Dr. Lothar Bolz: In Dankbarkeit und tiefer Trauer (1953)

0_60deb_7dfb5ded_XL-580x469Mit tiefer Betroffenheit nahmen 1953 die Menschen in der Sowjetunion den plötzlichen und unerwarteten Tod Stalins auf. Sie hatten ihn geliebt und verehrt, er war ihr Lehrer und Vorbild, und ist es noch heute. Zehntausende Moskauer nahmen damals Abschied an seinem Sarg und Millionen Menschen in aller Welt verharrten in Schweigen. Überall herrschte tiefe Trauer. In allen größeren Stadten Europas fanden Trauermärsche statt. In Moskau, Leningrad, Kiew und Riga, in Wladiwostok und in Lwow. Auch in Berlin, Prag und Warschau. Die Flaggen hingen auf Halbmast.… Ein halbes Jahr später reiste erneut eine Regierungdelegation der DDR zu Gesprächen nach Moskau. Dort sagte Genosse Malenkow: „Deutschland kann entweder einer der wichtigsten Faktoren zur Festigung des Friedens und der Sicherheit in Europa oder der Hauptherd einer neuen Aggression in Europa werden.“

Stalin 1953
AN DER BAHRE STALINS
Artikel in der „National-Zeitung“
vom 13. März 1953

Unser deutsches Volk steht in tiefer Trauer an Stalins Bahre. Jetzt, wo wir ihn durch den Tod verloren haben, fühlt jeder fried- und vaterlandliebende Deutsche erst recht, wieviel Stalin unserem Volke gegeben hat. Stalin war es, dessen geniale Feldherrnkunst die Hitlertyrannei zertrümmert und unser deutsches Volk aus dem faschistischen Joch befreit hat. Die von Stalin erzogene und geführte Sowjetarmee hat den Krieg nicht gegen das deutsche Volk, sondern gegen den Hitlerfaschismus geführt. So war ihr Sieg ein Sieg auch für unser Volk. Mit der Sowjetarmee sind Friede und Freiheit in Deutschland eingezogen, und wo heute der Sowjetsoldat steht, erklingt die Sprache des Friedens und der Freiheit, der Völkerfreundschaft und des Vertrauens in die Kraft der fried- und freiheitliebenden Völker.

Stalin hat uns gelehrt, uns unserer eigenen Kraft bewußt zu werden. Er hat uns gelehrt, den Kopf zu erheben, den Blick nach vorn zu richten und hinter den Trümmerbergen und Ruinen des Jahres 1945 das Deutschland von morgen zu sehen, jenes schöne und starke Deutschland, dessen Grundlagen bereits in unserer Deutschen Demokratischen Republik gelegt werden und in dem all das weiter wirkt und der Vollendung zustrebt, was jemals groß und edel in unserer Geschichte gewesen ist. Denn Stalin hat uns die Augen über unsere Vergangenheit geöffnet. Er hat uns einen echten Nationalstolz gelehrt. Er hat uns gelehrt, zu erkennen, worin Deutschlands wahre Größe zu finden ist, daß es die Kräfte des Rückschritts waren, die die dunklen Seiten in unserer Geschichte geschrieben haben, und daß es die Kräfte des Fortschritts, des schaffenden deutsChen Volkes waren, die uns trotz aller Mühen und Leiden immer wieder aufrechte Vorkämpfer der Idee höchster Menschlichkeit geschenkt haben. Er hat uns gelehrt, das Verwerflicho zu verwerfen, das Verehrungswürdige zu verehren.

Stalin hat uns eine neue Moral gelehrt. Wir haben sein großes Wort verstehen gelernt, daß die Arbeit – sei es des Arbeiters oder des Bauern, des Angestellten oder des Handwerkers, des Arztes oder des Ingenieurs oder des Lehrers – eine Sache der Ehre, des Heldentums und des Heldenmutes ist. Stalin hat uns die wahre Liebe zur Heimat vorgelebt, eine Liebe, die gleichbedeutend ist mit dem Kampf für den Frieden und die im Sieg des Friedens über den Krieg triumphiert. Sein Leben und sein Werk haben uns die Gewißheit gegeben, daß den Völkern, die seinem Vorbild folgen, eine Zukunft in Frieden und Freiheit, in Schönheit und Würde, in Reichtum und Kraft erschlossen ist.

Stalins Wort „Die Hitler kommen und gehen, aber das deutsche Volk, der deutsche Staat bleibt“ ist nicht nur eine historische Feststellung, sondern eine Verpflichtung für unser Volk, durch unerbittlichen Kampf gegen alle Nachfolger und Nachbeter Hitlers diesseits und jenseits des Atlantiks den Bestand der Nation zu wahren. Stalin war wahrhaft der beste Freund des deutschen Volkes. Unser Volk wird das nie vergessen und in ewiger Freundschaft mit dem sowjetischen Volk Stalin ewige Treue halten.

Quelle:
Bolz: Es geht um Deutschland. Reden. Verlag der Nation, 1955, S.507f.

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Mit tiefer Betroffenheit nahmen die Menschen in der Sowjetunion den plötzlichen und unerwarteten Tod Stalins auf. Millionen Menschen verharrten in Schweigen. In aller Welt herrschte tiefe Trauer. Ein halbes Jahr später reiste erneut eine Regierungdelegation der DDR zu Gesprächen nach Moskau. Dort sagte Genosse Malenkow: „Deutschland kann entweder einer der wichtigsten Faktoren zur Festigung des Friedens und der Sicherheit in Europa oder der Hauptherd einer neuen Aggression in Europa werden.“ Und nach der Rückkehr aus der Sowjetunion erklärte Professor Lothar Bolz: „Die wenigen Tage in Moskau, die uns so überaus reiche Ergebnisse gebracht haben, waren angefüllt mit bedeutungsvollen Ereignissen und Eindrücken, mit zahlreichen Beweisen echter Freundschaft und aufrichtigen Vertrauen zu den demokratischen Kräften im deutschen Volk und zu deren Bemühungen um eine Lösung unserer nationalen Lebenfragen auf demokratischer Grundlage. … Der Weg, den unsere Deutsche Demokratische Republik beschreitet, der Weg, der uns nach Moskau und mit so reichen Erfahrungen wieder zurück in die Hauptstadt unseres Lande gebracht hat, er ist der Weg der Festigung des Friedens und der Sicherheit in Europa.“ (ebd. S.508, 520) Und so war es auch. Die DDR war der erste deutsche Friedensstaat in der Geschichte des deutschen Volkes!

Lothar BolzProf. Dr. Lothar Bolz (1903-1986) war Jurist. Wegen seiner Verteidigung von Antifaschisten gemaßregelt, emigrierte er 1933 nach Polen und dann in die UdSSR, wo er als Wissenschaftler und Lehrer sowie als Redakteur im Nationalkomitee Freies Deutschland (NKFD) wirkte. Von 1949 an war er als Mitglied der Nationaldemokratischen Partei Deutschlands (NDPD) u.a. Abgeordneter der Volkskammer der DDR, 1950/67 Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerrats der DDR, 1953/65 Minister für Auswärtige Angelegenheiten und später Präsident der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft (DSF).

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Ob in Leningrad, Berlin, Moskau, oder Budapest, ob in Warschau, Lwow, Prag oder Shanghai – rote Fahnen mit Trauerflor und unzählige schweigende, trauernde Menschen. Unermeßlich war der Verlust dieser bedeutenden Persönlichkeit. Stalin hatte die Sowjetunion beim Aufbau des Sozialimus geleitet und schließlich zum Sieg über den deutschen Faschismus geführt. Er war der große Lehrer und Führer aller Völker der Sowjetunion. Er war das leuchtende Vorbild von Menschen in aller Welt…

Siehe auch:
Mexico. 5 de Marzo, muere el camarada Stalin

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