Massenmord als System: Der US-amerikanische Zynismus

If the Nuremberg laws were applied, then every post-war American president would have been hanged. (Noam Chomsky) [1]

Die Liste der Kriegsverbrechen der USA ist lang. Und zwar so lang, daß sie hier mehrere Seiten füllen würde. Das ist auch kein „Anti-Amerikanismus“, sondern eine historische Tatsache, wenn man feststellen muß: Die Geschichte der USA ist die Geschichte des Banditentums! Deshalb an dieser Stelle nur eine kurze Chronik ausgewählter USA-Kriegsverbrechen:
1945 – Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki (etwa 200.000 Tote, nach anderen Schätzungen ½ Million)
1946-49 – Bombardierung Chinas
1946-49 – Griechenland: Bürgerkrieg; Unterstützung der Faschisten.
1946-49 – China.
1948-53 – Philippinen.
1948 – Peru; Militärputsch in Nikaragua.
1949-53 – Albanien.
1950-53 – Völkermord in Korea
1953 – Iran.
1954 – Guatemala.
1957-58 – Indonesien.
1958 – Panamakonflikt.
1959 – Laos, Haiti.
1960-65 – Kongo, Zaire.
1963 – Salvador.
1964 – militärischer Putsch in Brasilien mit USA-Unterstützung
1965-75 – Vietnamkrieg: 250.000 getötete Kinder; ca.3,8 Mill.Tote.
1968 – My Lai: Ermordung von 500 friedlichen Einwohnern durch USA-Soldaten.
1968 – Bolivien.
1970 – Uruguay.
1972 – Militärputsch in Nikaragua.
1973 – Militärputsch in Chile.
1980 – Honduras, Kambodscha, Italien.
1989 – Rumänien: Ermordung Ceaușescus durch die CIA.
1992 – Militärputsch in Angola.
1995 – Mexiko, Kroatien.
1998 – Sudan, Irak.
1998 – Afghanistan.
2003 – Irak, Liberia, Syrien, Grusinien.
2004 – Haiti, Ukraine.
2008 – Libyen.
2011 – Südossetien,
2014 – Faschistischer Putsch in der Ukraine. [2]

Was ist das?
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Eine verrückte Kunst-Ausstellung? Nein. In diesem Raum des National-Museums von Chicago hängen 58.000 Erkennungsmarken von im Vietnamkrieg gefallenen US-Soldaten. Man erinnert damit an die eigenen Toten, mehr nicht. Muß man sie deshalb beweinen. Nein, das muß man nicht! 1965 überfielen die USA das kleine asiatische Land, mordeten die Einwohner, vergifteten deren Lebensgrundlagen und bombardierten Felder, Schulen, Betriebe, Krankenhäuser, Städte und Dörfer. Doch das vietnamesische Volk wehrte sich heldenhaft – besiegte und vertrieb die Aggressoren!

Ende November 1967 schrieb die westdeutsche Wochenzeitung „Die Zeit“:

„Die Amerikaner warfen über ganz Vietnam an Bomben ab im Jahre 1965: 315.000 Tonnen; 1966: 512.000 Tonnen; und in den ersten neune Minaten dieses Jahres: 681.000 Tonnen; zusammen über 1,5 Millionen Tonnen Sprengstoff. Mindestens die Hälfte davon oder 750.000 Tonnen wurden auf Ziele im Norden abgeladen, wahrscheinlich warfen die amerikanischen Maschinen auf Deutschland 641.000 Tonnen Bomben. Legt man die Flächen des Deutschen Reiches von 1941 und die Nordvietnams zugrunde, so ergibt sich eine mindestens fünfmal höhere Intensität des Luftkrieges der Amerikaner gegen Nordvietnam als seinerzeit gegen Deutschland.“ (S.361)

Was also trafen die US-Piloten bei ihren Terrorflügen? In Vietnam praktizierte die US-Air-Force planmäßigen Massenmord. „Der US-Soldat mit seinem Spezialgewehr, der auf Menschenjagd geht,“ so schrieben Heynowski & Scheumann 1967 in ihrem Dokumentarbericht, „ist ein Sonntagsjäger gegenüber einem US-Bomberpiloten.“ (S.362) Ein Vergleich zwischen dem bundesdeutschen Massenmörder Müller (genannt „Kongo-Müller“) und den US-Bomberpiloten ist daher allemal sehr aufschlußreich: „Nicht selten mußten wir während unserer Gespräche mit den Luftpiraten an unsere Begegnung mit dem Kongo-Müller denken. Gewiß – dieser Mann war ein blutbefleckter Söldner. Aber verglichen mit der Mehrzahl der amerikanischen Piloten, die wir kennengelernt haben, entdeckten wir an Kongo-Müller im nachhinein sogar akzeptable Züge. Denn er verhehlt wenigstens nicht, daß er ein Söldner ist! Er bekennt sich doch offen dazu! … Anders die Piloten der USA. Diese Inhaber hochbezahlter Jobs dürfen sich in der Sicherheit staatsoffiziellen Wohlwollens wiegen; ihr Mordhandwerk, das sie ohne erkennbares Engagement verrichten, wird von der offizellen Propagandamaschine mit ‚vaterländischen‘ und anderen ‚ethischen‘ Floskeln verziert. Etwaige Gewissenbisse, die sich gelegentlich vielleicht bemerkbar machen könnten, werden durch dieses Verfahren wieder besänftigt, eingelullt.“ (S.359)

„Vor die Frage gestellt, welcher Typ der schlimmere ist – Kongo-Müller oder der Air-Force-Jobber –, müssen wir bekennen: Der ’staatsoffizielle‘ Söldner ist der gefährlichere von beiden. Nicht nur, weil er massenweise auftritt und die modernsten Kampfmittel zur Verfügung hat, sondern vor allem weil sein sozialer Status sich in der imperialistischen Gesellschaft offizieller Wertschätzung erfreut. Jeder Kleinbürger hat hier die Chance, sich in der Anonymität eines offiziellen Apparats zu einem ‚Donnergott‘ aufzuschwingen. … Keiner stellt sich neben einen zerstörten Kindergarten, vor ein geborstenes Kirchenschiff oder auf die rauchenden Trümmer eines Krankenhauses…“ (S.360)

Quelle:
Heynowski & Scheumann, Piloten im Pyjama, Verlag der Nation, Berlin (DDR), 1968.

Und hier sind einige Bilder der Kriegsverbechen der USA in Vietnam:
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Die zwei Gesichter eines US-Söldners: im Vietnamkrieg … und endlich wieder daheim!

Damit ist an dieser Stelle noch nichts gesagt zu all den anderen Kriegsverbrechen der USA in Vietnam. Nicht genannt ist hier der Giftstoff Agent Orange, mit dem die US-Air-Force ganze Landstriche verseuchte, was massenhaft unheilbare Krankheiten, Fehlgeburten und Todesfälle zur Folge hatte. Nicht einen einzigen Cent erhielten die Opfer von den US-amerikanischen Kriegsverbrechern. Nicht genannt sind die durch US-Bombardement verwüsteten vietnamesischen Reisfelder. Nicht erwähnt sind die Folterungen und Massenerschießungen. Die Kette der Schandtaten ist lang. Die Täter bleiben im Dunkeln. Niemand wurde verurteilt, und keiner kam ins Gefängnis. Im Gegenteil: sie erhielten Orden und Medaillen, Auszeichnungen und sogar „Entschädigungen“.

Nein, die Amerikaner sind keine besseren Menschen. Vielleicht sind einige von ihnen nur etwas unempfindlicher gegenüber fremdem Leid. Es ist ein beispielloser Zynismus, wenn sie ihren Kriegsverbrechern und Söldnern ein Denkmal setzen, dafür daß sie Vietnam wieder „in die Steinzeit zurück“ zu bombardieren suchten…

„Obama reihte sich würdig ein in die Liste seiner Vorgänger als US-Päsidenten, zu denen der von mir hochgeschätzte Noam Chomsky schon vor vielen Jahre bemerkte:
‚Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen,
hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.‘
Obama setzte nicht nur die verbrecherische Außenpolitik seines Vorgängers Bush nahtlos fort, er führte sie mit den Drohnenmorden auch auf eine neue Stufe.“ (Cathrin)
(siehe: Ein Kriegsverbrecher in Berlin)

Zitate:
[1] http://www.chomsky.info/talks/1990—-.htm
(Übersetzung: Wäre es nach den Nürnberger Prozessen gegangen,
hätte man seitdem jeden US-Präsidenten gehenkt.)
[2] vgl. Taschenlexikon für Zeitungsleser, Dietz Verlag Berlin, 1988, S.10.

Siehe auch:
Amerikanisierung – ein ernstes Warnungszeichen
Ein Kriegsverbrecher in Berlin
Die Siege Vietnams
Sind die Amerikaner bessere Menschen?
Mr.Kerry und das Recht auf Dummheit
Der Nürnberger Prozeß: Epilog

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8 Antworten zu Massenmord als System: Der US-amerikanische Zynismus

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Wenn Russen oder auch Chinesen den deutschen Markt besetzen, wenn sie andere Meinungen und Sichtweisen vertreten und erklären, dann ist das demokratisch und legitim, und wird von uns mehr als begrüßt. Es ist geradezu notwendig, um die von der USA-Junta verordnete große Faschisten Diktatur für Deutschland , das Schüren von Feindbildern und die Kriegs Treiberei und Hetze gegen Russland aufzubrechen.

  2. Die Volksrepublik Korea: Dort hat die Faschisten-Militär-Diktatur USA mindestens FÜNF Millionen Menschen ermordet. Alle 19 Großstädte Koreas wurden in einem dreijährigen Luftbombardement sprichwörtlich dem Erdboden gleichgemacht. Nur unter dem Einsatz von 500.000 Freiwilligen Marxisten aus China konnte Korea gerettet werden und die von den USA entsandten 200.000 Massen-Mörder mussten fliehen.

    Weil das faschistische US-Regime mit der atomaren Vernichtung von 34 chinesischen Großstädten drohte, mussten Stalin und Mao hinnehmen, dass Korea von der UNO, die den Angriffskrieg gegen Korea führte, geteilt wurde.

  3. Burundi, Kongo, Ruanda, Südsudan, Uganda:
    seit 1994 – keiner zählt die Toten mehr – mindestens 30 Millionen* Kriegstote, also viermal mehr als der Erste Weltkrieg und bereits 6 Millionen mehr Tote als Sozialisten – 24 Millionen Marxisten allein aus der Sowjetunion – im Verteidigungskrieg gegen das faschistische Deutschland zu beklagen haben.

    * „offizielle“ Angaben aus UNO, WHO, Weltbank und wikipedia „Statistiken“ [20 Millionen]:
    Burundi eine Millionen Menschen, Kongo zehn Millionen, Ruanda zwei Millionen, Südsudan fünf Millionen, Uganda zwei Millionen PLUS eigene Berechnungen [100 Millionen, davon ich 10 Millionen empirisch belegen kann]

    Weil ich aber weiß, dass etwa Malaria wegen dieser Kriege nicht effektiv behandelt wird, müssen allein für Uganda FÜNFZIG Millionen KINDER allein bis zum 14 Lebensjahr** dazu gezählt werden,
    weil die richtige mathematische – also wissenschaftliche – GLEICHUNG so lautet:

    Krieg – Behandlung gegen Malaria => Aktiv-Kriegs-Tote + Malaria-Tote = Gesamt-Tote/Krieg

    ** 100.000 bis zum 5. Lebensjahr, 2,400.000 bis zum 14. Lebensjahr PRO JAHR alleine Uganda.
    Government of Uganda, Ministry of Health, UMPPR, May 2011, Uganda
    http://www.rbm.who.int/countryaction/aideMemoire/Uganda-The-malaria-program-performance-review-2011.pdf

  4. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Weltpolitik rebloggt und kommentierte:
    Der US-amerikanische Zynismus

  5. Cj aka Elderofzyklons Blog schreibt:

    Hat dies auf ElderofZyklon's Blog! rebloggt.

  6. Pingback: Der Imperialismus und die Drogen | Sascha's Welt

  7. Der Militärputsch in Brasilien im Jahr 1964 hatte die US-Unterstützung!

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