Im Blickpunkt: Pakistan… Hinterhof des Kapitalismus.

daily_life_in_pakistan_19Wenn man von mitteleuropäischen Verhältnissen ausgeht, so ist es keineswegs verwunderlich, wenn Menschen aus solchen unterentwickelten Ländern wie Pakistan, sofern sie überhaupt die finanzielle Möglichkeit dazu haben, bestrebt sind, ihre Heimatländer zu verlassen und in Regionen auszuwandern zu flüchten, die ihnen wenigstens ein einigermaßen menschenwürdiges Dasein gewährleisten können. Die Ursachen dieser bitteren Armut sind klar, wenn man sich einige Informationen dazu ansieht. Schuld daran trägt der internationale Kapitalismus in seiner bisher aggressivsten Form. Und wiederum: Hauptverursacher dieses Elends sind die USA. Auch wenn die Angaben aus dem Jahre 1985 stammen, so hat sich daran bis heute im wesentlichen bisher nichts geändert:

Wirtschaft, Allgemeines: Pakistan ist ein Agrarland mit sich entwickelnder Industrie. Die Ausprägung kapitalistischer Produktionsverhältnisse wird von wachsender Abhängigkeit vom internationalen Kapital begleitet (Auslandsverschuldung 1983 rd. 12 Mrd. US$). In Pakistan bestehen mehrere Wirtschaftsformen (Naturalwirtschaft, kleine Warenproduktion, halbfeudale Ausbeutung, privatkapitalistische Wirtschaft). Die kapitalistische Entwicklung begann schon im Schoße der britischen Kolonialherrschaft. Die Konzentration des Kapitals führte bei einigen Unternehmen bereits zur Herausbildung monopolistischer Tendenzen. Die Militärregierung orientiert ihre Wirtschaftspolitik auf die Beschränkung der Positionen des staatlichen Sektors und auf die Erweiterung der Teilnahme des in- und ausländischen Kapitals bei der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes, Im Ergebnis dessen verringerte sich der Anteil des staatlichen Sektors am Bruttoinlandprodukt von 11 % (1977/78) auf 8,9 % (1982/83). Das Privatkapital erhielt Zugang zu elf Schlüsselbereichen, die früher dem staatlichen Sektor vorbehalten waren (u.a. chemische, petrolchemische, Zement- und Nahrungsgüterindustrie). Mit dem Ziel der Anziehung von Auslandskapital wurde das Verbot der Eröffnung ausländischer Bankfilialen aufgehoben.

  • Die Militärausgaben Pakistans stiegen von 7,9 Mrd. pR (1977178) auf 25 Mrd. pR (1983/84); für 1984/85 sind 30,4 Mrd. pR vorgesehen, das sind 46,5 % der laufenden Ausgaben des Staates.
  • Die Vorkommen an Bodenschätzen, u.a. Erdöl, Erdgas, Chromerz, Steinkohle, Kalkstein, Steinsalz, Silizium u. a. sind bisher unzureichend erschlossen.
  • Die Handelsbilanz ist seit 1973/74 durchweg passiv. Haupthandelspartner sind die Kreditgeber aus imperialistischen Ländern (USA,Japan,EG) sowie die Golfstaaten (Saudi-Arabien, Kuweit, VAE).
  • Lage der Werktätigen: Sie ist äußerst kompliziert und wird gekennzeichnet durch inflationäre Tendenzen, Preissteigerungen und schlechte soziale Bedingungen.
  • Bildungswesen: Die Analphabetenrate beträgt 76,7% (1981). Sie verringerte sich in den letzten zehn Jahren nur unwesentlich (um 1,6%).
  • Außenpolitik: Sie wird stark durch die USA und die islamischen Staaten beeinflußt. Nach 1977 ist wieder ein stärkeres Hinwenden zu den imperialstischen Staaten, besonders den USA zu erkennen.
  • Die enge Bindung an die USA wurde durch ein am 15. Juni 1981 vereinbartes Abkommen über Waffenlieferungen und „Wirtschaftshilfe“ in Höhe von 3,2 Mrd. US$ weiter verstärkt.

Quelle: Länder der Erde, Verlag Die Wirtschaft Berlin, 1985, S.458-461; (Hervorhebung von mir, N.G.)

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