Entdeckt: Das einzige Lenindenkmal in den USA!

Es steht in Fremont, im Bundesstaat Seattle (USA). Man kann nicht sagen: Dieses Denkmal wurde gestohlen! Nein, es wurde „weggefunden“! Und die einstigen Eigentümer waren wohl auch ganz froh darüber. Wie kam nun dieses wertvolle Denkmal in die USA? Diese Bronze-Skulptur Lenins wurde einst von dem slowakischen Bildhauer Emil Venkov geschaffen, der daran mehr als zehn Jahren arbeitete. Sie wiegt mehr als 7 Tonnen. Dieses einzigartige Monument stand bis 1988 in Poprád (Slowakei).

Vermutlich ist es die einzige Darstellung, wo Lenin von Gewehren und Flammen umgeben ist, anstatt ein Buch zu halten oder seinen Hut zu schwenken. Der Bildhauer versuchte, ihn als einen Revolutionär darzustellen, und nicht nur als Intellektuellen und Theoretiker. Ein amerikanischer Veteran, der irgendwann einmal in Poprád unterrichtet hatte, fand diese Skulptur. Er verpfändete angeblich sein Haus, um sie zu erwerben, und brachte sie Issaquah. Er starb 1994. Die Statue ist jetzt im Besitz seiner Familie. Sie wurde provisorisch dort aufgestellt und steht zum Verkauf – in der Hoffnung, schließlich doch noch einen dauerhaften Platz zu finden.
leninstatuSeattle
Daß die Einwohner von Fremont wohl ebensowenig Ahnung davon haben, wer da inmitten ihrer Stadt steht, wie der „Finder“ des Denkmals selbst, zeigen die Diskussionen auf einer dortigen Website. Sie sind zumeist von faschistischer Denkweise geprägt. Vermutlich sind auch das die Nachwirkungen jener gigantischen, antisowjetischen und sozialismusfeindlichen Kampagne, die einst der Hitlerverehrer und oberste Faschist der USA, der Medienmogul Hearst, in den 1930er Jahren in aller Welt verbreiten ließ. Und hier ist nun für unsere Freunde aus den USA, die ja leider nichts dafür können, daß sie in ihrem Lande so in Unkenntnis gehalten werden, ein Text aus einem Kinderbuch der DDR. Das ist es, was in der DDR, und ebenso auch in der Sowjetunion, jedes Kind schon wußte:

Wer also war Wladimir Iljitsch Lenin?

W.I.LeninLenin, Wladimir Iljitsch (Uljanow) (geboren 22.4.1870, gestorben 21.1.1924). Dem jungen Wladimir Iljitsch prägte sich unauslöschlich der schreckliche Tag ein, an dem der Zar seinen ältesten Bruder Alexander hinrichten ließ. Von Alexander war Wladimir IIjitsch mit dem Buch »Das Kapital« von Karl Marx bekannt gemacht worden. Alexander hatte viel dazu beigetragen, daß Wladimir Iljitsch sich schon sehr früh Menschen anschloß, die das russische Volk von der Gewaltherrschaft des Zaren befreien wollten. Das Schicksal des Bruders übte großen Einfluß auf die Entwicklung Lenins zum Revolutionär aus. Mit Feuereifer studierte er die Schriften von Karl Marx und Friedrich Engels. Bald schon verstand Lenin es meisterhaft, die Erkenntnisse dieser beiden großen Denker unter den Bedingungen seiner Zeit anzuwenden, ja, er fügte dem, was Marx und Engels erforscht hatten, neue Erkenntnisse hinzu.

Lenin begründete die Lehre vom Imperialismus, von der Rolle und den Aufgaben der revolutionären Arbeiterpartei, der Partei neuen Typus, und von der sozialistischen Revolution. Unter Lenins Leitung bildete sich die Partei der Arbeiterklasse des russischen Zarenreiches, die Partei der Bolschewiki. Lenin wurde von der Polizei verfolgt. Er erlitt Gefängnis und Verbannung und mußte schließlich für längere Zeit ins Ausland fliehen. Trotz aller Schwierigkeiten und Gefahren setzte er jedoch seine revolutionäre Tätigkeit unermüdlich fort.

1917 erhoben sich die russischen Arbeiter, Bauern und Soldaten, um die Zarenherrschaft zu brechen, den Kapitalismus zu beseitigen und den Krieg, der seit 1914 tobte, zu beenden. Geführt wurden sie von der Partei Lenins. Die Revolutionäre errangen in der Oktoberrevolution den Sieg und errichteten Anfang November 1917 die Macht der Arbeiter und Bauern, den Sowjetstaat. Lenin stand bis zu seinem Tod an der Spitze dieses ersten sozialistischen Staates der Welt. Lenin war auch ein hervorragender Führer der internationalen Arbeiterbewegung. Seine Lehren hatten und haben noch heute entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung in allen Ländern der Erde. Viele der kommunistischen und Arbeiterparteien entstanden und entwickelten sich, als Lenin an der Spitze der internationalen Arbeiterbewegung stand. In vielen schwierigen Situationen leistete er ihnen Hilfe mit wertvollen Ratschlägen und gab ihnen Beispiele durch seine Tätigkeit in der Partei der Bolschewiki. (aus: Radczun »Aus dem Funken schlägt die Flamme«)

Quelle:
Von Anton bis Zylinder. Das Lexikon für Kinder, Der Kinderbuchverlag Berlin, DDR 1968, S.230f.

Eine notwendige Nachbemerkung: Ausgesprochen dumm und unhistorisch ist das heutige Motto des Bildhauers: „Keine Idee kann physische oder psychische Gewalt entschuldigen.“ („Nijaká idea nemôže ospravedlniť fyzické ani psychické násilie.“) Venkov hat die Rolle der Gewalt in der Geschichte offenbar nicht verstanden, und auch nicht den Sinn revolutionärer Veränderungen, die notwendig sind und die fast nie gewaltlos vor sich gehen. Möglicherweise war auch das der Grund, warum er seine Leninskulptur gänzlich aus seinem Opus gestrichen hat. Man kann nur vermuten, daß der Künstler käuflich war. Wobei der sozialistische Staat, der Künstlern ohnehin viele Freiheiten und ein gutes Auskommen gewährte, ihm offenbar auch beim Entwurf dieser Plastik zugestimmt hat. Diese Plastik ist zweifellos ein ganz bedeutendes Kunstwerk! Ceterum censeo:
Marx Theorie Gewalt Bd1-385
(Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. MEW, Bd.1, S.385.)

Und wenn die bisherigen Eigentümer den Verlust ihres Lenin-Denkmals nicht bedauern, so kann man ihnen nur bescheinigen, daß sie entweder zu dumm oder zu feige sind, das Andenken dieses großen Revolutionärs in gebührender Weise zu würdigen.

Siehe auch:
Was uns Lenin heute noch zu sagen hat…
N.I.Kondakow: Lenin und der Wert des logischen Denkens


Begriffserklärung
Das eine hartnäckig verteidigte Ansicht bezeichnende
Ceterum censeo
Übrigens bin ich der Meinung ist eine Verkürzung des Ausspruchs „Ceterum censeo Carthaginem esse delendam“ (Übrigens bin ich der Meinung, dass Karhtago zerstört werden muüsse), den der ältere Cato (234-149) mit Bezug auf den 3. punischen Krieg so oft gethan haben soll. (Quelle:Geflügelte Worte. Der Citatenschatz des deutschen Volkes gesammelt und erläutert von Gerog Büchmann, Berlin Haude & Spener’sche Buchhandlung (F.Weidling), 1898, S.456.)
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2 Antworten zu Entdeckt: Das einzige Lenindenkmal in den USA!

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Lenin went Hollywood? No, but USA!

  2. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Politische Theorie rebloggt und kommentierte:
    Wer war Lenin?

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