Geschichtsunterricht in der DDR

Autorenkollektiv+Geschichte-Klasse-9-Lehrbuch-DDRMarxistische Geschichtsschreibung ist keine Märchenstunde. Sie ist die wissenschaftliche Darstellung des objektiven, einheitlichen und in seiner Vielfalt gesetzmäßigen Entwicklungsprozesses der menschlichen Gesellschaft. Warum muß uns das heute interessieren? Weil heute von bürgerlichen Medien, ihren Lakaien und all den willigen Helfern, den Buchautoren, Dramaturgen, Regisseuren und Schauspielern Geschichtsfälschungen im großen Maßstab begangen werden. Und weil man ohne Geschichtskenntnis weder die Gegenwart noch die Zukunft verstehen kann. Wie schon Heinrich Heine sagte: „Der heutige Tag ist ein Resultat des gestrigen.  Was dieser gewollt hat, müssen wir erforschen, wenn wir zu wissen wünschen, was jener will.” [1] (Ein Zitat übrigens, daß der DDR-Schriftsteller Hermann Kant seinem Roman „Die Aula” voranstellte.) Man muß die Geschichte also wissenschaftlich betrachten. In der DDR war das so. Deshalb können wir hier und heute daraus lernen.

Karl Marx und Friedrich Engels hatten geschrieben: „Wir müssen bei den voraussetzungslosen Deutschen damit anfangen, daß wir die erste Voraussetzung aller menschlichen Existenz, also auch aller Geschichte konstatieren, nämlich die Voraussetzung, daß die Menschen imstande sein müssen zu leben, um ‚Geschichte machen‘ zu können. Zum Leben aber gehört vor Allem Essen und Trinken, Wohnung, Kleidung und noch einiges Andere. Die erste geschichtliche Tat ist also die Erzeugung der Mittel zur Befriedigung dieser Bedürfnisse, die Produktion des materiellen Lebens selbst, und zwar ist dies eine geschichtliche Tat, eine Grundbedingung aller Geschichte…” [2] Und im Kommunistischen Manifest heißt es: „Die Geschichte aller bisherigen Gesellschaft ist die Geschichte von Klassenkämpfen.” [3] Doch nun genug der Vorrede – der Text ist ohnehin sehr lang…

Der Geschichtsunterricht in der zehnklassigen und in der erweiterten allgemeinbildenden polytechnischen Oberschule wird auf der Grundlage des dialektischen und historischen Materialismus erteilt. Er hat ausgewählte Ergebnisse der marxistischen Geschichtswissenschaft über die historische Entwicklung der menschlichen Gesellschaft von den Anfängen bis zur Gegenwart zum Gegenstand.

I. ALLGEMEINES

1. Ziel des Geschichtsunterrichts

Der Geschichtsunterricht verfolgt das Ziel, das Geschichtsbewußtsein der deutschen Jugend zu entwickeln, indem er den Schülern

  • ein wissenschaftliches Geschichtsbild, ein wahrhaft nationales Geschichtsbild vermittelt, das der nationalen Grundkonzeption der deutschen Arbeiterklasse entspricht (vgl. Nationales Dokument und Grundriß der Geschichte der deutschen Arbeiterbewegung). Der Geschichtsunterricht soll die Schüler befähigen,
  • den Entwicklungsweg der menschlichen Gesellschaft, vor allem des deutschen Volkes, wissenschaftlich richtig zu erkennen und parteilich einzuschätzen,
  • Lehren aus der Geschichte zu ziehen, dementsprechend die Gegenwart besser zu verstehen und als Staatsbürger der Deutschen Demokratischen Republik und damit als Pioniere der deutschen Nation bewußt mitzugestalten. Der Geschichtsunterriebt soll wesentlich dazu beitragen,
  • das sozialistische Staats- und Nationalbewußtsein der deutschen Jugend zu entwickeln und ihr die historische Mission der Deutschen Demokratischen Republik bewußt zu machen, durch
  • die umfassende Verwirklichung des Sozialismus in dem ersten deutschen Arbeiter-und-Bauern-Staat die feste Grundlage dafür zu schaffen, daß in ganz Deutschland die Arbeiterklasse die Führung übernimmt, die Monopolbourgeoisie auch in Westdeutschland entmachtet und die nationale Frage im Sinne des Friedens und des gesellschaftlichen Fortschritts gelöst wird (vgl. Programm der SED, VI. Parteitag).

2. Inhalt des Geschichtsunterrichts

Dieser Zielsetzung entsprechend erhalten die Schüler im Geschichtsunterricht an ausgewählten Stoffen der Weltgeschichte und der nationalen Geschichte

  • ein grundlegendes Tatsachenwissen aus der Geschichte der Urgemeinschaft, des Altertums, des Mittelalters, vor allem aber der Neuzeit und der neuesten Zeit sowie der Zeitgeschichte. Sie werden
  • mit den wichtigsten Ereignissen und Erscheinungen der nationalen und der allgemeinen Geschichte bekannt gemacht und lernen den Beitrag des deutschen Volkes und der anderen Völker zum gesellschaftlichen und kulturellen Fortschritt der Menschheit kennen. Sie werden
  • zur Achtung der großen Leistungen der Volksmassen sowie der freiheitlichen und revolutionären Traditionen des deutschen Volkes und anderer Völker erzogen. An Hand ausgewählter Fakten gewinnen sie in zunehmendem Maße Erkenntnisse über
  • die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung, vor allem über die Entwicklung der Produktivkräfte und der Produktionsverhältnisse sowie über die Rolle der Volksmassen und die Rolle der Ideen in der Geschichte.

3. Wesentliche Schwerpunkte im Geschichtsunterricht

So führt der Geschichtsunterricht die Schüler immer mehr zu der Einsicht, daß die Produzenten der materiellen Güter

  • die Schöpfer und Gestalter der Geschichte sind und daß die Geschichte seit Auflösung der Urgemeinschaft
  • eine Geschichte von Klassen und Klassenkämpfen ist. Die Schüler sehen weiter, daß in der antagonistischen Klassengesellschaft
  • der Klassenkampf die wesentliche Triebkraft der gesellschaftlichen Entwicklung ist. Sie erkennen aus der Geschichte, daß
  • diese Entwicklung gesetzmäßig zum Sturz der letzten Ausbeuterordnung, des Kapitalismus, und zum Sieg des Sozialismus-Kommunismus, der Gesellschaft ohne Ausbeutung und Unterdrückung und Krieg, führt und daß
  • mit der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution, der entscheidenden Wende in der Geschichte der Menschheit, die Epoche des Ubergangs vom Kapitalismus zum Sozialismus begonnen hat. Den Schülern wird an Hand der historischen Entwicklung erläutert, daß unsere Epoche charakterisiert ist durch
  • den Kampf der beiden entgegengesetzten Gesellschaftssysteme, die sozialistischen Revolutionen und nationalen Befreiungsrevolutionen, den Zusammenbruch des Imperialismus und die Liquidierung des Kolonialsystems und durch den Übergang immer neuer Völker auf den Weg des Sozialismus. Das trägt bei ihnen zu der Uberzeugung bei, daß das sozialistische Weltsystem und die Kräfte, die gegen den Imperialismus, für die sozialistische Umgestaltung der Gesellschaft kämpfen,
  • den Hauptinhalt, die Hauptrichtung und die Hauptmerkmale der historischen Entwicklung in der gegenwärtigen Epoche bestimmen, daß keine Bemühungen des Imperialismus dem gesellschaftlichen Fortschritt Einhalt gebieten können und daß
  • dem Sozialismus-Kommunismus die Zukunft gehört. Die Schüler werden mit der historischen Rolle der Arbeiterklasse und ihrer Partei bekannt gemacht und an Hand der Ereignisse der neuen und neuesten Geschichte für den Befreiungskampf der Arbeiterklasse und der mit ihr verbündeten Klassen und Schichten der werktätigen Bevölkerung begeistert. Durch diese Einsichten in die Gesetzmäßigkeit der gesellschaftlichen Entwicklung lernen die Schüler
  • die politischen Grundfragen unserer Epoche besser verstehen und die grof’len Perspektiven der Geschichte der Menschheit erkennen.

 II. WEITERE FRAGEN

1. Was ist Humanismus? Und was ist patriotisches Handeln?

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Leben in der Sowjetunion

Der Geschichtsunterricht bringt den Schülern die großen Führer der Arbeiterklasse und Helden des Freiheitskampfes der Völker sowie bedeutende Persönlichkeiten des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens nahe und schafft Vorbilder patriotischen Handelns, denen die Schüler nacheifern können. Er trägt auch wesentlich dazu bei, den Schülern die große humanistische Bedeutung der Ideen des wissenschaftlichen Sozialismus-Kommunismus und deren Verwirklichung durch den Kampf der internationalen Arbeiterklasse unter der Führung ihrer marxistisch-leninistischen Kampfpartei nahezubringen und sie im Geiste des proletarischen Internationalismus und des sozialistischen Patriotismus, zur Liebe zu unserem sozialistischen Vaterland und zur Verbundenheit mit der Arbeiterklasse und unserem Arbeiter-und-Bauern-Staat zu erziehen.

2. Wer ist ein guter Deutscher?

Der Geschichtsunterricht ist besonders geeignet, den Schülern eine Antwort auf die Frage zu geben, wer ein guter Deutscher ist, und ihnen die Notwendigkeit klarer politischer Entscheidungen für unsere sozialistische Gesellschaft und unseren Arbeiter-und-Bauern-Staat und damit zum Wohle der deutschen Nation bewußt zu machen.

3. Was ist die Ursache des Krieges?

Der Geschichtsunterricht hat weiterhin die Aufgabe, die Ursachen und das Wesen der Kriege zu erklären, vor allem der imperialistischen Kriege. Er macht die Schüler mit den Ursachen und den verheerenden Folgen der Raub- und Eroberungskriege im Leben der Völker bekannt und läfjt sie diese Kriege von den gerechten Verteidigungs- und Freiheitskriegen unterscheiden. Er führt sie zu der Erkenntnis, daß unter den Bedingungen der Existenz und wachsenden Stärke des sozialistischen Weltsystems und des Kampfes der Volksmassen in allen Ländern die reale Möglichkeit besteht, den Krieg als Mittel der Politik auszuschalten und die Prinzipien der friedlichen Koexistenz im Zusammenleben der Völker durchzusetzen.

4. Wer sind die Feinde der Menschheit und des Friedens?

Unser Geschichtsunterricht erzieht die Kinder zur Friedensliebe und Völkerfreundschaft. aber auch zum Haß gegen die Feinde der Menschheit, die imperialistischen und militaristischen Kriegstreiber. Er trägt dazu bei, die Bereitschaft zu wecken, den Frieden zu verteidigen und unser sozialistisches Vaterland und die Errungenschaften der Werktätigen vor den Anschlägen der imperialistischen Reaktion zu schützen.

5. Was ist der Unterschied zwischen Sozialismus und Imperialismus?

In Verbindung mit der allgemeinen Geschichte lernen die Schüler die hauptsächlichen Entwicklungslinien der deutschen Geschichte, insbesondere die Entwicklung des Hauptwiderspruchs in Deutschland zwischen den Raub- und Eroberungsinteressen der deutschen Imperialisten und Militaristen und den friedlichen nationalen Interessen der überwiegenden Mehrheit des deutschen Volkes kennen, die in den beiden unterschiedlichen Linien der Politik im Deutschland der letzten siebzig Jahre zum Ausdruck kommt.


 III. LEHREN AUS DER GESCHICHTE

1. Lehre: Zur Rolle der Arbeiterklasse

Sie erhalten gründliche Kenntnisse vom Kampf der deutschen Arbeiterklasse unter der Führung ihrer Partei um die Eroberung der politischen Macht und die Errichtung der sozialistischen Gesellschaftsordnung. Sie erkennen, daß sich auch, in Deutschland in Übereinstimmung mit dem Charakter unserer Epoche der Übergang vom Kapitalismus zum Sozialismus vollzieht und daß in diesem gesetzmäßigen Prozeß die Arbeiterklasse die Führung der deutschen Nation übernimmt.

2. Lehre: Über die Bedeutung des Imperialismus

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Ein deutscher Mörder hat seinen Auftrag erledigt

Die volksfeindliche und antinationale Rolle des deutschen Imperialismus und Militarismus wird eindringlich gekennzeichnet; den Schülern wird die Hauptschuld des deutschen Imperialismus und Militarismus an zwei Weltkriegen und die Gesetzmäßigkeit seiner Niederlage bewußt. Zugleich werden die Schüler befähigt, sich mit der menschenfeindlichen und antinationalen Politik und der Ideologie des deutschen Militarismus und Faschismus parteilich auseinanderzusetzen, insbesondere auch mit den militaristisch-klerikalen und neofaschistischen Erscheinungen in Westdeutschland.

3. Lehre: Der Faschismus muß mit der Wurzel ausgerottet werden

Sie ziehen aus der Geschichte die Lehre, daß der deutsche Imperialismus und Militarismus der Todfeind des deutschen Volkes und aller friedliebenden Menschen ist und deshalb mit der Wurzel ausgerottet werden muß, während die deutsche Arbeiterklasse unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei die nationalen Lebensinteressen des deutschen Volkes stets konsequent vertritt und zur Führung der Nation berufen ist.

4. Lehre: Die DDR – ein sozialistischer Staat

Die Schüler werden im Geschichtsunterricht zu der Erkenntnis geführt, daß mit der Zerschlagung der faschistischen Diktatur in Deutschland sowie mit der Vereinigung der beiden Arbeiterparteien zur SED und mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik die entscheidende Wende in der Geschichte des deutschen Volkes eingetreten ist und für das ganze deutsche Volk der Weg zur nationalen Wiedergeburt in einem friedliebenden, demokratischen und sozialistischen Deutschland eröffnet wurde.

5. Lehre: Der Sozialismus ist ein Wendepunkt in der Geschichte

Der Geschichtsunterricht macht den Schülern verständlich, daß diese entscheidende Wende in der deutschen Geschichte zugleich das Ergebnis des jahrzehntelangen Kampfes der deutschen Arbeiterklasse und ihrer Partei gegen die anti nationale Politik der imperialistischen und militaristischen Kräfte ist. Die Schüler gelangen im Geschichtsunterricht zu der Überzeugung, daß in der Deutschen Demokratischen Republik die Lehren aus der Geschichte verwirklicht wurden, und daß die Deutsche Demokratische Republik der historisch rechtmäßige deutsche Staat ist, der eine konsequente Politik zur Lösung der Lebensfrage der deutschen Nation verfolgt und die Zukunft der deutschen Nation verkörpert.


 IV. ERZIEHUNGSZIELE

1. Die historische Entwicklung ist ein objektiver Prozeß

im Zusammenhang mit der Vermittlung eines grundlegenden, sicheren und anwendungsbereiten Tatsachenwissens wird der Entwicklung des historischen Denhens der Schüler besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Hierbei handelt es sich vor allem um die Ausbildung einer Reihe von geistigen Fähigkeiten, die es den Schülern ermöglichen, historische Ereignisse und Erscheinungen in ihren Ursachen und Folgen, ihren konkreten historischen Bedingtheiten, dialektischen Wechselbeziehungen und Entwicklungs-zusammenhängen zu begreifen. Auf diese Weise dringen sie mehr und mehr in das Wesen der historischen Erscheinungen, d.h. in die Gesetzmäßigkeit der historischen Entwicklung ein.

2. Die Erforschung der Geschichte hilft bei der Zukunftsplanung 

Die Herausbildung dieser Fähigkeiten erfordert, daß solche logischen Operationen, wie das Analysieren, Abstrahieren, Vergleichen, Verallgemeinern der historischen Tatsachen, das Einordnen der historischen Fakten in gesetzmäljige Zusammenhänge, das Aufdecken von Widersprüchen und deren Lösung, das Urteilen und Schlußfolgern, ständig geübt und den Schülern als wichtige Denkformen bewunt gemacht werden.

3. Für ein sinnerfülltes Lebens im Sozialismus

Die Entwicklung des historischen Denkens trägt wesentlich dazu bei, daß sich die Jugend im Leben und in der Arbeit im Sozialismus richtig orientiert, daß sie das Wesen und die historische Bedeutung aktueller Ereignisse und Erscheinungen erkennt und ihre Erfahrungen und Kenntnisse aus dem eigenen Lebensbereich sinnvoll in das Geschichtsbild einordnet. Das historische Wissen und das auf seiner Grundlage entwickelte historische Denken werden somit ein wichtiges Fundament für die politisch-weltanschauliche Bildung und die staatsbürgerlich-patriotische Erziehung der deutschen Jugend.

4. Für die Liebe zur Arbeit und zum arbeitenden Menschen

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Arbeiter in der DDR

Im Geschichtsunterricht ergeben sich auüerdem viele Möglichkeiten, die Schüler zur Liebe zur Arbeit und zu den arbeitenden Menschen zu erziehen. Wenn es der Geschichtslehrer versteht, den Schülern die entsprechenden Themen über die großen ökonomischen und kulturellen Leistungen der Völker auch gefühlsmäljig nahezubringen, so trägt er dazu bei, bei ihnen Achtung und Bewunderung der durch körperliche und geistige Arbeit geschaffenen Werke und ihrer Schöpfer, der werktätigen Massen, zu wecken. Dafür stehen dem Lehrer reichhaltiges Anschauungsmaterial (Bilder, Lichtbilder, Filme) sowie wertvolle wissenschaftliche, populärwissenschaftliehe und belletristische Literatur zur Verfügung. Werden z.B. die Erbauer der Schöpfwerke am Nil, die deutschen Bauern, die im Mittelalter Wälder rodeten und Kulturland erschlossen, die Arbeiter, die den Reichtum der kapitalistischen Gesellschaft hervorbrachten und die, von der kapitalistischen Ausbeutung befreit, im Sozialismus die größten kulturellen Leistungen in der Geschichte der Menschheit vollbringen, in Gestalt typischer Vertreter ihrer Klasse den Schülern vor Augen geführt, so daß auch die Anstrengungen, der Fleiß und das schöpferische Denken der werktätigen Massen deutlich werden, so erhalten sie klare Vorstellungen und Kenntnisse und zugleich ein inneres Verhältnis zu den werktätigen Menschen.

5. Für die Hochachtung vor den revolutionären Helden 

Wenn den Schülern an eindrucksvollen Tatsachen von freiheitlichen und revolutionären Kämpfen in Vergangenheit und Gegenwart nahegebracht wird, daß die werktätigen Menschen zugleich die Kämpfer für die Befreiung des Volkes von Ausbeutung und Unterdrükkunq, für den Frieden und den gesellschaftlichen Fortschritt sind, leistet der Geschichtsunterricht einen weiteren wertvollen Beitrag für die Herausbildung der Überzeugung, daf die Volksmassen die Schöpfer der Geschichte sind, daf die Menschheit ihre Kultur, ihre sozialen und politischen Errungenschaften der Arbeit und dem Kampf der werktätigen Massen aller Völker verdankt.

6. Für die Einheit von Theorie und Praxis

Wenn auch der Gegenstand des Geschichtsunterrichts zum großen Teil weit von der Gegenwart und dem Lebens- und Erfahrungsbereich der Schüler entfernt liegt, so wird die Bildungs- und Erziehungsarbeit in diesem Fach stets in enger Verbindung mit der gesellschaftlichen Praxis, vor allem mit dem Unterrichtstag, in der sozialistischen Jugendorganisation und unter Auswertung der politischen Erfahrungen der Schüler durchgeführt. So erhalten die Schüler am Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion unmittelbare Vorstellungen von solchen Erscheinungen und Zusammenhängen, wie sozialistischer Wettbewerb, Planung, führende Rolle der Arbeiterklasse und ihrer Partei.

7. Für die sozialistische Tat

Ganz abgesehen davon, daß durch die Auswertung dieser Kenntnisse und Erfahrungen die Vorstellungs- und Begriffsbildung im Geschichtsunterricht erleichtert wird, ist die Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Unterrichsttag in der sozialistischen Produktion vor allem deshalb von Bedeutung, weil die Schüler im Geschichtsunterricht ihre aus der Produktions praxis gewonnenen Erfahrungen über die sozialistischen Beziehungen der Menschen, über die Rolle der Produzenten materieller Güter beim Aufbau des Sozialismus mit ihren historischen Kenntnissen und Erkenntnissen vergleichen und ihre einzelnen Erfahrungen in die Zusammenhänge der gesellschaftlichen Entwicklung einordnen können. Dadurch tritt die sozialistische Gegenwart klarer hervor, und die Überlegenheit der sozialistischen Produktion wird sichtbarer.

8. Für neue moralische Qualitäten

Die Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Unterrichtstag in der sozialistischen Produktion trägt auch dazu bei, den Schülern die neuen moralischen Qualitäten der werktätigen Menschen in unserer Republik, z. B. die neue Einstellung zur Arbeit, die gegenseitige Hilfe und Unterstützung, die aktive Mitarbeit bei der Leitung der sozialistischen Betriebe, das Verantwortungsbewußtsein gegenüber dem Arbeiter-und-Bauern-Staat bewuflt zu machen und ihnen somit wesentliche Unterschiede zwischen der sozialistischen und der bürgerlichen Moral vor Augen zu führen.


V. PÄDAGOGISCHE GESTALTUNG DES GESCHICHTSUNTERRICHTES

1. Systematischer Aufbau des Geschichtsunterrichts

Da die Schüler jedoch erst im zehnten Schuljahr, nachdem sie bereits fünf Jahre Geschichtsunterricht gehabt haben, die jüngste Vergangenheit und die Gegenwart systematisch analysieren, erhält die Aktualisierung des Geschichtsstoffes eine besondere Bedeutung, weil sie die Möglichkeit bietet, bereits in vorhergehenden Schuljahren systematisch Verbindungen zwischen dem im Unterricht an geeigneten Geschichtswissen und dem durch Erfahrung gewonnenen Wissen von der Gegenwart herzustellen und die Schüler zu befähigen, die aktuellen Probleme mit Hilfe ihrer Geschichtskenntnisse besser zu verstehen und parteilich zu beurteilen. Hierbei handelt es sich vor allem um zwei Arten von aktuellen Vergleichen, wobei sowohl die übereinstimmenden Merkmale als auch die Unterschiede zwischen dem historischen und dem aktuellen Geschehen herausgearbeitet werden können:

a) Vergleich zwischen historischen und aktuellen Erscheinungen: zum Beispiel Kolonialpolitik und Kapitalexport der imperialistischen Staaten vor dem ersten Weltkrieg und als sogenannte Hilfe für unterentwickelte Länder getarnter Neokolonialismus imperialistischer Staaten, insbesondere auch Westdeutschlands. in der Gegenwart; zum Beispiel antinationale Politik Adenauers, des Exponenten des deutschen Imperialismus, 1923 als Führer der Separatistenbanden im Rheinland und heute als Bundeskanzler.
b) Aufdeckung von Beziehungen zwischen einer wesentlichen historischen Erscheinung und ihren Auswirkungen in der Gegenwart bzw. zwischen einer historischen Gesetzmäijigkeit und ihrem Wirken in der Gegenwart: zum Beispiel die Große Sozialistische Oktoberrevolution und ihre welthistorische Bedeutung nach dem ersten Weltkrieg und heute; wesentliche historische Erscheinungen vor dem ersten Weltkrieg und in der Weimarer Republik zur Kennzeichnung der beiden Linien der Politik und des Hauptwiderspruchs in Deutschland und die unterschiedliche Politik der beiden deutschen Staaten in der Gegenwart.

2. Heimatgeschichte aus marxistischer Sicht

Eine weitere Form der Verbindung des Geschichtsunterrichts mit dem Leben ist die Auswertung heimatgeschichtlichen Materials, vor allem über die großen freiheitlichen und revolutionären Traditionen unseres Volkes. Die Einbeziehung der Heimatgeschichte in den Geschichtsunterricht trägt dazu bei, dafl das historische Geschehen fijr die Schüler lebensnaher wird, daf sie an die fortschrittlichen Traditionen im Heimatort und -kreis herangeführt und zur Pflege dieser Traditionen erzogen werden.

3. Die jüngeren Schüler

Da die historische Entwicklung von den Anfängen bis zur Gegenwart von der fünften bis zur zehnten Klasse in einem linear aufgebauten Geschichtslehrgang behandelt wird, ist die Berücksichtigung der Altersbesonderheiten der Schüler von großer Bedeutung. So wird die Geschichte der Urgemeinschaft, des Altertums und des Mittelalters in den fünften und sechsten Klassen in Form von historischen Bildern behandelt (Unterricht in Geschichtsbildern), wobei die episodenhafte Darstellung und die systematische Auswertung der historischen Fakten eine untrennbare Einheit bilden. In diesen Schuljahren dominieren die Lehrererzählung und das Unterrichtsgespräch, die es, gestützt auf reichhaltiges Anschauungsmaterial, am besten ermöglichen, den Schülern klare historische Vorstellungen und sichere Geschichtskenntnisse sowie erste Einsichten, in historische Entwicklungszusammenhänge zu vermitteln.

4. Die älteren Schüler

Von der siebenten Klasse an gewinnen mit der systematisch-chronologischen Behandlung historischer Ereignisse und Prozesse der neuen und neuesten Geschichte der historische Vergleich, das chronologische Einordnen und das Lokalisieren der Fakten, das Aufdecken der historischen Kausalität, das Bewerten, Urteilen, Schlußfolgern sowie die zunehmende Systematisierung und Anwendung des historischen Wissens, verbunden mit der Entwicklung entsprechender Fähigkeiten des historischen Denkens, immer mehr an Bedeutung. Dementsprechend werden in diesen Schuljahren neben dem Lehrervortrag und dem Unterrichtsgespräch Methoden bevorzugt, die die Schüler zum selbständigen Analysieren des historischen Geschehens und zum Anwenden ihrer Geschichtskenntnisse auf die Untersuchung des weiteren historischen Geschehens und der Gegenwart veranlassen (Arbeit mit Quellen und Augenzeugenberichten, mit Bildern, Statistiken, graphischen Darstellungen, Tabellen). Große Bedeutung hat auch der Besuch von Museen und Ausstellungen sowie nationalen Gedenkstätten.

5. Geschichte und Staatsbürgerkunde

Im Unterricht in Zeitgeschichte (zehnte Klasse) gewinnen wie in der Staatsbürgerkunde solche Methoden an Bedeutung, die eine selbständige Auseinandersetzung der Schüler mit zeitgeschichtlichen und aktuellen Problemen fördern (Problemdiskussion, Schüleraufträge zur Untersuchung zeitgeschichtlicher und aktueller Fragen in der Praxis, Einbeziehung von Arbeiterveteranen und Funktionären unseres Staates und der Partei der Arbeiterklasse, von Aktivisten, Genossenschaftsbauern und anderen in den Unterricht, Auswertung von grundlegenden Dokumenten der Partei der Arbeiterklasse und der Regierung der Deutschen Demokratischen Republik bzw. der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken sowie Arbeit mit der sozialistischen Presse).

6. Geschichtsunterricht in der erweiterten Oberschule

Staatsbürgerkunde-Klasse-7In der erweiterten Oberschule wird in den neunten und zehnten Klassen der in der zehnklassigen Oberschule begonnene erste Geschichtslehrgang zu Ende geführt. In methodischer Hinsicht entspricht der Unterricht in diesen bei den Klassenstufen dem der zehnklassigen Oberschule. In den elften und zwölften Klassen ist die Problematik spezifischer und allgemeiner historischer Gesetzmäliiqlzeiten auf der Grundlage ausgewählter Stoffe aus der allgemeinen und deutschen Geschichte als Gegenstand des Unterrichts vorgesehen. Dieser problemgeschichtliche Unterricht sieht vor, daf von bestimmten Problemstellungen ausgegangen und die Auswahl und Auswertung der historischen Ereignisse zielstrebig auf die Lösung des aufgeworfenen Problems hin vorgenommen wird. In diesen Schuljahren tritt im Zusammenhang mit der Erarbeitung der historischen Gesetzmäßigkeiten immer stärker die weltanschauliche und politische Problemstellung in den Vordergrund, so daf die Schüler bei enger Koordinierung von Geschichtsunterricht und Staatsbürgerkunde eine exakte wissenschaftliche Grundlage ihres politischen Wissens erhalten und die politisch-ideologischen Grundfragen unserer Epoche richtig verstehen.


VI. EIN VERBINDLICHER LEHRPLAN FÜR ALLE SCHULEN

Die verbindliche Grundlage für die Zielsetzung und den Inhalt des Geschichtsunterrichts ist der Geschichtslehrplan für die zehnklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule aus dem Jahre 1959 (ergänzt durch eine Direktive für die Klassen acht bis zehn aus dem Jahre 1963) und der Geschichtslehrplan für die zwölfklassige allgemeinbildende polytechnische Oberschule aus dem Jahre 1961 und 1963. … Für die methodische Arbeit im Geschichtsunterricht ist das Methodische Handbuch von grundlegender Bedeutung. Es enthält neben grundsätzlichen Ausführungen zur Geschichtsmethodik, insbesondere zur Kontinuität der Bildungs- und Erziehungsarbeit und zur Überwindung des Schematismus im Geschichtsunterricht durch stärkere Differenzierung der Methoden zwischen den einzelnen Altersstufen und durch größere Verbindung zwischen Theorie und Praxis, eine Vielzahl von Hinweisen für die inhaltliche und methodische Gestaltung der einzelnen Stoffeinheiten und Geschichtsstunden in der zehnklassigen Oberschule. (Damit erhalten alle Kinder des Volkes , unabhängig von ihren individuellen Fähigkeiten und Talenten, die gleichen Voraussetzungen für ihren späteren Start ins Berufsleben, N.G.)

Quelle:
Pädagogische Enzyklopädie (2 Bde.), VEB Deutscher Verlag der Wissenschaften, Belrin 1963, Bd.I, S.350-358 (gekürzt und mit einer Gliederung versehen).

Zitate:
[1] Heinrich Heine: Politische Berichte, Artikel VI vom 19.4.1832. In: Heinrich Heine: Französische Zustände. Hamburg bei Hoffmann und Campe, 1833, S.143.
[2] Karl Marx/Friedrich Engels: Die deutsche Ideologie. In: MEW, Bd.3, S.28.
[3] Karl Marx/Friedrich Engels: Manifest der Kommunistischen Partei. In: MEW, Bd.4, S.462.

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17 Antworten zu Geschichtsunterricht in der DDR

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    Kurze Frage. Wie viele Stunden in der Woche gab es an den Schulen in der DDR diesen Geschichtsunterricht?

    • Mitteldeutscher schreibt:

      Ich denke, mich zu erinnern an 2Std. die Woche (je 1 pro angesetztem Tag) oder waren es je eine Doppelstunde + 1Std.?
      Wahrscheinlichkeit steht bei 80 : 20 in der Reihenfolge der genannten Fälle.
      Genannt für Schulzeitraum: Mitte bis Ende der 70er Jahre Geschichte von 5. bis 10. Klasse (POS)
      – vergleichbar mit Realschule?

  2. Aufklärung schreibt:

    den Schülern wird die Hauptschuld des deutschen Imperialismus und Militarismus an zwei Weltkriegen und die Gesetzmäßigkeit seiner Niederlage bewußt.

    Mehr Lüge geht nicht.
    Den Schülern in der DDR wurde also das Gehirn gewaschen.
    Mehr war dieser Geschichtsunterricht nicht.
    Es war eine Erziehung zum Hass auf Andersdenkende = Faschismus.

    • sascha313 schreibt:

      Diese „Aufklärung“ kommt von:
      IP: 78.52.146.74, f052146074.adsl.alicedsl.de

      Komisch, daß die Nazis immer andere als Faschisten beschimpfen müssen. Das tut ja Poroschenko auch. Und: ja, es wurde das „Gehirn gewaschen“ vom braunen Schmutz der Nazizeit. Und: ja – es war eine Erziehung zum Haß auf den Faschismus! Aber dazu brauchte es damals nicht viel, nach alledem, was die Menschen im Faschismus (der Nazizeit) erlebt hatten, und heute sicher auch nicht, nach dem, was sie vom Faschismus in der Ukraine und im Donbass erleben. Der Text ist leider wahr: „Der deutsche Imperialismus und Militarismus trägt die Hauptschuld an zwei Weltkriegen.“ Wer das nicht akzeptiert, der lügt sich die Geschichte zurecht. In Nürnberg wurden 1946 einige der Haupttäter zum Tode verurteilt – nicht alle hat man erwischt! Das Gesindel hat Nachwuchs bekommen…

      • Harry 56 schreibt:

        Lieber Sascha, bist du dir wirklich sicher, dass du dich gegenüber „Aufklärung“ absolut richtig verhältst?

        Der gerade auch in diesem Blog immer wieder angeprangerte Revisionismus, also die ideologische Verbürgerlichung des Wissenschaftlichen Sozialismus, hat leider auch nicht vor der Geschichtswissenschaft haltgemacht.
        Wäre dies anders, es wäre wohl ein übernatürliches Wunder!
        Nach einigen von meinen persönlichen Erfahrungen und Erkenntnissen wurden in den späten sozialistischen Ländern allzu viele besonders anglo- amerikanische als auch spät-sowjetisch-revisionistische Geschichtslügen der ahnungslosen heranwachsenden Jugend eingebläut, alias WK II = „böse deutsche Faschisten“ (wo blieben da eigentlich die vielen anderen europäischen MASSEN an „Faschisten“ und Kollaborateuren eigentlich?) VERSUS „liebe gute Alliierte“……., und SOMIT die spätere Begeisterung dieser so ahnungslos GEMACHTEN Jugend für den angeblich „freien (NATO)Westen“ in den säteren 80ern…. in allen diesen Ländern.

        Kurz gesagt: Vulgärster bürgerlicher (fast schon US/NATO-mäßiger) Geschichtsklamauk! („Aufklärung“ sagt da nicht ganz zu unrecht Gehirnwäsche!)
        (Entre nous: Qui bono HEUTE?????….., hm????

        (Über Einzelheiten zu meiner kurzen Anmerkung hinaus zugehen wäre an dieser Stelle wohl zu weitgehend…)

        Dennoch nix für ungut, es sollten getreu dem großen alten englischen Aufklärer Thomas Hobbes (Leviathan) immer Licht und Klarheit in unseren Köpfen herrschen!🙂

        Soz. Grüße…..

  3. prkreuznach schreibt:

    Hat dies auf Was war die DDR ? rebloggt und kommentierte:
    Das hat Sascha sehr gut erklärt.

  4. Hat dies auf antikriegspartei rebloggt und kommentierte:
    … auch gelernt damals: Mit der dritten Nachkriegsgeneration ist ein Krieg wieder führbar. Die Menschen, die die faschistischen Greueltateten als Kinder erlebten und als letzte durch mahnende Erlebnisberichte im Sinne von „Wehret den Anfängen!“ aktiv sein können, sind heute greise Urgroßeltern dieser momentan heranwachsenden dritten Nachkriegsgeneration.

    • FRAM schreibt:

      Die jungen „Eliten“ der Handy-Generation sind für den Wehrdienst sicher
      nicht mehr tauglich; die zerkochen ihr Hirn in der 24 Stunden Mikrowellenstrahlung ihrer „Handys“ … bestenfalls und vielleicht sind die noch als feiger Drohnen-Pilot brauchbar …

      Wer dem DDR- Bildungssystem „Hirnwäsche“ vorwirft, der sollte gut lesen, wie in der gymnasialen Unterschicht argumentiert wird …
      „Erhoffte Zugeständnisse der Ostblockstaaten
      UdSSR: Verzicht auf Diffamierung der BRD als revisionistisch und revanchistisch…“

      Quelle:
      http://www.mpg-saarlouis.de/?content=projekte/unterricht/geschichte/lernbilder

      Zur Erläuterung dieser tollen Le(e)hrinhalte zu empfehlen:
      „Schwarzbuch Helmut Kohl, oder wie man einen Staat ruiniert“

      Quelle:
      rsv.daten-web.de/Germanien/Engelmann_Schwarzbuch_HKohl.pdf

  5. eipram schreibt:

    Der beste Vergleich ist immer noch der Vergleich der beiden deutschen Systeme bzw. welches besetzte Deutschland war das bessere! Gerne forciert im Auftrag der BRD durch manipulierte und suggestive Umfragen!

    Als junger Mensch vor 89 mit stetigem Verlangen nach „Konsum“, da in einer Mangelwirtschaft aufgewachsen, fiel die Entscheidung nicht sonderlich schwer, die BRD muss der heilige Gral sein. Eindeutig!

    Doch schon einige Jahre später kam, ich denke, für die meisten der DDR – Bürger, das grausame Erwachen! Nach und nach schlich sich die Erkenntnis ein, dass vieles was in der DDR gelehrt worden ist, nicht nur Propaganda sondern nackte Tatsachen waren!

    Wenn man dann heute feststellen muss, in was für einer kaputten, heuchlerischen, verlogenen, zutiefst manipulierten und kriminellen Hetz – Gesellschaft lebt, dann kann man sich als ehemaliger DDR – Bürger ruhig fragen bzw. sagen, wenn man dies vorher gewusst hätte!

    Dieses Deutschland bzw. die BRD ist kein friedliebender, freier, souveräner, sozialer und demokratischer Rechtsstaat!

    Dies ist kein friedliebender, sondern ein militaristischer, kriegerischer (siehe Jugoslawien), ausbeuterischer Möchtegern – Staat, der es zulässt, dass seine Bürger von den alliierten Besatzungsmächte überwacht werden.

    Als Schüler habe ich den Unterricht in der DDR oft offen negiert und bewusst gestört, aus heutiger Sicht bereue ich mein Verhalten, da nicht alles, jedoch vieles was gelehrt wurde, leider der Wahrheit entsprach!

    • sascha313 schreibt:

      Danke, eipram, für den ehrlichen Kommentar! Naja. wir lernen eben alle dazu – und nun durch die Praxis🙂

    • prkreuznach schreibt:

      Danke für Deinen Kommentar, eipram. Nur Wenige haben den Mut zuzugeben, dass sie damals irrten. Doch später Erkenntnis ist besser, wie keine Erkenntnis. Kämpfen wir gemeinsam gegen die Geschichtslüge.

      • Doed schreibt:

        Ich bin froh, dass es noch solche wie euch beide gibt. Gesteht eure Fehler ein und teilt eure Erfahrungen damit jüngere Generationen die Chance haben, eine bessere Gesellschaft aufbauen können.

    • Harry 56 schreibt:

      eipram schreibt:
      20. April 2015 um 19:23

      „Der beste Vergleich ist immer noch der Vergleich der beiden deutschen Systeme bzw. welches besetzte Deutschland war das bessere!“

      Leider muss man immer wieder und überall, und leider auch hier, den wirklichen Unsinn lesen, als hätte es 40 Jahre eine „Systemauseinandersetzung“ zwischen einem angeblichen BRD-„System“ und dem DDR-„System“ gegeben, und das angebliche BRD-„System“, „DIE BRD“, hätte schließlich einfach „gewonnen“, wäre halt doch „überlegen“ gewesen!

      Hat das wirklich etwas mit einer sozialistisch-kommunistischen , also WISSENSCHAFTLICHEN Weltanschauung zu tun?
      Nein, das ist platteste bürgerliche Ideologie, absolut unwissenschaftliche Weltanschuung, sozusagen After-Weltanschauung.

      Also einfach mal zur Klarstellung: Das angebliche „marktwirtschaftliche“ BRD-„System“ war von Anbeginn nichts weiter als ein Teil des seit Mai 1945 dominierten und teilweise erneut restaurierten kapitalistischen/ imperialistischen (Teil!)-WELTSYSTEMS.
      Und Konrad Adenauers wilde, scheinbar verückte permanente „Westbindungs“-Rethorik der frühen 50er Jahre brachte diese Tatsache sehr wohl sehr wahrheitsgemäß und völlig logisch zum Tageslicht.

      Im Verhältnis zur DDR, diesem ersten sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat der deutschen Geschichte, bildete die imperialistische „westgebundene“ US-Vasallen“-BRD zwar die aggressivste und gefährlichste Speerspitze, aber immerhin eben doch nur Speerspitze, hinter welcher die bürgerlichen Besitzklassen und ganz allgemein Imperialisten praktisch aller anderen kapitalistischen und imperialistischen Länder bis 1989 felsenfest standen, egal ob NATO-Staaten oder angeblich „Neutrale“, wie etwa Schweden oder die Schweiz u.a…….

      (Mir ist persönlich bekannt, dass etwa in den frühen 80er Jahren DDR-Pässe von DDR-Bürgern an Schweizer Grenzübergängen NICHT anerkannt wurden, DDR-Bürger so GENÖTIGT wurden, sich vom BRD-Grenzschutz zunächst BRD- „Behelfsausweise“ austellen zu lassen, mit DENEN sie dann in die ach so „neutrale“ Schweiz einreisen konnten, so nun quasi als frischgemachte „BRD-Bürger!!!!……)

      Kurzum: Sowohl die DDR als auch alle anderen zeitweilig sozialistischen Länder in Europa und anderen Teilen der Welt waren permanent einem ständigen Kalten Krieg auf allen möglichen Stufen und Ebenen ausgesetzt. (man schaue etwa nur die schmutzige Rolle Westberlins inmitten der DDR etc….!)

      Warum nun diese sozialistische Teil-Welt diesen Kalten Krieg gegen das vor allem ökonomisch noch immer dominantere IMPERIALISTISCHE WELTSYSTEM unter US-Führung am Ende doch verlor, darüber wird ja schon lange viel diskutiert. Doch leider auch in sozialistisch-kommunistischen Kreisen werden die großen Gesamtzusammenhänge oft völlig übersehen.

      Daher nochmal knapp zusammengefasst: Es hat niemals eine „Systemauseinandersetzung“ ALLEIN zwischen der BRD und der DDR gegeben! (Wie es auch nie einen „Machtkampf der Supermächte“ USA-UDSSR gab!) Völlig auf sich alleingestellt(!) würden die Imperialisten der BRD sich sicher heute noch die Zähne an einer vernünftig-sozialistisch regierten DDR (wie wohl zu Zeiten Walter Ulbrichts?) die Zähne ausbeißen!

      Das müsste doch langsam kapierbar sein, oder net? 🙂

      Beste soz. Grüße, so long….

  6. FRAM schreibt:

    Sehr schön Harry ! Danke !

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