Nikolai Krawtschuk: Die Tragödie von Tschernobyl war geplant!

Tschernobyl_02 Das Atomkraftwerk Tschernobyl wurde gesprengt, um die UdSSR zu zerstören und die Ukraine von Rußland abzutrennen

von Anastasija KOSLOWA

Die Tragödie in Tschernobyl war geplant!

Veröffentlich am 23. Juli 2013 in Nummer 29 (962).
und auf maxpark.com

Aus einem Interview mit Dr. N.Krawtschuk.

Der ukrainische Atomphysiker Nikolaj Krawtschuk ist überzeugt: die Explosion im Atomkraftwerk Tschernobyl wurde provoziert, um die UdSSR zu zerstören.

„Die Explosion des Reaktors … ereignete sich in der Nacht zum 26. April … das ist bei einer vorschriftsmäßigen Anzahl der Brennstoffstäbe grundsätzlich unmöglich. … wenn die Menge der Brennstäbe der Dienstordnung entsprochen hätte, wäre eine solche Explosion des Reaktors keinesfalls in zehn Sekunden möglich gewesen, und er wäre nicht explodiert! Mir gelang es, diese Meinung auf der internationalen Konferenz ‚Tschernobyl +20‘ in Kiew auszusprechen. Die Kollegen haben meine Ausarbeitungen mit Interesse aufgenommen, und die Leitung des Instituts, wo ich arbeitete, hat mich schon am nächsten Tag gebeten, ‚auf eigenen Wunsch‘ entlassen zu werden.“

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Die ersten Liquidatoren des Unglück bekamen alle eine tödliche Strahlendosis ab, und viele von ihnen starben schon wenige Tage nach der Tragödie (Text: „Wir erfüllen den Auftrag der Regierung!“)

VIER EXPLOSIONEN

Womit haben Sie sich nach Ihrer Entlassung beschäftigt?

Ich wurde ein gewöhnlicher Rentner, aber nach einiger Zeit haben sie mich an unser Institut für Geophysik gerufen und mich gebeten, die Arbeit an Tschernobyl fortzusetzen. Sie gaben mir ein halbes Jahr … ich habe eine kolossale Arbeit geleistet und danach einen Bericht geschrieben … alle Wissenschaftler brachten in der Frage Tschernobyl total gegensätzliche Versionen hervor. Im Kopf drehte sich alles rundherum! Aber später ist das „Puzzle“ entstanden … es hat einige Explosionen im Atomkraftwerk von Tschernobyl gegeben! Die Behörden hielten das aber geheim, offiziell haben sie über eine berichtet.

Woher wissen Sie das?

Dazu muß man nicht sieben Falten auf der Stirn haben. Man braucht nur ausführlich genug die vorhandenen Nachrichten zu studieren und mit Zeugen zu reden. Meine Version ist: jeder Explosion ging die Reihe von Umständen voran – es ergab sich … im Reaktor … und im ganzen System des vierten Blocks.

1. … ausgerechnet mit dem Turbogenerator TG-8 wurde ein Experiment durchgeführt und dadurch zerbrach das Lager. Das fehlerhafte Lager beginnt zu vibrieren. Das übertrug sich auf den Generator … wenn die Mitarbeiter des vierten Blocks es rechtzeitig abgeschaltet hätten, er hätte die Drehung allmählich abgebremst hätten, wäre die Tragödie nicht passiert. Aber die dafür qualifizierten Fachleute des Atomkraftwerks waren an diesem Tag der Tests von der Arbeit freigestellt … diejenigen, die and diesem Tag anwesend waren, haben den Leiter, Anatolij Djatlow, nicht überzeugt, das Experiment anzubrechen und den Reaktor anzuhalten. Er hatte von oben gerade die entgegengesetzte Anweisung erhalten.
2. Der Reaktor ist einwandig – er hat eine direkte Verbindung mit der Turbine … das Wasser … im Reaktor erwärmte sich, verwandelte sich in Dampf und ging direkt in die Rohrleitung zum Generator … die entstehende Vibration übertrug sich zurück auf den Reaktor … es wurden die Kanäle der Brennstäbe zerstört … die dort außerplanmäßig vorhandenen Brennstäbe von den Atom-U-Booten wurden zerstört, es bildete sich das explosive Element Plutonium 239.

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Infolge der Havarie wurde der vierte Energieblock des Atomkraftwerkes vollständig zerstört

Das alles führte zu einem heftigen Zuwachs an Energie und zu einer hohen Temperatur in der aktiven Zone … der Vorrat an Graphitkernen, die den Reaktor abbremsen, war erschöpft. Nach allen Regeln hätte er noch einen Monat vor der Panne umgestellt werden sollen. Das konnte man in den Dienstanweisungen nachlesen … Aber ein paar Wochen nach der Havarie auf Anweisung der Leitung des Tschernobyler Atomkraftwerks wurden diese Dienstanweisungen umgeschrieben.

3. die ganze Situation hat dazu geführt … an einer Stelle hatte sich eine ausreichende Anzahl explosiver Elemente angesammelt … die kritische Masse wurde erreicht, und das hat zur letzten, der vierten Explosion geführt.

… bis dahin … als die erste Explosion geschah … mit einem der Schlag … wurden die Wände der Rohrleitung zerstört, und die Temperatur im Reaktor erhöhte sich schnell. Das Wasser verwandelte sich allmählich in Dampf, und hier fing es augenblicklich an, aus diesem „Kochtopf“ zu entweichen, dessen „Deckel“ 2½ Tausend Tonnen wog. Ich sage das nur wegen der Bildhaftigkeit … so kann man sich leichter einen Reaktor vorstellen. Sie kochen die Kartoffeln und das Wasser verdampft. Nur die Kartoffeln fliegen nicht irgendwohin. Aber der Dampf hebt den Deckel. Als auch in Tschernobyl so eine „Dampfexplosion“ geschah, hat sich der Deckel um einen halben Zentimeter gehoben – das reichte – dann ließ er ihn wieder fallen. Es gab einen Schlag … man hielt das fälschlich für eine Explosion. Der „Deckel“ fiel auf die gleiche Stelle zurück, aber im „Kochtopf“ war noch das Wasser, und der Prozeß wiederholte sich. Es geschah ein zweiter Schlag. Beim dritten blieb in diesem „Kochtopf“ zum einen der Dampf, doch bei derart hohen Temperaturen erfolgte eine Reaktion der Umwandlung von Wasser und Dampf in eine explosive Wasserstoff-Sauerstoffmischung … es kam zur Explosion. Aber sie war räumlich – ohne ein Zentrum.

Bei einer solchen Explosion werden Stoffes nicht hinausgeschleudert, sondern sie werden gleichmäßig im ganzen Umfang des Behälters verdichtet. … aus dem vorhandenen nuklearen Brennstoff – Plutonium 239 – bildete sich eine kritische Masse. Und was bedeutet das? Eine klassische nukleare Explosion! Das war die vierte. Alles … bis zum Boden des „Kochtopfes“ flog heraus, der „Deckel“ mit einem Gewicht mehr zweitausend Tonnen wirde abgerissen. Innerhalb des Blocks bildete sich eine Plasmawolke mit einer Temperatur von 40.000 Grad. Augenzeugen haben den Vorfall bemerkt. Die seismische Einwirkung einer Explosion von solcher Kraft konnte völlig ausreichen, um ein lokales Erdbeben zu induzieren … und es wurde registriert. Aber trotz dieser offensichtlichen Beweise hat man versucht, die Tatsache einer nuklearen Explosion, wie auch deren Symptome, nicht anzuerkennen.

Ergibt sich daraus, daß die furchtbarsten Folgen gerade wegen dieser vierten Explosion entstanden waren?

Genau! Aber diese Explosion allein hätte nicht zu einer so enormen radioaktiven Verseuchung geführt. Das heftige Anwachsen der Strahlung in den folgenden Tagen geschah wegen der allmählichen Steigerung der Reaktion des Plutoniums und einer Serie der Explosionen, die durch das falsche Löschen des Reaktors hervorgerufen wurden … die Halbwertszeit des Plutoniums beträgt etwa zwei Tage. Wenn die Leute, die an der Liquidierung des Vorfalls beteiligt waren, auch nur ein wenig überlegt hätten, so wäre ihnen klargeworden, daß im Laufe dieser Zeit noch weitere Explosionen möglich sind. Im Endeffekt ist das auch passiert – es gab Explosionen, aber schon schwächere … sie haben genau zur Verbreitung der radioaktiven Strahlung über große Territorien geführt. Wenn die Liquidatoren geahnt hätten, das man den Reaktor mit Borsäure zum Stillstand bringen kann, wären die nachfolgenden Explosionen, wie auch die Ausbreitung der Strahlung zu vermeiden gewesen. Aber statt dessen versuchten sie, den Reaktor mit Sand zum Stillstand zu bringen und überfluteten ihn mit Wasser. Es war elementare Unkenntnis der Physik, die zu dieser gewaltigen Tragödie geführt hat! … und wie viele Akademiemitglieder haben sich dort schon die Klinke in die Hand gegeben, und wie viele Organisationen waren dort gewesen, aber … sie konnten die elementarsten Dinge nicht erklären … das sollte doch jeder Atomphysiker noch von seinem Studium her wissen.

EIN GIGANTISCHER FUTTERTROG

Aber Sie behaupten, die Havarie des Atomkraftwerks Tschernobyl war eine geplante Aktion…

Das habe nicht ich gesagt, sondern die Leute, die sich mit meinen Untersuchungen vertraut gemacht haben. Eines der Akademiemitglieder hatdie Ergenisse meiner Forschung studiert und anerkannt, daß es das vollständigste Bild von all den bisher bekannten physikalischen Theorien darstellt … Er fügte hinzu: „Nikolaj Wassiljewitsch, bei mir ist der Eindruck entstanden, daß es ein genial geplantes Verbrechen war!“ Doch vor aller Ohren konnten wir das damals nicht erklären – es war viel zu gefährlich. Hier ist alles einfach: noch in August 1986 wurde auf der Tagung der IAEA die offizielle Version der Ereignisse im Atomkraftwerk Tschernobyl und ihre Hauptschlußfolgerung vorgestellt: „Eine Grundursache des Unglücks ist die sehr wenig wahrscheinliche Kombination von Verstößen gegen die Ordnung und die Betriebsanleitung, die vom Personal des Energieblocks zugelassen wurde“ … das Personal hätte das Atomkraftwerk von Tschernobyl einfach nicht sprengen können ohne eine im Voraus geplante, äußere Einmischung!“

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Der Friedhof der verseuchten Technik – einer der Lieblingsorte für Spaziergänge der Stalker

Das Akademiemitglied Emlen Sobotowitsch hat mir zugestimmt, man hätte nichts zubetonieren müssen, und auch den riesigen Sarkophag auf der Unglücksstelle nicht errichten müssen. Es hätte völlig ausgereicht, alles mit einer speziellen Mischung zu überfluten: das erlaubt den Gasen nicht, sich auszubreiten … am anderen Tag – also 20 Stunden nach der Havarie wäre von diesem Objekt schon keine nukleare Gefahr mehr ausgegangen. Und auch heute nicht mehr … alle diese Aktionen zur Abdeckung sind eine Verschwendung von Mitteln! Jetzt wird schon wieder die nächste „Abdeckung“ gebaut. So werden Milliarden verschleudert, um ja nichts zu verpassen, und damit jeder noch was davon abkriegt. Ein riesiger Futtertrog!

Viele, die sich auf Ihre Arbeit stützen, sagen, daß das Unglück im Atomkraftwerk von Tschernobyl die Voraussetzung für die Zerschlagung der UdSSR war…

Warum denn nicht? Ich gehe davon aus, daß die hauptsächlichen „Architekten“ der Katastrophe von Tschernobyl diejenigen waren, die auch eine Zerstörung der Sowjetunion herbeiführen wollten. Die Explosion des Reaktors wurde unter Führung des Gorbatschowschen Zentralkomitees der KPdSU im Voraus geplant und verwirklicht, und die Schuld dafür wurde auf das Personal der Kraftwerkes akkurat abgewälzt. Schon bei der Liquidierung der Folgen der Havarie erteilte Gorbatschow die Anweisung „sofort etwas zu tun, damit nur seine Verhandlungen mit dem Westen nicht gestört werden“. Und dann taten die Leute eben etwas, was ihnen als erstes in den Kopf kam. Die Reaktion auf die Havarie war eine krampfhafte und auf keine Weise wissenschaftliche. Die Hauptursache für die Ausbreitung der Strahlung … ging nicht von der Explosion aus, sondern von den falschen Handlungen der Liquidatoren und den falschen Anweisungen der Führung.

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Das japanische Atomkraftwerk „Fukushima-1“ nach der Explosion im März 2011 wurde zuerst auch mit Wasser gelöscht, aber man hat sich rechtzeitig besonnen und verstanden, daß das die Ausbreitung der Strahlung nur weiter verstärkt

Wenn man die ukrainische Tragödie mit der kürzlichen Explosion von Fukushima vergleicht – welche war gefährlicher?

Das sind zwei verschiedene Sachen: in Tschernobyl wurde weitaus mehr schmutziges radioaktives Materials herausgeschleudert, und in Japan explodierte nur das vorhandene radioaktive Material. Doch die Katastrophe von Tschernobyl ist in ihren Auswirkungen Dutzende Male geringer als die von Fukushima! Unsere Havarie betraf 6 Prozent des ukrainischen Territoriums und 23 Prozent des weißrussischen. Die Halbwertszeit der Isotope von Cäsium 134 und Strontium 90 beträgt 28 Jahre. Nach einigen Jahren wird das alles kaum noch etwas bedeuten. Doch Plutonium ist gefährlich, und es ist einige Kilometer von dem Zentrum der Explosion weggeflogen … es flog von Fukushima aus in die Luft, die Folgen davon werden noch sehr viele Jahre zu merken sein. Und das Schlimmste: die Radioaktivität ist ins Wasser gelangt, wo die Fische leben, auch sie werden die Strahlung weiter verbreiten.

Heißt das, wir sind künftig vor ähnlichen Tragödien nicht geschützt?

… Man kann man jeden beliebigen Reaktor auf Wunsch sprengen! Aller hängt von den Möglichkeiten ab, wer es will, der wird es tun. Von allein explodiert nichts. Wenn die Dienstanweisungen beachtet werden, wie die Technik zu behandeln ist und wenn man sich auch ein wenig in der Physik auskennt … bei solchen strategischen Objekten ist nichts ausgeschlossen!

http://maxpark.com/community/13/content/2207084

Übersetzung: Marina Koch

(Das Buch des Physikers Nikolai Krawtschuk liegt bereits seit 2011 im Original vor. Das war z.B. auch dem Umweltinstitut in München bekannt. Doch dort zeigt man kein Interesse an den Erkennntnissen dieses ukrainischen Physikers. Man hält das nach wie vor für eine Verschwörungstheorie. So gibt es auch keine Übersetzung dieses Buches.)

Hier sind die Angaben zu dem Buch:

Н.В. Кравчук, Загадка Чернобыльской катастрофы. (Опыт независимого исследования). – М.: АИРО–XXI, 2011. 104 с. (N.W.Krawtschuk: Das Rätsel der Katastrophe von Tschernobyl. Ergebnisse einer unabhängigen Untersuchung), Moskau, AIRO-XXI, 2011, 104 S.) – ISBN 978-5-91022–153-0

Die Einheit Becquerel, die im System der SI-Einheiten eingeführt wurde, hat sich als zu gering erwiesen: 1 Becquerel (Bq) = 1 Atomkernzerfall pro Sekunde. Deshalb wird bis heute die Strahlungsintensität in MilliCurie (mCi) oder in MikroCurie (µCi) ausgedrückt.

(Siehe dazu auch ein ähnlicher, früherer Beitrag auf Kommunisten-online.)

NR2.ru: http://nr2.ru/kiev/441823.html

Siehe auch: Die Atomloby lügt!

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3 Antworten zu Nikolai Krawtschuk: Die Tragödie von Tschernobyl war geplant!

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