Die Abschaffung des Kapitalismus

Kapitalismus

Wie überall zu sehen ist, funktioniert der Kapitalismus nicht mehr so richtig. Flickschusterei an allen Ecken und Enden. Korrekturen, Verbesserungen, allgemeines Wehklagen und Gesundbeterei, wohin man auch schaut. Derweil geht das gemeine Volk der BRD hier friedlich seiner Arbeit nach oder auch nicht, produziert Profite ohne Ende, versucht zu leben oder zu überleben und genießt, anstatt das Übel zu bekämpfen allerorten die großzügig angebotenenen Vergnügungsangebote des bürgerlichen Staates. Warum soll man dem schon nicht mehr zu leugnenden „Tanz auf dem Vulkan“ nun Einhalt gebieten?

Warum soll man darauf aufmerksam machen, warum warnen? Warum Marx zitieren, Lenin oder Stalin? Warum den Sozialismus verteidigen? Ganz einfach! Weil es die Wahrheit ist. Weil der Marxismus-Leninismus eine wissenschaftliche Weltanschauung ist. Und weil die Zeit auf einen Umbruch drängt. Der Kapitalismus ist überreif zu seiner Beseitigung! Und das geht nunmal ohne Marxismus-Leninismus nicht! Die Staatsmaschine  muß zerbrochen werden. Der Schmarotzerauswuchs muß beseitigt werden. Überreif ist auch die Zeit, daß das Privateigentum beseitigt wird. Und mit ihm die zerstörerische Konkurrenz, dieses gegenseitige Kaputtmachen, diese Ellbogengesellschaft, diese mörderische Jagd nach Profit! Wie soll das aber gehen? Das Beispiel der Sowjetunion ab 1917 hat das gezeigt:

Wie war die Lage nach dem Sieg der Oktoberrevolution?

Der Übergang zum friedlichen wirtschaftlichen. Aufbau. Das Sowjetvolk begann den friedlichen Aufbau unter sehr schwie­rigen Umständen. Vier Jahre imperialistischer Krieg und drei Jahre Bürgerkrieg hatten das Land ruiniert. Die Landwirtschaft war in Verfall geraten. Riesige Boden­flächen wurden nicht besät und waren von Unkraut überwuchert. Die Produktion der Landwirtschaft betrug nur etwa die Hälfte der Vorkriegsproduktion. Überdies war damals in vielen Gouvernements (Regierungsbezirken) eine Mißernte zu verzeichnen. Noch schlechter war die Lage der Industrie. Die Kohlen- und Eisenerzgruben waren von den Interventen und Weißgardisten gesprengt und unter Wasser gesetzt worden. Die meisten Fa­briken arbeiteten nicht, da es an Brennstoff und Rohstoffen mangelte. Die Produktion der Großindustrie betrug im Jahre 1920 nur wenig mehr als ein Siebentel der Vorkriegsproduktion. Besonders stark war die Erzeugung der Schwerindustrie ge­sunken. Fast alle Hochöfen und Martinöfen waren erloschen; die Erzeugung von Roheisen betrug 1921 weniger als 3 Prozent des Standes von 1913. Das Verkehrswesen war zerstört.

Die kommunistische Partei organisierte den Wiederaufbau

Der wirtschaftliche Verfall wirkte sich schwer auf die Lage der Werktätigen aus. Der Bevölkerung fehlte das Notwen­digste: Brot. Fett, Fleisch, Schuhwerk, Kleidung, Zündhölzer, Salz, Petroleum, Seife. Die Klassenfeinde des Proletariats waren bemüht, die wirtschaftlichen Schwierigkeiten zum Kampf gegen die Sowjet­macht auszunutzen. In verschiedenen Teilen des Landes organi­sierten sie konterrevolutionäre Putsche. Die Lage des jungen Sowjetstaates war damals sehr schwie­rig. Aber die bolschewistische Partei schreckte vor den Schwie­rigkeiten nicht zurück. Mit fester Hand schlug die Sowjetmacht die kulakisch-weißgardistischen Meutereien nieder; sie ver­mochte es, den Kampf gegen den wirtschaftlichen Verfall er­folgreich zu organisieren. Die Partei rief die Arbeiter und Bau­ern auf, mit allen Kräften an die Wiederherstellung der Volks­wirtschaft zu gehen.

Die Stärkung der Arbeiter- und Bauernmacht

Es war notwendig, ein dauerhaftes und festes wirtschaftliches Bündnis zwischen der Arbeiterklasse und der werktätigen Bau­ernschaft zur Errichtung des Sozialismus zu organisieren. So­lange Krieg geführt worden war, hatte die Bauernschaft zur Verteidigung des Landes gegen die Gutsbesitzer und Kapitalisten – auf dem Wege der Ablieferungspflicht alle Getreide­überschüsse an die Sowjetmacht abgeliefert. Bei Beendigung des Bürgerkrieges, als die drohende Gefahr der Rückkehr der Gutsbesitzer verschwand, begannen die Bauern, Unzufrieden­heit über die Wegnahme aller Getreideüberschüsse, Unzufrie­denheit über die Politik des Kriegskommunismus zu bekunden. In dieser Periode arbeitete die bolschewistische Partei eine neue Stellungnahme zu allen Problemen des Wirtschaftsauf­baus aus. Die Partei und die Sowjetmacht gingen damals von der Politik des Kriegskommunismus zur Neuen Ökonomischen Politik (NÖP) über, die den Aufgaben des friedlichen Aufbaus entsprach.

Ein wirksames Mittel zur Erhöhung der Produktivität

Der X. Parteitag (März 1921) nahm auf Vorschlag Lenins einen Beschluß über die Ersetzung der Ablieferungspflicht durch die Naturalsteuer an. Die Naturalsteuermachte weniger aus als die Abgaben auf Grund der Ablieferungspflicht; die Höhe der Steuer wurde vor der Frühjahrsaussaat festgesetzt. Alles, was nach Entrichtung der Steuer übrigblieb, wurde dem Bauern zu freier Verfügung überlassen, die Freiheit des Han­dels mit diesen Überschüssen wurde ihm gewährleistet. Auf diese Weise weckte die Neue Ökonomische Politik beim Bauern ein wirtschaftliches Interesse. die NÖP führte zur Erhöhung der Produktivität seiner Arbeit, zum Aufschwung der Landwirtschaft.

Vorübergehende Freiheit des Handels und des Unternehmertums

Die staatliche Industrie war damals noch nicht in der Lage, das Dorf mit den notwendigen Waren zu versorgen. Daher wurde den privaten Unternehmern gestattet, kleine Betriebe zu eröffnen.  Lenin erklärte, daß die Freiheit des Handels anfänglich zu einem gewissen Aufleben des Kapitalismus im Lande führen werde. Aber der Aufschwung der Landwirtschaft und die Entwicklung der eozielieüecben Industrie würden die Voraussetzungen für den Übergang zur entschiedenen Offensive gegen die Überreste des Kapitalismus im Lande – mit dem Ziel ihrer Vernichtung – schaffen.

Die Sowjetmacht behielt die „Kommandohöhen“ in der Hand!

Die Feinde der Partei behaupteten, die Neue Ökonomische Politik sei ein Verzicht auf die Errungenschaften der Oktoberrevolution, eine Rückkehr zum Kapitalismus, Lenin und Stalin entlarvten diese erfundenen Behauptungen. Die Sowjetmacht behielt die entscheidenden Positionen – oder, wie man sagt, die „Kommandohöhen“ – der Volkswirtschaft in ihren Händen, das heißt die GroBindustrie, das Verkehrswesen, die Banken, den Grund und Boden, den Binnen- und Außenhandel. Die Neue Ökonomische Politik lieB den Kapitalismus in gewissen Grenzen zu, aber die Sowjetmacht schuf – im Besitz der Kommandohähen – die Voraussetzungen für die spätere völlige Liquidierung des Kapitalismus.

Ein Kampf auf Leben und Tod!

Lenin betonte, daß die NÖP einen verzweifelten Kampf, einen Kampf auf Leben und Tod zwischen Kapitalismus und Sozialismus bedeute. „Wer – wen?“, so stand die Frage. Genosse Stalin sagte, daß die NÖP eine Politik sei, die auf den Sieg der sozialistischen über die kapitalistischen Elemente, auf die Aufhebung der Klassen, auf den Aufbau des Fundaments der sozialistischen Wirtschaft gerichtet sei.  Der Aufbau des Sozialismus rief den wütenden Widerstand der Klassenfeinde des Proletariats – der Kapitalisten, der Spekulanten, der Kulaken – hervor. Die Feinde der Arbeiterklasse genossen die Unterstützung der Weltbourgeoisie, die sich mit allen Mitteln bemühte, den Sowjetstaat zu verleumden, ihn zu schwächen und ihn bei günstiger Gelegenheit zu vernichten.

Verstärkte Sabotageaktionen  der Feinde des Sozialismus

Die gestürzten Ausbeuterklassen und die ausländischen Imperialisten besaßen innerhalb der Partei ihre Agentur in Gestalt der Trotzkisten und Bucharinleute. Diese Agentur des Feindes bemühte sich in jeder Weise, die führende Rolle der Partei im Staate zu untergraben, die Einheit ihrer Reihen zu spalten, die Partei vom Leninschen Wege abzubringen und das Land auf den Weg der Wiederherstellung des Kapitalismus, auf den Weg der Unterwerfung unter die imperialistischen Staaten zu bringen.

Die Festigung der Sowjetmacht war gelungen!

Die Kommunistische Partei und der Sowjetstaat machten alle Machenschaften der Feinde entschlossen zunichte und festigten die politische und wirtschaftliche Macht des Sowjetlandes. Die sozialistischen Elemente der Wirtschaft entwickelten und festigl:en sich in erbittertem Kampf gegen die kapitalistischen Elemente. Schon bald nach der Einführung der NÖP erzielte die Partei einen Aufschwung an der Wirtschaftsfront. Die Betriebe wurden wieder aufgebaut. Das Verkehrswesen begann besser zu arbeiten, die Landwirtschaft machte Fortschritte. Durch die Entwicklung des Warenumsatzes zwischen Stadt und Land festigte die Sowjetmacht das Zusammenwirken zwischen sozialistischer Industrie und Bauernwirtschaft, zwischen der Arbeiterklasse und der Bauernschaft.

Ein schmerzlicher Verlust: Lenins Tod!

Mitten in dieser schöpferischen Arbeit traf die Partei und alle Werktätigen das größte Unglück: Am 21. Januar 1924 starb in Gorki bei Moskau der Begründer und Führer der Partei der Bolschewiki und des Sowjetstaates, Wladimir Iljitsch Lenin. Die Werktätigen der ganzen Welt gaben Lenin, ihrem Vater und Lehrer, ihrem besten Freund und Verteidiger, in tiefster Trauer das letzte Geleit. Die Feinde hofften, daß der Tod Lenins die bolschewistische Partei und den Sowjetstaat schwächen werde, aber diese Hoffnungen erfüllten sich nicht.

Die Arbeiterklasse auf der Seite der kommunistischen Partei!

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Auf den Tod Lenins antwortete die Arbeiterklasse des Sowjetlandes mit einem noch stärkeren Zusammenschluß um die Leninsche Partei. Mehr als 240.000 Arbeiter traten damals in die Reihen der bolschewistischen Partei ein. Das war der fortschrittlichste Teil der Arbeiterklasse, ihr bewußtester, kühnster und diszipliniertester Teil. Das war das Lenin-Aufgebot. Das Lenin-Aufgebot zeigte, wie nahe die bolschewistische Partei den Arbeitermassen ist und wie sehr die Arbeiter die Leninsche Partei liebten. Aufgenommen und weitergetragen wurde das Banner Lenins von Genossen Stalin – dem hervorragenden Schüler und Mitkämpfer Lenins, dem würdigen Nachfolger und großen Fortsetzer seines unsterblichen Werkes.

Quelle:
Lehrbuch für die politischen Grundschulen. Erster Teil. Dietz Verlag, Berlin 1951, S.108-112. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

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4 Antworten zu Die Abschaffung des Kapitalismus

  1. tommmm schreibt:

    ……die führende Rolle der Partei im Staate zu untergraben,…..

    ich bin auf Grund meiner Erfahrungen skeptisch gegenüber der führenden Rolle der Partei…..

    wer war zu DDR Zeiten nicht alles in der Partei……

    • sascha313 schreibt:

      Das kann ich verstehen. Aber dazu muß man sich von irreführenden Vorstellungen einer Partei (im bürgerlichen Sinne) lösen.

      • tommmm schreibt:

        Das ist mir klar. Und ich habe auch keine Lösung, leider……
        Ich dachte spontan an mein Studium, und dann fielen mir ein paar Leute ein, die Montags immer zur Versammlung gingen und sich hinterher wichtig taten. Es waren nicht die „Besten“…..hier war schon klar, dass es um ein Sprungbrett in der Karriere ging…..wenn es wieder so wird….wird es auch wieder genauso enden…..seufz…..irgendwie müsste es mehr in Richtung Räterepublik gehen…denke ich manchmal…

  2. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Solidarische Welt rebloggt und kommentierte:
    Die Abschaffung des Kapitalismus

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