solche „Linken“ taugen nix! Sie reden nur – sonst nichts….

      • prkreuznach schreibt:

        Ja, von Sahra Wagenknecht bin ich auch enttäuscht. Die konsequente Kommunistin ist sie schon lange nicht mehr. Dass sie Gorbatschow-Verehrerin ist, habe ich bislang nicht gewusst. Das Buch „Antisozialistische Strategien“ war mir in früheren Jahren eine Hilfe. Ob sie noch so konsequent dahinter steht? Ich glaube nicht. Aber als Bundestagsrednerin ist sie wieder gut.
        Ja, für Westdeutsche hat alles eine andere Perspektive. Wir waren froh Lafontaine als „Zugpferd“ zu haben.

      • sascha313 schreibt:

        Du kannst bei der Blödzeitung nachlesen, was diese Dame von dem Verräter und Falschspieler „Gorbi“ hält. Im Bundestag brauchen die solche Schwätzer, damit die dummen Zuschauer glauben, es ginge dort demokratisch zu. Übrigens hat sich Kurt Gossweiler vor 20 Jahren mal mit dieser angeblichen „Kommunistin“ unvoreingenommen, aber kritisch auseinandergesetzt.

      • prkreuznach schreibt:

        Norbert, Danke für die Info. Die Blöd-Zeitung lese ich schon lange nicht mehr. Mein Gott, wieso habe ich das damals von Kurt Gossweiler nicht mtbekommen? Ich kann da nur sagen, dass viele Linke auf dem „Holzweg“ sind.

  7. Harry 56 schreibt:

    Frau „Genossin“ W. hat sich in verschiedensten bürgerlichen Parlamenten inzwischen finanziell derart Gesund gestoßen, einschließlich einer schon heute opulenten Altersversorgung, dass sie nun von ihren einstigen „kommunistischen Überzeugungen“ kaum noch was hören will.
    Sie verbreitet inzwischen schon dieses alte, zum Teil schon in der NS-Zeit kreierte bürgerliche „ordo-liberale“ Ökonomie-Gequassel, dabei Ludwig Erhard und einige seiner damaligen alten (NS)Mentoren ausdrücklich erwähnend.
    Und wer hat ihr diesen sozialen Auftieg in dieser bürgerlichen Ordnung verschafft?
    Eine nicht geringe Zahl an dummen verblendeten „linken“ vermeintlichen Wählern, welche noch immer glauben, träumen, bei allen diesen (Pseudo) „Wahlen“ ginge es tatsächlich um Alternativen, gar sozialistische Alternativen zu den heutigen Verhältnissen.
    Nun gut, für Frau W: hat sich dieser „linke“ Wahn vieler dieser Wähler immerhin bestens bezahlt gemacht!
    Und schon wieder tauchen neue gierige „kommunistische“ Aspiranten auf -. (zumeist beruflich ziemlich verkrachte kleinbürgerliche Intellektuelle mit geringen Aussichten auf ein „lukratives“ bürgerliches Erwerbsleben) – auf Parlamentssitze und fettester Staatsversorgung , gieren nach neuen „revolutionären marxistischen Parteien“, natürlich immer mit dem geheimsten Wunsche, alsbald in eine diese verlogenen bürgerlichen Parlamente/“Schwatzbuden“(O-Ton (A.H.!) einziehen zu dürfen, der einfachen verhaßten schäbigen Lohnarbeit oder gar dem Bezug schäbigster staatlicher Hilfsleistungen so auf immer entrinnen zu können, sich so ebenfalls finanziell Gesund zu stoßen, einen zumindest kleinbürgerlichen gesellschaftlichen Aufstieg so hinzukriegen..
    So für den Sozialismus, dem Frieden und natürlich auch „soziale Gerchtigkeit“ in einem bürgerlichen Parlament mit bloßen Geschwätz „kämpfen“ zu können, aber immer, diese Herrschaften! (ganz ähnlich unseren „kämpferischen Gewerkschaftlern“)
    Mir jedenfalls können alle diese „Linken“ und Pseudo-Kommunisten mit ihren erträumten „Mandaten“ gestohlen bleiben!

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