Vandalen zerstörten die Universitätsbibliothek in Lugansk

Aufgrund des Krieges im Osten der Ukraine, im Gebiet von Donezk und Lugansk, sind viele soziale Einrichtungen verwüstet worden und sind heute nicht mehr nutzbar. Eines dieser Objekte ist die wissenschaftliche Bibliothek der „Ostukrainischen Nationalen Universität“ (ONU), benannt nach dem großen russischen Sprachforscher und Gelehrten Wladimir Iwanowitsch Dal (1801-1872), eine der modernsten Bibliotheken der Region. Noch in den letzen Jahren waren umfangreiche Moderniserungsmaßnahmen durchgeführt, Computerarbeitsplätze und eine moderne Ausleihe eingerichtet worden. Und bis vor kurzem noch verwahrte die Bibliothek über 820.000 Dokumente und hatte jährlich über 17.000 Leser. Täglich nutzten mehr als 1.000 Leser, Studenten und Einwohner aus dem Lugansker Gebiet, den umfangreichen Buchbestand. Doch heute blieb davon nur wenig übrig. Wie überall in der ehemaligen Sowjetunion wurden auch hier die kulturellen und sozialen Zentren durch Vandalen ruiniert.

Dieser kleine Werbefilm zeigt, wie es dort bis vor zwei bis drei Jahren aussah:

Und so sieht es heute in der wissenschaftlichen Bibliothek der „Ostukrainischen Nationalen Universität“, in 91000 Lugansk, Molodjoshnyj Kwartal 20a, aus:

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Wer trägt die Schuld an all diesen Zerstörungen?

Es waren nicht, wie von der ukrainischen Junta behauptet wird, russische Terroristen oder etwa die lokalen Landwehreinheiten dieser selbsternannten Volksrepublik, die diese Bibliothek verwüsteten und plünderten. Es waren irgendwelche gekauften Subjekte, die man beauftragt hat, die Infrastruktur dieser Stadt weitgehend zu beschädigen. Schuld daran trägt die faschistische Kiewer Junta, schuld daran tragen die ukrainischen Oligarchen, die verantwortlich sind für die Situation in ihrem Lande, wo es für die Menschen keine Perspektive gibt, wo alle Betriebe, Banken, Bergwerke und Minen privatisiert wurden und verkommen, wo einzelne Ganoven sich unvorstellbar bereichern konnten, wo soziale und kulturelle Einrichtungen geschlossen wurden, wo es heute überall Arbeitslosigkeit und Armut gibt, wo Menschen verhungern und – nicht nur aufgrund des Krieges – vorzeitig sterben.

Wird es Frieden geben im Donbass?

Auch wenn das Leben unmittelbar in der Stadt Lugansk heute wieder ruhiger zu verlaufen scheint, keine Bomben mehr explodieren, keine Panzer durch die Stadt fahren, keine Kampfflugzeuge am Himmel zu sehen und kein Raketenbeschuß zu bemerken sind – der Krieg in der Region geht unvermindert weiter. Erst kürzlich rüstete der Faschistenführer Poroschenko seine Truppen und Strafbatallione mit neuen Panzern und Flugzeugen aus, um die widerständigen Regionen weiterhin bekämpfen zu können. Es herrscht Faschismus in der Ukraine.

Die Nazis marschieren – wie schon 1933 – heute in Kiew

Übrigens verglich der tschechische Präsident Miloš Zeman die Fackelaufmärsche der ukrainischen Nationalisten mit der Hitlerdiktatur. Der Fackelaufmarsch am 1. Januar 2015 in Kiew sei „genauso wie die Nazi-Aufmärsche zu Zeiten Hitlerdeutschlands organisiert“ worden. „Dann habe ich zu mir selbst gesagt, daß mit dieser Ukraine etwas Schlimmes passiert“, so Zeman. „Etwas Schlimmes passiert aber auch mit der Europäischen Union, von der es keinen Protest gegen diese Aktion gegeben hat.“

Warum geschieht eigentlich so etwas?

Es ist eine sinnlose Wut, und sie richtet sich gegen das Falsche. Ursache des Elends und der Perspektivlosigkeit der Menschen dieser Region sind nicht die Bücher und Zeitungen, nicht die Maschinen und Fabriken, sondern die gesellschaftlichen Zustände. Die Oligarchen und die „Neureichen“, in deren Händen sich sämtliche Produktionsmittel befinden (Maschinen und Anlagen, Fabriken und Rohstoffe, Wälder und Immobilien) – sie sind es, die die Arbeiter ausbeuten. Und ihr Machtinstrument ist der Staat, mit dem sie jeden Widerspruch im Keim ersticken. Gegen sie muß sich der Haß richten und nicht pauschal gegen wehrlose Dinge, gegenBücher oder Menschen anderer Hautfarbe oder Religion …

Quelle der Bilder: CityNews

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7 Antworten zu Vandalen zerstörten die Universitätsbibliothek in Lugansk

  1. Tobi schreibt:

    Mögen die Faschisten in der Ukraine von einem kommunistischen Sturm vernichtet werden! Wäre doch angebrachter wenn auch mal die Chinesen die Antifaschisten in Donezk und Lugansk unterstützen würden. Und wenn ich schon gerade beim Thema China angelangt bin: Die Oligarchischen Leute dort müsste man ich irgendwelche Gulags oder so einsperren! Sobald die KP Chinas dort wieder die Führung errungen hat 😉

    • sascha313 schreibt:

      Ja, Tobi, es ist eine ausgemachte Dummheit, wenn irgendwelche Individuen, die vielleicht nicht mal ihren Namen schreiben können, dafür aber ein Hakenkreuz eintätowiert haben, eine solche Bibliothek zerstören. Die Zahlen beweisen, daß die Menschen bis jetzt gelesen haben! – Das Machbare ist jedoch nicht immer das Optimale. Der Imperialismus erlebt derzeit zunehmend mehr Pleiten und Widerstände – doch es ist äußerst gefährlich, ein solch halbtotes Reptil mit bloßen Händen erwürgen zu wollen. Der Sieg der Sowjetunion war damals folgerichtig und hat die Überlegenheit des Sozialismus bewiesen. Wer aber sollte den Einwohnern von „Noworossija“ helfen, wenn ihnen selber Ziel und Führung fehlen?

  2. walterfriedmann schreibt:

    Hat dies auf Europapolitik rebloggt und kommentierte:
    Vandalismus im Osten der Ukraine

  3. … unerträglich ist den Nazis und Faschisten zweierlei: Wissen und Wissenschaft.

  4. Pingback: Vom Leseland zum Land der Idioten… | Sascha's Welt

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