USA-Einmischung in Ukraine verdüstert Friedensaussichten
11. September 2014
„Es ist Onkel Sam, der uns in diese Schlächterei treibt. Und laßt uns offen sein, viele Politiker in der Ukraine befolgen nur seine Befehle.“ Weißrußlands Präsident Alexander Lukaschenko
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| Von den Faschisten befreite Gebiete sind rot umrandet. |
Das Minsker Waffenstillstands-Protokoll hat wenig Chancen auf Erfolg. Tatsächlich war das Treffen zwischen den kämpfenden Parteien nicht vorgesehen, die Gewalt zu stoppen, sondern um Zeit für die Armee der Ukraine (AFU) zu kaufen, um sich zurückzuziehen und neu zu gruppieren. In den vergangenen zwei Wochen hat die Armee der Junta „katastrophale“ Verluste erlitten, was Präsident Pjotr Poroschenko keine andere Wahl ließ, als einen Waffenstillstand zu fordern, statt der unangenehmen Aussicht einer vollständigen Auslöschung entgegenzugehen. Poroschenko hat es klugerweise vorgezogen, sich unter dem Schutz des Waffenstillstandes zurückzuziehen. Aber geben wir uns keinen Illusionen hin – Poroschenko hat die Erniedrigung nur akzeptiert, weil er keine andere Wahl hatte. Hat er erst einmal Kräfte gesammelt und neu bewaffnet, wird er rachedürstig zurückkommen.
Eine kürzliche Umfrage ergab, daß 57 % der Ukrainer gegen Poroschenkos „anti-Terror-Operation“ sind. Gleichwohl wird die brudermörderische Kampagne weitergehen in der vorhersehbaren Zukunft, weil sie Teil von Washingtons großem Plan für die Region ist. Obama versucht auf jeden Fall, Rußland in einen teuren und langandauernden Flächenbrand in der Ukraine zu ziehen, um seinen europäischen Verbündeten zu beweisen, dass der russische Präsident Waldimir Putin ein gefährlicher Aggressor ist und eine ernste Bedrohung der globalen Sicherheit. Die USA brauchen diese Rechtfertigung, um mit ihrem Plan voranzukommen, NATO-Basen dicht an Rußlands westlichen Fronten zu errichten, die für Moskau eine existentielle Bedrohung darstellen werden. Die Rolle der Marionette Poroschenko in dieser blutigen Farce ist es, die humanitäre Katastrophe zu verschlimmern, den Widerstand zu zerschlagen und zu versuchen, Putin zu provozieren, Panzer zu schicken. Bisher hat der schusselige „Schokoladenkönig“ die Dinge nur schlimmer gemacht, indem er seine Armee zerstörte und die US-Pläne für eine Intervention der NATO sabotierte. Obamas Frustration wurde in seiner Rede offensichtlich, die er auf dem NATO-Gipfel in Wales am vergangenen Wochenende hielt.
Hier ein Ausschnitt:
„Rußland muß seine Verletzungen von Ukraines Souveränität und territorialer Integrität stoppen.“ Rußlands „unverfrorener Angriff“ auf die Ukraine „steht den grundlegendsten Prinzipien unseres internationalen Systems entgegen – daß Grenzen nicht mit Gewehrläufen gezogen werden können; daß Länder das Recht haben, ihre eigene Zukunft zu bestimmen. Es unterminiert eine internationale Ordnung, wo Rechte der Völker und Nationen gelten, sie einfach mit brutaler Gewalt zu rauben.“
Obamas Ausbrüche zielten darauf ab, den Waffenstillstand zu torpedieren, indem er die Atmosphäre vergiftete und die Leidenschaften anstachelte. Noch während die Verhandlungen im Gange waren, waren die USA und die NATO eifrig dabei, mit den Säbeln zu rasseln und den Prozess zum Scheitern zu bringen. Der Gipfel von Wales war nicht so sehr eine Konferenz über regionale Verteidigung als eine Plattform, um Schlamm gegen Rußland zu schleudern und seinen „bösen Diktator“ Putin zu verunglimpfen. Wie wir sagten, Obama & Co. sind durch die Tatsache frustriert, daß Putin sie bei jeder Gelegenheit ausmanövriert. Hier ein Ausschnitt aus der New York Times, mit einigen Details über den Waffenstillstand:
„Das Waffenstillstands-Abkommen fordert eine Amnestie für alle jene, die die Waffen niederlegen und die keine ernsten Verbrechen begangen haben; die Freilassung aller Geiseln; die Auflösung der Milizen; und die Errichtung einer 10 km langen Pufferzone entlang der russisch-ukrainischen Grenze, deren Einhaltung von internationalen Beobachtern kontrolliert wird.
Es weist auch den Weg für eine mögliche politische Lösung des Konfliktes. Herr Putin bestand darauf, daß die Ukraine an Russland gebunden wird statt an den Westen, er drängt auf regionale Autonomie für die südöstlichen Regionen, während die ukrainische Regierung bislang nur für die Idee einer Dezentralisierung offen war.“ („Ein Waffenstillstand in der Ukraine“, New York Times)
Natürlich würde man erwarten, daß die NATO und die USA ihre Rhetorik mäßigen und eine weitere Eskalation verschieben, um ihre Unterstützung für einen fragilen Waffenstillstand zu zeigen. Aber das ist nicht geschehen.
Am Sonntag fuhren zwei NATO-Kriegsschiffe in das Schwarze Meer durch den Bosporus, um sich den französischen und US-Zerstörern anzuschließen, die bereits in dem Gebiet waren. Laut Itar Tass:
„Die NATO-Schiffsbesatzungen werden die Übung Sea Breeze vom 8. – 10. September durchführen. Es wird erwartet, daß außer den vier genannten Schiffen noch die türkische Fregatte Oruc Reis, die rumänische Fregatte Regele Ferdinand und Georgiens Patrouillenboot Sukhumi kommen.“
Die Sea Breeze-Übungen werden zur selben Zeit durchgeführt wie die NATO- Militärübungen in Lettland, an denen mehr als „2000 Soldaten aus neun verschiedenen Ländern … (teilnehmen werden und die ) die den Einsatz von NATO-Soldaten und Ausrüstung in einer Krisensituation simulieren sollen“.
„Wir wollen jedem eine klare Botschaft vermitteln, der die NATO bedroht, daß man das nicht tun sollte“, sagte General Hans-Lothar Domröse, Befehlshaber des NATO-Militärkommandos in Brunssum, Holland, zu Reportern.“ („NATO stages massive military drills in Latvia.“)
Die Übungen haben nichts damit zu tun, Zivilisten vor ausländischer Invasion zu schützen. Sie sind ein offener Versuch, Putin einzuschüchtern und zu zeigen, daß die westliche Allianz bereit ist, einen Dritten Weltkrieg zu riskieren, um seine Ziele in der Ukraine zu errreichen. Dasselbe könnte gesagt werden über die neue Schnelle Eingreiftruppe der NATO, die eine Kampf-Gruppe aus 4000 Mann ist, die einsatzbereit sein wird an jedem beliebigen Ort in Europa innerhalb von 48 Stunden.
Die neue „Spearhead“-Truppe schafft einen gefährlichen Präzedenzfall einer stehenden Armee der NATO, die von derselben rücksichtslosen Organisation benutzt wird, die an der Zerstörung von Serbien, Afghanistan und Libyen beteiligt war. Die NATO-Interventionen sind beinahe ebenso katastrophal gewesen wie die der USA.
Neben der Aufstellung all dieser zusätzlichen Truppen, Kriegsschiffe und Eingreiftruppen sollten wir nicht vergessen, daß die US-Luftwaffe Anfang des Jahres 2 B-2 Tarnkappenbomber nach Osteuropa verlegte. Die B-2 Bomber, die atomare Spengköpfe tragen können, sind eine deutliche Botschaft an Moskau, dass Washington zu jedwedem Mittel greifen wird, die es für notwendig erachtet, um seine Interessen in Eurasien zu verteidigen.
Poroschenko erklärte am Freitag auch, daß er mit einer Anzahl von westlichen Regierungen Abkommen über die Lieferung von Waffen getroffen habe. (Beamte der USA haben seither verneint, dass sie Waffen nach Kiew schicken werden.)
Auf jeden Fall ist das Muster klar: Eskalieren, eskalieren, eskalieren. Die USA sind entschlossen, einen NATO-Brückenkopf in der Ukraine zu schaffen, was mit ihrer „Asien-Achsen“-Planung übereinstimmt. Die alarmierende Erhöhung militärischer Mittel auf dem Balkan und im Schwarzen Meer, sowie das ständige Trommeln der anti-russischen Propaganda in den Medien deuten an, dass Washington sich auf eine größere Operation vorbereitet, die zu einem waschechten Krieg führen kann.
Europäer sind gegen Bewaffnung der Ukraine
Trotz der pausenlosen Dämonisierung Rußlands in den Medien gibt es kein Anzeichen, daß die europäischen Völker die gegenwärtige Politik in der Ukraine gutheißen. Schaut mal hier:
„Die ‚Sonntagszeitung‘ berichtete gestern, dass der Deutsche Marshall Fond Thinktank die Veröffentlichung einer Untersuchung vorbereitet, die zeigt, dass 81 % der Franzosen und 85 % der Deutschen die Bewaffnung der Ukraine mißbilligen. Dieselbe Untersuchung fand, daß in jedem europäischen Land außer in Polen eine Mehrheit der Bevölkerung gegen den Beitritt der Ukraine sowohl in die NATO als auch die EU ist.“ (Fighting flares in eastern Ukraine despite seasefire“ von Johannes Stern und Alex Lantier, World Socialist Web)
Letzendlich haben die Menschen nach 13 Jahren ständigen Krieges die Lust auf US-NATO-Abenteuer verloren.
SANKTIONEN: Beweise braucht man nicht
Am Montag hat die EU ihren ökonomischen Krieg gegen Moskau intensiviert, indem sie eine vierte Runde von Sanktionen ankündigte, die am Donnerstag in Kraft treten sollen. (Diese Sanktionen sind zeitweilig gestoppt worden, damit die EU-Mitglieder die Effizienz der Feuerpause beurteilen können.) Die neuen Maßnahmen werden die härtesten bisher sein und zielen vor allem auf „drei große staatliche Ölgesellschaften – Rosneft, Transneft und Gazprom Neft, sowie auf einige Unternehmen des militär-industriellen Sektors.“ Das Ziel ist, der russischen Wirtschaft durch Sperrung des Zugangs zum Kapitalmarkt maximalen Schaden zuzufügen, um die Wirtschaft in die Rezession zu drücken und politische Instabilität zu erzeugen. (Das ultimative Ziel ist Regimewechsel.) Nicht überraschend wird es keine Sanktionen gegen den Gassektor geben, besonders nicht gegen Gazprom, das der größte Gaslieferant Europas ist. Die EU-Führer haben schon mehrmals gezeigt, dass sie nur an Prinzipien festhalten, so lange nicht ihre eigenen Interessen gefährdet sind.
Es lohnt sich anzumerken, daß die neuen Sanktionen ohne jeden Beweis von falschen Handlungen auferlegt werden und ohne jeden legalen Prozeß für Russland, um sich zu verteidigen. Die USA und die EU können sich nicht von so trivialen Dingen wie einem ordentlichen Prozess unter Annahme der Unschuld beeinflussen lassen, was die Eckpunkte des Englischen Rechts sind seit 500 Jahren. Einfach gesagt:
Rußland ist schuldig, weil, nun, weil wir es sagen.
Es gibt nur eine sehr geringe Chance, daß die Waffenruhe in der Ukraine andauern wird, hauptsächlich deswegen, weil Washington einen Krieg braucht, um seine größeren strategischen Ziele zu erreichen. Was Obama und seine Untergebenen wirklich wollen, das ist, „Rußland aufzubrechen, sich die Wirtschaft zu unterwerfen und die Kontrolle über die Ressourcen auf dem gigantischen eurasischen Kontinent zu gewinnen. Sie glauben, daß dies der einzige Weg sei, wie sie ihre Hegemonie aufrechterhalten können, um China zu schlagen.“ (Zitat: Sergej Glasjew, Putins ökonomischer Ratgeber) Das bedeutet, daß es keinen Frieden in der Ukraine geben wird, so lange die Marionetten Washingtons in Kiew nicht entfernt sind und die ukrainische Souveränität wiederhergestellt ist.
Siehe:
Sergej Glasjew: Die Ukraine ist ein von den USA okkupiertes Territorium

Gehört nicht unmittelbar zum Artikel, aber zum Themenkreis.
Leser hier im Blog werden es bereits kennen. Falls aber nicht, hier der Link. So oft reden die Agierenden nicht ausführlich. Da diese Meldung nun vorliegt, sollen wir die auch durchgehen.
http://www.chartophylakeion.de/blog/2014/09/12/statement-strelkows-am-11-09-2014-in-moskau/#.VBQp_tJWFjo
Die Volkswehr im Donbass ist eine buntgemsichte Truppe von Einheimischen und freiwilligen Kämpfern, die zunächst mal ihr Antifaschismus eint. Das ist aller Ehren wert! Diese Einigkeit ist auch erforderlich, um überhaupt eine Chance gegen die hochgerüstete Ukrainische Armee zu haben, die mit Kampfjets, Hubschraubern und Grad-Raketenwerfern ganz gezielt das Gebiet bombardiert (u.a. Wohngebiete, Krankenhäuser, Schulen etc.). Gefährlich sind vor allem die Strafbataillone (Asow usw.), die brutaler sind als die Gestapo, mit Folterungen, Verschleppungen und gezielten Mordfeldzügen. Dennoch ist nicht zu übersehen, daß sich ganz unterschiedliche Leute dort hineindrängen. Strelkow ist z.B. ein religiöser Monarchist. Wie Iwanow der ehemalige „Verteidigungsminister“ von Donezk hat auch Strelkow eine Verbindung zu Exilrussen (Weißgardisten), die in Südameirika ihren Sitz haben. Welche Ziele verfolgen die???
(Übrigens: Die kommentarlose Wiedergabe des Artikels durch chartouploimeiaou ist genauso unwichtig wie die Wasserstandmeldung von vor drei Wochen. Was dieser Girkin-Strelkow zu erzählen hat, das halten auf dem Blog dort manche für das Evangelium. Und außerdem erscheint dort wieder unser „alter Freund“ „Flash“ als Forentroll und gibt seinen ungereimten Senf dazu. Also Haken dahinter, und haltet Euch lieber an kommunistische Einschätzungen und nicht an die Girkinschen Orakel, die ohnehin nichts taugen, wenn der Pope und die Weißgardisten nicht ihren Segen dazu gegeben haben.)
Welche schon? Die träumen von „ihrem Russischem Reich unter der Herrschaft eines Zaren. Wollen nicht begreifen: Ich reise, alles was lange währt ist leise, ein Hund bellt, er kann nicht lesen, er kann nicht schreiben, sie können nicht bleiben. Ringelnatz, im Original steht „wir“ statt „sie“.
Bist du dir sicher, dass die Volkswehr nur eine „buntgemischte Truppe“ ist?
Wie dem auch sei, besser als die gut organisierten „Verteidiger“ der DDR. Und das trotz immenser Verluste – über eine Millionen Flüchtlinge, Verwüstungen von Stadt und Land und Genozid mit einer Unterlegenheit bei den Mannschaften 3:1 beim Material 20:1 und ohne Luftwaffe!!! den Nazis schwere Verluste beigebracht und die Junta in Kiew zunächst zurück geworfen.
Der Waffenstillstand wird übrigens, wie von jedem aufmerksamen Beobachter vermutet, vom Regime nicht eingehalten. Wie ich heute auf der Seite des Bürgermeisters und dem Rat der Stadt Donezk gelesen habe, steht die Stadt unter Dauerbeschuss.
Sascha, du hast natürlich Recht. Aber Whitney ist kein Marxist, doch hat er einiges von dem, was du monierst, durchaus in anderen Artikeln gesagt. Aber heute geht es doch darum: Ist der USRAEL-globale Imperialismus der Hauptfeind der Welt und für den Weltfrieden, wie es von 80 % der Welt gesehen wird, oder nicht? Und wo hast du deine roten Bataillone, die dagegen ankämpfen werden? Es gibt im Moment nur die von Putin gebildete Front von Russland-China und zum Teil andere BRICS- und 3. Welt-Länder. Daher heiße ich alle, die sich in diese Front einreihen, willkommen.
Danke, Einar. Absolut richtig. Und es wäre auch dumm, wegen dieser Vorbehalte die Gemeinsamkeit zu untergraben, wo es gegen den Faschismus geht. Zunächst geht es darum, eine antifaschistische Einheitsfront zu bilden und den Faschismus zu zerschlagen. Da sind schätzungsweise 80% eben noch nicht genug. Dann aber muß man sich Gedanken machen, wie es weitergehen soll. Und nicht erst dann, sondern schon vorher. Putin wird das wissen. Und auch er kennt seine Feinde sehr genau. Auch die Kommunisten werden es wissen, und sie werden sich Gedanken machen (müssen)!
Und wie zerschlagen wir den Faschismus?
Die antifaschistische Einheitsfront zu bilden – schon schwer genug die divergierenden „Meinungen“ unter einen Hut zu bekommen, weil jeder meint zum Führer geboren zu sein – ist zwar dringend erforderlich, ABER damit zerschlägt niemand den Faschismus, „weil er eben weiß“, wie diese Einheit ganz schnell wieder in Chaos und Unordnung verwandelt wird und die Menschen mit ihren divergierenden „Meinungen“ gegen einander aufgehetzt werden können, wenn eben der Antifaschismus zu nichts anderem gemacht wird, als zu einer indifferenten „Meinung“, die ich jederzeit wechseln kann, wenn mir ein besseres Brot von einer Hand dargereicht wird, dessen Lied ich dann singe.“
Wie zerschlagen wir den Faschismus?
„‚To achieve victory we must mass our forces at the hub of all power and movement. The enemy’s center of gravity‘ „ Clausewitz
Wir müssen uns zunächst darüber klar werden, dass es sich dabei nicht um eine „Meinung“ handelt, dass der Faschismus zerschlagen werden muss, weil man sich sonst in den Debatten und Diskussionen von „Rechtfertigungen“ erschöpft. Es ist daher erforderlich, den Faschismus als das zu erkennen, was er in der Wirklichkeit ist: der Feind eines jeden Menschen, der Feind der Menschheit als solcher. Im nächsten Schritt muss man sich vollkommen klar darüber sein, dass man sich in einem Krieg befindet in dem es keine Neutralität geben kann; entweder der Mensch wird vom Faschismus vereinnahmt und dient auf seiner Seite oder er entscheidet sich gegen ihn und gehört damit bewusst dem Gegner des Faschismus in diesem Krieg an.
In jedem normalen Krieg geht es aber nur um eines: den SIEG. Denn der Nicht-Sieg ist nichts anderes als Niederlage. In einem normalen Krieg ist es nun so, dass sich mit dem Sieger arrangiert werden kann, wenn man den die Niederlage, die immer nur in einem selber begründet ist, erleidet. Der Krieg des Faschismus gegen die Menschheit und damit gleichzeitig unser Krieg gegen den Faschismus, ist ein fundamental anderer, weil es dem Faschismus eben nicht um Eroberung und Sieg geht, sondern um VERNICHTUNG.
Der Faschismus führt seine Kriege – und DEN eigentlichen Krieg – nicht um zu siegen. Nicht etwa ist die Eroberung, nicht der Sieg ist sein Ziel, sondern die VERNICHTUNG. Die elementare Vernichtung der Menschheit als Teil der biologischen Welt im Tierreich der Säuger, hier der Art Mensch der Gattung homo, ist sein Ziel, also der Tod derselben – und zwar den physischen, den konkret praktischen, den wirklich materiellen Tod. [„Die Vernichtung des Menschen als eines Geschöpfes Gottes“, würde es der religöse Bereich nennen, wenn er denn nicht schon lange vom Faschismus vereinnahmt worden wäre und er es nicht in die Sphäre des Mythischen entrückt hätte, wo nur behauptet wird, dass es um die Zerstörung menschlicher Vorstellungen ginge, die als falsch erkannt worden sind.]
Aus dem Gesagten ergibt sich nun eine logische Herleitung – und zwar nur eine Einzige – dem Anti-Faschisten kann es nicht nur um die Zerschlagung des Faschismus geben, sondern um seine totale Vernichtung. In diesem Krieg ist also der Sieg der Zweck und nicht das Ziel, denn das Ziel ist die Vernichtung des Faschismus.
„In his monograph, the author, Lieutenant Colonel Antulio Echevarria II, cuts through the myriad interpretations surrounding the concept and gets back to the original idea as conceived by its author, the Prussian military theorist, Carl von Clausewitz. In going back to the original concept, Lieutenant Colonel Echevarria reveals that Clausewitz intended the center of gravity to function much as its counterpart in the mechanical sciences does, that is, as a focal point.
Lieutenant Colonel Echevarria thus argues, quite persuasively, that the Clausewitzian center of gravity is not a strength, nor a weakness, nor even a source of strength. A center of gravity is the one element within a combatant’s entire structure or system that has the necessary centripetal force to hold that structure together. This is why Clausewitz wrote that a blow directed against a center of gravity will have the greatest effect.“ Dies ein gebündelte Analyse, warum es so wichtig ist, das Zentrum, den Massenschwerpunkt des Feindes nicht nur nicht bloß zu kennen, sondern warum die gesamten Kräfte auf diesen Punkt fokussiert werden müssen, will man das Ziel erreichen, also den Sieg. Die eigentliche Stoßrichtung muss sich also auch in unserem Fall auf das Zentrum des Feindes konzentrieren.
„Wir sehen, auch hier läßt sich der Erfolg nicht aus allgemeinen Ursachen bestimmen; die individuellen, die kein Mensch übersieht, der nicht zur Stelle ist, und viele moralische, die nie zur Sprache kommen, selbst die kleinsten Züge und Zufälle, die sich in der Geschichte nur als Anekdoten zeigen, sind oft entscheidend. Was sich die Theorie hier sagen kann, ist folgendes: Es kommt darauf an, die vorherrschenden Verhältnisse beider Staaten im Auge zu haben. Aus ihnen wird sich ein gewisser Schwerpunkt, ein Zentrum der Kraft und Bewegung bilden, von welchem das Ganze abhängt, und auf diesen Schwerpunkt des Gegners muß der gesammelte Stoß aller Kräfte gerichtet sein.
Das Kleine hängt stets vom Großen ab, das Unwichtige von dem Wichtigen, das Zufällige von dem Wesentlichen. Dies muß unseren Blick leiten.
Alexander, Gustav Adolf, Karl XII., Friedrich der Große hatten ihren Schwerpunkt in ihrem Heer, wäre dies zertrümmert worden, so würden sie ihre Rolle schlecht ausgespielt haben;
bei Staaten, die durch innere Parteiungen zerrissen sind, liegt er meistens in der Hauptstadt;
bei kleinen Staaten, die sich an mächtige stützen, liegt er im Heer dieser Bundesgenossen;
bei Bündnissen liegt er in der Einheit des Interesses;
bei Volksbewaffnung in der Person der Hauptführer und in der öffentlichen Meinung.
Gegen diese Dinge muß der Stoß gerichtet sein. Hat der Gegner dadurch das Gleichgewicht verloren, so muß ihm keine Zeit gelassen werden, es wieder zu gewinnen; der Stoß muß immer in dieser Richtung fortgesetzt werden, oder mit anderen Worten, der Sieger muß ihn immer ganz und das Ganze nicht gegen einen Teil des Gegners richten. Nicht indem man mit gemütlicher Ruhe und Übermacht eine feindliche Provinz erobert und den mehr gesicherten Besitz dieser kleinen Eroberung großen Erfolgen vorzieht, sondern indem man den Kern der feindlichen Macht immer wieder aufsucht, das Ganze daransetzt, um das Ganze zu gewinnen, wird man den Gegner wirklich zu Boden werfen.
Was aber auch das Hauptverhältnis des Gegners sein mag, wogegen unsere Wirksamkeit zu richten ist, so bleibt doch die Besiegung und Zerstörung seiner Streitkraft der sicherste Anfang und in allen Fällen ein sehr wesentliches Stück.“ Clausewitz, „Vom Kriege“ Buch 8, Viertes Kapitel
Es ist daher zu fragen,
erstens, was ist unser eigener Schwerpunkt,
zweitens, ist der Antifaschist ein Antifaschist oder der bloße „Träger einer Meinung“
drittens, was ist der Schwerpunkt des Faschismus,
viertens, wo ist das Zentrum des Faschismus
Ich wünsche uns allen viel Erfolg bei der Vernichtung des Faschismus und den Segen des Höchsten „Gottes“ bei der Befreiung von der Diktatur der Kapitalisten.
Georg, nun sind wir wohl an so einem Punkt, wo man die Frage stellen muß: wer macht denn hier eigentlich was? Wenn man das nicht geordnet kriegt, kommt man nicht weiter. Auch da kann man aus der Geschichte lernen. Der Aufbau der DDR war nur möglich, weil es die Sowjetunion mit langjähriger Erfahrung gab, weil die Sowjetunion gesiegt hatte, und weil die deutschen Kommunisten ein klares und zukunftsweisendes Programm hatten. Ohne die uneigennützige Hilfe der Sowjetunion (wenigsten bis 1956) wäre diese Aufgabe nicht zu lösen gewesen. Die Zerschlagung des Faschismus stieß nicht erst nach Nürnberg an gewisse Grenzen. Man hatte ja nicht nur die Nazi- und Kriegsverbrecher, sondern auch ganz „normale“ Menschen, die von dem braunen Ungeist zerfressen waren. Also: ohne eine führende Kraft geht es nicht!
Und wer soll denn diese führende Kraft sein? Oder besser: wo ist sie denn? Also, entweder bin ich blind oder ich sehe den Wald vor lauter Bäumen nicht (vielleicht, weil Bäume leise sind): die einen wollen nicht, die nächsten sind sich unsicher, die anderen wissen nie, was sie eigentlich wollen und die Mehrheit diskutiert und palavert und analysiert – wahrscheinlich noch bis zum Sankt Nimmerleinstag …
Hätte ein Lenin, Stalin, Mao – um nur ein paar wenige zu nennen – darauf gewartet, wären „ihre“ Völker vor die Hunde gegangen: die Russen in einem Holocaust, die Chinesen im Opium-Delirium mit begleitenden Hungertod, Kuba wäre das Bordell und die Spielhölle der USA geworden – und vom Rest der Welt wissen wir ja, wie er aussieht: dort ist das eingetreten, was der Kapitalismus-Faschismus will.
Also, soll ich warten bis eine neue Sowjetunion oder die DDR aus dem Tode aufersteht, die uns hilft oder beisteht? Das wird nicht geschehen. Das ist vorbei. Ich denke aber auch, dass wir gerade über zwei verschiedene Dinge gesprochen haben, du um den Aufbau einer neuen Gesellschaft nach oder während des jetzt herrschenden Faschismus, ich aber von seiner endgültigen Vernichtung, und worauf sich zu konzentrieren ist, wenn dieses Ziel erreicht werden will.
Ja, Georg, die zweite Frage (…wo ist sie denn? die führende Kraft) stelle ich mir auch immer wieder. Aber die Kommunisten sind eben heute immer noch zerstreut. Das muß man so sagen. Im Gegensatz zu den Imperialisten, die ihre Ideologien, ihren Betrug, ihre Verbrechen und Gemeinheiten unvermindert fortgesetzt haben. Die Zerstreuung bei den „Linken“ begann mit den eigenen Abweichungen und Irrwegen, und besonders massiv mit den Lügen Chruschtschows kurz nach Stalins Tod.
Aber erstens ist der Marxismus-Leninismus (die politische Ökonomie, die marxistisch-leninistische Philosophie und der wiss. Kommunismus) eine Wissenschaft, die man erst mal verstanden haben muß, um sie verbreiten zu können. (Das Schwierige ist, daß es dabei um menschliche Interessen geht!) Und man muß diese Wissenschaft eben auch verbreiten, damit sie die Massen ergreift und zur materiellen Gewalt wird (Marx – Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie). Denn nur die Volksmassen, die übergroße Mehrheit der Ausgebeuteten und Unterdrückten kann an ihrer Lage etwas ändern, niemand sonst wird das für sie tun. Natürlich muß der Faschismus zuerst ausgerottet werden. Wie auch immer!
Na, und zweitens waren es anfangs immer erst wenige Stimmen, wenige klardenkende und überzeugende Kommunisten. Natürlich gab es Irrtümer und auch Fehler. Aber letztenendes (und das ist das Entscheidende!) haben Millionenmassen (!) jahrzehntelang im Sozialismus gelebt. Klar – mit diesen und jenen Konflikten und Disproportionen, die es gab. Aber eben auch mit allen gewaltigen Vorzügen, mit einer bisher noch nie dagewesenen Kraft, mit einem neuen Selbstbewußtsein, und schließlich mit dem heroischen Sieg über den deutschen Faschismus. (Wieviel Kraft hat das gekostet!) Ist das alles nicht Beweis genug, um sagen zu können: Hier hat das Neue, der Fortschritt, die Zukunft der Menschheit über ein verrottetes, korruptes, verbrecherisches System, über den Kapitalismus, gesiegt?