Wie der Imperialismus den Krieg vorbereitet…

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… und schon Goebbels fragte: „Wollt ihr den totalen Krieg?“

Der KRIEG ist bekanntlich die Fortsetzung der POLITIK mit anderen Mitteln, das heißt mit organisierter bewaffneter Gewalt. Kriege kamen erstmals auf mit der Entstehung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der daraus resultierenden Spaltung der Gesellschaft in antagonistische (also unversöhnliche) Klassen. Kriege wurden von den kriegführenden Seiten benutzt, um ihre politischen Ziele und ökonomischen Interessen durchzusetzen. Und besonders heute, im imperialistischen Stadium des Kapitalismus, entstehen aus Profitgier und Machtstreben der Bourgeoisie immer wieder neue Kriege.  Kriege schüren die Feindschaft zwischen den Völkern. Sie finden ihren Ausdruck im Drang nach Eroberung von Absatzmärkten und Rohstoffquellen und in der damit verbundenen Unterjochung fremder Völker. So ist beispielsweise der von den Medien und von bestimmten Politikern geschürte heutige Russenhaß in der BRD nichts anderes als der Judenhaß im Nazireich.

Das sozialistische Weltsystem war der Grund dafür, daß es nach 1945 in Europa erstmals eine längere Friedensperiode gab. Denn mit dem Sozialismus, mit der Abschaffung des Privateigentums an Produktionsmitteln und der Einführung des Volkseigentums war es möglich geworden, die Ursache aller Kriege zu überwinden. Und das erste was Lenin tat, als die Oktoberrevolution gesiegt hatte – er verfaßte ein Dekret über den FRIEDEN. Durch die ungleichmäßige Entwicklung der kapitalistischen Länder haben sich heute jedoch die Widersprüche enorm verschärft. Das ist eine Gesetzmäßigkeit. Aber nicht nur Kriege entstehen gesetzmäßig, sondern auch der Sieg des Sozialismus ist die gesetzmäßige Folge des Untergangs der Ausbeuterordnung. Wann und wo das allerdings eintreten wird, vermag heute noch niemand zu sagen.

Nun noch einmal zu den Kriegen: Es gibt gerechte und ungerechte  Kriege. Der wortbrüchige Überfall Nazideutschlands auf die UdSSR war ein Verbrechen; der heldenhafte Kampf und der Sieg der der Sowjetunion hingegen war ehrenhaft. Es war ein gerechter, ein ehrenhafter Krieg. In seinen historischen Skizzen legt hier nun der Autor Günter Paulus dar, wie der 2. Weltkrieg entstehen konnte und welche Rolle dabei der deutsche Faschismus spielte …

 Die Niederlage des deutschen Militarismus im ersten Weltkrieg war historisch unvermeidlich, sie war gesetzmäßig, weil Ziel und Mittel nicht im Einklang standen, weil der Appetit des deutschen Finanzkapitals bereits damals größer war als sein Magen. Die Blitzkriegstheorie war Ausdruck des unlösbaren Widerspruchs zwischen den maßlosen, unbegrenzten Weltmachtplänen des aggressiven deutschen Imperialismus und seinen begrenzten ökonomischen, militärischen und politischmoralischen Möglichkeiten. Deshalb war diese Militärdoktrin unwissenschaftlich und irreal.

Haben die Deutschen denn etwas aus dem Krieg gelernt?

Die deutschen Imperialisten allerdings zogen aus ihrer Niederlage im ersten Weltkrieg die entgegengesetzte Schlußfolgerung. Schon 1920 sagte ein aufmerksamer Beobachter, der Franzose Jacques Bainville: „Frankreich hat lange gebraucht, um sich von dem Schlage zu erholen, den die Niederlage von 1870 seiner Moral und seinem Selbstvertrauen zugefügt hatte. Bei den Deutschen kann man keinen ähnlichen Zustand beobachten. Die Erfahrung hat kaum einen Eindruck auf sie gemacht, und man fühlt, daß sie bereit sind, ihre Fehler, selbst ihre militärischen Fehler, zu wiederholen, da sie überzeugt sind, daß nicht ihre Intelligenz, sondern das Glück sie im Stich gelassen habe und daß unter anderen Umständen gelingen könnte, was nur an einem Zufall gescheitert sei.“

Frieden ist die einzige Chance für das Überleben der Menschheit

Es ist natürlich unkorrekt, wenn man wie hier Bainville von den Deutschen generell spricht. Seine bissige Charakteristik traf auf die Geisteshaltung der imperialistischen Bourgeoisie und insbesondere der Militärs zu, nicht aber auf die deutsche Arbeiterklasse. Diese hatte mit der Revolution und dem Kampf um eine neue Gesellschaftsordnung aus dem ersten Weltkrieg die richtige Lehre gezogen, daß Deutschland als reaktionärer, kriegsbesessener und Angriffskriege führender Staat keine Chance mehr hatte, sondern nur als antiimperialistischer, fortschrittlicher und friedlicher Staat, in dem die Macht in den Händen des Volkes lag. Die klassenbewußten Arbeiter kämpften für die Interessen der ganzen deutschen Nation, wenn sie gegen Imperialismus, Militarismus und Krieg kämpften. Die revolutionäre Politik der Kommunistischen Partei war zugleich nationale Politik.

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Ernst Thälmann: „Wer Hitler wählt, wählt den Krieg!“

Deutsche Imperialisten streben wieder nach der Weltmacht

Die „Lehre“, die die deutschen Imperialisten aus dem Fehlschlag ihrer Expansionen im ersten Weltkrieg gezogen hatten, war jedoch entgegengesetzter Art. Sie bestand darin, ihre Kriegsziele noch höher zu stecken, nicht nur „Weltgeltung“, sondern Weltherrschaft zu erstreben und dabei nach innen wie nach außen mit noch viel brutaleren, unmenschlicheren Methoden vorzugehen. Nicht nur Beherrschung und Beeinflussung der Nachbarvölker, sondern Versklavung, Vertreibung und schließlich Völkermord waren ihre neuen Kriegsziele. Diesem Kriegsziel des deutschen Finanzkapitals entsprechend, arbeiteten die reaktionären deutschen Generalstäbler die Konzeption des totalen Krieges aus.

„Der totale Krieg“

Erich von Ludendorff, als Militärdiktator außer Dienst, als Militärstratege noch von großem Einfluß auf den deutschen Generalstab, stellte in seiner 1935 veröffentlichten Schrift unter dem Titel „Der totale Krieg“ folgende Grundthese auf: „Das Wesen des Krieges hat sich geändert, das Wesen der Politik hat sich geändert, so muß sich auch das Verhältnis der Politik zur Kriegführung ändern. Alle Theorien von Clausewitz sind über den Haufen zu werfen. Krieg und Politik dienen der Lebenserhaltung des Volkes, der Krieg ist aber die höchste Äußerung völkischen Lebenswillens. Darum hat die Politik der Kriegführung zu dienen.“

Kriegsplaner Ludendorff: KRIEG ist ein „Normalfall“

Damit war das Verhältnis von Politik und Kriegführung auf den Kopf gestellt. Der auch von Marx, Engels und Lenin sehr geschätzte bürgerliche Militärtheoretiker Carl von Clausewitz betont in seinem klassischen Werk „Vom Kriege“, daß der Krieg eine Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln sei, daß der Krieg nur das Mittel, die politische Absicht aber der Zweck sei, daß sich also die Kriegführung der Politik unterzuordnen habe. Bei Clausewitz stellt also der Krieg einen unerwünschten und möglichst seltenen Spezialfall der Politik dar. Ludendorff kehrt dieses Verhältnis um. Aber es handelt sich dabei nicht um eine bloße Verschiebung der Gewichte, sondern um weit mehr: um die Aufhebung des Unterschieds von Politik und Kriegführung. Sie werden eins, verschmelzen zum totalen Krieg, außer dem es nichts gibt, der Mittel und Zweck zugleich ist, der eigentlich ständig geführt wird, auch wenn nicht geschossen wird. Die Politik mit nichtkriegerischen Mitteln, der Friede, hat in dieser Vorstellungswelt keinen Platz. Es ist die Erklärung des permanenten Krieges an die Menschheit.

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Kriegsstrategen: Hindenburg, Wilhelm II., Ludendorff

 Wie man das Volk für den Krieg gefügig macht

Das erste Kapitel der Ludendorffschen Schrift ist überschrieben mit dem Satz: „Die seelische Geschlossenheit des Volkes – die Grundlage des totalen Krieges.“ Er hatte die Lektion, die ihm und semesgleichen die deutsche Arbeiterklasse in der Novemberrevolution erteilt hatte, nicht vergessen. Deshalb die Schlußfolgerung, daß dem Krieg nach außen erst einmal der Krieg nach innen vorausgehen müsse. Die Errichtung der faschistischen Diktatur war in diesem Sinne der erste Akt des totalen Krieges der deutschen Imperialisten. Bevor sie zum Schlage nach außen ausholen konnten, mußten sie das Hinterland, die Basis ihrer Kriegsführung, sichern. Unter „seelischer Geschlossenheit des Volkes“ verstanden die deutschen Generalstäbler die Vernichtung aller demokratischen Kräfte im deutschen Volk, damit sie dann die führerlos gewordenen Massen mittels nationaler und sozialer Demagogie und militaristischer Lügenpropaganda ihren Kriegszielen gefügig machen konnten.

Die Nazibanditen entwickelten das Konzept

Im Jahre 1937 hielt Himmler, damals schon der meistgefürchtete und meistgehaßte Naziführer in Deutschland, vor Offizieren der Wehrmacht eine Rede, in der er wörtlich ausführte: „Wir werden in einem künftigen Kriege nicht nur die Front der Armee auf dem Lande, die Front der Marine zu Wasser, die Front der Luftwaffe in der Luftglocke über Deutschland haben, wie ich es nennen möchte, sondern wir werden einen vierten Kriegsschauplatz haben: Innerdeutschland.“

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Gefürchtet und gehaßt: Der Naziführer Himmler

Himmlers Terror gegen das eigene Volk

Daran ist nur eins zu korrigieren. Der Kriegsschauplatz Innerdeutschland entstand nicht erst im zweiten Weltkrieg, sondern er war schon vorher da. Und gerade Himmler wußte das sehr gut. Seit dem 30. Januar 1933, verstärkt aber seit dem 30. Juni 1934, als seine SS der SA den Rang als innenpolitisches Terrorinstrument abgelaufen hatte, führte Himmler einen erbarmungslosen Krieg gegen alle Menschen, die sich nicht willenlos der faschistischen Diktatur und der Kriegsvorbereitung einordneten. Ihm stand dabei nicht nur die SS zur Verfügung, sondern auch die gesamte deutsche Polizei. Seit dem 17. Juni 1936 führte er ganz offiziell den Titel „Reichsführer SS und Chef der Deutschen Polizei“. Gestapo, Sicherheitsdienst – der berüchtigte SD – und Sicherheitspolizei überzogen ganz Deutschland mit einem immer dichter werdenden Netz von Agenten und Spitzeln, die jede kritische Äußerung eines „Volksgenossen“ registrierten und Hunderttausende von Antifaschisten, aber auch von harmlosen Bürgern in die Gefängnisse, Zuchthäuser und Konzentrationslager verschleppten.

Die KZ’s als Vorbereitung auf den kommenden Krieg

Über die Funktion der Konzentrationslager bei der Vorbereitung des totalen Krieges schrieb schon 1933 das Organ der SS, „Das Schwarze Korps“, triumphierend: „So bilden die Konzentrationslager inselhafte Kampfgebiete der inneren Front, Kriegsschauplätze, an denen jeweils eine Handvoll Männer Deutschland vor dem inneren Feind bewahrt.“ In den Konzentrationslagern – diesen „Kriegsschauplätzen“ –, die von den SS-Totenkopfverbänden bewacht wurden, wurden von 1933 bis 1939 tagtäglich an deutschen Menschen, an Kommunisten, Sozialdemokraten, an Christen, Pazifisten, an bürgerlichen Intellektuellen und an deutschen Juden, die gleichen Verbrechen verübt wie im Kriege in vervielfachtem Ausmaß an den Völkern Europas. So waren die Konzentrationslager der SS zugleich eine Vorschule für den kommenden totalen Krieg gegen die gesamte Menschheit.

Die „unsicheren Kantonisten“ der Nazis kommen ins KZ

In dem bereits erwähnten Vortrag Himmlers vor Wehrmachtoffizieren hatte er stolz auf seine Konzentrationslager hingewiesen, den Offizieren empfohlen, sie sich anzusehen, und ihnen die beruhigende Versicherung gegeben, daß er dabei sei, das KZ-System so auszubauen, daß ,es den Anforderungen des kommenden Krieges gewachsen sein würde. Tatsächlich wurden 1936/37 viele kleinere Lager aufgelöst und dafür die KZs Buchenwald, Dachau und Sachsenhausen als Zentrallager so erweitert, daß sie jeweils Hunderttausende von Häftlingen aufnehmen konnten. Wörtlich sagte Himmler zu den befriedigt zuhörenden Militärs: „Für den Fall eines Krieges müssen wir uns klar darüber sein, daß wir eine recht erhebliche Anzahl unsicherer Kantonisten hier hereinnehmen müssen, wenn wir uns nicht den Nährboden für höchst unangenehme Entwicklungen im Falle eines Krieges schaffen wollen.“

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Ein Aufbewahrungsort für „Andersdenkende“ – das KZ Dachau

Das riesige Ausmaß des braunen Terrors der Nazis

Welche Ausmaße dieser totale innerdeutsche Krieg angenommen hatte, läßt sich aus einem Bericht der Gestapo vom 10. April 1939 ablesen, in dem es hieß, daß sich 162.734 Schutzhäftlinge zu dieser Zeit wegen „politischer Vergehen“ in Haft befanden, daß 27.369 politisch Verdächtige in Untersuchungshaft waren und daß schließlich 112.432 Antifaschisten von Nazigerichten zu Gefängnis- und Zuchthausstrafen verurteilt worden waren. In einem Lagebericht der Gestapo vom September 1938 hieß es wörtlich: „Während in den Monaten Mai bis August 1938 durchschnittlich je 400 bis 500 Personen im Reich wegen kommunistischer Betätigung und ähnlicher Delikte festgenommen werden mußten, stieg die Zahl der Festnahmen … im September 1938 auf über 600 Personen.“

Der antifaschistische Widerstand wächst trotz Terror

Aus diesen Zahlen läßt sich einmal das ungeheure Ausmaß des Terrors ablesen, zum anderen die Intensität des lautlosen antifaschistischen Kampfes, der trotz unerhörter Opfer, Leiden und Entbehrungen gerade von den klassenbewußten Arbeitern nicht einen Tag lang eingestellt wurde. Die Steigerung der Anzahl der Verhaftungen gerade im September 1938, als der Krieg bereits in Sicht war, läßt erkennen, daß es den Nazis damals noch nicht gelungen war, die Friedenssehnsucht der Massen des deutschen Volkes ganz zu unterdrücken.

Der KZ-Staat

Die Verwandlung Deutschlands in einen KZ-Staat war nur eine der Methoden, mit denen die von Ludendorff geforderte „seelische Geschlossenheit des Volkes – die Grundlage des totalen Krieges“ erreicht werden sollte. Die andere war die Propaganda. Wie bereits in einem anderen Zusammenhang erwähnt, hatten die deutschen Militärs Hitler bereits in den frühen zwanziger Jahren deshalb unterstützt, weil er ihnen mit seiner hemmungslosen nationalen und sozialen Demagogie der geeignete Trommler zu sein schien, der Massen zu fanatisieren verstand.

KZ-Staat

Wozu dient der Propagandakrieg?

Die „Propaganda als Waffe“ – so der Titel einer 1935 erschienenen wehrpsychologischen Studie des „Psychologischen Laboratoriums“ des Reichskriegsministeriums – zielte nicht nur auf das eigene Volk, sondern auch auf die Zersetzung der inneren Widerstandskräfte der Völker in den Staaten, die als Opfer der Aggression ausersehen waren. Der „Propagandakrieg“ , wie die offizielle Bezeichnung im Oberkommando der Wehrmacht (OKW) lautete. sollte zweierlei bewirken: erstens eine ideologische Fünfte Kolonne schaffen, das heißt profaschistische bürgerliche Bewegungen in den betreffenden Ländern, die bereit waren, sich um ihrer klassenegoistischen Interessen halber mit dem Landesfeind gegen ihr eigenes Volk zu verbünden; zweitens die „seelische“ Widerstandskraft des „feindlichen Volkes“ lähmen.

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Mit der Nazi-Propaganda wurde ganz gezielt die Öffentlichkeit manipuliert und belogen, und somit auf den Krieg vorbreitet (ganz rechts: ein Plakat auf Ukrainisch)

Terror, Mord und Sabotage …

Einem seiner Vertrauten erläuterte Hitler, lange vor dem Krieg, die Prinzipien der totalen Kriegführung mit folgenden Worten: „Wenn der Feind innerlich demoralisiert ist, … dann ist die Zeit da. Ein einziger Schlag muß ihn vernichten. Luftangriffe, unerhört in ihrer Massierung, Handstreiche, Terror, Sabotageakte, Attentate von innen, die Ermordung der führenden Männer, überwältigende Angriffe auf alle schwachen Punkte der feindlichen Verteidigung, schlagartig zur gleichen Sekunde, ohne Rücksicht auf Reserven, auf Verluste: das ist der künftige Krieg.“

Wie erklären deutsche Militaristen dem Volk den Krieg?

Weniger theatralisch, in der Sache aber noch umfassender, „totaler“ wurden die Prinzipien, nach denen die deutschen Militaristen den künftigen Krieg zu führen gedachten. von den Generalstäblern des OKW in der geheimen Denkschrift „Die Kriegführung als Problem der Organisation“, datiert vom 19. April 1938. dargelegt. Einige Kernsätze. die in einem Anhang unter der Fragestellung „Was ist der Krieg der Zukunft?“ stehen, seien hier angeführt, weil sie für sich selbst sprechen:

„Der Krieg wird mit allen Mitteln geführt; nicht nur mit der Waffe, sondern auch mit den Mitteln der Propaganda und der Wirtschaft. Er richtet sich gegen die feindliche Wehrmacht, gegen die materiellen Kraftquellen des Feindes und die seelischen Kräfte seines Volkes. Das Leitmotiv seiner Führung muß sein ,Not kennt kein Gebot‘ … Je länger das Ringen um die Waffen entscheidung dauert und je mehr sich die beiderseitigen militärischen Kräfte die Waage halten. um so kriegsentscheidender können Propaganda- und Wirtschaftskrieg werden …

Die Formen des Kriegsbeginns und der Kriegseröffnung wandeln sich im Laufe der Zeiten. Staat. Wehrmacht und Volk werden auf eine möglichst hohe Kriegsbereitschaft gebracht, bevor der öffentliche Mobilmachungsbefehl erlassen wird. Die Überraschung als Voraussetzung für schnelle und große Anfangserfolge wird oft dazu zwingen. die Feindseligkeiten zu beginnen, bevor die Mobilmachung oder gar der Aufmarsch des Heeres beendet ist.

Die Kriegserklärung steht nicht mehr in jedem Fall am Anfang eines Krieges. Je nachdem. ob der Eintritt der kriegsrechtlichen Normen mehr Vorteile oder Nachteile für die Kriegführenden bringt. werden diese sich den neutralen Staaten gegenüber als im Kriege oder nicht im Kriege befindlich betrachten.“

Über die Unmoral imperialistischer Kriege

Analysiert man diese Prinzipien, so muß man zwischen den Erkenntnissen über das Wesen des modernen Krieges. die allgemeingültig sind, und den Elementen. die nur der militaristischen Doktrin eigen sind, unterscheiden. Allgemeingültigkeit besitzt die Feststellung, daß der moderne Krieg alle Bereiche des gesellschaftlichen Lebens erfaßt, von der Wirtschaft bis zur Kultur und Moral, daß insbesondere das ökonomische und das politisch-moralische Potential von ebenso großer Bedeutung sind wie das militärische. Allerdings gilt schon die Einschränkung, daß die deutschen Militaristen unter einer hohen Kriegsmoral nicht den auf dem Wissen um die Gerechtigkeit der eigenen Sache gegründeten festen Willen zum Siege verstanden, sondern das genaue Gegenteil: eine aus der Wechselwirkung von Terror und Lügenpropaganda abgeleitete verkehrte Moral. Deshalb erwiesen sie sich auch als unfähig, die echten moralischen Kräfte, die in der Widerstands- und Partisanenbewegung im Weltkrieg wirksam werden sollten, zu berücksichtigen.

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Flugblatt des Nationalkomitees Freies Deutschland (Text: Erich Weinert)

Aus ihrer eigenen Räubermoral resultierten gerade die verbrecherischen Methoden der Kriegführung, wie sie in der zitierten Denkschrift „theoretisch“ begründet sind: Kriegseröffnung durch heimtückischen, überraschenden Überfall; Kriegführung mit brutalsten Mitteln ohne Rücksicht auf das Völkerrecht. Ziel und Mittel des totalen Krieges bedingten einander; denn nur durch verbrecherische Methoden der Kriegführung konnten die deutschen Imperialisten hoffen, ihr verbrecherisches Kriegsziel, die faschistische „Neuordnung Europas“ als Vorstufe zur Weltherrschaft, zu erreichen.

Quelle:
Günter Paulus: Die zwölf Jahre des Tausendjährigen Reiches. Streiflichter auf die Zeit der faschistischen Diktatur in Deutschland. Deutscher Militärverlag, Berlin (DDR), 1965, S.88-95.

Siehe auch:
Die Kriegsverbrechen des Imperialismus
Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes

Dieser Beitrag wurde unter Faschismus, Geschichte, Kapitalistische Wirklichkeit, Massenmanipulation, Verbrechen des Kapitalismus veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Wie der Imperialismus den Krieg vorbereitet…

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Wird er wach, der DDD?
    Oder wird er auf ewig Sklave des Wahns bleiben?

  2. …. und wie Mann sich dagegen stärkt!
    wird jeden Tag mindestens zwei Mal im Rundfunk Ugandas gesendet

  3. robertknoche schreibt:

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Der Imperialismus wird nie sein unersättliches Machtstreben aufgeben, er ist ständig bemüht, seine steigende Gier nach weiteren Ländern und Macht auszudehnen.

  4. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Weltpolitik rebloggt und kommentierte:
    Imperialismus und Krieg

  5. Pingback: EUPHORION A–Z | brunomayer40

  6. Winfried Kuhl schreibt:

    Ja, es ist ein Krieg des Imperialismus, der bald über uns kommen wird, das ist schon klar.
    Die Vorstufe für Deutschland ist aber die sozialistische Diktatur, wie auch aus der DDR bekannt.
    Das heißt also, der Sozialismus, den ihr hier als einzige Lösung für dauernden Frieden anpreist,
    ist auch nicht das Wahre…
    Und auch DER hatte seine KZs, zwar nicht so viele wie das dritte Reich, aber dafür war die DDR auch viel kleiner..

    • sascha313 schreibt:

      Es ist zwar schön, daß Sie hier lesen, Herr Kuhl, aber das ist das Dümmste und Falscheste, was bisher dazu kommentiert wurde. Woher wissen Sie das eigentlich, was Sie hier schreiben? Wer hat Ihnen das erzählt? Und was kriegen Sie von Ihren Auftraggebern für so einen Kommentar? (Aber kein Wunder, wenn Sie in Bayern zur Schule gegangen sind. Da lernt man solche Dummheiten!)

      • Harry 56 schreibt:

        Na ja…. für´n paar Dösle Bier von ALDI oder LIDL (0,29 EUR), so denke ich mal, gibt´s sogar hier oder anderswo ein paar Schmierfinken mit kleinen schmutzigen Kommentaren zu kaufen.
        Solche „Experten“ müssen also eigentlich gar nichts wissen…
        Unbezahlbare soz. Grüße Trotz Alledem!..

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