Psychologische Kriegsvorbereitung

Die psychologische Kriegsvorbereitung war nicht erst seit Goebbels ein Hauptinstrument zur Verwirklichung imperialistischer Angriffspläne. Die sowjetischen Autoren unter Leitung von Oberst Dr.sc.psych. M.P. Korobejnikow beschreiben detailliert, wie dies auch heute noch gehandhabt wird:

Der Kampf um die »Soldatenseelen«

Die Politiker und die Militärs der imperialistischen Länder sind sich bewußt, daß man unter den gegenwärtigen Bedingungen keinen Krieg beginnen, geschweige denn erfolgreich führen kann, ohne die Truppen und die Bevölkerung entsprechend ideologisch und psychologisch zu beeinflussen. In den letzten Jahren hat diese Beeinflussung oder, wie es noch genannt wird, der Kampf um die Soldatenseelen, die Schlacht um den Verstand, gewaltige Ausmaße angenommen.

USA SoldatenWoraus erklärt sich die wachsende Aufmerksamkeit für dieses Problem? Vor allem aus der Verschärfung des politischen und ideologischen Klassenkampfes im internationalen Maßstab, aus der sich vertiefenden Krise der bürgerlichen Ideologie. Die Imperialisten berücksichtigen auf ihre Art die komplizierteren Bedingungen, die Besonderheiten und den Charakter eines modernen Krieges, der eine große Prüfung der Weltanschauung, der moralischen und psychischen Qualitäten der Gegner ist, indem sie unter anderem die ideologische Beeinflussung der Truppen verstärken. Die Aggressoren können sich auch ungefähr vorstellen, daß in einem Krieg nur der Soldat bestehen und die Aufgaben erfüllen kann, der sowohl militärisch gut vorbereitet als auch von der Notwendigkeit des Kampfes überzeugt ist und an den Sieg glaubt.

Ideologische Beeinflussung der imperialistischen Söldner

In einer Instruktion der amerikanischen Armee heißt es sinngemäß: Unter den Bedingungen eines modernen Krieges muß ein echter Soldat nicht nur seine Muskeln beherrschen, sondern auch über Moral verfügen. Die Seele ist genauso wichtig wie die Waffe. Mit ihrer ideologischen und psychologischen Beeinflussung verfolgen die Imperialisten ein klares Ziel: Die Armee und die Bevölkerung sollen gehorsame Vollstrecker des Willens der herrschenden Klasse werden. Sich der Massen zu versichern, scheut die Bourgeoisie keine Mittel, greift sie zur Lüge, zu Betrug und Erpressung. Das ist verständlich. Lenin hat treffend festgestellt: »Wenn der ideologische Einfluß der Bourgeoisie auf die Arbeiter zurückgeht, untergraben wird, schwächer wird, nahm und nimmt die Bourgeoisie überall und immer Zuflucht zur verzweifeltsten Lüge und Verleumdung.« [1]

InterventionDiese Tatsache unterstreicht den reaktionären Charakter der ideologischen und psychologischen Beeinflussung in den imperialistischen Armeen. Die gesamte Vorbereitung der Soldaten dient voll und ganz den Interessen der Imperialisten, ihren menschenfeindlichen Absichten. Die ideologische Einwirkung auf die Soldaten der bürgerlichen Armee ist jedoch nicht leicht. Wenn die Imperialisten ihre Armeen auch von progressiven Einflüssen und von zuverlässigen Informationen zu isolieren suchen, so erkennen doch alle mehr oder weniger objektiv urteilenden Menschen, daß in den friedliebenden sozialistischen Staaten die Produktionserfolge und der Wohlstand des Volkes unaufhörlich wachsen, während die Fäulnis der kapitalistischen Ordnung um sich greift, neue Raubkriege angezettelt werden, dabei das Elend der Menschen wächst und sich das Gift des Chauvinismus, des Nationalismus und des offenen Faschismus weiter ausbreitet. Die Völker der kapitalistischen Länder begreifen immer besser die wahren, den Interessen der werktätigen Menschen entschieden widersprechenden Ziele der imperialistischen Kriege. Diesen offensichtlichen Kontrast fürchten die Imperialisten aufs äußerste. Genosse Breshnew sagte: »Der Imperialismus kann nicht auf Erfolg rechnen, wenn er seine wirklichen Ziele offen verkündet. Er ist genötigt, ein ganzes System ideologischer Mythen zu schaffen, die den wahren Sinn seiner Absichten verschleiern, die Wachsamkeit der Völker einlullen. Dazu hat er eine gigantische Propagandamaschine geschaffen, die alle modernen Mittel der ideologischen Beeinflussung ausnutzt.« [2]

Geht es um die Verteidigung westlicher Werte?

Die Imperialisten schonen nicht Mittel noch Kräfte, das bankrotte Gebäude des Kapitalismus schönzufärben und es als beste Form gesellschaftlichen Lebens anzupreisen. Alle Mittel der modernen bürgerlichen Propaganda sind darauf gerichtet, die Herrschaft der Monopole, der Ausbeuter, des Militarismus zu rechtfertigen, das gesellschaftliche Eigentum und den Kollektivgeist in Verruf zu bringen und Feindschaft und Haß zwischen den Völkern zu schüren. Dem dienen auch alle Spielarten politischer und ökonomischer Theorien, die bürgerliche Philosophie und die Soziologie, die Ethik und die Ästhetik. Sie sind zur Maskierung des Ausbeutungscharakters der bürgerlichen Gesellschaft bestimmt. Sie behaupten, daß der moderne Kapitalismus sein Wesen verändert hätte, daß er zum »Volkskapitalismus« geworden wäre, in dem gewissermaßen eine »Umverteilung« des Eigentums, eine »Demokratisierung« des Kapitals vor sich ginge, die Klassen und Klassenwidersprüche verschwinden, sich die »Einkommen ausgleichen« und die Wirtschaftskrisen ausstürben. »Theorien« solcher Art vernebeln das Bewußtsein der Soldaten, schaffen auf diese oder jene Weise falsche Vorstellungen vom tatsächlichen Inhalt der Soldatenpflicht in den bürgerlichen Armeen und von der Funktion dieser Armeen.

Der Antikommunismus ist die Grundlage

Die Grundlage aller ideologischen und psychologischen Beeinflussung in den imperialistischen Armeen bildet der Antikommunismus, die reaktionärste ideologische Waffe des Imperialismus in seinem Kampf gegen den sozialökonomischen, politischen, wissenschaftlichen und kulturellen Fortschritt der Völker. In der amerikanischen Armee ist das gesamte Ausbildungsprogramm, das ganze Dasein des Soldaten mit antikommunistischem Gift verseucht. Die Imperialisten benutzen den Antikommunismus dazu, Massenaufgebote an Mördern und Würgern nationaler Freiheit vorzubereiten.

Propaganda1 Propaganda2 Propaganda3 Propaganda4
Antikommunistische Propaganda „Made in U.S.A.“

Der bekannte amerikanische Journalist Besten schreibt, daß die ideologische Bearbeitung großen Einfluß auf den Verstand der Menschen ausübe. Nicht zufällig zeigten die amerikanischen Soldaten in Vietnam eine solche Grausamkeit. Denn man erziehe sie ständig zum Haß gegen den Kommunismus und zu kriegerischem Chauvinismus. Der Kampf gegen die sowjetische Gesellschafts- und Staatsordnung ist zum Beruf einer ganzen Armee von Fälschern geworden, die sich Sowjetologen nennen. Das Hauptziel der Verfechter des Antikommunismus besteht darin, das Bewußtsein der Menschen mit Unglauben an die Kraft des Kommunismus irrezuleiten, sie geistig zur Aggression, zum Eroberungskrieg gegen die Länder des Sozialismus bereit zu machen.

Die Hauptrichtungen der antikommunistischen Beeinflussung der Soldatenmassen sind: die Fälschung historischer Fakten (z. B. über den Aufbau des Kommunismus in der Sowjetunion*), die Entstellung der marxistisch-leninistischen Theorie, die Verleumdung der Politik der sozialistischen Staaten, Gerüchte über die angeblich vom Kommunismus ausgehende Kriegsgefahr. In zahlreichen Schriften bürgerlicher Ideologen wird hämisch über Mängel geschrieben, werden Unzulänglichkeilen aufgebläht, die von unserer Partei und der Regierung kritisiert wurden, damit sie überwunden werden.

So werden Killer gemacht

Bei der ideologischen Einwirkung auf die Armeeangehörigen nimmt die Verherrlichung des Krieges breiten Raum ein. Man bedient sich des Rundfunks und des Films, des Fernsehens und der Presse sowie der mündlichen Propaganda. Der Vorsitzende der Bundeskommission für das Nachrichtenwesen N. Meanow sagte zum Beispiel Über den Inhalt typischer Sendungen des amerikanischen Fernsehens: »Sie sind eine unaufhörliche Szenenfolge von Brutalität, Blutvergießen und Schießerei, Sadismus, Mord und wieder Brutalität und Beschimpfungen.« Viel Aufmerksamkeit schenkt man in den USA der Propagierung von Karrierismus, Brutalität und Raub. Den Menschen wird der Gedanke eingehämmert, sich auf Kosten anderer Völker zu bereichern. Die Soldaten werden zu Mord und Unmenschlichkeit erzogen. Jeder Rekrut bekommt eine Broschüre ausgehändigt mit dem Titel »Die Armee der Vereinigten Staaten grüßt dich.« Sie zeigt, daß der Soldat zu einem gnadenlosen qualifizierten Killer ausgebildet und erzogen wird.

Vietnam

Opfer der USA-Killer im Vietnamkrieg

In der US-amerikanischen Armee sind bürgerlicher Nationalismus, Rassismus und Völkerhaß voll entfaltet. Die Meinungsmacher verbreiten eine angebliche Überlegenheit der amerikanischen Soldaten über andere Völker und das Recht, ihren Willen den Schwachen aufzuzwingen, die ihre Probleme selbst zu lösen nicht imstande wären. Von früher Kindheit an wird die Jugend der USA in militaristischem Geist, im Geist der Feindschaft und des Mißtrauens zu den Menschen erzogen. Schule, Kirche, Bildungseinrichtungen, Klubs und Jugendorganisationen, alles richtet sich letztlich darauf, junge Menschen aufs Killen vorzubereiten. Der amerikanische Publizist Fred Cook schreibt in dem Buch »Die amerikanische Nation«: »Wir erziehen eine erbarmungslose Kaste, fähig, Millionen Menschen auf der Erde skrupellos zu vernichten.«

»Liebe Gott und den militärischen Dienst.«

Bei der ideologischen und psychologischen Beeinflussung der Armee und der Bevölkerung wird in den USA und den anderen imperialistischen Ländern der Religion immer größere Bedeutung beigemessen. Die Imperialisten sind bestrebt, einen Raketenkernwaffenkrieg religiös zu bemänteln, ihn als Fügung Gottes hinzustellen, als einen Kreuzzug gegen den Kommunismus. Das religiöse Betäubungsmittel vergiftet das Bewußtsein der Soldaten und der Matrosen, es macht sie zu fanatischen Killern und Räubern. Die Kaplane (Feldgeistliche) in den Truppen der USA beschränken ihre Anstrengungen nicht auf den Gottesdienst. Sie beeinflussen die Soldaten und Matrosen auch individuell. Die Neueinberufenen bekommen zugleich mit der Uniform eine Bibel, die mit den Worten beginnt: »Liebe Gott und den militärischen Dienst.«

Militärpsychologie und ideologische Propaganda

psychologyDie imperialistische Propaganda sucht sich dem Charakter der Menschen anzupassen, um sie besser im imperialistischen Sinne beeinflussen zu können. Dazu wird die moderne bürgerliche Psychologie immer stärker bemüht. Die Militärpsychologie als ihr Bestandteil dient unmittelbar der Vorbereitung auf einen Kernwaffenkrieg. In einem in der BRD veröffentlichten Artikel der die Überschrift »Die psychologische Kriegsvorbereitung, als Leitaufgabe und Bereich der Erziehung in der Bundeswehr« trägt, sind die Ziele der Vorbereitung folgendermaßen bestimmt: den Soldaten eine ständige und verständliche Information über die bürgerliche Ordnung zu vermitteln, so daß sie verteidigungswürdig erscheint; den Soldaten den Inhalt, die Methoden und die Mittel der gegnerischen Einwirkung auf das Bewußtsein der Soldaten in Friedens- und in Kriegszeiten zu erklären; ihnen die möglichen Strapazen eines modernen Gefechts zu demonstrieren, um Panik und Hysterie vorzubeugen.

Die Psychologen der USA und anderer imperialistischer Staaten suchen krampfhaft nach neuen Formen und Mitteln der Einwirkung auf die Streitkräfte. Ihr besonderes Anliegen ist es, die Auswirkungen des Klassenkampfes auf die Armeeangehörigen, der immer größere Ausmaße in diesen Staaten annimmt, abzuschwächen. Auch deshalb werden in diesen Staaten in die bewaffneten Kräfte keine vom Standpunkt der Bourgeoisie unzuverlässigen Elemente einberufen. Die Unzuverlässigkeit wird mit Hilfe eines militärpsychologischen Testsystems festgestellt.

Gezielte Desinformation

Um die ideologische und psychologische Beeinflussung abzusichern, sucht man die Armeeangehörigen ständig unter Kontrolle zu halten und sie von sozialen Problemen und fortschrittlichen Ideen und Stimmungen abzulenken. Zur Lösung dieser Aufgabe ist ein gigantischer Propagandaapparat aufgeboten. In den USA beispielsweise leitet die ideologische Bearbeitung der Armee der Gehilfe des Kriegsministers für Fragen der Bildung und Menschenressourcen. Zu seiner Verfügung stehen spezielle Verwaltungen, Abteilungen und Dienste. Das grundlegende Organ dabei ist die Verwaltung für Information und Bildung, von der Presse, Film, Rundfunk und Fernsehen geleitet werden. In den Stäben der Teile der Streitkräfte sind ebenfalls spezielle Verwaltungen für Information eingerichtet.

Propagandazentrale Pentagon

Das Pentagon benutzt zur ideologischen und psychologischen Beeinflussung der Soldaten über 300 Rundfunk- und Fernsehstationen, es veröffentlicht jährlich propagandistische Broschüren, Bücher, Zeitschriften und Zeitungen mit einer Gesamtauflage von 8 Millionen Exemplaren. Außerdem werden in den für die Teilstreitkräfte zuständigen Ministerien, in den Verbänden, Militärhochschulen, Stützpunkten, Basen usw. 1500 verschiedene Militärzeitungen herausgegeben. Das Kriegsministerium der USA veröffentlicht jährlich zahlreiche Filme, die in allen militärischen Klubs gezeigt werden. Im Pentagon und in der Zentralen Verwaltung für Aufklärung bestehen spezielle Dienste für Fragen der Desinformation. Ein umfangreicher Apparat dieser Organe erarbeitet die Thematik tendenziöser Informationen, die der Irreführung der Öffentlichen Meinung in den USA und in anderen Ländern dienen.

[1] W.I. Lenin, Bd.20, Berlin 1961, S.494.
[2] L.I. Breshnew, Auf dem Wege Lenins, Bd.2, Berlin 1971, S.419.

Quelle:
Autorenkollektiv, Soldat und Krieg, Militärverlag der DDR, Berlin, 1972, S.32-37
(Zwischenüberschriften von mir, N.G.)
siehe auch hier: US-Information (russ.)


* (nicht nur über die Sowjetunion. In den letzten Jahren wird verstärkt über die angeblichen »Opfer des Stalinismus«, über den angeblichen »Unrechtsstaat« DDR, über die angeblichen »Verbrechen der Stasi« berichtet, es werden Lügen über Katyn verbreitet, sogenannte »Zeitzeugen« dürfen ihre größtenteils erfundenen und erlogenen »Geschichten« verbreiten)

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25 Antworten zu Psychologische Kriegsvorbereitung

  1. Solveigh Calderin schreibt:

    Leider haben wir dem nichts bzw. zu wenig entgegenzusetzen gehabt?!

    • Doch, den Sozialismus!
      Kopf hoch!

      Bertolt Brecht

      Refrain:
      Vorwärts und nicht vergessen,
      worin unsere Stärke besteht!
      Beim Hungern und beim Essen,
      vorwärts und nie vergessen:
      die Solidarität!

      1. Auf ihr Völker dieser Erde,
      einigt euch in diesem Sinn,
      daß sie jetzt die eure werde,
      und die große Näherin.
      Refrain:

      2. Schwarzer, Weißer, Brauner, Gelber!
      Endet ihre Schlächterei!
      Reden erst die Völker selber,
      werden sie schnell einig sein.
      Refrain:

      3. Wollen wir es schnell erreichen,
      brauchen wir noch dich und dich.
      Wer im Stich läßt seinesgleichen,
      läßt ja nur sich selbst im Stich.
      Refrain:

      4. Unsre Herrn, wer sie auch seien,
      sehen unsre Zwietracht gern,

      denn solang sie uns entzweien,
      bleiben sie doch unsre Herrn.
      Refrain:

      5. Proletarier aller Länder,
      einigt euch und ihr seid frei.
      Eure großen Regimenter
      brechen jede Tyrannei!

      Vorwärts und nicht vergessen
      und die Frage konkret gestellt
      beim Hungern und beim Essen:
      Wessen Morgen ist der Morgen?
      Wessen Welt ist die Welt?

      Leider hatte ich das 1980-1983 zwar in der Gewerkschaft mitgesungen, aber damals nicht wirklich verstanden, weil einem in den West-Gewerkschaften ja auch nicht der Sozialismus gelehrt wird, waren sie doch damals schon geradezu Hüter des Kapitalismus.

      • sascha313 schreibt:

        Danke, Georg, ich stimme Dir zu! – und wenn Solveigh schriebt: „Leider haben wir dem nichts bzw. zu wenig entgegenzusetzen gehabt…“ – dann ist das genau die richtige Antwort auf diese kümmerliche Feststellung: Doch, den Sozialismus !
        (… und das dreimal unterstrichen! nein – hundertmal!!!)

        Um es noch einmal klarzuatellen: dieser Satz von Solveigh Calderin ist eine VERLEUMDUNG. Punkt!

  2. Solveigh Calderin schreibt:

    Eben. Es war nicht nur zu trocken, es war stinklangweilig, einfach ein Vorlesen der herausgegebenen Heftchen, keine lebendige Diskussion… Viele schliefen einfach ein!

    So kann ich doch keinen Klassenkampf führen, meinte ich schon damals – und wurde ausgelacht!

  3. sascha313 schreibt:

    Dennoch haben diejenigen, die in der DDR kein besonderes Interesse an Politik hatten, aber auch alles mitgenommen, was ihnen so geboten wurde – die „zweite Lohntüte“, die billigen Mieten, die kostenlose med. Versorgung, die hervorragenden Bildungsmöglichkeiten etc.etc. Erst wenn Bomben fallen und ihre Wohnungen verwüstet werden, denken sie darüber nach (siehe Ukraine!) Und der Kleinbürger schwankt – mal so, mal so.

    Kommunisten denken anders! Und die Menschen haben es im Sozialismus gelernt, anders zu denken. Nach 1905, nach 1917, nach 1945… Die Begeisterung für die Revolution war enorm. Bei allen! (außer natürlich bei den ehemaligen Nazis, den Fabrikbesitzern und den geschworenen Antikommunisten). Auch der Aufbauwille unter Stalin war enorm. Unter Ulbricht auch. Und – auch unter Honecker gab es enorm viele leistungsbereite und klassenbewußte Arbeiter! Bis zuletzt! Die Krawallmacher, die sich für die Konterrevolution einspannen ließen, waren eine absolute Minderheit, eine lautstarke freilich! Und die Parteiführung war desorientiert und zu schwach. Das ist immer dann der Fall, wenn es im Kopf nicht klar ist…

    • Solveigh Calderin schreibt:

      „Und die Parteiführung war desorientiert und zu schwach. Das ist immer dann der Fall, wenn es im Kopf nicht klar ist…“

      Eben!!! Und so langweilig wie das Parteilehrjahr war leider auch der Staatsbürgerkunde-Unterricht geworden!
      Nur darum konnten die Menschen von der Propaganda des Westens eingefangen werden!

      WACHSAMKEIT ist das Zauberwort! Wir dürfen NIE bequem werden!! Die Partei muss sich regelmäßig reinigen! Aber WIE, wenn die reinigen sollen, doch die sind, die verraten???

      Ich bin da noch nicht fertig mit meinen Gedanken!

      • prkreuznach schreibt:

        Solveigh, ich gebe dir vollkommen recht. In den politischen Fächern hat die Bildung in der DDR versagt. Zu trocken und wirklichkeitsfremd. Die Diskrepanz zwischen dem, was man in der Schule lernte und zu Hause, war zu groß. Mein Mann war Pro-DDR, doch auch er konnte mit den politischen Fächern, z.B. bei beruflicher Fortbildung, nichts anfangen.
        Darin sehe ich die Ursache, dass die Leute für westliche Propaganda empfänglich waren. Roland Jahn erklärt in einem Video, wie die Gegner der DDR die Macht über die Wohnzimmer erlangten. Nordkorea und und Kuba hat überlebt, weil die Leute zu ihrem Land gestanden haben. Und in den Krisenzeiten dieser Länder ging es den Leuten schlechter, als in der DDR.

  4. Welch eine Tragik, die ich aus euren Kommentaren herauslese.
    Ihr wollt euch jetzt aber doch wohl nicht den Rest eures Lebens mit der Vergangenheit beschäftigen, oder? Schlachten gehen verloren. Niederlagen kommen. Das war noch nie das Ende.

    Und ich, ein sogenannter Wessi, habe überhaupt gar kein Verständnis für eine derartige Vergangenheitsbewältigung, die ging mir schon in der BRD, in der ich aufgewachsen bin, auf den Keks – so, und weil ich darunter auch noch elendig gelitten haben, geht es mir gleich doppelt auf den Zeiger, wenn ich euren Ausdruck von Bedauern „spüre“, was da alles falsch gelaufen ist in der DDR und der Ausbildung zum „sozialistischen“, politisch denkenden Menschen.
    Meine Güte, wer nicht will, der hat schon. Bei dieser Jahrhunderte lange Konditionierung eines kranken Kultes, sollte euch, denen ja wenigstens der Kommunismus gelehrt wurde, bewusst sein, warum die Masse der Leute so denken MUSS, wie sie denkt. Dieses Denken ändert bestimmt gar niemand dadurch, dass ständig die Fehler der Vergangenheit vor 25, 40, 60 oder 1000 Jahren analysiert werden. Da werde ich geradezu blöde im Kopf.

    So, verzeiht, aber das musste jetzt echt mal raus. Ich gehe ja auf eure Blogs, um was zu lernen und nicht, um mich von irgendwelchen Traumata berieseln zu lassen.

    • Solveigh Calderin schreibt:

      Nein, Georg, ganz gar wollen wir uns nicht „geschlagen“ geben und den Rest unseres Lebens herumjammern! Ganz im Gegenteil!
      Wir wollen es aber BESSER machen! Nicht dieselben Fehler wiederholen!
      DARUM und NUR darum MÜSSEN wir über unsere Fehler sprechen!

      Der Sozialismus ist das bessere, das gerechte System für das Zusammenleben der Menschen!
      Da beißt die Maus keinen Faden ab!
      Dennoch sind die Menschen dem Tand und den falschen Versprechungen des Westens hinterhergerannt. Also MÜSSEN wir uns damit auseinandersetzen, WARUM das möglich war.
      Sonst werden wir dieselben Fehler wiederholen – und das muss UNBEDINGT vermieden werden!

      • Liebe Solveigh,

        ich denke zwar, dass es richtig ist über seine eigenen Fehler zu sprechen, aber das gehört für mich nicht in die Öffentlichkeit, während „parteiliche“ Disziplin und Selbstkritik nicht ins Private sondern in die Öffentlichkeit gehören.
        Und die DDR und Sowjetunion sind doch nicht daran gescheitert, dass der „Lehrstoff“ möglicherweise trocken, langweilig und dröge serviert wurde [ich kann dazu nichts sagen, weil ich es nie erlebt habe], aber die Vermittlung von Lehre ist immer nur so gut, wie der Lehrer dazu begabt ist. Da kann etwa jemand eine Lehre bis in die verborgensten Winkel hinein erfasst haben, aber ihm fehlt die Begabung, das mit Begeisterung zu vermitteln / das muss man halt als Schüler durch. Und als erstes ist doch der Sozialismus als Lehre etwas rationales und nicht etwas emotionales. In der Natur der Sache liegt es doch bereits, dass alles Rationale trocken, langweilig und dröge ist, Und so gibt es viele Menschen, die das zwar vermitteln können, aber nur wenige unter ihnen, die dass mit Begeisterung machen können, so dass es Lernenden eben nicht trocken, langweilig und dröge vorkommt. In der nicht vorhandenen Begabung „begeisternd“ zu vermitteln, kann ich jedenfalls keinen Fehler ausmachen.

        Vom Wesen her ist doch der Sozialismus areligiös und atheistisch. Daraus fabrizieren und konstruieren aber die Feinde der Wahrheit, dass der Sozialismus eine Anti-Religion, in unserem Kulturkreis: eine antichristliche Ideologie sei – er also anti-göttlich oder antichristlich sei. Und weil der Todeskult (wie ich ihn nenne) als die definitive Befreiung, Erlösung, ja die Freiheit selbst vermarktet wird, muss der Sozialismus von der verblendeten und verführten Masse ans Anti-Freiheitsbewegung verunglimpft und auch so wahrgenommen werden.

        Der Sozialismus stößt also auf eine vom Aberglauben konditionierte und empirisch vorbelastete Menschheit. Dieser Aberglaube sowie die aus ihm hervorgegangene und von ihm entwickelte Philosophie „RECHT“ genannt, sind die mentalen Werkzeuge, um die Menschen, die doch nun schon vor Jahrhunderten und Jahrtausenden physisch versklavt wurden, mental und geistlich gefangen zu halten.

        Du schreibst: „Der Sozialismus ist das bessere, das gerechte System für das Zusammenleben der Menschen! Da beißt die Maus keinen Faden ab!“ Ich sage: „Der Sozialismus ist Wahrheit! Der Sozialismus ist Frieden! Der Sozialismus ist Wohlstand in Freiheit und Gerechtigkeit für alle Menschen!“
        Und ich sage das als sogenannter „tief-gläubiger“ Mensch und als einer, der im Todeskult nicht nur theologisch sondern praktisch bewandert ist, denn [Metapher an] ich kenne das sogenannte Christentum von seinem tiefsten inneren Wesen her, bis zum Kern seiner „Matrix“, von seiner feinsten Verwurzelung bis hinauf zur kleinsten Verästelung – ein vollkommen vom Bösen verrotteter Baum, der niemals eine gute Frucht abwerfen konnte. [Metapher aus]
        Es gibt darin nichts Gutes und es ist daran auch niemals etwas Gutes zu entdecken.
        Aber unter seiner Sklaverei, seiner tyrannischen Gewalt, seiner Unterdrückung, seiner Plünderung und seinem seit über 1400 Jahren betriebenen Massenmord an allen Völkern der Welt bis zu den Enden der Welt und fernsten Gestaden der Erde leiden alle Menschen gleichermaßen und in ihm leben die sehr guten und heiligen Menschen, die in ihrer erkenntnislosen Bewusstlosigkeit der Selbstentfremdung ihres Seins und der Natur dahin vegetieren.

        Und deshalb halte ich es für richtig und wichtiger, die Lügen und Verbrechen des Kapitalismus zu nennen, als sich öffentlich über menschliche Fehler zu unterhalten oder „schmutzige Wäsche über die Sozialisten zu waschen“, die doch in Wirklichkeit niemals welche gewesen sind, weil damit die LÜGEN, die vom Kapitalismus über den Sozialismus verbreitet werden, befeuert werden.

        Denn dadurch bleibt der Eindruck bei der Masse der Unaufgeklärten haften, dass einer der übelsten Lügner doch „recht“ damit hatte, als er seinen abscheulichen Schmutz aller Welt kundtat:

        „Socialism is a philosophy of failure, the creed of ignorance, and the gospel of envy, its inherent virtue is the equal sharing of misery.“ – Winston Churchill

  5. sascha313 schreibt:

    Danke Georg, Du hast recht! Es wird Zeit, daß mit dem ewigen Vergangenheitsgejammer über die Fehler der DDR endlich Schluß ist. Einige scheinen immer noch nicht erkannt zu haben, daß die DDR im Vergleich zum Westen ein Paradies war: was Arbeit betrifft (keine Arbeitslosigkeit!), die hervorragende Schul- und Hochschulbildung, die Sozialfürsorge, die kostenlose medizinische Betreuung, der bezahlbare großzügige Wohnraum, die Fürsorge für Kinder und alte Menschen, die fast fehlende Kriminalität im Vergleich zu heute, der durchgängige Antifaschismus, die Zukunfts-Chancen, die JEDER hatte – absolut jeder – sogar eine Frau Merkel usw. usw. … Daß die DDR in den politischen Fächern „versagt“ hat, kann nur jemand behaupten, der nicht in der DDR gelebt hat. Über die tatsächlichen Ursachen hatten wir bereits mehrfach geschrieben. Wer ist denn eigentlich Roland Jahn. Ich kann mir nicht vorstellen, daß mir ein ausgewiesener DDR-Feind überhaupt etwas über mein sozialistisches Vaterland erklären kann…
    https://sascha313.wordpress.com/2014/09/11/ein-tag-im-leben-der-ddr/

    • Sascha, du hattest ja einen Link zu einem Video über Putin hier eingestellt.

      Lies mal, wenn es deine Zeit erlaubt, wie da Leute immer noch die DDR diffamieren.

      Meine Antwort an einen dieser Honks: Georg Löding1 hour ago says:

      +John Hawk Also, ich höre den Lobgesang der Lebenden, dass sich die DDR gegen die Kapitalisten-Schweine, Nazis, Zionisten – halt dieses ganze rassistisch-faschistoide Gesocks – durch Stacheldraht und Mauer absicherte.

      Ihr tut immer so, als ob es verboten gewesen sei, die DDR zu verlassen. Jeder der wollte, konnte einen Antrag stellen und nach Bearbeitung und Genehmigung desselbigen die DDR verlassen.

      Komisch, dass von den etwa 17 Millionen Menschen, die dort lebten von 1977 bis 1989 nur 316.000 einen solchen Antrag überhaupt stellten, 92.900 diesen zurücknahmen, 139.800 Menschen die DDR trotz Antragstellung oder Genehmigung gar nicht verlassen haben, so dass lediglich 176.200 Menschen tatsächlich dauerhaft die DDR verließen,

      WÄHREND im SELBEN Zeitraum 5.657.960 die BRD VERLASSEN HABEN!!! Also 32 mal mehr Menschen haben die BRD verlassen – und Sie glauben immer noch die Bürger der DDR wären die Unzufriedenen gewesen?
      https://www.destatis.de/DE/Publikationen/Thematisch/Bevoelkerung/Wanderungen/Wanderungen2010120127004.pdf?__blob=publicationFile

      Jeder Knalltüte und jedem Vollposten war bekannt, dass die Grenzen gegen den Kapitalismus und seine Verbrecherbanden durch Stacheldraht, Minenfelder, Schußanlagen, Mauer und bewaffnete Selbstverteidigungskräfte gesichert war und jeder wußte, daß es illegal gewesen ist, die DDR über dieses gefährliche Gebiet ohne Genehmigung zu verlassen UND jeder der diese Grenze entweder von Seiten der BRD oder von Seiten der DDR betreten wollte, wurde durch die entsprechend angebrachten WARNTAFELN auf die LEBENSGEFAHR schriftlich hingewiesen.

      An jedem Elektromast ist ein Warnschild zur Lebensgefahr. Wenn ich so blöde und bescheuert bin, den Mast dennoch hinauf zu steigen, kann ich weder dem Strom noch dem Hersteller oder den Verbrauchern die Schuld dafür geben, dass mich der Schlag trifft.

      Es ist selbstverständlich menschlich eine Tragödie, dass Menschen sich haben verführen lassen, sich auf ein hochgesichertes Minenfeld zu begehen und dabei getötet wurden.

      Die Schreie der Sterbenden im Todesstreifen höre ich sehr wohl, es ist nämlich die Anklage gegen die Verbrecher des territorialen Sonder-REGIMES BRD. Aber sone Schranze, son Lakai des Kapitalismus, so ein FALKE (=> Hawk) des REGIMES BRD wie Sie (=> Hawk), will das natürlich niemals wahrhaben und muss die LÜGEN verbreiten..

      • Solveigh Calderin schreibt:

        Zu diesem Thema bringe ich auch immer gern den Vergleich zwischen der Anzahl der Toten an den Grenzen der DDR (übrigens gab’s die Toten ja NUR an der WESTgrenze, was allein schon bemerkenswert ist!) innerhalb von 40(!) Jahren: das sind ganze 872(!!) Tote und darin eingerechnet sind die Grenz-Provokateure aus dem WESTEN!!, die vom WESTEN aus erschossenen (man kann auch sagen ERMORDETEN!!) Grenzer der DDR und ach ja, es sind auch ein paar dabei, die es nicht lassen konnten und ihr Leben aufs Spiel zu setzen, um medien-wirksam „abzuhauen“ und dabei „umzukommen“!! – und den JÄHRLICHEN Toten an den EU-Außengrenzen heute, das sind ca. 1.500 Tote! JEDES JAHR, wohlgemerkt, und genaue Zahlen gibt es nicht!
        Welches System war/ist also MÖRDERISCH???

        Wenn Wikipedia auch in bester Hetz-Manie des kalten Krieges von einer „innerdeutschen“ Grenze spricht, die es ja NICHT war, so belegen die Zahlen eindeutig die Hetzen und Lügen wegen der „Mauertoten“ und deren maßlose Übertreibung bis auf den heutigen Tag, nur um Sozialismus schlimmer als Faschismus darzustellen!

        http://de.wikipedia.org/wiki/Innerdeutsche_Grenze#Grenztote

    • sascha313 schreibt:

      Solveigh, die politische Bildung ist von jeher ein schwieriges Gebiet. Einesteils, weil es eine Wissenschaft ist (d.h. weil man etwas wissen muß, um eine Revolution zu machen – und sei es die wissenschaftlich-technische), und andernteils, weil im Leben eines jeden Menschen mitunter ganz andere Dinge im Vordergrund stehen (z.B. Beruf, Ausbildung, Familie…).

      Aber gerade deshalb war ja in der DDR der Staatsbürgerkunde-Unterricht Bestandteil der Schulbildung, und M/L war Bestandteil des Studiums. So konnte man genau das lernen, was man wissen mußte über die Gesellschaft, über den Staat, über den Imperialismus. Sieh‘ Dir die DDR-Lehrbücher an und vergleiche sie mit den heutigen. Kann man nun sagen, daß die politische Bildung schlecht war? War sie „verwässert“? Nein, das kann man nicht sagen. Die Lehrbücher der DDR waren erheblich besser! Sie waren wissenschaftlich. Und in der Gesellschaftswissenschaft (M/L oder Geschichte) findest Du noch heute nichts Besseres! Natürlich gibt es neue Erkenntnisse. Und die Wissenschaft (wie auch die Geschichte) bewegt sich weiter.

      Frage einen „Ossi“, was er vom Kapitalismus weiß, und er wird Dir antworten. Nicht immer genau, aber mit Grundwissen. Frage dagegen einen „Wessi“, und er wird Dir meist das erzählen, was er irgendwo gehört hat oder was man am Stammtisch erzählt. Ich will das nicht vereinfachen und auch nicht verallgemeinern, aber vielleicht verstehst Du, was ich meine: noch heute gelten „die Russen“ als die gebildetste Nation der Welt. Schau Dir dagegen mal die Amerikaner an!

      Die psychologische Kriegsvorbereitung des Imperialismus beruht auf MANIPULATION (s.o.). Und im Sozialismus gab es diese Manipulation nicht (wenn man mal von den Abweichungen solcher Revisionisten wie Chruschtschow, Wolkogonow, Gorbatschow u.dgl. Gesindel absieht). Im Sozialismus wurde WISSEN verbreitet! Das ist der Unterschied! Wer hat nun versagt? Die Geschichte beginnt nicht erst mit dem IX.Parteitag der SED oder so, sondern weit früher. Die Abweichungen und den Verrat gab es schon 1953.

      Kann man nun sagen, daß die DDR versagt hat? Nein, das kann man nicht sagen. Die DDR hat alles getan, was möglich war (inklusive Fehler gemacht), und sie hat alles zur Verfügung gestellt, was notwendig war. Kann man aber nun erwarten, daß jeder versteht, wohin der Hase läuft? Nein, auch das kann man nicht erwarten (trotz hoher Bildung!) Viele Genossen haben bis heute nicht begriffen, wo der „Fehler“ lag. Sie sind z.B. Mitglied der Partei „Die Linke“ – wo von „links“ keine Spur mehr ist, und sie verraten und verleumden heute noch (nachträglich) die DDR. Sind das noch Kommunisten? Nein, sie sind keine Kommunisten mehr. Und darum geht es: Es geht um den Klassenstandpunkt!

      • Solveigh Calderin schreibt:

        Sascha, der Klassenstandpunkt war ja wohl nicht ausreichend ausgebildet, sonst hätte die DDR nicht so leicht annektiert werden können, das VOLK, hat sich NICHT GEWEHRT! Warum? Weil sie dumm waren?
        Oder weil ihnen die gesellschaftlichen Zusammenhänge so erklärt wurden, dass sie die als LÜGE empfanden?
        Nicht die Fakten wurden verwässert, aber die Art und Weise des Unterrichts!
        Da nur bewertet wurde, was einer hübsch auswendig gelernt hatte, konnte da nicht Gutes, sondern nur Falsch und Lüge heraus kommen! So wurden die Menschen zur LÜGE erzogen!!

        Wenn Menschen in Führungspositionen gelassen werden, die eben KEINEN Klassenstandpunkt hatten, aber immer hübsch auswendig hergebetet haben, was VERLANGT wurde, OHNE JEDE INNERE ÜBERZEUGUNG, dann, freilich, MUSSTE die DDR untergehen. Sie basierte auf den LÜGEN der Menschen (nicht der Lehre!).

        Und es gab KEINE Mechanismen, das zu verhindern? DOCH! Allerdings liegt hier auch die Falle:

        Warum MUSSTE jeder, der in eine Führungsposition wollte SED-Mitglied sein? Warum zählte die Fähigkeit, ND-Leitartikel deklamieren zu können mehr als WISSEN in Bezug auf die Position, das FACH?
        Warum waren Parteisekretäre Menschen, die als erste in die BRD fuhren und davon schwärmten, „wie toll“ da alles ist und am MEISTEN mit dem Westgeld ihrer lieben Verwandten umher schmissen, ansonsten aber nur ND-Artikel deklamierten und auswendig gelerntes M/L-Wissen ohne innere Anteilnahme vor sich hin plapperten?

        Wenn wir DIESE Fragen nicht beantworten, wird sich alles wie gehabt entwickelt und dann haben wir mit der Erfahrung DDR gar nichts gekonnt!

        Mit der RICHTUNG der Partei der LINKEN bin ich mit Dir einverstanden, ich kenne jedoch jede Menge Genossen, die Kommunisten sind und da einen aufreibenden Kampf führen, um diese Partei wieder zu ihren Wurzeln zurück zu führen. Diese Menschen haben meine volle Unterstützung in ihrem Kampf!
        Die anderen Parteien dieses Landes, die sich kommunistisch nennen, täten meiner Meinung nach gut daran, das a) anzuerkennen und b) zu unterstützen!

        Und es wäre an der Zeit, dass sich die Kommunisten dieses Landes endlich zusammenfinden, statt sich zu bekriegen!

        Ich bin kein Mitglied irgend einer Partei. Ich habe noch keine gefunden, die mir ein „zu Hause“ sein könnte. Die einen wie die anderen denken und handeln für meinen Geschmack zu eng!

        Deinen Blog aber liebe ich wegen des vielen Menschen verloren gegangenen Wissens und anderen Menschen nie zugänglich gewesenen Wissens, das Du (wieder) verbreitest!
        Vielen herzlichen Dank dafür!

    • rheinlaender schreibt:

      Hallo Nadja,

      Georg, harry56 oder meine Wenigkeit schreiben oft komisch weil wir im westlichen Propaganda-Individulismus aufgewachsen sind. Aber wir wissen eventuell, wie man den Wessis helfen kann, dem Sozialismus näher zu kommen. Richtig antikommunistisch sind die Wessis nie gewesen. Trotz permanenter Medienhetze. Die sollte man mal loben. Der Einzelne zählte im Kapitalismus REAL zwar gar nichts, aber die Propaganda hat
      1) Kriege begründet mit ein paar – oft gefälschten – Kinderopfer
      2) das kapitalistische Wirtschaftssystem damit heilig gesprochen, dass irgendeiner tatsächlich vom Tellerwäscher zum Millionär wurde
      3) Gerechtigkeit für irgendeinen Einzelnen begründet, wenn im assozialen Nachmittagsprogrammen sich noch assozialere Richter, Detektive, Polizisten für den kleinen Mann einsetzen. Noch schlimmer ist der Slogan Blöd (BILD) hilft.
      Immer wurde uns Wessis heuchlerisch und sehr emotional – ja wie Hollywood – von Individuen erzählt. Die soziale Herkunft, die historische Einbettung, die Situation von Klassenkämpfen zur jeweils aktuellen Zeit wurden nie erwähnt.

  6. “ @ Georg „ Ihr tut immer so, als ob es verboten gewesen sei, die DDR zu verlassen. Jeder der wollte, konnte einen Antrag stellen und nach Bearbeitung und Genehmigung desselbigen die DDR verlassen.“

    Was bitte ist an dieser meiner Aussage unrichtig oder falsch?

    Die sowohl von der DDR als auch jetzt von der BRD veröffentlichten Zahlen (dazu der Link, den ich angegeben habe) beweisen dokumentarisch und empirisch belegen sie es anschaulich,
    dass es NICHT VERBOTEN gewesen ist, die DDR zu verlassen,
    dass dazu entsprechende Anträge gestellt werden mussten,
    dass diese Anträge bearbeitet wurden,
    dass sie gemäß des Inhaltes der Anträge genehmigt wurden und
    dass von 1977 bis 1989 NUR 316.000 einen solchen Antrag überhaupt stellten,
    92.900 diesen zurücknahmen, 139.800 Menschen die DDR trotz Antragstellung oder Genehmigung gar nicht verlassen haben, so dass lediglich 176.200 Menschen tatsächlich dauerhaft die DDR verließen.

    Diese TATSACHEN können nicht durch die kapitalistische Propaganda dadurch ausgehebelt werden, dass hier jemand ohne Dokumente, Urkunden oder Belege einfach bloß behauptet, dass Sogar DDR Bürger, die verheiratet waren mit einen Ausländer aus den „NSW“ mit Aufenthaltsgenehmigung in der DDR, „nicht berechtigt“ waren, Anträge auf Besuchs-Reisen und „schon gar [nicht auf] Ausreise zu stellen“.

    Das ist doch ein derartiger Mumpitz und eine Diffamierung des Rechtsstaats DDR aus der ganz untersten Schublade, der dann noch mit emotionalen Erfahrungen untermauert werden soll: „Sogar mit Hilfe eines anderen staatlichen Organes blieb es einen bürokratisches Hürdenlauf mit Spießruten und Fuchsbau. Ich habe es selbst mitgemacht, bin Anfang 1985 LEGAL aus der DDR nach meine neue Heimat, Flandern, umgezogen.“

    Also, erst wird behauptet, dass ein DDR Bürger, der mit einem Ausländer aus dem „NSW“ verheiratet gewesen ist, „nicht berechtigt“ war, Anträge auf Besuchs-Reisen und Ausreise-Anträge zu stellen“ und im gleichen Atemzug wird behauptet, dass derselbe Mensch aber sehr wohl die DDR legal verlassen hat. – das würde ja implizieren, dass man die DDR sogar ohne entsprechende Anträge verlassen konnte, also exakt wie hier bei uns in der BRD!

    Sorry, sorry, sorry – aber vergackeiern kann ich mich selber.

    Nä, na! Mir wurde genug Müll über die DDR in mein Hirn geschissen, so etwas brauche ich jetzt 25 Jahre nach dem Ende der DDR nicht noch einmal.

    Und „Rede bzw. schreibe bitte nur über Sachen, wovon Du Ahnung und Sachkenntnis hast.“ Yo^^ Yeap, bevor ich etwas schreibe, mache ich mich durch das Lesen entsprechender Dokumente schlau und rede nicht aus hohlem Bauch heraus oder aus den Annahmen, Vermutungen und Spekulationen, mit denen ich auf Anti-Kommunismus und Anti-DDR dressiert werden sollte.

    So, und wegen all der Lügengeschichten über die DDR sei es doch hier einmal erwähnt, warum die DDR denn überhaupt die Ausreisewilligen Menschen verpflichtet hat, entsprechende Anträge zu stellen:
    Die DDR hat sich als Rechtsstaat an die Verträge mit der BRD gehalten und diese Verträge beinhalten die Verpflichtung der DDR, dass solche Anträge zu stellen sind, weil durch jede Auswanderung aus der DDR völkerrechtliche Verpflichtungen der BRD erwuchsen, die die BRD aber lieber vermeiden wollte, aber nur durch „rechtliche“ Mittel aufschieben konnte.

    Und außerdem weiß ein kapitalistisches System, wie das der BRD selbstverständlich auch, was es für schusselige Menschen sein müssen, die ihre Heimat und einen sehr guten Staat freiwillig verlassen wollen. An solchen Menschen hat sie aber gar kein Interesse, sondern benutzt sie lediglich als Faustpfand im politischen Ränkespiel gegen den Sozialismus. Ja, ja – dumm ist der Kapitalismus nicht, sondern in seiner Klugheit sehr durchtrieben. But thats just my opinion.

  7. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Forum Politik rebloggt und kommentierte:
    Antikommunistische Propaganda

  8. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Lesen bildet.
    Zuhören und das Gehörte verarbeiten: eine seltene Begabung.

  9. Vorfinder schreibt:

    Hallo Georg, das könnte Dich interessieren.
    »Ja, ich bin dazu bereit« – Eine Rückblende
    Buch von Gregor Schirmer
    Diese Autobiografie ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Erstens schreibt hier einer, der während des Kalten Krieges von West nach Ost wechselte und in der DDR eine wissenschaftliche und politische Laufbahn absolvierte, die ihn bis an die Spitze der SED führte. Zweitens berichtet hier ein kundiger Insider, der fast ein Vierteljahrhundert zögerte, sich zu offenbaren. Inzwischen haben sich nahezu alle Persönlichkeiten der ersten und zweiten Reihe mitgeteilt: Gregor Schirmer gehört zu den wenigen Letzten, die dazu noch in der Lage sind. Herausgekommen ist ein in jeder Hinsicht exklusives zeitgeschichtliches Dokument.

    Grüße
    Vorfinder

    • Inson schreibt:

      @Vorfinder
      Lohnt es sich wirklich dieses Buch zu kaufen? So klingt es ja zunächst interessant. Ich habe allerdings keine Lust mehr, Geld für irgendwelche revisionistischen, antistalinistischen Lebensbeichten auszugeben. Hast du das Buch bereits gelesen?

      • Vorfinder schreibt:

        Lieber Inson, mir war Deine Frage entgangen, es wurde unübersichtlich hier …
        Der Hinweis auf das Schirmer Buch war an den Georg gedacht, da er gerade in Diskussion mit Nadja war. Und im Buch auch diese Themen behandelt sind. In der Sache scheint mir das Buch brauchbar, in der ausgebreiteten Haltung Schirmers vermute ich mehr Suspektes, als ich vorläufig sehe.

        Deine Vorbehalte teile ich was die Person Gregor Schirmer anbelangt. Er hatte nach der Konterrevolution schließlich ein paar (mindestens) dusselige Einlaßungen, bis hin zu Entschuldigungen für an sich politische Courage und parteiliche Position.

        Ich bin das Buch eher flüchtig durchgegangen, habe es noch nicht vollständig gelesen. (Eben weil man nicht immer anderen Geld geben kann, für deren Ergüsse, halten wir es hier in unseren Runden so, daß ein Buchexemplar unter uns rumgeht – ich bekomme es kommende Woche zu lesen).

        Für DDR Bürger sind die im Buch behandelten Punkte in der Sache nicht überraschend, in der Innenansicht teils aber interessant. (Hier jetzt zu zitieren, ist vielleicht der falsche Platz). Z.B.: Die Führungsrolle der SED behandelt er im Buch (wie gesagt flüchtig von mir eingesehen) kritisch, was schon darauf verweisen kann, wohin der übrige Wind weht.
        Und ein Kapitel ist mit „Revisionist im Völkerrecht“ überschrieben. Wie viel Revisionist
        ist im übrigen?

        Dennoch der Umfang der Aufzeichnungen macht neugierig. – Und ich ziehe schon vor, dass DDR Bürger berichten …

        Mit Stalin insbesondere ist der G. Schirmer nicht klar. Diese Krankheit hat er unter all diesen Genossen aber nicht alleine. – Blöde ist, dass er da immer noch nicht kuriert scheint.

        So dürftig ich Schirmers Position aus DDR Zeit kenne, (in der DDR war er mir keine Orientierung und eher blass – hast Du andere Wahrnehmungen?), habe ich ihn nicht den eindeutig Revisionisten zugeordnet. Allerdings könnte dies an seinem Drehen und Ducken liegen. – Bei der Flüchtigkeit in der ich im Buch bisher rein las, scheint mir Dein Unbehagen berechtigt.
        Ich will es aber am ganzen Buch beurteilen.

        Weshalb ich aber schon auf das Buch hingewiesen habe ist, dass Schirmer in Kenntnis (soweit ich sehe häufig zutreffend) Auskunft über DDR Läufe gibt, zu denen der Georg von außen hier in Kommentaren viel mutmaßt.

  10. guenter 47 schreibt:

    Lieber Sascha, ich habe lange nicht mehr eine solch aufgeregte Diskussion verfolgt und kann mich nun auch nicht zurückhalten, etwas dazu zu sagen. Solveigh, die Menschen nehmen ihre Umgebung unterschiedlich wahr und das ist auch gut so. Für dich war das Parteilehrjahr langweilig,,für andere vielleicht nicht. Es kommt doch immer darauf an, ob man bereit ist, das vermittelte Wissen aufzunehmen und wie dieses vermittelt wird. Jedenfalls ist die DDR nicht an der Qualität des Parteilehrjahres gescheitert und der Klassenkampf wurde auch dort nicht geführt.Die Partei ist am Opportunismus kaputt gegangen. Viele sogenannte Genossen waren keine,sondern sie erwarteten von ihrer Mitgliedschaft eine bevorzugte Förderung in ihrem beruflichen Weiterkommen. Das ist übrigens auch heute noch so. Wieviele ehemalige Politiker landen nach ihrer Karriere in bestbezahlten Positionen der Wirtschaft, obwohl sie noch keinen Nachweis ihrer Eignung gebracht haben?

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