Stalin: Was ist besser – Sozialismus oder Kapitalismus?

7066_640Immer wieder hört von den bürgerlichen Parteien CDU, CSU und SPD einschließlich der Partei „Die Linke“ das dumme Geschwätz, daß die „Marktwirtschaft“ wohl doch die beste aller möglichen Wirtschaftsformen sei. Denn der Sozialismus sei gescheitert und die Planwirtschaft habe sich als uneffektiv erwiesen. Zwar müsse man die Finanzmärkte „unter Kontrolle bekommen“, so tönt es zuweilen, doch zu „Freiheit und Demokratie“ gäbe es keine Alternative. Was für ein demagogisches Gerede! Im Jahre 1930 nutzte J.W. Stalin die Gelegenheit, um auf einem Parteitag der Kommunistischen Partei Rußlands zu der Frage Stellung zu nehmen, was wohl besser wäre, Kapitalismus oder Sozialismus. Natürlich der Sozialismus! Die Praxis hat gezeigt, daß Stalin recht hatte. Und zwar uneingeschränkt! Über die sogenannten „Repressalien“, oder sagen wir besser: über den Klassenkampf, wird noch zu reden sein! Was ist nun der Unterschied zwischen dem kapitalistischen und dem sozialistischen Wirtschaftssystem? – Wohlgemerkt: das war bereits 1930, damals war der direkte Vergleich noch möglich…

Wir haben somit ein Bild von der inneren Lage der UdSSR. Wir haben gleichzeitig damit ein Bild von der inneren Lage in den wichtigsten kapitalistischen Ländern. Unwillkürlich ersteht die Frage: Welcher Art sind die Ergebnisse, wenn man die beiden Bilder gegeneinander hält, sie miteinander vergleicht? (…)

Stalin Sozialismus Kapitalismus

Man schwatzt von „Untergang“ der UdSSR, von „Prosperität“ der kapitalistischen Länder und dergleichen mehr. Wäre es nicht richtiger, von dem unvermeidlichen Untergang derjenigen zu sprechen, die so „unerwartet“ in den Strudel der Wirtschaftskrise geraten sind und sich noch immer nicht aus dem Morast des Niedergangs herausarbeiten können?

Wo liegen die Ursachen eines so ernsten Fiaskos bei ihnen, den Kapitalisten, und so ernster Erfolge bei uns, in der UdSSR?

Man sagt, der Zustand der Volkswirtschaft hänge in vielem vom Überfluß oder Mangel an Kapital ab. Das stimmt natürlich! Erklären sich nun vielleicht die Krise in den kapitalistischen Ländern und der Aufstieg in der UdSSR aus unserem Überfluß und ihrem Mangel an Kapital? Nein, natürlich nicht! Jedermann weiß, daß die UdSSR viel weniger Kapital besitzt als die kapitalistischen Länder. Wäre im gegebenen Fall der Stand der Akkumulation entscheidend, so hätten wir eine Krise und die kapitalistischen Länder einen Aufstieg.

Man sagt, der Zustand der Wirtschaft hänge in vielem von der technischen und organisatorischen Geschultheit der wirtschaftlichen Kader ab. Das ist natürlich richtig. Erklärt sich nun vielleicht die Krise in den kapitalistischen Ländern und der Aufstieg in der UdSSR aus ihrem Mangel und unserem Überfluß an technischen Kadern? Nein, natürlich nicht! Jedermann weiß, daß die kapitalistischen Länder weitaus mehr technisch erprobte Kader besitzen als wir in der UdSSR. Wir haben nie verheimlicht und tragen uns auch nicht mit der Absicht, es zu verheimlichen, daß wir auf dem Gebiet der Technik Schüler der Deutschen, Engländer, Franzosen, Italiener und vor allem und hauptsächlich der Amerikaner sind. Nein, entscheidend ist hier nicht der Überfluß oder Mangel an technischen Kadern, wenn auch das Problem der Kader für die Entwicklung der Volkswirtschaft von ernster Bedeutung ist.

Vielleicht findet man des Rätsels Lösung darin, daß das Kulturniveau bei uns höher ist als in den kapitalistischen Ländern? Wiederum nein. Jedermann weiß, daß das allgemeine Kulturniveau der Massen bei uns niedriger ist als in den USA, in England, in Deutschland. Nein, es handelt sich hier nicht um die Kultiviertheit der Massen, obgleich auch sie für die Entwicklung der Volkswirtschaft von gewaltiger Bedeutung ist.

Vielleicht liegt die Ursache hier in den persönlichen Eigenschaften der führenden Männer in den kapitalistischen Ländern? Wiederum nein. Die Krisen wurden gleichzeitig mit dem Anbrach der Herrschaft des Kapitalismus geboren. Schon seit mehr als hundert Jahren kommt es zu periodischen Wirtschaftskrisen des Kapitalismus, die sich alle zwölf, zehn, acht oder weniger Jahre wiederholen. Alle Parteien des Kapitalismus, alle einigermaßen namhaften Vertreter des Kapitalismus, von den „genialsten“ bis zu den mittelmäßigsten, haben ihre Kräfte an der „Verhütung“ oder „Beseitigung“ der Krisen erprobt. Sie haben aber alle eine Niederlage erlitten. Was ist also Erstaunliches daran, daß Hoover samt seiner Gruppe ebenfalls eine Niederlage erlitten hat? Nein, hier handelt es sich nicht um die Führer oder die Parteien des Kapitalismus, obgleich auch die Führer und die Parteien des Kapitalismus dabei von nicht geringer Bedeutung sind. Worum handelt es sich also?

Was ist die Ursache dafür, daß die UdSSR trotz ihrer kulturellen Rückständigkeit, trotz des Mangels an Kapital, trotz des Mangels an technisch erfahrenen Wirtschaftskadern sich in einem wachsenden wirtschaftlichen Aufstieg befindet und an der Front des Wirtschaftsaufbaus entscheidende Erfolge aufzuweisen hat, während die führenden kapitalistischen Länder trotz des Überflusses an Kapitalien, trotz des Überflusses an technischen Kadern und trotz eines höheren Kulturniveaus sich im Zustand einer wachsenden Wirtschaftsfeme befinden und auf dem Gebiet der wirtschaftlichen Entwicklung Niederlage auf Niederlage erleiden?

Die Ursache liegt im Unterschied der Wirtschaftssysteme bei uns und bei den Kapitalisten. Die Ursache liegt in der Unhaltbarkeit des kapitalistischen Wirtschaftssystems. Die Ursache liegt in den Vorzügen des sowjetischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen System.

* * *

Was ist das sowjetische Wirtschaftssystem?

Sowjetisches Wirtschaftssystem bedeutet:
1. Die Klassenmacht der Kapitalisten und der Gutsherren ist gestürzt und durch die Macht der Arbeiterklasse und der werktätigen Bauernschaft ersetzt;
2. die Produktionsinstrumente und -mittel, der Boden, die Industriebetriebe usw. sind den Kapitalisten genommen und der Arbeiterklasse und den werktätigen Bauernmassen übereignet;
3. die Entwicklung der Produktion ist nicht dem Prinzip der Konkurrenz und der Sicherung kapitalistischen Profits untergeordnet, sondern dem Prinzip planmäßiger Leitung und systematischer Hebung des materiellen und kulturellen Niveaus der Werktätigen;
4. das Volkseinkommen wird nicht im Interesse der Bereicherung der Ausbeuterklassen und ihres zahlreichen parasitären Anhangs verteilt, sondern im Interesse systematischer Hebung der materiellen Lage der Arbeiter und Bauern und der Erweiterung der sozialistischen Produktion in Stadt und Land;
5. die systematische Verbesserung der materiellen Lage der Werktätigen und die ununterbrochene Steigerung ihrer Bedürfnisse (der Kaufkraft), die die ständig wachsende Quelle der Produktionserweiterung sind, sind für die Werktätigen eine Garantie gegen Überproduktionskrisen, gegen eine Zunahme der Arbeitslosigkeit und des Elends;
6. die Arbeiterklasse und die werktätige Bauernschaft sind Herren des Landes, sie arbeiten nicht für die Kapitalisten, sondern für ihr eigenes werktätiges Volk.

Was ist kapitalistisches Wirtschaftssystem?

Kapitalistisches Wirtschaftssystem bedeutet:
1. Die Macht im Lande gehört den Kapitalisten;
2. die Produktionsinstrumente und -mittel sind in den Händen der Ausbeuter konzentriert;
3. die Produktion ist nicht dem Prinzip der Verbesserung der materiellen Lage der werktätigen Massen, sondern dem Prinzip der Sicherung eines hohen kapitalistischen Profits untergeordnet;
4. das Volkseinkommen wird nicht im Interesse einer Verbesserung der materiellen Lage der Werktätigen verteilt, sondern im Interesse der Sicherung maximaler Profite der Ausbeuter;
5. die kapitalistische Rationalisierung und das rasche Wachstum der Produktion, die das Ziel verfolgen, den Kapitalisten hohe Profite zu sichern, stoßen auf die Schranke der Verelendung und der materiellen Schlechterstellung der werktätigen Millionenmassen, die nicht immer die Möglichkeit haben, ihre Bedürfnisse auch nur im Rahmen des äußersten Minimums zu befriedigen, was unvermeidlich den Boden vorbereitet für Überproduktionskrisen, für das Wachstum der Arbeitslosigkeit und des Massenelends;
6. die Arbeiterklasse und die werktätigen Bauern sind Ausgebeutete, die nicht für sich selbst, sondern für eine fremde Klasse, für die Klasse der Ausbeuter arbeiten.

Das sind die Vorzüge des sowjetischen Wirtschaftssystems gegenüber dem kapitalistischen Wirtschaftssystem. Das sind die Vorzüge der sozialistischen Wirtschaftsorganisation gegenüber der kapitalistischen Organisation.

Das ist die Ursache dafür, daß es bei uns, in der UdSSR, einen wachsenden Wirtschaftsaufstieg und bei ihnen, den Kapitalisten, eine wachsende Wirtschaftskrise gibt. Das ist die Ursache dafür, daß bei uns, in der UdSSR, das Wachstum des Verbrauchs (der Kaufkraft) der Massen dauernd das Wachstum der Produktion überholt und damit die Produktion vorwärtstreibt, während umgekehrt bei ihnen, den Kapitalisten, das Wachstum des Verbrauchs der Massen (der Kaufkraft) nie Schritt hält mit dem Wachstum der Produktion, sondern ständig hinter ihm zurückbleibt und die Produktion immer wieder zu Krisen verdammt. Das ist die Ursache dafür, daß es bei ihnen, den Kapitalisten, als durchaus normal gilt, wenn während der Krisen der „Überfluß“ an Industriewaren vernichtet und der „Überschuß“ an landwirtschaftlichen Produkten verbrannt wird, damit die hohen Preise gehalten und hohe Profite gesichert werden können, während man bei uns, in der UdSSR, die solcher Verbrechen Schuldigen ins Irrenhaus stecken würde. (Beifall.)

Das ist die Ursache dafür, daß dort, bei den Kapitalisten, die Arbeiter streiken und demonstrieren und den revolutionären Kampf gegen die bestehende kapitalistische Macht organisieren, während wir bei uns, in der UdSSR, ein Bild des großen Arbeitswettbewerbs von Millionen Arbeitern und Bauern vor uns haben, die bereit sind, für den Schutz der Sowjetmacht ihr Leben einzusetzen. Das ist die Ursache für die Stabilität und Festigkeit der inneren Lage der UdSSR, für die Labilität und die Brüchigkeit der inneren Situation in den kapitalistischen Ländern.

Man muß schon sagen, daß ein Wirtschaftssystem, das nicht weiß, was es mit dem „Überschuß“ seiner Produktion anfangen soll, und gezwungen ist, ihn zu verbrennen, während unter den Massen Not und Arbeitslosigkeit, Hunger und Ruin herrschen – daß ein solches Wirtschaftssystem über sich selbst das Todesurteil fällt.

Quelle:
J.W. Stalin: Politischer Bericht an den XVI. Parteitag, in: J. Stalin, Werke, 1954, Bd.12, Dietz Verlag Berlin (DDR), S.278-283.

Siehe auch:
Was ist sozialistische Planwirtschaft?
Sowjetischer Rubel anstatt Dollar???
Der Bruch in der kommunistischen Bewegung

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22 Antworten zu Stalin: Was ist besser – Sozialismus oder Kapitalismus?

  1. Artur schreibt:

    Ja, damals gab es ein rotes „Wirtschaftswunder“ als es die es die große kapitalistische Wirtschaftskrise gab. Und zwar unter STALIN!

    Dies wird aber bewusst hierzulande ignoriert. Ich kann mich noch gut an meine Schulzeit errinern (ist auch nicht so lange her), wo uns immer wieder eingebleut wurde: die Planwirtschaft ist zu bürokratisch, die Menschen sind deswegen nicht motiviert zu arbeiten, es gibt Korruption und Mangelwirtschaft, die Technik ist veraltet usw. Die Planwirtschaft kann Grundsätzlich nicht funktionieren. (Stimmt aber nur, wenn man die Wirtschaft entstellt, wie unter Chruschtschow und Breschnew).

    Dann kam aber mein Einspruch: Unter Stalin hat es doch funktioniert, es gab ein riesiges Wirtschaftswachstum. Die Antwort des Lehrers: Sie hat auch damals nicht funktioniert. Punkt.

    Ab dem Moment wusste ich, dass ich auf diesem Gebiet in der Schule nichts lernen konnte, da die Lehrer scheinbar keine Ahnung haben.

    Der Zweck meines Schreibens ist aber: Wie soll man der entpolitisierten Masse an Arbeitern und deren Kindern Klassenkampf beibringen? Und Bildung ist der erste Schritt im Klassenkampf! Wie mir aufgefallen ist, waren 80% der Schüler im Politikunterricht passiv und haben einfach die Lehrermeinung abgenickt, in der Diskusionsrunde waren vielleicht 5 Leute aktiv beteiligt, und ich war mit meiner linken Meinung meist ziemlich alleine. (am Ende haben mir dann doch etwas mehr Schüler zugestimmt.

    Also noch mal, wie kann man die Arbeiterklasse für Politik begeistern und den wiss. Sozialismus näherbringen? Ich hoffe hier mal auf eine kleine Diskussion.

    Rote Grüße

    • Bratuha KOba schreibt:

      Das gleiche wie bei mir

      • sascha313 schreibt:

        Ich verstehe, daß es nicht einfach ist, Arbeiter für Politik zu interessieren. Doch es gibt keinen anderen Weg, als den der Aufklärung. Wer seine Lage verändern will, der muß auch wissen, wie man das macht. Ohne Wissen geht es nicht. Das hat Stalin hervorragend verstanden. Der Klassenkampf ist die Praxis, der Marximus ist die Theorie.

  2. sascha313 schreibt:

    Eine Diskussion mit Antikommunisten und den verblödeten Mitläufern und Schmarotzern des kapitalistischen Systems bzw. den Anhängern der bürgerlichen Ideologie ist so gut wie unmöglich. Wie Du schon sagst: Diskussionen werden abgeblockt oder ins Unendliche geführt und jedem Argument steht eine apodiktische (keinen Widerspruch duldende) Behauptung entgegen, und wenn das nicht mehr hilft, folgen Drohungen derart: „Wenn du hier weiter russische Propaganda machst, dann wirst du eingesperrt!“ (ein typisches Naziverhalten). Kurzum: Es gibt kein Rezept!

    Aber wo man weiterkommt, das sind unstrittige Dinge, über die auch Arbeiter unzufrieden sind, über die sie vielleicht nicht reden wollen (weil man es ihnen untersagt hat – „neudeutsch“: ein „no-go-Thema“). Darüber kann man Fragen stellen. Es gibt zwei Möglichkeiten, um jemanden dahingehend zu beeinflussen: Reden oder FRAGEN. Letzteres führt wenigstens da zum Nachdenken, wo Argumente nicht mehr helfen.

    Überhaupt sind falsche Behauptungen zur Zeit wohl die am meisten benutzte Form des Informationskrieges. Es werden zunehmend „Enten“ verbreitet; für den, der den Sachverhalt nicht kennt, eine harte Nuß, und für die anderen immerhin Gesprächsstoff. Davon muß man wegkommen!

  3. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Weltpolitik rebloggt und kommentierte:
    Sozialismus oder Kapitalismus?

  4. Werner Scheidtweiler schreibt:

    Dieses unendliche Geschwafel über Sozialismus vs. Kapitalismus geht mir mächtig auf die Nerven. Ich habe den Eindruck, dass sich einige Leute besonders intellektuell vorkommen, wenn sie es fertig bringen im Duktus von Rudi Dutschke oder Horkheimer und Adorno daher zu reden. Vielleicht können wir endlich mal, auch zum Thema Gesellschaftskritik, zu einer modernen Sprache finden, die den Verhältnissen in einer modernen Gesellschaft gerecht wird. Kapitalismus ist der Gegenbegriff zum Kommunismus/Sozialismus. Dieser Gegensatz ist mit dem Ende des kalten Krieges keine passende Beschreibung der modernen Gesellschaft mehr. Mit anderen Worten: der Kapitalismus ist genauso tot wie der Sozialismus. Wir leben in einer funktional differenzierten Gesellschaft in der es unter anderem ein Wirtschaftssystem gibt. Den „Arbeiter“, wie er zu Zeiten der Industrialisierung existierte, gibt es nicht mehr, ebenso wenig gibt es den „Kapitalisten“. Kein Wnder, dass der „Abeiterpartei“ die Wählerschaft abhanden kommt. Die „Arbeiterklasse“ ist ein Relikt der Vergangenheit. Es dürfte inzwischen bekannt sein, dass die Klassengesellschaft der Vergangenheit angehört, denn die Gesellschaft ist schon lange nicht mehr in Form von Klassen differenziert, sondern in Form von Funktionssystemen.
    Vielleicht ist das mal ein Anfang für eine Diskussion, die unserer Zeit gerecht wird.

    • sascha313 schreibt:

      Sie müssen das ja nicht lesen. Ihre westliche Unkenntnis ist keine Basis für eine vernünftige Diskussion.

    • Doed schreibt:

      Sehr geehrter Herr Scheidtweiler,
      das ist die typisch moderne Auffassung, die Sie hier anpreisen. Zufällig studiere ich in die Richtung. Da bekomme ich den gleichen Quatsch auch erzählt. Marx lebte nicht in einer sogenannten „Dienstleistungsgesellschaft“, die die umweltverschmutzende Industrie exportiert. Ersetzen Sie doch bitte einfach „Arbeiter“ mit „Lohnabhängige“. Dann geht Ihnen vielleicht ein Licht auf wie „differenziert“ ihre Gesellschaft ist. Nur weil man schlaue Bücher gelesen hat, sollte man nicht alles kritiklos schlucken.

  5. Harry 56 schreibt:

    Mir geht ja auch das ganze Geschwafel, dass sich die Erde einmal in 24 Stunden um die eigene Achse drehen soll, in 365 Tagen angeblich sogar die Sonne umkreisen, auch mächtig auf die Nerven, dieser ganze Marx’sche, oh, oh, oh…, Pardon: Kopernikanische Mist, Schwachsinn! Denn ich sehe jeden Tag morgens, bei wolkenlosen Himmel, die Sonne durch die Fenster meines Schlafzimmers im Osten aufgehen, und abends, im Wohnzimmerfenster, untergehen. Die alten Ägypter hatten doch vollkommen recht, als sie sagten, dass die Sonne morgens erwacht und abends sich zum Schlafen legt! Beweisen unsere Augen dies nicht tagtäglich? Augen lügen nicht! Basta!, Basta…..

    Dieser Kopernikus, Kepler, Galilei & Konsorten waren ebensolche Scharlatane und Menschenverführer wie später der Marx und der Engels mit ihrem Geschwafel vom Proletariat. Denn was unterscheidet den Eigentümer einer Firma, welcher Auto fährt, eigentlich von einem Mitarbeiter der gleichen Firma, der jeden Morgen oder Nachmittag zum Arbeiten ebenfalls mit dem eigenen Auto antrudelt? Was sagen da unsere Augen? Nichts, gleichberechtigte BÜRGER, Ausüber nur unterschiedlicher gesellschaftlicher Funktionen!

    Und was unterscheidet die Mehrheitseigentümer der Aktien von BMW – also die auch nur („nur“!) reine Funktionen ausübende Quandt-Sippe von den aufrechten Demokraten an den Fließbändern von BMW, ob festangestellt oder Leiharbeiter, den angeblichen Proletariern? Üben sie alle nicht nur verschiedene Funktionen in dieser höchst differenzierten Gesellschaft aus? Jawooooohl…………. !

    Oder was unterscheidet die Aufseher, Schließer, Therapeuten von Nervenheilanstalten von deren eingelieferten Insassen, welche sich viellleicht für Kaiser, Könige, Götter, große Generale, Napoleons halten? Sind sie nicht alle auch nur Glieder einer höchst differenzierten Gesellschaft, also sozusagen – etwas mittelalterlich ausgedrückt: gottgegeben? Auch sie unterscheidet nichts als ihre unterschiedlichen diffenzierten Funktionen in dieser höchst differenzierten Gesellschaft! Basta! Basta…..

    Diese Reihe der Beispiele könnte ich noch mühelos stundenlang fortsetzen…. Doch diese dann doch allmählich anstrengende (entre nous: nerventötende Arbeit) wollen wir doch lieber Herrn BRD/Kapitalismus-Berufsdemokraten Scheidtweiler überlassen, oder doch net?🙂

    „Schaun mer mal“ (Franz Beckenbauer), ein ebenfalls höchst differenziert tätiger, höchst differenziert nur Funktionen ausführendes Mitglied unserer Gesellschaft. Ach, ach, der alte Franzose Michel Foucault (Strukturalismus-Theoretiker) und seine scheinbar untoten Toten…… 🙂
    ( LASSEN WIR’S DABEI)

    • Werner Scheidtweiler schreibt:

      Ich spreche davon, dass die unaufhaltsam steigende Komplexität der Gesellschaft ebenso unaufhaltsam zu einer funktionalen Differenzierung der Gesellschaft geführt hat. Dies ist lediglich eine wertfreie Beschreibung der Gesellschaft in der wir leben. Nicht mehr die Klassenzugehörigkeit bestimmt die Ordnung der Gesellschaft, sondern völlig in sich geschlossene Funktionssysteme haben die Regie übernommen. Die von Ihnen so verhasste Wirtschaft ist solch ein System neben der Politik, dem Rechtssystem, der Religion, der Kunst und einigen anderen.
      Der Marxismus ist ein respektables Stück Theoriegeschichte und ein Meilenstein in der Soziologie. Ich halte Marx für einen der größten Denker und Philosophen der Neuzeit. Dennoch ist es eine Tatsache, dass der Marxismus sich nicht mehr zur Beschreibung der heutigen Gesellschaft eignet.
      Es gibt bessere Theorien und ich würde nie behaupten, dass diese zu pro-kapitalistischen Ergebnissen kommen.
      Ganz im Gegenteil, mein Anspruch ist wesentlich bescheidener: Bevor es ans kritisieren geht, sollte man zunächst einfach nur eine zeitgemäße und brauchbare Beschreibung (und ich meine nur BESCHREIBUNG) der Gesellschaft haben.
      Ich behaupte nicht, dass ich diese Beschreibung liefern kann, aber ich behaupte auch, dass Sie dies auch nicht können und dass es deshalb sinnvoll wäre, danach zu suchen.
      Ich sehe auch, dass das Wirtschaftssystem beginnt, den Menschen rücksichtslos zu überfordern. Ich sehe auch Ungerechtigkeiten, die ich gerne abschaffen würde. Aber die Erklärung dafür ist komplexer als es die Marxsche Theorie abzubilden vermag.

      Was sagen Sie zu der Tatsache, dass ihr Fließbandarbeiter bei BMW ohne Probleme auch Aktionär und damit Anteilseigner von BMW sein kann?
      Was sagen Sie dazu, dass nicht nur dieser Fließbandarbeiter sondern auch die meisten anderen Berufsgruppen, die Sie dem sogenannten Proletariat zuordnen würden, in Zukunft durch technologische Lösungen ersetzt werden wird?
      Was sagen Sie dazu, dass weit über 90% des weltweiten Kapitalumsatzes nicht durch Arbeit sondern durch Finanzhandel umgesetzt wird? Welche Rolle spielt hier noch ihre „Arbeiterklasse“? Und ich meine damit nicht, dass hier eine große Schaar von armen Arbeitern bedauerlicherweise immer unwichtiger wird. Ich meine damit, dass diese Arbeiterschaft nicht mehr existiert und damit keine Größenordnung in der Beschreibung einer Gesellschaftsordung mehr sein kann. Ich behaupte also, es gibt ihren „Arbeiter“ nicht mehr und deshalb ist ihre, auf dem Gegensatz von Arbeiterschaft und Kapital aufbauende, Gesellschaftstheorie untauglich.

      • Harry 56 schreibt:

        Existiert das Verhältnis von Lohnarbeit und Kapital – und zwar weltweit – noch immer wie schon zu Marxens Zeiten oder nicht mehr? Wem gehören fast alle wichtigen Produktionsmittel? Wem gehören fast alle wichtigen Naturreichtümer?

        Zur Klarstellung: Allein in der BRD gibt es etwa 27 Millionen Vollzeitbeschäftigte, dazu kommen noch weitere 13-15 Millionen Teilzeitbeschäftigte.
        Von dieser gewaltigen Masse an Beschäftigten sind ca. 90% in – LOHNARBEIT! Und ähnlich sieht es in allen entwickelten kapitalistischen Ländern aus. Lediglich in heute noch ökonomisch-gesellschaftlich zurückgebliebenen Ländern ist der Anteil an Lohnabhängigen geringer, gibt es noch bedeutende Massen an kleinen Selbstständigen, sprich Kleinbürgern aller Art. Das Proletariat, statt „zu verschwinden“, wächst und wächst, weltweit, mehr und mehr….

        Es spielt dabei überhaupt keine Rolle, ob Arbeitsplätze in Deutschland und Europa, den USA nun nach Asien oder Südamerika ausgelagert werden oder nicht. Der Kapitalismus ist ein Weltsystem, es gibt nur EINEN Kapitalismus, nur EINEN kapitalistischen Weltmarkt, und diese Tasache betrifft sowohl die Funktionen von Geld, Kapital und Reichtum als auch die Funktionen von Lohnarbeit, Lohnarbeitern und Armut, daruter die weltweite „Migration“ von willigen Lohnarbeitern unter verschiedensten Umständen und Vorwänden.

        Natürlich ist es leicht und einfach, so ganz abstrakt von Komplexität, zunehmender Komplexität, einer angeblichen wachsenden „Unwichtigkeit“ von Lohnarbeit der daherzureden, doch was soll mit solcher Nebelwerferei denn letztlich erreicht werden? Wenn alle Menschen dieser Welt nur noch bestimmte Funktionen, wie komplex und differnziert auch immer schön und affirmativ zu den bestehenden Verhältnissen ausgeschmückt, ausgemalt, wo bleiben dann noch die wirklichen Herren und die wirklichen Knechte dieser Welt, wo bleibt dann der immer weiter anschwellende gigantisch-perverse Berg von Reichtum auf der einen Seite und immer mehr Elend, Verwahrlosung von so vielen Menschen innerhalb dieses kpitalistischen Weltsystems andererseits?
        Wofür, warum werden alle diese Kriege, Bürgerkriege, Putsche und Umstürze eigentlich inszeniert? Sind sie nur Zeitvertreib unserer reichen Eliten und ihrer politischen und militärischen Handlanger?

        Halten wir doch mal einfach fest: Es gibt in unserer Welt, diesem kapitalistischen – nun seit 1989/90 weltumspannenden System mehr Proletariat als jemals zuvor in der schon viele Jahrhunderte alten Geschichte des Kapitalismus, dazu in beachtlichen Teilen höchst qualifiziert und gebildet, einschließlich fast aller Wissenschaftler, Techniker, sogn. Akademiker, Banker, Politiker, Pfaffen etc….. Sie alle sind Lohnarbeiter, Lohnknechte, arbeiten für die Kapitaleigentümer oder deren Instrument alias Staat, und sie arbeiten immer nur für LOHN (manchmal einschließlich Bestechungsgelder, siehe Politiker, Beamte….), egal, wie deren Arbeitsverträge auch tituliert und ausgestaltet sein mögen.

        Dass nun dieses in der Tat buntscheckige, moderne Proletariat höchst differnziert tätig ist, daraus unter den Bedingungen der heutigen bürgerlichen Klassengesellschaft auch teilweise unterschiedliche Interessen existieren, schon klar, sollte eigentlich einfach zu verstehen sein, ebenso die alltägliche Konkurrenz um die besten Jobs und/ oder Pöstchen, besonders auch gerade bei Väterchen Staat, doch sie alle, was sie auch immer begehren mögen, sie VERKAUFEN SICH alle gegen Geld, sind in dieser kapitalistischen Gesellschaft dazu sogar GEZWUNGEN, wollen sie denn an den Früchten dieser Gesellschaft teilhaben.

        Und so lange die große Masse dieses inzwischen weltweiten Proletariats diese jetzt noch bestehenden kapitalistischen Zustände für die einzig mögliche Existenzweise hält, daher – beinahe wie Ratten in Versuchslabyrinten (Pardon!) – gesellschaftspolitisch weitgehend bewusstlos mitstrampelt, mitmacht, sich so von den herrschenden Eliten weiter MISSBRAUCHEN lässt, so lange können alle Nutznießer und Herrschenden dieses Systems weiter machen wie gehabt.

        Die nötigen Lorbeerkränzen oder auch bloß Tarnkappen liefern ihnen dann noch Politologen, Soziologen, angebliche Historiker (in Wahrheit: zumeist reine Ideologie-Fabrikanten, Politiker- und Medienhuren….., natürlich en masse nur gegen Lohnarbeit, Bestechungsgelder….!) und viele weitere ähnliche Gestalten, auf diese oder jene Weise eben gefüttert von den Herrschenden, den Eliten, den Reichen(siehe Funktionen der“Stiftungen“ aller Art!)……..

        IST DAS ALLES DENN WIRKLICH SO, SOOOOO…….. SCHWER ZU BEGREIFN?
        (An alle hier: Bürgerliche „Wissenschaft“ ! , noch Fragen? Auch die ach so heiligen „freien“ Wissenschaften sind keinesfalls so gesellschafts- bzw. klassenneutral wie von den Lohnknechten dieser Berufe so gern heuchlerisch behauptet!)

        So long!

      • Doed schreibt:

        @Harry 56
        War wohl etwas vorschnell mit dem anderen Kommentar. Ihr Text beinhaltet ja quasi das selbe, nur noch ausführlicher.

  6. sascha313 schreibt:

    Herr Scheidtweiler, ist schon klar, daß Sie über alle „gängigen Gesellschaftstheorien und Utopien“ bestens Bescheid wissen, und daß Sie uns nun mit Ihren allerneuesten Erkennntnissen über „Funktionssysteme“ u.dgl. beglücken wollen. Wir haben ja hier gerade auf Sie gewartet, daß Sie uns sagen, wie herum die Erde sich heute dreht. Lassen wir’s dabei. Sie müssen hier nicht lesen…

    Ihre „Argumente“ sind nicht neu. Darauf muß man nicht weiter eingehen, denn das wurde hier bereits mehrfach an verschiedensten Stellen getan. Gegen ehrliche Fragen ist ja nichts einzuwenden, aber über herablassende und besserwisserische Kommentare brauchen wir hier nicht zu diskutieren. Sie sind bestenfalls Anlaß zum Spott, wie andere Kommentare bereits gezeigt haben! Und Unsinn wird eben gelöscht, darüber zu diskutieren ist Zeitverschwendung. Zum Beispiel:
    – daß es keine Arbeiterklasse mehr gäbe, erzählen uns die bürgerlichen Ideologen schon seit 100 Jahren. (Wenn Sie Marx gelesen hätten, dann wüßten Sie, wie man einen Arbeiter von einem Kapitalisten unterscheidet.)
    – daß der Marxismus veraltet sei, ist ebenso eine dumme Behauptung, an der haben sich schon Bernstein und Kautsky die Zähne ausgebissen.
    (Wenn Sie bereit wären zu lesen, wüßten Sie, daß der Marxismus kein Dogma ist, sondern eine Anleitung zum Handeln.)
    – daß es „bessere Theorien“ gäbe, ist ebensolcher Quatsch, denn was nützt eine Theorie, die keine praktischen Konsequenzen für die Menschheit hat.
    (Bürgerliche Theoretiker haben ja schon manche Luftnummer in die Welt gesetzt, die heute keinen Menschen mehr interessiert.)
    – daß angeblich „90% des weltweiten Kapitalumsatzes“ durch „Finanzhandel“ umgesetzt wird, ist ebenso eine eine unsinnige Behauptung.
    (Sie wissen doch selbst, was diese Finanzblasen wert sind – nämlich nichts!
    Die materiellen Werte dieser Welt werden immer noch in der materiellen Produktion erzielt und nicht auf dem Papier. Was diese Handvoll korrupter und krimineller Imperialisten nicht daran hindert, sich auch weiterhin ungeniert die Ergebnisse der materiellen Produktion anzueignen und nach weiteren Eroberungen zu gieren. Und das auf Kosten der Arbeiterklasse und unter kaltschnäuzigem Kalkül auf neue Rüstungsumsätze und weitere Kriege. So dumm sind Sie doch nicht, daß Sie das nicht wissen!)
    – daß die kapitalistische Gesellschaft immer komplexer wird und sich immer mehr in ihren eigenen Widersprüchen verstrickt, ist ebenfalls nicht neu. Klar, daß damit mancher seine Probleme hat und nicht mehr durchblickt, wo hinten und wo vorne ist, wo oben und wo unten ist. Ihnen scheint es ja so zu gehen. Klar, daß für Sie folglich gewisse Kommunikationssystem ein „Eigenleben“ führen, und daß der Mensch demgegenüber machtlos ist. Das wollen Sie uns doch einreden, nicht wahr? Also versuchen Sie nicht, uns hier mit Ihren schein-naiven Fragen hinter die Fichte zu führen!

    • Werner Scheidtweiler schreibt:

      Auch wenn ich ihre Ansicht nicht teile, freue ich mich, hier endlich einmal wissenschaftliche Argumente als Antwort zu bekommen. Ich bitte, meine anfängliche Bemerkung zu „sozialistisch/kapitalistischem Geschwafel“ zu entschuldigen, vielleicht war hier der Ton tatsächlich etwas herablassend. Ich wollte damit nicht den gesamten kommunistischen Grundgedanken lächerlich machen, sondern bloß meinem Unmut Luft machen, dass die Terminologie meines Erachtens veraltet ist und ich etwas frischen Wind in der Frage nach der besseren Gesellschaftsordnung vermisse. Ich denke, dass man heute an den realen Verhältnissen vorbei diskutiert, wenn man von Arbeiterklasse und Kapitalisten spricht und vermisse die Berücksichtigung von modernen Tatsachen wie der gesellschaftlichen Vernetzung über soziale Netzwerke, dem langsamen Verschwinden der Arbeitsgesellschaft und der Tatsache, dass eben nicht der Handel mit Waren sondern der Handel mit Geld die Wirtschaft bestimmt (wie auch immer man das finden mag).
      Aber bei allem Verständnis, wenn ich Ihre Kommentare zu einer, Zitat: „Diskussion mit Antikommunisten und den verblödeten Mitläufern und Schmarotzern des kapitalistischen Systems“ lese, sollten Sie sich fragen, ob sie daraufhin all zuviel Rücksichtnahme bei meiner Wortwahl erwarten können.

      Um einige Ihrer Argumente aufzugreifen:
      „Daß es “bessere Theorien” gäbe, ist ebensolcher Quatsch, denn was nützt eine Theorie, die keine praktischen Konsequenzen für die Menschheit hat.“
      Wie kommen Sie darauf, dass andere Theorien keine Konsequenzen für die Menschheit hätten?! Selbstverständlich hat es schon alleine erhebliche Konsequenzen, wenn man Zusammenhänge und Wirkmechanismen in der Gesellschaft besser versteht.

      „Sie wissen doch selbst, was diese Finanzblasen wert sind – nämlich nichts!
      Die materiellen Werte dieser Welt werden immer noch in der materiellen Produktion erzielt und nicht auf dem Papier.“
      Ob die bekannten Finanzblasen für den Menschen gut oder schlecht sind, steht auf einem völlig anderen Blatt und ich vermute, dass wir uns in diesem Punkt sogar einig wären. Aber es ist dennoch zunächst eine nüchterne Feststellung, dass der weltweite Kapitalumsatz tatsächlich zu über 90% aus dem Handel mit sogenannten Finanzprodukten zu Stande kommt. Diese Wirtschaft hat so gut wie nichts mehr mit der Wirtschaft zu Zeiten von Marx und Engels zu tun. Ich verteidige diese Wirtschaft nicht, ganz im Gegenteil, aber ich behaupte, dass man sie mit den Rezepten von Marx und Engels weder verstehen, noch in den Griff bekommen wird.

      „daß die kapitalistische Gesellschaft immer komplexer wird und sich immer mehr in ihren eigenen Widersprüchen verstrickt, ist ebenfalls nicht neu.“
      Sie haben mich falsch verstanden. Nicht die „kapitalistische Gesellschaft“ wird immer komplexer sondern alle Facetten jeder Gesellschaft auf diesem Planeten ist um ein Vielfaches komplexer geworden. Sie erleben doch tagtäglich die enorme Geschwindigkeit und die Informationsflut, mit der wir alle zurecht kommen müssen. Diese Komplexitätssteigerung ist der sozialen Evolution geschuldet, also der Evolution von Kommunikationssystemen und läßt sich nicht aufhalten.

      • sascha313 schreibt:

        Tut mir leid, wenn mein Ton da etwas grob ausgefallen ist, aber man hat es im Internet (zumal bei der Anonymität der Kommentare) nicht immer nur mit halbwegs gebildeten Menschen zu tun. Ich habe schon so manchen nazistischen, beleidigenden oder wirklichen dummen Kommentar gelöscht. Manchmal steckt auch ein Forentroll dahinter. Und Sie werden mir recht geben, daß man sich damit nicht lange aufhalten muß, selbst wenn das als „Zensur“ verstanden wird.

        Klar, daß sich die Gesellschaft rasant weiterentwickelt. Und nicht alles davon ist wirklich lebensnotwendig. So schön wie moderne Kommunikationssysteme sind, aber ist es etwa nötig, daß sogar Kinder oft schon stundenlang am PC hocken und ihre Zeit mit Computerspielen oder Smartphone vertrödeln? Das ist weder der Gesundheit zuträglich, noch der geistigen Entwicklung förderlich. Es ist ein Zeitvertreib! Und nur das. Zumeist ein ziemlich verblödender Zeitvertreib! Cui bono? Der Kontrast zwischen den Anforderungen solcher Spielereien und denen der Realität ist enorm. Wozu führt das? Die sozialen Zusammenhänge und ökonomischen Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus können nicht verstanden werden. Zumal das Lesen nun doch nicht jedermanns Sache ist – dazu müßte man sich mal die Schulbildung ansehen. Irgendwer hat heute (!) noch festgestellt, daß die Russen das gebildetste Volk sind. Warum wohl? Das sowjetische Bildungssystem (und das ist ja nun schon über 20 Jahre her!) war das beste der Welt! Und das kann ich sehr gut beurteilen. Man kann eine neue Gesellschaftsordnung nur aufbauen, wenn man die alte durchschaut hat, und wenn man weiß, wie die neue aussehen soll. Dazu gehört eben eine gute Allgemeinbildung.

        Dr. Bashar al-Assad sagte mal: „Die Revolutionen setzen Wissen und Ideen voraus, nicht Unwissen. Die Revolutionen setzen ein Vorwärts gehen voraus und nicht den Rückgang in vergangene Jahrhunderte. Revolutionen werden gemacht, um die gesamte Gesellschaft zu erleuchten, nicht ihr den Strom abzuschneiden. Normalerweise wird die Revolution vom Volke gemacht, nicht durch aus dem Ausland importierte Individuen, die ihre ‚Revolution‘ dem Volke aufdrücken wollen. Sie wird für das Volk gemacht, nicht gegen seine Interessen.“
        (hier: Dr.al-Assad: Es geht um den Frieden…)

  7. rheinlaender schreibt:

    Super lustiger Humor von dem Scheidtweiler. Toll, dass er sich mit seinem Wessi Hartz4 Studium hier zum nicht mehr ansprechbaren Ansprechpartner aufschwingt. Gute Soziologie ist nicht schlecht. Aber was Ökonomie angeht, können die oft nicht mal ihre Heizkostenabrechnung oder die Herleitung des Begriff Mehrwertsteuer verstehen, noch viel weniger was Eigentum an Produktionsmittel heisst. Auf jeden Fall kann der verwirrte Mensch bei uns mal ne Büttenrede zum Kölner Karneval bei den Senioren der Ehrenfeldener Torfköppe halten.

    Schade, die Soziologie könnte tatsächlich erklären, wie Systeme (politisch, in der Ehe, im Verein, am Arbeitsplatz, im grossen Urlaubshotel, in der Clique / Familie…) funktionieren. Die Soziologie könnte auch erklären, warum ein ärmlicher 1000-Euro-Rentner gegen eine Grundrente von 1300 Euro ist – also lieber in schlechten Verhältnissen lebt, wenn es anderen noch schlechter geht, als in guten Verhältnissen für alle. Traurig, dass runtergekommene BRD-Geisteswissenschaftler nach ihrem Suppenküchenmahl meinen, gegen den Sozialismus hetzen zu müssen. Aber wenn die armen Schweine dafür als Belohnung ne extra Scheibe Wurst auf auf ihren Gammel-Lebensmittelteller vom Pfaffen erhalten, kann ich das verstehen.

    • Harry 56 schreibt:

      rheinlaender schreibt:
      10. Oktober 2014 um 21:27

      „Super lustiger Humor von dem Scheidtweiler.“

      Super lustig auch deshalb, weil selbst ein schlechter, vielleicht auch bloß fauler(?) Schüler, welcher einst von einer österreichischen Realschule verwiesen, später sogar von der Wiener Kunstakademie nicht mal als Postkarten-Aquarellmaler anerkannt wurde, in puncto „Soziologie“ und ganz besonders gesellschaftliche Machtverhältnisse unseren Herrn „Soziologen“ Herrn Scheidtweiler geradezu souverän und mühelos noch mit links in seiner (braunen) Westentasche hätte verschwinden lassen!🙂 Die bürgerliche, insbesondere auf´s „Beschreiben“ erpichte „Wissenschaft“, deren zumeist sehr lohnabhängigen Mundstücke, Trommler – wahrlich als Aspiranten für Büttenredner auf Kölner oder Dortmunder Karnevalsveranstaltungen würdig!🙂

      Tja, lieber Sascha313, da kannst du wirklich nur noch milde und zu Herzen rührende Milde sowie tiefes meschliches Mitleid walten lassen! (Bedenken wir mal: Was hätte auch aus diesem Menschen unter anderen gesellschaftlichen Verhältnissen, sprich: Machtverhältnissen, werden können?!) „Jedem Tierchen sein Plaisierchen“, sagt man ja schon seit halben Ewigkeiten im „Musterländle“ (BaWü)…….

      Soll man nun lachen oder doch weinen? Gar nicht so einfach, dies auf Anhieb zu sagen! Hm….😦

      • Werner Scheidtweiler schreibt:

        Wenn die Ergebnisse der von Ihnen so verachteten „bürgerlichen Wissenschaft“ so billig und unterkomplex sind, wie sie behaupten, dann dürfte es für Sie ja ein Leichtes sein, an meine Beiträge anzuschließen und sich dazu herab zu lassen, mit mir in einen einigermaßen vernünftigen Dialog einzusteigen.

        Verstehen Sie mich nicht falsch, ich bin durchaus offen für Gesellschaftsentwürfe, die es schaffen, die Notwendigkeit, einen Großteil seiner Lebenszeit dem Gelderwerb widmen zu müssen, abzuschaffen.
        Meine Rede von der steigenden Komplexität zielte, kurz skizziert, in folgende Richtung: Die herrschenden Verhältnisse sind in jeder Epoche eine Reaktion auf den jeweils aktuellen Komplexitätsgrad einer Gesellschaft. Zu Zeiten von Marx und Engels war daher die vorherrschende Gesellschaftsordnung eine Klassengesellschaft. Die Gesellschaft hatte also, durch die Differenzierung in verschiedene Klassen eine gewisse Stabilität gefunden. (Ich kann mir vorstellen, dass ihnen bei den Begriffen „Ordnung“ und „Stabilität“ in diesem Zusammenhang der Kragen platzt, daher noch einmal zum mitschreiben: ich spreche hier nicht von gut oder schlecht, sondern von nüchternen, wissenschaftlichen Fakten!).
        Mit dem weiteren Ansteigen der Komplexität reichten diese Stabilisierungsversuche nicht mehr aus. Es mußte sich also eine andere, neue Art der Differenzierung finden, die ein ausreichendes Maß an Komplexitätsreduktion zustande bringt. Und eben diese Gesellschaftsform ist die funktional differenzierte Gesellschaft.
        Wenn sie den Begriff der Klassengesellschaft so offenherzig in ihr Weltbild übernommen haben, dann sollten sie realisieren, dass auch dieser Begriff ein Resultat der von Ihnen als „bürgerliche Wissenschaft“ bezeichneten Entwicklung ist, deren logisches Weiterdenken unweigerlich zu eben der beschriebenen funktional differenzierten Gesellschaft führt. Diese ist keineswegs so zu verstehen, dass darin Menschen dazu verdammt sind, lediglich bestimmte Funktionen zu erfüllen. Es handelt sich vielmehr um die Bildung von Kommunikationssystemen, die ihre eigenen Systemlogiken ausbilden und die sozusagen von dem allgemeinen Gerede und Geschreibe, den Nachrichten der Massenmedien usw. bedient werden.
        Wir bedienen hier gerade das Funktionssystem der Wissenschaft. Sie können natürlich jederzeit umschwenken und mit mir und Ihren Mitstreitern um die Entscheidungsmacht ringen und würden dann das Funktionssystem der Politik bedienen weil sie dessen ureigener Logik folgen. Wie auch immer Sie es anstellen, sie werden immer eines oder mehrere Funktionssysteme am Leben halten.
        Diese Gesellschaftsform hat die Klassengesellschaft abgelöst!
        Es gibt nach wie vor Klassen, aber deren Bedeutung für die Stabilität der Gesellschaft ist gering.

        Ungeachtet der Frage, ob es nun viele oder wenige Lohnarbeiter gibt, ist die Bedeutung dessen, daß sie zur Arbeiterklasse gehören, gering.
        Aber ich verstehe dennoch die Kernaussage ihrer Rede, dass wir unsere Arbeitsleistung gegen Lohn verkaufen müssen um in den herrschenden Verhältnissen zurecht zu kommen. Und ich würde wäre der Letzte, der verhindern wollte, daß diese Tatsache sich erübrigen würde. Ich bezweifle nur, dass der Weg dort hin mit den Rezepten einer Theorie zu bewerkstelligen ist, die aus Zeiten der Klassengesellschaft stammt.

        Ich frage mich, wie denn Ihr Gegenentwurf zu dem von Ihnen beschriebenen Fakt der Lohnarbeit aussieht. Vielleicht sind sie ja in der Lage, diesen Gegenentwurf zu skizzieren.

  8. Pingback: Worin besteht das Wesen des Antikommunismus? | Sascha's Welt

  9. „dem langsamen Verschwinden der Arbeitsgesellschaft und der Tatsache, dass eben nicht der Handel mit Waren sondern der Handel mit Geld die Wirtschaft bestimmt“

    Das „Problem“ ist, dass die meisten nicht begreifen können, dass gar kein Handel mit „Geld“ stattfindet, sondern lediglich ein künstlich geschaffener Tausch von Währungen, die von der BIZ in Basel – dem Privaten Internationalen Banken Syndikat des Papstes – ZENTRAL zugeteilt und kontrolliert werden. Über diese BIZ wird die Wirtschaft BESTIMMT. Sie entscheidet auch, was im Kapitalismus produziert wird, was nicht mehr zu produzieren ist, mit welchen Waren gehandelt werden darf und mit welchen nicht. Sie legt auch die „Preise“ an den Börsen innerhalb einer schmalen Bandbreite fest, um so einen „freien“ Markt vorzugaukeln. Ohne die zentralen Vorgaben der BIZ und einer strickten Kontrolle durch die BIZ flöge der Kapitalismus den Leuten innerhalb von Stunden um die Ohren. Der Kapitalismus ist kein Produkt des Zufalls. Er ist ein Machtmittel, um die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu sichern und durch seine Kriege in der gesamten Welt auszubauen.

    Selbst wenn jegliche Arbeit durch Maschinen und Robotor erledigt und die gesamte Verwaltung durch Computer übernommen würden und so die „Arbeitsgesellschaft“ verschände, besäßen wenige die Produktionsmittel und die Vielen müssten sich weiter an die „Eigentümer“ VERDINGEN! und tun, was die „Eigentümer“ einen Menschen zu tun heißen. Das ganze Wesen des Kapitalismus ist Parasiten- und Schmarotzertum.

  10. Hanna Fleiss schreibt:

    Ich glaube, Herr Scheidtweiler fällt auf den billigsten Trick, den die bürgerliche Gesellschaft ihren künftigen „Leistungsträgern“ verordnet, herein. Er nimmt nämlich, wenn er seinen längeren Disput über die „Komplexität“ hält oder behauptet, es gäbe keine Arbeiterklasse oder gar eine Klassengesellschaft nicht mehr, die Erscheinung für das Wesen. Er dringt nicht bis auf den Grund der Dinge und begnügt sich eben mit der Erscheinung. Das Wesen des Kapitalismus ist es, den maximal höchsten Profit zu erzielen. Und um dies zu erreichen, geht das Kapital über Leichen und vergisst alle „Komplexität“ des Herrn Scheidtweiler.

    • sascha313 schreibt:

      Ja, Hanna, das denke ich auch. Als Lenin die Hegelsche Dialektik studierte, machte er gelegentlich die Randbemerkung: „Kant hat eine Seite zum Absoluten erhoben.“ (LW 38, 197) – das trifft hier auch zu. Die Hegelsche Dialektik war dem Kantschen Subjektivismus weit überlegen. Da Kant das Erkennen vom Objekt trennte, war er nicht in der Lage, die ganze Dialektik zu erfassen. Und so ist es auch bei Herrn Scheidtweiler: Die „Komplexität“ der verschiedenen bürgerlichen Bewußtseinsformen macht es ihm schwer, die Dialektik der gesellschaftlichen Erscheinungen zu durchschauen und ihr Wesen zu erkennen.

      Marx hat das kristallklar herausgearbeitet: „In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhält-nisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktions-verhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt.“ Und er kommt zu dem Schluß: „Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt.“ (s.Karl Marx: Vorwort zur Kritik der politischen Ökonomie, MEW,Bd. 13, S.8/9)

      Auch denke ich, daß sich hinter all diesen „akademisch geschraubten“ Formulierungen ein gewisser Pessimismus verbirgt, der vielen bürgerlichen Intellektuellen eigen ist. Natürlich werden wir nicht vorhersagen können, was einmal mit der Menschheit geschehen wird. Doch wir können auf eine in sich geschlossene und dabei sich ständig weiterentwickelnde Gesellschaftswissenschaft – die Lehre von Marx, Engels, Lenin und Stalin – verweisen, und auf eine bereits erfolgreich verwirklichte gerechte Gesellschaft – den Sozialismus. (Wäre schön, wenn es gleich geklappt hätte – da wäre uns vieles erspart geblieben!)

      Ich bin nicht gegen Diskussionen. Ganz und gar nicht. Solange jemand ernsthaft bemüht ist, sich mit dem zu befassen, was wir hier anzubieten haben. Aber man kann natürlich auch nicht bei jeder Erklärung noch einmal mit dem Kleinen Einmaleins beginnen…

      Und während wir hier noch diskutieren, wächst von Stunde zu Stunde die Weltkriegsgefahr – angeheizt von den USA und der NATO!!!

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