Ljubow Pribytkowa: Warum ist der Kampf gegen den Opportunismus heute so wichtig?

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WARUM IST DER KAMPF GEGEN DEN OPPORTUNISMUS HEUTE SO WICHTIG?

Von Ljubow Pribytkowa

In Rußland gibt es eine Vielzahl kommunistischer Parteien, darunter auch die KPRF. Sie ist die bekannteste Partei im Land und hat zahlreiche Mitglieder und ist offiziell anerkannt. Allerdings ist sie nur dem Namen nach kommunistisch, eigentlich aber ist sie eine ganz gewöhnliche sozialdemokratische Partei im bürgerlichen Sinne. Ihr Programm und ihre Politik haben keinerlei Beziehung zum Kommunismus. Auch in den westlichen Ländern sind mittlerweile viele solche Parteien entstanden. Die KPRF hat eine ziemlich große Fraktion im bürgerlichen Parlament von Rußland, und sie versucht, ihr Scherflein zur Entwicklung kapitalistischen Rußland beizutragen.

Welche Rolle spielt die angeblich „linksorientierte“ KPRF?

Über das Wesen dieser Linkspartei wurde schon viel geschrieben, doch offenbar reicht auch das nicht aus, da die ständige pseudo-kommunistische Demagogie ihrer Parteiführer, mit der für den Spießbürger attraktiven Phrase über einen „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“, eine geschickte Revision des Marxismus-Leninismus darstellt. Sie ist eine subtile Fälschung der Erfahrungen des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR und ist ein politischer Opportunismus, der in der internationalen kommunistischer und Arbeiterbewegung kolossalen Schaden anrichtet. Unter dem Vorwand der Weiterentwicklung der Lehre von Marx und in Anbetracht der grundlegend veränderten ökonomischen und politischen Lage auf der Welt, gehen die Ideologen der KPRF, geführt von Sjuganow, immer mehr vom Materialismus zum Idealismus über, von der Wissenschaft zum kleinbürgerlichen Utopismus, vom Klassenkampf zum Klassenversöhnlertum.

Sjuganow: Der Klassenkampf ist nun erledigt!

Sofort nach Gründung der KPRF verkündete Sjuganow, das Limit für eine Revolution sei nun erschöpft, und man müsse sich nun mehr um eine aktive Beteiligung an den Parlamentswahlen kümmern. Bald darauf begann seine Partei, die internationalistische Losung „Proletarier aller Länder – vereinigt euch!“ zu verunglimpfen, indem sie die sogenannte „Russische Art“ organisierten und sich für eine Verbrüderung aller Russen, die Vereinigung der satten und der hungrigen einzusetzen, anstatt den Kampf gegen die Ausbeutung zu organisieren.

Sogenannte „Kommunisten“ schwören auf den heiligen Bogoslow

Und plötzlich begannen sie zu beweisen, daß der „Atheismus kein notwendiger Bestandteil des Kommunismus“ sei. Ein Professor A.F. Nikolski, Mitglied des Büros Irkutsker Komitees der KPRF, hat sogar ein dickes Buch darüber geschrieben, und hat den Lesern nicht etwa empfohlen, die Schriften von Charles Darwin und Karl Marx zu lesen, nicht etwa geraten, die Gesetze der Natur und der Gesellschaft zu studieren, sondern sich auf die „Offenbarungen Heiligen Johann Bogoslow“ zu konzentrieren. Für den Professor ist die dialektisch-materialistische Erklärung der gesellschaftlichen Entwicklung schon veraltet, und der Übergang auf die Positionen des mittelalterlichen objektiven Idealismus ist das neueste Wort der Gesellschaftswissenschaft. Wie sollte man sich da auch nicht an dem Irkutsker Professor ein Beispiel nehmen!

KPRF: Staat und Kirche sind nun „Verbündete“

Eine aktuelle Abkehr von Marx hat Herr Sjuganow mit seinem Buch „Die Richtigkeit“ vollzogen. Er hat buchstäblich eine Hymne auf die Religion und die Kirche gesungen, die einzigen Wohltäter und Erlöser des russischen Volkes in seiner tausendjährigen Geschichte. Und in seinem neuen Buch „Die Kommunisten 21“ hat er ausgesprochen, daß die „staatliche Gottesbekämpfung einer der schlimsten Fehler der sowjetischen Epoche“ gewesen sei. Und er hat seine Freunde darüber zum Ausdruck gebracht, daß „Staat und Kirche jetzt natürliche Verbündete“ sind. Er rief die bürgerlichen Machthaber Rußlands dazu auf, der Kirche alle notwendigen Voraussetzungen „für die moralische Erziehung und geistige Aufklärung der Gesellschaft“ zur Verfügung zu stellen. Kurzum, mit dem Doktor der Philosophie Sjuganow und seinen „Gelehrten“ der sogenannten Gesellschaft für „Russische Wissenschaftler mit sozialistischer Orientierung“ (RWSO), kann es  einem nicht langweilig werden. Man braucht nur ihre revisionistischen Anekdoten zu lesen…

Der Herr Professor Beljajew erfindet eine neue Ökonomie

Und hier in Irkutsk brachte die KPRF Ende 2013 plötzlich das Buch „Skizzen zur politischen Ökonomie des Sozialismus” von P.S. Beljajew heraus, einem Doktor der technischen Wissenschaften und Professor am „Melentjew-Institut für energetische Systeme“ der Russischen Akademie der Wissenschaften. Ein großer Teil der tausendsten Auflage des Buches wurde an das ZK der KPRF, an die Bibliothek der Akademie der Wissenschaften und an führende Hochschulen des Landes und an fast alle Redaktionen linker Zeitungen gesandt. Später erschien darüber auf einigen Webseiten auch noch sein Artikel „Die Errungenschaften und Fehler der sowjetischen politischen Ökonomie“.

… doch leider sind seine Erklärungen völlig illusorisch!

Der Professor hat das Buch nicht einfach nur geschrieben, um das Thema zu popularisieren, sondern mit dem Anspruch, seine neue Sicht über die politische Ökonomie des Sozialismus darzulegen. Doch leider brachte er da nichts Wegweisendes zustande. Der Autor hat nur seine oberflächlichen Kenntnisse über den Marxismus offenbart. Durch das ganze Buch zieht sich der Dunst vulgärer, häufig falscher und sogar verlogener Erklärungen über viele wichtige Gegenwartsprobleme und über die Praxis des sozialistischen Aufbaus in der UdSSR. Sein Versuch, einen Beitrag zur Entwicklung der sowjetischen politischen Ökonomie des Sozialismus zu leisten, hat sich als illusorisch erwiesen. Die Ausgangsposition des Professors ist: „Während der Oktoberrevolution fehlte tatsächlich eine Wirtschaftstheorie des Sozialismus“. „Die Wirtschaftstheorie des Sozialismus, einschließlich der politischen Ökonomie, begann dabei tatsächlich bei Null“, und sie verlief je nach praktischer Erfahrung oft nach der Methode „Versuch und Irrtum“… Dieser Gedanke des Autors wird im ganzen Buch bald zehnmal wiederholt.

Kommunismus: Von der Utopie zur Wissenschaft

Wer eine solche Behauptung aufstellt, der beweist nur, daß er die Geschichte des wissenschaftlichen Kommunismus nicht kennt, denn viele richtige Ideen in der politischen Ökonomie des Sozialismus wurden bereits Anfang des 16. Jahrhunderts ausgesprochen. In dem bemerkenswerten Buch von Thomas Morus „Über die beste Einrichtung des Staates“[1], das uns als „Utopia“ bekannt ist, ist von einer gerechten Gesellschaft die Rede, wo das Privateigentum fehlt, wo es keine Ausbeutung gibt, wo es keine Menschen gibt, die eine parasitäre Lebensweise führen, wo nicht nur alle natürlichen Reichtümer, sondern auch die gesamte Produktion des gesellschaftlichen Reichtums gemeinschaftlich erfolgt. Im „Kapital“ verweist Karl Marx zweimal auf dieses Buch, wenn er über den Prozeß der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals schreibt.

Professor Beljajew weiß nicht, wovon er spricht…

Nicht ohne Grund hat die Akademie der Wissenschaften der UdSSR die Bücher der Vorgänger des wissenschaftlichen Sozialismus, die „Utopia“ von Thomas Morus, die „Sonnenstadt“ von Campanella, das „Gesetzbuch der Natur oder der wahre Sinn ihrer Gesetze“ von Morelli und die „Auserwählten“ von Robert Owen verlegt, weil in ihnen der Ursprung aller Weisheit zu finden ist, der die Quelle des wissenschaftlichen Kommunismus wurde. Und die Floskel des Autors der „Skizzen zur Politischen Ökonomie…“, daß heute „neben der vertieften Entwicklung der politischen Ökonomie des Sozialismus auch eine Weiterentwicklung der marxistischen politischen Ökonomie des Kapitalismus notwendig ist”, beweist nur, daß der Autor nicht weiß, wovon er spricht. Eine solche Wortverbindung ist sinnlos, da es eine „marxistische politische Ökonomie des Kapitalismus“ nicht gab, und vom Prinzip her auch nicht geben konnte.

Die populären Irrtümer der bürgerlichen Nationalökonomen

Die bürgerliche Ideologie, einschließlich der politischen Ökonomie des Kapitalismus, wurde ununterbrochen seit dreihundert Jahren bis heute von verschiedenen bürgerlichen Gelehrten entwickelt. Und Karl Marx, der Gründer des „Bundes der Kommunisten“, mußte den utopischen Sozialismus seiner Vorgänger, die Theorie der Merkantilisten, akribisch und kritisch durchdenken, er mußte die klassische bürgerliche politische Ökonomie von Adam Smith und David Ricardo studieren. Er unterzog die Arbeiten der vulgären bürgerlichen politischen Ökonomie, die er in die Hände bekam, einer scharfen Kritik. Danach riefen auch die Theoretiker der kleinbürgerlichen politischen Ökonomie S.Sismondi [2] und P.Proudon, in deren Theorien immer weniger an Wissenschaftlichkeit aufzufinden ist, seinen Widerspruch hervor, weil der Kapitalismus nach seiner progressiven antifeudalen Phase immer regressiver wurde. Und die bürgerlichen Ideologen fuhren fort, den Kapitalismus als ein ewiges und natürliches Gesellschaftssystem anzusehen, sie sahen die Wege zur Lösung seiner Widersprüche nicht. Sie waren bestrebt, das Rad der Geschichte zurückzudrehen und zur Kleinproduktion zurückzukehren, wobei sie sich auf utopische Positionen stellten.

Es läutete die Totenglocke der bürgerlichen Ökonomie!

Das Anwachsen des Klassenkampfes des Proletariats in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ermöglichte es Marx, mit Genugtuung festzustellen: „Er läutete die Totenglocke der wissenschaftlichen bürgerlichen Ökonomie.“ [3]

Im 20. Jahrhundert, mit dem Übergang des Kapitalismus in sein höchstes Stadium, den Imperialismus, und seinen sich bis zum Äußersten verschärfenden Widersprüchen, sahen sich die bürgerlichen Ideologen schon gezwungen, bewußt von der wissenschaftlichen Analyse der gegenwärtigen kapitalistischen Wirklichkeit abzugehen, und Konzeptionen zu verfassen, die der Verteidigung des Kapitalismus dienten, seiner Rettung vor Krisen und  Arbeitslosigkeit, vor der schreienden Polarisierung der Gesellschaft, vor Massenprotesten und vor möglichen Revolutionen. Die soziale Hauptaufgabe der politischen Ökonomie seit jener Zeit ist die Apologetik der bürgerlichen Ordnung.

Die unwissenschaftlichen Theorien von Keynes, Aron, Galbraith und Bell

Der englische Ökonom J.M.Keynes [4] kaprizierte sich auf die Idee einer staatlichen Regulierung der kapitalistischen Wirtschaft. W.Rostow [5] erfand die Theorie der „Stadien des Wirtschaftswachstums“, R. Aron[6] erfand die Theorie der „einheitlichen Industriegesellschaft”, J.K. Galbraith [7] erfand  die „neue Industriegesellschaft”, D.Bell [8] kreierte die Konzeption  der „postindustriellen Gesellschaft”. Und in den letzten Jahren wurde auch noch die „Konvergenztheorie“ verbreitet.

Karl Marx räumt auf…

Die vierbändige Ausgabe des „Kapitals“ von Karl Marx,  der Artikel „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ und das Manuskript „Kritik der politischen Ökonomie“ ist nicht eine „marxistische“ politische Ökonomie des Kapitalismus, sondern Marx hat in diesen Arbeiten die kapitalistische Produktionsweise einer wissenschaftlichen Analyse unterzogen, ihre objektiven Gesetze entdeckt, die bürgerliche politische Ökonomie kritisch durchdacht und eine präzise Einschätzung aller ihren Formen gegeben. Im Ergebnis dieser buchstäblich titanischen Bemühungen kam er zu Schlußfolgerungen, die das Fundament des wissenschaftlichen Kommunismus wurden. Sie wurden zur Grundlage der proletarischen Ideologie, die wir gewöhnlich mit einem Wort als MARXISMUS bezeichnen.

Die genialen Entdeckungen von Marx, Engels und Lenin

Einen Beginn des revolutionären Umsturzes in der Gesellschaftswissenschaft sehen wir schon in der Arbeit von Karl Marx „Zur Kritik der politischen Ökonomie“, der er einige Jahre gewidmet hat, und die nicht zufällig als hervorragend zu bezeichnen ist. In ihr sind in genialer Weise die wesentlichen Grundgedanken des historischen Materialismus: die allgemeinen Gesetze der gesellschaftlichen Entwicklung, die Gesetze der Entstehung, Wirkungsweise und Entwicklung sozial-ökonomischen Formationen sowie ihrer Ablösung dargelegt. „Die materialistische Anschauung der Geschichte geht von dem Satz aus, daß die Produktion, und nächst der Produktion der Austausch ihrer Produkte, die Grundlage aller Gesellschaftsordnung ist; … Hiernach sind die letzten Ursachen aller gesellschaftlichen Veränderungen und politischen Umwälzungen zu suchen nicht in den Köpfen der Menschen, in ihrer zunehmenden Einsicht in die ewige Wahrheit und Gerechtigkeit, sondern in Veränderungen der Produktions- und Austauschweise; sie sind zu suchen nicht in der Philosophie, sondern in der Ökonomie der betreffenden Epoche.“  schrieb Engels im „Anti-Dühring“ [9] Das von Marx entdeckte Gesetz über die Art und Weise der Herstellung materieller Güter als bestimmender Faktor der gesellschaftlichen Entwicklung führte ihn zu der Schlußfolgerung, daß niemand anderes als das Proletariat die schöpferische Hauptkraft der Gesellschaft ist und über sein Schicksal selbst entscheiden muß.

Der Marxismus erklärt die Ursachen für Ausbeutung und Unterdrückung

Das materialistische Geschichtsverständnis, das konkret-historische Herangehen an das Studium der Geschichte und die Absage an alle diejenigen, die den Kapitalismus für eine ewige und natürliche Produktionsform halten, wurden zu einer Methodologie der akribischen dialektisch-materialistischen Analyse der kapitalistischen Produktionsweise, zum Beweise dessen, daß der Kapitalismus seinem Wesen nach ein System der sozialen Ungleichheit, der Ausbeutung und Unterdrückung ist, und sich nur entwickeln kann, dank dem inneren, antagonistischen Widerspruch zwischen Kapital und Arbeit. Und das machte es auch möglich, Schlußfolgerungen über die Notwendigkeit einer revolutionären Umgestaltung der Gesellschaft zu ziehen.

Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein

Im Vorwort „Zur Kritik der politischen Ökonomie“ schreibt Marx: „In der gesellschaftlichen Produktion ihres Lebens gehen die Menschen bestimmte, notwendige, von ihrem Willen unabhängige Verhältnisse ein, Produktionsverhältnisse, die einer bestimmten Entwicklungsstufe ihrer materiellen Produktivkräfte entsprechen. Die Gesamtheit dieser Produktionsverhältnisse bildet die ökonomische Struktur der Gesellschaft, die reale Basis, worauf sich ein juristischer und politischer Überbau erhebt, und welcher bestimmte gesellschaftliche Bewußtseinsformen entsprechen. Die Produktionsweise des materiellen Lebens bedingt den sozialen, politischen und geistigen Lebensprozeß überhaupt. Es ist nicht das Bewußtsein der Menschen, das ihr Sein, sondern umgekehrt ihr gesellschaftliches Sein, das ihr Bewußtsein bestimmt. Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein. Mit der Veränderung der ökonomischen Grundlage wälzt sich der ganze ungeheure Uberbau langsamer oder rascher um.“ [10] Ist das nun das theoretische Fundament der politischen Ökonomie in der neuen kommunistischen Gesellschaftsformation? Veraltet denn nicht auch hier ein Gedanke?

Professor Beljajew bleibt stur

Ich habe nicht versucht, mit Professor Lew Spiridonowitsch Beljajew, das Manuskript seines Buches zu besprechen. Aber seine Idee, daß die Bolschewiki nach der Revolution 1917, den Sozialismus aufbauen und bei der politischen Ökonomie des Sozialismus von Null anfangen mußten, war unerschütterlich: „Also, zeigen Sie mir das, in welcher Arbeit, wo ist bei Marx etwas über die Preisbildung im Sozialismus gesagt! … Aha, Sie können mir das nicht zeigen, was wollen Sie eigentlich von mir!“ Er wollte nicht einmal hören, daß der Marxismus niemals den Anspruch hatte, alles zu erklären. Er lieferte die philosophische Methodologie, die wissenschaftliche Voraussetzung für die Erklärung und für die Lösung der konkret-historischen Aufgaben.

Konkrete Fragen müssen konkret gelöst werden

Natürlich sind die Preisbildung, die Leitung der Betriebe und Wirtschaftszweige, Kredite und Löhne in der sozialistischen Gesellschaft sehr wichtige Probleme, doch es sind konkrete ökonomische Probleme. Und ihre Lösung hängt von in vielerlei Hinsicht von den theoretischen politisch-ökonomischen Gegegebenheiten der Gesellschaft ab. Würde sich der Herr Professor fürs erste besser mit den dialektischen Wechselbeziehungen zwischen dem Gesellschaftlichen und dem Privaten, dem Abstrakten und dem Konkreten, zwischen Theorie und Praxis zurechtfinden, dann wären ihm auch die Wechselwirkungen zwischen politischer Ökonomie und Wirtschaft klarer. In der Sowjetunion sind die Lehrbücher und Wörterbücher für politische Ökonomie nicht gegen Lehrbücher und Wörterbücher für die Wirtschaft ausgetauscht worden. Es könnte dem Autor nicht schaden zu wissen, daß das Theoretische immer das Instrumentarium für die Lösung konkret-praktischer Aufgaben ist. Doch für die allwissenden Gelehrten sind das alles veraltete „Dogmen“.

Ist der Marxismus veraltet?

Wenn sich heute diese Intellektuellen der RWSO zur marxistischen Wissenschaft verhalten, wie zu einer Sammlung längst überlebter „Dogmen“, so hatten doch schon die Bolschewiki in Rußland lange vor der Oktoberrevolution 1917 die Grundlagen einer echten wissenschaftlichen proletarischen politischen Ökonomie, die von den großen deutschen Denkern Karl Marx und Friedrich Engels geschaffen wurde, und ihr philosophisches Fundament erkannt.

Die schlesischen Weber (1844) – Beginn des proletarischen Klassenkampfs

Der Aufstand der schlesischen Weber, der sich im Jahre 1844 in Deutschland ereignete, war der erste große Klassenkampf zwischen dem Proletariat und der Bourgeoisie. In der Zeitung „Vorwärts“ schrieb damals Marx: „Die Revolution überhaupt – der Umsturz der bestehenden Gewalt und die Auflösung der alten Verhältnisse – ist ein politischer Akt. Ohne Revolution kann sich aber der Sozialismus nicht ausführen. Er bedarf dieses politischen Aktes, soweit er der Zerstörung und der Auflösung bedarf.“ [11]

Das Manifest der Kommunistischen Partei

Im “Manifest der kommunistischen Partei” wurde 1848 gesagt: „Die Kommunisten verschmähen es, ihre Ansichten und Absichten zu verheimlichen. Sie erklären es offen, daß ihre Zwecke nur erreicht werden können durch den gewaltsamen Umsturz aller bisherigen Gesellschaftsordnung.” [12] Und: „Von allen Klassen, welche heutzutage der Bourgeoisie gegenüberstehen, ist nur das Proletariat eine wirklich revolutionäre Klasse.“ [13]

Karl Marx: Die Diktatur des Proletariats ist notwendig!

Im März 1852 hat sich Marx im Brief Joseph Weydemeyer noch konkreter ausgesprochen, nämlich, „daß der Klassenkampf des Proletariats notwendig zur Diktatur des Proletariats führt“ [14], die für die grundlegende qualitative Umgestaltung in der Wirtschaft – die „Abschaffung des Privateigentums“ notwendig ist.  Ist denn nicht die Idee von der historischen Mission des Proletariats, über die Notwendigkeit eines revolutionären Weges, um den antagonistischen Hauptwiderspruch des Kapitalismus zwischen Kapital und Arbeit zu überwinden, eine geniale Erklärung des Marxismus? Bilden denn diese Ideen von Marx nicht die Grundlage für eine neue politische Ökonomie der Zukunft? Wäre denn die Lösung der zahlreichen konkreten Wirtschaftsaufgaben des sozialistischen Aufbaues ohne dieses theoretische wissenschaftliche Fundament überhaupt möglich?

Das Wesen des Kapitalismus hat sich nicht geändert

Die wissenschaftliche Analyse des modernen globalen Kapitalismus beweist, daß sich das Wesen des Kapitalismus auch nach 150 Jahren nicht geändert hat. Zudem ist die heutige Politik des Imperialismus nicht nur einfach menschenfeindlich, sondern auch bedrohlich für die Existenz der Menschheit. Ihre offene Hinwendung zum Faschismus wurde offensichtlich. Mit dem Sturz des sozialistischen Weltsystems, mit dem Verschwinden eines restriktiven Faktors, hat das internationale Kapital in einer ausgeprägten unipolaren Welt die Möglichkeit, den Druck auf die Arbeiterklasse zu verstärken, die neokolonialistische Politik zu aktivieren und den Einfluß nicht nur auf die dritte Welt, sondern auch auf schwächere Partner zu verstärken. Die Bourgeoisie unternimmt schon keine Anstrengungen mehr, ihr gieriges Wesen zu verbergen.

Die Polarisierung der Gesellschaft hat sich enorm verschärft

Die Erhöhung der Ausbeutung der Lohnarbeiter, die Verschlechterung der Lebensumstände der Werktätigen, nicht nur in den unentwickelten Ländern, sondern auch in den entwickelten kapitalistischen Ländern führen zu einer ungeheuren Polarisierung der menschlichen Gesellschaft, und die Höhe der Arbeitslosigkeit auf der Welt führt einerseits  zur Protesten und andererseits zu einem verstärkten Druck der herrschenden Klassen auf die Protestierenden.

Die Kommunisten müssen alles tun, um den Marxismus zu verbreiten!

Gerade deshalb sind die Ideen von Karl Marx heute mehr denn je aktuell. Und deshalb ist es auch für die Kommunisten um so notwendiger geworden, sie unter dem Proletariat zu verbreiten, das heute an einer unpolitischen Einstellung und an kleinbürgerlichen Illusionen krankt. Ebenso notwendig ist auch der Kampf um die Reinheit des Marxismus, gegen die aktivierten Revisionisten, die der Bourgeoisie als eine angeblich wissenschaftliche Intelligenz zu Diensten stehen.

Wird es einen „Neuen Sozialismus“ à la KPRF geben?

Unweigerlich wirkte sich, wie viele Beobachter feststellen, die immer komplizierter werdende Lage auch auf internationale kommunistische und Arbeiterbewegung aus, in der es heute Uneinigkeit, Zersetzung und Unentschlossenheit gibt. Eine der Erscheinungsformen dieses Zustandes ist die bei den „Linken“ überall herumgeisternde Theorie vom „Sozialismus des 21. Jahrhunderts”, die von sich behauptet, eine neue Theorie des Sozialismus zu sein, die den angeblich veralteten „Sozialismus des 20. Jahrhunderts” ablösen soll. Einer der aktivsten Propagandisten dieser Theorie ist die KPRF. Und wenn es nun schon zwei verschiedene „Sozialismen“ gibt, so muß sich die kommunistische Bewegung damit natürlich auch auseinandersetzen, deren ideologischen Gehalt und soziale Praxis analysieren. Vieles davon ist schon offensichtlich. Davon zeugt auch die Diskussion auf 15. Internationalen Treffen der kommunistischen und Arbeiterparteien in Lissabon in November 2013.

Wie Klein-Sjuganow sich den „Marktsozialismus“ vorstellt…

Auf dem XV. Parteitag der KPRF im Februar 2013 ließ sich Sjuganow detailliert über den „Sozialismus des 21. Jahrhunderte“ aus. Im neuen „Sozialismus“ gäbe es seiner Ansicht nach eine vielschichtig strukturierte Wirtschaft. Das Eigentum der verwestlichten Oligarchen werde nationalisiert, und deren ausländisches Kapital werde „der Wirtschaft des ganzen Landes untergeordnet”. Und dem Privateigentums der mittleren Bourgeoisie und dem Kleinbürgertum, das heißt den Verwandten der „einheimischen Produzenten“ werde nichts drohen. Sjuganow ist davon überzeugt, daß „der private Sektor eine gemeinnützige Orientierung“ erhalten wird. Er versprach der Wählerschaft, im Falle seiner Regierungsmacht, die „wirtschaftlichen Reformen aus der festen Grundlage der Gerechtigkeit und des Kollektivismus durchzuführen“. Er versprach, eine „Moderiniserung der Wirtschaft“ durchzuführen, die nach „Konfliktlosigkeit und Harmonie in den sozialen Beziehungen“ strebe. Kurz gesagt – es fehle nicht mehr viel, und wenn bei den Wahlen zur Duma die Mehrheit der Wähler der KPRF ihre Stimme gäben, sei gewährleistet, daß die Russen einen „Marktsozialismus“ bekämen! Es werde, genauer gesagt, wie in Schweden ein „Kapitalismus mit  menschlichem Gesicht“ aufgebaut.

Kritische Auseinandersetzung mit den lateinamerikanischen Versuchen

Einen sehr tiefgründigen Artikel hat darüber der bekannte amerikanische Gelehrte James Petras geschrieben „Der lateinamerikanischen Sozialismus des 21 Jahrhunderte in historischer Perspektive” [15]. Er führte Tatsachen, Zahlen und Argumente an. Dieser Lügen-Sozialismus oder der Weg dahin, hält nicht einmal elementarster Kritik im Vergleich zum realen Sozialismus stand, wie er in der UdSSR und den Ländern der Volksdemokratie im 20. Jahrhundert war. Der Präsident Ecuadors, Rafael Correia, hat darüber jedoch eine andere Meinung: „Wir glauben nicht an den Klassenkampf und den dialektischen Materialismus. Wir halten es für möglich, auf demokratischem Weg radikale sozialistische Veränderungen in den existierenden Strukturen durchzuführen”. Eine solche Position vertrat Ende des 19. Jahrhundert auch schon der Renegat Eduard Bernstein, aber das Leben hat die Lächerlichkeit seiner utopischen Ideen bewiesen.

Der rechte Opportunismus ist schädlich und gefährlich!

Die Sjuganowismus in Rußland und andere Formen des rechten Opportunismus sind in der linken Bewegung leider sehr verbreitet. Die Ideologen der KPRF singen ein Loblied auf den „Sozialismus mit chinesischen Besonderheiten“, obwohl die Entwicklung Chinas schon ganz offenbar auf dem kapitalistischen Weg verläuft. Es ist unbestreitbar, daß die rechten Opportunisten objektiv die Funktion von Verbündeten des weltweiten Kapitals erfüllen. Und deshalb sind schädlich und gefährlich.

Es gibt jedoch keinen Grund zum Pessimismus! Die kommunistischen Parteien, welche einen klaren marxistisch-leninistischen Standpunkt einnehmen, werden immer stärker. Sie erklären öffentlich, daß heute der Sozialismus im Interesse der Mehrheit des werktätigen Volkes nicht auf dem sogenannten „demokratischen Weg“ erfolgen kann, sondern nur durch eine tiefe und radikale Umgestaltung, durch die Zerstörung des bürgerlichen Staatsapparates, durch die Liquidierung des Privateigentums an den Produktionsmitteln und die Errichtung der Diktatur des Proletariats. Es steht ein schwerer Weg bevor, aber einen anderen Weg gibt es nicht! Gerade deshalb ist die Lehre von Karl Marx und Friedrich Engels, und das Werk ihres Fortsetzers Wladimir Iljitsch Lenin heute aktuell wie niemals zuvor!

4. März 2015

Quelle: http://work-way.com/kakoj-socializm-propoveduet-kprf/

(Übersetzung: Florian Geißler)

DOWNLOAD (deutscher Text/mit Kommentar) 
pdf-Datei: Pribytkowa Kampf gegen Opportunismus


KOMMENTAR:  Grundsätzlich stimmen wir dem ansonsten hervorragenden Beitrag der Genossin Pribytkowa zu, doch dazu gibt es noch einige Anmerkungen:

  1. Die Kriegsproblematik kann und darf keinesfalls ausgeblendet werden. Es ist unübersehbar, daß die aggressivsten imperialistischen Länder immer mehr zu Kriegen drängen und mit aller Macht eine Neuaufteilung der Welt anstreben. Hier geht wie stets in solchen Fällen um Rohstoffquellen und Absatzmärkte.
  2. Die Entwicklung der Produktivkräfte hat in den letzten Jahren zu rasanten Veränderungen geführt. Das betrifft insbesondere die Entwicklungen auf dem Gebiet der Hochtechnologie, der Informations- und Computertechnik, der Chemie- und Pharmaindustrie (um nur einiges zu nennen). Das hat u.a. zu einer deutlichen Veränderung in der Arbeitskräftestruktur geführt. Mittlerweile arbeiten nur noch etwa 2% der Werktätigen in der Landwirtschaft, 18% in der Industrie und der Rest im Dienstleistungssektor. Die strukturell anwachsende Arbeitslosigkeit führt zu immer mehr Unzufriedenheit und zu Protesten in der zunehmend verarmenden Bevölkerung. Damit ist aber auch festzustellen, daß es ein Industrieproletariat in Größenordnungen wie zu Lebzeiten Lenins nicht mehr gibt. Es bildet sich ein Lumpenproletariat heraus, und es entstehen massenhaft alimentierte, politisch ungebildete Bevölkerungsschichten mit unterentwickeltem Klassenbewußtsein, die überdies für die faschistische Ideologie sehr anfällig sind. Wobei sich diese Ideologie netzartig immer weiter ausbreitet. Das ist eine äußerst gefährliche Entwicklung!
  3. Ohne eine klare Analyse der beiden vorangegangenen Fragen läßt sich auch die dritte Frage nicht beantworten: Wer gehört zur heute Arbeiterklasse? Und warum ist gerade die Arbeiterklasse immer noch eine revolutionäre Klasse? Klar ist, daß man das Nachdenken darüber nicht als Revisionismus abqualifizieren kann!  Das würde uns keinen Schritt voran führen, während dessen sich die internationale Lage immer mehr zuspitzt. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel! In zahlreichen Briefen und Artikeln setzte sich Lenin bereits vor über 100 Jahren mit den Abweichungen vom orthodoxen Marxismus auseinander (s. Lenin, Werke, Bd.16, S.214).

Siehe auch:
Woher kommt der Opportunismus?
Woher kommt der deutsche Opportunismus?


Любовь  Прибыткова.

КАКОЙ  СОЦИАЛИЗМ  ПРОПОВЕДУЕТ  КПРФ?

В России среди множества коммунистических партий есть и такая – КПРФ.  Это наиболее известная в стране, многочисленная и официально признанная властью партия.  Сегодня она коммунистическая – только по названию, по сути же – это обыкновенная современная социал-демократическая партия буржуазного толка, программа и политика которой никакого отношения к коммунизму не имеет. Многие из таких партий сейчас стоят у власти в западных странах. Да и КПРФ имеет довольно большую фракцию в буржуазном парламенте России, пытается вносить лепту в развитие капиталистической России.

О сущности этой левой партии уже много писано, хотя и этого многого явно недостаточно, ибо постоянная коммунистическая демагогия ее партийных лидеров, заманчивые для обывателя фразы о “социализме XXI века”,  искусная ревизия марксизма-ленинизма, изощренная фальсификация опыта социалистического строительства в СССР и политический оппортунизм приносят колоссальный вред международному коммунистическому и рабочему движению.

Под видом развития учения Маркса в связи с якобы принципиально изменившейся на планете экономической и политической обстановкой, идеологи КПРФ во главе с бессменным лидером Геннадием Зюгановым фактически ведут идущих за ними назад от материализма к идеализму, от науки к мелкобуржуазному утопизму, от классовой борьбы к классовому соглашательству.

Зюганов сразу после создания КПРФ провозгласил, что лимит на революции уже исчерпан, и надо принимать более активное участие в  парламентских выборах. Потом его партию не стал устраивать лозунг интернационалистов “Пролетарии всех стран соединяйтесь”, они организовали так называемый “Русский лад” и начали  радеть за братание всех русских, богатых и бедных,  сытых и голодных вместо того, чтобы организовывать эксплуатируемых на борьбу с эксплуататорами.

А то вдруг стали доказывать, что “атеизм не является необходимой составляющей коммунизма”. Один профессор, член бюро Иркутского ОК КПРФ А.Ф. Никольский даже книжку толстенную написал и посоветовал читателям не книги Чарлза Дарвина и Карла Маркса читать, не законы природы и общества изучать, а сосредоточиться на  “Откровениях святого Иоанна Богослова”. Для профессора диалектико-материалистическое объяснение общественного развития уже устарело, а переход на позиции средневекового объективного идеализма – это новое слово в обществоведении.

Иркутскому профессору было с кого пример брать. Настоящий поход против Маркса осуществил господин Зюганов в своей книге “Верность”. Он пропел буквально гимн религии и церкви, единственному благодетелю и спасителю русского народа в его тысячелетней истории. А в новой книге “Коммунисты 21” он изрек, что “государственное богоборчество стало одной из серьезных ошибок советской эпохи”, и возрадовался, что теперь “государство и церковь являются естественными союзниками”. Призвал буржуазную власть России “предоставить церкви все необходимые условия для нравственного воспитания и духовного просвещения общества”. Одним словом, с доктором философии Зюгановым и “учеными”, так называемой социалистической ориентации (РУСО), не соскучишься. Только успевай их ревизионистские анекдоты читать…

А тут вдруг в г. Иркутске в конце 2013 года КПРФ выпустила книгу  ”Очерки политической экономии социализма” Беляева Л.С. доктора технических наук, профессора Института систем энергетики имени Л.А. Мелентьева СО РАН.  Большая часть тысячного тиража книги была разослана в ЦК КПРФ, библиотеки Академии Наук и ведущих вузов страны, почти во все редакции  левых газет. Потом на некоторых сайтах появилась его  статья “Достижения и ошибки советской политэкономии”.

Профессор написал книгу не просто для популяризации темы, а  с претензией сказать новое  слово в политэкономии социализма. Но ничего, к сожалению, путнего не получилось. Автор показал такие поверхностные знания марксизма, что на всю книгу легла печать вульгарного, часто ошибочного и даже ложного, толкования многих важнейших проблем современности и практики социалистического строительства в СССР. А попытка внести лепту в развитие советской политэкономии социализма получилась иллюзорной.

Главная отправная позиция профессора: “В период, когда свершилась Октябрьская революция, экономическая теория социализма фактически отсутствовала”. “Экономическая теория социализма, включая политэкономию, создавалась при этом практически “с нуля” по мере приобретения практического опыта, зачастую методом “проб и ошибок”.  Эта мысль автора повторялась ни один десяток раз на протяжении всей книги.

Чтобы такое утверждать, надо совсем не знать историю научного коммунизма, ибо многие верные политэкономические идеи социализма были высказаны еще в начале XYI века.  В замечательной книге Томаса Мора “О наилучшем устройстве государства”, известной нам как “Утопия”, справедливейшим обществом названо такое, где отсутствует частная собственность, где нет эксплуатации, где нет людей, которые бы вели паразитический образ жизни, где не только все природные богатства, но я вся продукция общественного производства  является общей. В своем “Капитале” Карл Маркс дважды ссылается на эту книгу, когда пишет о процессе первоначального накопления капитала.

Академия наук СССР не случайно издала книги предшественников научного социализма “Утопию” Томаса Мора, “Город Солнца” Кампанеллы, “Кодекс природы или истинный дух ее законов” Морелли, “Избранные сочинения” Роберта Оуэна, ибо в них был кладезь мудрости, ставший источником научного коммунизма.

А фраза автора “Очерков” о том, что сегодня “наряду с углубленной разработкой политэкономии социализма необходимо дальнейшее развитие и марксистской политэкономии капитализма”,  показала, что автор не понимает, о чем говорит. Такое словосочетание бессмысленно, так как “марксистской политэкономии капитализма” в природе не было,  и быть не могло в принципе.

Буржуазная идеология, в том числе политэкономия капитализма,  развивалась и сейчас развивается многими буржуазными учеными непрерывно уже триста лет.

А основателю “Союза коммунистов” Карлу Марксу пришлось критически осмыслить утопический социализм предшественников, теории меркантилистов, скрупулезно изучить классическую буржуазную политическую экономию Адама Смита и Давида Рикардо. Он подверг острой критике работы пришедших им на смену творцов вульгарной буржуазной политэкономии. Затем и теоретиков мелкобуржуазной политической экономии С. Сисмонди и П. Прудона, в учениях которых все меньше и меньше оставалось научности, ибо капитализм из прогрессивного антифеодального строя все больше становился регрессивным, обострялись его противоречия. А его идеологи продолжали смотреть на капитализм как на вечную и естественную общественную систему, не видели путей разрешения ее противоречий, стремились повернуть колесо истории назад, к мелкому производству, становясь на утопические позиции.

Рост во второй половине XIX века классовой борьбы пролетариата дал возможность сказать Марсу с удовлетворением: “Пробил смертный час для научной буржуазной политической экономии” (Соч. т.23, с. 17).

В XX веке с переходом капитализма в свою высшую стадию империализм буржуазные идеологи уже были вынуждены сознательно уходить от научного анализа современной капиталистической действительности с ее, до предела обострившимися,  противоречиями и сочинять концепции защиты капитализма, его спасения от кризисов и безработицы, кричащей поляризации общества, массовых акций протеста и возможных революций. У политэкономии этого времени появилось главное социальное предназначение – апологетика  буржуазного строя.

Английский экономист Д. Кейнс настаивал на идее государственного регулирования капиталистической экономики. У. Ростоу создал теорию “стадий экономического роста”,  Ариэль Арон – “единого индустриального общества”,  Дж. Гэлбрейт – “нового индустриального общества”. Д. Белл – концепцию “постиндустриального общества”. В последние годы распространение получили теории конвергенции…

Четырехтомный “Капитал” Маркса, статья “К критике политической экономии”, рукопись “Критика политической экономии” – это не “марксистская политэкономия капитализма”, как считает автор. В этих работах дан научный анализ капиталистического способа производства, вскрыты его объективные законы, критически осмыслена буржуазная политэкономия, дана острая оценка всем ее формам. Результат буквально титанических усилий –  выводы, ставшие фундаментом научного коммунизма, пролетарской идеологии, которую мы привыкли называть коротким словом – МАРКСИЗМ.

Начало революционного переворота в обществоведении мы видим уже в работе Карла Маркса “К Критике политической экономии”, которой он посвятил несколько лет, и которую не случайно называют выдающейся. В ней сформулированы гениальные идеи сущности исторического материализма – всеобщие законы общественного развития, законы становления, функционирования, развития общественно-экономических формаций и их смены.

“Материалистическое понимание истории исходит из того положения, что производство, а вслед за производством обмен его продуктов, составляет основу всякого общественного строя… Таким образом, конечных причин всех общественных изменений и политических переворотов надо искать не в головах людей, не в возрастающем понимании ими вечной истины и справедливости, а в изменениях способа производства и обмена; их надо искать не в философии, а в экономике соответствующей эпохи”, – писал Энгельс в “Анти-Дюринге” (Соч., т. 20, с. 278)

Открытый Марксом закон о способе производства материальных благ как определяющем факторе общественного развития привел его к выводу о том, что именно пролетариат является основной созидательной силой общества и он сам должен решать свою судьбу.

Материалистическое понимание истории, конкретно-исторический подход к ее изучению, отказ от признания капитализма вечной и естественной формой производства  стали методологией скрупулезного диалектико-материалистического анализа капиталистического способа производства, доказательства сущности капитализма как системы социального неравенства, эксплуатации и угнетения, развивающейся благодаря внутреннему антагонистическому противоречию между трудом и капиталом. Это и дало возможность сделать выводы о необходимости революционного преобразования общества.

В Предисловии  “К критике политической экономии” Маркс пишет: “В общественном производстве своей жизни люди вступают в определенные, необходимые, от их воли не зависящие отношения – производственные отношения, которые соответствуют определенной ступени развития их материальных производительных сил. Совокупность этих производственных отношений составляет экономическую структуру общества, реальный базис, на котором возвышается юридическая и политическая надстройка и которому соответствуют определенные формы общественного сознания. Способ производства материальной жизни обуславливает социальный, политический и духовный процессы жизни вообще. Не сознание людей определяет их бытие, а, наоборот, их общественное бытие определяет их сознание. На известной ступени своего развития материальные производительные силы общества приходят в противоречие с  существующими производственными отношениями, или – что является только юридическим выражением последних – с отношениями собственности, внутри которых они до сих пор развивались. Из форм развития производительных сил эти отношения превращаются в их оковы. Тогда наступает эпоха социальной революции. С изменением экономической основы более или менее быстро происходит переворот во всей громадной надстройке. (К. Маркс и Ф. Энгельс. Соч., т.13, с. 6-7).

Это ли не теоретический фундамент политэкономии новой коммунистической формации? Разве хоть одна мысль здесь устарела?!

С профессором Львом Спиридоновичем Беляевым я пыталась обсуждать рукопись его книги ни один раз. Но  его идея о том, что после революции 1917 года строить социализм большевикам пришлось при нулевом развитии политэкономии социализма, была непробиваема.  “Ну, покажите мне, покажите, в какой работе, где у Маркса сказано о ценообразовании при социализме… Ага! Не можете показать, так о чем разговор!” Он не хотел даже слышать, что марксизм никогда не претендовал на то, чтобы все объяснить. Он давал философскую методологию, научный прием для объяснения и решения конкретно-исторических задач.

Конечно, ценообразование, управление предприятиями и отраслями, кредиты и заработная плата в социалистическом обществе  – важнейшие проблемы, но это конкретно – экономические проблемы.  А их решение во многом зависит от теоретических политэкономических установок общества. Разобраться бы профессору для начала с диалектической  взаимосвязью общего и частного, абстрактного и конкретного, теорией и практикой тогда бы стала ему понятней и взаимосвязь политэкономии и экономики. В СССР учебники и словари по политэкономии не подменяли учебников и словарей по экономике. Не мешало бы автору знать, что теоретическое всегда является инструментарием для решения любых  конкретно-практических задач. Хотя для всезнающих ученых – это все устаревшие “догмы”.

Если сегодня интеллектуалы из РУСО к марксистской науке относятся как к собранию уже устаревших “догм”, то большевики России задолго до революции 1917 года знали установки подлинно научной пролетарской  политической экономии, созданной великими немецкими мыслителями Карлом Марксом и Фридрихом Энгельсом, и их философский фундамент.

В 1844 году  произошло восстание силезских ткачей,  первая крупная классовая схватка между пролетариатом и буржуазией Германии. В газете “Вперед” Маркс  пишет: “Революция вообще – ниспровержение существующей власти и разрушение старых отношений – есть политический акт. Но социализм не может быть осуществлен без революции. Он нуждается в этом политическом акте, поскольку он нуждается в уничтожении и разрушении старого”. (Соч., т. 1, с.448).

В 1848 году в “Манифесте коммунистической партии” было сказано: “Коммунисты считают презренным делом скрывать свои взгляды и намерения. Они открыто заявляют, что их цели могут быть достигнуты лишь путем насильственного ниспровержения всего существующего общественного строя”. И дальше: “Только пролетариат представляет собой действительно революционный класс”.

В марте 1952 году Маркс в письме Иосифу Вейдемейеру высказался еще конкретней о том, что классовая борьба пролетариата должна неизбежно привести к диктатуре пролетариата, которая остро необходима для коренного качественного преобразования в экономике  – “уничтожения частной собственности”.

Разве идея об исторической миссии пролетариата, необходимости революционным путем разрешить главное антагонистическое противоречие капитализма между трудом и капиталом  – не гениальное открытие марксизма? Разве эти идеи не лежат в основе новой, созданной Марксом, политэкономии будущего? Разве решение многочисленных конкретных экономических задач социалистического строительства возможно бы было без этого теоретического научного фундамента?

Научный анализ современного глобального капитализма свидетельствует: сущность капитализма спустя 150 лет не изменилась. Более того, сегодня политика  империализма стала не просто враждебной человечеству, но и опасной для его существования. Стала очевидной ее фашизация. С падением мировой социалистической системы, исчезновением сдерживающего фактора, у международного капитала в сложившемся однополярном мире появилась возможность  усилить  натиск на рабочий класс, активизироваться в политике неоколониализма, усилить свое влияние не только на страны третьего мира, но и на более слабых партнеров. У буржуазии уже нет потребности скрывать свою алчную сущность.

Рост эксплуатации наемной рабочей силы, ухудшение условий жизни трудящихся не только в слаборазвитых странах, но и в развитых, стремительная поляризация человеческого общества и  рост безработицы на планете способствуют протестной активности, с одной стороны, и усилению реакции правящих классов  по отношению к протестующим, с другой.

Именно поэтому идеи Карла Маркса сегодня стали еще более актуальными. У коммунистов возросла необходимость их распространения среди пролетариата,  страдающего сегодня аполитичностью и мелкобуржуазными иллюзиями. Возросла и необходимость борьбы за чистоту марксизма против активизировавшихся ревизионистов и пошедшей на службу к буржуазии якобы научной интеллигенции.

Сложившаяся ситуация не могла не сказаться на международном коммунистическом а рабочем движении, в котором нет сегодня единства, разброд и шатания в котором отмечают многие исследователи. Одним из проявлений этого состояния является разгул в общественном сознании левых так называемого “социализма XXI века”, претендующего стать новой теорией социализма на смену якобы устаревшему “социализму XX века”.   Одним из его активных пропагандистов является КПРФ.

Сущность двух социализмов, их идеологические установки и социальная практика, конечно, нуждаются в сравнительном аналитическом анализе, что уже и делается идеологами в комдвижении. Однако многое уже и очевидно. Об этом свидетельствует дискуссия на 15 Международной встрече коммунистических и рабочих партий в Лиссабоне в ноябре 2013 года.

В России “Cоциализм XXI века” пропагандирует КПРФ. На XY съезде в феврале 2013 года о нем подробно говорил Г. Зюганов. В новом “социализме” будет многоукладная экономика. Будет произведена национализация собственности олигархов-западников, “иностранный капитал которых подчинил себе экономику всей страны”.  А частной собственности средней и мелкой буржуазии, то есть своих родных  “отечественных производителей”, ничто не будет угрожать. Зюганов уверен, что  “частный сектор будет приобретать общественную направленность”.  Он обещал электорату, в случае  прихода к власти, провести “настоящие хозяйственные реформы на прочном основании справедливости и коллективизма”.

Он обещал  провести “реальную модернизацию экономики”, добиться “бесконфликтности и гармонии в социальных отношениях”. Одним словом, дело за малым – только бы получать большинство голосов на выборах в Государственную думу и ”рыночный социализм” россиянам обеспечен! Хотя, точнее, будет построен “капитализм с человеческим лицом”, как в Швеции…

Глубокую статью написал известный американский ученый Джеймс Петрас  “Латиноамериканский социализм 21 века в исторической перспективе”.  http://left.ru/2009/10/petras/192.phtml?print Привел факты, цифры, аргументы. Этот лжесоциализм, или попытки движения к нему, не выдерживает даже элементарной критики в сравнении с настоящим социализмом, который был в СССР и странах Народной демократии в XX веке.

А у президента Эквадора Рафаэля Коррея другое мнение: “Мы не верим в классовую борьбу и в диалектический материализм. Мы считаем возможным провести радикальные социалистические изменения в существующих структурах, демократическим путем”. В конце XIX века на такой же позиции стоял ренегат Эдуард Бернштейн, но над его утопическими идеями посмеялась сама жизнь.

Зюгановщина в России и многие другие формы правого оппортунизма, к сожалению, пока имеют большое распространение в левом движении. На это работают и хвалебные оды идеологов КПРФ в адрес “социализма с китайской спецификой”, хотя развитие Китая по капиталистическому пути уже совершенно очевидно.

Сомневаться не приходится, правые оппортунисты объективно выполняют функцию союзников мирового капитала. И потому вредны и опасны.

Но оснований для пессимизма все-таки нет. В комдвижении все прочнее позиция компартий, занявших ортодоксальную марксистско-ленинскую позицию. Они открыто заявляют, что никакой настоящий  социализм в интересах большинства трудового народа невозможен “демократическим путем” без глубоких и радикальных преобразований,  без слома буржуазной государственной машины и установления диктатуры пролетариата, без ликвидации частной собственности.  Предстоит тяжелый путь! Но другого – нет!

Именно поэтому учение Карла Маркса, Фридриха Энгельса и продолжателя их дела Владимира Ильича Ленина сегодня актуально как никогда!

4 марта 2015г.

источник: http://work-way.com/kakoj-socializm-propoveduet-kprf/

Anmerkungen und Zitate:
[1] Thomas Morus: De optimo reipublicae statu deque nova insula Utopia libellus vere aureus, nec minus salutaris quam festivus, …(1517) ein utopischer Sozialist.
[2] Jean-Charles-Léonard Simonde de Sismondi (1773-1842), schweizerischer Ökonom, war ein Utopist und Reaktionär, ein „glühender Anhänger der Kleinproduktion“ (Lenin); ausführlich widerlegte Lenin diese Theorie: W.I. Lenin: Zur Charakteristik der Ökonomischen Romantik. In: W.I. Lenin, Werke, Bd.2, S.125-264.
[3] Karl Marx: Das Kapital. Kritik der Politischen Ökonomie. Erster Band. Nachwort zur zweiten Auflage. In. Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag, Berlin, 1962, Bd.23, S.21. Dort schreibt Karl Marx auch: „An die Stelle uneigennütziger Forschung trat bezahlte Klopffechterei, an die Stelle unbefangner wissenschaftlicher Untersuchung das böse Gewissen und die schlechte Absicht der Apologetik.“ (ebd.)
[4] John Maynard Keynes (Baron Keynes) (1883-1946) britischer Ökonom.
[5] Walt Whitman Rostow (1916.2993), US-amerikanischer Ökonom.
[6] Raymond Aron (1905-1983), französischer Philosoph und Soziologe.
[7] John Kenneth Galbraith (1908-2006), kanadisch/US-amerikanischer Ökonom.
[8] Daniel Bell (Bolotsky) (1919-2011) US-amerikanischer Soziologe.
[9] Friedrich Engels: „Anti-Dührung“ Bd.20, S.248
[10] Karl Marx: Zur Kritik der Politischen Ökonomie. Vorwort. In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1961, Bd.13, S.8f.
[11] Karl Marx: Kritische Randglossern zu dem Artikel eines Preußen. In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1956, Bd.1, S.409.
[12] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. In: Karl Marx/Friedrich Engels Erke, Dietz Verlag, Berlin 1977, S.493
[13] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. ebd. S.472.
[14] Marx an Joseph Weydemeyer in New York, 5. März 1852. Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, 1963, S.508.
[15] James Petras: Latin America’s Twenty-First Century Socialism in Historical Perspective
( http://www.globalresearch.ca/latin-america-s-twenty-first-century-socialism-in-historical-perspective/15634 )

Danke an Kommunisten-Online!

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2 Antworten zu Ljubow Pribytkowa: Warum ist der Kampf gegen den Opportunismus heute so wichtig?

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