War die Äußerung von George Friedman über Japan ein Freudscher Versprecher…?

Freud

Siegmund Freund – österreichischer Neurologe (1856-1939)

Im Internet wird der infame Vortrag des Stratfor-Chefs, George Friedman, vor dem „Chicago Council on Global Affairs“ derzeit heftig diskutiert. Angeblich sähe es Washington es nicht gerne, wenn Deutschland und Rußland sich einigten, was einen „Gürtel aus antirussischen Staaten“ verhindern würde. Wie wir aber verstanden haben, ist dies ohnehin eine Finte, denn es gibt nichts, was die USA und Deutschland auseinanderbringen könnte, wenn es gegen den „Hauptfeind Rußland“ geht. Und wir sind inzwischen weit davon entfernt, hinter jedem gefährlichen Gedanken eine Verschwörungstheorie zu vermuten, zumal die Wirklichkeit uns dabei immer wieder einholt. Es gibt nahezu kaum eine Grausamkeit, die menschliche Gehirne sich auszudenken vermögen, die nicht irgendwann und irgendwo realisierbar wäre. Das beweist auch der Vortrag von Friedman. 

Siegmund Freud und die verräterischen Hintergedanken

Bekanntlich hat sich Siegmund Freud viele Jahre mit den Eigenheiten der menschlichen Psyche befaßt. In seinem Werk „Zur Psychopathologie des Alltagslebens“ widmet Freud dem „Versprechen“ ein ganzes Kapitel. Dabei stellte er fest, daß ein Versprecher oft auf einen Beweggrund zurückzuführen ist, den der Redner zu verbergen sucht, den er aber dennoch (unbeabsichtigt) ausspricht. Und er gab dazu das folgende Beispiel:

  • Der deutschnationale Abgeordnete Lattmann tritt 1908 im Reichstag für eine Ergebenheitsadresse an Wilhelm II. ein, und wenn man das tue, „…so wollen wir das auch rückgratlos tun.“ Nach, laut Sitzungsprotokoll, minutenlanger stürmischer Heiterkeit erklärt der Redner, er habe natürlich rückhaltlos gemeint.

Vermutlich ist auch bei dem Vortrag von Friedman solch eine „Freudsche Fehlleistung“ zu vermerken – etwas, was wohl von den meisten bisher übersehen wurde. Nachdem Friedman bei Minute 05:45 zum Thema „außerordentliche Präventivschläge“ als erstes ausgerechnet Japan erwähnte, um sich gleich darauf zu korrigieren, wird etwas ganz anderes sichtbar: Es stellt sich nämlich die Frage nach den Ursachen der Katastrophe von Fukushima erneut und in einem gänzlich anderen Licht.

Versprecher

Wie schon der militärisch völlig sinnlose Atombombenabwurf auf Hiroshima und Nagasaki, der Millionen von Menschenleben kostete, so forderte auch die Katastrophe von Fukushima über tausend Tote und weitere Opfer, hinterließ eine über Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte vergiftete Umwelt und einen wirtschaftlichen Schaden von höchst bedrohlichem Ausmaß. Eine ähnliche Vermutung gab es ja auch schon bei dem Atomunglück von Tschernobyl, wo ukrainische Wissenschaftler zu dem Schluß kamen, daß es eben nicht die angebliche „sowjetische Schlamperei“ und „Mißwirtschaft“ gewesen seien, die die Katastrophe 1986 in Tschernobyl verursacht haben, sondern Sabotage und folglich fehlende Wachsamkeit gegenüber dem Klassenfeind….

(Danke für den Gedankenanstoß an ‚denkbonus‘!)

Siehe auch:
Blickpunkt: Die USA-Militärstrategie
Deutsche Wirtschaftsnachrichten: Tote über die keiner spricht
Gegenstandpunkt: Die Genesis des Hauptfeindes
Das Verbrechen von Tschernobyl

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4 Antworten zu War die Äußerung von George Friedman über Japan ein Freudscher Versprecher…?

  1. „Eine ähnliche Vermutung gab es ja auch schon bei dem Atomunglück von Tschernobyl, wo ukrainische Wissenschaftler zu dem Schluß kamen, daß es eben nicht die „sowjetische Schlamperei“ und „Mißwirtschaft“ gewesen seien, die die Katastrophe 1986 in Tschernobyl verursacht haben, sondern Sabotage …“

    Nun, Mißwirtschaft kann es nicht gewesen sein. Wenn es aber Sabotage war, liegt Schlamperei vor. Da darf dann selbstverständlich nicht das Adjektiv „sowjetisch“ als Wort antisozialistisches Propaganda davor stehen, sondern dann muss es entweder „menschliche“ oder eben „menschliches Versagen“ heißen .

    Ich denke aber, dass man sich allgemein davor hüten sollte, seine Sprache der westlichen Propaganda anzupassen.

    „Ukrainische Wissenschaftler kamen zu dem Schluß, daß der Sabotage-Anschlag auf das Atomkraftwerk von Tschernobyl gelingen konnte, weil die für die Sicherheit des Atomkraftwerkes zuständigen Mitarbeiter, aufgrund interner Schlamperei in diesem hoch sensiblen Bereich, versagten. Dadurch konnte es den Feinden des Sozialismus gelingen, diese Menschen verachtende Katastrophe in Tschernobyl zu verursachen.“
    Dies vermeidet jede antisozialistische Propaganda und nennt sowohl die Ursache – Sabotage vom Kapitalismus durchgeführt, als auch den Grund – menschliche Schlamperei der Sicherheitsbediensteten.

    Unabhängig davon, dass es ein Verbrechen an der gesamten Menschheit ist, überhaupt Atomkraftwerke zur Energieerzeugung zu errichten, hatte der Sabotage-Anschlag ja einen wirtschaftlichen Hintergrund. Ein paar Nationen sind in der Lage Atomkraftwerke zu bauen. Die Kosten dafür sind sehr hoch. Also sollen die Kosten durch den Export derart teurer Anlagen möglichst schnell wieder eingeholt werden. Im Sinne kapitalistischen Denkens muss dazu die Konkurrenz ausgeschaltet werden. Am besten man ist der Monopol-Anbieter.

    1979 kam es zu einer Katastrophe mit einem Atomkraftwerk in Harrisburg* USA – wer kauft dann noch von denen???
    1986 zu der in der Ukraine. Wer will da noch von der UdSSR kaufen?

    Kurz, im Hintergrund tobt ein Wirtschaftskrieg der Kapitalisten untereinander und damals halt noch gegen die Staaten des Sozialismus.

    * http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-40350482.html
    Hier zeigt sich der SPIEGEL als besonderes Propaganda-Medium des Kapitalismus. Obwohl eine Katastrophe in den USA passierte, wurden mit allen Mitteln gegen Russland diffamiert, um von den Ereignissen abzulenken. Den SPIEGEL interessierte dabei nie, was für unsichere Anlagen in den USA gebaut wurden, sondern ausschließlich werden die viel sicheren und preiswerteren Anlagen der UdSSR diffamiert. Beweise NULL, aber Annahmen, Behauptungen, Spekulation und Vermutungen 100%.

    Und dass es auch ganz schnell ohne Atomkraftwerke „plötzlich“ geht, ist ja durch Fukushima bewiesen: alle 54 Atomkraftwerke sind vom Netz genommen worden, was zudem beweist, dass sie zur Energiegewinnung gar nicht benötigt werden, sondern dass es rein um kapitalistische „Gewinne“ und Profite geht.

  2. rheinlaender schreibt:

    Hallo Sascha,
    1) den Video Link hättest Du vielleicht noch mal reinstellen sollen https://www.youtube.com/watch?v=7zIhf-E363c.
    Wichtig finde ich für die Aufklärungsarbeit, dass die USA in ihrer dummen Überheblichkeit ihre Lügen oft sofort, nach einem, zwei, zehn oder dreißig Jahren sowieso zugeben. Die deutschen kapitalistischen USA/NATO Medien Organe werden also von ihren eigenen HERRENMENSCHEN und Führungskadern lächerlich gemacht. Die USA sagt ganz einfach : „Was interessiert mich mein dummes Geschwätz von gestern“ ODER „Na und, WIR können uns sowieso alles erlauben“ ODER „Wenn nur ein US-Soldat vor dem Gerichtshof in Den Haag landet, ist Holland morgen nur noch ein Häufchen Asche“.
    2) Was anderes: Ich persönlich hab den Eindruck, dass die europäischen Bonzen anfangen gegen einen USA geführten Weltkrieg zu sein. Und langsam aber stetig rechte / erstmal „NUR“ leicht rassistische Parteien / Bewegungen (front nationale, afd, pegida) aufbauen. Von Vergesellschaftung grosser Betriebe hört man bei denen nichts.
    3) Gruss an Georg, der mal öfter – bei seinen guten Kommentaren – auf Deinen Blog verlinken sollte. Besonders bei youtube.

    • sascha313 schreibt:

      Danke, rheinlaender!!! (Zu den Querfrontlern sage ich später nochmal was. Das ist tw. Geltungsbedürfnis, Profilierungssucht, oder aber es ist krankhafte Feindschaft – und das kennen wir ja schon von diversen Antikommunisten)

    • „Ich persönlich hab den Eindruck, dass die europäischen Bonzen anfangen gegen einen USA geführten Weltkrieg zu sein.“

      Selbst, wenn dies stimmen würde, kann das nichts mehr ändern. Der Zug rollt. Nur eine Revolution in den USA und die gleichzeitige Entmachtung des Papstes und seinem Privaten Internationalen Banken Syndikat – der BIZ in Basel, könnten den Zug anhalten. Es durchläuft das System die einzelnen Prozesse exakt so, wie von Marx umschrieben.

      Im Übrigen wird jeder dieser Bonzen schon beim kleinsten Verdacht – da genügen schon kleinste öffentliche Äußerungen – sofort kaltgestellt oder gleich liquidiert. Das US-Militär hat dafür eine Sondereinheit, die jeden Tag über 3000 Menschen weltweit ermordet. Allein in den letzten 15 Jahren sind unter Clinton-Bush-Obama dieser faschistisch-kapitalistischen Säuberung über 16.000.000 Menschen zum Opfer gefallen.

      „Total-Chef Christophe de Margerie kam beim Zusammenstoß seines Flugzeugs mit einem Schneepflug am † 20. Oktober 2014 in Moskau ums Leben.“ Klar doch, Schneepflug. Wie die Concorde, Flug 4590 der Air France, die am 25. Juli 2000 sabotiert wurde und beinahe in das parkende Flugzeug eingeschlagen wäre, in dem der damalige Präsident Frankreichs Jacques Chirac mit seiner Frau gesessen hatte.

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