Das Trojanische Pferd: „Friedensdemonstrationen“

Wege und Mittel der Konterrevolution

Ungarn 1956

Das Ergebnis: Die mörderische Fratze der Konterrevolution (Ungarn 1956). Es begann eine Hetzjagd auf Partei- und Staatsfunktionäre der Volksrepublik, Kommunisten wurden auf offener Straße ermordet und gelyncht!

Bekanntlich hat die sogenannte „friedliche Revolution“ in der DDR, die nichts anderes war als eine lupenreine (wenngleich friedliche) Konterrevolution, zum Umsturz der sozialistischen Verhältnisse geführt. In ihrem Buch „Die verratene Armee“ stellen die Autoren Uwe Markus und Ralf Rudolph dazu sinngemäß die folgenden Fragen, auf die hier versucht werden soll, eine Antwort zu finden:

1. Wurde ein gewaltsames Vorgehen der NVA gegen Demonstranten im Oktober und November 1989 durch Gorbatschow und die Anwesenheit der westlicher Medien in der DDR verhindert?

Das scheint so ziemlicher Unsinn zu sein, denn Gorbatschow war der DDR-Führung gegenüber nicht weisungsberechtigt, wenngleich es einige DDR-Funktionäre gab, die ebenfalls seine revisionistischen Ansichten teilten. Vielmehr war es die Unschlüssigkeit und wohl auch Naivität gegenüber den Plänen des Klassenfeindes, die ja mehr als offenkundig waren. Gegen Demonstranten hätte man nicht vorzugehen brauchen, wohl aber gegen Provokateure, Saboteure und westliche Agenten, sowie gegen Angriffe auf die Staatsgewalt, auf militärische Objekte, auf Betriebe und letztlich auf die Grenzsicherungsanlagen. Die Staatsgrenze zur BRD hätte man ohne weiteres wieder schließen können. Die Partei- und Staatsführung (wenigstens die verantwortungbewußten Genossen) hätten gewarnt sein müssen: DDR 1953, Ungarn 1956, ČSSR 1968.

2. Wäre ein Einsatz der Armee im Innern der DDR in der Zeit 1989/1990 möglich gewesen?

Fraglich war zu diesem Zeitpunkt zweifellos, wie sich die Führung der sowjetischen Streitkräfte verhalten würde. Immerhin galt zu diesem Zeitpunkt noch das Viermächteabkommen über die Stationierung der vormaligen Besatzungsmächte, d.h. der Sowjetarmee in der DDR. Ein Einsatz der NVA wäre unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes sicherlich möglich gewesen, natürlich nicht gegen das eigene Volk.

3. War die im Herbst 1989 begonnene Militärreform ein erfolgreicher Erneuerungsprozeß?

Eine Militärreform nach bundesdeutschen Vorbild (oder im Sinne revisionistischer Vorstellungen) fortzuführen, wäre auch unter anderen Umständen zum Schaden des Sozialismus gewesen. Daß auch die NVA wie jede andere Armee moderniserungsbedürftig war, steht jedoch außer Zweifel.

4. War in der NVA-Militärführung nicht vorstellbar, wie schnell die sogenannte „Einheit“ kommen würde?

Natürlich hätte die politische und militärische Führung der NVA die Folgen einer derartigen Kapitulation vorhersehen können. Daß nicht alle „Genossen Offiziere“ zu „Herren Offizieren“ wurden, sondern ihrem Fahneneid treu blieben, gereicht den Ersteren zur Ehre. Die „Einheit“ war keine Vereinigung zweier Staaten, sondern eine widerrechtliche und feindliche Annexion der (immerhin noch) sozialistischen DDR durch die benachbarte kapitalistische BRD. Die Geschwindigkeit dieses Vorgangs zwar zweifellos beabsichtigt und gut geplant. Das hätte auch Herr Krenz kapieren können.

5. Wurde die Führung der NVA von ihrem Minister Eppelmann 1990 durch Vorspiegelung falscher Perspektiven getäuscht?

Lächerlich zu behaupten, die NVA-Führung sei von Eppelmann getäuscht (oder „veräppelt“) worden. Es war bekannt, daß dieser Pfarrer ein Antikommunist und ein Feind der sozialistischen DDR war. Daß er im Auftrag der CIA gehandelt haben könnte, ist keineswegs ausgeschlossen.

6. Nach wessen Regie lief die Lahmlegung und Abwicklung der NVA ab?

Wem dieser Masterplan zur Beseitigung „unliebsamer“ Staaten noch zu wenig bekannt ist, der sollte die Geschichte studieren, da dieses Muster vom Imperialismus schon x-mal mit Erfolg praktiziert wurde.

7. Hat die NVA-Militärführung ihre Obhutspflicht gegenüber den Berufssoldaten wahrgenommen?

Was soll diese Frage? Es gab immerhin eine Reihe von Offizieren (und nicht nur die), die ihre Gesinnung und ihren Fahneneid „abstreiften wie ein schmutziges Hemd“. Wer sollte für diese Herren denn die „Obhutspflicht“ wahrnehmen? Sie waren, wenn man mal den Fahneneid nimmt, Verräter der DDR. Daß auch in der Partei- und Staatsführung der DDR Verrat geübt wurde, stand auf einem ganz anderen Blatt.

8. Konnte die NVA in die Bundeswehr integriert werden?

Das ist die dämlichste Frage in diesem Buch überhaupt. Wie kann man eine sozialistische Armee, die zur Verteidigung gegen eine aggressive und angriffsbereite imperialistische Armee bereitsteht, in letztere integrieren. Feuer und Wasser kann man nicht vereinigen. da hatte Erich Honecker recht!

Auf Seite 237 schreibt der NVA-Oberstleutnant Ingo Höhmann, letztlich sei es Verrat gewesen. Man habe die Armee verraten: die eigene militärische Führung, die Regierung, das Parlament, aber auch der Bündnispartner UdSSR. Höhmann meint, er könne es nicht akzeptieren, wenn Politiker und Militärs zu ihrer Rechtfertigung behaupten, sie hätten sich der gesellschaftlichen Veränderung in der DDR nicht entgegenstellen können. Und es sei eine „kampflose Kapitulation“ gewesen, in deren Folge eine „kriminelle Horde“ ins Land gekommen sei, die wir bis heute noch nicht losgeworden sind. Und zurecht stellt er fest, man habe den Klassenkampf negiert. Das habe sich bitter gerächt. Und Höhmann zitiert schließlich Friedrich Engels, welcher sagte: „Bei jedem Kampf ist es selbstverständlich, daß derjenige, der den Handschuh aufnimmt, Gefahr läuft, geschlagen zu werden; aber ist das ein Grund, sich geschlagen zu geben und das Joch auf sich zu nehmen, ohne das Schwert gezogen zu haben? Wer in einer Revolution eine entscheidende Stellung befehligt und sie dem Feind übergibt, statt ihn zu zwingen, einen Sturm auf sie zu wagen, verdient unter allen Umständen, als Verräter behandelt zu werden.“ [*]
Dem ist wahrlich nichts hinzuzufügen.

Und wenn ein Admiral Hoffmann rückblickend verkündet, er habe sich nicht als Verräter gefühlt, sondern sei der Auffassung, daß ihm die Verantwortung vor den Armeeangehörigen und vor dem Volk keine andere Entscheidungsmöglichkeit gegeben habe (S.127), so mag ihm das als Rechtfertigung für sein Handeln taugen. Ein Freispruch ist dies jedenfalls nicht. Denn es gab aber in der Vergangenheit schon andere Offiziere und Generäle, die ganz anders handelten, und die ihrem Gewissen und ihrem Fahneneid treu geblieben waren. Hoffmann ist also keineswegs eine tragische Figur.

Quelle:
Uwe Markus/Ralf Rudolph: Die verratene Armee. Phalanx, Edition Militärgeschichte und Sicherheitspolitik, 2013.

Zitat:
[*] Friedrich Engels: Die preußische konstituierende Versammlung – die Frankfurter Nationalversammlung, in: Marx/Engels: „Revolution und Konterrevolution in Deutschland“, Werke, Bd.8, S.75.

P.S. Diesen Mechanismus von Konterrevolution und feindlichem Putsch müßte auch der russische Präsident W. Putin sehr genau kennen, wenn imperialistische Kräfte die Regierung der Russischen Föderation angeblich wegen ihres Verhältnisses zur Ukraine auf dieselbe Weise wie in der DDR mittels einer „Anti-Putin-Demonstration“ zu stürzen versuchen. Auch wenn Rußland kein sozialistisches, sondern ein kapitalistisches Land ist.

Siehe auch:
Barambajew wird erschossen

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84 Antworten zu Das Trojanische Pferd: „Friedensdemonstrationen“

  1. Nadja schreibt:

    Danke sehr Genosse Norbert,
    Sehr interessant!
    Ich mache einen Hinweis in meinem Blog.
    Freundschaft,
    Nadja

  2. obshestvoiras schreibt:

    Es wurden Fehler begangen sowohl in der Sowjetunion als auch in der DDR. Die Unterdrueckung als Mittel zum Zweck war nicht laenger zu rechtfertigen und ein massives Umdenken musste erfolgen. Das es sich um Einverleibung der DDR durch die BRD handelt ist natuerlich richtig und bedauerlich. Hier geht es nicht um Sieger und Besiegte, hier geht es aus den Fehlern zu lernen und zuversichtlich in die Zukunft zu schauen. Die Kommunistischen Partei Modelle haben versagt !
    Das heisst aber nicht dass der Osten sich geschlagen gibt. Auf keinen Fall, es gilt nun mit demokratischen Mitteln eine demokratische sozialistische Mehrheit im Osten aufzubauen, die auf demokratischer und friedlicher Weise den kapitalistischen den Wind aus den Segeln nimmt und zur Alternative werden kann. Das geht aber nur, wirklich nur mit einem massivem sich allmaehlich aufbauendem Volksbegehren, zunaechst durch Wahlen, die dies durch ermaechtigte Fuehrer durchzusetzen vermoegen. Einzelne Personen, oder neue Umsturzgedanken und Gewaltanwendung wird es nicht mehr und soll es auch nicht mehr geben !

    Die letzten Landtagswahlen in Ostdeutschland haben es an den Tag gebracht, zu geringe Wahlbeteiligung, Apathie, Gleichkueltigkeit und Misstrauen vereiteln jeden massiven Schritt in die richtige Richtung. Dem Osten muss die Ausbeutung durch den Westen noch viel schmerzlicher als wie bisher treffen um ein Umdenken und Engagement im grossen Stil auszuloesen.

    • sascha313 schreibt:

      Es ist völliger Unsinn, hier von „kommunistischen Partei-Modellen“ zu reden. Lenin war gegenüber den Verfälschern des Marxismus nicht einfach nur streng, sondern kalt und hart: Entweder Diktatur (d.h. die eiserne Macht) der Gutsbesitzer und der Kapitalisten, oder Diktatur der Arbeiterklasse. Ein Mittelding gibt es nicht! Von der Mitte träumen die Schmarotzer, die Intelligenzler, Herrschaften, die schlecht gelernt haben in schlechten Büchern, vergebens. Nirgends in der Welt gibt es ein Mittelding, und wird es nicht geben. Entweder Diktatur der Bourgeoisie (verdeckt unter hochtrabenden sozialrevolutionären und menschewistischen Phrasen wie Volksherrschaft, konstituierende Versammlung, Freiheit und dergleichen), oder Diktatur des Proletariats. Wer das nicht aus der Geschichte des 19.Jahrhunderts gelernt hat, der ist ein hoffnungsloser Idiot. (vgl. В.И. Ленин, ПСС, т.39, с.158 oder: Lenin: Was tun? In: Lenin Ausg.Werke in sechs Bänden, Bd.I, S.375.)

      Gegen diesen sogenannten „demokratischen Weg“, eine „demokratische sozialistische Mehrheit aufzubauen“ haben sich schon Karl Marx und Friedrich Engels gewandt. (Kritik des Gothaer Programmentwurfs) Das ist reinster Opportunismus! Lenin hat darüber in seiner Schrift „Marxismus und Staat“ ausführlich geschrieben: Man muß die Staatsmaschine ZERBRECHEN, und nicht von einer Hand in die andere geben! Wer das nachquatscht, was die Sjuganowschen Antikommunisten und die Genossen der Partei „Die Linke“ erzählen, der stellt sich den Erfahrungen der kommunistischen Bewegung entgegen. Der „ehrliche“ Opportunismus ist der gefährlichste von allen. (Lenin, Briefe aus der Ferne, Brief 3, AW6, Bd.II, S.39, oder http://revarchiv.narod.ru/vladimilitch/lenin31/lettre3.html – russ.)

      Ерунда! „neue Umsturzgedanken … wird es nicht mehr und soll es auch nicht mehr geben“ – aber die Imperialisten dürfen permanent Umsturzgedanken haben, oder was??? „Volksbegehren, Wahlen, ermächtigte Führer“ als Weg zum Sozialismus – das ist reinster Sjuganowscher Antikommunismus!

      • Harry 56 schreibt:

        Hallo sascha313,
        ich wollte auch schon ähnlich wie du es gerade tatest, auf obigen, ziemlich abstrusen Kommentar antworten, verkniff es mir bloß!
        Z.B. Jammern über die geringe Wahlbeteiligung der „Ostdeutschen“(!!!???) an den sogn. „Wahlen“, ha ha, ha…..
        Bei den letzten allgemeinen Parlamentswahlen in Polen und Tschexchien nahmen kaum 50% aller Wahlberechtigten teil.
        Warum wohl?

        Diese schäbige NATO-Puppe Donnald(!) Tusk aus Polen z.B. hat kaum, wenn überhaupt max. 25% aller polnischen Wahlberechtigten hinter sich, rutscht aber permanent ekelig vor den US-Imperialisten auf dem Bauche und winselt um mind. 10 000 dauerhaft in Polen stationierte US-Söldner, gegen „Putins Bedrohung“….., und sein ebenfalls „polnischer“ NATO-„Präsident“ will gleich noch Russlands VETO-RECHT im sogn. „Weltsicherheitsrat“ annullieren! „Freie Wahlen“ und deren Ergebnisse……

        Welche „Gewerbe“ in Polen will er da wohl fördern, außer der im Kapitalismus immer gängigen Prostitution? Ich musste mich auch einfach nur schütteln beim Lesen solcher Zeilen. Als ob durch massenhafte Wahlbeteiligungen an „freien Wahlen“ unter der realen Diktatur des Kapitals, der besitzenden Klassen und ihres Staates, durch das wortwörtliche „Abgeben“ der eigenen Stimme auch für pseudo-kommunistische Parteien unter dem Schirm bürgerlicher „Rechtsstaatlichkeit“ in puncto Sozialismus auch nur ein Blumentopf zu gewinnen wäre. Das sollten doch die letzten mindestens 100 Jahre jeden verständigen Menschen bewiesen haben. Und falls es dann doch mal „klappen“ sollte, „Gladio“, Pinochets & Co. sorgen dann schon gegen das dann in „maßgeblichen Kreisen“ folgende „Chaos“…….

    • Artur schreibt:

      Mit bürgerlich demokratischen Wahlen zum Aufbau des Sozialismus? Sowas wurde schon mal versucht, und alle Beteiligten sind daran nicht nur gescheitert, sondern haben den Klassengegner gestärkt (Siehe die Beteiligung kommunistischer Parteien an bürgerlichen Regierungen in Frankreich und Italien)! Am Ende kam es zur Zerstörungen der KPen von denen sich die Arbeiterbewegung bis heute nicht erhohlt hat.

      Diese „Bewegung“ nennt sich übrigens Eurokommunismus; vom Namen kommunistisch in Wahrheit aber genau das GEGENTEIL

      Genug meiner Worte, ich lasse jetzt lieber Wilhelm Liebknecht, einen echten Sozialisten und Kämpfer zu Wort kommen (Wie durch ein Wunder hat die DKP vor kurzem einen passenden Beitrag veröffentlicht):

      http://news.dkp.de/2014/09/wilhelm-liebknecht-zu-linken-regierungsbeteiligungen-und-zur-einheit-der-sozialisten/

    • (zu obshestvoiras:) Welche Fehler, welche Unterdrückung soll denn das gewesen sein? Ist es denn Unterdrückung, wenn den Faschisten, Kapitalisten, Imperialisten und Ausbeutern das Handwerk gelegt wird, und sie an ihrem perversen und abscheulichen Tun gehindert werden?

      Die DDR wurde nicht von der BRD einverleibt. Die militärische Einrichtung der sogenannten westlichen Siegermächte des sogenannten Zweiten Weltkrieges haben mit ihrem „Bund„, der sich BRD nennt, den Teil Deutschlands, auf dem sich ein sozialistischer Staat konstituiert hatte, verwaltungstechnisch unterworfen. um ihre Beschlagnahme und Besatzung über Deutschland zu zementieren.

      Wenn überhaupt etwas gilt, dann, dass die demokratisch sozialistische Mehrheit in Deutschland sich endlich einigt, sich nicht untereinander beharkt, sich nicht weiter in zehntausende von Grüppchen wegen irgendwelchen Firlefanzes zersplittert und die Einheitsfront gegen Faschismus, Kapitalismus und Imperialismus etabliert.

      Dem Kapitalismus kann niemand mit „friedlichen Mitteln“ den Wind aus den Segeln nehmen. Der einzig richtige und zum Ziel führende Weg ist einzig und allein seine vollkommen Zerstörung und Vernichtung sowie seine komplette Auslöschung „in Gedanken, Worten und Werken“.

      Der Kapitalismus ist als das zu erkennen, was er in Wahrheit ist: menschenfeindlich, Kriege verursachend, über alle Menschen das Verderben bringende Heuchel- und Lügen-System, mit dem die Unterdrückung und Ausbeutung der Menschen einhergeht – schlicht: überhaupt das Böse in der Welt, unter welcher Maskerade er auch immer daher kommt. Er hat nur Grausamkeiten, Mord, Folter, Verelendung und Sklaverei über die Menschen gebracht und missbraucht dabei die Menschen mit allen ihren guten Eigenschaften und Talenten, indem er sie auf eine Welt des Scheins manipuliert.

      Die letzten Wahlpossen haben nicht eine zu geringe Wahlbeteiligung, Apathie, Gleichgültigkeit und Misstrauen an den Tag gebracht. Vielmehr haben diese deutlich gemacht, dass die Mehrheit dieses System ablehnt, aber es in Deutschland immer noch eine große Minderheit gibt, die vollkommen verblödet durch diese Welt rennt und – ganz Sklave.

  3. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Konterrevolution

  4. Inson schreibt:

    Die „Gorbatschowisten“ reden sich das von ihnen hinterlassene Elend schön! Echt lustig….
    Hier noch was zu Eppelmann:
    Die CIA war in der DDR mit 6 – 7 Mitarbeitern vertreten, sie waren alle diplomatisch akkreditiert. Auffällig war, daß relativ häufig Frauen eingesetzt wurden (auch das Referat DDR im CIA-HQ hatte eine Chefin) und Ehepaare gemeinsam/arbeitsteilig Geheimoperationen durchführten.

    „In 80er Jahren gab es eine starke Konzentration auf Gesprächsaufklärung und Abschöpfkontakte in zwei Grundrichtungen:

    mit offiziellen Stellen: Partei, Staat, Wissenschaft und Kultur
    mit oppositionellen Kräften: Kirche, Friedensgruppen.

    Insbesondere die letztgenannten Kontakte erbrachten der CIA ein hohes Informationsaufkommen zu speziellen Seiten der Entwicklung in der DDR (nicht immer ein objektives Bild). Die Bereitwilligkeit der Gesprächspartner, jede Information zu übergeben und auch taktische Orientierungen entgegenzunehmen, enthob die CIA von der Notwendigkeit, hier mit klassischen nachrichtendienstlichen Mitteln der Agentenwerbung vorzugehen. (Beispiel: Der Mitarbeiter der CIA-Residentur Imre Lipping führte Kontakte mit Ralf Hirsch und R. Eppelmann).“ Hier gefunden: http://www.mfs-insider.de/AGF/EICHNER1.htm

  5. sascha313 schreibt:

    Stimmt, Inson! Bekanntlich sind solche revisionistischen Thesen schon seit über 100 Jahren im Umlauf. Verfolgt man den Link zu obshestvoiras, so kommt man auf eine „russisch-jüdische“ Seite… Es gibt viele Organisationen. – Die Gesellschaft hat sich verändert. Es gibt nun auch in Rußland Faschisten. Und es ist bekannt, daß auf diese Art, mittels „friedlicher“ Demonstrationen, Konterrevolutionen angezettelt werden. Konterrevolutionen – wohlgemerkt! Die Urheber und Initiatoren sitzen in den USA. Das Beispiel des faschistischen Putsches in der Ukraine ist uns noch sehr deutlich vor Augen!

    • obshestvoiras schreibt:

      Obshestvo IRAS ist weder eine Russisch-Juedische noch eine Zionistische Organisation, sondern RUSSISCH !
      Genauso gut koennen sie die Russische Botschaft in Israel und andere Russische Institutionen aufgrund der geographischen Lage so bezeichnen, was natuerlich voellig absurd ist. – Wen genau bezichtigen sie als Russische faschisten ? Meinen sie damit russische Regierungsparteien oder Institutionen, und wie koennen sie uns mit den USA und der Ukraine Krise in Verbindung bringen ? Das ist voellig daneben ! – Gennady Pahl-Vishnevsky

      • sascha313 schreibt:

        Wir nehmen das zur Kenntnis. Jede „Organisation“ vertritt auch heute nichts anderes als die Interessen ihrer Geldgeber, und sie verbreitet deren „Informationen“. Nicht selten unter falscher Flagge. Karl Marx schrieb: „Die Klasse, die die Mittel zur materiellen Produktion zu ihrer Verfügung hat, disponiert damit zugleich auch über die Mittel zur geistigen Produktion, so daß ihr damit zugleich im Durchschnitt die Gedanken derer, denen die Mittel zur geistigen Produktion abgehen, unterworfen sind.“ (Karl Marx / Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie, in: MEW, Bd. 3, Berlin 1969.) – bürgerliche Massenmedien als Trojanisches Pferd zur Verbreitung reaktionärer und antikommunistischer Inhalte. …

        Wer also glaubt und verbreitet, man könne „mit demokratischen Mitteln eine demokratische sozialistische Mehrheit im Osten aufbauen, die auf demokratischer und friedlicher Weise den kapitalistischen den Wind aus den Segeln nimmt“, der spielt (bewußt oder unbewußt) mit dem Schicksal der Menschen. Es ist eine bürgerliche Lüge! Der Kapitalismus – das ist Ausbeutung und Unterdrückung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Nationalismus und Rassismus, Aggression und Krieg, Hunger und Elend. Gegen ihn muß man auf Leben und Tod kämpfen. Die materielle Gewalt kann nur durch materielle Gewalt beseitigt werden. Das ist eine absolute Wahrheit!

        Die bürgerliche Ideologie und alle ihre „Organisationen“ – in welchem Gewand auch immer – sind nicht geeignet für eine Alternative zur kapitalistischen Gesellschaft. Und Wahlmüdigkeit ist auch eine Art von Resignation. Allein auf der Basis des Marxismus-Leninismus läßt sich erneut eine sozialistische Gesellschaft aufbauen. Da beißt die Maus keinen Faden ab!

        Israel ist ein imperialistischer Staat mit zionistischer Prägung, und alles andere als ein Beispiel für eine sozialistische Alternative. Und daß es heute auch russische Faschisten gibt, ist wohl nicht zu bestreiten. Sie erledigen die Drecksarbeit für die Monopolbourgeoisie.
        https://sascha313.wordpress.com/2014/09/22/ljubow-pribytkowa/

      • Der Kapitalismus – das ist Ausbeutung und Unterdrückung, Ungleichheit und Ungerechtigkeit, Nationalismus und Rassismus, Aggression und Krieg, Hunger und Elend. Gegen ihn muß man auf Leben und Tod kämpfen. Die materielle Gewalt kann nur durch materielle Gewalt beseitigt werden. Das ist eine absolute Wahrheit!

        AHA! Aber wie wird nicht verraten…

      • „Jede “Organisation” vertritt auch heute nichts anderes als die Interessen ihrer Geldgeber, und sie verbreitet deren “Informationen”. Nicht selten unter falscher Flagge.“

        … tja, wenn das denn nun so „einfach“ ist, dass es die Geldgeber sind, warum werden die dann nicht aus dem Weg geräumt?
        Die BIZ in Basel ist das Private Internationale Bankster Syndikat des PAPSTES. Die BIZ teilt durch ihr betrügerisches SCHEINGELD-SYSTEM das „Geld“ zu.

        „Young sagte im Juni 1929 voraus, die Bank würde die Maschinerie des weltweiten Kapitalismus schmieren und so die Ausbreitung des Bolschewismus verhindern.“
        Bruce Kent: The Spoils of War. The Politics, Economics, and Diplomacy of Reparations 1918–1932. Clarendon, Oxford 1989, S. 303 und 325.

      • obshestvoiras schreibt:

        wie stehen sie zu Russland – es ist kein marxistisch-kommunistisches Land in ihrem Sinne, oder sehe ich das falsch ?
        Israel, hat ausser der geographischen Lage nichts mit Obshestvo IRAS zu tun, natuerlich haben wir gemeinsame kulturelle Projekte und unterstuetzen Kuenstler, aber das war’s dann auch schon. Wir haben nichts mit der Israelischen Politik zu tun, die ist hier voellig irrelevant. Wir vertreten den offiziellen Russischen Kurs, unsere Flagge ist die echte Flagge der Russischen Foederation.

      • sascha313 schreibt:

        Gennady, in Rußland haben die Oligarchen die Macht – das wissen Sie ja selber. Die volkseigenen Betriebe wurden rasant privatisiert (Tschubais, Deripaska, Beresowski und und und…) Das Volksvermögen wurde verscherbelt und gestohlen. Was ist da noch übrig vom Sozialismus? Nichts! Absolut nichts! Putin ist ein kluger Mann. Das ändert aber nichts daran, daß der russische Staat das Machtinstrument der Oligarchie ist. Rußland ist ein schönes Land, die ganze Sowjetunion war ein faszinierendes Land. Doch leider ist diese Faszination nach 1956 immer mehr abhanden gekommen. Die Völkerfreundschaft wurde weniger und der Chauvinismus nahm zu. Man kann das Rad der Geschichte nicht zurückdrehen – viele Russen, Armenier, Tadshiken oder Nenzen sehnen sich nach einer gerechten Gesellschaft, und sie erinnern sich an das Gute, was es in der Sowjetunion gab (trotz Nomenklatura und trotz aller Abweichungen vom rechten Weg…) Aber einen Sozialismus kann es nur geben, wenn das Privateigentum an Grund und Boden, an Maschinen, Betrieben und Rohstoffen verschwindet und enteignet wird. Dann ist auch die Ausbeutung nicht mehr möglich, und die Herrschaft einer Minderheit über die Mehrheit. Sehen Sie oben, was der antikommunistische Mob gemacht hat – das waren keine Menschen! Es ist doch bekannt, wohin das führt…
        P.S. Gut, ich nehme das „zionistisch“ zurück – Beziehungen zwischen Ländern und Völker sind hundertmal besser als Krieg.

      • obshestvoiras schreibt:

        Sascha, ich respektiere und schaetze Ihre Einstellung, auch wenn ich nicht mit einigem konform bin, unser Praesident ist eine hervoragende Persoenlichkeit, die wir schaetzen und lieben. Auch er wuerde manches anders haben wollen, er gibt sein Bestes und wir sind ihm zu Dank und Treue verbunden und verpflichtet.
        Ich wuensche Ihnen und allen Genossen und Genossinnen ein erfolgreiches Neues Jahr 2015
        с Новым годом. – Gennady

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Gennady. Auch ich habe große Hochachtung vor Putin. Ihm ist es zu verdanken, daß es in Mitteleuropa bisher keinen Krieg gab. Er hat nicht nur eine hohe Intelligenz, sondern auch einen ausgezeichneten Humor. Вам тоже счастливого с Новым Годом!

  6. prkreuznach schreibt:

    Hat dies auf Was war die DDR ? rebloggt und kommentierte:
    Dieser Beitrag aus „Sacha´s Welt“ muss hier rein.

  7. kussaw schreibt:

    Einsatz von Militär gegen friedliche Demonstranten war 1989 nicht möglich, das nicht in erster Linie wegen der Haltung der sowjetischen Streitkräfte. Die NVA und Grenztruppen haben hier gezeigt, dass sie tatsächlich eine „Volksarmee“ waren. Wir sahen die Demonstranten z.B. in Leipzig als das Volk. Hätte es Ausschreitungen gegeben, sähe das Bild ganz anders aus …

    Was nach den Demonstrationen 1989 passierte, steht auf einem ganz anderen Blatt.

    Karsten
    1989 Offizier der Grenztruppen

    • Inson schreibt:

      Nein, das steht eben nicht auf einem anderen Blatt. Es sind die Folgen dieser Konterrevolution! Vor dieser Konterrevolution haben wir kapituliert. Darin sehe ich keinen Verdienst. Es ist eine Schande!

      • Harry 56 schreibt:

        Ich möchte mich hier doch ein wenig eher kussaw anschließen.
        „Ihr“ habt vor dem Imperialismus, ganz speziell vor dem BRD-Imperialismus bereits 1971 de facto kapituliert, Scheibchen für Scheibchen, peu ‚a peu….
        Aufgrund dieser Tatsachen wäre jeder Waffengebrauch 1989 nicht nur sinnlos, sondern sogar verbrecherisch gewesen.
        Sinnlos und verbrecherisch, DENN: ab 1971 kapitulierten nicht nur die Verantwortlichen der DDR vor dem Imperialismus, sondern die Verantwortlichen ALLER sozialistischen Länder, mit Ausnahme Albaniens.
        Ich bin ziemlich überzeugt, dass viele der für die innere und äußere Sicherheit der DDR Verantwortlichen dies, zumindest „im Bauche“, in diesem so traurigen Schicksalsjahre 1989 erkannten, fühlten. Man sollte daher nicht immer von einer „schmählichen Kapitualation“ bezogen allein auf das Jahr 1989 sprechen. Ich möchte nicht schon wieder hier, wie einige Male schon, als „besserwisserisch“ tituliert werden, bitte, und damit meine ich alle hier, seht bitte das tragische Jahr 1989 in einem viel größeren historischen Kontext!

        In diesem Sinne beste aufrichtige sozialistische Grüße!

      • kussaw schreibt:

        Ich bezog mich lediglich auf den Einsatz des Militärs gegen z.B. die sogenannten Montagsdemos. Wie unrühmlich die DDR einschließlich ihrer bewaffneten Organe in der Folgezeit untergegangen ist, sehe ich sicherlich ähnlich wie du. Nur – Einsatz militärischer Mittel stellte auch damals lediglich die letzte Option dar. Was fehlte, waren politische Maßnahmen, klare Stellungnahmen und Positionen.

        Was wäre wohl passiert, wenn am 09.11.89 die Grenztruppen nicht selbständig, ohne Befehl, die Grenzübergänge geöffnet und in der Konsequenz auf die Menschen geschossen hätten? Über Stunden hinweg wurden die betroffenen Offiziere allein gelassen, es gab in dieser schwierigen Situation keine Führung. Es gab keine Reaktion, keine Befehle, keine Richtlinien o.ä. vom Kommando der Grenztruppen oder vom Ministerium für National Verteidigung.
        Das eine Armee nicht gegen friedliche Menschen einzusetzen ist, die Angehörigen der Streitkräfte eines Staates nicht auf unbewaffnete Demonstranten zu schießen bereit sind, das ist alles andere als eine Schande. Versagt hat die Politik, die auf die entstandene Situation nicht adäquat reagiert hat. Was hätte deiner Meinung nach passieren müssen. Ein Militärputsch?

    • Wurzelzwerg schreibt:

      @ Kussaw

      Wie friedlich waren denn die Demonstranten? Sie ließen den Verräter Gorbatschow hochleben! Am 40. Jahrestag der DDR! Folglich musste man doch davon ausgehen, dass auch sie Verrat im Hinterkopf hatten! Und dass es sich bei Gorbatschow um einen Verräter handelte, konnte jeder, der fernsah, doch begreifen. Oder wollen Sie behaupten, das waren alles Schwachsinnige, die nicht wussten, was sie taten?

      • sascha313 schreibt:

        Gute Frage. Wenn es denn so gewesen wäre, daß Gorbatschow (ebenso wie Chruschtschow damals) „von jedem der fernsah“ als Verräter zu erkennen gewesen wäre, dann hätte man ihn noch auf der Stelle verhaftet – und hinrichten lassen müssen. Doch das war leider nicht so! Das dokumentiert der Historiker Dr.Kurt Gossweiler sehr genau. Siehe:
        http://www.kurt-gossweiler.de/index.php/gorbatschow/121-die-vielen-schalen-der-zwiebel-gorbatschow-2
        Eine Schlußfolgerung daraus wäre doch, daß man nur genau hinzusehen bräuchte, um den Verrat zu erkennen. Ja und nein. Manipulation und „false-flag“-Aktionen zielen doch gerade darauf auf, die Massen zu täuschen. Und es läßt sich nicht leugnen, daß diese Täuschung genau bei denen auch funktioniert, denen das marxistische Grundwissen fehlt! (und da stimme ich Deinem Kommentar weiter unten zu!)

  8. sascha313 schreibt:

    Ich kann mich nicht erinnern, daß wir in der DDR jemals von „die Politik“ geredet haben. Es waren immer konkrete Namen und Personen verantwortlich, nicht „die Politik“. (Wir kennen bsp. die Rolle bestimmter Revisionisten. Aber da gab es eben keine Säuberungen, keine offenen Auseinandersetzungen in der Reihen der SED, oder zumindest keine Konsequenzen.) Aber das meinst Du vielleicht auch, wie schon Harry sagte: Die SED als Partei hat „vor dem Imperialismus, ganz speziell vor dem BRD-Imperialismus bereits 1971 de facto kapituliert, Scheibchen für Scheibchen, peu á peu….“ – nicht erst 1989. Der Revisionismus hatte schon kurz nach Stalins Ermordung einen gewissen Einfluß und anhm dann immer mehr zu.

  9. Inson schreibt:

    Die „Politik“ wird immer von Menschen gemacht. Und die die an der Spitze stehen, stehen auch in ganz besonderer Verantwortung. Und wenn sich der letzte Generalsekretär am 10.10.1989! noch die Frage stellt: „Handelt es sich um eine Konterrevolution oder um eine Volksbewegung?“ (Egon Krenz in seinem Buch „Herbst 89“ S. 95), dann brauchen wir über den 09.11.1989 nicht mehr zu reden! Es ging in diesen Tagen nicht um Reformen, sondern um die Macht!!! Hätten die Verantwortlichen das zu diesem Zeitpunkt wissen müssen? Ja!

    Der unvergessene Rolf Vellay formulierte das 1987 so:
    „Gorbatschow als Generalsekretär – das ist die Konterrevolution an der Spitze der KPdSU! Gorbatschow als Präsident der UdSSR – das ist das Ende des Sozialismus in der Sowjetunion! ,Neues Denken’ – das ist die Paralyse des revolutionären Gehalts der kommunistischen Weltbewegung.“ (Rolf Vellay auf der sog. Perestroika-Konferenz des Frankfurter IMSF der DKP im Jahre 1987, erschienen in: AusgewählteAufsätze, Briefe und Vorträge, Heft 83, Berlin, Mai 2002 der Schriftenreihe für marxistisch-leninistische Bildung der KPD.)

    Das „Volk“ war 1989/90 nicht auf den Straßen, sondern allenfalls ein kleiner Teil davon. Und die Drahtzieher dieser Demonstrationen kamen nicht aus der Arbeiterklasse, die sich übrigens während des gesamten Zeitraums 1989/90 erstaunlich ruhig verhielt, sondern hier war vor allem die antisozialistische Opposition, Teile der Kirche und der Intelligenz, aktiv. Deshalb mußten sie ja auch diesen blöden Slogan „Wir sind das Volk!“ so laut schreien. Offenbar hat das Eindruck gemacht!

    Die DDR war ein legitimer Staat. Genauso legitim wäre es gewesen ihn in Krisenzeiten auch zu beschützen. In welcher Form das hätte passieren müssen, ist in Anbetracht der Tatsache, daß es in keiner Form „passiert“ ist, unerheblich. Es bleibt eine Schande!

    Übrigens, die Waffen die wir ach so friedlich gestreckt haben, wurden seit 1990 durchaus verwendet! Beispielsweise durch die Kroaten im jugoslawischen Bürgerkrieg, oder auch in der Türkei im Krieg gegen die Kurden! Die sogenannte „Wende“ hatte und hat weltweit fatale Folgen. Das die Restauration des Kapitalismus hier „friedlich“ verlief, halte ich nicht für etwas auf das man stolz sein könnte.

  10. kussaw schreibt:

    Hallo Inson,
    ich weiß nicht wie alt du bist, kenne deine Lebensgeschichte nicht und weiß nicht wie nah du das Jahr 1989 erlebt hast. Vieles was du schreibst, sehe ich genau wie du, allerdings bleibe ich dabei: der Einsatz des Militärs war 1989 keine Lösung. Wir hatten dem Trojanischen Pferd nichts entgegenzusetzen, vor allem keine politische Antwort auf die bestehenden Probleme.

    In einem seiner letzten Bücher “Asche zu Phönix – Aufstieg, Untergang und Wiederkehr neuer Gesellschaftsordnungen” (1992), analysiert Jürgen Kuczynski den “Untergang” des real existierenden Sozialismus und kommt nach einer historischen Betrachtung der gesellschaftlichen Entwicklung zu dem Schluß:
    „Das heißt, alle uns näher bekannten neuen Gesellschaftsformationen entstehen »vorzeitig«, mit einem zum Tode verurteilten Beginn, der sie aber nicht aus der Geschichte vertreibt, sondern nur ihren Sieg verzögert. Und so schließe ich auch nach dem Untergang des »realen Sozialismus« in Osteuropa diese zweite Antwort voller Vorfreude auf die kommende sozialistische Gesellschaft.“

    • Inson schreibt:

      Hallo Kussaw,
      ich glaube unsere Lebensgeschichte ist recht ähnlich verlaufen und das Jahr 1989 habe ich sehr nah erlebt.
      Für mich ist das Geschehen von damals immer noch eine offene Wunde. Bis zum offenen Verrat durch die Parteiführung, der zunächst ja die Genossen der VP betraf, die bei den staatsfeindlichen Protesten 1989 eingesetzt worden waren, war ich ein Anhänger Gorbatschows. Erst dann „dämmerte“ es bei mir so langsam. So ist das, was ich hier schreibe, durchaus auch selbstkritisch gemeint!
      Krenz, der sich heute noch als „Getriebener“ bezeichnet, hat sich bereits nur durch seinen kategorischen Ausschluß bewaffneter Gewalt seitens des Staates selbst zum Getriebenen gemacht. Dieses Angebot wurde von der antisozialistischen Opposition ja auch dankend angenommen. Die „Stürmung“ der Dienststellen des MfS wurde erst dadurch möglich. Die Partei(führung) opferte ihr „Schild und Schwert“ in der Hoffnung sie könne so Zeit gewinnen oder sich irgendwie aus der Affäre ziehen. Danach gab es kein Halten mehr.

      • kussaw schreibt:

        Hallo Inson,
        danke für deine Antwort. Gerade die „Stürmung“ der Normannenstraße gehört zu den Punkten, die ich nicht verstehe: hier wäre meiner Meinung nach der Einsatz von Gewalt nicht nur nötig, sondern zwingend erforderlich gewesen.

        Karsten

    • Ja, wenn der Einsatz des Militärs keine Lösung ist, wenn man als Gesellschaft – entweder innerlich oder äußerlich – mit der Zerstörung bedroht ist, wozu denn überhaupt Militär?

      Nein, das Militär hätte es verhindern und damit zum Einsatz kommen müssen. Zum Schutz eines Staates, einer Gesellschaft ist es da. Darauf wird es mit Eid verpflichtet. Da kann man sich auch nicht auf das Versagen „der Politik“ berufen. Sowohl die „Politiker“, die Verrat begangen hatten als auch die Rädelsführer der Konterrevolution hätten vom Militär verhaftet werden müssen. Anschließend wären sie vor ein Öffentliches Gericht wegen Landesverrat unter Anklage zu stellen gewesen.

      • Major Tom schreibt:

        Ich schwöre

        Der Deutschen Demokratischen Republik,
        meinem Vaterland, allzeit treu zu dienen
        und sie auf Befehl der Arbeiter-und-Bauern-Regierung
        gegen jeden Feind zu schützen………

        …damit hatte die Regierung der DDR einschließlich der zu ihr zählenden militärischen Führung eine hohe Verantwortung übernommen, die sie als es wirklich schwierig wurde verraten hat!

  11. Vorfinder schreibt:

    Ein Beitrag zur Geschichte, dass hier in Kommentaren festgehalten wird, dass der Sieg der Konterrevolution gegen die sozialistische DDR mindestens 1971 seinen Weg bereitet bekam und eben 1989 seine Vollendung nahm. Im Grunde jedoch bekamen die Revisionisten und damit die Konterevolutionäre mit der Ermordung Stalins im soz. Lager die Oberhand.

    Die militärische Führung der NVA war nicht alleine verräterisch, dämlich und von feindlichen Auffassungen untersetzt. Der Revisionismus war ein Geschwür in Breite und Tiefe der Gesellschaft. Der Verrat an den Feind wurde z.B. in den Künsten so formuliert: „Wenn ich die Friedensfähigkeit meines potentiellen Gegners leugne, leiste ich keinen Beitrag zum Frieden, sondern einen zu seiner Beendigung. Wenn ich Vertrauen spende, werde ich Vertrauen empfangen.“ (Stephan Hermlin, 1981)

    Solche und ähnliche Haltungen des Verrats, der Illusion vor dem Feind, der Auslieferung des Sozialismus waren eben auch in der Führung der NVA verbreitet.

    Bei manch richtig gesagten, ist es Grund falsch, zu meinen, es hätte der Konterrevolution 1989 nicht militärisch begegnet werden können, sollen. Die Konterrevolution (gleich ob mit „friedlichen“ oder gewalttätigen Mitteln), war ein Angriff auf den Sozialismus und DAMIT auf den Weltfrieden.
    Und wann ist militärischer Schutz des Sozialismus nicht ZWINGEND gerechtfertigt, vor der Weltgemeinschaft als Pflicht einzulösen, wenn nicht bei Bedrohung des Weltfriedens! Die Konterrevolution in der DDR war im Ergebnis Bedrohung des Weltfriedens! – Die Beweise liegen mit einer Liste vom Imperialismus hernach überfallender Länder, Millionen getöteter, verelendeter, unterjochter Menschen und Völker. Absehbar war dies sehr wohl 1989. Was war denn die Annahme der Offiziere, was der Imperialismus, bei dem was wir über das Wesen(!!) des Imperialismus lernten, wohl veranstalten würde? Oder was hat man auf Offiziersschulen gelernt?
    Dem Feind vertrauen?

  12. sascha313 schreibt:

    Danke inson, kussaw, vorfinder! Wann sind eigentlich gewaltsame Mittel berechtigt? Ich denke, immer wenn eine Konterrevolution, so wie in der Zeit von 1953-1990, akut den Sozialismus – als die fortschrittlichere Gesellschaft -, den Frieden und die bisherigen Errungenschaften der proletarischen Revolution zu vernichten droht. Dazu hätte natürlich zunächst erst einmal in den betreffenden Ländern wieder Ordnung geschaffen werden müssen. Ohne eine Säuberung der Partei von feindlichen, trotzkistischen und anderen antikommunistischen Elementen ist das nicht möglich. Und Inson hat absolut recht: „Das ‚Volk‘ war 1989/90 nicht auf den Straßen, sondern allenfalls ein kleiner Teil davon. Und die Drahtzieher dieser Demonstrationen kamen nicht aus der Arbeiterklasse…“

    Wäre noch zu bemerken, daß der von Dir, vorfinder, verwendete Begriff „Weltgemeinschaft“, anders als von der Bourgeoisie gebraucht, hier wirklich die Völker dieser Länder meint, und nicht deren imperialistische Regierungen! Im Geschichtsbuch für die 7.Klasse (DDR) steht übrigens ein Gedanke, der dem von Kuczynski gleichkommt: „Der Feudalismus bestand auch schon fast 1000 Jahre, ehe sich in seinem Schoße frühe kapitalistische verhältnisse auszubreiten begannen und eine frühbürgerliche Revolution ausbrach. Noch waren aber der Kapitalismus und das Bürgertum nicht so weit entwickelt, daß es ihnen möglich gewesen wäre, den Feudalismus zu beseitigen und eine neue, kapitalistische gesellsvchaft zu errichten.“ (1989, S.5) Was ist heute mit dem Sozialismus und der Arbeiterklasse? Wir müssen lernen in größeren Dimensionen zu denken, trotz (oder gerade!) wegen unserer „schnellebigen Zeit“! Nichts ist vergessen, niemand ist vergessen – und nichts war umsonst!

    Allerdings, darauf zu warten, daß endlich irgendwann „das Sein das Bewußtsein“ bestimmt, und die soziale Notlage eine Revolution hervorbringt, hieße unnötig Zeit vergeuden. Was ist denn eine „Revolution“? Es sei hier nochmals Assad zitiert, der sagte: „Sie sprechen von «Revolution», derweilen sie nichts mit Revolutionen zu tun haben, weder von nahem noch von weitem! Eine Revolution braucht Denker. Eine Revolution baut sich um ein Denken auf. Wo denn ist der Denker? Wer hat auch nur einen ihrer Denker getroffen? Die Revolutionen brauchen Führer. Wer weiß denn, wer derjenige ist, der sie führt? Die Revolutionen setzen Wissen und Ideen voraus, nicht Unwissen. Die Revolutionen setzen ein Vorwärts gehen voraus und nicht den Rückgang in vergangene Jahrhunderte. Revolutionen werden gemacht, um die gesamte Gesellschaft zu erleuchten, nicht ihr den Strom abzuschneiden. Normalerweise wird die Revolution vom Volke gemacht, nicht durch aus dem Ausland importierte Individuen, die ihre «Revolution» dem Volke aufdrücken wollen. Sie wird für das Volk gemacht, nicht gegen seine Interessen.“
    (Zitat Assad: Es geht um den Frieden…)

    Gerade deshalb hatte Stalin recht, als er davon sprach, man müssen den revolutionären Gedanken in die Arbeiterklassse „hineintragen“!

  13. kussaw schreibt:

    Hallo an alle,

    ich stimme in vielem mit euch überein. Offensichtlich sind einige hier der Meinung, dass man die Konterrevolution 1989 mit militärischen Mitteln hätte unterdrücken müssen. Ich stehe dieser Auffassung sehr konträr gegenüber. Viele Dinge die durch Inson oder auch Vorfinder geschrieben wurden, sehe ich aus heutiger Sicht ganz ähnlich. Aber:

    Hattet ihr diese Erkenntnisse bereits 1989?
    Waren euch die Vorgänge nach Stalins Tod in der Sowjetunion und der KPdSU damals schon bekannt? Hattet ihr Erkenntnisse zum Revisionismus usw. auch in der SED?
    Wo war denn der größere Teil des Volkes, der nicht auf den Montagsdemos war? Wo waren die Gegendemonstrationen?
    Wo seid ihr gewesen?

    Ich empfinde eure Ausführungen in großen Teilen als ausgesprochen selbstgerecht und überheblich.
    Und ich bleibe dabei: diese Armee war gegen das eigene Volk oder auch nur gegen einen „kleinen Teil des Volkes“ der friedlich demonstrierte nicht einsetzbar. Eine Folge der humanistischen Erziehung in der DDR, eine Folge der humanistischen Erziehung in den Streitkräften. Und das ist kein Grund sich dafür zu schämen, ganz im Gegenteil.

    Ich schrieb weiter oben schon einmal, dass ich 1989 Offizier bei den Grenztruppen war. Hätte mir 26jährigem Oberleutnant damals jemand den Befehl gegeben, auf Demonstranten zu schießen oder den mir Unterstellten den Feuerbefehl zu erteilen, hätte ich den Befehl verweigert. Und das ganz bewusst gerade als Offizier der Grenztruppen.

    Wahrscheinlich liegt es in der Betrachtungsebene: während ihr die ganz große Historie betrachtet, habe ich meine ganz persönlichen Erlebnisse, Erfahrungen und Konflikte aus dem Jahr 1989 vor Augen. Und da gab es einige …

    • Es ging wohl nicht um die „Unterdrückung“ der Konterrevolution. Ich denke hier spricht auch niemand davon, dass die Armee gegen das Volk hätte eingesetzt werden sollen, denn das war doch auch gar nicht „nötig“.

      Das Volk hatte sich doch gar nicht gegen die Gesellschaft, den Staat DDR, aufgelehnt. Das Volk befand sich nicht in Aufruhr. Das Volk ging weiter friedlich seiner Arbeit nach. Es sind doch diejenigen „auf die Straße gegangen“, denen der Kommunismus verhasst ist, die bekennende Anti-Kommunisten und Kapitalisten sind: also die Kirchen-Gesinnten, die nicht einmal wissen, was denn Religion überhaupt ist und andere verführte Schmarotzer, die in jeder Gesellschaft anzutreffen sind.

      Aufgabe der Armee wäre es gewesen, das Volk vor diesen Aufrührern zu beschützen.

  14. Inson schreibt:

    Hallo Kussaw,
    der „Erstürmung“ der Normannenstraße am 15.01.1990 gingen die Besetzungen vieler Dienststellen in den Bezirken und Kreisen ab dem 04.12.1989 durch den Mob voraus. Diese Zielrichtung war bereits seit den ersten Montagsdemos in Leipzig absehbar. Die Routenführung und die Slogans in den Demonstrationszügen waren unmißverständlich. Zunächst testete die antisozialistische Opposition den „Freibrief“ von Krenz bei der Besetzung diverser Kreisdienststellen. Die waren auf Grund ihrer räumlichen Lage und personellen Struktur nicht fähig alleine hinreichend Widerstand zu leisten. Die Genossen dort waren zudem nach der Vereinnahmung der VP als „Sicherheitspartner“ auf sich allein gestellt und blieben es auch. Und so begann die Salamitaktik bis schließlich das „Herzstück“ an der Reihe war!
    Was von der Partei, in Gestalt des Hans Modrow der vor Ort mit den Idioten vom „Runden Tisch“ erschien, zu hören war, war Folgendes: „Was können die Stühle dieses Hauses, vor dem wir stehen, dafür, daß Ärsche darauf gesessen haben, die vielen nicht gefallen?“ .
    Die Grenze wurde am 09.11. geöffnet, am 13.11. hat Mielke hatte sein Ministerium vor der Volkskammer blamiert und Krenz hatte bereits am 06.12.1989 das Feld geräumt!
    Also, die „Erstürmung“ der Normannenstraße war bereits der Abgesang der Konterrevolution.
    Widerstand hätte vorher geleistet werden müssen!
    Wenn du meine Ausführungen in großen Teilen für ausgesprochen selbstgerecht und überheblich hältst, dann ist das eben so. Ich könnte dir das aus meiner Perspektive ebenso vorwerfen.

  15. Vorfinder schreibt:

    Hallo Kussaw, Deine Frustration kann ich erahnen. Inson hat nochmal freundlich die Fakten genannt, dem schließe ich mich an. Aus Deiner persönlichen Uneinsicht uns anzugreifen, ist eine übliche Kapriole. Ich habe in der DDR mit Haltungen wie Deinen, auch in den bewaffneten Organen und eben im Betrieb viele Diskussionen gehabt. Und doch nicht erst 1989! Du tust gerade so, als sei der Revisionismus erst 1989 Thema in den Reihen gewesen. Schau auf die Vorgänge beim Sturz von Walter Ulbricht. Kurt Gossweiler hat in der „Taubenfußkronik“ dazu einiges niedergeschrieben.

    Am Verhältnis zu Stalin hatten wir in der DDR doch fortlaufend Auseinandersetzungen, in dem Sinne, dass nur das verordnete (gefälschte) Bild, von Chruschtschow vorgegeben, galt. Brauchst Du da einen, der kommt und Dir sagt: das ist Revisionismus, das ist Verrat? Siehst Du das nicht – als Offizier, als sozialistische Persönlichkeit, als normal denkender Mensch?

    Du sprichst dauernd davon, dass es nicht auf „friedliche Demonstranten“ zu schießen galt. Die Frage, WER da überhaupt demonstriert hat, ist hier schon benannt worden. Dies also ist klar. Dies war Deine Analyse nicht? Du sahst bei der Konterrevolution – und darum geht es, damals wie heute war zusehen(!), ES WAR KONTERREVOLUTION – „das Volk“ der DDR auf den Straßen?

    Du ziehst Dich hinter einer fahrigen Auslegung von Humanismus zurück. Humanismus lebt dort, wo man seine Pflicht erfüllt, den Angriff auf den Weltfrieden abzuwehren. Ich stelle Dir nochmals die Frage, die ich auch in den Diskussionen in der DDR stellte: vertraust Du dem Klassenfeind?
    Bei allem was falsch lief, ich gehe nicht davon aus, dass auf der Offiziersschule gelehrt wurde, dem Klassenfeind zu trauen. Was mit der Beseitigung der sozialistischen DDR der Welt vorbestand, WAR ABSEHBAR – war für alle absehbar, die jemals unsere Klassiker studiert hatten. Und wer Stalin las war noch klarer dran.

    Also gib es auf, hier damit zu kommen, es wäre nicht zu sehen gewesen, was die Konterrevolution für Frieden und Welt bedeutete. Ich komme eher auf die Frage, ob Du damals die Konterrevolution überhaupt als Konterrevolution wahrhaben wolltest. In Diskussionen war das nämlich damals mein Problem (auch mit Offizieren), es wurden ja die Märchen eines Gorbatschow geglaubt, die Indoktrination des Klassenfeindes nachgeschwätzt. Nur ist diese geschichtliche Dummheit, dieser Verrat am Sozialismus, ja nun dann Deine eigene Unzulänglichkeit, Dein persönliches Versagen – und dass Du dabei bleibst, es sei richtig gewesen, den Sozialismus im Stich zu lassen, in dem Du verweigert hättest als Offizier Deine Pflicht zu erfüllen, erschüttert mich selbst jetzt noch. Du hast zwar recht damit, dass es im Herbst 1989 schon zu spät war, („Sascha“ hat das im Kommentar nochmal richtig herausgestellt), aber das macht Deine Uneinsichtigkeit, Deinen anhaltenden Verrat (empfinde ich persönlich so) nicht besser.

    Ich finde es wunderbar, dass Du selbst darauf verwiesen hast, bei Kurt Gossweiler zu lesen. Wie aber kannst Du dann so fern der Einsicht bleiben?

    Hier noch ein Lesetipp, der auch die Augen öffnet. Nimm Dir mal Georg Lukács „Die Zerstörung der Vernunft“ vor. Sein Nachwort im Buch „Über den Irrationalismus der Nachkriegszeit“ beantwortet auch viel.

  16. kussaw schreibt:

    Hallo Inson,
    der erforderliche Schutz von staatlichen Objekten wäre aus meiner Sicht eine legitime Aufgabe für Soldaten gewesen, hier auch ohne Einschränkungen. Mir ging und geht es nur darum, dass der Einsatz von Militär gegen Demonstranten nicht zu den möglichen Optionen gehört haben, nicht solange es sich um friedliche Demonstrationen gehandelt hat.
    Einen Widerspruch sehe ich allerdings in deinen Ausführungen: du schreibst die Genossen in den Kreisdienststellen waren nicht in der Lage „hinreichend Widerstand“ zu leisten. Ich kann mich nicht erinnern, überhaupt etwas über Widerstand gelesen zu haben. Ebenso wenig las ich etwas von Widerstand gegen die Besetzung der Normannenstraße. Erfolgte überhaupt an irgendeiner Stelle Widerstand durch die Mitarbeiter des MfS? Diese Besetzungen waren nicht friedlich.

    • Inson schreibt:

      Die Leiter der Kreisdienststellen wurden angehalten in Eigenverantwortung zu handeln und immer unter der Prämisse der „Gewaltlosigkeit“. So war die Besetzung der Dienststellen nicht zu verhindern und das war wie ich bereits beschrieben habe auch nicht gewollt. Ähnlich wie später in der Normannenstraße wurden die Waffenkammern durch die VP gesichert bzw. die Waffen ausgelagert. D.h. zum Zeitpunkt der Besetzungen waren die Mitarbeiter unbewaffnet.
      Ich schrieb ja bereits, der Widerstand hätte vorher geleistet werden müssen.
      Die Mitarbeiter des MfS wiesen in ihren Berichten spätestens seit dem Jahr 1987 auf die Möglichkeit einer Konterrevolution hin. Diese Berichte wurden lt. Krenz zwar gelesen, aber es wurden keine Konsequenzen daraus gezogen. Die meisten MfS-Mitarbeiter handelten bis zu den Besetzungen getreu ihrem Fahneneid. Sie verstanden sich bis zum Schluß als Schild und Schwert der Partei. Als klar wurde das sie durch eben diese Partei verraten wurden, hatte das entsprechende Auswirkungen auf den politisch moralischen Zustand der Genossen. Sie wurden zum Sündenbock für Alles und Alle gestempelt und zum Schlachten freigegeben.
      Ich will damit nichts beschönigen, aber wirkungs- und sinnvoller Widerstand war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich!
      Und wenn du nachdem „Davor“ fragst, dann kann ich mich nur wiederholen, die MfS-Mitarbeiter lieferten der Partei- und Staatsführung alle notwendigen und detaillierten Informationen ob zur Situation in der Volkswirtschaft, den bewaffneten Organen, Universitäten, Kirchen etc. und natürlich auch zur Tätigkeit der antisozialistischen Opposition, sowie zur außenpolitischen Lage.
      Die Partei -und Staatsführung war aber offenbar nicht mehr in der Lage die notwendigen Entscheidungen herbeizuführen und die die sie dann herbeiführte beschleunigten den Untergang! Und so bleibt das bittere Fazit, den Klassenauftrag nicht erfüllt zu haben!

      • Offensichtlich ist dann wohl, dass jene Partei- und Staatsführung bereits von Innen her von Kapitalisten und Faschisten unterwandert gewesen sein muss. Gut, unter den historischen Bedingungen betrachtet, war ja die DDR von vornherein bereits 1949 als ein totgeborenes Kind mit vielerlei Gebrechen und Behinderungen auf die Welt gekommen.

        Nachtrauern hilft niemanden. Es bringt die Toten nicht zurück. Und viele hunderte von Millionen Tote hat ja diese vom Kapitalismus so bezeichnete „Friedliche“ Revolution – die nichts weiter als ein Staatsstreich von vielen anderen wie (etwa auch in China) war – in der Folge verursacht. Darin liegt die geschichtliche Tragik von 1989, haben doch Faschismus und Kapitalismus seit dem unter der Maskerade von Menschen-Recht, Freiheit, Humanismus, Gleichheit und Demokratie überall auf der Welt eine nie dagewesene Eroberung durchgeführt.

  17. kussaw schreibt:

    Hallo Vorfinder,
    nein ich habe zumindest 1989 die Entwicklung in der DDR nicht als Konterrevolution gesehen. Meine heutigen Einsichten sehen da deutlich anders aus. Und ja, für mich waren die Demonstranten „das Volk“. Im übrigen kenne ich auch aus Diskussionen damals keine anderen Auffassungen in meiner Umgebung.

    Mein Stalinbild war geprägt von dem, was mir vermittelt worden ist – Diskussionen zum Thema gab es kaum. Kurt Gossweiler war mir bekannt durch einige Publikationen, nicht aber seine Positionen zu Stalin, Chruschtschow u.a. Darauf bin ich erst vor wenigen Monaten gestoßen, ebenso auf Ludolf Marten. Und diese Lektüre hat in vielen Fragen einen Prozess des Umdenkens in Bewegung gebracht.

    Die Schließung der Grenzübergänge nach dem 09.11. wäre wohl richtig und notwendig gewesen, aber nicht als ausschließlich militärische Maßnahme. Meine Haltung zum Einsatz der Waffe wäre in einer solchen Situation eine deutlich andere gewesen.

    Ich habe nicht den Sozialismus im Stich gelassen und ich hätte mich nicht geweigert, als Offizier meine Pflicht zu tun – meine Weigerung bezog sich explizit auf die Anwendung der Schusswaffe gegen Demonstranten. Mir daraus Pflichtverletzung und „anhaltenden Verrat“ vorzuwerfen ist ziemlich starker Tobak und ehrenrührig. Deine Meinung, dass man mit den oben beschriebenen Mitteln, die Revolution hätte schützen können, erschüttert mich zutiefst. Die Drahtzieher der Demonstrationen waren sicherlich keine Arbeiter, die Masse der Demonstrierenden schon …

    Danke für den Hinweis auf Georg Lukacz,

    • Vorfinder schreibt:

      Kassow, Du kannst und sollst davon ausgehen, ich greife nicht Deine Ehre an. Ich sehe es nicht als Frage der Ehre, sondern meine, Dir – Du hast Deine Begründung genannt, auf die ich einging – fehlte die politische Erkenntnis und die Klarheit über den Charakter der Vorgänge, die die Konterrevolution durchbrachten. Und ich meine eben es ist Pflicht der bewaffneten Organe gegen Konterrevolution einzuschreiten, gleich in welchen Kleidern die Konterrevolution wirkt. – Dass Du dabei bleibst, dass gegen die Konterrevolution mit Waffen nicht einzugreifen war, ist für mich fortgesetzter Verrat. Da will ich Dir nicht an Deine ehre, sondern stelle Dein politisches Bewußtsein zu Kritik. (Ggf. kann man Ehre und politisches Bewußtsein als Eins sehen, nur kann das ja nicht mir angelastet werden).

      Der Revisionismus in unserer Republik war kein plötzliches Ereignis. Die Kämpfe gegen den Revisionismus wurden seit Anbeginn unserer Republik geführt – ein Kommentator behauptet hier, die DDR sei schon mit ihrer Gründung ein tot geborenes Kind gewesen. An solchen Worten erkennt man wieder, wie fest die Indoktrination des Klassenfeindes sich bei einigen festgesetzt hat …

      Kassow, kennst Du Walter Ulbrichs Revisionismuskritik auf dem 33. Plenum vom 16.-19. Oktober 1957? Siehe u.a. hier:
      http://www.nd-archiv.de/artikel/656208.kommunique.html
      Und am 19.12.1956 schreibt R.O. Gropp im ND den Artikel „Idealistische Verirrung unter antidogmatischen Vorzeichen“ (Da ich kein ND Abo habe, – man ärgert sich ja ohne schon genug über den Haufen – kann ich hier nicht direkt zum Artikel verlinken).

      Der Revisionismus prägte unsere Biographie und dies merkten wir unmittelbar – manchmal vielleicht in verschiedenen Vorgängen zeitlich versetzt, doch aber nahe an unserem tatsächlichen Leben in der DDR – der Revisionismus war für politisch bewußte DDR Bürger nicht eine Entdeckung erst nach der Konterrevolution.

      Mich verblüfft, wie sehr verdrängt oder tatsächlich individuell bei einigen DDRwohnenden nicht wahrgenommen wurde, welche Auseinandersetzungen und Kämpfe es in der gesamten Geschichte unserer Republik gegen den Revisionismus gab. Viele der Kämpfe wurden durchaus öffentlich gemacht. Und für mich eben ist Treiben und Wirken des Revisionismus seit Anbeginn der DDR der rote Faden zur Konterrevolution ´89. Und sichtbar war dieser rote Faden, in der DDR über alle Jahre durchaus.

      • kussaw schreibt:

        Hallo Vorfinder,
        als erstes: mein Nick ist kussaw, nicht kassow. Aber das nur am Rande.

        Ich habe tatsächlich lange überlegt, ob ich auf diese mich in meiner Ehre beleidigenden Äußerungen überhaupt antworte. Doch, du beleidigst meine Ehre , „anhaltender Verrat“ und Unverständnis für meine Haltung sind deutliche Worte.

        Ich bin in diesem Staat DDR geboren und in ihm aufgewachsen und meine Erziehung – sowohl als Kind/Jugendlicher als auch Soldat/Offizier – war geprägt vom tiefem Humanismus dieses meines Staates und der staatlichen Ordnung. Auch und gerade für den Dienst in den Grenztruppen war das verdammt wichtig … Du bist nicht der erste, dem dieser Zusammenhang nicht klar ist. Inson ist nicht der erste, der den Verrat an sich und seinem Ministerium beklagt, ohne zu erkennen, dass der Verrat lediglich zeitversetzt an vielen anderen begangen wurde. Und der erste Verrat wurde durch inson u.a. begangen …

        Sicherlich ist – aus heutiger Sicht – kaum verständlich, warum dieser Staat derartig „widerstandslos“ zusammenbrach. Nur das Militär, oder in diesem konkreten Fall mich, dafür verantwortlich zu machen empfinde ich als gelinde gesagt, blauäugig.
        Ich lese hier, dass das Militär die Verantwortlichen hätte festnehmen „müssen“. Habt ihr überhaupt eine Ahnung wie Militär funktioniert? Es hätte sich jemand finden müssen, der die Verantwortung übernimmt, der das Militär erst einmal in Bewegung bringt. Und als zweiter Punkt: genau diese Soldaten/Offiziere waren nicht einfach so erzogen jeden Befehl ohne eigenes Denken zu erfüllen.

        Aus heutiger Sicht: ja, das war die Konterrevolution die (auch) in Leipzig durch die Straßen zog, aber – schlag mich ans Kreuz dafür – ich (wir) haben das nicht so gesehen. Wir waren so darauf getrimmt dieses unser Land vor äußeren Bedrohungen zu schützen (dazu gehörten auch die versuchten Grenzdurchbrüche aus dem Inneren der DDR), dass wir eben das nicht erkannt haben. Als die Erkenntnis kam (Grenzöffnung und folgend) war es zu spät.

        Zu Stalin und Revisionismus: Revisionisten waren für mich Bernstein u.a., aber doch niemals unsere Partei. Und ansonsten habe ich von Auseinandersetzungen zum Thema innerhalb unserer Partei nichts mitbekommen, nichts gelesen, nicht diskutiert. Stalin wurde schamhaft verschwiegen und genau das machte uns so anfällig für den Sputnik 89 u.a. Aber genau das machte wiederum den Reiz von Perestroika und Gorbatschow aus: plötzlich wurde über – tatsächliche oder fiktive – Probleme diskutiert.

        Ich weiß nicht, woher du vor der „Öffnung“ der Politik des Verräters Gorbatschow Kenntnisse über den Revisionismus hattest – ich hatte sie nicht.

        Im Nachhinein Wertungen dieser Art wie meinem „anhaltenden Verrat“ zu treffen halte ich für unredlich, für beleidigend und zu mehr will ich mich gar nicht hinreißen lassen.
        Wir – die Armee – und unser „Versagen“ 1989 waren das Produkt unserer Erziehung. Die erste deutsche Armee, die in keinem Krieg eingesetzt war, die erste deutsche Armee in der Geschichte, die nicht gegen das „Volk“ eingesetzt werden konnte …

        Ich bin gern bereit mit dir weiter zu diskutieren, aber bitte auf einer Basis, in der du nicht die Erkenntnisse der vergangenen 25 Jahre einfließen lässt.
        Alles andere – Vertrauen in den Klassenfeind usw. – sind Nebelkerzen, die geprägt sind von Erkenntnissen der Modernen. Ich hätte mit dir, wenn du all dieses Wissen bereits vor 89 gehabt hast und es – noch viel wichtiger – auch kommunizierst hättest, gerne gesprochen. U.a. um den traurigen Untergang meines Staates nicht zu erleben

        Karsten

      • Artur schreibt:

        Hallo Karsten,
        Ehre dir, dass du bis heute die DDR nicht verraten hast und zu einem oppurtunistischen Arschkriecher geworden bist. Jeder sozialistischer Patriot ist ein Stich in das Herz des Kapitalismus.

        Ich bin auch deiner Meinung, dass das Schießen auf die Demonstranten nichts gebracht hätte. Leider wurde (meines Wissens) von der Parteiführung mit der Bevölkerung über die Probleme der DDR nicht offen gesprochen. Stattdessen wurde nur über die Erfolge berichtet. Die Menschen in der DDR wussten natürlich über den höheren materiellen Lebensstandard in der BRD bescheid. Über westdeutsche Medien wurde das so begründet, dass der Sozialismus nicht funktioniert. Da aber in der DDR Öffentlichkeit über die Probleme nicht genug diskutiert wurde, haben viele den Westen geglaubt. So hat der Osten die Initiative aus ihren Händen in die Hände des Westens und den Feinden im Osten übergeben. Viele Bürger, die 1989 auf die Straße gingen, wollten die DDR gar nicht abschaffen, sondern die Errungenschaften der DDR beibehalten mit einem bürgelichen Mehrparteiensystem, mit freien Reisen und einem Überfluss an Konsumgütern. Kurz, sie sind auf die Versprechungen Gorbatschows und den „Demokratischen Sozialismus“ hereingefallen. Unter den Demonstranten haben schließlich die richtigen offenen Antikommunisten finanziert vom Westen die Führung übernommen.

        Das schlimme am Revisionismus ist ja, dass man nicht sofort erkennt, dass es sich um Antikommunismus handelt. Es werden werden schrittweise auf Katzenfüßen die sozialistischen Prinzipien untergraben. So haben die ehrlichen Kommunisten in der Partei, in der Verwaltung, beim Militär und in den Betrieben es erst erkannt, als der „kapitalistische Tiger“ schon beim Springen auf seine Beute war.

    • Wurzelzwerg schreibt:

      Nein, Kussaw, die Masse der Demonstrierenden waren eben nicht die Arbeiter, sondern vor allem die bereits unterwanderte Intelligenz aus Politik, Kultur, Wissenschaft – siehe den mit kleinbürgerlichen Illusionen aufgeladenen 4. November 1989. Vor ein paar Jahren habe ich mir die Reden, die dort gehalten wurden, noch einmal angehört (der ORB hatte sie nochmal gesendet), und ich war entsetzt, dass es in dieser Masse von Menschen, unter denen vielleicht mehr als die Hälfte Genossen gewesen waren, keinerlei Protest gegeben hatte. Mir war sofort klar, dass das eine Kundgebung gegen die DDR war, spätestens als ich erfuhr, wer die Organisatoren waren, ich weigerte mich, mit meinen Genossen nach Dienstschluss dorthin zu gehen. Heute höre ich von ansonsten klugen Genossen sagen, wie „erhebend“ dieser Tag für sie gewesen sei, welch ein „Gefühl gleicher Gedanken“ sie trug, wieviel Hoffnung ihnen dieser Tag bereitet hatte, sie hatten ihr Bad in der Menge genossen. Sie hatten gar nicht begriffen, dass sie bereits als Teil der Konterrevolution fungierten. Mag sein, dass der einzelne das damals nicht begriffen hatte, heute aber müsste das aber im Lichte der weiteren Entwicklung klar sein.

  18. Vorfinder schreibt:

    Ich will dies hier nicht zu lang werden lassen und ich will auch Inson nicht ins Fachliche reinreden. Als DDR Bürger aber sage ich, die Frage weshalb die Einrichtungen des MfS von deren Mitarbeitern nicht verteidigt wurden, Verteidigung mit der Waffe wäre formal berechtigt und der Sache nach (gewalthaftes Eindringen) erforderlich gewesen, ist noch nicht hinreichend geklärt (nicht gemeint von Inson nicht geklärt, sondern allgemein, historisch).

    Dem Selbstverständnis und dem Auftrag nach war das MfS ein Organ zum Schutze der sozialistischen Republik und ihrer Bürger. Aus einer subjektiven Auslegung solches Selbstverständnisses (in Zuwiderhandeln gegen ihren Eid), entschieden viele Verantwortliche, vermeintlich „dem Volk“ Zugang zu den Objekten des MfS zu gewähren. Dies ist sicher in Zusammenhang mit der vorhergehenden Propaganda, der Indoktrination des Klassenfeindes mitsamt und in Einklang mit den revisionistischen Kräfte innerhalb der Republik, und der daraus resultierenden Zersetzung der unmittelbaren Wehrhaftigkeit, zu sehen.

    Ich meine aber nicht, dass die Mitarbeiter des MfS alleine den Widerstand gegen die Konterrevolution zu leisten gehabt hätten. (Sascha hat im Kommentar schon ausgeführt, dass die Säuberung weit früher hätte erledigt werden müssen). Es hätte zur Ehre gereicht, wäre unter ausreichend vielen Mitarbeitern des MfS der Bewußtseinsstand der gewesen, der sie hätte die Konterrevolution im eigenen Land klar erkennen und bekämpfen lassen. Jedoch wäre es bei der Verteidigung von Objekten eben um die Verteidigung der Objekte (samt Material, immerhin!) gegangen, nicht aber damit um Rettung des Sozialismus im Lande und damit DDR überhaupt.

    Wir hatten in der DDR eine VOLKSarmee. Wir hatten Kampfgruppen etc. Es wäre Sache des Volkes gewesen, ihre Republik, ihre Errungenschaften, ihre soziale Sicherheit, ihr Leben in Frieden, eben den Sozialismus zu verteidigen. Kussaw drückt ja aus, dass diese Verteidigung des Sozialismus aus dem Volk nicht kam – oder eben nur in kleinen Gruppen und Inseln. Dennoch fehlte es ja an Organisierung von Widerstand gegen die Konterrevolution und Zeichensetzung der Organe zur, Verteidigung der sozialistischen Republik. Und die Pflicht der bewaffneten Organe war ja nun mal keine „Kannposition“ sondern es gab einen Eid, eine Verpflichtung auf die sozialistische Republik.

    Entweder also wurde die Konterrevolution (mit Finale 1989) als solche, auch von der militärischen Führung, nicht erkannt (wieso??) oder sie wurde geduldet – siehe Beginn des Niederganges, die Ermordung Stalins.

    Und wenn Kussaw darauf besteht, gegen „friedliche Demonstranten“ die Konterrevolution nicht mit der Waffe zur Strecke bringen zu wollen, dann beißt sich die Erwartung, die Mitarbeiter des MfS hätten aber wenigstens ihre Objekte verteidigen sollen, irgendwohin wo es lächerlich wird.

  19. sascha313 schreibt:

    Ich gebe Kussaw recht, daß viele DDR-Bürger (auch durch die feindliche Indoktrination des sowjetischen „Spunik“) nicht so recht wußten, war das nun eine Konterrevolution oder nicht. Ich bin oft mit ziemlichem Abstand an einer Kirche vorbeigegangen, als sich bis auf dem Vorplatz „das Volk“ versammelt hatte. Wir haben Kurt Gossweiler sehr viel zu verdanken, wenn er uns mit seiner Taubenfußchronik hier den Mechanismus der Konterrevolution verdeutlicht hat. Siehe:
    Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Sozialismus unmoralisch?
    Kurt Gossweiler: Wider die linke Resignation!
    Eine verbrecherische Rede
    Kurt Gossweiler: Werner Roß‘ Schwierigkeiten, Licht und Schatten zu unterscheiden

  20. Inson schreibt:

    Von zwei Millionen blieben
    Kaum eine Handvoll grad
    Es hat sie aufgerieben
    Gorbatschows Verrat.

    Sie haben keine Traute.
    Ihr Busen ist verwirrt.
    Und wer je auf sie baute,
    hat sich verdammt geirrt

    (Peter Hacks)

    ZEHN GERECHTE

    Einige Menschen, Frauen oder Männer,
    Ziehn, unter uns sich mischend, ihre Bahn,
    Der Wissenschaft unbeugsame Bekenner,
    Des Ruhms Verächter, abhold jedem Wahn.
    Sie dienen streng. Sie wirken ernst und leise
    Am edlen Werk, jeder auf seine Weise.

    Und jeder, hingegeben nur dem Ziele,
    Wie er dem Volk zum alten Glanz verhelf,
    Tut, was zu tun ist. Ihrer sind nicht viele.
    Ich zähle zehn. Ich käme nicht auf elf.
    Hoffe auch du Land. Zehn Gerechte hätten,
    Lesen wir, gelangt, Sodom zu retten.

    (Peter Hacks)

  21. sascha313 schreibt:

    Was ist das Gefährliche an einem Raubtier? Daß man es erst dann bemerkt, wenn es schon fast zu spät ist. Die Erkenntnis schreitet fort vom Niederen zum Höheren, vom Einfachen zum Komplizierten. Es ist ein Prozeß. Der Mensch lernt allmählich, sich vor der Gefahr zu schützen. Doch er lernt. Und wenn nicht, so wird er gefressen. Oder er wird selber zum Raubtier. Jeder gegen jeden…

    Und was ist nun das Gefährliche am modernen Revisionismus? (Zugegeben – der Vergleich hinkt.) Man bemerkt ihn erst, wenn es schon fast zu spät ist. Kann man Kurt Gossweiler zum Vorwurf machen, daß er die „Taubenfußchronik“ nicht schon 1982 veröffentlicht hat. Ich denke nein! – Bei seinem Studium der Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels machte Lenin einige bemerkenswerte Entdeckungen. Nämlich die, daß auch die Begründer der wissenschaftlichen Weltanschauung zunächst irrten. Doch sie lernten. Lenin hob hervor: „Der ‚ehrliche‘ Opportunismus ist der gefährlichste von allen.“ Warum? Weil subjektive Ehrlichkeit, auch wenn sie einem Irrtum folgt, zunächst nicht bereit ist, an sich selbst zu zweifeln. Und erst nach und nach wächst die Erkenntnis. Der Fehler wird bereinigt.

    Was ist das Wichtige an marxistischer Kritik und Selbstkritik? Daß sie ehrlich ist? Ja, das auch. In seinem Referat auf der XV.Unionskonferenz der Allunions-KP (B) 1926 sagte Stalin folgendes: „Es kann Trotzki nicht unbekannt sein, daß der XIII. Parteitag unserer Partei den Trotzkismus für eine ‚klar ausgeprägte kleinbürgerliche Abweichung‘ erklärt hat.“ (SW8, 262) Wohlgemerkt: „der Parteitag“ – und nicht irgendwer! Und was ist, wenn der ganze Parteitag vom Revisionismus erfaßt wird? Kann ein Parteitag sich irren? Nein. Denn ein Irrtum war es nicht, als Chruschtschow 1956 Stalin des „Personenkults“ und anderer schlimmer Dinge – des Verbrechens! – beschuldigte. Kann man nun Molotow, Woroschilow, Kaganowitsch, Mikojan, Andrejew, Shdanow usw. den Vowurf machen, daß sie zusahen, wie Chruschtschow log? Warum haben sie ihn nicht sofort verhaften lassen?

    Kurt Gossweiler schrieb in sein politisches Tagebuch: „Diese Überprüfung (der Rolle Chruschtschows, N.G.) führte – leider – zu dem Ergebnis, daß der Verdacht begründet war – der Verdacht nämlich, daß mit diesem ‚Reformer‘ in Wahrheit ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt war.“ (Taubenfußchronik I, S.6). – Ist der Ehrliche nun der Dumme? Nein, er ist es nicht. Nämlich dann, wenn er seinen Irrtum beseitigt, wenn er den eigenen Fehler bereinigt. Und das muß man auch kussaw zugestehen! Und es wird viele Genossen gegeben haben, denen es ähnlich ging. – Was allerdings dann ein Verbrechen ist, das sagte uns Brecht: „…Gehen Sie hinaus aus meinem Haus!“ (BB: Galilei) Und „hinausschicken“ soll man auch weiterhin diejenigen, die nicht nachlassen, die Wahrheit eine Lüge zu nennen. Stalin tat das! Und Stalin warnte vor Selbstgefälligkeit und Überheblichkeit! Und er sagte: „Die Stärke des Bolschewismus besteht ja gerade darin, daß er sich nicht fürchtet, seine Fehler einzugestehen. Mag die Partei, mögen die Bolschewiki, mögen alle ehrlichen Arbeiter und werktätigen Elemente die Mängel unserer Arbeit … aufdecken, damit unsere gesamte Arbeit … sich von Tag zu Tag verbessert. Mögen unsere Feinde über unsere Mängel schwatzen – solche Lappalien können und dürfen Bolschewiki nicht beirren.“ (SW11, S.28)

    • Vorfinder schreibt:

      „Kann man Kurt Gossweiler zum Vorwurf machen, daß er die “Taubenfußchronik” nicht schon 1982 veröffentlicht hat.“ Das ist unnötig. Niemand hier hat den Unsinn vorgebracht Kurt Gossweiler (wieso überhaupt gerade ihm?) Vorwürfe zu machen. Es ist plump Falsches über Richtiges zu stülpen.

      Ich stelle mich dagegen, wenn so getan wird, als hätten wir von der Gefahr des Revisionismus oder von dessen Wirken in unserer Republik erst nach der Konterrevolution was gehört. WIR HABEN MIT DEN ZERSETZUNGEN DES REVISIONISMUS GELEBT! Und dies nicht erst in den 80er Jahren. – Und wer unsere Klassiker las, (und eben verstehen wollte) kam da auch drauf, ohne erst auf den Sturz der DDR als Beweis zu brauchen.

      Wenn Kurt Gossweiler feststellt, das tückische am Revisionismus sei, dass man ihn erst merke, wenn es schon fast zu spät ist, dann sagt er damit ja nicht, dass man den Revisionismus nicht entdecken könne, wir ihn nicht entdeckt haben. In der DDR hatten wir Zeiten, da waren wir wachsam. Und wir waren in der Lage zu sehen. – Und das hörte nicht mit dem Sturz Walter Ulbrichs auf, es wurde in hintere Reihen gedrängt, aber es waren ja nicht alle verschwunden die sehen konnten.

      Bleiben wir bei dem was wir hatten, womit wir lebten. Walter Ulbricht hat den Revisionismus(!) als Feind immerhin klar benannt.

      Sind die Auseinandersetzungen vergessen? Und die Auseinandersetzungen hörten ja nicht in den 60er oder 70er Jahren auf. Brauchen wir da erst Schriften von nach der Konterrevolution? Es ist unsere Geschichte, wir haben darin gelebt.

      Auf dem 33. Plenum des ZK (16. – 19.10.1957!) war die Revisionismuskritik(!!) zentrales Thema … (Dies wirkte ja nicht nur in den 50er Jahren. Der Revisionismus war unter uns und eben sichtbar und eben fortgesetzt Diskussionsgegenstand. Selbst der Klassenfeind machte die Vorgänge des Revisionismus Jahrzehnte später wieder zentral, z.B. in Sachen Walter Janka und co.).

      Oder (nur als eines der Beispiele) die konterrevolutionären Umtriebe 1968 in der CSSR. Unsere Partei- und Staatsführung benannte klar den konterrevolutionären Charakter und mahnte die Folgen des Revisionismus. Auf der 5. Tagung des ZK stellte unsere Parteiführung fest, dass solche Reformen (in CSSR) zur Konterrevolution(!!!) führen. Ebenso wurde das Thema nachdrücklich auf der Dresdner Konferenz am 15. März 1968 behandelt …

      Und mit dem Sturz Walter Ulbrichts war doch wohl klar, dass die Revisionisten die Oberhand bekommen hatten. Das wissen wir doch nicht erst heute aus Büchern. Wir haben doch in den Folgen gelebt und daran gestritten, drin gerungen – schließlich zwar nicht verhindern können unseren sozialistischen Staat an den Klassenfeind zu verlieren.
      Aber ich begreife nicht wer (von den aufgeklärten, politisch denkenden und handelnden) sagen kann, er erkannten den Revisionismus in der DDR erst nach der Konterrevolution. Ich, wie viele, hatten keinen Zweifel, dass wir eine Konterrevolution miterlebten, der wir sehens unterlagen. 1989 lief lediglich das Finale zum Sturz des Sozialismus in der DDR ab. Und unter uns erinnerten sich eben sehr wohl so manche u.a. an die Warnungen Walter Ulbrichts der feststellte, dass die Machenschaften des Feindes und die Folgen des Revisionismus würden zur Konterrevolution führen würden …

      Ja, gewiß es wurde weggehört, auch gerade von Genossen (die Klassenfeinde wußten hingegen sehr genau, welche Waffe der Revisionismus ihnen immer war), wenn thematisiert war, dass der Sozialismus gegen die Gefahren der Konterrevolution stetig verteidigt werden muß. Nur, weil bei uns dazu breit weggehört wurde, heißt es ja nicht, dass der Revisionismus nicht sichtbar gewesen wäre und im politisch-gesellschaftlichen Leben nicht spürbare Auswirkungen hatte. (Sogar diejenigen unser Bürger, die sich überwiegend des Westmedienkonsums bedienten ((oder sich eben dran verdorben)) bekamen ja aus der Westpropaganda zu Gehör gebracht, welche revisionistischen Angriffe gegen den Sozialismus gefeiert wurden – auch wenn die Westindoktrination überwiegend andere Begriffe einführte, hin und wieder war auch dort das Revisionistische als Instrument z.B. zur „Befreiung“, ach, der „Brüder und Schwestern“ benannt).

      Jedenfalls wurde der Revisionismus nicht erst nach der Konterrevolution entdeckt. Negieren wir nicht jene, die in der DDR am Revisionismus ihre Auseinandersetzungen hatten, darum stritten den Sozialismus nicht dem Klassenfeind auszuliefern. So wenige waren wir da ja nicht, auch wenn es in Vergessenheit zu geraten scheint.

      • Vorfinder schreibt:

        Noch diesen Nachtrag. Ich stellte hier schon heraus, dass für mich in der DDR eine Grundfrage war: können wir dem Klassenfeind vertrauen, und die Antwort eben nur lauten konnte (und kann), nein nie, niemals. Und da diese Erkenntnis ja nicht bloß subjektive war, sondern hinzu zum eigenen Erkennen, auf wissenschaftlicher Lehre fußte, war dieser Antwort und Lehre alles persönliche Handeln nachgeordnet. Da diese Lehre nicht Vergangenheit ist möchte ich hier auf eine Pressemeldung hinweisen.

        Am vergangen Mittwoch veröffentlichte die Syrische Kommunistische Partei eine Erklärung in der es u.a. heißt: „Die Erfahrung unseres Volkes und der Völker der Welt bekräftigen, daß es absolut keine Möglichkeit gibt, dem Imperialismus und seiner Speerspitze, dem US-Imperialismus, dem Anführer des Terrorismus in der Welt, zu vertrauen.“

        Das syrische Volk erwehrt sich unfassbaren Leids, welches die vom Imperialismus geführten Aggressoren über Syrien gebracht haben. Aber die Analyse der Kommunistischen Partei Syriens gründet sich ja nicht allein aus dem aktuellen Überfall des Imperialismus. Die Genossen wissen, was eben auch wir in der DDR wußten, wissen mußten. Und da hier in Kommentaren ja aufgeworfen wurde, man habe unter uns in der DDR den Revisionismus, die schleichende Konterrevolution damals vielleicht nicht bemerkt, sei hier nochmals, eben weil die syrischen Genossen gerade so klar sprachen, erinnert, was wir damals alle in unserer Republik hören konnten, zu viele dies aber offenbar nicht alarmierend fanden. (Ich wiederhole hier als Beispiel Stephan Hermlin nochmal, weil ich es so bezeichnend finde und dies in unserer Diskussion eben belegt, dass wir wissen konnten, so wir uns überhaupt zuhörten untereinander in der DDR – ich nehme das Beispiel Hermlin nochmal, weil seine ((beispielhafte)) politische Dummheit zeitlich näher an den konterrevolutionären Läufen liegt, als die Beispiele der Analysen und Warnungen u.a. Walter Ulbrichts, in Auseinandersetzungen mit Revisionismus und Gefahren der Konterrevolution). Hermlin, 1981: „Wenn ich die Friedensfähigkeit meines potentiellen Gegners leugne, leiste ich keinen Beitrag zum Frieden, sondern einen zu seiner Beendigung. Wenn ich Vertrauen spende, werde ich Vertrauen empfangen.“

        „Wenn ich vertrauen spende, werde ich Vertrauen empfangen.“ Diese Wünschung mag ja im Privaten Motivation sein. Im Klassenkampf ist solche Naivität untauglich, dämlich, geschichtsvergessen und letztlich verräterisch und Lebensgefährlich. Und in der Dimension des Fehlurteiles Weltbedrohend. (Und das Weltbedrohende ist keine heutige Erkenntnis erst, sondern war auch damals aus der Geschichte zu abzuleiten)! – Dabei sprach eben Hermlin (und er war Genosse!) nur aus, was in der revisionistischen Politik damals in der DDR längst Einzug gehalten hatte. – Nur um das nicht zu verwechseln. Hermlin war Antifaschist und dies galt und gilt es nicht zu bezweifeln. Nur zeigt seine politische Demenz, dass der Revisionismus, der Verrat am Sozialismus auch Antifaschisten befallen konnte.

        Hermlin, und seine (irrige, allen historischen Lehren zu widerlaufende – das wußten wir doch damals durchaus, nicht erst jetzt) Haltung steht ja für die vielen, die dann final ´89 Sozialismus und damit die DDR aufgaben (steht auch ja letztlich für jene, die, in Verantwortung, u.a. ablehnten gegen die Konterrevolution mit der Waffe vorzugehen, da man offenbar eher dem Klassenfeind vertraute oder nicht sah, dass man mit der eigenen Haltung dem Klassenfeind quasi vertraute), mithin eben in irrender Tat/Nichttat dem Imperialismus Vertrauen aussprachen, dass dieser in seiner ganzen blutigen Geschichte nie Anlaß gab zu rechtfertigen. Konterrevolution ist ein Ausdruck von Zurückfallen aus Wissen und Zuwendung zu Vertrauen gegenüber dem Klassenfeind. Das Abgehen von den m/l Lehren öffnete eben jenen die Tür, die uns nun wieder umbringen.

        Die syrischen Genossen schreiben (und war dies nicht auch unser Wissensstand in der DDR?!): „Ein Träumer ist, wer glaubt man könne die USA neutralisieren. Denn die USA sind Hauptfeind unseres Volkes und des Kurses der nationalen Befreiung sowie der Freiheit aller Völker der Welt.“ (Wennzwar die syrischen Genossen die USA als Hauptfeind benennen, wissen und erleben(!) sie auch, dass die übrigen imperialistischen Mächte dem syrischen Volk nicht weniger Tod, nicht weniger Barbarei bringen).

        DAS ES ABSOLUT KEINE MÖGLICHKEIT GIBT, DEM IMPERIALISMUS ZU VERTRAUEN, diese aus der Geschichte und Gegenwart gültige Lehre haben unsere Menschen in der DDR außer acht gelassen, als der Sozialismus in der DDR nicht verteidigt wurde. (Harry sprach hier richtig die ökonomische Komponente an. Ist aber eben für das Handeln im Ökonomischen nicht immer die Grundfrage aufrecht zu erhalten?! – Meines Erachtens liegt einer der Grundfehler Russlands darin – wobei man ja relativierend beachten muß, dass Russland nach der Konterrevolution zu einem kapitalistischen Land wurde -, dass Russland, jedenfalls jenen Kreise die sich der politischen Führung bemächtigten, bisher der Illusion erlagen, tiefe ökonomische Verflechtung mit kapitalistischen Staaten würde vor der ((jedoch unüberwindbaren da wesenseigenen)) Aggressivität des Imperialismus schützen. Russland lernt nun erneut blutig, dem Klassenfeind ist, bei Strafe des Todes, des eigenen Untergangs, nicht zu trauen!) Vielleicht klingt dies wem wieder pathetisch, nur sind es eben gerade die Grundwahrheiten, die wir, gerade da im konterrevolutionären Rausch der Läufe, unserem Volk nicht mehr zum Leitgedanken des Handelns machen konnten.

        Allerdings fürchte ich, noch immer vertrauen zu viele dem Imperialismus, lösen sich zumindest nicht sichtbar, massenhaft, aus seinem Lügen- Unterjochungs- und Mördergriff. Wie anders ist zu erklären, dass nach dem aktuellen (irrrationalen) Auftritt Obamas vor der UNO die Völker nicht die Gefolgschaft verweigern, dass das dort von ihm vorgetragene kriegerische Lügengeblöcke der US-Imperialisten, nicht einen Sturm des massenhaften Protestes auslöst? Vergessen wir aber nicht, der Hauptfeind steht im eigenen Land. Was Obama log und drohte, tut uns und der Welt der deutsche Imperialismus ohnehin an.

  22. Harry 56 schreibt:

    Die Diskussion ist ja recht interessant, soweit man nur ideologisch argumentiert.
    Doch wo bleibt hier eigentlich die Ökonomie, die vielen starken und erweiterten ökonomischen Verflechtungen, welche die sozialistischen Länder ab Beginn der 70er Jahre mit dem kapitalistischen Weltmarkt eingegangen sind, einschließlich hoher Kreditaufnahmen?
    Warum wurden diese eingegangen, wer profitierte in allen sozialistischen Ländern von dieser verstärkten „ökonomischen Zusammenarbeit“ zwischen Imperialismus und Sozialismus?
    Erhöhte sich durch diese Politik zunächst nicht beachtlich das Konsumtionsniveau vieler Menschen im Sozialismus?
    Hing vielleicht sogar das bekannte große sozialpolitische Programm der SED ab dem 8.Parteitag nicht auch von diesen erweiterten Wirtschaftsbeziehungen, der stärkeren Integration in den kapitalistischen Weltmarkt ab?
    War der offizielle zunehmend verbreitete offizielle politische Revisionismus vieler grundlegender sozialistischer Grundsätze nicht auch eine Folge der ziemlich opportunistischen ökonomischen Praxis fast aller sozialistischen Länder?
    Gingen die sozialistischen Länder damit nicht erneut den Weg, welche praktisch alle Arbeiterparteien und Gewerkschaften schon einmal, nämlich lange vor dem ersten Weltkrieg gingen, nämlich sich als Anerkennung und „Vertrauen“ (!) gegen kleine, von den Kapitalisten vorgeworfenen Wursträdchen die sozialistischen Beißzähne ziehen zu lassen?
    Also bitte, haltet die auch die Ökonomie im Auge, und damit meine ich vor allem die ganz gewöhnlichen materiellen Interssen der breiten Masse der Bürger der einstigen sozialistischen Länder.
    Denn ich denke, diese ganze Politik sollte ja „eigentlich“ dem ganzen Volke dienen, steckten also im Grunde ganz anständige und ehrenwerte Ziele dahinter.
    Auch hier sind daher jegliche moralische pauschale Verurteilungen der damaligen sozialistiischen Führer fehl am Platze.
    Man muss Ideologie und Ökonomie in ihren dialektischen Wechselwirkungen untersuchen, verstehen lernen, also wissenschaftlich, nicht moralisch an die Sache herangehen.
    Ich würde mich über weitere interessante Beiträge zu diesem Thema sehr freuen, da es ohnehin nur sehr wenige Blogs gibt, wo man ernsthaft und sachlich über diese Dinge diskutieren kann.

    In diesem Sinne beste sozialistische Grüße an alle Diskutanten hier!

    • Artur schreibt:

      Vielleicht hilft hier die Analyse der wirtschaftlichen Situation in der Jungen Welt:

      http://www.jungewelt.de/2014/09-27/026.php

      Ansonsten kann man allgemein feststellen, dass seit der Einheit der Wirtschafts- und Sozialpolitik:
      – die Wirtschaft zu administrtiv und und bürokratisch gelenkt wurden
      – die Preise der Waren und Dienstleistungen nicht den tatsächlichen Wert entsprachen. Das führte zu Verschwendungen und mangelndes Interesse an Modernisierungen
      – das Konsumtionsniveau und die Sozialleistungen waren zu hoch waren. Das führte zu einer niedrige Akkumulationsrate. Es blieb nicht genung Kapital für die notwendige Modernisierung der Wirtschaft und Technik
      – die Zusammenarbeit und die Koordinierung in der RWG unzureichend waren. Insbesondere in der Mikroelektronik, Automobil- und Maschinenbau, in der Elektrotechnik und in der Chemischen Industrie wäre dies wünschenswert gewesen, da dies Kernbereiche der Wirtschaft sind
      – leider Korruption und Vetternwirtschaft (keine Säuberung der Partei)
      – Mangel an Bedarfsgegenständen, die fälschlicherweise durch ein erhöhtes Konsumtionsniveau behoben werden sollte anstatt durch eine Erhöhung der Produktivität der Betriebe

      Wozu das führte sehen wir ja…

      • … ist ja schon ein starkes Stück mit den Rezepten des Kapitalismus die Ökonomie des Sozialismus zu analysieren. Da kommt dann garantiert bei raus, welche heeren Vorzüge doch der Kapitalismus hat, den man uns als neo-liberale, freie und soziale Marktwirtschaft feilbietet.

        Also, was, aber vor allem: wie, die „Junge Welt“ da analysiert, ist der Neo-Kapitalistische Unsinn des Milton Friedman.

        Schon im Sozialismus, wenn es denn einer nicht nur dem Namen nach ist, gibt es – „keine tatsächlichen Werte, die sich in den Preisen der Waren und Dienstleistungen“ wiederspiegeln, geschweige „entsprachen“ können, da all dem ja in der realen Wirklichkeit gar kein echter oder tatsächlicher Wert entspricht, weil er nicht existiert, sondern lediglich eine bloße gedankliche Vorstellung ist, eine reine Phantasie eben.

        Ja, ja, auch die Junge Welt ist damit Anti-Kommunistisch eingestellt, und weiß nicht, was Kapitalismus ist, wenn sie zur Erklärung seine wirtschaftstheoretischen Modelle benötigt, um die angeblichen Mängel des Sozialismus damit zu beweisen, bzw. zu analysieren.
        SPD und LINKE haben auch hier ganze Arbeit geleistet …
        Statt ihren Lesern Sozialismus zu lehren, verbreitet sie, wie es im Kapitalismus zu gehen muss, damit er weiterhin funktionieren kann. Schlimm! Und Deppen Doof Dumm!

      • Artur schreibt:

        zu jauhuchanam:
        1. Von der Analyse in der JW war ich auch nicht begeistert, aber es ist besser als gar nichts. Eigentlich würde ich eine marxistische-leninistische Analyse der Ökonomie von einer kommunistischen Partei erwarten, doch die DKP ist leider dazu ausserstande.
        2. Das die JW keine kommunistische Zeitung ist, weiß ich auch, doch es gibt keine linkere Tageszeitung in D.
        3. Die Stichpunkte, die unten gemacht habe, haben nichts mit der JW-Analyse zu tun, sondern kommen von mir!!!! Das sind meine Diskussionsvorschläge!!! Auch wenn ich nicht in marxistischer Sprache analysiere.
        4. Es ist schwer so eine Analyse hinzukriegen, wenn man vom Kapitalismus umgeben ist (Als Beispiel: In der Schule lernten wir und was fast überall in kap. Büchern steht: In der Planwirtschaft hat niemand Lust zu arbeiten, weil die Arbeitsplätze sicher sind und weil die Betriebe nicht pleite gehen konnten, wurde die Technik nicht erneuert usw. SOWAS lernt man als Gymnasiast. Es ist schwer daran nicht zu glauben und/oder in seiner Freizeit sich noch intensiv mit den ökonomischen Begebenheiten in den soz. Ländern zu beschäftigen, ohne auf die kapitalistischen „Analysen“ hereinzufallen)
        5. meine einzelnen Punkte sind natürlich sehr knapp formuliert und damit nicht eindeutig verständlich sind, ich versichere aber keine Kritik aus kapitalistischer Sicht geschrieben zu haben
        6. Meiner Kritik gilt der Chruschtschowschen Wirtschaftspolitik, der Stalins Grundsätze (Ökonomische Probleme des Sozialismus) über Bord geworfen hat anstatt das „Modell“ weiter zu entwickeln
        7. Meiner Meinung nach ist die politische Ökonomie und deren Analyse in den sozialistischen Staaten enorm wichtig, damit der Kommunismus wieder unter den Arbeitern salonfähig wird. Dazu muss eine schonungslose Analyse über alle Erfolge und Fehler und den dazu gehörenden Verbesserungsvorschlägen her.
        8. Ich erkläre hiermit nicht die absolute Wahrheit (unter anderem wegen meines jungen Alters) gepachtet zu haben. Für eine freundliche und konstruktive Kritik bin ich aber offen

        Zu Sascha
        P.S. Es wäre wohl nicht schlecht, wenn du hier eine ökonomische Analyse veröffentlichen würdest, wenn du im Besitz davon bist.

  23. Harry 56 schreibt:

    Vielleicht noch ein kleiner Nachtrag zum ökonomischen Ansatz der Betrachtungen.
    Vor vielen Jahren kam mir mal eine Geschichte zu Ohren, welche sich an der Humboldt Universität in Berlin/DDR, anläßlich eines Schah-Besuchs in der DDR zugetragen haben soll.
    Bei dieser Gelegenheit kam es an der dortigen Uni zu aufgeregten Diskussionen, besonders seitens vieler Studenten, über den zu „großen Hof“, den man dem Schah von Persien (US-Marionette seit 1952!) in der sozialistischen DDR machte.
    Irgend wann soll dann ein ziemlich entnervter SED-Sekretär den Studenden folgende, rein metaphorische Frage, zugerufen haben: „Woher sollen wir denn unser Erdöl beziehen?“ !

    Abhängigkeiten……..

  24. rheinlaender schreibt:

    Die ganzen verfaulten Orangenrevolutionen liefen / laufen spätestens seit dem II.Weltkrieg immer gleich ab. Der Westen initiiert, finanziert und plant minutiös den Untergang nichtimperialistischer Staaten. Bezahlter menschlicher Abschaum führt die DEMOS an. Sogenannte intellektuelle Gutmenschen machen unter verlogenen Phrasen mit, um sich ein paar Pöstchen im neuen AMI Kapitalismus zu sichern. Ein starker Staat würde diese Lumpen kennen und sofort ausschalten (Kuba / Nord Korea oder China am Bespiel der CIA Aktionen am Friedensplatz). Objektiv gibt / gab es unzählige Möglichkeiten diese GEKAUFTEN Demos relativ friedlich durch Agent Provokateur, Gegendemos zu zerstören oder in die antiimperialistische Richtung zu kanalisieren.

    AABBEERR im Fall DDR 1989 oder 2013/2014 Ukraine haben auch die einheimischen staatlichen Organe ganz oben signalisiert, WIR geben auf und ergeben uns dem Westen und man darf NICHT auf diese vom Imperialismus bezahlten Verbrecher schießen. Na ja, Erich Honnecker hat in seinen letzten Buch super deutlich beschrieben, wie der USA Kriecher Gorbatschow die DDR nach übelster Gutsherrenart ausplünderte und befehligte. Aber KEINER, auch Kommunisten, fragt nach der Rolle des Volkes. Frage: Müsste ein kommunistisches oder antiimperialistisches Volk auch ohne Führung in der Lage sein, sich gegen diese Kriegstreiber zu wehrem ? Oder brauchen die immer ein paar Gurus und Chefs, die sagen wo es langgeht? Ist es wirklich so schwer Konterrevoluion und imperialistische Kriegstreiber zu erkennen? Wäre es zuviel verlangt gewesen, Erich Honecker aus dem Knast zu befreien?

  25. Inson schreibt:

    „Proletarische Revolutionen dagegen, wie die des neunzehnten Jahrhunderts, kritisieren beständig sich selbst, unterbrechen sich fortwährend in ihrem eignen Lauf, kommen auf das scheinbar Vollbrachte zurück, um es wieder von neuem anzufangen, verhöhnen grausam-gründlich die Halbheiten, Schwächen und Erbärmlichkeiten ihrer ersten Versuche, scheinen ihren Gegner nur niederzuwerfen, damit er neue Kräfte aus der Erde sauge und sich riesenhafter ihnen gegenüber wieder aufrichte, schrecken stets von neuem zurück vor der unbestimmten Ungeheuerlichkeit ihrer eigenen Zwecke, bis die Situation geschaffen ist, die jede Umkehr unmöglich macht, und die Verhältnisse selbst rufen

    Hic Rhodus, hic salta!
    Hier ist die Rose, hier tanze!“
    (Karl Marx „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“)

  26. Lissy schreibt:

    Hallo Leute, irgendwie seid Ihr realitätsfremd. Das Volk, diese proletarische Suppe, will, dass es ihm gut geht (ich gehöre übrigens auch zum Proletariat). Das Volk will billig tanken, Action- und Pornofilme (da brauch man nicht nachzudenken) schauen, Urlaubsreisen in südliche Gefilde machen, shoppen bis zum Abwinken. Das herrschende System ist denen egal, Hauptsache es geht ihm gut. Und die von Euch so beschworene Gegenrevolution aus dem Volk wird niemals stattfinden, solange es keine Anführer mit Intellekt gibt, die sich an die Spitze des Volkes stellen. Kluge Leute wie Lenin, Stalin, Fidel Castro und Che Guevara – die haben sich für das Volk aufgeopfert – gibt es nicht mehr und wird es nicht wieder geben. Glaubt mir, ich schreibe Euch das aus Erfahrung – meine Bekannten und Verwandten denken so. Die interessiert keine Ukraine und kein Syrien – frei nach dem Slogan „Uns geht es doch gut!!“

    • sascha313 schreibt:

      Lissy, schön, daß Du Dich zu Wort meldest. In der Ukraine sieht man genau das bestätigt, was Du auch schreibst: die Menschen im Donbass wollten nämlich das gleiche! Sie wollten friedlich leben. Und in Syrien übrigens auch! Oder im Gaza-Streifen. Nun kann man sagen: Pech gehabt!

      Weißt Du, was die nämlich jetzt machen? Die hauen massenweise ab, verlassen fluchtartig ihre Heimat! Meinst Du nicht, daß die nicht auch lieber dageblieben wären? So wie wir? Wer hätte denn gedacht, daß es in Syrien Krieg gibt? Oder im Irak, in Libyen? Wer hätte gedacht, daß Slawjansk bombardiert wird, he? Oder daß in Odessa Menschen verbrannt werden? Alles schön und gut, aber was geschieht, wenn alle Menschen alle fünfe gerade sein lassen – so wie es hier ist?

      Starikow aus Moskau hat mal einen klugen Satz gesagt: „Als Deutschland uns angegriffen hatte, hätten wir uns ergeben können. Der deutsche Botschafter kam dann, um die Note bezüglich des Krieges zu überreichen. Aber erst nachdem bereits Kriegshandlungen begonnen hatten. Und da hätten wir ihm direkt sagen können, wir ergeben uns. Und so hätte der Krieg beinahe nicht stattgefunden. Wie kann man denn einen Krieg vermeiden, wenn Sie angegriffen werden? Das geht nicht!“ (Nikolai Starikow: Frieden mit den Imperialisten ist unmöglich!)

      Du kannst Dich raushalten, wir alle könnten das tun! Aber was glaubst Du, warum wir das hier eben nicht tun???

      • Lissy schreibt:

        Lieber Sascha,
        zuerst einmal Hochachtung vor Deiner Arbeit. Ich lese sehr oft auf Deiner Internetseite und habe sehr viel gelernt über die Person Stalins. Übrigens habe ich nie geglaubt, dass er für die Ermordung von Millionen Menschen allein verantwortlich war. Aber in meinem Kommentar wollte ich auf den geistigen und moralischen Zustand der Mehrheit des deutschen Volkes (und nicht nur des deutschen Volkes) hinweisen. Den Leuten geht es hier einfach noch zu gut, darum geht niemand auf die Straße. Erst wenn es den Leuten so richtig dreckig geht, werden sie munter. Dann ist es zu spät. Hochachtung vor den Leuten aus Slawjansk und Donezk, die ihre Möbel aus der Wohnung holten und Barrikaden bauten, das würde hier keiner machen. Ich bleibe Deiner Seite weiterhin treu.

  27. sascha313 schreibt:

    Lissy, danke für Dein Kompliment. Man kann auch aus den Diskussionen unheimlich viel lernen. Ich weiß nicht, ob es den Leuten erst dreckig gehen muß, damit sie „aufwachen“ und Widerstand leisten. Oder ob es erst ein paar Tote geben muß… Fakt ist, daß von allein nur wenige draufkommen, sich zu widersetzen, wenn sie unterdrückt werden. Meist wird nur diskutiert und dann gibt es dafür passende „Deeskalationsstrategien“ und individelle „Entspannungstechniken“. Es mag wohl hier und da ein paar Streiks geben (Piloten, Amazon, Lokführer), aber das sind alles keine politischen Erscheinungen, denen geht es ums Geld, um den Urlaub, um Gratifikationen oder so etwas.

    Und diejenigen, die kapiert haben, daß da der Kapitalismus schuld ist (und nicht ihre Firma), die haben Schwierigkeiten sich zu einigen und sich zusamenzuschließen. Nun muß man auch sagen, daß einige Kommunisten (oder sagen wir besser „Linke“) längst vom Kommunismus abgewichen sind (wie Linkspartei, DKP, MLPD usw.) – sie sind keine Kommunisten mehr -, und daß die anderen kaum eine Stimme haben, wohl aber auch heftigst bekämpft werden. Dazu zählen solche Falschmeldungen wie die über Stalin, über Katyn und über die Sowjetunion (z.B. Nichtangriffsvertrag), lügenhafte „Dokumentarfilme“ oder politische Texte. Auch solche Geschichtsfälscher wie Kurt Pätzold, Werner Röhr, Losurdo usw. zählen dazu: sie verleumden die Marxisten-Leninisten – und insbesondere eben auch Stalin. Da den richtigen Weg zu finden, ist nicht immer leicht!

    Also, was bleibt? Man muß den Marxismus-Leninismus studieren. Man muß Stalin studieren. Man muß lernen, selbst ein Gefühl zu entwickeln, kritisch zu sein, und immer erst gucken, woher stammt das? Aus kommunistischen Quellen oder aus der Giftküche der Feinde der Arbeiterklasse. Und dann muß man mit den Leuten reden! Mit den Arbeitern, den Lohnempfängern, den einfachen Menschen, die auch zuhören, und die Fragen stellen… (Mit den anderen zu diskutieren, hat keinen Zweck!)

    • Wurzelzwerg schreibt:

      Danke, Sascha, du weißt gar nicht, was du mir mit diesem Kommentar Gutes angetan hast. Du rechnest nämlich auch Losurdo (Stalin) und Pätzold (Nichtangriffsvertrag) zu den Geschichtsfälschern, und ich dachte schon, ich verstehe da irgendwas nicht, ich musste mich auf mein bisschen Wissen und auf meine Intuition verlassen, um zu derselben Schlussfolgerung zu kommen. Es gibt ja auch kaum jemand, mit dem man darüber reden kann. Das ist ja das Elend, dass unter uns eine solche Verwirrung herrscht und man einen Kompass braucht, um sich nicht zu verlaufen.

      • sascha313 schreibt:

        Ja, weißt Du, es gibt da schon komische Situationen: Wo sich Pätzold gegen die Angriffe der Zionisten wehrt, hat er völlig recht. Und das macht er nicht schlecht. Wo er aber gegen Stalin polemisiert, wird er zum Antikommunisten. Ist das nicht verrückt? Da hilft nur eins: nochmal den père Marx studieren, und Lenin und Stalin… und freilich auch Gossweiler🙂

  28. rheinlaender schreibt:

    Sicher ist es eine völkische Eigenheit, dass der Deutsche nicht auf die Strasse geht oder streikt. Der deutsche Rentner, H4ling oder von Entlassung bedrohte wird lieber gehorsam verhungern, nach Pfandflaschen im Abfalleimer suchen oder gegen Asylanten hetzen,als zu protestieren. Im 10 Jahresvergleich (1990 – 2000) haben Menschen in vergleichbaren Länder -bis auf Japan / Schweiz / Österreich – etwa 10 bis 30 mal mehr gestreikt. Den Protest den ich von BRD Deutschen kenne, wurde immer von Bessergestellten (Arbeiter in Grossbetrieben, öffentlich Bedienstete, Fluglotsen, Ärzten oder auch die kleinbürgerlichen AKW / Stuttgart21 Demos)) getragen, NIE von den Ärmsten. Der Spruch : „Dem Deutschen geht es noch zu gut“ ist durch die Realität widerlegt und mir höchst suspekt. Hatte aber auch gute ältere DDR Genossen kennengelernt, die an diesen Spruch glauben. Meine Meinung: Während es in Italien schon Massendemos gab, weil Berlusconi NUR ankündigte, die Reichen steuerlich zu entlasten . Will der Deutsche eine langfristige Perspektive sehen. ER will genau wissen, was der Protest bringt, und ob es hinterher wirklich besser oder noch schlimmer wird. Man hatte ja 1996 in Bonn mit 300.000 erfolgreich gegen Kohl demonstriert. Aber hatte danach mit RotGrün den Startschuss für KRIEGSEINSÄTZE UND DEN GRÖSSTEN GESCHICHTLICHEN Umverteilungsraub.

  29. Inson schreibt:

    @Kussaw

    Wenn es dir damit besser geht, bitte, bezeichne mich ruhig als Verräter. Aber wenn man sich mit den heutigen Erkenntnissen, Restauration des Kapitalismus auf dem Boden der DDR, Erstarken des deutschen Imperialismus, mittlerweile in die Millionen gehende Zahl von Toten bei mit deutscher Unterstützung geführten Kriegen, immer noch einer „friedlichen“ Konterrevolution rühmt, dann tut es mir leid. Sie war es auch damals nicht, denn die vielen Selbstmorde und die Vernichtung der ökonomischen Existenz in unseren Reihen, von den Urteilen der Klassenjustiz der BRD ganz zu schweigen, vermag ich nicht als „friedlich“ zu bezeichnen.
    Ich halte das ganze Gerede davon für einen untauglichen Versuch der Konterrevolution irgendetwas Positives (was völlig lächerlich ist) abzugewinnen, um vor der Geschichte und vor sich selbst besser dazustehen.
    Sollten wir nochmals eine Chance bekommen, was ja nicht so sicher ist,denn lt. Marx ist die Arbeiterklasse entweder revolutionär oder nichts, dann war unser „Versuch“ nur der erste Anlauf. Wenn nicht, war der Sozialismus der letzte Versuch die Menschheit vor dem Untergang zu bewahren!

  30. sascha313 schreibt:

    Anmerkung: Da hier jeder die Möglichkeit hat, seinen Kommentar anonym abzugeben, was durchaus ein Vorteil ist und vor Nachstellungen schützt, bitte ich doch die Kommentatoren um gegenseitigen Respekt. Auch wenn hier manchmal Gegensätze aufeinandertreffen (was aufgrund der unterschiedlichen Biografien nicht zu vermeiden ist!), aber Beleidigungen (ich will keine Namen nennen!), Unterstellungen und Belehrungen von oben herab sind hier deplaziert. Wenn wir eine offene Diskussion wollen – und davon gehe ich mal aus – dann muß es doch möglich sein, sachlich miteinander umzugehen, oder? Also seid so freundlich und prüft Eure Wortwahl…

  31. kussaw schreibt:

    Hallo Inson und Vorfinder,

    mir liegt es fern euch persönlich anzugreifen, aber eure Reaktion auf meine – zugegebenermaßen provokativen – Äußerungen, finde ich sehr interessant.

    Wir alle haben z.B. zugelassen, dass die Staatsorgane der DDR nacheinander „filetiert“ wurden.

    Inson, ihr wart die Ersten, kurz danach waren wir Grenzer dran. All die menschlich zu verstehenden Reaktionen ehemaliger MA der Verwaltung 2000 bei den GT „unterzuschlüpfen“ waren trotzdem verwunderlich. Wieder nur subjektives Erleben vor und nach dem Spätherbst 89, deshalb kaum erwähnenswert. Eigentlich habe ich nur auf den Vorwurf des „Verrats“ reagieren, u.a. deine Reaktion sehen wollen, wenn du selbst mit diesem Vorwurf konfrontiert wirst. Denn auch für dich war sonnenklar, dass nur ein militärisches Eingreifen die DDR hätte retten können … Ich weiss nicht Inson, inwieweit du persönlich vor einer solch absoluten Entscheidung gestanden hast, auf Menschen zu schiessen, ich habe diese Entscheidung treffen müssen …

    Vorfinder, wenn ich richtig rechne, bist du gerade einmal 3 Jahre älter als ich.Du beschreibst recht schlüssig deinen politischen Werdegang. Und erwartest nun, dass alle zu den selben Erkenntnissen kommen mussten, wie du selbst? Ich habe nie in meinem Leben Schriften von Walter Ulbricht gelesen, Stalin nur am Rande , aus Neugier. Mir ging es im Übrigen nicht darum, euch zu unterstellen, ihr hättet vom Humanismus der Streitkräfte keine Ahnung gehabt. Viel mehr geht es darum, dass Militär sich nicht „einfach so“ gegen seinen Staat wendet, die internen Hierarchien verlangen wenigstens eine – oder besser mehrere – Persönlichkeiten, die die Führung übernehmen. Das muss kein Militär sein … Daraus kann sich durchaus eine Dynamik entwickeln.

    Ich bitte um Sachlichkeit, nicht mehr und nicht weniger.

    Karsten

    • Inson schreibt:

      @Kussaw

      Die Diskussion beginnt sich im Kreis zu drehen.
      Was hast du erwartet auf deinen Verratsvorwurf? Das ich schmollend das Weite suche? Das ich ähnlich wie du auf die „Offiziersehre“ abstelle und das Ganze „ehrenrührig“ finde? Ich kenne dich nicht und so treffen mich deine Vorwürfe auch nicht!
      Alles Wesentliche habe ich versucht in meinem letzten Beitrag darzulegen.

      @all

      Peter Hacks sagte in einem seiner wunderschönen Gedichte:
      „Die Sowjetmacht, sie schenkte uns das Leben, sie hat uns auch den Todesstoß gegeben!“ Nüchtern betrachtet, stimme ich dieser Aussage zu. Das entscheidende Moment 1989 war die Bereitschaft von Gorbatschow & Co. die DDR preiszugeben.
      Die Führung der DDR hat sich daraufhin entschlossen zu kapitulieren.
      Habt ihr euch mal die Frage gestellt, warum hier auch heute noch kaum die Bereitschaft da ist für seine ureigensten Rechte zu kämpfen? Warum die Menschen so willenlos alles mit sich geschehen lassen? Warum sie ihre eigene Verblödung und Degradierung zum Konsumenten so hinnehmen? Liegt ein Grund nicht auch darin, daß sich kaum jemand dazu bereit fand das auf dem Boden der DDR bereits erreichte zu verteidigen? War das so wenig wert? Hätten wir nicht dafür kämpfen müssen? Hätten wir nicht ein Beispiel geben müssen? Irgendetwas auf das man sich heute berufen könnte? Ich schreibe hier jetzt ganz bewußt nicht von der „Ultima Ratio“ ! Lag beispielsweise eine große Demonstration in Berlin für den Erhalt der DDR so weit außerhalb des Denkbaren? Nichts…nichts…nichts…
      Heute führen wir ein paar Diskussionen und scheinen immer noch nicht begriffen zu haben, was wir aus den Händen gegeben haben. Und die die es begriffen haben resignieren und heulen sich gegenseitig vor wie schön alles war. Mit beidem kann ich wenig anfangen…
      Die DDR ist untergegangen. Ja! War diese Entwicklung zwangsläufig? Nein! Sollten wir uns der DDR rühmen? Ja, wessen denn sonst! Wie tun wir das? Indem wir weiter kämpfen!!!

  32. Vorfinder schreibt:

    Sascha hat zwar eine Ermahnung in die Runde gegeben, und ich gebe ihm meine Zustimmung, die Ermahnung aber bedeutet ja nicht, Falsches stehen zu lassen.

    @Artur
    „Das schlimme am Revisionismus ist ja, dass man nicht sofort erkennt, dass es sich um Antikommunismus handelt. Es werden werden schrittweise auf Katzenfüßen die sozialistischen Prinzipien untergraben. So haben die ehrlichen Kommunisten in der Partei, in der Verwaltung, beim Militär und in den Betrieben es erst erkannt, als der “kapitalistische Tiger” schon beim Springen auf seine Beute war.“

    Das aber eben stimmt doch nicht! Die ganze Historie unser DDR steht dagegen. Der immer wieder herbei gezogene Verräterparteitag der KPdSU (XX .PT) war durch und durch revisionistisch und verräterisch. Wissen wir dies erst aus heutiger Sicht? Nein! Bereits der XXI. PT der KPdSU steuerte gegen den Revisionismus gegen. Gromyko hielt auf dem XXI. PT eine scharfe Kampfesrede, die Chruschtschows revisionistische Zersetzung zumindest eingrenzte. Walter Ulbricht sprach auf diesem PT und unterstützte die Kampflinie u.a. Gromykos.

    Ich habe schon mal darauf verwiesen. Es ist doch nicht vergessen, dass Karl Schirdewan Walter Ulbricht stürzen wollte. War dies kein revisionistischer Putschversuch? Der Gegensatz z.B. zur Tito-Politik war doch völlig von der Auseinandersetzung gegen den Revisionismus der Tito-Leute/Richtung geprägt. Walter Ulbricht hatte da eine klare Abgrenzung. Damals war das ND noch informativ. Die gegensätzlichen Positionen wurden im ND offen abgebildet. Und die Protokolle z.B. des IV. PT der SED (veröffentlicht bei Dietz!) sind in der Frage der Bekämpfung des Revisionismus ebenfalls völlig aufschlussreich.

    Wir sind in unserer PO damals doch oft auf die ersten Jahre und den Richtungsstreit nach dem XX. PT der KPdSU in die Diskussion gekommen. Hat die Geschichte in anderen PO so gar keine Rolle gespielt? Das wäre doch völlig aus der Realität. Zumindest die Materialien unser PT sind doch studiert worden. Nicht erst von Gorbatschow ging die Konterrevolution gegen SU und übrige sozialistische Staaten aus. – Ich wiederhole, da es unumgänglich zu beachten ist, ohne den roten Faden von den Kämpfen gegen den Revisionismus zur Regierungszeit von Walter Ulbricht bis eben zur Tötung der DDR ´89 hat man lediglich Stückwerk und kein geschichtsrichtiges Bild.

    Und ich sage nochmals die Materialien, Tageszeitungen mit umfänglichen Abdurcken, Bücher, Protokolle der Tagungen und PT etc. hatten wir in der DDR zur Verfügung. Und da wurden Auseinandersetzungen zu geführt. Es stimmt einfach nicht, das der Revisionismus als Antikommunismus nicht zu erkennen war.

    Noch eine Anmerkung zu Inson. Ich verstehe durchaus, dass Inson sich und das MfS verraten fühlt. Da widerspreche ich Dir, Karsten (kussaw), wenn Du Inson diesen Vorwurf absprichst. Die Frage allerdings ist, auch an das MfS, weshalb der Verrat so einfach gemacht wurde. Mit welchem Spiel der Klassenfeind ´89 final durchkam zeigt ein Studium der politischen Kämpfe des ersten Jahrzehnts in der DDR. Der Imperialismus hat nämlich in seiner Ideologie keine neuen Erfindungen zu bieten – das technisch-mediale Geplärre des Imp. ist zwar wirkungsvoll, ändert aber ja das Wesen des Imperialismus nicht! Diese Kämpfe hatten wir in den 70er und 80er Jahren doch nicht vergessen und die Auseinandersetzung mit dem Revisionismus war fortgesetzt. – Es wäre hier zu lang all die Auseinandersetzungen und Kämpfe der 70er, 80er Jahre aufzulisten. Aber die sind doch wohl noch präsent von u.a. Janka bis Biermann bis sog. Bürgerrechtsbewegungen. Die Auswirkungen der Kämpfe waren Gegenstand unseres Lebens, durchzogen unsere Parteiarbeit. Wenn z.B. Schönfärberei in der Informationspolitik angeprangert wird, kann doch nicht die Frage ausgeblendet werden, auf welches Gift dies zurück ging. Jedenfalls weder auf Stalin noch auf Ulbricht. Mit diesen Fragen hatten wir in der DDR nach Walter Ulbricht durchweg Reibung. Das waren unsere Themen. Wieso einige nun so eine nebulöse Erinnerungs- oder Auffassungslücke haben macht mich baff.

  33. Harry 56 schreibt:

    Liebe Leute, allmählich nimmt die Diskussion hier , ob man der Konterrevolution in der DDR 1989 hätte mit Waffengewalt entgegentreten müssen, abstruse Züge an, weltabgewandt, rein ideologisch verbohert bis schon zum Abwinken.
    Die DDR war Ende 1989 ebenso in ihrer Eigenstaatlichkeit „am Ende“ wie etwa Österreich oder die CSR 1938, mit oder ohne innere Konterrevolution, inneren Verrätern, Überläufern und reinen Opportunisten.(einfach imperialische Macht- und Weltpöitik)
    Nachdem die Grenzen für DDR- „Flüchtlinge“ zunächst seitens der GEKAUFTEN(!) ungarischen „Gulasch-Kommunisten“( im Frühjahr 1989 500 Millionen DM Kreditlinie seitens der BRD von Helmut Kohl höchstpersönlich eingefädelt, vertreten), später der weiteren Grenzöffnung auch seitens der CSSR, was hätten irgend welcher Waffeneinsatz in der DDR noch bewirken sollen?
    Mehr und mehr DDRler, Leute, aus was für persönlichen Motiven auch immer, „flüchteten“ einfach in Richtung aller weit aufgesperrten BRD Staats/Sozial-Schatullen aller Art wie etwa ALG, Renten, Sozialhilfe mit allen damligen drum und dran(kein Heutiges schäbiges HARTZ 4!), oder bloß für einer unangehm gewordenen Lebenspartnerin oder Lebenspartner, sozuagen in die weite Welt des Imperialismus mit allen seinen „Chancen & Möglichkeiten“…….
    Der Sozialismus in der der DDR und dem ganzen übrigen „Ostblock“ war 1989 politisch-moralisch tot, Schnee von gestern, verraten,verkauf, teilweise auch ökonomisch heruntergewirtschaftet.
    Und da hilft keinerlei Jammerei und rückwärtsgewandte Flennerei darüber, dass mit der angeblichen Ermordung Stalins alles schief gelaufen sein soll.
    Das Proletariat ist revolutionär oder nichts, nichts, nichts…., genauso wie schon bei den einstigen Sklaven der Antike.(als die damaligen Sklaven für ihre Freiheit kämften, waren sie wenigstens während dieses Zeitraums KEINE Sklaven mehr)
    Das Proletariat der führenden imperialistischen Schmarotzerstaaten hält seinen imperialistischen modernen BÜRGERLICHEN Sklavenhaltern – warum auch immer, (siehe interssante Gedanken und Einsichen von „Jau…….“!) – die Stange, und DAS ist letztlich auch der wahre Grund für den vorläufigen Untergang des realen Sozialismus, ob mit oder ohne Herumballerei von Inson, Vorfinder & Co anno 1989.
    Liebe Leute, kommt runter auf den Teppich!🙂

    Und „Jau….“, bitte zu Kommentatoren wie Lissy etwas weniger oberlehrerhaft, denn den Stein des Weisen haben wir doch wohl alle noch nich gefunden, oder? ok?

  34. sascha313 schreibt:

    Nur mal nebenbei zu @Artur („das Schlimme am Revisionismus ist, daß man nicht sofort erkennt…“ usw. – also am „modernen“ Revisionismus!) dazu schreibt Kurt Gossweiler:

    Die „modernen“ Revisionisten vom Schlage Chrustschow spielten sich im Gegensatz zu den „alten“ als treue Gefolgsleute, Bewahrer und Wiederhersteller der reinen, unverfälschten Lehre auf -, weil sie anders nicht die geringste Chance gehabt hätten, die Parteiführung in ihre Hände zu bekommen. Sie drapierten ihren Revisionismus als „Rückkehr zum Leninismus“, indem sie Stalin, den Verwirklichter des Leninschen Programms des Aufbaus des Sozialismus, als einen hinstellten, der den Leninismus verfälscht habe und von ihm abgewichen sei, und indem sie ihren revisionistischen Kurswechsel als „Rückkehr zum Leninismus“ und „Wiederherstellung der Leninschen Normen“ ausgaben.

    Die alten Revisionisten der Sozialdemokratie konnten es sich leisten, mehr oder weniger offen zu ihrem Revisionismus zu stehen, während die „modernen“ Revisionisten, um sich der Partei bemächtigen zu können, sich der trickreichen Falschmünzerei bedienen mußten. Daß sie dieses Geschäft so perfekt zu betreiben verstanden, ist einer der Gründe dafür, daß über die Ursachen unserer Niederlage auch zehn Jahre danach noch so große Verwirrung und Unklarheit herrscht.

    (Quelle: https://sascha313.wordpress.com/2014/09/20/kurt-gossweiler-war-der-untergang-des-sozialismus-unvermeidlich/)

    P.S. Und was die ökonomische Analyse betrifft, so wurde darüber mehrfach (Wenzel: was war die DDR wert? u.ä.) geschrieben. Für uns ist es aber m.E. viel wichtiger, sich der Gegenwart zuzuwenden – wie auch schon Harry sagte!

    • Das hört sich fast so an, als ob die „moderNDen“ Revisionisten vom Schlage Chrustschows meinen Taschenbuchratgeber „Wie unterwandere ich meine Partei“ gelesen hätten, was ein Ding der Unmöglichkeit ist, weil ich ja erst ’62 geboren wurde und ich das Buch bisher auch noch nicht geschrieben habe.🙂

      Ich hoffe, mein kleiner Scherz wird von allen mißverstanden, die es mißverstehen sollen, die anderen mögen etwas ernsthafter darüber nachdenken, denn ein Putsch oder einer Revolution ist eine todernste Angelegenheit und bei der Weltrevolution geht es ja im Grunde um überhaupt nichts weniger, als um die Vernichtung des gefährlichsten und abscheulichsten Feindes des Menschen in der Weltgeschichte. Es geht dabei um Leben und Tod von Menschen und letztlich im Stadium der Geschichte, das wir bisher als gesamte Menschheit erreicht haben, um nicht weniger als ihr Überleben; wenn sich das alles einmal biologisch empirisch angeschaut wird, steht nämlich der Zeiger eigentlich schon auf fünf Minuten nach Zwölf und nicht drei Minuten davor.

      Der Todeskult ist eine wirklich existente Kultur, die im Laufe der Zeit viele Formen angenommen hat. Meist basieren sie auf „christlich-religösen“ Anschauungen, die ihren Ursprung innerhalb der kriminellen Organisation, die vor 1400 Jahren gegründet wurde, haben. Von dort nahm es ihren Verlauf und sie haben ihren „Siegeszug“, einem Zug der Zerstörung der Unterdrückung und Ausbeutung, um die ganze Erde angetreten, der nahezu und in vielen vor allen „westlichen“ Gesellschaften als nahezu komplett bezeichnet werden kann, jedenfalls, was hinsichtlich ihrer „Matrix“ gesagt werden kann, die die Formen vieler menschlicher Gesellschaften von Innen her sublim durchdrungen und verseucht hat.

      Faschismus und der auf dieser „Gedankenwelt“ aufbauende und sich daraus rechtfertigende Kapitalismus ist eine wirklich Realität in dieser Welt und nicht irgendwie ein Nebenrolle in einem Schaustück der Weltbühne.

      Will der Sozialismus/Kommunismus wirklich den Kapitalismus überwinden, sprich ihm seinen Untergang bereiten, ist es unabdingbar, ihm seinen Boden und damit seine Nährstoffe zu entziehen. Diese bezieht er aber aus der Ideenwelt der Todeskultur selbst. Ohne die Auslöschung der dahinter stehenden Großorganisation und der vielen „kleinen“ Anhängsel, aber zumindest sehr kurzfristigen Besetzung ihrer Schaltzentren, um sie aufzulösen, damit nun nicht mehr Blut vergossen wird, als es ohnehin bei der Revolution aufgrund äußerer und innerer Widerstände gibt, kommt es sonst unweigerlich, wie schleichend seit 1953 zum Stillstand und schließlich zum Untergang wie 1989, den nur wenige KPs überstanden haben und noch weniger sozialistische Staaten.

      Zur Zeit sehe ich nur die Volksrepublik Kuba, die aber schneller als wir gucken können, zusammenbrechen kann, weil auch dort, aufgrund äußerlich oktroyierten materiellen „Konsum“ Mangels und einer Jugend, die im Gefühl lebt, denn Anschluss an die moderne Welt verpasst zu haben, die einem die Zukunftsperspektive nimmt, mittlerweile bereits zu viele Kompromisse mit dem Kapitalismus eingegangen wurden, und sich daher schnell eine sowieso vorhandene „Unzufriedenheit“ der katholischen Kreise in einem „Volkszorn“ entladen kann und in nächster Zeit wohl auch wird.

      Bliebe nur noch Nord-Korea. Nun auch dort sterben die Menschen, die noch wissen mit welcher ungeheuerlichen Grausamkeit der Kapitalismus gewütet hat, um ein komplettes Volk auszulöschen. Der Mensch ist aber sehr vergesslich und mit dieser verblassen auch die Erinnerungen, wer Feind, wer Freund ist.

      [Das sieht jeder auch an der BRD, die vom inneren Wesen her, sogar die Nazi-Diktatur übertroffen hat und sich auch mehr und mehr als solche entpuppt, wenn ich die Verhaftungswellen gegen Eltern, die zu bestimmten Themen ihre Kinder nicht der Schulpflicht unterwerfen, Asylanten, die auf Bahnhöfen abgegriffen werden (letzte Woche zwei mal persönlich erlebt … bis auf mich liefen alle vorbei, wie damals als Juden und Kommunisten erst schleichend, aber von Anfang an planmäßig und dann in immer größerer Anzahl verschwanden), die seit drei Jahrzehnten planmäßige, wenn auch heimliche – geschickt getarnte – Euthanasie, 500.000 „Krebs-Toten“ im Jahr von denen nur 200.000 „zugegeben“ werden, obwohl seit über 20 Jahren die meisten „Krebs“-Erkrankungen effektiv und kostengünstig behandelt werden können, die bewusste Nicht-Verhinderung von Alzheimer durch den Verzicht auf Aluminium im Trinkwasser und Lebensmitteln und die Nicht-Behandlung von Parkinson „blaue Pille statt rotes Kuba“, die Überdosierung der gesamten Bevölkerung mit Jod (wohl doch mehr radioaktive Strahlung als zugegeben) und die systematische Vergiftung mit Flour, die schon im Säuglingsalter beginnt ….
      Wenn das kein Orwell 2.0, kein Faschismus ist, der sich mit Rassismus-Doktrin gepaart hat, was dann???]

      Der Feind kam zu den Eingeborenen schon immer mit bunten, glänzenden Perlen, Stoffen und Spiegeln. Mit den Verlockungen auf ständigen Bohnenkaffee-Konsum und der dauernden Verfügbarkeit gelber DIN-Bananen, haben ja viele Menschen-Affen die Errungenschaften selbst einer DDR verlassen, um sich ein Vierteljahrhundert später mit Hartz IV zufrieden geben zu müssen. Die gelobte Freiheit war, wenn diese Leute ehrlich vor sich selber sind, ihre Versklavung. Eine Entvölkerung von mehr als 3,6 Millionen Menschen auf dem Gebiet der DDR und der Abbau von 1,3 Millionen Arbeitsplätze hat stattgefunden – keiner merkt da, was läuft?

      Hier und anders wo, findet der Total-Umbau zum totalitärsten Kapitalismus radikaler und totaler statt als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können. /// „Ich frage euch: Wollt ihr den totalen Kapitalismus? Wollt ihr ihn, wenn nötig, totaler und radikaler, als wir ihn uns heute überhaupt erst vorstellen können?“ Und wie immer schreit die verblödete und irre geleitete Masse „Sieg Heil! Läuft sehend in ihren Untergang, während hier weiter über irgendwelchen internen Firlefanz gestritten wird, was da alles an Kleinigkeiten – wie in einem katholischen Beichtstuhl ausgeforscht wird – schief gegangen ist oder wohl schief gelaufen worden sein könnte. Nach 25 Jahre sollte das endlich klar sein und als Schnee von Gestern zu den vergilbten Stasi-Akten gelegt werden!!! Oder wie es ein großer Klassenfeind einst sagte: „Was interessiert mich mein Geschwätz von Gestern?“ (Adenauer)

      Entweder Revolution oder Untergang. Freiheit oder Tod sagten die Friesen und sind tot, weil sie die Sklaverei trotzdem wählten, die der religiösen Verknechtung.

  35. Harry 56 schreibt:

    Hallo Vorfinder, wir müssen uns doch immer an die Tatsachen halten, und zu denen gehören immer auch ökonomisch-politische Machtverhältnisse!
    Dass die DDR mit ihrer Eigenstaatlichkeit 1989 „am Ende“ war, habe ich ganz bewusst mit Gänsefüßchen versehen, weshalb ich ja auch gleich noch Parallelen zu 1938 zog.
    Weder die DDR 1989 noch die CSR und Österreich 1938 verschwanden allein aufgrund von Konterrevolutionen oder dem Wirken von „Fünften Kolonnen“ von der Landkarte Europas.
    In allen drei Fällen waren auswärtige mächtige imperialistische Interessen und Mächte am Werke, welche alle diese Szenarien letztlich mit möglich machten.
    Hitlerdeutschland konnte sich damals auf die Rückendeckung von Frankreich und vor allem Großbritannien verlassen (Münchener Abkommen!), die BRD sogar auf die mächtigen USA und dem gesamten kapitalistischen Teil Europas, ALLE unterstützten BONN in senem Vorhaben zwecks Liquidierung der DDR.
    Und da die DDR ab 1989 plötzlich keine Verbündeten mehr hatte, war sie genau so verloren als eigenstaatliches Gebilde wie im Jahre 1938 die CSR und Österreich ohne die Unterstützung seitens der Westmächte und in deren Gefolge auch noch der UDSSR. (Die CSR hatte bekanntlich militärische Beistandspakte mit Frankreich und der UDSSR abgeschlossen.Aufgrund fehlender Unterstützung durch Großbritannien trat Frankreich von diesem Beistandsvertrag zurück, und in deren Gefolge später auch die UDSSR, so dass die CSR am Ende mutterseelenallein in Hitlers Angesicht schauen musste))
    Wie stand nun die DDR 1989 plötzlich da?
    Allein, verlassen, sowohl von allen ehemaligen Verbündeten und natürlich allen kapitalistischen Ländern zum Abschuß freigegeben.
    Offene Grenzen zum NATO Gebiet ab Sommer 1989: Bereits am 9.November, dem Tag der Grenzöffnung nach West-Berlin und der BRD, hatten bereits um die 50 000 DDR-Bürger die Flucht in die BRD vollzogen, darunter über 7000 Menschen aus dem Gesundheitswesen, unter diesen schon etwa 1300 Ärzte.
    Ende Januar war die Wirtschaftsleistung der DDR laut DDR-Angaben bereits um 5% zurückgegangen, und so lief es einfach weiter und weiter…., die gekauften und manipulierten „freien (Kohl)Wahlen“ am 18.März 1990….
    Weder Auslandschulden noch politisierende Pfarrer und sonstige DDR-CIA/Kirchenleute haben die DDR vernichtet, es waren vor allem die von BONN angelockten DDR-Flüchtlinge, welche mit ihrer Flucht die Wirtschaft der DDR und damit die gesamte Gesellschaft zunehmend schwerstens beeinträchtigten, für Bonn im Grunde den Rammbock gegen die DDR abgaben.
    Was für einen Sinn hätte es unter diesen Umständen noch haben sollen, zu einem bewaffneten Kampf gegen die einheimischen Feinde und Helfershelfer Bonns aufzurufen?
    Wie viele Leute hätten denn damals solchen Aufrufen überhaupt Folge geleistet?
    Ein Großteil der Jugend der DDR, ebenso ein Großteil der Arbeiter und Bauern waren für den Sozialismus doch vorerst verloren.
    Gegen eine Konterrevolution muss von Anbeginn, im Grunde zumindest im Sozialismus, permanent gekämft werden, ihr keinerlei Schlupfwinkel ind Entfaltungsmöglichkeiten bieten, egal unter welchen politischen oder religiösen Mäntelchen sie aufzutreten versucht.
    Und warum geschah dies nicht? Das haben Kurt Gossweiler und andere ja schon längst herausgefunden: Falsche Weichenstellungen in fast allen sozialistischen Staaten schon lange Zeit zuvor, politisch, ökonomisch, kulturell und natürlich auch ideologisch.
    Und selbst wenn es gelungen wäre, zumindest in der DDR den Sozialismus zu verteidigen, wie hätte dieser denn anschließend ohne jegliche verbündete sozialitische Staaten in Europa überhaupt existieren können, völlig isoliert und umzingelt in einem komplett kapitalistischen Europa?
    Auch darüber sollten viele mal nachdenken!
    Nichts für ungut, aber Fakten, Fakten, Fakten – und daraus nüchterne vernünftige Schlußfolgerungen.
    Ich denke natürlich ebenfalls, dass es in einem neuen zukünftigen sozialistischen Deutschland und Europa eine Menge Dinge geben könnte, welche in der DDR und anderen sozialistischen Ländern sich über einige Jahrzehnte durchaus gut bewährt haben.
    Das Rad muss auch in puncto Sozialismus ganz gewiss nicht nochmals erfunden werden.

    • Major Tom schreibt:

      Du hast Dich (uns) gerade auf die materialistische Grundlage der dem Sozialismus zugrunde liegenden Weltanschauung besonnen…….

  36. Harry 56 schreibt:

    Wie kann man eigentlich Revisionisten, also „Linke“ und ähnliche schein-marxistische bürgerliche Schwätzer relativ leicht erkennen?
    Ganz einfach: An ihrem ewigen abstrakt-bürgerlichen Jargon!

    Dieser ist noch ein Relikt aus den Tagen der bürgerlichen Aufklärung des 17. und vor allem des 18.Jahrhunderts.
    In diesem Geiste oder Karl Marx: „Die Sprache ist der unmittelbare Ausdruck des Gedankens“ verharren alle bürgerlichen und/oder einfach verbürgerlichten Insassen dieser bürgerlichen Klassengesellschaft, ob oben oder unten
    Von diesen Leuten hören wir dann ständig z.B. von Menschheit, aktuell gern gleich von Rettung der Menschheit, Völkern, Nationen, Weltfrieden, Völkerverständigung, Friedenserhaltung, internationaler Gemeinschaft, internationaler Zusammenarbeit, vorteilshaften gegenseitigen Beziehungen und so weiter und so fort…….
    Bei diesen abstrakt-bürgerlichen Worthülsen verschwindet natürlich jeglicher Klassenstandpunkt, verwischen sich alle realen Unterschiede zwischen den Menschen auf dieser Erde, so das alle Welt ihnen gern und gleich zustimmen kann, ob arm ob reich, Ausbeuter und Ausgebeutete, Herren und Knechte, Lakaienseelen und Mitläufer aller Art, da kommt doch Freude auf.
    Dass die große Masse aller Menschen dieser Welt keinerlei Einfluß auf Krieg oder Frieden, Reichtum und Armut, die Lenkung der Wirtschaft hat, dass nur ein sehr kleiner Teil der „Menschheit“ so ziemlich über alles unter sich verhandelt und bestimmt, dass alles geht bei diesem Jargon völlig unter.
    Man achte also einfach auf die Sprache.

  37. Mann weiß ja nie … wann die das sperren oder ich verhaftet werde
    http://seidenmacher.wordpress.com/2014/10/16/aufruf-zum-umsturz-der-brd/
    Ein Volk, ein Reich, eine Wahrheit
    Aufruf zum Umsturz der BRD

    Im Jahre des Herrn Anno Domini 2014, 16. Oktober |
    von Georg Löding

    Ich bin ein Anti-Zionist, das heißt, ich habe keinen Sex mit Nazis, weder mit BRAUNEN Arschlöchern, noch mit GRÜNEN Äpfeln hinter den Ohren vom BRAUNEN Baum, auch BUNTE, GELBE, ROTE oder SCHWARZE Nazis meide ich. Schwule Kinderficker sowieso. Und das ist GUT SO! Wer Frauen schlägt, ist ein Schwein, ein dreckiges. Und wer die Fremden hasst und die in unserem Land Schutz suchenden Menschen, den ihnen zustehenden Platz von viereinhalb Quadratmetern neidet, ist ein Lump und vom Rassenwahn verblendeter Vollposten.
    Wer anordnet oder dem abscheulichen Befehl, anderen Menschen die Kinder zu entführen, Gehorsam leistet, ist ein geistesgestörter, aber dennoch schwerst krimineller Verbrecher. Keinem Gesetz der Welt ist der Mensch unterworfen, dass ihn auf die Handlung einer Straftat verpflichtet. Mord ist Mord und Entführung ist Entführung auch dann, wenn sie von „Oben“ oder einem Vorgesetzten angeordnet oder befohlen werden. Wir sind nicht mehr im Dritten Reich, auch wenn sich viele ein solches zurückwünschen. Wir leben nämlich in einer faschistischen Kapitalismus-Diktatur, die ist doch für alle viel besser, oder? „Geld regiert die Welt,“ dem hat sich der kranke Deutsche unterzuordnen. So ist das nun einmal auch viel besser für dich, für mich, eben für alle.
    Das nennt sich Totalitarismus, Meinungen und Vorstellungen herrschen und nicht das Menschenrecht oder die Achtung vor der Würde und dem Leben eines jeden Menschen. Die Meinung herrscht, daß dem Kapitalismus auch nur irgendetwas Gutes anhaften könnte. Es wird gemeint der Kapitalismus hätte auch nur irgendetwas mit einer gesellschaftlichen positiven Entwicklung oder mit dem Wohlstand der Völker zu tun, der doch gar kein Wohlstand ist, sondern lediglich der Konsum und die Anhäufung von Dingen, die kein Mensch benötigt und der auf Kosten des Elends der Armen erwirtschaftet wird, die wertloses Schuldgeld als Bestechung erhalten, wenn sie sich weiterhin ruhig verhalten, während gewalttätige Räuberbanden die Rohstoffe und Ressourcen ihrer Heimat ausplündern, und ihre kriminellen Vereinigungen, die sie mafiös strukturiert haben, Deutschland zur Drehscheibe des Internationalen Schlepperwesens und eines florierenden Menschenhandels gemacht haben, damit auch ja die Bordellen von Flensburg bis nach Garmisch-Patenkirchen immer genügend Sklavinnen zum Ficken anbieten können. Schließlich sind wir ein freies Land, indem die Demokratie und das Recht etabliert wurden, sagen unsere Politiker, Abgeordneten und Richter, weil die ja an Märchen glauben müssen, schließlich werden sie vom Kapitalismus dafür bezahlt, dass sie uns die Lügen auftischen und nicht reinen Wein einschenken. Und da die Kirchen zu allem ihren Segen durch ein wohl studiertes Schweigen dazu geben, kann es sich nur um Wahrheit handeln, keineswegs aber um einen Irrweg, auf dem sich ein ganzes Volk mit seinem Todeskult befindet.
    Juden, Christen, Kommunisten und Muslime stehen dem von Natur aus und ihrem ganzen Wesen nach entgegen. Juden, Christen und Muslime aufgrund ihrer Religion und Kommunisten aufgrund ihrer Erkenntnis-Philosophischen Wissenschaft, die atheistisch sein muss. Und stimmen sie auch in einer großen Anzahl von Einzelthemen gar nicht überein, so ist ihnen doch eines absolut gemeinsam: Religion und Kommunismus sind von ihrem Wesen her immer Anti-Kapitalismus, denn Religion kann nur antikapitalistisch sein und der Kommunismus ist es, wenn auch aufgrund einer vollkommen anderen, nämlich wissenschaftlichen Grundlage, weil eben Religion sowenig einer Wissenschaft bedarf, wie die Wissenschaft irgendeine Gottheit.
    Religion geht vom Sein aus: „Das Sein ist.“ Das tut der Kommunismus auch: „Das Sein ist.“ In der Religion bestimmt die eine Gottheit alles Sein. Im Kommunismus bestimmt dieses „das Sein ist“ das Bewusstsein. Logisch kann daraus keine Widerspruch konstruiert werden. Denn wenn eine Gottheit das Sein bestimmt, bestimmt dieses Sein folgerichtig das Bewusstsein. „Die Henne ward zuerst, dann kam das Ei.“ „Aus dem „das Sein ist“, geht ein Sein hervor.“
    Wenn „ich mir selber gehöre“, wie der größte aller Propheten und Philosophen des Abendlandes Friedrich Nietzsche richtig und wahrheitsgemäß festgestellt hat, so sagt dies ja nicht, das ich persönlich nicht darauf vertrauen könnte, daß dieses „das Sein ist“ von Gott bestimmt ist, weil ich nun einmal darauf vertraue, daß dieses „das Sein ist“ von Gott bestimmt ist, also ich darauf vertraue, daß Gott mein Sein bestimmt hat, indem „ich mir selber gehöre“, weil ich ja Sein bin und zwar ein Gutes Sein und nicht ein Böses, wie der Todeskult behauptet, indem er da lehrt, daß „der Mensch als schuldiges Sein ins Dasein tritt und von dieser Schuld Erlösung bräuchte“ – natürlich vermittelst des Todeskultes selbst an seine Erfindung eines vermittelnden Erlösers – vermittelt also durch den Todeskult, der einem diesen Wahn Jahrhunderte lang ins Hirn geschissen hat.
    Der Kapitalismus ist ein böses Sein, dem nichts Gutes anhaftet. Weder ist er etwas gutes, noch hat er etwas Gutes. Sein Ursprung ist der Todeskult. Von seinem bösen Wesen her, kann er also nur das gute Sein verderben, während das Gute Sein ihn nicht besser machen kann. Er gebraucht also die guten Menschen und alle ihre guten Eigenschaften und Fähigkeiten, alles Gute Sein zu verderben.
    Damit habe ich nun so hinreichend, wie nötig und so knapp, wie möglich, dargelegt, dass ich ein Anti-Zionist und Anti-Kapitalist bin, womit ich mich auch gleichzeitig als Anti-Rassist und Anti-Nazi offenbart habe.
    Wegen der hier herrschenden Kapitalismus-Diktatur steuert Deutschland, steuert das Deutsche Volk und mit ihm alle Bewohner unseres Landes und darüber hinaus alle Völker Europas unaufhaltsam auf den Großen Krieg zu, der zunächst ein Krieg der Wahnsinnigen mit Russland ist, wenn Deutschland, wenn das Deutsche Volk und die in unserem Lande mittlerweile aus allen Herren Ländern kommende Bevölkerung, wieder versagen sollte und den Kapitalismus nicht besiegt. Das heißt, wenn wir die Kapitalisten und ihre Protagonisten in Politik, Kirche, Wirtschaft und Staat, das bedeutet seine Verwaltung, Beamte, Angestellte und Richter, nicht entmachten, ist das Verderben, den der Große Krieg mit sich bringt, das Ende aller Menschen, das Ende der Zivilisation in Europa.
    Der russische Präsident Wladimir Putin sagte in einem Interview mit der serbischen Zeitung POLITIKA am 15. Oktober 2014, daß es nicht nur sinnlos sondern auch gefährlich für die USA und seine europäischen Marionetten ist, Russland zu erpressen und die Auserwählte Nation und ihre Vasallen bedenken sollten, welche inhärent innewohnenden Risiken es beherbergt, wenn Länder sich aggressiv streiten, die hoch aufgerüstet mit nuklearen Atomwaffen sind. Putin stellte fest, daß Obama in seiner Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 24. September 2014 eine feindselige Haltung gegenüber Russland eingenommen hat, als Obama Russland als eine der drei Gefahren für die Welt zusammen mit dem Islamischen Staat und Ebola bezeichnete. Wie Präsident Putin weiter ausführte, können die einseitigen Strafaktionen, die gegen Russland durchgeführt werden, eine Krise auslösen; und „sollte dahinter die Absicht Washingtons stecken, unser Land zu isolieren, so ist das ein abenteuerlich absurdes und illusorisches Ziel.“
    Hier einige Zitate aus dem Gespräch mit Präsident Putin:
    „Wie können wir über Deeskalation in der Ukraine zu sprechen, wenn nahezu gleichzeitig mit den Vereinbarungen über den Friedensprozess, Entscheidung über neue Sanktionen beschlossen werden?“
    „Zusammen mit den Sanktionen gegen ganze Sektoren unserer Wirtschaft, kann dieser Ansatz nicht anders als feindlich bezeichnet werden.“
    „Wir hoffen, dass unsere Partner die Vergeblichkeit ihrer Versuche, Russland zu erpressen, einsehen werden, und sich daran erinnern, welche Folgen das Zerwürfnis zwischen den großen nuklearen Atommächten für die strategische Stabilität haben kann.“
    Wenn wir nicht alle durch Kernexplosionen, radioaktive Strahlung und den nuklearen Winter sterben, liegt das allein an der Menschenfreundlichkeit und dem gesunden Menschenverstand – die beide in Washington fehlen – des Präsidenten von Russlands. Paul Craig Roberts, US-Politiker
    Ich rufe daher zum Umsturz gegen die BRD auf.
    Dieser Aufruf richtet sich vor allem an die inneren Streitkräfte der Polizei und die Verteidigungsstreitkräfte der deutschen Armee.
    Ich darf Sie alle an Ihren Eid auf Deutschland und das Deutsche Volk erinnern.
    Diesem haben Sie Gehorsam zu leisten und nicht der BRD, die ein territoriales Sonderregime über Deutschland ausübt.
    Sie sind weder der fremden Staatsmacht der USA noch der Befehlskette der NATO-Angriffs-Streitkräfte unterworfen, sondern allein Ihrem Eid und ihrem Herrn – das ist Ihr eigenes Gewissen.
    Ich rufe dazu auf, die Regierung der BRD zu verhaften.
    Ich rufe dazu auf, die Regierungen der Länder in Deutschland zu verhaften.
    Ich rufe dazu auf, eine provisorische Militärregierung mit dem Schutz und der Fürsorge Deutschlands und aller hier lebenden Menschen zu betrauen.
    Ich rufe dazu auf, dass das Deutsche Militär nicht noch einmal, wie bereits 1933 versagt, und der drohenden Vernichtung wenigstens dieses eine mal konsequent und tapfer entgegentritt.
    Ich rufe zum Generalstreik auf. Ich rufe dazu auf, Banken und Versicherungen zu boykottieren. Ich rufe alle Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die öffentliche Verwaltung zu boykottieren und keine Zahlungen mehr an diese zu leisten.
    22880 Wedel in Schleswig-Holstein,
    im Jahre des Herrn Anno Domini 2014 am 16. Oktober um 8:39 Uhr MESZ
    (Wedel, sechzehnter Oktober zweitausend und vierzehn, acht Uhr neununddreißig MESZ)
    georg löding
    (Georg Löding)

    • sascha313 schreibt:

      Georg, ich hab‘ das Gefühl, daß Du damit wenig Chancen hast. Jedenfalls zur Zeit. Man wird Dich eher für verrückt erklären, auch wenn Deine Beobachtungen nicht ganz verkehrt sind, und Du nicht ganz unrecht hast. – Ich lasse es aber trotzdem mal stehen, weil ich vermute, daß Du nicht der einzige bist, der was verändern will und nur noch nicht weiß wie und mit wem…

      Sieh mal hier: http://sascha313.blog.de/2011/03/15/revolutionaere-situation-10829516/

      • Erst einmal dir, Sascha, Dank, dass du es als Kommentar zugelassen hast.
        „Chancen“ => „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt.“ platt ausgedrückt.
        Bei allem, was mir wichtig war in meinem Leben, bin ich immer davon ausgegangen, dass ich scheitern kann. Aber nicht einmal den Versuch zu unternehmen, etwas zu erreichen, was vielleicht in den Augen der Mehrheit „als verrückt“ angesehen wird, hat mich nicht abgehalten, es dennoch zu wagen. „Klein an Kraft und groß an Schwäche und mit vielerlei Irrtümern behaftet, habe ich – trotz vieler Fehler, die ich meiner eigenen Deppen Doofen Dummheit „verdanke“ – dennoch mehr erreicht und erfahren und gesehen, als ich es mir auch nur in meinen kühnsten Vorstellungen hätte vorstellen WOLLEN.

        Sascha, ich will nichts verändern, schon gar nichts am System. Ich will seine komplette Beseitigung „ohne Wenn und Aber“, ohne Kompromisse, „ohne Rücksicht auf Verluste“ – selbst „zum Preis“ meiner körperlichen Unversehrtheit, ja des eigenen Lebens.

        Dass „Wie“ ist für mich geklärt. Das habe ich in allen für mich denkbaren Variationen tausendmal „durchgespielt“. Und mit „wem“ sollte doch von mir klar und deutlich gemacht worden sein: mit JEDEM, der den Kapitalismus als seinen persönlichen Feind betrachtet, weil er in dieser Zeit einfach „das Böse schlechthin ist“. So, und da kann ich ja hier in der BRD weit und breit gucken und mich umschauen und da bleiben nun nicht die Massen übrig, sondern nur die Kommunisten.

  38. sascha313 schreibt:

    Du bist wahrscheinlich an dem Punkt angelangt, wo man wünschte, daß viele Menschen hinkommen. Es ist eine Gesetzmäßigkeit, daß Anhäufung von Quantität eines Tages zu einem Umschlag in eine neue Qualität führt.

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