Kleines marxistisches Wörterbuch: Was ist ein Irrtum?

large_wrongIm gesellschaftlichen Bewußtsein der heutigen Zeit gibt es unzählige Irrtümer, falsche Vorstellungen, unwahre Behauptungen und irrige Weltanschauungen. Aber es gibt auch mindestens ebensoviele Lügen, welche durch die herrschende Klasse verbreitet werden,  um den Menschen den Kopf zu verdrehen, das Denken zu vernebeln und sie damit in einen Zustand der geistigen Umnachtung zu versetzen. „Errare humanum est“, sagt der Lateiner. Irren ist menschlich! Und nichts kann der herrschenden Klasse lieber sein, als politische Inaktivität und eine Lähmung der Volksmassen, die die Ursache ihres Elends nicht erkennen und NICHTS, oder nur sehr wenig unternehmen, um den Kapitalismus aus der Welt zu schaffen. Irrtümer über die Gesellschaft sind heute weit verbreitet. Dies ist eine Folge der Manipulierung des Denkens durch die Bourgeoisie. Erst wenn Klarheit herrscht über die Gesetzmäßigkeiten der gesellschaftlichen Entwicklung, wird es wieder eine Bewegung des sozialen Fortschritts geben. Erst dann geschiеht das, was Marx sehr kurz und treffend in seinem Vowort zur Kritik der politischen Ökonomie charakterisiert hat:   „Auf einer gewissen Stufe ihrer Entwicklung geraten die materiellen Produktivkräfte* der Gesellschaft in Widerspruch mit den vorhandenen Produktionsverhältnissen oder, was nur ein juristischer Ausdruck dafür ist, mit den Eigentumsverhältnissen, innerhalb deren sie sich bisher bewegt hatten. Aus Entwicklungsformen der Produktivkräfte schlagen diese Verhältnisse in Fesseln derselben um. Es tritt dann eine Epoche sozialer Revolution ein.“ [1] *wozu vor allem auch die arbeitenden Menschen gehören! N.G.


I. BEGRIFFSERKLÄRUNG UND SOZIALE HINTERGRÜNDE

1. Was verstehen wir nun unter einem Irrtum?

Der Irrtum ist erkenntnistheoretischer Begriff, der die inadäquate Widerspiegelung der objektiven Realität – Ihrer Bereiche, Systeme, Gegenstände, ihrer Zusammenhänge, Strukturen, Gesetzmäßigkeiten, ihrer Bewegungs- und Entwicklungsprozesse – im menschlichen Bewußtsein bezeichnet. Irrtum ist die Nichtübereinstimmung des Erkenntnisabbildes mit dem Erkenntnisgegenstand, wobei diese nichtadäquate, falsche Widerspiegelung für adäquat, wahr gehalten wird. Die Annahme ihrer Wahrheit ist wesentlich für den Irrtum. Dieser darf nicht mit der Lüge verwechselt werden, die in der Behauptung wissentlich falscher Aussagen besteht.

2. Wahres, Falsches und der Irrtum…

Auch mit Falschheit ist der Irrtum nicht einfach identisch, denn die Falschheit oder Wahrheit einer Aussage ist als objektiver Tatbestand völlig unabhängig von der Meinung oder Überzeugung dessen, der sie vertritt. Der Irrtum besteht darin, daß falsche Aussagen in der Annahme vertreten werden, sie seien wahr. Irrtum ist also nicht einfach das Gegenteil der Erkenntnis oder der Wahrheit, wie oft behauptet wird. Es gibt vielmehr eine widerspruchsvolle Wechselbeziehung zwischen Erkenntnis, Irrtum, Wahrheit und Falschheit, die nur auf der Grundlage der dialektisch-materialistischen Auffassung des Erkennens als eines historischen Prozesses der Vertiefung der Erkenntnis und seiner materiellen gesellschaftlichen Determination durch die Praxis verstanden werden kann.

„Wahrheit und Irrtum, wie alle sich in polaren Gegensätzen bewegenden Denkbestimmungen, haben absolute Gültigkeit eben nur fur ein äußerst beschränktes Gebiet … Sobald wir den Gegensatz von Wahrheit und Irrtum außerhalb jenes … engen Gebiets verwenden, wird er relativ und damit für genaue wissenschaftliche Ausdrucksweise unbrauchbar; versuchen wir aber, ihn außerhalb jenes Gebiets als absolut gültig anzuwenden, so kommen wir erst recht in die Brüche; die beiden Pole des Gegensatzes schlagen in ihr Gegenteil um, Wahrheit wird Irrtum und Irrturn Wahrheit.“ [2] (F.Engels, Anti-Dühring)

3. Eine dialektisch-materialistische Sicht auf die Erkenntnis

Wird die dialektische Natur dieser Denkbestimmungen verkannt, ihre dialektische Wechselbeziehung mißachtet, werden sie unhistorisch, undialektisch für metaphysische Begriffe genommen, dann besteht die Gefahr, daß sie sich in „dogmatisch-moralische Ausdrücke“ [3] (F.Engels, ebd.) verwandeln, mit denen die Wissenschaft nichts anfangen kann. Die Möglichkelt des Irrtums liegt sowohl in der dialektischen Natur als auch in den gesellschaftlichen Bedingungen und Determinanten des Erkenntnisprozesses begründet, und diese Möglichkeit wird unter bestimmten Umstanden zur Wirklichkeit.

4. Wodurch kommen Irrtümer zustande?

Die Irrtümer in der Geschichte der menschlichen Erkenntnis sind also nicht einfach zufälligen Unzulänglichkeiten des erkennenden Subjekts geschuldet, sondern haben tiefer liegende objektive Ursachen, was natürlich nicht ausschließt, daß auch subjektive Fehler, Mißgriffe usw. eine gewisse Rolle spielen. In der Natur des Erkenntnisprozesses sind vor allem zwei Aspekte für die Entstehung des Irrtums bedeutungsvoll:

  • Erstens bildet der Erkenntnisprozeß eine komplizierte Einheit widersprüchlicher Momente, die in Wechselwirkung miteinander stehen (Sinneswahrnehmung, Erfahrung, empirisches Wissen, abstrakt-logisches Denken, Analyse und Synthese, Abstraktion und Verallgemeinerung, Begriffsbildung, theoretische Idealisierung, Konstruktion idealer Objekte, Phantasie, Wille) . Jedes beliebige Element des Erkenntnisprozesses kann einseitig aus dem Zusammenhang gelöst, verselbständigt, überbewertet und verabsolutiert werden. Die Ursachen hierfür sind vielfältig und wesentlich objektiv bedingt: der bisherige Wissensstand über ein Gebiet, der Entwicklungsstand der Praxis, die hierdurch begrenzten Möglichkeiten der experimentellen Uberprüfung von Hypothesen usw.
  • Zweitens hat jede erreichte Erkenntnis den Charakter einer relativen Wahrheit, weil die Erkenntnis der Wahrheit ein historischer Prozeß ist. Jede Wahrheit ist nicht endgültig, sie kann vertieft, in ihrem Geltungsbereich eingeschränkt oder erweitert werden, was sich notwendigerweise immer erst auf einer höheren Stufe der wissenschaftlichen Erkenntnis her. ausstellt. Hieraus folgt, daß jede Wahrheit, insofern sie eine relative ist, auch immer gewisse Elemente des Irrtums enthält. Wird aber eine relative Wahrheit in metaphysischer Weise für unbedingt und unveränderlich gehalten, so kann sich das Verhältnis von Wahrheit und Irrtum umkehren: Durch ihre einseitige Herauslösung aus dem geschichtlich sich entwickelnden Erkenntnisprozeß wird sie zum Irrtum, der gewisse Elemente der Wahrheit enthält. Dieses dialektische Wechselverhältnis von Wahrheit und Irrtum, welches auch ihr dialektisches Umschlagen ineinander einschließt, tritt in der Geschichte der Wissenschaften, sowohl der Naturwissenschaften wie der Gesellschaftswissenschaften, deutlich in Erscheinung.

5. Die Klassengesellschaft bringt zahlreiche Irrtümer hervor

Weitere Ursachen für der Entstehung des Irrtums liegen in den Verhältnissen der antagonistischen Klassengesellschaft und ihrem determinierenden Einfluß auf den Erkenntnisprozeß. Die auf dem Privateigentum an Produktionsmitteln, der Ausbeutung und der Klassenspaltung beruhenden gesellschaftlichen Verhältnisse und die hieraus notwendig hervorgehenden Klasseninteressen der herrschenden Klassen bedingen objektiv die Entstehung eines verkehrten Bewußtseins, einer verzerrten, unrichtigen, teils illusorischen und phantastischen Widerspiegelung der objektiven Welt im gesellschaftlichen Bewußtsein. Formen in denen eine solche verkehrte Widerspiegelung erfolgt, sind z.B. die idealistische Philosophie, die bürgerliche Vulgärökonomie, bürgerliche Sozialtheorien, die Religion.

6. Die Klasseninteressen verbinden sich mit den Irrtümern

Unter den Verhältnissen der antagonistischen Klassengesellschaft werden die aus dem Erkenntnisprozeß entspringenden Irrtümer gefestigt, sie werden als Ausgangspunkt
die Entwicklung irriger Theorien und theoretischer Systeme genommen, ja sie bilden die theoretischen Eckpunkte ganzer verkehrter Bewußtseinsformen. Indem die Klasseninteressen sich mit den Irrtümern verbinden, verleihen sie diesen eine Stabilität und eine gesellschaftliche Wirksamkeit, welche die wahren Erkenntnisse bei weitem überteffen kann. Das gilt vor allem für die Weltanschauung und für die Auffassung über die menschliche Gesellschaft und ihre Geschichte.

7. Die Überwindung der Irrtümer ist ein erbitterter ideologischer Kampf

Deshalb ist der Kampf um die Aufdeckung und die Überwindung von Irrtümern in diesen Bereichen des Wissens in der antagonistischen Klassengesellschaft keineswegs allein eine Frage der theoretischen Analyse und der begründeten Argumente, sondern wird unvermeidlich zu einer Frage des erbitterten ideologischen Kampfes. Das bezeugen nicht nur solche Opfer dieses Kampfes wie BRUNO, VANINI u. a., die auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden, das bezeugtdas Schicksal solcher Philosophen und Wissenschaftler wie DESCARTES, SPINOZA, KEPLER u.a., die ständig vor den Häschern der Inquisition auf der Flucht waren, und das bezeugen auch die historischen Schicksale der Lehre von MARX bis in die Gegenwart.

8. Im Sozialismus verändern sich die Erkenntnisbedingungen grundlegend

Mit der grundlegenden Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch die Errichtung des Sozialismus und später des Kommunismus verändern sich auch die Bedingungen der Erkenntnisgewinnung. Es verschwinden die Verhältnisse, die eine verkehrte Widerspiegelung der Welt bedingen und mit ihnen die Interessen, welche Irrtümern die große Lebenskraft geben und sie zu Ausgangspunkten irriger Auffassungen, Theorien, theoretischer Systeme werden lassen.

9. Eine irrtumsfreie Erkenntnis wird es nicht geben

Diese neuen Bedingungen können in vollem Umfang erst wirksam werden nach dem Sieg des Kommunismus im Weltmaßstab und dem Aufhören des ideologischen Kampfes. Damit werden die Irrtumsmöglichkeiten erheblich eingeschränkt, und die Rolle des Irrtums im Erkenntnisprozeß wird sich insofern ändern, als es möglich wird, Irrtümer ungehindert und rasch aufzudecken und zu überwinden. Doch einen irrtumslosen Fortschritt der Erkenntnis wird es niemals geben. Auch in der kommunistischen Gesellschaft wird sich der wissenschaftliche Fortschritt in der Dialektik von Wahrheit und Irrtum durchsetzen. Das folgt aus der widersprüchlichen Natur des Erkenntnisprozesses.


II. GESCHICHTLICHE ENTWICKLUNG DER ERKENNTNIS

Das Problem des Irrtums hat die Philosophie seit der Entstehung erkenntnistheoretischer Überlegungen beschäftigt, und die Fragen nach dem Wesen des Irrtums, nach seinen Ursachen und den Bedingungen seiner Entstehung wurden fortlaufend erörtert. In der antiken griechischen Philosophie wurde der Irrtum überwiegend auf Schwächen im Erkenntnisvermögen des Menschen zurückgeführt, auf die Beschränktheit der Sinneserkenntnis, auf den falschen Gebrauch des Verstandes oder auch auf das mangelhafte Wissen.

1. Im Mittelalter

In der scholastischen Philosophie des Mittelalters wurde dagegen im Irrtum mehr ein Abfall von der göttlichen Wahrheit gesehen, welcher auf die Freiheit des Willens, also auf schlechten Willen, zurückzuführen sei. Das Problem des Verhältnisses von Intellekt und Willen hat auch in der bürgerlichen Philosophie eine große Rolle bei der Erklärung der Irrtums gespielt.

2. In der Neuzeit

DESCARTES und SPINOZA leiteten den Irrtum aus dem Widerspruch von Willen und Verstand ab. Wenn der Irrtum, wie sie glaubten, ein Fehlen oder Mangel an Erkenntnis ist, dann erhebe sich die Frage, was diesen Mangel verursache. Das sei der Wille, und zwar sein unrechter Gebrauch.

„Woraus entstehen alle meine Irrtümer? Nun – einzig und allein daraus, daß, während der Wille weiter reicht als der Verstand, ich jenen nicht in dessen Grenzen einschließe, sondern ihn auch auf das erstrecke, was ich nicht einsehe. Und da er sich hiergegen unentschieden verhält, so lenkt er leicht von dem Wahren und Guten ab, und so irre und sündige ich.“ [4]

LOCKE führte den Irrtum nur auf die Verstandestätigkeit zurück. Er war der Meinung;daß der Irrtum ebenso wie die Wahrheit nur in den Urteilen liege, weshalb er die Ursache des Irrtums vor allem in der falschen Verbindung der Ideen im Verstand sah.

KANT hingegen hielt den Verstand nicht für die Quelle des Irrtums, denn er behauptete, daß der Verstand, sofern er nur seine Gesetze befolge, gar nicht irren könne. Die Ursache des Irrtums liege vielmehr im Einfluß der Sinnlichkeit auf den Verstand.

Ob nun diese oder jene Ursache des Irrtums angenommen wurde, allen diesen Philosophen ist gemeinsam, daß sie Ursprung und Ursache des Irrtums im subjektiven Erkenntnisvermögen suchen. Der Irrtums bleibt so immer eine Angelegenheit des Individuums, das irrt.

3. Der Beginn des dialektischen Denkens

HEGEL war der erste, der mit dieser subjektivistischen und individualistischen Tradition brach und die Problematik des Irrtums in die geschichtliche Entwicklung des Erkennens einordnete, natürlich im Rahmen seines absoluten Idealismus. Er gewann die Einsicht, daß Wahrheit und Irrtum nicht absolute Gegensätze sind, sondern in einer dialektischen Wechselwirkung stehen. Für HEGEL ist die Wahrheit selbst ein Prozeß, der in seiner Entwicklung auch das Moment des Irrtums einschließt. Der Irrtum gehört auch der Sphäre des Erkennens an, deshalb kann er nicht nur Falschheit sein, sondern erweist sich als ein Schritt auf dem Wege zur Wahrheit; „der Irrtum ist ein Positives“. Diese dialektische Auffassung Hegels bildet die theoretische Quelle für die Lösung des Problems des Irrtums im dialektischen und historischen Materialismus.

Quelle:
Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, Dietz verlag, Berlin, 1985, S.261-264. (Hervorhebungen und Gliederungen von mir, N.G.)

Zitate:
[!] Karl Marx: Vorwort zur Kritik der politischen Ökonomie. In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag, Berlin 1971, Bd.13, S.9.
[2] Friedrich Engels: Herrn Eugen Dührings Umwälzung der Wissenschaft („Anti-Dühring“). In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag, Berlin 1975, Bd.20, S.84/85.
[3] ebenda, S.86.
[4] Descartes: Meditionen über die Grundlagen der Philosophie, 1965, Bd.IV, S.15.

DOWNLOAD: Marxistisches Wörterbuch Irrtum  (pdf-Datei)

Siehe auch:
Lenin: Sei klug und lerne nachzudenken!

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2 Antworten zu Kleines marxistisches Wörterbuch: Was ist ein Irrtum?

  1. „Im gesellschaftlichen Bewußtsein der heutigen Zeit gibt es unzählige Irrtümer, falsche Vorstellungen, unwahre Behauptungen und irrige Weltanschauungen.“

    … und das muss ja auch so sein, weil, wie Marx es schlicht formulierte, es sich um ein verkehrtes Weltbewußtsein handelt, das von einer verkehrten Welt, nämlich dem „Staat“, der Gesellschaft, produziert wird.

    „[…] Das Fundament der irreligiösen Kritik ist: Der Mensch macht die Religion, die Religion macht nicht den Menschen. […] Aber der Mensch, das ist kein abstraktes, außer der Welt hockendes Wesen. Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Societät. Dieser Staat, diese Societät produzieren die Religion, ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.“

    Da nun der Mensch die Religion gemacht hat, bestimmen nun aber die dort enthaltenen Vorstellungen und Aussagen wiederum das Denken des Menschen. Weil nun die Religion – hier meine ich natürlich im besonderen das Christentum, das ja unseren Kulturkreis bis heute formt und prägt, einen grundsätzlichen Irrtum – den ich jedoch als die LÜGE schlechthin bezeichne – als Basis aller seiner weiteren Annahmen und Vermutungen hat, die zur Wahrheit erklärt wurden, sage ich, dass diese Religion deshalb bereits Irrtum an sich ist.

    (Metapher): Eine „Matrix“, die ständig nur weitere unzählige Irrtümer, falsche Vorstellungen, unwahre Behauptungen und irrige Weltanschauungen im Denken des Menschen selbst „produzieren“ MUSS. Ein „Prozess“, der – das ist natürlich meine eigene Erfahrung als ein Mensch, der tief im Denken dieser absurden Religion Verhaftet war – erst aufhört und durchbrochen werden kann, indem der ihr zugrunde liegende Irrtum als Lüge erkannt und verworfen wird.

    Die Grundaussage, der IRRTUM dieser vom Menschen gemachten Religion besteht nun darin, dass der Mensch ein Böses-Sein wäre. Und weil das schlecht ist, braucht er davon Erlösung, aber zunächst musste eine Erklärung gefunden werden, weshalb denn der Mensch überhaupt ein Böses-Sein wäre – und die Erklärung dieses Irrtums ist ein noch sonderbarerer Irrtum als dieser Irrtum selbst: „weil er schuldig sei“ und warum das so ist, wird auch gleich noch dazu „geliefert“: „weil er so gezeugt, empfangen und geboren wäre.“

    Tja, und mit derlei Unsinn und Aberglauben werden die Menschen unseres Kulturkreises bis heute verdummt und im „Zustand der Illusion“ von eben grade dieser Religion Gehalten, die ja durch mächtige Institutionen nicht nur „emotionale“, sondern als „Eigentümerin“ fast aller Unternehmen der kapitalistischen Gesellschaft auch ganz praktisch, also physisch; Gewalt ausübt und damit die Menschen in Abhängigkeit und Unterdrückung hält. Praktisch geschieht das überwiegend über das „Gesetzliche Zahlungsmittel“, also die Währungen, die die BIZ in Basel – das Private Internationale Banken Syndikat des Papstes – ZENTRAL KONTROLLIERT und über ihre Zweigstellen, die Zentralbanken, den einzelnen kapitalistischen Gesellschaften als LEHEN (Dar-Lehen, Kredit) ZUTEILT. Im Grunde hat sich bis auf ein paar Worte an dem hier herrschenden System seit über tausend Jahren nichts geändert, nur dass die „Religion“ in der „allgemeinen“ Wahrnehmungen hier nicht mehr als die treibende Kraft, auch die treibende Kraft des Kapitalismus selber, erkannt wird, weil sie nun scheinbar laizistische „gewählte“ Vertreter die Arbeit machen lässt …

    • sascha313 schreibt:

      …schön, daß Du Deine Gedanken so darlegst. Ich habe diesen Text zum Irrtum zufällig gefunden. Es ist Philosophie, marxistische Philosophie – also praxisgeprüfte, wissenschaftliche Denkweise. Man kann jeden Satz überdenken, überprüfen – und wird feststellen, daß hier der richtige Weg aufgezeigt wird. Vieles ist erneut in Bewegung geraten, und die „Dinosauriere“ werden noch einmal aussterben. Ich sah irgendwo einen Mitschnitt eines Seminars von Birkenbihl – das sind solche „Dinos“ – und die Zuhörer auch! – auch damals gab es wohl mehrere Tausend von dieser Sorte und ein paar unschuldige Weichtiere )))))

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