Die finsteren Gestalten im Donbass

Wie offenbar schon seit längerem bekannt ist, gab es in der militärischen Führung der selbsternannten Donezker und Ljugansker „Volksrepublik“ weißgardistische Banditen. Schon seit der Zerschlagung der Sowjetunion treibt sich dort allerlei faschistisches, monarchistisches und weißgardistisches Gesindel herum, das in enger Verbindung mit Exilrussen und den westlichen Geheimdiensten steht. Wie die russische Nachrichtenagentur  RIA nowosti mitteilte, wurden dann auch Kommunisten bei der geplanten Parlamentswahl im November 2014 von der Teilnahme ausgeschlossen. Jetzt bestätigt sich, was Genosse Bortnik schon im August diesen Jahre feststellte: Iwanow und Strelkow als fanatische Antikommunisten bekannt. Sie sind in Wirklichkeit keine Feinde der faschistischen Kiewer Junta, sie sind Agenten westlicher Geheimdienste und damit indirekt mitverantwortlich an Massenmorden der Kiewer Junta an der Bvölkerung in Noworossija. In einem Artikel, der erst jetzt in deutscher Übersetzung vorliegt, schreibt der Blogger kamrad2213

2014 July 31st, 13:31

kio9

Der Gesamtrussische Militärverband (GRMV) kehrt in die Heimat zurück. Baron P.P.Wrangel (rechts) und der offizelle Vertreter des GRMV in Rußland I.B. Iwanow im Jahre 1992.

Die finsteren Gestalten in Noworossija

Irgendwie hat sich gezeigt, daß Strelkow von einer Reihe ganz und gar finsterer Gestalten [1] umgeben ist. Zum Beispiel, Igor Iwanow – wie es sich herausstellte, gehört er zum GRMV. Igor Borissowitsch Iwanow ist der Stabschef der politischen Verwaltung der Landwehr DVR in Donezk. Und der GRMV – das ist der Gesamtrussische Militärverband [2]. Wobei Iwanow nicht nur einfach so dazugehört; er ist seit dem 19. Februar 2004 auch dessen Vorsitzender. Der GRMV wurde von Pjotr Nikolajewitsch Wrangel zur Erhaltung des Stammpotentials der Weißgardisten zwecks der Fortsetzung des Kampfes gegen den Kommunismus geschaffen, als es klar wurde, daß seine Armee mit dem ausländischen Geld nicht weiter existieren kann. Seit dieser Zeit Moment beginnt die Geschichte des völligen Hasses des GRMV auf die UdSSR.

Wer waren die emigrierten Weißgardisten?

Wodurch zeichnet sich diese Organisation aus? Erstens durch die Unterstützung des Faschisten Franco in Spanien. Darüber schreibt Iwanow in einer kurzen historischen Skizze zur Geschichte des GRMV folgendes:

„Aber weder vom paraguayischen, noch vom chinesischen Krieg war die Hauptmasse der Weißen Kämpfer in den Organisationen des GRMV betroffen. Eine ganz andere Stimmung entstand, als General Francisco Franco mit dem Kampf um die Befreiung Spaniens vom Kommunismus begann, und als die sowjetischen Führer dort anfingen, internationale Brigaden zu gründen. (…)
Das Spanien 1936 erinnerte in merkwürdiger Weise an Rußland 1918, nicht nur in der Art Ereignisse, sogar äußerlich. Es waren dieselben roten Fahnen, dieselben entweihten Kirchen, dieselben Kriegskommissare, dasselbe internationale Gesindel, das von allen Kontinenten zusammenkam, sogar dieselben Porträts an den Wänden der Häuser: von Lenin, Trotzki und Stalin…
Bald darauf veröffentlichte General Miller den Rundbrief über die Ordnung zur Aufnahme von Freiwilligen in die Spanische Fremdenlegion. Aber es war nicht einfach, in die Armee Francos kommen. Ein legaler Übertritt der spanisch-französischen Grenze war unmöglich, und so gingen die russischen Weißen Freiwilligen heimlich in kleinen Gruppen über die Grenze.Am 1. April 1939 hatte das nationale Spanien gesiegt, und General Franco würdigte die russische Abteilung in einem Befehl… Die Mehrzahl der russischen Freiwilligen erhielten Tapferkeitsorden. Und General Vock sowie Hauptmann J.T.Poluchin wurden postum mit höchsten spanischen Auszeichnungen geehrt.”

Das ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie konsequenter Antikommunismus zu einer Huldigung des Faschismus führt. Besonders eigenartig lesen sich die Überlegungen über das „internationale Gesindel“ vor dem Hintergrund jener Beschreibung, wie die Weißemigranten des GMVR sich darum rissen, der faschistischen Armee Francos beizutreten. Und noch seltsamer ist es, wenn heute viele den Kampf Noworossijas gegen die Ukraine mit dem Kampf der Kommunisten gegen die Faschisten in Spanien vergleichen.

Weißgardistische Banditen kämpften bei General Franco

Es ist interessant, daß die Spanier über eine solche Hilfe des GMVR zu ihrer „Befreiung“ kaum sehr erfreut gewesen sein dürften. Endlich wurde nun auch in Spanien 2006-2007 per Gesetz die Diktatur Francos verurteilt und man begann mit den Auszahlungen von Kompensationen an die Opfern des Bürgerkrieges und der Franco-Diktatur, mit dem Verbot der Symbolik und den Aufschriften, welche das Franco-Regime verherrlichen, mit dem Abriß der Denkmäler des Francismus, mit der Entfernung der Gedenktafeln und der Umbenennung der Straßen und Plätze, die zur Ehren der Francisten und ihrer Siege in den Jahren des Bürgerkrieges so benannt worden waren.

Wrangels Soldaten – Kollaborateure der Nazis

Eine weitere finstere Seite in der Geschichte GMVR war die Zusammenarbeit mit Hitler. Der Gerechtigkeit halber muß man feststellen, daß nicht alle mit ihm zusammenarbeiteten. Einige kämpften auch auf der Seite der Verbündeten. Aber Igor Iwanow schreibt nicht über sie, sondern über die anderen: „Insbesondere muß man über die Russischen Abteilungen reden, die in Jugoslawien gebildet wurden – die militärischen Verbände bestanden zu 80 Prozent aus Dienstgraden der GMVR …“

Natürlich wurde auch gesagt, aus welchem äußerst edlen Anlaß:
„Diese Initiative wurde angeführt von Generalmajor M.F.Skorodumow. Wohl wissend, daß alle Ausländer Feinde des nationalen Rußland sind, meinte General Skorodumow, daß es ganz gleichgültig ist, von welchem Staat und aus welchem Land man die Waffen bekommt, die für die Wiederherstellung Rußlands gebraucht werden. Aber es gab noch einen anderen Grund, der die russischen Emigranten in Serbien dazu brachte, zu den Waffen zu greifen. Im August 1941 setzte in Jugoslawien der Partisanenkrieg ein unter der Führung der jugoslawischen Kommunisten mit J. Tito.” So bedeckte sich die GMVR durch die Zusammenarbeit mit den deutschen Faschisten im antikommunistischen Dunstkreis für ewig mit Schande.

Der Eid des Russischen Korpus auf den „Führer“

Iwanow versucht, den GMVR weißzuwaschen, indem er erzählt, daß eine der Bedingungen, die Skorodumow gegenüber Deutschland gestellt hatte, darin bestand, daß die Dienstgrade der Abteilungen nicht auf Deutschland und den Führer vereidigt werden, und allein der Kommandeur der Abteilung auf die Gültigkeit des Militärbündnisses schwört. Jedoch schweigt Iwanow darüber, daß im Ergebnis des 29. Januar 1943 die Mannschaften des Gesonderten Russischen Korpus (GRK) [3] die folgt vereidigt wurden: „Ich schwöre vor Gott dem Allmächtigen, daß ich im Kampf gegen die Bolschewiki – die Feinde meines Vaterlandes, dem Führer Deutschlands, Adolf Hitler, unbedingten Gehorsam leisten werde und bereit sein werde, als tapferer Kämpfer zu jeder Zeit mein Leben für diesen Eid zu opfern.“

Shteifon1943

General der Wehrmacht B.A. Steifon schreitet die Front der Soldaten des Russischen Korps ab, die1943 in die Wehrmacht integriert worden waren

Ja, und danach war es schon nicht mehr so furchtbar, sich durch die Zusammenarbeit mit sogenannten „Russischen Befreiungsarmee“ (RBA) Wlassows [4] zu besudeln. Die Soldaten des GRK trugen die Uniform der Wehrmacht mit Ärmelzeichen der RBA. Im September 1944 schloß sich dann dieser Korpus der „Russischen Befreiungsarmee“ des Generals Wlassow an.

Der Russische Korpus und die Wlassow-Banditen

Der Historiker Sergej Tschujew [5] bringt ein Fragment aus den Erinnerungen des Stabs-Rittmeisters des Korpus Sergej Wakar, der es ermöglicht, darüber zu urteilen, welche Rolle und Stellung der Russische Korpus in Beziehung zu den Deutschen hatte: „Irgendwie war einmal ein deutscher Unteroffizier aus der Wirtschaftabteilung des Stabes des Korpus nach Bor gekommen. Werner. Für sein Treffen ließ Oberst Popow den Zug antreten und kommandierte: ‚Zug, stillgestanden! Richt euch, Augen rechts!‘. Und als ich ihn fragte, wieso er als Leutnant der Wehrmacht einen Unteroffizier so empfangen habe, antwortete er mir: ‚Na, wieso denn nicht, er ist doch immerhin ein Deutscher!‘ “

Das alles stört Strelkow nicht, sich lobend und mit Achtung über den Korpus zu äußern (wenn auch mit Vorbehalt, indem er die Anhänger Wlassows kritisiert): „Ich habe mich mehrfach lobend und mit Achtung über den Russischen Korpus in Jugoslawien geäußert. Und ich habe mich auch mehrfach negativ über die ‚Wlassowleute‘ und die übrigen Verräter geäußert, die objektiv auf der Seite der Feinde unseres Landes kämpften (auch als es von den Kommunisten okkupiert war). Gegen einen Feind auf der Seite der anderen zu kämpfen (überhaupt gibt es nichts besseres) – das ist keine Ehre. Aber für viele war das eine Erleichterung oder hervorgerufen von ihrer ausweglosen Situation (was aus der Sicht des Kriegsrechts übrigens überhaupt nicht gerechtfertigt ist). Und nun die Führer – Wlassow und Bunjatschenko (im Unterschied zu, sagen wir mal, dem Oberst Rogoschin oder dem wahren Helden und Ritter der Ehrenlegion Helmut von Pannwitz) und die übrigen Dreckskerle, ich kann sie nicht anders nennen als offene Verräter und Abschaum, weil sie ‚aus ideellen Gründen‘ zu den Deutschen übergelaufen sind und haben sich gefangen gegeben, und noch in der Gefangenschaft haben sie das Land verraten, dem sie treu dienten und geschworen hatten (und dem sie auch weiter gedient hätten, wenn sie nicht in diese Situation gekommen wären, die armen Menschen, wo sie Zehntausende ihrer unglücklichen Untergebenen hätten töten können).“

Die Kriegsverbrechen des Russischen Korpus auf dem Balkan

Für Strelkow ist es unwichtig, was die von ihm verehrten GRK-Soldaten Hitler geschworen hatten. Für ihn sind nur „ideellen Gründe“ wichtig. Und natürlich liefert auch die Passage über Pannwitz nicht den Grund für die Rehabilitierung eines Kriegsverbrechers. Er wütete übrigens dort auf dem Balkan mit seinen Kosaken.
big

Übrigens ist auch Borodaj nach den Worten des Militärhistorikers Boris Julin, der sich damit befaßt hat, ein „Erzfeind der Sowjetunion“, auch wenn er die Wlassowleute „nicht allzu sehr mag“, aber auch er „versucht die Kollaborateure insgesamt zu rechtfertigen“.

Der oberste Militärführer von Noworossija – ein fanatischer Antikommunist

Doch wenden wir uns wieder Iwanow zu. Er geriet schon in der Zeitung „Sutj wremeni“ („Wesen der Zeit“)  [6] bei den ukrainischen Ereignissen ins Blickfeld als ein Vertreter eines fanatischen Antikommunismus: „Damals in Leningrad stand der GRMV gewiß nicht allein, sondern handelte gemeinsam mit dem Volksbund der Werktätigen“ sagte Iwanow kürzlich in „livejournal“, als er sich an den Redakteur der Zeitschrift dieses Volksbundes „Die Saat“, an A.Stamm, erinnerte: „Wir waren Ende 1980 durch die gemeinsame antikommunistische Arbeit in ‚Leningrad‘ fest verbunden.“ Dieser sogenannte „Volksbund der Werktätigen“ ist ebenfalls eine Organisation weißgardistischer Emigranten, die bekanntlich während des Krieges eng mit den Deutschen zusammenarbeitete (und natürlich Wlassow unterstützte), und danach gemeinsam mit westlichen Geheimdiensten an der Zerschlagung der Sowjetunion mitwirkte.

Die unversöhnlichen „Orthodoxen“

Bei solchen Beziehungen ist es nicht verwunderlich, wenn Igor Iwanow die Russisch-Orthodoxe Kirche nicht anerkennt und auf die Russisch-Orthodoxe Auslandskirche orientiert: „Der 7. November, der Tag des bolschwistischen Umsturzes in Petrograd, ist für die Kommunisten der Hauptparteifeiertag. Für ihre sich ewig umstellenden Parteigenossen, die jetzigen Herrscher der Russischen Föderation, eine ‚gewöhnlicher Werktag‘. Für das Nationale Rußland ist es der Tag der Unversöhnlichkeit.(…)
Den Hauptträger der Unversöhnlichkeit wurde die Russisch-Orthodoxe Kirche Auslandskirche und der Gesamtrussische Militärverband (GRMV). Im aufstrebenden Rußland wurde die Katakombenkirche zum klarsten Wortführer der Unversöhnlichkeit.
Die Weißen sind unversöhnlich damit, daß unter dem Schild der «Vereinigungen der Kirche» durch die Geheimdienste der Russischen Föderation und des Moskauer Patriarchen in Wirklichkeit eine politische Operation zur Übernahme und Liquidierung jener Historischen Russisch-Orthodoxen Kirche geschieht, die nach der Vertreibung die Reinheit des orthodoxen Glaubens nach 1917 bewahrte.“

Monarchisten und Hitleranhänger ziehen an einem Strang

Wir sprachen bereits über den Volksbund der Werktätigen, doch zuletzt möchte ich noch auf einen kürzlich geführten Schriftwechsel zwischen dem offenkundigen Volksbund-Anhänger Wolkow und dem ebenso offenkundigen Hitler-Anhänger Jegor Proswirnin hinweisen, der auf der Webseite einer gewissen „Orthodoxen Monarchistischen Zeitschrift“ namens „Schwert und Rohrstock“ veröffentlicht wurde. Wie es aus dieser Korrespondenz hervorgeht, hat der jetzige Gesamtrussische Militärverband (GRMV) zu seinem Original nicht gerade eine Beziehung und eine ganz marginale Struktur, die nicht einmal im Kreis der Monarchisten anerkannt ist. Ob es so ist oder nicht, dafür kann mich nicht verbürgen. Es reicht, wenn Iwanow zu dieser Struktur gehört.

Ich war immer der Meinung, daß es gleichgültig ist, wer Noworossija verteidigt, ob die „Roten“ oder die „Weißen“, wenn sie nur gegen den Faschismus kämpfen. Aber wie können diese Leute gegen die Faschisten kämpfen, wenn ihr Hauptfeind doch der „Kommunismus“ ist, der Rußland in ihrer Vorstellung immer noch vom Kreml aus lenkt, wo doch genau dieser „Kommunismus“ auch der Hauptfeind der ukrainischen Bandera-Faschisten ist?

379711  Nts-logo

Zeitschrift und Symbol der weißgardistischen Emigranten (Exilrussen)

Da schreibt beispielsweise Iwanow in einem Artikel, der in der Volksbund-Zeitschrift „Die Saat“ veröffentlicht wurde, über die nicht gelungene „Entstalinisierung“ von 2011: „Die neue Macht hat nicht wenige Kräfte für die Rettung … der kommunistischen Nomenklatura, für den KGB und für die Erhaltung der hinter diesen zwei Gruppierungen stehenden politischen und finanziellen Machthaber verwandt. Für dieses Ziel hat die führende Elite neue Verbrechen begangen, bis hin zur Aufteilung der Sowjetunion unter die republikanischen Parteicliquen. Mit Hilfe des KGB hat die kommunistische und Komsomolnomenklatura in der Russischen Föderation die abscheulichste, am meisten verdrehte Form des Kapitalismus geschaffen – den tschekistisch-oligarchischen roten Kapitalismus“.

Dieser Gedanke scheint bei Iwanow auch in anderen Texten durch: Rußland befindet sich immer noch unter der Fuchtel des verfluchten KGB. Ist es das, was Iwanow dort in Noworossija bewegt, gegen wen kämpft er eigentlich? Und warum kleben an Strelkow ähnliche Leute?

Quelle:
http://kamrad2213.livejournal.com/192108.html

Anmerkungen:
[1] Siehe hier: http://friend.livejournal.com/1254962.html (russ.)
[2] Gesamtrussischer Militärverband (GRMV) – Русский общевоинский союз (РОВС), antikommunistische Vereinigung von Weißgardisten, gegründet 1924 von dem weißgardistischen General Baron Pjotr Wrangel in der Emigration. Enge Kollaboration mit den Nazis und Kriegsverbrechen im Schutze der SS.
[3] russische faschistische Militäreinheit der Nazikollaborateure – Gesonderter Russischer Korpus; russ.: ОРК (Отдельный Русский корпус)
[4] sowjetfeindliche Armee Wlassows; russ: «Русская освободительная армия» (РОА)
[5] Sergej Tschujew – der Antikommunist und Geschichtsfälscher, Urenkel von E.K. Wlassow ist Dozent an einer russischen Universität
[6] „Wesen der Zeit“ (Суть времени) ist nach eigenen Angaben ein patriotischer russischer virtueller Klub, in dem der ehemalige Theaterregisseur,  Sergej Kurginjan, die Hauptrolle spielt. Dieser doppelzüngige Demagoge und Schwätzer vertritt unwissenschaftliche, marxismusfeindliche Positionen. (Was aber nicht heißt, daß die Einschätzung über Strelkow hier unzutreffend ist.) Er ist – wie auch N.Michalkow, Razinski, Fursow und andere – ein Antikomunist und Sowjetfeind.

Siehe auch:
Iwan Bortnik: Strelkow – Heldenkult im Donbass
Iwan Bortnik: Lehren aus dem Aufstand im Donbass

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7 Antworten zu Die finsteren Gestalten im Donbass

  1. Solveigh Calderin schreibt:

    Das „Wesen der Zeit halte“ ich für keine zuverlässige Quelle.
    Das ist eine sehr eigenartige Organisation, die ich keinesfalls als „kommunistisch“ bezeichnen wollen würde.

    Es ist ganz bestimmt sehr schwierig, heute Informationen über die politischen Verhältnisse in Lugansk und Donezk zu erhalten, die 100 % abgesichert sind, aber was Kurginjan hier macht, ist m.E. einen Keil in die anti-faschistische Front im Donbass zu treiben, indem er Strelkow und Gubarew als Weißgardisten und Faschisten diffamiert.

    Faschisten würden übrigens NIE im Leben von allein das Feld räumen, wenn es verlangt oder notwendig ist – siehe die Faschisten in Kiew! Strelkow und Gubarew sind aber beide wieder in Russland! Sie sind zurück getreten. Über die Gründe wird spekuliert, aber sie selbst schweigen darüber. Eine offizielle Erklärung war, sie sind keine Leute aus dem Donbass und in den beiden Volksrepubliken sollten nur Einheimische an der Spitze stehen, was ich – gerade angesichts der Anti-Russland-Hetze – verstehen kann.
    Ich habe auch Gerüchte gehört, nachdem die beiden im Auftrage Tschubais gewirkt haben sollen, eines russischen Oligarchen und Duma-Abgeordneten und ausgemachten „Neo-Liberalen“, der im Donbass ganz eigene Interessen hat.

    Alles sind Gerüchte, nichts ist nachgewiesen.

    Ich bin mir über die Rolle der beiden absolut nicht im Klaren, aber nach dem Wahlgesetz der Donezker und Lugansker Volksrepublik darf dort nur wählen, wer bereits seit fünf Jahren dort wohnt und es kann nur gewählt werden, wer dort seit zehn Jahren wohnt. Schon von daher ist diese Stimmungsmache völlig unbegründet.

  2. sascha313 schreibt:

    Danke, Solveigh, für den Hinweis. Absolut richtig, daß „Wesen der Zeit“ eine dubiose Quelle ist. Und dieser Kurginjan ist ein Schwätzer, ein durchtriebener Demagoge. Und es ist auch richtig, daß er einen Keil in die antifaschistische Front treiben will. Zum Nutzen der Kiewer Junta und deren Hintermänner.

    Was aber die Biografie von Strelkow betrifft, so haben mehrere Quellen bestätigt (u.a. Strelkow selbst!), daß seine Wurzeln bei weißgardistischen Vereinen und Organisationen liegen. Gubarew, der damit vermutlich nicht sympatisiert, wurde erst kürzlich bei einem Autounfall schwer veletzt – ein Zufall? Natürlich gibt es in den Reihen der Selbstverteidigungskräfte ganz unterschiedliche Leute – Christen, Orthodoxe und auch Kommunisten. Sie alle sind im wesentlichen Antifaschisten. Das Hauptproblem scheint mir dabei die opportunistische Haltung der Kiewer KPU (Simonenko) zu sein. Aber auch der Einfluß des Oligarchen Kolomojski ist unbestritten (bspw. Morddrohungen gegen Oleg Zarjow). Würde mich nicht wundern, wenn Tschubais dort ebenso „mitmischt“.

    Worum geht es? Letztlich doch darum, Rußland in diesen Krieg hineinzuziehen. Was bisher nicht gelang. Gerüchte gibt es freilich viele. So ganz unbegründet ist das also nicht, weil eben auch zu viele Tatsachen den Einfluß dieser weißgardistischen, monarchistischen, in der Summe antirussischen – ihrem Wesen nach aber antikommunistischen! – Kräfte bestätigen.

    • Solveigh Calderin schreibt:

      Da stimme ich mit Dir völlig überein, Sascha.

      Ich würde mich aber nicht dazu versteifen, einen solchen Artikel, der ja die anti-faschistische Front weiter zersplittert und den Widerstand schwächen will und es auch tut, zu veröffentlichen.

      Denn was geschieht denn HIER durch solche Artikel?

      Die Linken in Europa üben so schon KEINE Soliarität mit den anti-faschistischen Kräften im Donbass oder wo sind die Massendemonstrationen, die forden, JEDE Kampfhandlung der ukrainischen Faschisten, die Auflösung der paramilistärischen, faschistischen Einheiten und die Einmischung des Westens und die Finanzierung durch den Westen zu unterlassen? Bis jetzt höre ich solche Forderungen nur von Russland! Warum untertützen wir nicht DAS?
      Statt dessen kommt dieser Artikel hier, der die in Europa kaum vorhandene Solidarität noch mehr schwächt! Die Kommunsiten, die es im Donbass ohne Zweifel gibt!, werden ebenfalls weiter geschwächt und den von allen Seiten unterstützten Konterrevolutionären wird damit Wasser auf die Mühlen gegossen!

      Dieser Artikel, den Du hier veröffentlicht hast, stammt vom „Wesen der Zeit“ und Kurginjan!

  3. Harry 56 schreibt:

    Wir alle kennen nicht sämliche Hintergründe und Motive, Strippenzieher der in der Ukraine um Macht und Einfluß ringenden Kräfte und Gruppen.
    Es kämpfen dort ganz sicherlich nicht nur gute Jungs gegen böse Jungs, Faschisten gegen Antifaschisten, Separatisten gegen wilde Nationalisten etc…. Man hört jedenfalls von nirgends, von keinem Teil etwas von einem Kampf von Arm gegen Reich, von Klassenkämpfen überhaupt. Krudester bürgerlicher Nationalismus in allen möglichen Farben und Schattierungen dient als Mäntelchen für offensichtlich unterschiedlichste Interessen. Besonders auffälig ist allerdings die hintergründige Regie der USA und ihrer wichtigsten imperialistischen Komplitzen schon seit vielen Jahren in der Ukraine. Der Putsch in Kiew war auf alle Fälle von diesen NATO-Kreisen aktiv mitgestaltet, finanziell und logistisch unterstützt.

    Woher diese plötzliche, heiße Liebe der USA/NATO zur „unabhängigen“ Ukraine? Geht es da wirklich um die Masse der dort lebenden Menschen, um deren Freiheit, Wohlstand, Demokratie und Glück? Ich weiß schon, natürlich, eine dumme, bestenfalls rein metaphorische Frage!

    Einheimische, höchst verschiedene Interessen plus mächtigen ausländischen imperialistischen Interessen lassen das Feuer des Bürgerkrieges dort wohl auf absehbare Zeit nicht verlöschen. Geld und jederzeit käufliches Lumpenproletariat sind jedenfalls bei allen solchen Unternehmungen seltsamerweise inmer in Massen vorhanden, und zwar bei allen diesen Farben-„Revolutionen“. Das ukrainische, ideologisch so oder so konditionierte gerade bewaffnete und kämpfende Lumpenproletariat ist auf alle Fälle zumeist ein Produkt der Restauration des Kapitalismus, der Zerstörung der UdSSR seit 1991.

    Natürlich sind diese Leute bei allen ihren sonstigen Absichten vor allem Rammbock, Kanonenfutter, werden am Ende zumeist erneut als die Betrogenen und Verlierer dastehen, siehe nur z.B. die einstigen „Helden von Leipzig“ , folgenden „Sachsensumpf“ gleich kurz darauf in dieser „Heldenstadt“ etc….., und so natürlich in ganz Osteuropa, Balkan und überall…….

    Im Grunde zeigt uns auch in der jetzigen Ukraine der Weltkapitalismus seine wahre barbarische Fratze. Doch wissen wir das nicht schon längst? Wir sollten zumindest!

    • Solveigh Calderin schreibt:

      Dir scheint einiges entgangen zu sein!
      In den beiden Volksrepubliken sind die Oligarchen entmachtet worden, die Menschen wollen und sollen für sich, aber nicht für die Oligarchen arbeiten.
      DASS dies versucht wird, mit ALLEN Mitteln zu unterdrücken und wieder rückgängig zu machen, ist natürlich auch klar!

      Im Grunde ist hier ein ebenso undurchsichtiges Gemenge wie im Bürgerkrieg Russlands von 1918 – 1920!

      Gerade DARUM halte ich es für so wichtig, den wirklichen Anti-Faschisten und VOLKSvertretern den Rücken zu stärken, und zwar laut und deutlich.

      Diese Solidarität fehlt den Kämpfern im Donbass und AUCH darum können die konterrevolutionären Elemente dort Fuß fassen!

  4. Pingback: Der Freiheitskampf des spanischen Volkes und die Weltkriegspläne der Nazis | Sascha's Welt

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