Die alles entscheidende Frage für die Zukunft der Menschheit: Wem gehören die Produktionsmittel?

Dem einen geht es gut, der andere kämpft ums Überleben. Warum gibt es arm und reich? Woher kommen die sozialen Unterschiede? Sehr oft versucht man uns einzureden, daß allein derjenige es zu großem Glück und Reichtum bringt, der fleißig und auch sparsam ist, während der Faule und Verschwenderische sein Hab und Gut und Zeit letztlich nur verplempert. Nur im Schlaraffenland gibt es da keine solchen Unterschiede, hier sind alle Menschen gleich. Als sich zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Klassengegensätze verschärften, gab es nicht wenige Versuche, die zunehmende soziale Ungleichheit zu erkären. Muß denn nicht einmal zu Beginn der Menschheitsgeschichte die Ausgangs-situation für alle Menschen gleich gewesen sein? Um dieser Frage nachzugehen, wenden wir uns der Geschichte zu:

Th. Müntzer: »…laßt euch durch heuchlerische Pfaffen nicht verführen«

Schon vor Jahrhunderten dachten fortschrittliche Menschen über die Ursachen der offenkundig vorhandenen sozialen Ungleichheit nach. Sie erkannten mehr oder weniger klar, daß die ins Auge springenden Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit in einem ursächlichen Zusammenhang mit dem Privateigentum stehen.

Thomas Müntzer

Thomas Müntzer (1490-1525) verurteilte in seiner »Fürstenpredigt« von 1524 die auf Ausbeutung und Unterdrückung beruhende Feudalordnung und erstrebte für das einfache Volk das Himmelreich auf Erden, worunter er nichts anderes verstand als einen Gesellschaftszustand, in dem es kein Privateigentum, keine Klassenunterschiede mehr gibt, wo alle arbeiten und gesellschaftlich gleichgestellt sind.

Beseitigung der sozialen Mißstände durch Abschaffung des Privateigentums

Die Taboriten, der vorwiegend von armen Bauern, Handwerkern, Tagelöhnern und Bergarbeitern gebildete radikale Flügel der nationalen und sozialen Freiheitsbewegung des tschechischen Volkes unter Führung von Jan Hus (1369-1415), wandten sich gegen die ungleiche und ihrer Meinung nach ungerechte Verteilung des Reichtums. Auch sie forderten die Beseitigung der sozialen Mißstände ihrer Zeit durch Abschaffung des Privateigentums. Zur Sicherung der angestrebten allgemeinen Gleichheit ver­ langten sie, daß das Eigentum allen gleichermaßen gehören sollte. Ihr Ideal war eine Form des Urkommunisrnus, die weitgehend militärisch organisiert war.

Rousseau erkennt die Ursache der sozialen Ungleichheit

Jean Jacques Rousseau (1712-1778) warf die Frage nach den Ursachen der sozialen Ungleichheit mit einer bis dahin nicht gekannten Radikalität auf. Er charakterisierte in der Abhandlung »Über den Ursprung und die Grundlagen der Ungleichheit unter den Menschen« (1754) die Gesellschaftsordnung seiner Zeit als Zivilisation maßloser Ungleichheit und Ungerechtigkeit.
Jean Jacques Rousseau
Er stellte fest, daß es im Anfangsstadium des gesellschaftlichen Zusammenlebens, im sogenannten Naturzustand, kein Privateigentum und daher keine soziale Knechtung gegeben habe. Hier waren nach Rousseaus Auffassung alle Menschen gleichgestellt. Die tiefste Ursache für die soziale Ungleichheit erblickte Rousseau in der Entstehung des Privateigentums.

»Der erste, der ein Stück Land umzäunte und auf den Einfall kam zu sagen, dies gehört mir, und einfältige Leute antraf, die es ihm glaubten, war der eigentliche Begründer der bürgerlichen Gesellschaft. Welche Verbrechen, wie viele Kriege, Morde und Greuel, wieviel Elend hätten dem menschlichen Geschlecht erspart bleiben können, wenn einer die Pfähle ausgerissen, den Graben zugeschüttet und seinen Mitmenschen zugerufen hätte: ‚Glaubt diesem Betrüger nicht! Ihr seid verloren, wenn ihr vergeßt, daß die Früchte euch allen, der Boden aber niemandem gehört!’« (Über Ursprung und Grundlagen der Ungleichheit. Berlin 1955, S.86)

Ein bemerkenswerter Hinweis

Bemerkenswert ist, daß Rousseau die entscheidende Ursache für die Entstehung des Privateigentums nicht zu erkennen vermochte. Dennoch äußerte er einige wertvolle Mutmaßungen über die Rolle, die die Erfindung von voll­ kommeneren Arbeitswerkzeugen spielte. »Die ersten Fort­ schritte gaben den Menschen Gelegenheit, sich rascher zu entwickeln. Je mehr ihr Geist sich aufklärte, desto größer wurde ihre Geschicklichkeit. Bald schliefen sie nicht mehr unter dem ersten besten Baume ein oder verkrochen sich in Höhlen. Sie fanden bald harte und scharfe Steine, die Äxten ähnlich waren, und benutzten sie, um Holz zu hauen, die Erde umzugraben und Hütten aus Laubwerk zu bauen, die man schließlich mit Ton und Lehm bestrich. Das war die Zeit der ersten Umwälzung, durch welche die Einteilung in besondere Familien erfolgte und eine Art Eigentum aufkam.« (a.a.O, S.90)

Karl Marx und Friedrich Engels: Von der Utopie zur Wirklichkeit

Betrachtet man das von Müntzer bis zu Fourier, Saint­ Simon und Owen reichende Ringen um die Aufdeckung der Ursachen der sozialen Ungleichheit, wird die Lösung des Problems, die Karl Marx und Friedrich Engels gelang, in ihrer ganzen Tragweite deutlich: Die utopischen Soziali­sten früherer Jahrhunderte hatten zwar im weltgeschicht­lichen Sinne recht, als sie das Bild einer glücklichen Gesellschaft entwarfen, aber ihre Zielstellungen mußten utopisch bleiben, weil für ihre Realisierung die objektiven Bedingungen noch gänzlich fehlten.

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Karl Marx und Friedrich Engels

Erst zu einer Zeit, als die Arbeiterklasse mit ihren gewaltigen Potenzen die Entwicklung vorantrieb, reiften diese Bedingungen heran. Mit der Aufdeckung der grundlegenden Bewegungs-und Entwicklungsgesetze der menschlichen Gesellschaft durch Karl Marx war schließlich auch die Voraussetzung gegeben, die sozialen Triebkräfte und Wege aufzuzeigen, die wirklich zu einer neuen gesellschaftlichen Ordnung füh­ren können.

Privateigentum. Ein Nachweis auf wissenschaftlicher Grundlage

Es ist das große Verdienst von Marx und Engels, daß sie die Legenden über die Herausbildung der Ungleichheit durch exakte wissenschaftliche Analysen der historischen Verhältnisse widerlegt haben. Eine hervorragende Be­deutung hatten dabei der erste Band des Marxschen »Kapitals« (1867), insbesondere das 24. Kapitel »Die sogenannte ursprüngliche Akkumulation«, sowie das Werk von Friedrich Engels: »Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates« (1864). Marx und Engels wiesen nach, daß die tiefste Ursache der Ungleichheit im Privateigentum an den Produktions­ mitteln zu suchen ist. Wer über die Produktionsmittel (Werkzeuge, Maschinen, Rohstoffe, Material u.a.) verfügt, bestimmt über die Verteilung des Produzierten und damit auch über den Verbrauch, die Konsumtion.

Privateigentum besteht nicht für ewig und alle Zeiten!

Zugleich zeigten Marx und Engels in diesen und anderen Arbeiten, daß dieses Privateigentum an den Produktionsmitteln nicht ewig ist, sondern nur eine spezifische Erscheinungsform des Eigentums überhaupt, die in einer bestimmten historischen Entwicklungsetappe entsteht und ebenso wieder vergeht. Davor existierte und auch danach existiert tat­sächlich das Eigentum. Es ist aufs engste mit dem Ringen des Menschen zur Sicherung seiner Existenz verbunden, mit der ständigen Auseinandersetzung mit der Natur zur Befriedigung seiner wachsenden Bedürfnisse.

Die Produktionsverhältnisse bestimmen das Zusammenleben

Die menschliche Gesellschaft existiert nur, weil sie pro­duziert. Produktion ist Aneignung der Natur durch die Menschen im Prozeß der Arbeit. Dabei wirken sie aber nicht nur auf die Natur, sondern in allen Phasen des Reproduktionsprozesses (Produktion, Verteilung, Austausch/Zirkulation und Konsumtion) auch aufeinander ein. Sie treten damit in bestimmte Beziehungen zueinander. Die Gesamtheit dieser Beziehungen wird als Produktionsverhältnis bezeichnet.
Capitalismo
Karl Marx stellte fest: »In der Produktion beziehen sich die Menschen nicht allein auf die Natur. Sie produzieren nur, indem sie auf eine bestimmte Weise zusammenwirken und ihre Tätigkeiten gegeneinander austauschen. Um zu produzieren, treten sie in be­stimmte Beziehungen und Verhältnisse zueinander, und nur innerhalb dieser gesellschaftlichen Beziehungen und Verhältnisse findet ihre Beziehung zur Natur, findet die Produktion statt.« (Lohnarbeit und Kapital. In: MEW, Bd.6, Berlin 1961, S.407)

Woher kommen Ausbeutung und Unterdrückung?

In diesem Zusammenhang ist die Frage besonders wichtig, wodurch diese oder jene Art der Produktionsverhältnisse bestimmt ist. Es gibt in der Tat keinen anderen bestimmenden Faktor als das Eigentum an den Produktionsmitteln: Die Art der Produktionsverhältnisse hängt davon ab, in wessen Verfügung sich die Produktionsmittel befinden. Gehören sie einzelnen Gruppen in der Gesellschaft – während andere ihrer beraubt sind –, kann nur produziert werden, wenn die der Produktionsmittel beraubten unmittelbaren Produzenten ihre Arbeitskraft den Eigentümern der Produktionsmittel verkaufen. Dadurch sind sie von diesen abhängig. Die Formen der Abhängigkeit sind sehr verschieden. Aber in jedem Falle werden diese Menschen ausgebeutet und unterdrückt.

Wie aber geht es heute Milliarden Menschen?

Die Weltbevölkerung zählt heute rund 4 Milliarden Menschen. Etwa ein Drittel davon lebt unter dem Existenzminimum. Hungersnöte in Pakistan und Indonesien, in Afrika und anderen Gebieten sind weltweit bekannt. Selbst im reichsten Land der kapitalistischen Welt, in den USA, gibt es Hungernde. Mehr als 30 Millionen US-Amerikaner haben nicht die 75 Cents je Tag, die – laut Arbeitsministerium – als Existenzminimum gelten. 30 Millionen Menschen gehen täglich hungrig schlafen.

Armut USA USA

Ein Viertel der Bevölkerung der USA haust in Elendsquartieren, während ein Fünftel der neuerrichteten Wohnungen auf Grund der hohen Mieten leer steht. In Lateinamerika sind mehr als 22 Millionen Kinder chronisch unterernährt, ganz zu schweigen von den Kindern in verschiedenen Staaten. Hinzu kommt, daß gegenwärtig in den sogenannten Entwicklungsländern etwa 80 Millionen Menschen der arbeitsfähigen Bevölkerung arbeitslos sind. Noch weitaus größer ist die Zahl der Unterbeschäftigten. Zur Zeit fehlen mindestens 400 Millionen Arbeitsplätze. Im Vergleich dazu erscheint die Zahl von immerhin 18 Millionen Arbeitslosen im Jahre 1975 in den kapitalistischen Industriestaaten – das ist der höchste Stand seit 40 Jahren! – geradezu als harmlos. (Angaben von 1977)

Und die Reichen?

In der BRD verfügen 1,7 % der Familien (Haushalte) über 74 % der Produktionsmittel und über 34 % des privaten Vermögens, 0,8 % der Haushalte haben die Verfügungsgewalt über 90 % des gesamten Privatbesitzes an Aktien und Investmentzertifi­katen. 0,6 % der Sparkonten – die Konten der Angehörigen der herrschenden Klasse – haben Einlagen von durch­ schnittlich 90.000 DM, während 81,5 % der Sparkonten (der Arbeiter und Angestellten) nur durchschnittlich 525 DM aufweisen.

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In den USA besaß im Jahre 1972 nur 1 % der Bevölkerung etwa 25 % des gesamten privaten Vermögens. 5 % der Bevölkerung verfügten über 40 % des Privatvermögens. Weitere 14 % der Bevölkerung hatten dreimal mehr Ver­mögen als die restlichen 80 %. Wenn man die Eigentums-verhältnisse in der kapitalistischen Welt unter die Lupe nimmt, zeigt sich, daß 600 Kapitalbesitzer praktisch die gesamte kapitalistische Weltwirtschaft beherrschen. (Stand: 1977)

Was wäre die Alternative?

Nur dann, wenn die Produktionsmittel allen Produzenten gemeinsam gehören, also eine Identität zwischen Arbeitenden und Eigentümern der Produktionsmittel besteht, können sich derartige Herrschafts- und Unterordnungsverhältnisse nicht ausbreiten. Im Gegenteil: Es entwickeln sich Verhältnisse der kameradschaftlichen Zusammenarbeit und gegenseitigen Unterstützung. Daraus ergibt sich: Die Verhältnisse, die die Menschen in der Produktion zueinander eingehen, sind gesellschaftliche Beziehungen der Menschen in ihrer Stellung zu den Produktionsmitteln und den erzeugten Produkten. Karl Marx stellt deshalb fest: Durch die ökonomische Analyse des Eigentums ist es möglich, »das innerste Geheimnis, die verborgne Grundlage der ganzen gesellschaftlichen Konstruktion zu finden. (Das Kapital, Bd. III. In: MEW, Bd.25, Berlin 1964, S.799/800)

Was muß folglich geschehen?

(Diese Frage kann sich jeder selbst beantworten!)

Quelle:
Jürgen Becher: Ist das Eigentum ewig? Urania-Verlag Leipzig/Berlin/Jena, 1977. (Auszüge; Zwischen überschriften von mir, N.G.)

Siehe auch:
Woher kommt der Reichtum?
Gibt es Armut in Deutschland?
Warum gibt es überhaupt Arbeitslosigkeit?
Marxismus-Leninismus – interessante Wissenschaft mit revolutionärer Perspektive
Der Sozialimsus war unsd ist lebensfähig!

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65 Antworten zu Die alles entscheidende Frage für die Zukunft der Menschheit: Wem gehören die Produktionsmittel?

  1. Harry 56 schreibt:

    Es ist vielleicht nicht uninteressant, mal den Blick auf die einfache Tatsache zu lenken, dass neben all dem beschönigenden und rechtfertigenden, oft auch nur eher scheinkritischen Reden über dieses System, selbst die bissigsten und schärfsten Kabarettisten gerade um die Frage des Eigentums an den Produktionsmitteln, den Naturschätzen, einen großen Bogen machen, wie die sprichwörtliche Katze um den heißen Brei!
    Warum? Nur ein Zufall?
    Ich glaube nicht ganz, siehe weiter obigen alten Becher-Text von 1926!
    Wie die meisten vielen jammernden, heulenden, sich zumeist bloß eher moralisch(!) echauffierenden Blogger, sind auch diese Spaßvögel von Kabarettisten wohl zumeist nur, wie es Marx und Engels im Kommunistischen Manifest schon so genial ausdrückten, Bourgois-Sozialisten.
    So stellt sich mir die Sache wenigstens dar.

    • prkreuznach schreibt:

      Selbst wenn es Kabarettisten gibt, die Kritik am Kapitalismus üben, so ist es spätestens da vorbei, wenn es um die DDR geht. Da reihen sie sich, z.B. in die Hetzkampagne zum Thema Knäste in der DDR, ein. Aber selbst wenn die Kabettisten wichtige Themen aufgreifen und humorvoll gut darlegen: Wer sieht sich denn Kabarett an? Es ist mehrheitlich das Bildungsbürgertum. Manchmal Politker/innen selber, die karikiert werden. Es wird dann und wann Dampf abgelassen. Doch tatsächliche Veränderung ist unerwünscht.
      Und falls es doch kommunistische Kabarettisten gibt (z.B. Dietrich Kittner), so dürfen sie nicht im Fernsehen auftreten und erreichen nur ein kleines Publikum.

      • sascha313 schreibt:

        Du hast 100%ig recht Petra. Das „Dampfablassen“ brauchen diejenigen, die ihren inneren Frust aus Angst niemandem erzählen, und hinterher gehen sie umso frustrierter heraus: Man müßte wirklich mal was ändern …“man“ müßte? Ja, wer? …und wann??? Irgendwann ist nirgendwann!

    • rheinlaender schreibt:

      Hallo lieber Harry,
      über das Privateigentum an Produktionsmittel gibt es so viel Nebel, dass selbst westliche „sogenannte“ Wirtschaftsexperten nicht durchblicken.
      1) Die denken, dass Verstaatlichung heißt, einen debilen Grünen Politiker mit abgebrochenem Germanistikstudium an die an die Spitze eines Technologie unternehmen zu bringen. Eigentlich sollte jeder wissen, dass in einer Arzneifirma Chemiker / Biologen und keine Polizisten oder Kindergärtnerinnen dominieren.
      2) Die vergessen, dass die DDR Verfassung in Artikel 14 die auf persönlicher Arbeit beruhende Selbständigkeit bejaht.
      3) Andere meinen, dass ja Jeder Aktien an DAX Unternehmen erwerben und somit am Reichtum teilhaben kann.
      4) Viele Kommunisten sehen in PROFIT Teufelswerk. Genosse Kurt Gossweiler schrieb in seinem Brief an die MLPD aber, dass Gewinne notwendig sind, um den Wohlstand zu heben.
      5) Propagandistisch und fälschlicherweise wird Kapitalismus mit Regelung durch Angebot und Nachfrage gleichgesetzt.
      a) Im Kapitalismus gibt es ein Überangebot an Politikern und geeigneten Konzernvorständen. Dennoch bekommen die Supervergütungen, statt herunterkonkurrierte Löhne.
      b) Krebsmedikamente die kaum nachgefragt werden, sind trotzdem unerschwinglich.
      c) Schwere und unangenehme Arbeit müsste in der BRD eigentlich hoch bezahlt werden. Wird sie aber nicht, weil die Menschen durch H4 Schikanen zwangsrekrutiert werden.
      d) In der DDR und auch in der BRD bis Ende 70 wurden Arbeiten die jeder gern macht und kann, geringer bezahlt als Arbeiten die unangenehm sind oder sehr schwer zu erlernen.
      6) Auch ich weiß nicht so recht den PRAKTISCHEN Unterschied zwischen Vergesellschaftung und Verstaatlichung. Dies ist ja seit einem Jahr ein brandheisses Thema in Kuba,
      7) Wer kommt eigentlich auf die Idee, dass Wasser, Rostoffe, Energie, Grundstücke in grossem Umfang Privatbesitzern gehören sollen.
      Ich denke, dass Wohlstand die beste Waffe gegen Imperialismus ist.

      • sascha313 schreibt:

        Hä? Wohlstand als „Waffe“ gegen den Imperialismus??? … statt Klarheit noch ein großes Stück Nebel dazu, rheinlaender! Was soll das? Du mußt hier nicht immer wieder mit den gleichen Fragen kommen, die längst beantwortet sind. Was bezweckst Du eigentlich damit?
        http://sascha313.blog.de/2013/07/19/vergesellschaftung-16251057/

      • Harry 56 schreibt:

        Sei gegrüßt, Rheinlaender!
        Wenn wir über das Privateigentum an PM sprechen und deren Vergesellschaftung, Verstaatlichung im Sozialismus, so sind damit nach dem Sturz des Kapitalismus und der unmittelbar darauffolgenden 1.Phase des Kommunismus, – gewöhnlicher und besonders praktischerweise umgangssprachlich als Sozialismus bezeichnet – die wichtigsten gesellschaftlichen Produktionsmittel gemeint.
        Also für eine längere Übergangsphase keine Produktionsmittel, welche von deren Eigentümern persönlich, evtl., ua., auch mit Hilfe von Familienmitgliedern zur Warenproduktion genutzt werden.(Diese kann man daher auch in der 1.Phase noch nicht SOFORT abschaffen!)
        Dieses private kleinere Eigentum an PM schützte in der Tat sogar noch die „“Ulbricht-Verfassung“ (über ZVAB: Staatsverlag der DDR, 1968) von 1968.
        Verstaatlichungen im Kapitalismus sind dagegen kein Sozialismus, bedeutet kein Ende der Ausbeutung der Lohnabhängigen, sondern dient eher als „Stütze“ oder Ergänzung zur übrigen privaten Profitwirtschaft, manchmal auch bloß zu deren Sanierung.
        (Danach wird meist wieder privatisiert)
        Nun gibt es in einem kapitalistischen Staatsbetrieb als auch vorerst noch in einem sozialistischen „Staatsbetrieb“ alias „VEB….???“ immer noch Lohnarbeit.(siehe: 1.Phase des Kommunismus!)
        Doch was ist nun der ENTSCHEIDENDE Unterschied?
        Der entscheidende Unterschied zur Lohnarbeit in einem kapitalistischen Unternehmen ist, dass auch hier die sozialistischen Werktätigen ein Mehrprodukt zunächt an den sozialistischen Staat als gesamtgesellschaftlicher VERWALTER und Betreiber dieser Produktionsstätten abliefern müssen, dieses aber den Werktätigen im Endeffekt doch wieder zugute kommt, und zwar ziemlich gerecht und sozial ALLEN(!) Werktätigen oder noch nicht (Kinder, Schüler, Studenten, Weiterbildende etc..)oder bereits ausgeschiedenen Werktätigen.(Rentner, Kranke etc…), also NICHT größtenteil in Privattaschen, zu deren alleiniger privater Verfügung.
        Die bürgerlich-rechtlich garantierte Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ist somit weitgehend außer Kraft gesetzt. Millionäre als auch Arme würde uns bald schon so seltsam und unverständlich vorkommen wie etwa heute die einstigen Edelleute, Adligen, Fürsten oder Könige mit allen ihren sagenhaften Reichtümern und sonstigen Herrlichkeiten.
        Was dann noch an krummen Dingen möglich und übrig bleibt, sind rechtwidrige Gaunereien, Betrügereien.
        Diese Sachverhalte, Delikte müssen dann in einem neuen sozialistischen Rechtssystem entsprechen kodifiziert und bei Zuwiderhandlungen .auch KONSEQUENT(!) geahndet werden.(Diebstahl von Volkseigentum!)
        Die Sache ist doch gar nicht soooo… schwer, oder?
        Ein schönes Wochenende! 🙂

      • Politnick schreibt:

        Die Annahme, dass es im Kapitalismus zwischen Angebot und Nachfrage einen regelnden Mechanismus gibt, ist falsch. Warum das falsch ist, liegt daran, dass das Ziel der kapitalistischen Produktion darin besteht, Profite zu erzielen und nicht etwa um materielle sowie kulturelle Bedürfnisse zu befriedigen.

        Wenn eine Regelung stattfinden soll, funktioniert das nur über eine Planwirtschaft, an der ein Kapitalist, der ganz andere Ziele verfolgt, siehe oben, überhaupt gar kein Interesse hat. Im Kapitalismus gibt es daher auch keine soziale Marktwirtschaft. Im Kapitalismus werden Häuser/Wohnungen gebaut um damit Profite zu machen und nicht etwa damit es keine Obdachlosen gibt.

        Aus demselben Grund werden im Kapitalismus Supermärkte errichtet, nämlich um Profite zu erzielen und nicht etwa, damit ein Bedarf an Waren täglicher Bedarf (WTB) gedeckt wird. So hängen Bedarf und gesellschaftliche Arbeit eng zusammen, im Kapitalismus jedoch wird dieser Zusammenhang aufgehoben. Was heute an Unmengen von Gütern auf unseren Straßen unterwegs ist, hat mit WTB überhaupt nichts mehr zu tun. Und die Gehälter die REWE u.a. zahlen sind ein Witz gegen das was pro Tag in einem einzigen Supermarkt umgesetzt wird!

        Und wenn in Kleinkleckersdorf der letzte Konsum zumacht, wird dann behauptet, dass sich der Laden nicht mehr trägt!? Pekunär mag das stimmen aber anhand einer solchen Begründung sehen wir doch, dass es im Kapitalismus niemanden interessiert ob der letzte Rentner ohne Auto mit Butter und Brot versorgt ist.

        Wohlstand für Alle? Nein, Ziel ist die Befriedigung von Bedürfnissen und genau das kann der Kapitalismus eben nicht leisten. Was im Kapitalismus für soziale Leistungen übrig bleibt, ist nicht planbar weil es willkürlich ist. Wer von Steuersenkungen redet möchte bitte auch erklären, womit er den Sozialstaat finanzieren will. Dieser Widerspruch ist im Kapitalismus nämlich gar nicht lösbar.

        Freundschaft 😉

  2. Harry 56 schreibt:

    Die meisten dieser Kabarettisten erinnern mich doch ein wenig an die mittelalterlichen HOFNARREN an den Höfen der Fürsten und Könige.
    Nette lustige, zuweilen auch bissige Dampfplauderer, welche den Status Quo mit lustigen Klamauk besonders für jene Schichten erträglich-spaßig machen, deren Leben Leben im Kapitalismus ohnehin noch zumindest erträglich oder gar sehr angenehm ist.
    Ein Besuch in so einem Kabarett ist so halt ein nettes abendliches „Event“ für diese Schichten, nicht mehr.
    Man schaue sich das Publikum mal genauer hierzu an und vergleiche es nun etwa mit jenem, etwa der Münchner Lach- und Schießgesellschaft aus den 60er Jahren, so fällt einem dieses sofort auf, insbesondere, wenn sich dort auch noch (damals wie heute) herumlümmelnde führende Politiker lachend auf die Schenkel klopfen.
    Politik wird zumeist typisch bürgerlich personalisiert bis zur Parodie, die Verhältnisse selbst und jenen Klassen und Schichten, welche diese Verhältnisse mit aller Gewalt und Betrug aufrechterhalten, bleiben unerwähnt, im Dunklen, werden unter der Hand unter dem diffusen Begriff „Volk“ subsummiert, so (verbal) unsichtbar gemacht.
    Die so genannte (bürgerliche) Demokratie letztlkch nur als reines Theater……

  3. RUDI schreibt:

    hallo zu allen auf diesem blog!
    es ist mir unfassbar das es noch leute gibt wie euch im jahre 2014
    die diesen kommunistischen gedanken immer noch hinterhehr jammern!
    hat sich denn keiner von euch, mahl mit der entstehung dieser these befasst!!!!!!!
    wo she hehrgekommen ist und von welchen leuten!
    stichwort!!!! 1837 grundung der ersten kommunistischen vereinigung in europa!!!
    natuhrlich ist diese welten tauschung nicht einfach zuerkennen!!!
    ich konnte hier einige dutzent namen und jahre nennen!

    fur mich ist dieses plutokaten system genauso abscheulich wie das sogenante kommunistische system GENAU WEIL BEIDE AUS DEM GLEICHEN OFFEN KOMMEN!!! das ist die tauschung die nicht einfach
    zu endecken ist!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • sascha313 schreibt:

      Normalerweise kann man bei den Lesern dieses Blogs ein gewisses Bildungsniveau voraussetzen. Wenn also dieser obige Kommentar hier veröffentlicht wird, so nur deshalb, um auch mal ein abschreckendes Beispiel geistiger Umnachtung vorzuführen. Aus diesem Grund verzichten wir hier auch auf eine Korrektur der entsetzlichen Rechtschreibfehler dieses Bürgers namens „RUDI“ und verkneifen uns jeglichen Kommentar.

  4. rheinlaender schreibt:

    Sorry. Fälschlicherweise bin ich davon ausgegangen, dass sozialistische oder unabhängige Länder mit Wohlstand nach westlichen Masstäben, weniger propagandistische Angriffsfläche und Spielraum für imperialistische Hetzkampagnen und kriegerischen Terror bieten. Hab mich leider geirrt, da der Westen immer einen Kriegsgrund erfinden wird, um solch ein Land – wenn es irgendwie wirtschaftlich bzw. auch nur kriegsstrategisch profitabel sein könnte – auszuplündern bzw. militärisch zu besetzen. Beispiele gibt es massenhaft.
    Peinlich ist mir, dass ich eigentlich selber auf einer der westlichen Mainstream Hauptlügen hereingefallen bin. Und die lautet : Wir wollen ja nur das Land xyz von Hunger und dem brutalen Diktator soundso befreien.
    Trotzdem empfinde ich, dass die Ökonomie (Eigentum an Produktionsmittel) in den aktuellen Alltags-Diskussionen die wichtigste politische Rolle spielt.

    • Politnick schreibt:

      Die heutige EU ist doch das beste Beispiel für wirtschaftliche Ausbeutung bzw. Kolonialisierung mit militärischer Unterstützung, wobei die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen Länder auf das Brutalste ausgenutzt wird. Es ist immer wieder dasselbe Spiel, die Länder werden in eine wirtschaftliche Abhängigkeit gebracht und gleichzeitig Mitglied der NATO. So gesehen ist die Türky doch schon längstens seit den Ankaraverträgen von 1963 Mitglied der EU, also was soll die Diskussion über eine zukünftige Mitgliedschaft!?

      Natürlich läuft dabei die Propagandamaschinerie auf Hochtouren, denn der Kapitalismus braucht viele kleine Helferlein, die er unter Anderem dadurch gewinnt, dass Fernsehsendungen wie der Weltspiegel z.B. Mitleid erzeugen und dem Durchschnittsbundesbürger suggerieren, dass Länder wie Biafra (Name frei erfunden), Haiti usw. ohne Entwicklungshilfe nicht überlebensfähig sind.

      Wenn wir jedoch da genau hinschauen, werden wir feststellen, hoppla, da wohnen doch schon seit Jahrhunderten oder gar Jahrtausenden Menschen, und siehe da, die haben das doch auch ohne unsere Hilfe geschafft — Komisch nicht war!? Natürlich ist das überhaupt nicht komisch und es ist auch kein Zufall dass der Begriff Souveränität (Selbstbestimmung) in diesem Zusammenhang gar nicht fällt.

      Niemand hat das Recht, sich in die Entwicklung anderer Völker einzumischen. Aber das ist genau das, was der Kapitalist über die NATO macht und kriegt dafür noch Applaus vom Bundesblödbürger der aber auch jede Propagandalüge glaubt. Nicht jedes Ehrenamt ist Ehrensache, nein überhaupt nicht. Vielmehr unterstützen Ehrenamtliche die Machenschaften des Großkapitals, selbst dann wenn sie Suppe austeilen.

      Schließlich sind die Besitzverhältnisse an Produktionsmitteln die alles entscheidende Frage. So werden die Bauern von Biafra, die sich seit seit Jahrtausenden selbst ernährt haben, um ihr Land gebracht und damit gezwungen industrieell hergestellte Lebensmittel zu kaufen. Solche Enteignungen finden sehr unterschiedlich statt, im einfachsten Fall werden die Bauern einfach erschossen. Oder sie werden trickreich und Schritt für Schritt verschuldet und zwar so dass sie Kredite niemals zurückzahlen können.

      Biafra wird zum Hungerland obwohl bis zum Horizont Ölsaaten blühen, Mais und Sojabohnen prächtig wachsen. Richtig, Mais ist die Wurscht am Stengel (danke Nikita) aber hehe, nicht ohne Gegenleistung gibt es Wurst. Und so gehen die Geprellten für einen Hungerlohn ins Ausland und die Saarländer finden das auch ganz toll dass Dank der EU die Franzosen in Deutschland arbeiten dürfen (ja sie dürfen).

      Freundschaft 😉

      PS: Das Land Biafra ist frei erfunden. Im Prinzip können wir den Namen einfach austauschen, Rumänien, Griechenland usw.

    • sascha313 schreibt:

      Der letzte Satz, Rheinlaender, ist auch meiner Meinung nach der wichtigste, nämlich: daß die Ökonomie (Eigentum an Produktionsmittel) in den aktuellen Alltags-Diskussionen die wichtigste politische Rolle spielt. Das ist philosoph. Materialismus!

      Da gibt es unter den politisch Ungebildeten noch viel zu viele falsche Diskussionen. Zurückzuführen ist das m.E. auf falsche Begriffe und die damit verbundenen Fehlurteile. Sagt man zum Beispiel „Informations-gesellschaft“, so suggeriert das doch, Informationen seien in der Gesellschaft das allerwichtigste. Doch an Informationen kann es kein Privateigentum geben usw.

  5. Pingback: GEGEN DEN ANTIKOMMUNISMUS IM ROTEN GEWAND ! | Sascha's Welt

  6. Eisentor schreibt:

    Kurze Frage: Was genau verstehst du unter „Produktionsmitteln“? In einer anderen Diskussionen kamen die Verfechter des Kommunismus schon auf eher abstrakte Konzepte was „Produktionsmittel“ seien: „guter Ruf“ oder „Informationen“.

    An diese Stelle kamen wir, weil in einer modernen Dienstleistungsgesellschaft das „Privateigentum an Produktionsmitteln“ eben kein notweniges Kriterium mehr ist, um als Kapitalist die Arbeitskraft anderer auszubeuten.

    • sascha313 schreibt:

      Entschuldige, aber ich mußte lächeln, als ich Deine Frage las. Denn das lernten bei uns in der DDR damals schon die Schüler in der 7.Klasse. Es sind die Mittel mit denen produziert wird, also Produkte hergestellt werden – d.h. Werkzeuge, Maschinen, Fabriken, Grund und Boden usw.. Im Lexikon für Kinder steht bspw.: „Im Kapitalismus stehen sich als Hauptklassen die Arbeiterklasse und die Kapitalistenklasse gegenüber. Die Kapitalisten sind Eigentümer der Fabriken mit allen Maschinen und Gebäuden. Der Arbeiter muß, um leben zu können, seine Arbeitskraft dem Kapitalisten verkaufen. Der Kapitalist eignet sich an, was der Arbeiter schafft. Er beutet den Arbeiter aus. In der heutigen Zeit hat sich der Kapitalsismus zum Imperialismus entwickelt.“ (Quelle: Lexikon für Kinder, Der Kinderbuchverlag Berlin (DDR), 1985, S.302.) oder – um’s mal hochwissenschaftlich auszudrücken:

      Produktionsmittel sind Arbeitsgegenstand und Arbeitsmittel, die im Arbeitsprozeß zur Erzeugung von Gebrauchswerten und materiellen Dienstleistungen benutzt werden. Sie bilden die gegenständlichen Produktivkräfte der Gesellschaft. Zu den Produktionsmitteln gehören als Arbeitsgegenstand z.B. der Boden, Bodenschätze, Rohstoffe und Halbfabrikate, Hilfs- und Betriebsstoffe; als Arbeitsmittel z.B. Maschinen, Werkzeuge, Energiequellen, Verkehrsmittel. Sie bilden den stofflichen Inhalt der Produktionsfonds. Entscheidend für alle gesellschaftlichen Verhältnisse ist stets, wem die Produktionsmittel gehören. Davon werden der Charakter und die Stellung der Menschen im System der gesellschaftlichen Produktion bestimmt.“ (Quelle. Gottschalg/Just/Schlegel (Hrsg.), Jugendlexikon Politische Ökonomie. VEB Bibliographisches Institut Leipzig (DDR), 1981, S.158..

      Mit dem Begriff der „Dienstleistungsgesellschaft“ soll uns weisgemacht werden, daß es heute keine Produktionsmittel mehr gibt. Das ist aber falsch. Sowohl der Journalist, der am PC seiner Redaktion sitzt, als auch der Kraftfahrer benutzen Produktionsmittel der jeweiligen Firma. Selbst der Arzt oder ein Schauspieler sind hiernach produktive Arbeiter, die im Dienste eines Kapitalisten arbeiten, denen sie mehr Arbeit zurückgeben, als sie in Form des Lohnes erhalten. (MARX)

      P.S. Sieh mal zu, ob Du irgendwo das Lehrbuch „Politische Ökonomie“ aus dem Jahre 1955 (Dietz Verlag Berlin) bekommst. Da ist alles hervorragend erklärt. Und aktuell ist das heute allemal!
      Eine Neubearbeitung findest Du aber auch (hier)

      • Harry 56 schreibt:

        Den aktuellen Kapitalismus als Dienstleistungsgesellschaft zu bezeichnen ist fast schon komisch, ein Scherz. Natürlich üben Millionen von Lohnabhängigen Tätigkeiten aus mit verschiedensten Diensten außerhalb des produzierenden Gewerbes oder der Landwirtschaft
        Mit dem gleichen Recht könnte man dann aber auch das alte Römische Reich als Dienstleistungsgesellschaft bezeichnen, denn auch dort übten Massen an Sklaven Tätigkeiten aus außerhalb der unmittelbaren Produktionstätigkeit. Was nun? 🙂

      • eisentor schreibt:

        Entschuldigen sie die Verspätung ich hatte privat einiges zu tun.

        Ich dachte bei meinem Beitrag jetzt nicht an Journalisten oder Berufskraftfahrer sondern eher an Software Entwickler oder eben Reinigungspersonal. Um einmal 2 Beispiele zu nennen. Allen diesen Berufen ist gemein das zwischen dem „Arbeiter“ und dem „Kapitalisten der dessen Arbeitskraft ausbeutet“ kein wirklich großer Unterschied ist. Um eine Softwarefirma/Reinigungsfirma/Sonstige Dienstleistungsfirma zu gründen, Leute einzustellen und sie auszubeuten sind eben keine(oder nur sehr sehr geringe) „Produktionsmittel“ notwendig.
        Oder wollen sie abstreiten das heutzutage 70% der Menschen im Dienstleistungsgewerbe arbeiten?

        Es ist toll wenn es Dinge gibt die man in einem Lehrbuch nachlesen kann. Aber ab und zu sollte man das gelernte auch mit der Realität abgleichen. Sonst ist man schnell bei einer Religion.

      • sascha313 schreibt:

        Kein Problem. Danke für die Rückmeldung! Worin besteht nun der Unterschied zwischen einem Kapitalisten und einem Arbeiter? Der kapitalistische Softwareunternehmer besitzt weit mehr als nur den Zettel, worauf geschrieben steht, welches Programm zu entwickeln ist. Und der Chef der Reinigungsfirma hat viel mehr als nur zwei Eimer und vier Putzlappen; aber selbst das würde schon ausreichen, wenn er einen oder zwei „Mitarbeiter“ hätte!

        Ausbeutung ist also nicht an große Kapitalmengen gebunden, wie z.B. eine Fabrik. Es geht um’s Prinzip. Das kann man bei Marx sehr schön nachlesen: „Der Arbeiter arbeitet unter der Kontrolle des Kapitalisten, dem seine Arbeit gehört. Der Kapitalist paßt auf, daß die Arbeit ordentlich vonstatten geht und die Produktionsmittel zweckmäßig verwandt werdern, also kein Rohmaterial vergeudet und das Arbeitsinstrument geschont, d.h. nur soweit zerstört wird, als sein Gebrauch in der Arbeit ernötigt.“

        Und dann: „Das Produkt ist Eigentum des Kapitalisten, nicht des unmittelbaren Produzenten, des Arbeiters. Der Kapitalist zahlt z.B. den Tageswert der Arbeitskraft. Ihr Gebrauch , wie der jeder anderen Ware, z.B. eines Pferdes, das er für einen Tag mietet, gehört ihm also für den Tag.“ Also: „Der Arbeitsprozeß ist ein Prozeß zwischen Dingen, die der Kapitalist gekauft hat, zwischen ihm gehörigen Dingen.“ (K.Marx: Kapital, Bd.1, S.199f.) Stimmt’s?

        Also: Nicht die Theorie ist unverständlich, sondern manchmal die Praxis, d.h. die Ausbeutung ist nicht immer zu erkennen. Und die Theorie von Marx z.B. stammt aus der Praxis. Das kann man prüfen! Ich bin nämlich auch gegen Religion. Manchmal muß einem das aber auch erst jemand erklären!

      • eisentor schreibt:

        Da ich auf ihre Antwort nicht antworten kann antworte ich hier.

        Der kapitalistische Softwareunternehmer besitzt weit mehr als nur den Zettel, worauf geschrieben steht, welches Programm zu entwickeln ist.

        Er besitzt vor allem eine Idee und er nimmt das Risiko und den Aufwand auf sich eine Firma zu gründen. Bedarf an Produktionsmitteln hat er keine. Gleiches gilt für den Besitzer der Reinigungsfirma. Er muss keinerlei „Privatbesitz an Produktionsmitteln“ haben. Und jetzt bitte nicht mit den Putzeimern und -mitteln kommen. Diese müssen nicht aus Kapitalistischer Produktion stammen und auch nicht im Privatbesitz des Besitzers sein.

        Es scheint heutzutage bei der Mehrheit der Arbeit keinen Zusammenhang zwischen Ausbeutung und „Besitz an Produktionsmitteln“ zu geben.

        Es geht mir nur um den „Besitz an Produktionsmitteln“ und nicht um andere Dinge.

      • sascha313 schreibt:

        Hhm, ja nun – wie soll man darauf antworten? Ein Risiko hat freilich jeder Kapitalist. Wenn er’s nicht vorsorglich „beiseite geschafft“ hat, kann er sein ganzes Vermögen verlieren. Aber das Risiko haben andere auch.

        Ist schon richtig: in vielen Branchen ist zunächst wenig Startkapital notwendig, um sich selbständig machen zu können. Und auch das Kapital „arbeitet“ nicht von allein. Immer werden Menschen benötigt, damit aus einem Dollar zwei – oder zwanzig, oder zweihundert – werden. Woher kommt also Geld? Woher kommt der Profit des Unternehmers? Das ist doch die Frage!

        Ein einzelner mag vielleicht immer noch viele gute Ideen haben (eine „Geschäftsidee“ – das wird einem ja täglich suggeriert: „Klein anfangen, groß rauskommen!“) und sich selbst ausbeuten oder seine Familie, aber dann schließlich ist er doch gezwungen, zu investieren: Er braucht einen besseren PC, bessere Sofware, mehr Leute, die für ihn arbeiten usw. Alles das kostet Geld. Und auch hier wieder Marx: (ist ganz hilfreich, wenn man das mal liest) z.B. „Produktion des relativen Mehrwerts“.
        …na, und dann reden wir weiter!

        Eine gute Enführung zum Studium des Marxismus gab übrigens Hermann Duncker.

      • Doed schreibt:

        Entscheidend ist doch das Ausbeutungsverhältnis. Solange jemand nur einen Lohn für seine Arbeit einsteckt und ein anderer den Profit daraus zieht, ist es doch egal in welchen Umfang die Produktionsmittel bereitstehen.
        Sicher kann ein einzelner kleinere Programme schreiben. Wird ja auch gemacht. Aber dann braucht es mind. noch jemanden, der die Ressourcen hat, die Software zu verteilen. Das wird oft extern gemacht, und dort landet dann auch mehr Geld, als bei dem, der die Software geschrieben hat.

        Von Floh de Cologne kenne ich übrigens: „Der Unternehmer trägt das Risiko, der Arbeiter die Folgen.“ So verkehrt ist das nicht.

      • eisentor schreibt:

        Ist schon richtig: in vielen Branchen ist zunächst wenig Startkapital notwendig, um sich selbständig machen zu können.

        Also Startkapital als Produktionsmittel?
        Auch sind Investitionen von denen sie reden keine Produktionsmittel weil es hier irrelevant ist ob der Besitzer diese Privat besitzt.

        Nochmal die Frage: Was sind in einer Dienstleistungsgesellschaft für ~70% der Arbeitsplätze die Produktionsmittel, deren Besitz den Arbeitern verwehrt wird?
        Mir scheint es als wenn sie denken, dass sie nach ihrem Glauben und ihren heiligen Büchern vorhanden sein müssen, aber wie sieht es in der Realität aus?(Sorry wenn das zu direkt war)

        Woher kommt also Geld? Woher kommt der Profit des Unternehmers? Das ist doch die Frage!

        Auch hier sollten sie vielleicht nicht in alte Bücher sondern in die Realität schauen. Aber das würde zu weit gehen. Thema sind die Produktionsmittel.

      • sascha313 schreibt:

        Das ist elementares Grundwissen. Auch hier nachzulesen: „Produktionsmittel“ (bpb) – also keine „heiligen Bücher“. (Allerdings ist diese Erklärung eher volkstümlich, sie genügt nicht wissenschaftlichen Ansprüchen).

        Dienstleistungen – selbst Versicherungen und Bankgeschäfte – sind sind stets auf irgendeine Art mit der materiellen Produktion verbunden. Der Begriff „Dienstleistungsgesellschaft“ ist (ebenso wie „Industriegesellschaft“) ein unwissenschaftlicher Begriff, der darüber hinwegtäuschen soll, daß es sich in beiden Fällen um Kapitalismus handelt. Die „Glaubensfragen“ liegen daher wohl eher auf Ihrer Seite.

        Wir beziehen uns hier ausschließlich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, die mit der heutigen Realität absolut in Einklang stehen. Die Strukturveränderungen sind nichts Neues, es gab sie auch schon zu Luthers Zeiten. Heute dient das Wort zur „Erklärung“ für die wachsende Armut und Arbeitslosigkeit des überwiegenden Teils der Erdbevölkerung. Siehe auch: Was versteht man unter Vergesellschaftung? (weiter unten: Begriffserklärung)

      • eisentor schreibt:

        Dienstleistungen sind stets mit der materiellen Produktion verbunden.

        Für Dienstleitungen ist es aber unerheblich, wie diese „materielle Produktion“ passiert. Also ob es Kapitalisten, Kommunisten oder Maschinen sind, die produzieren. Was sind denn die Produktions-mittel einer Softwarefirma? Also die Produktionsmittel, die die Kapitalisten von den Arbeitern unterscheiden.

      • eisentor schreibt:

        Oh sie haben ihren Beitrag nochmal angepasst.
        Ich bezweifle nicht das es den Begriff Produktionsmittel gibt und das dieser offiziell definiert ist. Ich bezweifle nur die Behauptung aus den heiligen Büchern das deren Besitz notwendig ist ein Kapitalist zu sein. Weil sie für alles was Dienstleistung ist nicht (oder nur in sehr geringem Maße notwendig ist.

      • sascha313 schreibt:

        Tut mir leid, aber manchmal fällt einem eben auch hinterher nochmal was ein. Ich hab‘ den Vorteil, daß ich mich korrigieren kann. Übrigens: Was sind denn „heilige Bücher“? )))) Aber mal im Ernst: Womit arbeitet denn der Softwareentwickler? Und woher bekommt er seinen Lohn?

        Das versteht man doch nur, wenn man weiß, woher der Mehrwert kommt. Das Prinzip der kapitalistischen Ausbeutung funktioniert überall gleich. Und womit haben denn eigentlich Gates oder Jobs ihre Millionen gemacht?

      • eisentor schreibt:

        Womit arbeitet denn der Softwareentwickler? Und woher bekommt er seinen Lohn?

        Der Software Entwickler arbeitet mit irgend einem Computer. Vollkommen irrelevant ob dieser ihm persönlich gehört oder der Firma oder ob diese ihn nur gemietet hat oder ob er jemanden ganz anderem gehört. -> kein Eigentum an Produktionsmitteln.
        Und wo er seinen Lohn herbekommt? Er bekommt als Lohn einen Teil dessen was sein Produkt das er herstellt(Software), einbringt wenn es verkauft wird. Wer es kauft ist unerheblich.
        Also wo ist hier das Eigentum an Produktionsmitteln?

      • Doed schreibt:

        @eisentor
        Bitte unterlassen Sie die rhetorischen Spitzfindigkeiten. Ich habe einiges dazu geschrieben, was Sie ignoriert haben. Computer/Hardware sind die Produktionsmittel. Egal wieviel Sie kosten. Stichwort wäre hier „Markteintrittsbarriere“. Die weite Distribution von Software ist ebenso Kostenfaktor und erfordert teurere Hardware als nur einen einfachen Computer.

      • eisentor schreibt:

        @Doed

        Stichwort wäre hier „Markteintrittsbarriere“.

        Und diese Barriere ist, was das Eigentum an Produktionsmitteln betrifft, extrem gering. Außer man bezeichnet Dinge als Produktionsmittel die wir schon ausgeschlossen haben.

      • Doed schreibt:

        Inwiefern extrem gering? Verhältnismäßig im Vergleich zu anderen (bspw. Autobau) mit Sicherheit. Man könnte auch sagen, Software ist maßlos überteuert. Die Reproduktion ist sehr günstig. Problem aber die Softwaredistribution. Trotzdem vergleichsweise günstig. Ändert aber trotzdem nichts daran, dass es Produktionsmittel sind, die angewandt werden. Und das rüttelt auch nichts am Ausbeutungsprinzip. Im Mittelalter war das Handwerk weit verbreitet und trotzdem hatten diese Produktionsmittel. Nur weil diese billiger und einfacher waren im Vergleich zu heutigen Fabrikmaschinen/Robotern, ändert das nichts an ihrer Bezeichnung.

      • eisentor schreibt:

        @Doed

        Inwiefern extrem gering? Verhältnismäßig im Vergleich zu anderen (bspw. Autobau) mit Sicherheit.

        Im Verhältnis zum Preis des damit erstellten Produkts und im Verhältnis zu dem was ich für meine Arbeitskraft bekomme.
        Software erscheint ihnen darum „überteuert“, weil entweder enormes KnowHow dahinter steckt oder die Leute, die sie erstellen, relativ gut bezahlt werden. Wenn dem nicht so wäre, könnten sie einfach vergleichbare Software viel billiger herstellen…
        Wo genau ist ihr Problem bei der „Softwaredistribution“? Welche Produktionsmittel brauche ich hier in meinem Privatbesitz?

      • sascha313 schreibt:

        Mal noch ein Wort zum Handel. Man muß natürlich unterscheiden zwischen Produktion und Konsumtion. Was irgendwo hergestellt wird, soll ja auch gekauft bzw. gebraucht werden. Und der Handel (als Teil der Zirkulation) verbindet die Produktion mit der Konsumtion. Oder um genau zu sein: „Der gesellschaftliche Reproduktionsprozeß umfaßt die Produktion, die Distribution (Verteilung), die Zirkulation (Austausch) und die Konsumtion.“ (Quelle: Kleines Polit.Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin/DDR, 1986, S.756)

        Während im Kapitalismus die Zirkulation der spontanen Wirkung der ökonomischen Gesetze unterworfen ist, richtet sich die Produktion nach dem Bedarf an Produktionsmitteln (Abteilung I) und dem Bevölkerungsbedarf an Konsumgütern (Abteiliúng II). Es wird also nicht wild drauflosproduziert, wie im Kapitalismus, sondern planmäßig und ohne Verschwendung von Ressourcen.

        Wenn aber ein Kapitalist (und er ist ja im Besitz der Produktionsmittel) irgendetwas produziert, so will er Profit machen. Das ist sein ganzes Ziel. Und ein Handelskapitalist macht seinen Profit eben im Kauf und Verkauf von Produkten, gleich welcher Art. Seine Preisbildung richtet sich dabei im wesentlichen nach dem Markt. Wobei der Preis in der einfachen Warenproduktion um den Wert herum schwankt – mal ist er höher, mal niedriger. Im Monopolkapitalismus dagegen dominiert der Monopolpreis, d.h. die großen Händler machen die kleinen kaputt. Da haben wir wieder die Anarchie des Kapitalismus mit seinen unlösbaren (antagonistischen) Widersprüchen.

        Der Hauptwiderspruch im Kapitalismus ist immer der Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit (da sind die Besitzer der Produktionsmittel klar im Vorteil). Das heißt aber nicht, daß es nicht auch noch weitere antagonistische Widersprüche im Kap. gibt, z.B. zwischen bürgerlicher und sozialistischer Moral.

      • Doed schreibt:

        Eisentor,
        ich glaube Sie wissen nicht, wie schwierig Softwaredistribution sein kann. Kopierschutz und Verteilung. Wollen Sie wirklich, wenn sie Geld verdienen wollen, alles über ihre langsame Uploadgeschwindigkeit regeln? Wenn Sie weiterhin mit dem Rechner arbeiten wollen, bräuchten Sie außerdem einen extra separaten Computer, der als Server dient und die Dateien bereitstellt. Aber Sie lenken schon wieder davon ab, was als Produktionsmittel bezeichnet werden soll und was nicht. Jetzt unterlassen Sie endlich diesen Rhetorikmüll, der dem Wissen in keinster Weise dienlich ist.

        Und ja, Software kann man als überteuert sehen. Ich kann ein Produkt innerhalb kürzester Zeit vervielfältigen. Ebenso wie digital gespeicherte Musik. Die einzigen Kosten, die entstehen, hat der eigentliche Erschaffer der Software/Musik später gar nicht mehr. Da verursachen Verteilung, Datenträger, Papierdruck auf längere Sicht mehr Aufwand. Was heutzutage bei online bestellter Software im Teil auch wegfällt.

        Man sollte also lieber über gerechte Entlohnung und den wirklichen Wert eines solchen Produktes sprechen. Denn sowas gab es zu Marx‘ Zeiten, bis auf die Vervielfältigung von Büchern, überhaupt nicht. (Wobei ich mich frage, warum billig zu kopierende Ebooks fast genauso teuer sind, wie richtige Bücher) Das Ausmachen von Produktionsmitteln ist da viel offensichtlicher.

    • Politnick schreibt:

      Umgekehrt ist ja auch im Sozialismus ein Privateigentum an PM möglich, was die Bildung landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften gezeigt hat: Die Bauern blieben weiterhin Besitzer ihrer Ländereien, aber die Nutzungsrechte wurden zentral und planwirtschaftlich geregelt.

      Das Ziel einer landwirtschaftlichen Produktion unter sozialistischen Bedingungen war, ist und bleibt die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Im Kapitalismus hingegen ist das Ziel stets der Profit — mit den bekannten Folgen. Auch hier zeigt sich der Vorteil einer Planwirtschaft, die eben auf den Bedarf abgestimmt ist, was im Kapitalismus nicht der Fall ist.

      Freundschaft 😉

      • sascha313 schreibt:

        Na richtig, hat ja auch niemand bestritten. Lies mal im Lehrbuch „Politische Ökonomie“ unter dem Thema: „Differentialrente im Sozialismus“… 🙂

    • Rheinlaender schreibt:

      Hallo Eisentor,
      in Punkto Makroökonomie, möchte ich Ihnen gerne folgendes zur Schulung empfehlen
      1) Videos von 11ergolf auf youtube und Videos von Ulrike Herrmann. Bei 11ergolf geht es eher um Profit, Wert, Preis, Mehrwert oder „Warum arbeiten-gehen nicht reich macht
      2) Ulrike Herrmann (youtube vhs-Remscheid) hat einen historischen Ansatz, der von vor 4000 Jahren bis heute geht. Frau Herrmann erklärt auch woher Geld, Schulden, Zinsen, Investitionen, Blasen und vor allem WACHSTUM kommen
      3) Im sogenannten Marx Forum, gibt es ein verständliches Lexikon, welches auch Stellung zu Dienstleistungen nimmt. Dort können Sie auch Fragen stellen.
      4) Bücher jeweils von Adam Smith und David Ricardo kostenlos ausleihbar
      — Anmerkung: Die genannten Hinweise / Quellen sind alle antikommunistisch und können Marx / Engels / Lenin / Stalin nicht ersetzen. Sie bringen aber eine gut Systematik.

      Tip: Gehen Wir mal durch unsere Wohnungen, durch die Strassen, an Hauptbahnhöfen, an Flugplätzen, an Krankenhäusern vorbei. Gehen Wir mal in Geschäfte, zur KFZ Werkstatt, zur PKW Fabrik … Alles, was Wir sehen ist mit Produktionsmittel entstanden.

      • eisentor schreibt:

        Alles, was Wir sehen ist mit Produktionsmittel entstanden.

        Und trotzdem arbeiten heute 70% aller Menschen im Dienstleistungsbereich. Dass es Produktionsmittel gibt, ist schon klar. Es geht um „das Eigentum an Produktionsmitteln“.

      • sascha313 schreibt:

        Ja – na, ist denn das so schwer zu verstehen? Sie haben KEIN Eigentum an den Produktionsmitteln. Nur die Unternehmer haben Privateigentum an Produktionsmitteln.Und wo ist jetzt das Problem?

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Rheinlaender. Ich möchte noch mal auf das Video aufmerksam machen, das oben hinter Deinem Namen steht: https://www.youtube.com/watch?v=o6B1pyYoOxA

      • eisentor schreibt:

        Ja – na, ist denn das so schwer zu verstehen? Sie haben KEIN Eigentum an den Produktionsmitteln.

        Ich besitze aber einen Computer. Dieser ist wie oben behauptet Produktionsmittel.

    • Politnick schreibt:

      Abstrakt gesehen ist Software auch PM – z.B. habe ich ein Web-Application-Framework entwickelt, womit sich die Produktivität um Größenordnungen steigern lässt: Ein Unternehmer der damit entwickeln lässt, kann 2 von 3 Programmierer einsparen — und das ist nur eine vorsichtige Schätzung. Allerdings bedarf es besonderer Schutzmechanismen, weil Software eben leicht kopiert werden kann, was mit Hardware bekanntlich gar nicht möglich ist.

      Freundschaft 😉

      • eisentor schreibt:

        Entschuldige, aber ich mußte lächeln, als ich Deine [Antwort] las. Denn das lernten bei uns in der DDR damals schon die Schüler in der 7.Klasse. Es sind die Mittel mit denen produziert wird, also Produkte hergestellt werden – d.h. Werkzeuge, Maschinen, Fabriken, Grund und Boden usw.

        Das war die Antwort die ich bekommen habe. 😉

      • Rheinlaender schreibt:

        Hallo Eisentor, Ihre Fragen sind wirklich sehr wichtig. Aber, kann es sein – nicht bös‘ gemeint – dass Sie keine Fragen haben, sondern uns nur mit Müll aus den grosskapitalistischen Medien beglücken wollen?

        Folgender Tip: Lassen Sie die guten Antworten hier, erstmal sacken. Dann melden Sie sich in einem Monat BITTE wieder. Ökonomische Fragen philosophischer Art können Sie ja im sozialismusfeindlichen Marx-Forum stellen. Wenn Sie Fragen haben, fragen Sie bitte HÖFLICH, ohne selber irgendwelche längst widerlegten Mainstream Lügen-Parolen zu wiederholen.

        1) Die Softwarebuden der späten 70er bis frühen 90er sind fast alle pleite gegangen, weil sie eben ohne grosses Eigenkapital gegründet werden konnten. Das haben schon Ökonomen vor Marx, Ricardo und Adam Smith entwickelt. In vielen Softwarebuden hat ein Spitzen-Programmierer weniger verdient als eine ALDI-Verkäuferin. Daher haben ab Mitte / Ende der 90er viele Softwarebuden ja auf Arbeitsvermittler – also Leiharbeits-Betriebe – gemacht.

        2) Einige haben auf sogenannte neue Technologien (JAVA, C++, JAVA Script, Internet) und anderen Blödsinn gemacht. Ergebnis: Diese Verliererfirmen – ohne Produktionsmittel – haben die DOT COM Blase ca. 2000 verursacht. Viele Menschen haben sich das Leben genommen, weil sie ihre Ersparnisse auf solche Luftnummern gesetzt haben. Permanent wurde den dummen Anlegern eingebleut, dass eine Internetfirma mit PCs und Büromöbel von ein paar hundert Euro in Zukunft mal Milliarden Gewinne einfahren wird.

        3) Fast das selbe ist ca. 2008 passiert. Auch da haben die kapitalistischen Kriegshetzer-Medien den Leuten das Märchen von Reichtum ohne Produktionsmittel erzählt. Die haben einfach zum lustigen Börsenspiel aufgerufen! Dabei ist das Börsenspiel makroökonomisch – also NICHT individuelle BWL oder Hauswirtschaftslehre – ein Nullsummen Spiel. Das heisst, was die armen Spieler verlieren, gewinnen die Reichen. Und die sind meist super reich. Die meisten Verlierer hätten besser für 100.000 Euro Lotto-Lose gekauft, als an der Börse zu wetten.

        Fazit: Immer dann, wenn der Kapitalismus nicht mehr weiter kann, holt er den Faschismus ran. Aber zuvor versucht er den immer ärmer werdenden Menschen die Tellerwäscher-Millionärs-Lügen zu verkaufen. Oder aktuell das Märchen von der Wissens-, Dienstleistungs-, Industrie 4.XXXL Gesellschaft zu verkaufen. Alles nach dem Motto: „Jeder ist seines Glückes Schmied“.

  7. Politnick schreibt:

    @Harry 56,

    Dienstleistung ist ebenso Produktion. Beispielsweise sind Putzmittel Produktionsmittel und das Produkt ist eine saubere Stube. Produktion ist ein abstrakter Begriff, manchmal ist jedoch das Produkt nicht gleich als solches bzw. als Ware erkennbar. Stets jedoch ist es definiert und auch eine Dienstleistung ist ein Produkt was Profit bringt.

    Freundschaft 😉

  8. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    Nun ja!
    Dienen nun die aus dem Boden gestampften und arbeitsplatzschaffenden „Callcenter“ wirklich der Produktion, Eigentum an PM?
    Oder sind sie nur ein Mittel um den Kapitalismus – mit seiner Theorie vom „ewigen Wachstum“ – am Laufen zu halten?
    Wir hatten schon die Lüge des Kapitalismus. Die Notwendigkeit des Kapitalisten – Arbeitsplätze zu schaffen – damit der Arbeiterklasse ihre Existenz sichern kann …

    Rolf, der Waldschrat

    • sascha313 schreibt:

      Ähnlich wie die „Scheinselbständigen“… Der Kapitalist versucht ja, sich sämtliche Kosten vom Halse zu halten: Krankenversicherung, Rentenversicherung. Arbeitslosenversicherung, Krankengeld, usw.

      Ich weiß nicht – m.E. sind die „Callcenter“ nichts weiter als eine ausgelagerte Verwaltungseinheit (Outsourcing)… Aber „Eigentum an den PM“ ist vor allem das, womit unmittelbar produziert wird.

    • Rheinlaender schreibt:

      Ich hatte mir über die kapitalistischen Kampfbegriffe Dienstleistungs- / Wissens-/ Informationsgesellschaft schon oft Gedanken gemacht. Deine Antwort mit den „ausgelagerten Abteilungen / Einheiten“ finde ich am deutlichsten, lieber Sascha. Also besser, als bei Marx selber oder im Marx-forum.

      Vor nicht langer Zeit hatten wir in den BRD Fabriken Köche, Sicherheitsleute, Rechtsanwälte, Gebäudereiniger, Grafiker, Werbeleute, Transportarbeiter …. Heute sind diese Bereiche ausgegliedert und werden Dienstleistungsbereich genannt. Die ausgegliederte Datenverarbeitung wird heute sogar Informations- oder Wissens Firma genannt. Selbst Produktionsarbeiter werden statistisch fasst immer unter Dienstleistungen erfasst, wenn sie in einer Leiharbeitsfirma eingestellt sind. Vom schein selbständigen Fuhrunternehmer oder Programmierer ganz zu schweigen.

      Wenn eine Gebäude Reinigungs- oder Sicherheitsfirma heute als Subunternehmen für ein Fabrik wie BMW tätig ist. Dann ist es egal, ob diese Subunternehmen nennenswerten Produktionsmittel besitzen. Sie partizipieren an Ausbeutung und Profit, der in der Produktion mit all den PMs – stattfindet. Solche Unternehmen sind hier mit Banken vergleichbar, wo der Fabrikbesitzer ja auch einen Teil seines Profites – in Form von Zins – abgibt.

  9. Politnick schreibt:

    Ohne Hardware läuft keine Software, also was soll diese Art von Diskussion?

    Zu meinem letzten Angestelltenverhältnis musste ich übrigens meinen eigenen PC mitbringen und als ich dann für ein halbes Jahr zuhause arbeitete, hat mein Arbeitgeber nicht einmal nach den übrigen Kosten (Energiekosten, Gebühren für Internetzugang, Telefonkosten) gefragt, die in meinem Haushalt diesbezüglich aufgelaufen sind.

    Ein anderer Fall ist ein Programmierer hier vor Ort. Ja, er hat einmal „klein“ angefangen, aber Profit hat seine Firma erst abgeworfen, seit Praktikanten die Software entwickeln. Insofern ist der Bezug zwischen Lohn und Umsatz bzw. Gewinn nur geringfügig. Ich selbst habe zweimal Anlauf genommen für eine Festanstellung bei ihm, aber aufgrund der Arbeitsweise ist der Programmierstil in dieser Firma unter aller Sau. Auf freiwilliger Basis habe ich mehrere Tage lang mein Bestes gegeben — aus über 20 Jahren produktiver Erfahrung im Programmieren. Und habe dafür nicht einmal ein Dankeschön gekriegt, geschweige denn ein paar Euro.

    Fazit: Profit entsteht nur dann, wenn Arbeiter unterbezahlt sind, erst ab diesem Moment mehrt sich das Kapital. Das hat mit Wirtschaftlichkeit (Umsatz, Kosten, Gewinn., Verlustrechnung) nicht das Geringste zu tun.

    Freundschaft 😉

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Eisentor, Produktionsmittel sind die Dinger, mit denen irgendwas produziert wird. Und wenn eine Dienstleistungsfirma Informationen produziert, dann tut sie das mit eigenen Produktionsmitteln, meistens mit Computern, Telefonen, Anschriftenlisten usw. und manchmal sogar mit Detektiven. Und dem Mann, der damit arbeitet, gehört das alles nicht – weil es Produktionsmittel sind. Erklärt doch schon das Wort: Mittel zum Produzieren. War dir das volkstümlich genug? Einfacher kann ich es nicht.

    • Rheinlaender schreibt:

      Hallo Hanna,
      Eisentor ist sicher sehr schwach, was Makro-Ökonomie angeht. Vielleicht will er nur stänkern. Ich weiss es nicht.

      Aber die Frage nach den PMs ist in der Strassen-Diskussion sehr (SEHR!) wichtig. Schon 1972 sind mir – ich bin Wessi – illusorische Leute begegnet, die meinten, man könne ohne „Eigenkapital“ sehr reich werden. Reich werden durch Betriebe im Bereich Gebäudereinigung, Autohandel, Friseurgeschäfte, Brauerei finanzierte Kneipen, Kettenbriefe oder Zuhälterei.

      Heute 2017 glauben die Doofen schon wieder, dass sie ohne Startkapital reich werden können. Da verweisen sie gerne auf auf brutale Leiharbeitsbuden, kriminelle Security Firmen oder den angeblichen Chef von Google / Zuckerzwerg. Selbst – oder gerade – in der kapitalistisch bürgerlichen Ökonomie, wurde schon vor Marx nachgewiesen, dass solche Blödmanns-Unternehmen schnell weg- bzw. kleinkonkuriert werden. Von ca. 100 Softwareunternehmen, die ich bis Ende der 80er kennenlernte, existiert heute – bis auf SAP – keine einziges mehr. Und: Die wurden auch nicht durch andere kleine Softwarebuden ersetzt! Schon im Mittelalter haben sich die europäischen Handwerker über Zünfte, vor solcher dubioser „Dienstleistungs-Konkurrenz“ geschützt.

      Ein netter Spruch: Eine starke Volkswirtschaft lebt NICHT davon, dass Wir Uns gegenseitig – für Geld – die Fenster putzen, die Haare schneiden, die Wäsche waschen, die Kinder des Nachbarn beaufsichtigen oder Uns gegenseitig Versicherungen / Finanzprodukte, Music CDs … verkaufen. Dann bräuchte keiner mehr zu arbeiten, weil Wir Uns nur gegenseitig Lotto-Lose verkaufen. Kein Wunder, dass die ärmsten Staaten der Welt, die höchste Quote an Selbständigen aufweisen.

      Der linksbürgerliche Prof.Dr. Heinz Josef Bontrup hat in einem youtube-Video gesagt: Es gibt den Faktor MACHT. Und diese Macht wird eingesetzt, um die Konkurrenten platt zu machen. Kein grosser Kapitalist will MARKTWIRTSCHAFT oder Konkurrenz. Er will das Monopol.

      Stalin hat den Vorrang der Produktionsmittel vor Konsumartikel immer wieder erwähnt.

      • eisentor schreibt:

        Heute 2017 glauben die Doofen schon wieder, dass sie ohne Startkapital reich werden können.

        Startkapital als „Produktionsmittel“?

        Von ca. 100 Softwareunternehmen, die ich bis Ende der 80er kennenlernte, existiert heute – bis auf SAP – keine einziges mehr.

        Versuch mal herauszufinden was mit den „Doofen“ geworden ist die die Softwarefirmen gegründet haben. In meiner, zugegebenermaßen kleinen(ein knappes Dutzend), Stichprobe sind die schon ziemlich reich geworden, weil sie den Kram zum mehr oder weniger richtigen Zeitpunkt wieder verkloppt haben.

      • sascha313 schreibt:

        Naja, so ein Lottomillionär ist ja auch schon mal sehr „reich“ geworden… Lies mal was Täve Schur dazu gesagt hat!

        Wieso sollte man denn Kapital nicht in Produktionsmittel (PM) umwandeln können? Ich kann mir davon bspw. 10 Computer kaufen, ein paar Leute anstellen, die damit irgend etwas produzieren – und schon bin ich ein kleiner Kpaitalis. Oder andersherum: Wenn ich privat einen Computer besitze, dann bin ich noch längst kein Ausbeuter, wenn ich aber ein starkes Programm (=PM) besitze, mit dem man was anfangen kann, und das dann mehrfach verteile, kann ich auf diese Weise zu Handelskapital kommen. Und das wiederum kann ich in neue PM umwandeln. Ob das allerdings funktioniert, steht auf einem anderen Blatt…

      • eisentor schreibt:

        Wieso sollte man denn Kapital nicht in Produktionsmittel (PM) umwandeln können? Ich kann mir davon bspw. 10 Computer kaufen, ein paar Leute anstellen, die damit irgend etwas produzieren – und schon bin ich ein kleiner Kapitalist.

        Genau darauf will ich doch die ganze Zeit hinaus.

        Ich vermute das mein Problem mit dem „Eigentum an Produktionsmitteln“ einfach daher kommt, dass zu meiner Zeit die direkte Arbeit an einer Maschine schon etwas war, das man in den Sommer-/Semesterferien gemacht hat. Also eine harte Arbeit, die aber für den benötigten Ausbildungsstand aber relativ gut bezahlt wurde. Bei dem was die Leute in meinem Umfeld gelernt haben, ging es eher um die Konzeption, Planung, Programmierung und Wartung von Maschinen. Wenn es nicht um vollkommen andere Bereiche in den Unternehmen ging. Maschinen waren Produkt, nicht Produktionsmittel.

  11. Hanna Fleiss schreibt:

    Sicher, Rheinländer, und Chruschtschow hat das geändert: Er hat der Leichtindustrie, also dem Konsum, den Vorrang vor der Schwerindustrie, also auch der Produktion von Produktionsmitteln, den Vorrang gegeben. Damit hat er nicht nur eine populistische Maßnahme durchgesetzt, um sich beliebt zu machen bei der Bevölkerung (sie musste ja auch noch in der Nachkriegszeit sehr viel entbehren), sondern die gesamte sozialistische Volkswirtschaft auf den Kopf gestellt. Die Schwerindustrie ist aber die Basis für die Leichtindustrie, soviel habe ich von der Ökonomie verstanden. Das ist auch im Kapitalismus so: Das Deutsche Reich nach 1871 nahm diesen rasanten Aufschwung auf der Grundlage der Eisen- und Stahlindustrie, des Bergbaus usw., und nicht, weil die Textilfirmen schöne Blusen für die Damen produzierten. Du hast völlig recht mit dieser Replik.

    Nicht ganz einverstanden aber bin ich mit der Aussage, dass kein Kapitalist Konkurrenz will. Der Kapitalismus lebt davon, dass die Unternehmen miteinander konkurrieren um den höchsten Profit. Was der Kapitalist aufgrunddessen nicht will, ist die Konkurrenz ANDERER Unternehmen. Er ist stolz, wenn er alle Konkurrenten aus dem Felde geschlagen hat, denn so hat er den Höchstprofit eingesackt. Bekanntlich wird ja auch von einer Wolfsgesellschaft gesprochen, und das ist die richtige Metapher für den Kapitalismus.

  12. Hanna Fleiss schreibt:

    Eisentor, vielleicht solltest du dich doch mal mit den ökonomischen Standardbegriffen vertraut machen. Eine Maschine ist ein Arbeitsmittel: Wenn diese Maschine aber Maschinen herstellt, sind diese hergestellten Maschinen erst mal Produkte. Es sei denn, diese hergestellten Maschinen werden verkauft, dann sind sie Waren. Diesen Zusammenhang zu verstehen ist doch nicht schwer.

    • eisentor schreibt:

      Dass es die Begriffe gibt, ist mir schon klar. Fraglich ist eben, ob es auch die Produktionsmittel gibt, deren Besitz die Arbeiterklasse von den Kapitalisten unterscheidet. sascha313 erkennt ja oben auch das er selbst „10 Computer kaufen, ein paar Leute anstellen, die damit irgend etwas produzieren“ könnte. Wo sind da jetzt die Klassen?

      • sascha313 schreibt:

        Ach, eisentor, Begriffe gibt es doch nur, wenn es auch etwas zu begreifen gibt. Aber gut, wollen wir mal einen kleinen Ausflug in die Erkenntnistheorie unternehmen. Wir wissen, daß es Klassen gibt. Aber wissen wir das wirklich? Wir wissen das, weil Klassen real existieren (und nicht nur auf dem Papier).

        Def.: Es sind große Menschengruppen, die sich unterscheiden nach ihrem Platz in der Gesellschaft, nach ihrem Verhältnis zu den Produktionsmitteln – folglich auch, wie sie zu ihrem Reichtum (oder auch nicht) gekommen sind. Soweit so klar?

        Nun kann man die Klassen nicht gerade „anfassen“, aber „begreifen“ kann man das schon, oder? So – und nun nehmen wir mal die größere Klasse, die Arbeiterklasse – dann sind das alle diejenigen, die keine Angestellten, keine Lohnarbeiter, kein Kapital besitzen, die also arbeiten müssen. Klar?

        Und weil wir das alles erkennen können, läßt sich auch unschwer daraus ableiten, daß es ungerecht ist, wenn die einen arbeiten und die anderen nur kassieren. Oder etwa nicht? (Das ist freilich jetzt stark vereinfacht, denn auch das „Kassieren“ ist ja mit einer gewissen „Arbeit“ verbunden…)

        Also – nun verstanden? Und ist nun auch klar, daß die Produktionsmittel der entscheidende Punkt sind? Und nur weil ich einen Spaten, einen PC oder einen Pkw. besitze, deswegen bin ich noch lange kein Kapitalist.

        Hier mal so’n Beispiel: https://kjoewien.wordpress.com/2017/06/12/unser-leben-statt-ihre-profite-organisier-dich/

      • Politnick schreibt:

        Auch Software kann ein PM sein. Z.B. ein ganz bestimmtes Framework unter dem wiederum weitere Software entwickelt und produziert wird. Ein Angestellter unterschreibt i.d.R. dafür, dass sein geistiges Eigentum während der Zeit des Arbeitsvertrages in den Besitz des Arbeitgebers übergeht.

        Damit gehört ein Angestellter der Arbeiterklasse an, auch dann wenn er selbst im Besitz dieses ganz speziellen Frameworks ist. Sein in die Firma eingebrachtes Know How darf er ohnehin nicht für sich privat nutzen.

        Stets gibt es in jeder Gesellschaftsordnung eine genau definierte Beziehung zwischen Mensch und Produktionsmittel (PM), also der Besitz und darüber hinausgehend das Vermögen über PM verfügen zu dürfen.

        Freundschaft 😉

  13. Hanna Fleiss schreibt:

    Du meinst, Eisentor, es gäbe auch Produktionsmittel, die die Arbeiterklasse von den Kapitalisten nicht unterscheidet? Was sollen das für Produktionsmittel sein? Und wenn Sascha 10 Computer kaufen und ein paar Leute anstellen würde, wäre er auch ein kleiner Unternehmer, den man dem Kapital zurechnen müsste. Das ändert doch nichts daran, dass es auch in dieser „Firma“ Ausbeuter und Ausgebeutete gibt – also Klassen.

  14. Rolf, der Waldschrat schreibt:

    Man könnte DAS immer weiter denken …
    – Wenn Sascha 10 Computer kauft …
    – 10 „Arbeiter“ daran setzt
    – Diese Arbeiter verbreiten den Kommunismus …
    Ist Sascha dann ein Ausbeuter oder ein Kommunist?!

    Rolf, der Waldschrat

    • Hanna Fleiss schreibt:

      Ich würde es so sehen: Mit Sascha als Unternehmer hätte das wohl weniger zu tun, wenn 10 Arbeiter den Kommunismus verbreiten, es sei denn, er würde sie dafür bezahlen, dass sie den Kommunismus verbreiten. Man müsste Sascha dann einen Unternehmer nennen, der Marx irgendwie nicht ganz richtig verstanden hat und sich selber die Unternehmerbeine wegschlägt.

      • sascha313 schreibt:

        Naja, die persönliche Einstellung hat ja nichts mit den Gesetzmäßigkeiten zu tun, Engels war ja auch Unternehmer…

  15. Hanna Fleiss schreibt:

    Engels schrieb, dass ihm die Unternehmertätigkeit zutiefst verhasst war. Er war auch nur Unternehmer geworden, um die Familie von Karl Marx über Wasser zu halten und Marx zu ermöglichen, das „Kapital“ zu schreiben, nicht aber, um den Kommunismus zu verbreiten. Und das lag sicher daran, dass es damals noch keine Computer gab.

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