Stalingrad! … ach, diese verfluchten deutschen Faschisten!

Wer angesichts der Verbrechen, die die Deutschen in der Sowjetunion begingen, erwartet hatte, daß die Sowjetunion nun gleiches mit gleichem vergelten würde, mußte überrascht eingestehen, daß dies nicht geschah. Gewiß, es gibt keinerlei Rechtfertigung für den faschistischen Überfall auf die friedliche Sowjetunion (so wie es auch heute keinerlei Rechtfertigung für die Verbrechen der ukrainischen Faschisten im Donbass, der Zionisten im Gaza-Streifen und der Mordtaten der syrienfeindlichen Söldner in Aleppo, Homs usw. gibt) und für all die millionenfachen Grausamkeiten und Verbrechen der deutschen Soldaten an der «Ostfront». Doch allein schon deshalb, weil der Sozialismus die einzig menschenwürdige Gesellschaftsformation ist, in der Ausbeutung und Unterdrückung ein für alle Mal der Vergangenheit angehören, war ein Rachefeldzug der Sowjetunion völlig undenkbar.

Stalingrad. Univermag - hier befand sich der Stab des Nazi-Generals Paulus. (Aufschrift: "Fluch und Tod den deutsch-faschistischen Eroberern und ihrer Regierung, ihrer Armee, ihrer neuen "Ordnung".)

Stalingrad. Univermag – hier befand sich der Stab des Nazi-Generals Paulus. (Aufschrift: „Fluch und Tod den deutsch-faschistischen Eroberern und ihrer Regierung, ihrer Armee, ihrer neuen „Ordnung“.)

Im Nürnberger Prozeß wurde nur ein kleiner Teil der Nazi- und Kriegsverbrecher hingerichtet.  Und wenn der Nazismus heute wieder aus allen Löchern hervorgekrochen kommt, so hängt das auch damit zusammen, daß er weder in Westen Deutschlands noch in anderen westlichen Ländern mit der Wurzel ausgerottet wurde. Das Resultat? Erneut haben wir Kriege, erneut sterben unschuldige Menschen, erneut gibt es Gleichgültige, die von alledem nicht gewußt haben wollen, und die tun als ginge es sie nichts an. Aus den nachfolgend zitierten Briefen ersieht man, zu welcher geistige Leere der Faschismus führt und wie entsetzlich dumm und ratlos die verführten Menschen sind! Die Niederlage des Hitlerfaschismus in Stalingrad, welche die entscheidende Wende in diesem Krieg war, brachte den Wehrmachtssoldaten nicht die Einsicht, daß der Kapitalismus schuld an ihrem Elend war, und daß erst der Sozialismus ein Ausweg aus dieser Misere ist…

«In Stalingrad gibt es keinen Gott!»

Mit einem der letzten Flugzeuge aus Stalingrader Kessels wurde Post befördert, aber sieben Säcke Briefe kamen bei den Adressaten niemals an. Die deutschen Befehlshaber hatten sie beschlagnahmt: die Briefe von der Front sollten den Geist der Nation nicht trüben, und nicht die Nachricht vom unvermeidlichen Ende überbringen. 1990 wurden diese Briefe von der Zeitschrift «Snamja» veröffentlicht, und im Jahre 2013 gab es dazu im Rahmen eines literarisch-musikalischen Abends eine Lesung mit dem Wolgograder Rundfunkjournalisten Sergej Arsentjew unter dem Titel «…als die Wolga brannte» .

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Briefe deutscher Soldaten (Winter 1942/43)

«Ich weiß nicht, ob ich Dich irgendwann einmal wiedersehen werde, deshalb es ist gut, wenn dieser Brief zuvor in deine Hände kommt, und dann wirst Du die Wahrheit schon wissen. Meine Hände sind verstümmelt, das ist schon Anfang Dezember passiert. An der linken Hand fehlt der kleine Finger, aber was schlimmer ist, an der rechten mußten drei Mittelfinger abgenommen werden. Ich kann den Krug jetzt nur mit dem Daumen und dem kleinen Finger halten. Man ist ziemlich hilflos, wenn man keine Finger mehr hat, und dann verstehst du, wie notwendig sie für die elementarsten Sachen sind. Am einfachsten ist es, mit dem kleinen Finger zu schießen. Ich habe die Hände verloren. Ich kann lebenslang nicht mehr schießen, doch wozu bin ich anderen dann noch nutze. Vielleicht kann ich Förster werden? Aber das ist Galgenhumor, ich schreibe das nur, um mich zu beruhigen.
Kurt Hanke, vielleicht erinnerst Du Dich an ihn (damals im Kolleg 1937) spielte vor acht Tagen in einem kleinen Gäßchen auf einem Klavier die ‚Appassionata‘. Ja, es kommt nicht jeden Tag vor, daß ein Klavier auf der Straße steht. Das Haus wurde zerstört, aber um das Instrument hat es denen wahrscheinlich leid getan, und so haben sie es auf die Straße gezogen. Jeder Soldat, der daran vorbei ging, trommelte darauf herum, aber sag‘ mir — wo kann man noch ein Klavier auf der Straße sehen?»

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«Es ist leicht, gutgemeinte Ratschläge zu geben. Aber so, wie Ihr Euch das vorstellt, kommt es eben doch nicht. Die Befreiung der Völker, was für ein Unsinn! Die Völker bleiben dieselben, es ändert sich nur die Herrschaft, und wer auf deren Seite steht, wird immer wieder behaupten, daß man das Volk davon befreien muß. 1932 hätte man noch was machen können, das wißt Ihr sehr gut. Daß der Moment verpaßt wurde, wißt Ihr auch. Vor zehn Jahren ging es noch um die Stimmzettel, und jetzt muß man dafür mit solchen ‚Kleinigkeiten‘ büßen, wie mit dem Leben.»

Halder

«Gestern auf dem Beobachtungsstand hat Hannes mir zugeredet, Dir zu schreiben. Ich habe eine Woche lang gezögert, den Brief zu schreiben oder nicht zu schreiben, dann dachte ich: Wenn die Ungewißheit auch qualvoll ist, aber es gibt immerhin einen Hoffnungsschimmer. Genauso dachte ich über mein eigenes Schicksal. Jedesmal beim Einschlafen war ich mir der ganzen Ausweglosigkeit unserer Lage — zwischen Hoffnung und Untergang — bewußt. Aber ich habe versucht, nichts zu Ende zu denken. Schon oft hätte ich umkommen können, doch früher wäre das plötzlich, unerwartet gekommen, ohne Vorbereitung. Und jetzt ist alles anders, seit heute Morgen weiß ich, was uns erwartet, und mir wurde leichter, deshalb will ich Dich auch von der quälenden Ungewißheit befreien.»

«Ich kann meine eigene Schuld an den Geschehnissen auch nicht verneinen. Bei einem Verhältnis von eins zu siebzig Millionen, ist mein Anteil zwar klein, aber vorhanden. Ich will mich ganz und gar nicht von der Verantwortung freisprechen, meine einzige Rechtfertigung besteht darin, wenn ich mein Leben hergebe, daß ich dann für diese Schuld büße. Obwohl es in  Fragen der Ehre keinen Handel geben kann.»

Himmler

«Auguste, du wirst selbst jene Stunde fühlen, wo du stark sein mußt. Du mußt nicht zu sehr leiden und trauern. Ich habe keine Angst, nur das Bedauern darüber, daß ich meinen Mut nur durch den Tod für diese sinnlose, um nicht zu sagen: verbrecherische Sache beweisen kann. Erinnerst Du Dich, wie … sagte: Die Schuld anzuerkennen bedeutet, dafür zu büßen. Bemühe Dich nicht, mich allzu schnell zu vergessen.»

«…Ich habe mir schon an die zwanzig Mal meinen Tod vorgestellt, und Ihr habt in Euren Plüschsesseln gesessen, und mein Spiel erschien Euch wahr. Und jetzt wird mir sehr furchtbar bewußt, wie wenig dieses Spiel mit dem realen Tod zu tun hatte. Immer erschien mir der Tod heldenhaft, entzückend, ergreifend, immer geschah er aus Überzeugung oder wurde als Heldentat dargestellt. Doch wie sieht denn die Realität aus? Die Menschen verrecken vor Hunger, wegen der grimmigen Kälte, der Tod ist hier einfach eine biologische Tatsache, wie Essen und Trinken. Sie sterben wie die Fliegen und niemand sorgt sich darum, sie zu beerdigen. Überall liegen sie herum ohne Arme, ohne Beine, ohne Augen, mit aufgerissenen Bäuchen.»

«Darüber sollte man einen Film machen, um die Legende vom ’schönen Tod‘ für immer zu zerstören. Es ist ein viehisches Verrecken, doch  irgendwann wird es auf einen Granitsockel gehoben und als ‚Die sterbenden Krieger‘ mit verbundenen Köpfen und Händen veredelt. Man wird Romane schreiben, es werden Hymnen und Gesänge ertönen. In den Kirchen werden Messen gelesen.»

«Doch genug von mir, ich will nicht, daß meine Knochen in einem Massengrab verfaulen. So ähnlich habe ich auch dem Professor …  geschrieben. Ich werde ihm unbedingt noch schreiben. Also wundert Euch nicht, wenn einige Zeit von mir keine Nachrichten kommen, weil ich mich fest entschlossen habe, mein Schicksal in die eigenen Hände zu nehmen.»

Stalingrad

«So, nun weißt Du, daß ich nicht zurückkehren werde. Bitte teile das unseren Eltern so vorsichtig wie möglich mit. Ich befinde mich schwerer Verwirrung. Früher habe ich geglaubt und war deshalb stark, und jetzt glaube ich an nichts mehr und bin sehr schwach. Ich weiß vieles nicht von dem, was hier geschieht, doch auch das Wenige, woran ich beteiligt bin, ist schon so viel, daß ich damit nicht zurechtzukomme. Nein, niemand wird mich überzeugen, daß sie hier mit den Worten ‚Deutschland‘ oder ‚Heil Hitler‘ fallen. Ja, sie sterben hier, das kann niemand bestreiten, aber die letzten Worte der Sterbenden gelten der Mutter oder den Liebsten, oder sind einfach ein Schrei um Hilfe. Ich sah Hunderte Sterbende, viele von ihnen waren wie ich in der Hitlerjugend gewesen, aber solange sie noch schreien konnten, waren es die Schreie um Hilfe, oder sie riefen jemanden, der ihnen nicht helfen konnte.»

Ein dummer Glaube an die Politik und die Weisheit des ‚Führers‘

«Der Führer hatte uns fest versprochen, daß er uns hier herausholen würde, wir hatten uns auf sein Wort verlassen und fest an ihn geglaubt. Und ich glaube auch heute noch daran, weil man an etwas glauben muß. Wenn sich es als eine Unwahrheit erweisen sollte, woran soll ich dann noch glauben? Dann will ich weder auf den Frühling, noch auf den Sommer warten, auf nichts, was Freude bringt. Laß mir diesen Glauben, liebe Greta, ich habe das ganze Leben oder wenigstens acht Jahre lang an den Führer und sein Wort geglaubt … Es ist schrecklich, mit welchen Zweifeln seine Worte hier behaftet sind, und peinlich, daß man nicht widersprechen kann, weil Tatsachen dem entgegen stehen. Wenn das, was er uns verspricht, nicht eintreten wird, dann heißt das, Deutschland wird untergehen, weil dann niemand mehr den eigenen Worten treu bleiben wird. Ach, diese Zweifel, diese schrecklichen Zweifel, könnte man ihnen nur so bald wie möglich entgehen!»

Kommissarbefehl

«Es ist uns klar, daß wir Opfer von schwersten Fehlern der Führung wurden und dieses ganze ‚Anblasen‘ zum Sturm auf die Festung Stalingrad unserem Volk und den Völkern überhaupt schwerste Verluste bringen wird. Und trotzdem glauben wir noch an die glückliche Auferstehung unseres Volkes. Dafür werden die Menschen mit ehrlichem Herzen sorgen. Nach dem Kriege muß man eine riesige Arbeit leisten, um mit den Intrigen aller Tollköpfe, Spinner und Verbrecher Schluß zu machen. Diejenigen, die vom Krieg zurückkehren, werden sie wie Schmutz aus der Wohnung fegen. Wir sind preußische Offiziere und wir wissen, was man machen muß, wenn es not tut.»

Ein religiöser Mensch…

«Wenn es einen Gott gibt, hast Du mir in Deinem letzten Brief geschrieben, dann wird er Dich mir bald lebendig und gesund zurückgeben. Du schriebst: Solch ein Mensch, wie Du, der Tiere und Blumen liebt und niemandem Übel tut, der Kind und Frau liebt, den wird Gott unbedingt behüten. Ich danke Dir für diese Worte, den Brief von Dir trage ich jetzt immer bei mir in der Brusttasche. Aber wenn Du, meine Liebe, den Glauben an die Existenz des Gottes in Abhängigkeit von der Erfüllung Deiner Hoffnung stellst, wirst Du vor einer schweren Entscheidung stehen. Ich bin doch ein religiöser Mensch. Du warst immer gläubig, doch jetzt wird sich das ändern, wenn wir unsere vorige Position verlassen, oder weil die Umstände so sind, daß alles über den Haufen geworfen wird, woran wir glaubten. Ich suche nach Worten, um Dir das zu erklären. Oder errätst Du es schon selbst? Mir erschien der Ton Deines letzten Briefes vom 8. Dezember seltsam. Jetzt haben wir Mitte Januar.»

Untaten

«Das ist jetzt für lange Zeit, und vielleicht für immer, mein letzter Brief. Ein Kamerad, der  auf den Flugplatz ist, sagte, daß morgen das letzte Flugzeug aus unserem Kessel abgehen wird. Die Lage ist schon unkontrollierbar, die Russen sind drei Kilometer vom letzten Flugplatz entfernt, und wenn wir ihn verlieren, dann kommt keine Maus mehr hier heraus — einschließlich mir. Und natürlich hunderttausend andere, aber es ist ein billiger Trost, daß du den Tod mit anderen teilst. Wenn es einen Gott gibt … Dort, auf anderer Seite, wiederholen das auch viele, und wahrscheinlich auch Millionen in England und Frankreich. Ich glaube nicht mehr an Gottes Güte, anders hätte er eine solche furchtbare Ungerechtigkeit niemals zugelassen. Ich glaube nicht mehr daran, weil Gott die Köpfe der Menschen aufgeklärt hätte, die diesen Krieg begonnen haben, und die selbst in drei Sprachen über den Frieden geredet haben. Ich glaube nicht mehr an Gott, er hat uns verraten, und jetzt sieh selber zu, wie es um Deinen Glauben steht.»

Gott existiert nicht!

«In Stalingrad über Gott zu reden, bedeutet, seine Existenz zu verneinen. Ich muß Dir das sagen, lieber Vater, und deshalb ist es mir doppelt schwer. Du hast mich großgezogen, Vater, weil es die Mutter nicht mehr gab, und Du zwangst mich immer, meine Augen und die Seele Gott zuzuwenden. Und ich bedaure die Worte doppelt, Vater, weil sie die letzten sein werden, und ich Euch danach nichts Tröstliches und Versöhnendes mehr sagen kann.
Du, Vater, warst mein geistiger Priester, und im letzten Brief kann ich nur die Wahrheit sagen, oder was mir als Wahrheit erscheint. Ich suchte Gott in jedem Bombentrichter, in jedem zerstörten Haus, in jedem Winkel, bei jedem Kameraden, als ich im Graben lag, suchte ich ihn am Himmel. Aber Gott erschien nicht, obwohl mein Herz nach ihm rief. Die Häuser waren zerstört, die Kameraden waren, wie ich, tapfer oder feige, auf der Erde war Hunger und Tod, und vom Himmel fielen Bomben und Feuer, nur einen Gott gab es nirgends. Nein, Vater, Gott existiert nicht, oder er ist nur bei Euch, in Euren Psalmen und Gebeten, in den Predigten der Pfarrer und Pastoren, im Klang der Glocken, im Geruch des Weihrauches, aber in Stalingrad gibt es ihn nicht.»

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«Und jetzt sitzt du im Keller, heizt du mit irgendjemandes Möbeln, es sind nur noch sechsundzwanzig, und anscheinend freuen sich alle, daß der Kopf noch auf den Schultern sitzt, noch vor kurzem über den Achselstücken, du hast zusammen mit ihnen „Heil Hitler!“ geschrieen, und jetzt gibt es nur zwei Wege: entweder zu verrecken, oder nach Sibirien. Aber das schlimmste ist, daß man begreift, daß alles ganz sinnlos ist — wovon einem das Blut in den Kopf steigt. Gut, was auch kommen mag, wir haben bei unserer 3. noch 26 Geschosse, und der Kommandeur hat noch sein Spielzeug Kalibers 0,8 mit sechs bleiernen Pillen. Für mich ist es jetzt höchste Zeit, Schluß zu machen, die ‚Abendmesse‘ wird gleich anfangen und wir müssen tiefer in die Erde graben. So, Alter. Wegen der Antwort auf diesen Brief brauchst Du dich nicht zu sorgen, doch in zwei Wochen wirst Du an mich denken. Man muß kein Hellseher sein, um das Ende vorauszusagen. Und wie es in Wirklichkeit ist, erfährst Du niemals.»

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«Ich wollte Theologe werden, der Vater war im Begriff das Haus auszubauen, und Hermann wollte einen Springbrunnen bauen. Nichts von alledem ist was geworden. Du weißt doch, wie alles bei uns zu Hause jetzt aussieht — sicher genauso wie hier bei uns. Nichts von dem, was wir uns in unseren Träumen ausgemalt haben, ist was geworden. Die Eltern sind unter den Ruinen ihres Hauses begraben, und wir, so schwer es auch klingen mag, mit einigen Hundert anderer Soldaten in den Schluchten im Südteil des Kessels. Sehr bald werden diese Schluchten vom Schnee bedeckt sein.»

«Herr Geheimrat! Das Stalingrad ist eine gute Lehre  für das deutsche Volk, es ist nur schade, daß derjenige, der diese Schule durchlaufen hat, das erworbene Wissen im weiteren Leben kaum verwenden kann. Die Ergebnisse müßte man konservieren. Ich bin ein Fatalist, und meine persönlichen Bedürfnisse sind so bescheiden, daß ich jederzeit, wenn der erste Russe hier auftaucht, meinen Rucksack nehmen kann und ihm entgegengehen. Ich werde nicht schießen. Wozu? Um einen oder mehrere Menschen zu töten, die ich nicht kenne? Und ich werde mich nicht erschießen. Warum? Daß ich damit irgendeinen Nutzen bringe, vielleicht dem Herrn Hitler? Ich bin jetzt vier Monate an der Front, bin durch eine solche Schule gegangen, die ich sicher nicht bekommen hätte, selbst wenn ich hundert Jahre gelebt hätte. Ich bedauere nur eines — daß ich gezwungen bin, meine Tage in so einer beklagenswerten Gesellschaft zu beenden.»

Menschenverluste

«Am Dienstag kamen in ihrem Auto zwei 34er ums Leben. Die Neugierde hatte sie an unsere Hauptkampflinie gelockt. Es war eine großartige Vorstellung. Später bin ich an dem rauchenden Blech vorbeigefahren. Aus der Luke hing der Körper mit dem Kopf nach unten, ein Bein verkeilt, sie brannten. Aber der Körper lebte, es drang ein Stöhnen zu uns herüber. Wahrscheinlich waren die Schmerzen ungeheuer. Es gab aber keine Möglichkeit sie zu befreien. Selbst wenn es eine solche Möglichkeit gegeben hätte, wären sie dennoch unter schrecklichen Qualen nach ein paar Stunden gestorben. Ich habe sie erschossen, und dabei flossen mir Tränen übers Gesicht. Und schon drei Nächte nacheinander weine ich über den umgekommenen russischen Panzersoldaten, den ich getötet habe.»

«Seltsam, daß man viele Sachen erst bemerkt, wenn man sie verlieren kann. Über weite Entfernungen entsteht eine Brücke von Herz zu Herz. Über diese Brücke habe ich Dir Nachrichten geschickt, über unseren Alltag erzählt, über jene Welt, in der wir leben.
Ich dir wollte die ganze Wahrheit erst erzählen, wenn ich wieder zu Hause bin, aber später werden wir schon nicht mehr über den Krieg reden wollen. Deshalb sollst Du jetzt die ganze Wahrheit erfahren, die letzte Wahrheit. Mehr kann ich Dir nicht schreiben. Solange es Ufer gibt, werden immer die Brücken existieren, und wir sollten den Mut haben, diese Brücken zu betreten. Eine solche Brücke führt zu dir, die andere in die Ewigkeit, und es ist für mich letzten Endes ein und dasselbe. Morgen werde ich diese letzte Brücke betreten, dieser literarische Ausdruck soll den Tod beschreiben, aber du weißt, daß ich die Dinge gern umschreibe. Strecke mir die Hand aus, damit das Teure mir nicht so schwer wird.»

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«Lieber Vater! Unsere Division ist zur großen Schlacht ‚bereit‘, aber diese große Schlacht wird nicht stattfinden. Du wirst Dich wahrscheinlich wundern, daß ich Dir an Deine dienstliche Adresse schreibe, aber was ich Dir in diesem Brief sagen will, das kann ich nur von Mann zu Mann sagen. Du wirst selbst die richtige Form finden, um es der Mutter zu erklären. Heute wurde uns gesagt, daß wir Briefe senden können. Wer die Lage kennt, der weiß, daß das zum letzten Mal geschieht.»

«Du, lieber Vater, sitzt als Oberst im Generalstab. Du weißt, was das alles bedeutet, und deshalb kannst Du mir Erklärungen ersparen, die würden nur sentimental klingen. Es ist alles aus. Ich denke, daß es noch acht Tage dauern wird, und dann ist die Klappe zu. Ich will jetzt nicht nach Gründen suchen, die man für oder gegen unsere Situation bringen könnte. Diese Gründe sind jetzt ganz unwichtig und es ist sinnlos, darüber zu reden, aber immerhin will ich Dir sagen, daß man die Gründe und Erklärungen nicht bei uns suchen soll, sondern bei Euch, die für diese Situation verantwortlich sind. Verliert nicht den Mut. Besonders du, Vater, und wer deine Ansichten teilt. Aber haltet die Augen offen, damit nicht noch größeres Unglück auf unsere Heimat hereinbricht. Möge Euch diese Hölle an der Wolga zur Warnung dienen. Ich bitte Euch, erinnert Euch daran.»

Die «Unüberwindlichen»

Die «Unüberwindlichen»

Nachbemerkung:
Dies sind Ausschnitte aus Briefen deutscher Soldaten und Offiziere. Kein Wort der Reue, nur Zweifel, Ängste und Verunsicherung. So klein und erbärmlich sind diese «Helden» angesichts ihrer Niederlage! So wenig haben sie begriffen vom eigentlichen Geschehen! Und um so schwerer war es und wird es sein, diesen jämmerlichen Gestalten nach ihrer Niederlage wieder eine Hoffnung zu geben, und sie für ein besseres Ziel zu begeistern: Für eine menschenwürdige Gesellschaft! Für den Sozialismus!

Original: (Übersetzung: M.L./gekürzt)
http://anna-stepnova.livejournal.com/148227.html

Bilder: http://poiskvolgograd.ru/forums/index.php?/topic/231-231/

Siehe auch:
Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes
Sowjetunion — der Große Vaterländische Krieg
Sie werden es nicht verstehen, diese bürgerlichen Historiker…

Hier ein Dokumentarfilm aus der Sowjetunion von 1943:

Сталинград (1943) фильм полный

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22 Antworten zu Stalingrad! … ach, diese verfluchten deutschen Faschisten!

  1. jauhuchanam schreibt:

    Es ist doch immer wieder interessant, wie der Mensch andere versucht, für seine ausgeführten Wahnvorstellungen verantwortlich zu machen … „Weil ich bescheuert denke, gemäß meiner Dummheit handel, gebe ich „Gott“ oder wem auch immer die Schuld, wenn ich scheitere.“ Solche Menschen wird man kaum für etwas besseres begeistern können, da sie ja einer Geisteskrankheit zum Opfer gefallen sind. „Solche Menschen sehnen sich nach dem Tod, wie nach einem guten Freund“, wusste schon Joshua ben Sirach zu schreiben. Daraufhin wurden sie vom Kult des Todes ja auch konditioniert und abgerichtet.

  2. Uwe schreibt:

    „Kein Wort der Reue, nur Zweifel, Ängste und Verunsicherung.“(Zitat Ende)

    Ich lese da anderes. Zum Beispiel: <<1932 hätte man noch was machen können, das wißt Ihr sehr gut. Daß der Moment verpaßt wurde, wißt Ihr auch. Vor zehn Jahren ging es noch um die Stimmzettel, und jetzt muß man dafür mit solchen ‘Kleinigkeiten’ büßen, wie mit dem Leben.»

    Wie dem auch sei. Die Leute wurden losgeschickt und sie hatten die Wahl, sich noch in Deutschland erschießen zu lassen, weil sie nicht in den Krieg wollten, oder unter der Gefahr im Gefecht erschossen zu werden, mit einer kleinen Chance, zu überleben, mitzumarschieren. Zum Helden sind nun mal die wenigsten geboren.

    Vorwürfe kann man jenen machen, die sich an Kriegsverbrechen beteiligten und auch dem Typen, der behauptet, es gäbe keinen Gott, nur weil er dadurch, dass er Gottes Gebote verletzt hat (Du sollst nicht töten. Alles was du willst, dass man dir tut, sollst du anderen tun.), mit den Folgen seines gotteslästerlichen Handelns konfrontiert wird.

  3. sascha313 schreibt:

    Ja, natürlich. Es gab eben auch die anderen, die gegen Hitler waren, die nicht die Hand gehoben haben, sich nicht beteiligt haben an den Kriegsverbrechen. Und es gab die Antifaschisten, die Widerstand geleistet haben. Manchmal hat schon ein unbedachtes Wort gereicht, daß derjenige „abgeholt“ wurde – in Deutschland wie auch an der Front! Eine furchtbare Zeit, eine Zeit der Verrohung! Die Mutigen aber, die nicht Verblendeten sind übergelaufen…

  4. Nadja schreibt:

    Hallo Genosse Norbert,
    Wer wirklich tief wissen wie es auf deutscher Seite war, empfehle ich den Dokumentarroman „Stalingrad“ von Th. Plievier. (Teil einer Trilogie Moskau – Stalingrad – Berlin). Seine Bücher waren bei uns, in der DDR, zwar aus den Umlauf genommen (weil er 1948 umgefallen und abgehauen ist) , was aber kein Abbruch tut an den Inhalt seiner früher bei uns verlegten Bücher. Und überhaupt zur Sowjetfront an deutscher Seite gibt es die Romane von Günter Hofé, worunter „Roter Schnee“. Denken wir aber auch an den vielen Elsässer und Ostbelgische Soldaten die „Heim ins Reich“ geholt wurden und anschließend zur Ostfront geschickt wurden. Alles Gute, Nadja.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, Nadja, für den Hinweis. Im vorigen Jahr wurde von Fjodor Bondartschuk (Sohn von Sergej Bondartschuk) ein Film über Stalingrad produziert, Bondartschuk reiste deshalb extra in die USA, um „Details“ zu besprechen. Der Film ist eine „akribische“ Lüge. Er sollte „das gegenwärtige Bild der Stalingrader Schlacht und ihre historische Bedeutung … das neue Verständnis des russischen Charakters“ zeigen. Folgerichtig wurde dieses Machwerk auch sogleich für den ‚Oskar‘ nominiert. Ausgerechnet der Sohn eines Kommunisten – wie auch N. Michalkow! Letzterer log ebenfalls, er habe tausende Archivmaterialien gesichtet und Augenzeugen dazu befragt! Diese widerlichen Lakaien der Bourgeoisie, diese gekauften Fälscher der sowjetischen Geschichte! – Plievier war wenigstens ein Chronist und als solcher auch ehrlich. Und Sergej Bondartschuk schuf mit seinen Filmen Meisterwerke. Aber dieser 2013 produzierte Dreck des Sohnes Fjodor Bondartschuk ist dagegen nur noch dumm und banal, er ist vor allem eine widerlich Fälschung! (Budget: 30 Millionen Dollar!)

    • Nadja schreibt:

      Verdeutlichung: 1948 gab es noch keine DDR, sondern SBZ, wo alles Humanistische und Fortschrittliche gefördert wurde. Der Kalte Krieg war damals in vollem Gange.

  5. Pingback: Wie werden die Deutschen gegen andere Völker aufgehetzt… (Soldatenbriefe von Stalingrad 1943) | Sascha's Welt

  6. E.W. schreibt:

    was für eine dumme Verallgemeinerung! Als ob diese 17, 18 und 19 jährigen Kinder es gewollt hätten, in der russischen Steppe zu erfrieren, zu verhungern und von den Russen als Arbeitssklaven ermordet zu werden. Tausende Kilometer weg von der Heimat, von der Mutter, der Frau oder den Kindern. WehrPFLICHT bedeutet Dienen oder als Verräter erschossen werden, genau wie auf russischer Seite auch! Eine Wahl gab es nicht! Auf beiden Seiten starben Millionen einfache Arbeiter und Menschen aufgrund zweier kranker Systeme! Die breite Masse hatte darunter zu leiden, ein paar wenige tausend waren Verantwortlich! Der Verfasser dieses Textes hat wohl selbst nichts aus der Geschichte gelernt…

    • Rolf schreibt:

      Auch die einfachen Soldaten, die siegesgewiss in den Krieg zogen und über die halbe Welt Elend brachten, tragen ihre Schuld.

      Rolf, der Waldschrat

    • sascha313 schreibt:

      Werter Herr E.W. – Sie haben noch immer das gleiche nazistische Denken im Kopf, wie diese 17, 18 und 19jährigen „Kinder“ damals auch. Was ich meine, ist dieser „Russenhaß“. Natürlich sind diese jungen Deutschen (mit 17 ist man ja nun auch kein Kind mehr!) nicht freiwillig in den Krieg gezogen. Und bekannt ist auch, was denen drohte, die sich weigerten. Auf deutscher Seite allemal. Sicher ist Ihnen aber entgangen, daß sich 1941 in der Sowjetunion Millionen junge Menschen freiwillig zur Verteidigung der Heimat meldeten! Man mußte sie teilweise sogar abweisen, wenn sie noch zu jung waren.

      Aber vielleicht wissen Sie auch, wie oft und wie vergeblich diese jungen Menschen an der Front von den „Russen“ (nebenbei: es waren ja nicht alles Russen, sondern auch Ukrainer, Tataren, Usbeken, Turkmenen, Moldawier, auch Deutsche usw., denn die Sowjetunion war ein Viel- Nationalitätenstaat) aufgefordert wurden, sich zu ergeben und ihren Krieg gegen fremde Völker einzustellen. Gerade auch in Stalingrad. Wie wenige sind dem doch gefolgt. Und vielleicht wissen Sie auch, daß sowjetische Ärzte verwundete Deutschen in ihren Krankenhäusern behandelt und gesundgepflegt (!) haben.

      Es ist schon ein bißchen widersprüchlich, wenn sie erklären, die gefangenen Deutschen seien als „Arbeitssklaven“ ermordet worden. Auch das ist nichts anderes als Nazipropaganda. Glauben Sie das wirklich? Im Gegenteil: viele Deutsche kamen mit ganz anderen Eindrücken aus der sowjetischen Gefangenschaft zurück. Vielleicht fragen Sie einmal nach, was mit den jungen Mädchen und Frauen geschah, die massenhaft zur Zwangsarbeit nach Deutschland verschleppt wurden. Und lesen Sie mal die Erinnerungen eines Bernt von Kügelgen, eines Oberst a.d. Wilhelm Adam, eines Egbert von Frankenberg, eines Rudolf Petershagen oder eines Wolfgang Edler zu Putlitz – da werden Sie ein völlig anderes Bild der Sowjetunion kennenlernen. Und nicht das eines „kranken Systems“! Wenn Sie damit allerdings auf die „Stalinzeit“ anspielen, so kann ich Ihnen sagen, daß Sie auch hier den heutzutage gängigen Lügen aufgesessen sind. Aber das ist ein neues Thema…

      Und ja – Sie haben recht, daß auf beiden Seiten einfache Arbeiter starben. Doch wer hat hier wen überfallen, und warum? Das sollten Sie sich auch einmal fragen, bevor Sie jemandem vorwerfen, er habe aus der Geschichte nichts gelernt.

    • Harry 56 schreibt:

      Werter E.W., sie haben wahrscheinlich bis heute noch nicht mitbekommen, dass der Angriff auf die UdSSR keinesfalls ein Krieg zwischen zwei „kranken Systemen“ war. Schon sind diese zwei „kranken Systeme“ schon gar nicht schuldig, dass aus dem Überfall, den Angriff auf Polen unbedingt ein gewaltiger Weltkrieg folgen musste. Es waren Ihre so sehr angehimmelten „westlichen Demokratien“, jene von Großbritannien und Frankreich, welche den Überfall auf Polen am 1.September nach Ablauf eines dreitägigen Ulimatum zum ANLASS nahmen, Deutschland am 3.September 1939 den Krieg zu erklären. Diese Kriegserklärungen wurden ausgesprochen gegen den Willen der erdrückenden Masse der Menschen in Großbritannien und Frankreich gegen einen Krieg gegen Deutschland wegen Polen.

      „Mourir pour Danzig?“ NON! So war die Stimmung der breiten Masse der Bevölkerungen in beiden Ländern, ja, sogar bis hinein in das Bürgertum. Den Kriegserklärungen von Großbritannien folgten in den nächsten Tagen und Wochen die Kriegserklärungen fast aller Mitglieder des britischen Commonwealth, welches zu diesem Zeitpunkt gut ein Viertel der gesamten Erdoberfläche beherrschte. So machen „westliche Demokratien“ Weltkriege!

      Als das „kranke System“ Deutschlands das „kranke System“ der UdSSR vertragsbrüchig angriff, war bereits einer imperialistischer Weltkrieg voll im Gange, nämlich die „Achsenmächte“ im „Aufstand gegen die alten imperialistischen Kolonial- und Weltmächte, und indirekt auch gegen die damals bereits aufstrebende Weltmacht USA (siehe hierzu Hitlers Rede anläßlich der Kriegserklärung von Deutschland an die USA vom 11.Dezember 1941). Das „kranke System“ der UdSSR hatte mit diesen rein innerimperialistischen Machenschaften und Intrigen im Grunde gar nichts zu tun. Die damalige Führung versuchte alles menschenmögliche, um Ihr Land aus dem Krieg herauszuhalten. Warum scheiterte sie dennoch?

      Weil die Machthaber Deutschlands und seiner vielen europäischen Verbündeten und Vasallen auf die riesigen Resourcen der UdSSR angewiesen waren, um den Kampf gegen die angelsächsische Weltherrschaft zu gewinnen, diese zu brechen. (siehe hierzu den Vertrag von Deutschland, Italien und Japan vom 11.Dezember 1941)

      Die UdSSR, deren „krankes System“ wurde also von Deutschland und seinen Verbündeten lediglich als „Resourcen-Kammer“ angesehen und behandelt. Es gab keinen Kampf, keinen Weltkrieg von irgend welchen „kranken Systemen“, es waren damals wie heute auch rein imperialistische Kriege, Kriege um Rohstoffe, Lebensmittel, billige (Sklaven)Arbeitskräfte, Einrichtung von internationalen Herrschaftssystemen, Einrichten von internationalen Abhängigkeiten. Kurz und gut, es war ein Kampf um Weltherrschaft, absolute Weltherrschaft, genauso, wie wir es heute wieder erleben.(USA/NATO gegen Russland, China etc…)

      Und wenn wir schon Systeme als „krank“ bezeichnen wollen, wäre es dann nicht angebrachter, jenes heute internationale Weltsystem als „krank“ zu bezeichnen, welches geradezu mit der Objektivität und Wucht von Naturgesetzen immer wieder kleine, mittlere und große Kriege hervorbringt? Und dieses System hat einen einfachen, gut bekannten Namen…… (KAPITALISMUS – das habe ich hinzugefügt, Harry, N.G.)
      Servus

  7. Hanna Fleiss schreibt:

    Harry, nun hat es der deutsche Imperialismus zweimal nicht geschafft, das weite Russland mit seinen Ressourcen zu erobern. Und wenn du die Nachrichten verfolgst, was ich annehme, weißt du, dass er wieder aufrüstet, es zum dritten Mal zu versuchen. Alles ist zwar ein bisschen komplizierter geworden, dadurch, dass die USA der Hegemon über die NATO sind und dasselbe Interesse haben, aber dieses BRD-Deutschland rechnet sich Selbstständigkeiten aus, indem es die EU als Mittel zur dritten Welteroberung einsetzt. Und wie ich es sehe, werden wieder junge Deutsche sich missbrauchen lassen für fremde Interessen, die Wehrpflicht wird es, wenn es ernst wird, wieder geben, und nur wenige werden sich weigern. Wir kennen unsere Deutschen doch viel zu gut, sie lassen sich von „patriotischen“ Parolen doch noch immer „überzeugen“. Der Feind – der Russe! Und wenn man die Reaktionen der BRD auf Trumps Wahlsieg kennt, dann weiß man, dass mit der Formel „Auf Augenhöhe“ der deutsche Größenwahn unverhüllt wieder da ist.

    E.W. spricht von einem kranken System. Nein, mit Krankheit hat das nichts zu tun. Im Gegenteil, der Imperialismus läuft erst im Eroberungskrieg zur Hochform auf, das, der Krieg, ist sein wahres Gesicht. Er braucht, um zu überleben, neue Absatzmärkte, Rohstoffe, billige Arbeitskräfte. Und die kann er in der heutigen Welt nur durch gewonnene Eroberungskriege bekommen. Es ist also keine „Krankheit“, wenn er Kriege führt, sondern Krieg ist sein Wesen, seine Überlebensstrategie. Wir leben, ohne dass wir uns allzu große Gedanken machen, in der Zeit der größten Krise der Neuzeit, wir haben uns daran gewöhnt, mit der Krise zu leben. Weder die USA noch die BRD wissen, wie sie sie auf friedlichem Wege beenden können. Bisher, da hat Merkel recht, sind sie aus jeder Krise gestärkt hervorgegangen. Sie brauchen den Krieg.

    Sicher fragst du, was hat das nun mit Stalingrad zu tun? Ich finde, sehr viel.

  8. Tankist schreibt:

    Stalingrad. Leningrad. Zwei Städte, zwei Namen. Lenin und Stalin. Die Einwohner beider Städte hatten besonders unter den faschistischen Aggressoren zu leiden. Was E.W. da schreibt ist schlicht und ergreifend dumm.

    Kein einziger junger Mensch soll in einem Krieg sein Leben lassen. Dafür stand die junge Sowjetunion, dafür stand der Sozialismus. Die Imperialisten schicken zur Überwindung ihrer systemeigenen KRANKEN Krisen ihre junge Generation in regelmäßigen Abständen in ihre Aggressions- und Vernichtungskriege. Die auch mit angelsächsisch- jüdischem Geld finanzierten Nazis dienten den damaligen Globalisierern als Speerspitze. Sie haben den Krieg gegen die Sowjetunion vom Zaun gebrochen. Sie haben einen imperialistischen Vernichtungskrieg geführt. Wie GESUND der Sozialismus in der Sowjetunion unter Führung Stalins war, bekamen sie auch in Stalingrad zu spüren. Diesen Krieg wollte die Sowjetunion nicht. Als er ihr aufgezwungen wurde, stand das mächtige Land zum Großen Vaterländischen Krieg auf.

    Es zeigt doch nur die Perspektivlosigkeit der jungen Generation im Imperialismus auf, immer wieder als Kanonenfutter für Profit und Globalisierung verheizt zu werden. Die Imperialisten haben gelernt, dass sie militärisch gegen den Sozialismus keine Chance haben. Auch das eine Folge von der Schlacht um Stalingrad. Das hat uns in Europa viele Jahrzehnte den Frieden gesichert. Tatsache ist aber auch, dass die Imperialisten den Krieg brauchen, er ist dem kapitalistischen System wesenseigen. Die systematische Vernichtung von Meschen durch Krieg- KRANK ist da noch ein mildes Wort! Und weil sie den Krieg so dringend brauchen haben sie alles unternommen, den Friedensgaranten Sozialismus zu überwinden. Es ist ihnen gelungen. Die Krankheit ist in Europa zurück. Danke u.a. den Herren Chruschtschow und Gorbatschow.

    Aktuell bereiten sie sich auf einen neuen Krieg, einen Krieg zur Eroberung der russischen Ressourcen vor. Trump hin und Trump her, sie werden diesen Weg weiter verfolgen, können ja nicht anders. Diese Krankheit macht aggressiv.

    Noch ein Wort zu Stalingrad. Auf deutscher Seite fielen junge Menschen auf Grund faschistischen Eroberungswillens. Auf sowjetischer Seite fielen junge Menschen für die Verteidigung des sozialistischen Vaterlandes. Angreifer und Verteidiger in diesem Zusammenhang gleich zu setzen wie E.W. es tut, ist meines Erachtens nach krank!

  9. Hanna Fleiss schreibt:

    Tankist, ist ja alles richtig, was du schreibst. Nur dass du den Imperialismus und den Faschismus als KRANKHEIT bezeichnest, du, da gehe ich nicht mit. Wäre der Imperialismus denn ohne Krieg, ohne Faschismus, das heißt seiner Krankheit, GESUND? Ich bin sicher, medizinische Kategorien haben nichts mit ökonomisch-gesellschaftlichen Systemen zu tun, sondern dienen der Entschuldigung so mancher „Linker“ für ihr Abgehen vom Marxismus-Leninismus. Fall nicht auf deren Nonsens herein, die Verwischung der Begriffe. Die ja immer am Anfang des Rückzugs stehen. Und du weißt, wer die Sprache beherrscht, bestimmt, was geschieht. Ist nur eine „Kleinigkeit“, aber das fiel mir auf.

    • Harry 56 schreibt:

      Hallo Hanna, gut gesagt, das mit der Sprache.
      Wir müssen stets auf der Hut sein, nicht in den wirren Begriffs- und Wörterjargon der Kapitalismus-Verteidiger, der Kulturimperialisten, der NATO-Propagandisten, EU-Schwadronierer etc… hereinzufallen.
      Völlig richtig, medizinische Kategorien haben absolut nichts mit ökonomisch-gesellschaftlichen Systemen, bei deren wissenschaftlicher Erforschung etwas zu tun.
      Doch ebenso gilt dies für MORALISCHE Kategorien!
      Es gibt in einer Stände- Schichten oder ganz einfach Klassengesellschaft keine allgemeine, alle diese Gruppen, Schichten und Klassen umfassende gemeinsame Moral.
      In der kapitalistischen Ökonomie nicht, auch nicht in jeglicher bürgerlichen Politik.
      Dass bürgerliche Politiker weder Moral kennen noch anerkennen, dass wussten schon solche Leute wie Lenin, Stalin, Luxemburg, Liebknecht u.v.a.
      Vereintes Europa, westliche Wertegemeinschaft, Westen, (NATO) Allianz, Totalitarismus, Arbeitgeber/Arbeitnehmer, Sozialpartner, Demokratie, Konsens aller Demokraten, Toleranz …., dies alles sind bürgerliche Redensarten, ist verbale bürgerliche Nebelwerferei, dienen in ihrer völlig diffusen Abstraktheit der Manipulation des Bewusstseins der breiten Massen, gern und oft auch der gewünschten Selbsttäuschung der bürgerlichen Schichten und deren Handlangern.
      Die Sprache, die Wörter, die Begriffe müssen klar und deutlich sein, klare Bestimmungen haben, so schon der berühmte englische Gelehrte und zeitweilige Staatsmann (Lordkanzler) Thomas Hobbes vor mehr als 350 Jahren.(siehe „Leviathan“)
      Wir können und sollten uns noch heute an seine Einsichten halten.
      ER stand zu seiner Zeit noch für wirklichen menschlichen und gesellschaftlichen Fortschritt, fast alle heutigen bürgerlichen Schwätzer stehen aber für gesellschaftliche Stagnation, gar gesellschaftlichen Rückschritt, kulturelle, gesellschaftliche Barbarei, eine Barbarei, welche schon seit Jahrzehnten im Nahen Osten sich ausbreitet („Islamismus“, zunehmend aber auch in Europa sich auszubreiten beginnt.

      Beste soz. Grüße

  10. Tankist schreibt:

    Hanna, vielen Dank, alles klar. Es ist so, dass der Imperialismus den ihm systemeigenen Krieg und Faschismus immer wieder hervorbringt.

  11. Richard schreibt:

    Sagmal seit ihr alle knalle im Hirn?

    Ihr habt doch alle selbst den Krieg nie miterleben müssen und dann weißt ihr die Schuld denen zu die so viel erleiden mussten. Das ist dermaßen Heuchlerisch, dass mir nichtmal ein Vergleich einfällt. Wie gesagt sie hatten ja keine Wahl. Weder Deutsche noch die Russen.
    Und in den veröffentlichen Briefen erkenne ich doch, dass sie wussten, für was für eine sinnlose Sache sie sterben werden.

    Und eine Frage noch! was wollt ihr mit dieser Hätze bewirken?

    • sascha313 schreibt:

      Nein, niemand hat die Schuld dem einfachen Soldaten, den Familien und den Daheimgebliebenen zugeschoben. Schuld am Krieg war und ist der deutsche Imperialismus, sind die Monopolherren und deren Helfer – die Nazis. Die Soldaten waren das Kanonenfutter. (Ich rede hier nicht von den sowjetischen Soldaten und Offizieren, vom Volk der Sowjetunion!) Über Schuld und Mitschuld ist hier schon mehrfach geschrieben worden.

      Na, sicher waren die auch deutschen Soldaten mitschuldig am Krieg. Haben sie sich nicht an Plünderungen beteiligt? Haben sie nicht Partisanen und wehrlose Einwohner erchossen? Doch sie haben es getan! Wer das bestreitet, der kann auch gleich noch die Schuld der Nazis und der Wehrmachtsführung leugnen und sich auf allgemeinen „Befehlsnotstand“ berufen. Das haben die Kriegsverbrecher in Nürnberg oft genug getan, indem sie alle Schuld auf Hitler schoben.

      Und die Soldaten? Hatten sie keine andere Wahl? Wirlich nicht? Wenn ich Dir sage, werter Richard, geh und bring diesen Typen von gegenüber um? Würdest Du es tun? Nein, natürlich nicht! Und sie wußten anfangs eben nicht, wofür sie da in den Tod geschickt wurden! Sie glaubten zumeist, was man ihnen gesagt hatte, und sie gehorchten, wie sie es gelernt hatten. Für viele kam die Einsicht erst viel später, oft zu spät. Die Kommunisten hatten gewarnt: „Wer Hitler wählt, der wählt den Krieg!“ Das war doch nicht zu überhören!

      Oder ist es etwa kein Verbrechen, wenn einer gewaltsam in die Wohnung seines Nachbarn eindringt? Es ist eine billige Ausrede, daß sie keine andere Wahl gehabt hätten! Es gab Tausende von deutschen Soldaten, die bei der ersten nur möglichen Gelegenheit „zum Feind“ überliefen! Waren die anderen zu dumm, es nicht zu tun? Oder waren sie zu feige?

      Und dieser General Paulus, der Hunderttausende Tote zu verantworten hatte, dem fiel nichts besseres ein, als sich um seine Weinvorräte in Staligrad Sorgen zu machen. Ein Kriegsverbrecher? Ja – und hundertmal ja!

  12. Hanna Fleiss schreibt:

    Richard, da liegst du nicht ganz richtig. Ich habe den Krieg als Kind erlebt und könnte dir einiges aus kindlicher Sicht erzählen. Aber ich nehme an, das könnte dir schon reichen und würde dir auch alle deine Fragen beantworten.

    Auf der anderen Seite bitte ich zu bedenken, dass wir alle Mann hier zusammen das Römische Reich auch nicht erlebt haben, aber „heuchlerischerweise“ noch immer was gegen die Sklaverei haben. Ja, und die Sklaven hatten auch keine Wahl.

    Und du meinst, weil du aus den veröffentlichten Briefen erkennst, dass sie wussten, für welch eine sinnlose Sache sie sterben werden, dass das schon ausreicht, um einen neuen Krieg zu verhindern? Womit wir bei deiner Frage sind, was wir „mit dieser Hetze bewirken“ wollen…

    P.S. Wäre ganz hübsch gewesen, wenn du mal zum Duden gegriffen hättest.

  13. Tankist schreibt:

    Im Gegensatz zu diesen ganzen angebotenen medialen Verblödungsorgien der bürgerlichen alten und neuen Medien halte ich die allermeisten Teilnehmer hier auf Saschas Seite für absolut klar. Diejenigen, die das Glück hatten (ich gehöre auch dazu) in ihrem Leben keinen Krieg erleiden zu müssen, haben das der Existenz des Sozialismus zu verdanken. Kaum hatten die Revisionisten ihre Aufgaben erledigt, zog der Krieg wieder nach Europa.

    Es ist der entscheidende Unterschied, ob ich Teil einer imperialistischen Aggressionsarmee oder einer sozialistischen Verteidigungsstreitkraft bin. Oder um das mal mit den Worten des heutigen Bürgertums auszudrücken: Hitler war ‚demokratisch‘ gewählt, seine Absichten (die Absichten der Besitzenden, deren Figuren deutsche Kanzler nun mal sind) waren bekannt, und die Mehrheit des deutschen Volkes glaubte an den Sieg im Osten. Die Imperialisten hatten ihre Bevölkerung derart manipuliert, dass die jungen Männer singend und triumphierend in die Aggression aufbrachen, sowjetische Zivilisten in Scheunen einsperrten und diese in Brand setzten.

    Die Kommunisten/Bolschewiki in der Sowjetunion versuchten alles, diesen Krieg zu verhindern, die Speerspitze der damaligen Globalisierer, das deutsche Reich und seine Wehrmacht, vom Krieg abzuhalten. Als das nicht gelang und Hitlerdeutschland vertragsbrüchig und brutal in die UdSSR einfiel, bekamen die Imperialisten unter größten Opfern die ihnen gebührende Antwort.

    Dieser verbrecherische von den Imperialisten gewollte und vom Zaun gebrochene Krieg ist einer der Beweise, wie menschenverachtend und zerstörerisch es ist, wenn sich die Produktionsmittel nicht in den Händen des Volkes befinden.

  14. Hanna Fleiss schreibt:

    Tankist, ich habe mal ein Gedicht rausgesucht. Als ich an der Oder war, bei Reithwein, stand ich vor Soldatengräbern, schön gepflegten deutschen mit riesenhaftem Kreuz und Bibelspruch. Bei Reithwein gibt es auch einen sowjetischen Soldatenfriedhof, mit wucherndem Wacholdergebüsch. Er liegt direkt gegenüber der von Deutschen zerstörten Kirche, die sowjetische Artillerie sollte sich am Kirchturm nicht orientieren können. Ein wenig hatte ich den Eindruck, dass er in Reithwein ein kaum aufgesuchter Ort ist, er steht auch nicht auf dem Reiseprospekt. Ich hatte mir die Geburts- und Sterbedaten angesehen: so viele junge Menschen, sowohl auf sowjetischer als auch auf deutscher Seite. Hier das Gedicht:

    Soldatenfriedhöfe

    I

    Schwarzbraun ist die
    Haselnuss – sie sangen, als sie
    in ihren Tod marschierten,
    jung, wie sie waren.

    Das Leben zählte
    nach Stunden, kaum Tagen,
    Schmutz gab es und Schmerz.
    Die blutgetränkte Zeit.

    Betrogen bis zum
    letzten Schuss, unter die Steine
    gefallen. Und der Oderwind
    summt über die Gräber.

    II

    Adonisröschen
    auf den Hängen der Oder,
    die Schlehen in Blüte,
    durchs Dorf führt mein Weg.
    In den Birken, hochoben,
    singen die Amseln.

    Eine Alte, Rosentuch um die
    Schultern, versunken in Schweigen,
    vor dem Grab eines Rotarmisten.
    Näher trete ich, will Gutes ihr
    sagen. Aber welch ein Wort
    gäbe Trost.

    2008-11/8.5.15

  15. Tankist schreibt:

    Hanna, danke für dieses Gedicht. Was am Ende von Kriegen bleibt, sind trauernde Mütter, an Gräbern der Gefallenen weinende Frauen.
    Viele von ihnen sind verzweifelt in ihrer Trauer, sie verstehen nicht, warum ihre blutjungen Söhne, ihre Männer sterben mussten.
    Für den Platz an der Sonne? Für Volk und Vaterland? Für mehr völkischen Raum? Wir wissen, für wen sie in den Tod geschickt wurden: für die Ziele der Imperialisten auf mehr Profit, mehr Ausbeutung und mehr Unterdrückung.
    Heute sind es in Deutschland Frauen um die 50 die Söhne um die 20 haben. Was wird von ihnen nach dem nächsten imperialistischen Kreuzzug bleiben?
    Vor dem vorerst letzten Kreuzzug nach Osten vor 75 Jahren glaubten sie an die Überlegenheit ihrer Rasse, sahen es für selbstverständlich an, anderen zu nehmen, was sie begehrten.
    Heute hetzt das Bürgertum die am schlimmsten betroffenen Opfer seiner reaktionären und aggressiven Politik gegeneinander: die „Dank“ ihrer neoliberalen faschistischen Politik verarmten und abgehängten Menschen in Deutschland und Europa auf der einen und die entwurzelten und durch ihren „Demokratieexport“ in die Flucht getriebenen Menschen aus Nordafrika und dem Nahen Osten auf der anderen Seite.
    Die Imperialisten spalten Gesellschaften zur Sicherung und zum Erhalt ihrer Macht, ihres Besitzes an den Produktionsmitteln.
    Die alte Frau am Grab des Rotarmisten, ein Rosentuch um die schmalen Schultern gehüllt,braucht keine Worte. Sie ist ihren Söhnen gefolgt, von den Ufern der Wolga, durch die Donsteppe, über Dnjepr, Bug und Weichsel bis an die Oder.
    Ihre Söhne, die Söhne von Mama Rodina, Mutter Heimat haben ihr Land vor der Versklavung bewahrt und den Menschen an der Oder den Frieden gebracht.
    Sie konnten diesen Weg gehen, weil ihr Kampf gerecht, ihre Sache menschlich war. Sie konnten diesen Weg gehen, weil sie von der Kommunistischen Partei geführt wurden.
    Danke für das Gedicht. Möge die alte Frau mit dem Rosentuch noch lange in Frieden um die verlorenen Söhne trauern können.

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