Brief aus der Hölle von Slawjansk – Juni 2014

Den Sieg des Faschismus – sagte Genosse Stalin auf dem XVII. Parteitag der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (Bolschewiki)

»darf man nicht nur als Zeichen der Schwäche der Arbeiterklasse und als Ergebnis des Verrats der Sozialdemokratie an der Arbeiterklasse betrachten, die dem Faschismus den Weg ebnete. Man muß ihn auch als Zeichen der Schwäche der Bourgeoisie betrachten, als ein Zeichen dafür, daß die Bourgeoisie nicht mehr imstande ist, mit den alten Methoden des Parlamentarismus und der bürgerlichen Demokratie zu herrschen, weshalb sie in der Innenpolitik gezwungen ist, zu terroristischen Regierungsmethoden zu greifen; als ein Zeichen dafür, daß sie nicht mehr imstande ist, einen Ausweg aus der jetzigen Lage auf dem Boden einer friedlichen Außenpolitik zu finden, weshalb sie gezwungen ist, zur Politik des Krieges zu greifen.«

Wie sich doch die Bilder gleichen:
Ukrainische Nazis 2014  Ukraine 1943
Hitler2   Hitler1
Am Kartentisch…

Slawjansk 2014  1943
Flüchtlinge 2014  Flüchtlinge 1943
2014: Die faschistischen Nationalgarden und die Söldner der ukrainischen Armee haben Slawjansk bombardiert … 1943: die deutsche Wehrmacht und die SS taten das gleiche.

20 июн 2014г.

ПИСЬМО ИЗ АДА
Всем моим друзьям и знакомым!!! Я жива! Вчера выехала из Славянска. Спасибо одному доброму человеку, который меня вывез из Славянска. Те кто там не был не поймет,какой ужас там происходит. Город практически разрушен. В городе нет света,воды,ни какой связи и во многих домах отключили газ,т.к. повредили газовые трубы после бомбежки. 9 июня страшно бомбили центр города. Разрушено очень много домов. Бомбы влетали в окна,крыши,стены. 8 июня я хоронила свою маму. Если бы у меня была кинокамера, я бы сняла весь ужас происходящего в морге. Я напоминаю,что воды и света нет, а на улице жара. К моргу подойти не возможно. Если бы вы видели сколько там трупов. Их зарывают в братские могилы. Бедные ребята. Им бы жить, да жить. А Нац гвардия своих убитых даже не зарывает. Они лежат под Карачуном и разлагаются,а матерям скажут,что пропали без вести. ЭТО ПРАВДА!!!! Как можно бомбить мирное население из установок ГРАД. Укр.СМИ конечно сказали,что бомбили ополченцы,забыв сказать, что у них ГРАДа нет. И нужно быть полным идиотом,чтобы бомбить самих себя. Славянск просто стирают с лица земли. Разрушены все заводы, заправки, рынок, больницы , школы, дет.сады и жилые дома. ЛЮДЕЙ ЛИШИЛИ РАБОТЫ, ЖИЛЬЯ И ЖИЗНЕЙ. Бомбят в любое время без предупреждения. Утром 9 июня после бомбежки недалеко от моего дома лежала разорванная от взрыва женщина. Я позвонила в морг, чтобы ее забрали,а мне сказали, что нет бензина и даже захоронения производиться не будут. Я понимаю, почему многие не верят в то, что происходит. Выехав за приделы Краматорска – тихая и мирная жизнь, а у нас блокада Сталинграда. Только более жестокая. Когда на моих глазах убило маму, я панически стала бояться выходить на улицу. А как мы ее хоронили…. Я попала под бомбежку,когда искала хоть какой нибудь автомобиль, чтобы отвезти своего старенького и больного отца в морг. Спасибо,парню,который помог.,а дальше мы вдвоем и один мой друг очень быстро проскочили на кладбище. Быстро закопали и домой в подвал. МАМА НЕ ЗАСЛУЖИЛА ЭТОГО. А на следующий день ни кого не хоронили,т.к. нет топлива. Что бы я делала, если бы нужно было хоронить на следующий день. Несла бы ее на руках под бомбежкой.? И еще. Моему возмущению нет предела: Я давала интервью только 2 Российским каналам. Укр.журналистов в городе нет. А по укр. Каналам показали мое выступление, вырезав,где я говорила, чтобы не верили укр. СМИ, что нас бомбит укр Армия. И там где я просила о помощи они прокоментировали, что помощи я прошу у Порошенко. ВРАНЬЕ. Даже людское горе обернули в свою пользу. ВСЕ ОЧЕНЬ СТРАШНО. И после последней бомбежки я не выдержала. Как бы я хотела, чтобы те …., которые отдают приказ СТРЕЛЯТЬ или бомбить,хотя бы неделю провели в нашей шкуре, в наших подвалах- без сна, еды, воды и света и в постоянной страхе. Мои дети меня не узнали. После гибели моей мамы я постарела на 10 лет. Не дай бог другим городам познать весь этот ужас….

20.Juni 2014
EIN BRIEF AUS DER HÖLLE
An alle meine Freunde und Bekannte!!! Ich bin am Leben! Gestern bin ich aus Slawjansk weggefahren. Ich verdanke das einem guten Menschen, der mich aus Slawjansk herausgeführt hat. Wer dort war, der wird verstehen, welcher Schrecken dort geschieht. Die Stadt ist praktisch zerstört. In der Stadt gibt es kein Licht, kein Wasser, keine Verkehrsmittel und in vielen Häusern wurde das Gas abgedreht, da die Gasrohre nach dem Bombenangriff beschädigt wurden. Am 9. Juni wurde das Stadtzentrum furchtbar bombardiert. Sehr viele Häuser sind zerstört. Die Bomben flogen durch die Fenster, das Dach, die Wand. Am 8. Juni habe ich meine Mama beerdigt. Wenn ich eine Filmkamera gehabt hätte, dann hätte ich den ganzen Schrecken aufgenommen, der in der Leichenhalle geschieht. Ich erinnere mich, daß es kein Wasser und kein Licht gab, und draußen große Hitze war. Zur Leichenhalle heranzukommen war nicht möglich. Wenn Ihr sehen würdet, wie viele Leichen es dort gab. Sie werden in Massengräbern bestattet. Die armen Menschen. Sie hätten noch leben können, ja leben! Und die Nationalgarde beerdigt ihre Toten nicht einmal. Sie liegen am Karatschun und verwesen, und den Müttern wird gesagt, daß sie ohne Nachricht verschwunden sind. DAS IST DIE WAHRHEIT !!!!

Wie man nur die friedliche Bevölkerung aus Mehrfachraketensystemen (GRAD) bombardieren kann. In den ukrainischen Medien wurde natürlich gesagt, daß die Selbstverteidigungskräfte bombardiert hätten, sie haben aber vergessen, zu sagen, daß die keine Mehrfachraketensysteme haben. Man muß schon ein Vollidiot sein, um sich selbst zu bombardieren. Slawjansk wird einfach vom Antlitz der Erde ausgelöscht. Es sind alle Betriebe, die Tankstellen, der Markt, die Krankenhäuser, die Schulen, die Kindergärten und die Wohnhäuser zerstört. SIE HABEN DEN MENSCHEN DIE ARBEIT, DIE WOHNUNG UND DAS LEBEN ENTZOGEN. Sie bombardieren zu jeder Zeit und unbegrenzt. Am Morgen, dem 9. Juni lag nach dem Bombenangriff unweit von meinem Haus eine von einer Explosion zerrissene Frau. Ich habe die Leichenhalle angerufen, damit sie sie mitnehmen, und sie haben mir gesagt, daß sie kein Benzin haben und sogar ein Begräbnis wird nicht möglich sein. Ich verstehe, warum viele nicht glauben, was hier geschieht. Nachdem ich bis hinter Kramatorsk hinausgefahren war – dort ist das leise und friedliche Leben, und bei uns die Blockade von Stalingrad. Nur viel grausamer. Als meine Mama vor meinen Augen getötet wurde, habe ich mich panisch davor gefürchtet, auf die Straße hinauszugehen. Und als wir sie beerdigen wollten…. Ich bin unter einen Bombenangriff geraten, als ich irgendwo ein Auto suchte, um meinen alten und kranken Vater in die Leichenhalle zu bringen. Danke, dem Jungen, der mir geholfen hat. Und wir sind zu zweit weiter und allein mein Freund lief schnell zum Friedhof. Wir sind schnell nach Hause und haben sie im Keller vergraben. MEINE MUTTI HAT DAS NICHT VERDIENT. Und am nächsten Tag wurde niemand beerdigt, da es es keinen Kraftstoff gab. Was würde ich tun, wenn ich sie am nächsten Tag beerdigen müßte. Würde sie unter dem Bombenangriff auf Händen tragen?

Und noch etwas. Meine Empörung ist grenzenlos: Ich gab nur zwei russischen Fernsehsendern ein Interview. Ukrainische Journalisten gibt es bei uns in der Stadt nicht. Und im ukrainischen Fernsehen haben sie das gezeigt, aber sie haben herausgeschnitten, als ich sagte, daß wir den ukrainischen Medien nicht glauben, und daß die ukrainische Armee uns bombardiert. Und dort wo ich um die Hilfe bat, kommentierten sie, daß ich bei Poroschenko um Hilfe gebeten hätte. DIESE LÜGEN. Sogar aus dem menschlichen Kummer ziehen sie einen Nutzen. ALLES IST SEHR FURCHTBAR. Und nach dem letzten Bombenangriff habe ich es nicht ertragen. Ich wünschte, daß diese …., die den Befehl geben zu SCHIESSEN oder zu bombardieren, selbst eine Woche in unserer Schale, in unseren Kellern zubringen – ohne Schlaf, Essen, Wasser und Licht, und in ständig Angst. Meine Kinder haben mich nicht mehr erkannt. Nach dem Tod meiner Mutti bin ich um 10 Jahre gealtert. Gebe Gott, daß andere Städte diesen Schrecken niemals kennenlernen….

Übersetzung: W.K.


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5 Antworten zu Brief aus der Hölle von Slawjansk – Juni 2014

  1. missubuntu schreibt:

    Hat dies auf Miss Ubuntu rebloggt und kommentierte:
    Ein bewegender Brief aus Slawjansk und zwei kurze Videos, die sehr gut die Zerstörungen an Wohngebäuden in der Ostukraine zeigen. Diese Dokumentation zeigt, wie weit der von NATO-US-EU-Eliten finanzierte und gesteuerte Krieg gegen die Zivilbevölkerung in der Ukraine, die sich gegen die imperialistische Politik des Westens wehren, schon vorangeschritten ist.

  2. missubuntu schreibt:

    Lieber Sascha, ich bin durch Einar auf dein Blog gekommen und habe ihn auf meinen verlinkt. Schön, dass du so klar verständlich über Sozialismus, Marxismus usw. schreibst. Viele Grüße aus Brighton/England, Susanne

  3. sascha313 schreibt:

    Danke, Susanne, ich freue mich, daß Du meinem Blog folgst. Ich versuche, so viel wie möglich einfach zu erklären, weil doch die meisten Leser vom Kommunismus wenig wissen, fast nichts oder nur Falsches, Bruchstückhaftes, Verlogenes, Diffamierendes… Dein Blog ist auch sehr interessant. Mach weiter so, gefällt mir! Viele Grüße, Norbert. 🙂

  4. Pingback: Was geht uns die Ukraine an? | Sascha's Welt

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