Die „Mauer“: Die Sprache verrät den Feind…

0_4bc0a_5551e968_XLWie oft ist in den Medien oder bei ganz normalen Gesprächen vom „Mauerfall“ die Rede, von der „Wende“ oder von der „Stasi“? Wie achtlos werden diese Begriffe im täglichen Sprachgebrauch wiederholt, ohne daß diejenigen, die sie benutzen, sich darüber im Klaren sind, daß sie hier die Sprache der herrschenden Klasse (der Bourgeoisie) benutzen. Der Sprachwissenschaftler Eduard Kurka  hat sich mit der Verwendung solcher Begriffe auseinandergesetzt. Er schreibt:

Der Klassenfeind setzt in seiner Sprachpolitik kontinuierlich die Linie fort, die seit jeher mit allen Mitteln sprachlicher Diversion gegen Sozialismus, Frieden und Fortschritt verfolgt wurde. Viele dieser Sprachbezeichnungen dienen der Tarnung der wahren Interessen und Ziele des Klassengegners, der Irreführung und Täuschung. Sie verfälschen die Wahrheit. Eine Reihe von ihnen ist zwar geschickt „verpackt“, bei genauerem Hinsehen jedoch verräterisch. Andere zeigen sich in ihrer haßerfüllten und brutalen Offenheit.

Die Nazipropaganda liefert das Vorbild

Der Klassengegner in Westdeutschland knüpft an die Praktiken der Nazipropaganda und an die „massenpsychologischen“ Rezepte eines Le Bon [1] an: Regierungskunst ist unter anderem die schwierige Kunst der Täuschung mit sprachlichen Mitteln. Nicht das Denken, sondern Vorurteile und unklare, negative Gefühle werden angesprochen, bestimmte Wörter und Wendungen fungieren als „Klingelknopf“, der beabsichtigte Vorstellungen und Gefühlsassoziationen wachruft – am besten so, daß die Menschen es nicht merken. Ihr ständiger Gebrauch in verschiedenen Zusammenhängen soll die Menschen im antikommunistischen Sinne und mit apologetischer Zielsetzung für die kapitalistische Gesellschaft manipulieren. Sie haben den Zweck, falsche Vorstellungen zu suggerieren, an Vorurteile anzuknüpfen, abzulenken sowie Gefühls- und Willenshaltungen zu erzeugen, die auf der Verfälschung der Wahrheit, auf Lüge und Verleumdung beruhen. Besonders die westdeutsche Haß- und Triebpropaganda zeigt diese Linie, in die bereits seit langem in Übereinstimmung mit dem Klassengegner die rechte Führung der westdeutschen Sozialdemokratie eingeschwenkt ist.

Auf die richtigen Begriffe kommt es an

Wir erinnern uns noch an die sprachlichen Prägungen der faschistischen Propaganda, die von „Novemberverbrechern“, „Erfüllungspolitikern“, der „Schmach von Versailles“ sprach, die Dolchstoßlegende benutzte, die Bezeichnung „System“ und „Systemzeit“ nur in verächtlichem Sinne gebrauchte, von „Schicksalsgemeinschaft“ faselte und mit Bezeichnungen wie „bolschewistische Untermenschen“ und anderen Brutalität und Zynismus verbreitete. [2] Wörter, deren Bezeichnungsfunktion eine ganz bestimmte Auffassung des Klassengegners übertragen sollen, sind heute unter vielen anderen: „Mitteldeutschland“; es soll den „Osten“ Deutschlands assoziieren, der verloren wurde und wiedergewonnen werden muß. Dieser Ausdruck dient also der revanchistischen Politik. „Oder-Neiße-Linie“; die Bezeichnung „Linie“ soll den provisorischen Charakter der Oder-Neiße-Grenze und damit den Anspruch auf die zu „befreienden Ostgebiete“ suggerieren, obwohl die Wirklichkeit eine andere Sprache spricht. Moderne „Klingelknöpfe“ im Sinne Le Bons sind SP-Schillers „konzertierte Aktion“, „soziale Symmetrie“, „Planifizierung“ sowie Erhards „Wohlstandsgesellschaft“, „pluralistische Gesellschaft“ und andere.

Die geheimnisvolle Macht der Worte

Wie der Mechanismus dieser festen Prägungen wirken soll, wird uns deutlich, wenn wir die Funktion einiger Bezeichnungen genauer untersuchen. „Die freie Welt“ soll die Assoziation „unfreie Welt“ hinter dem „eisernen Vorhang“ auslösen. „Soziale Symmetrie“ soll dem Bürger die Vorstellung einer ausgewogenen, gerechten Verteilung der Soziallasten und Sozialleistungen aufdrängen. (…) Es wurde bereits erwähnt, daß Le Bon die Empfehlung gab: Bilder, Worte und Wendungen besitzen eine geheimnisvolle Macht, wenn sie „kunstgerecht“ angewandt werden, und Wörter, deren Sinn schwer zu erklären ist, seien oft die wirkungsvollsten. Ein charakteristisches Beispiel dafür ist das Wort „Abendland“, ein Begriff, der bewußt unklar gehalten ist. Er soll die Tradition und Kultur des „Abendlandes“ – was dazu zu rechnen ist, läßt sich schwer sagen – im Gegensatz zum „Morgenland“ stellen, das nicht diese „ehrwürdige“ Kultur aufweisen kann oder gar mit „barbarisch“ assoziiert wird. Meist ist eine solche Unterscheidung gar nicht beabsichtigt, sondern nur eine noch unklarere und dumpfe Vorstellung vom Unterschied zwischen dem „freien“ „Abendland“ und der „anderen“ „unfreien“ Welt, womit das sozialistische Lager gemeint ist. In primitiver Verzerrung werden einfach die Vorstellungen „frei“ und „unfrei“ daran geknüpft. In einem derart bewußt unklaren Sinne werden auch „Demokratie“, „Sozialismus“, „Freiheit“, „Gleichheit“ und andere Begriffe gebraucht. Wir müssen vom klassenmäßigen Standpunkt die Frage stellen: Freiheit für wen? Ist Gleichheit Gleichmacherei?

Zum Beispiel – „Nationalsozialismus“

Wie die Bezeichnungsfunktion der Sprache auch mit der Parteilichkeit und gleichermaßen Klarheit des verwendeten Ausdrucks zusammenhängt, zeigt das Wort „Nationalsozialismus“, das von den Faschisten zur Täuschung der Massen erfunden wurde. Die Frage, warum wir dieses Wort nicht in unserem Sprachschatz gebrauchen, wurde einleuchtend in einer Diskussion geklärt. Die Auffassung, daß das Wort im Duden stehe und außerdem ein Begriff sei, der 12 Jahre lang für eine historische Erscheinung gebraucht worden sei, daher auch von uns verwendet werden könne, ist falsch, ist Objektivismus. Bei diesem Wort handelt es sich um Demagogie. Wir müssen von der Frage ausgehen, ob ein Wort eine richtige oder eine gefälschte Münze ist. Die Bezeichnung „Nationalsozialismus“ muß man ablehnen, sofern nicht hinzugefügt wird, wie lügenhaft diese Prägung ist. Der deutsche Faschismus war gerade das Gegenteil von „national“ und „sozial“. Wir gebrauchen das Wort „Faschismus“ und meinen damit die chauvinistische und offen terroristische Form des Imperialismus, und in diesem Sinne hat sich bei uns die Form „Naziherrschaft“ mit eindeutiger Wertung eingebürgert. Dagegen ist der objektivistische Gebrauch „Nationalsozialismus“ bereits im Dienste des Neonazismus in Westdeutschland mit der Gefahr der Identifikation behaftet. Diese Überlegungen zeigen auch deutlich, wie wichtig die Spracherziehung als Ausdruck einer Ideologie ist.

Oder: „Die Mauer“

Machen wir uns die pragmatische Wirkung der Wörter an dem Unterschied der Bezeichnungen „Mauer“ und „Schutzwall“ oder „Grenzsicherungsanlagen“ klar. Manche Menschen gebrauchen auch – ohne sich dabei etwas zu denken – die sprachliche Bezeichnung „Mauer“. Denn es ist ja (im Erscheinungsbild) tatsächlich eine „Mauer“. Man überlegt aber zuweilen nicht, daß diese Bezeichnung dem Gegenstand ein ganz bestimmtes „Etikett“ aufklebt. Dem Klassengegner kommt die Bezeichnung „Mauer“ sehr zustatten, und er nutzt das für seine Zwecke aus. Denn sie assoziiert „Trennung“ (eine Mauer ist zwischen uns), Unübersteigbarkeit, ein Hindernis, das die „bösen Kommunisten“ aufgerichtet haben, um die Menschen zu schikanieren und zu terrorisieren [3]. Der Gegner will also mit diesem Wort Ablehnung, Widerwillen, Unverständnis und Haß erzeugen. Das Wort spielt deshalb in der antikommunistischen Hetze eine große Rolle.
Berlin

Berlin - Staatsgrenze der DDR

Berlin – Staatsgrenze der DDR

Tatsächlich hat der Feind auch bis zu einem gewissen Grade seine Absichten erreicht, weil die Menschen die raffinierte Psychologie dieser gezielten Sprachregelung nicht durchschauen. Jemand könnte sagen: Was wollt ihr denn, es ist doch eine Mauer, das Wort spiegelt eben die Eigenschaften einer Mauer wider! Soweit, so gut. Das ist aber nur die eine Seite der Medaille. Das Wort spiegelt nur das auch für uns schmerzliche Erscheinungsbild dieser besonderen Mauer wider, aber nicht ihr Wesen, das heißt, daß sie ein Schutzwall ist! Unsere Sprachbezeichnung „Grenzsicherung“ (auch „Schutzwall“ ist geprägt) spiegelt – das sei mit Nachdruck wiederholt – das Wesentliche unserer Politik wider, ist also eine adäquatere Widerspiegelung der Wirklichkeit als die Bezeichnung „Mauer“. Gleichzeitig ist sie ein positives Bewertungswort, das dem negativ gefärbten Wort „Mauer“ entgegengesetzt wird. Denn wir wollen ja damit ausdrücken, daß diese Sicherung vorgenommen werden mußte, um die Existenz der Deutschen Demokratischen Republik und damit auch den Frieden in Europa zu sichern. Damit drücken wir also die objektive Wahrheit aus und bewerten sie in ihrem Sinne. Hier kann man auch Friedrich Schiller zitieren: „Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.“

Die Regierung der DDR wurde verunglimpft als das „Regime in Pankow“

Gegen unsere Gesellschaftsordnung und gegen unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat gerichtete negative Bezeichnungs- und Bewertungsformulierungen sind unter anderem: „Zone, „kommunistisch“ (stets mit abwertender Bedeutung gebraucht, gewissermaßen als Abstempelung des Schlimmsten, was es geben kann), „kommunistischer Zwangsstaat“, „kommunistische Drohung“, „Regime in Pankow“ oder einfach „Pankow“.

Politische Gegner werden beschimpft als „nützliche Idioten“

Negative, gegen mißliebige Bürger gewendete Bewertungswörter sind zum Beispiel: „politisch naiv“, „naiver Intellektueller“, „der unphilosophisch gewordene alte Gelehrte“ (für Jaspers), „trojanisches Pferd des Zonenregimes“ oder die Beschimpfung „nützliche Idioten“ für Menschen, die sich für eine vernünftige und realistische Politik gegenüber der DDR einsetzen. Das reicht bis zu dem von Erhard geprägten Ausdruck „Pinscher“. Der Diffamierung diente auch die Sprach-Pragmatik eines Höfer in seiner politischen Stammtischrunde, als er die Demonstration der Studenten in Westberlin gegen den Vietnamkrieg als „Mißbrauch der Straße“ bezeichnete. Bewußt sollen hier kleinbürgerliche Vorurteile und Denkweisen angesprochen werden, sich politisch nicht zu engagieren, soll der politische Kampf mit außerparlamentarischen Mitteln „verteufelt“ werden, wie der westdeutsche Ausdruck heißt. Das sind sprachliche Bewertungen, die diffamieren und diskreditieren sollen, sich allerdings nicht selten gegen ihre Urheber kehren.

Verschleierung

Verschleierung

[1] Le Bon: Begründer der Massenpsychologie u. Theoretiker des Massenbetruges
[2] vgl. auch: Victor Klemperer, LTI (Die Sprache des Dritten Reiches) Notizbuch eines Philologen, Verlag Phillip Reclam jun., Leipzig.
[3] Es war auch keine „innerdeutsche“ Grenze, denn ein „Deutschland“ gab es seit 1945, der Zerschlagung des deutschen Faschismus, nicht mehr. Das sogenannte Großdeutsche Reich war aufgeteilt worden in Sektoren, die den jeweiligen Besatzungsmächten zugeordnet wurden.

Quelle:
Eduard Kurka, Wirksam reden, besser überzeugen, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1970, S.254-261.(Zwischenüberschriften eingefügt – N.G.)

Siehe auch:
Nur die Wahrheit führt uns zur Erkenntnis…
Victor Klemperer: LTI
Die Begriffe der Kommunisten und ihre Fälschungen

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17 Antworten zu Die „Mauer“: Die Sprache verrät den Feind…

  1. Vorfinder schreibt:

    Danke, Sascha, Dein Artikel bringt es wieder auf den Punkt! Nach dem gerade der Bundestag, diese Feindesversammlung, sich in Ekel ergeht, sich den Herrn Biermann eingeladen hat, – welche Hilflosigkeit!, war der Artikel die passende Reinigung der brennenden Augen.

    Jetzt da die Bourgeoisie die Jährung der Konterrevolution abfeiert, da sollten wir darauf blicken, dass wir nicht aufgegeben haben. So will ich unbedingt Dank sagen für all die parteiische, unerschrockene Gegenwehr, Wissensvermittlung, verblüffende Produktivität die Du hier mit Deinem Blog so stetig vollbringst. Dein Blog beweist, dass die Bourgeoisie schon Recht hat mit ihrer Angst vor der revolutionären Klasse. Danke für Deine Unermüdlichkeit und kommunistische Zuversicht! Hier mit diesem Blog hat so mancher Leser Heimat.

    Venceremos!
    Vorfinder

  2. Pawel schreibt:

    Oh ja, die Medien sind ständig voll von diesen Kampfbegriffen. Z. B. wenn sich die aktuellen Machthaber wieder mal selbst loben wollen, was sie recht häufig tun, dann hören wir von der westlichen Wertegemeinschaft, von der freien Welt, von Pluralismus und Vielfalt, von Demokratie und immer damit in Verbindung der Begriff Freiheit. Die völlig verschiedenen Interessen der Bourgeoisie und der Arbeiterklasse werden dreist umgedeutete in die wohlklingende Wortschöpfung Sozialpartnerschaft. Und natürlich haben wir jetzt keinen Kapitalismus, sondern soziale Marktwirtschaft. Darin kann man sich doch wirklich nur wohlfühlen, oder?
    Und gerade zu jetziger Jahreszeit werden uns wieder Begriffe wie Demokratiebewegung, Montagsdemo, friedliche Revolution, und der Drang nach Freiheit allerorts wie Honig um den Mund gepinselt. Die herrschenden Ausbeuter loben das Volk, weil es damals endlich wieder in deren Schoß zurückgekommen ist. Genau so wie der Wolf das Schaf loben würde, wenn es freiwillig in dessen Bau kommt. Da ist das viele dicke Lob für das „kluge“ Schaf doch angebracht, oder etwa nicht?

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  5. Dr.Hubert Standke schreibt:

    Ich wurde schon ein mal aus diesem Blogg herausgeworfen.Begründung,ich sei ein Forentroll!?Ich versuche es noch einmal mit der Frage,ob überhaupt andere Meinungen akzeptiert werden bzw.,ob man sie auf dieser Seite außern darf.

  6. sascha313 schreibt:

    Natürlich werden wir andere Meinungen anhören und darüber diskutieren. Auf Provokationen einzugehen halten wir allerdings für unnütz. Beleidigungen, nazistische und fremdenfeindliche Äußerungen werden gelöscht. Übrigens, zum Thema „Meinung“ hatten wir uns schon mehrfach geäußert: https://wordpress.com/post/55521110/6881/

    • Dr.Hubert Standke schreibt:

      Was sind für Sie Provokationen?Nazistische oder fremdenfeindliche Äußerungen würde ich nie von mir geben und habe das auch bisher nicht getan.Ich habe auch niemanden beleidigt,was man von einigen Ihrer Blogg-Benutzer nicht sagen kann.Ich könnte Ihnen Dutzende von Beiträgen auflisten,wo Ihrer Seite genehme „Beiträgelieferer“führende Vertreter der Bundesrepublik(man kann zu ihnen stehen,wie man will)beleidigen.Was sind übrigens „unnütze“Beleidigungen?Gibt es nach Ihrer Meinung auch nützliche??Ich bin gegen jede!!!Form von Faschismus und auch für eine gerechtere Welt.Der von Ihnen immer wieder vorgeschlagene Weg dorthin ist gescheitert.Ich bin in der DDR aufgewachsen,bin also kompetent,über die Gründe ihres Scheitern mitzureden.Ich könnte zu den meisten Ihrer Beiträge begründete Gegenargumente liefern,die Sie aber vermutlich als Provokation einstufen.Woher nehmen Sie also Ihr monomanes Sendungsbewußtsein?Wenn Sie mir also nicht zugestehen,eine eigene Meinung zu haben,erübrigt sich jeder Disput.Man kann und muß im Leben manche Meinung ändern.Dazu sollte jeder bereit sein oder sollte das dialektische Prinzip für Sie nicht gelten?Ist das schon wieder eine Provokation?Übrigens:in diesem Land gilt das Grundgesetz(auch für Sie).Sollten Sie das Grundgesetz ablehnen,sollten Sie es sagen.Dann höre ich ohnehin auf,mit Ihnen zu reden. Mit nicht unfreundlichen Grüßen verbleibe ich als Ihr H.Standke

      • rheinlaender schreibt:

        Hallo Herr Standke. Natürlich gibt es nützliche Beleidigungen, wenn es gegen imperialistische Kriege und das Abschlachten der Bevölkerung in Korea, Vietnam, Irak …Jugoslawien, Libyen, Ukraine, Syrien geht. Beleidigungen sind auch nützlich, wenn man sich dazu äußert, daß in der BRD Hartz4-Empfänger zu Tode sanktioniert werden. Ja, die dürfen dann frierend unter der Brücke verhungern. Frage: Mögen Sie es etwa, wenn immer mehr superreich werden und ein Geringverdiener, Rentner, H4-ler noch nicht mal Geld für einen Schwimmbadbesuch haben?

        Und seit wann ist der DDR-Staat mit so wenig Schulden und so hoher Produktivität Ihrer Meinung nach gescheitert? Haben Sie da etwa ein Wunschdenken? Ich kann Sie da beruhigen: Selbst westliche Wirtschaftsprüfungsgesellschaften, grosse Unternehmensberatungen schütteln über den den BRD-Kampfbegriff „DDR-Pleite“ den Kopf. Mensch Junge, von den Wirtschaftszahlen der DDR träumen heute fast alle westlichen Katastrophenstaaten. Ja, auch die hochentwickelten, die ihrem früheren Wohlstand nur durch Rohstoff- und Energieklau, durch Raub von Südfrüchten, Edelmetallen, Textilien, Kaffee, Kakao, Fleisch, billigen Arbeitssklaven verschönern konnten. Übrigens: Den unteren 40 Prozent ging es auch zur sogenannte Wohlstandszeit genauso dreckig wie heute.

      • Doed schreibt:

        Historische Ereignisse (wie der Aufbau des Sozialismus) geschehen immer unter gewissen Umständen. Bisher kenne ich keine westliche Publikationen, die die Umstände mit erfasst hat, wenn es um das „Scheitern“ geht.

        Und, übrigens gibt es genügend Menschen die behaupten, in der DDR aufgewachsen zu sein. Gerade im Internet fällt es leicht, da man hier unerkannt sich einen Lebenslauf zusammenlügen kann. Ich warte nur zu gern auf Ihre Argumente bzw. Diskussionsstoff. Das bringt uns voran. Aber bitte verschonen sie mich mit Phrasen á la „einmal gescheitert, in Zukunft immer gescheitert“.

  7. sascha313 schreibt:

    …ich frage mich die ganze Zeit: Was wollen Sie hier eigentlich?

  8. prkreuznach schreibt:

    Mit der politischen Bedeutung mancher Begriffe bin ich erst in der heutigen Zeit vertraut geworden. Die Begriffe „Stasi“ und „Mauer“ waren in der Alltagssprache auch bei DDR-Bürger/innen üblich, die positiv zu ihrem Land eingestellt waren, bzw. es weiterhin geblieben sind. Erst durch das Internet, wo man sich folglich der Schriftsprache bedient, habe ich gelernt, dass „Stasi“ und „Mauer“ Hetzbegriffe sind.
    Außerdem habe ich gelernt, dass der Begriff „Mauer“ suggeriert, dass es sich um eine Grundstücksmauer handeln würde. Bei der Grenze in Berlin war dies keineswegs so. Es war eine Staatsgrenze mit entsprechenden Grenzanlagen und keine Grundstücks- oder Gartenmauer.

    • sascha313 schreibt:

      .ähnlich wie der Begriff „Flüchtlingsströme“ heute an ein Naturereignis erinnert (was vergessen machen will, daß die Menschen vor dem Krieg aus Syrien und aus Afrika geflohen sind!). Welche Mutter in Europa würde sich heute mit einem Kind auf dem Arm solchen Gefahren aussetzen??? Außerdem wird ständig nach dem „Wohin“ gefragt, und damit bleiben die Ursachen der Kriege und Zerstörungen im Dunkeln. Es waren auch deutsche und US-amerikanische Waffen; und es waren Dollars, die dort gezahlt wurden.

      Übrigens: Ich kann mich nicht erinnern, jemals „Mauer“ gesagt zu haben. In meinem Umfeld hat das niemand gesagt. Es ist ein RIAS-Begriff!

      • prkreuznach schreibt:

        „Mauer“ oder „Berliner Mauer“, ein RIAS-Begriff, der sich leider im Alltag vieler Menschen eingebürgert hat.

      • Harry 56 schreibt:

        „Mauer“, schon an der verwendeten Sprache kann man fast immer jeden Pareigänger von Kapitalismus, Imperialismus und NATO erkennen.

        Weshalb sprechen alle diese vermeintlich hochgelehrten bürgerlichen Schwätzer, Systemlinge, Sysembejahrer, Gekauften bzw. Korrumpierten nie von jenen „Mauern“, welche Millionen ihrer eigenen Mitbürger, oft selbst sogar Nachbarn aus unmittelsbarster Nachbarschaft, allein aus rein finanziellen Gründen daran hindern, an einem normalen gesellschaftlichen Leben teilzunehmen?

        Dass sind dann „sozial Schwache“, „Gescheiterte“….., denken aber in Wahrheit im Stillen „Asoziale“!

        Also immer gut auf die Sprache achten. Immer ein guter Indikator.

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