Wer macht hier eigentlich Kabarett – Uwe Steimle oder die Bundeskanzlerin?

Steimle_in_KölnDa sitzt das Kölner Publikum mehr oder weniger bequem um eine Bühne herum. Und man fragt sich: Was geschieht denn nun? Ist es nicht seltsam, daß gesellschaftliche Widersprüche, sobald sie sichtbar sind und auch erkennbar werden, lediglich zum Lachen provozieren, wo sie doch eigentlich zum Handeln führen müßten? Ist es denn wirklich so, daß Satire, und all die anderen ideologischen Formen,  „worin sich die Menschen dieses Konflikts (mit den Produktionsverhältnissen) bewußt werden“ (Marx) [1], schließlich dazu führen, daß die Menschen ihn  auch ausfechten? Oder bedarf es dazu erst der eigenen Not und des eignen Elends? Uwe Steimle regt zum Nachdenken an, er vermittelt Erkenntnisse, macht Zusammenhänge deutlich. Sechs spannende Minuten lang. Die Konsequenzen zieht der Zuschauer…

Der Maßstab für den Wert einer satirischen Leistung besteht doch gerade darin, wie ein Künstler es versteht, die reale geschichtliche Tendenz der Entwicklung zu erfassen und auszudrücken. Und das gelingt Uwe Steimle hervorragend! Eine Leseprobe:

Und als Sachse sach’ ich ja immer: Kennen Sie eigentlich den Unterschied
zwischen den Russen und dem Westen??? – De Russen sin mer losgeworden….

Und was machen Ihre amerikanischen Freunde?
Auf deutschem Boden werden die Atomwaffen modernisiert. Leute, geht’s noch?
Atomwaffen modernisieren? Das klingt wie – SCHÖNER STERBEN.
Ernsthaft, mir vergeht jeden Tag ein bißchen mehr das Lachen hier.

Und es gibt Leute in diesem Land hier, die reden schon wieder vom totalen Krieg.
Ich denk’ mir das nicht aus: Poroschenko und Genossen … Konsorten.
Natürlich – VOM TOTALEN KRIEG…

Wenn wir Deutschen irgendwas begriffen ham, dann isses doch das:
„Und wenn wir noch hundert Jahre den Kitt aus den Fenstern fressen müßten;
aber NIE WIEDER KRIEG. Und uns geht das Wort schon wieder über die Lippen.
Es ist Wahnsinn, was hier passiert. Und ich sag’ Ihnen eins:
Es gab Zeiten, Landsleute, da wurde man wenigstens noch gefragt,
ob man den totalen Krieg überhaupt will. Ja, Entschuldigung!

Und was machen die Amerikaner?
Sie liefern Verteidigungswaffen in die Ukraine. Hallo – Verteidigungswaffen?
Das sind wahrscheinlich Panzer die rückwärts schießen, oder was!
Apropos Ami. Ich bin den Amis trotz alledem dankbar!

Daß ich hier nicht falsch verstanden werde…
Ja! Ich bin dankbar, daß sie ANGELA MERKEL abhören! Man hat nur ein Gesicht!
Und unsere Angela, die weiß, daß sie vom amerikanischen Geheimdienst abgehört wird.
Und was macht sie? Sie ermittelt jetzt ganz mutig über den Generalbundesanwalt
gegen – Unbekannt. Ich frage Sie: WER MACHT HIER KABARETT? (Applaus)

Quelle:
http://rutube.ru/video/e46663bbf42ee1b90ac455a4c9738ac5/

(Und hier der ganze Auftritt von Uwe Steimle: Link anklicken!)

[1] Karl Marx: Zur Kritik der politischen Ökonomie (Vowort), 1859. In: Karl Marx/Friedrich Engels, Werke, Dietz Verlag Berlin, Bd. 13,  S. 7-11.

Dieser Beitrag wurde unter Kapitalistische Wirklichkeit veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

14 Antworten zu Wer macht hier eigentlich Kabarett – Uwe Steimle oder die Bundeskanzlerin?

  1. mariano karbe schreibt:

    Habe mir gerade STEIMLE angeschaut und kann nur sagen er war sehr gut und wie immer ehrlich ABER ob das die Mehrheit des Publikums verstanden hat,da habe ich meine starken Zweifel.

  2. prkreuznach schreibt:

    Das Thema Kabarett ist schonmal in einem anderen Zusammenhang diskutiert worden. Die es angeht, sehen sich das meist nicht an, bzw. verstehen es nicht. Oft ist es Bildungsbürgertum, das dies als Spaß und die „große Freiheit“ ansieht.
    Schade um Steimle und andere gute Künstler.

    • Harry 56 schreibt:

      Ich kann mich obigen Beitrag von „prkreuznach“ nur anschließen. Ich frage mich schon lange, wie viele Niedriglöhner, Niederigrentner, Zeitarbeiter, Geringverdiener überhaupt, Taxifahrer, Lokführer, Kranken- oder Altenpfleger, Arbeitslose mit ALG I oder II, von den Jobcentern Sanktionierte etc. wohl im Publikum dieser Kabarettsendungen sitzen mögen?

      Leute, die noch so herzlich Lachen, Gröhlen, Pfeifen können bei Themen, wo einem oft nur noch das Blut in den Adern gefrieren könnte, scheinen sich in diesem System noch immer pudelwohl zu fühlen, so zumindest meine Einschätzung beim Anblick dieses Publikums.

      Es sind meiner Einschätzung nach Leute, welche noch immer von diesem System real profitieren, also zumeist ein recht behagliches angenehmes, und oft auch recht müheloses Leben, z.B. als gutbestallte Systemdiener, fürren, und sicher auch Leute, welche vielleicht glauben oder hoffen, bald ebenfalls zu dieser Schicht zu gehören. (Bürgerliche Jung-Karrieristen aller Art etc…)

      Doch das ist selbstverständlich keine „Schuld“ der Kabarettisten. Es ist ist dieses System selbst, dass auch diese Kabarettisten letztlich zu HOFNARREN dieses menschenverachtenden Ausbeutersystems macht, sie dazu herabwürdigt.

  3. rheinlaender schreibt:

    Gut ist, dass die selbst die kapitalistischen Einheitsmedien aktuell GEZWUNGEN sind, die USA/NATO lächerlich zu machen „.. ja früher ist man wenigstens noch gefragt worden, ob man den totalen Krieg will …!.. „..
    Noch besser finde ich, dass der individualistische Ex-Träumer (?) Ken Jebsen sich traut, dieses Video zu veröffentlichen: Als Schlepper vom BRD Grosskapital noch NOBEL als Fluchthelfer gefeiert wurden.

    „Kapitalismus ist Krebs mit Metastasen wie Krieg,Terror, Folter, Regime Changes, Aussaugen anderer Länder“. Meines Erachtens ist es auf jeden Fall antiimperialistisch, und die Beispiele sind echt toll – vor allem authentisch-emotional und TROTZDEM logisch – erklärt.

    • sascha313 schreibt:

      Das kann man auch hier nachlesen: https://www.facebook.com/KenFM.de/posts/10152774579681583 – na, schön. Und was lernen wir daraus? „Wir … unser System“ ist schuld??? Hä, hab ich da was nicht richtig verstanden? KenFM nennt den Kapitalismus „unser System“? Vielleicht sollten wir uns an geeigneter Stelle doch noch einmal (zum wievielten Male nun?) mit den Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus befassen, bis es auch der letzte Heini begriffen hat: Die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht auf dem Privateigentum an den Produktionsmitteln. Wer ist die am meisten ausgebeutete Klasse? Die Arbeiterklasse. Und wann ist sie revolutionär? Wenn sie die Ursachen ihrer Ausbeutung erkannt hat. Und wann kann sie sie erkennen? Wenn sie die Gesetzmäßigkeiten des Kapitalismus verstanden hat. Das ist doch relativ simpel, oder? Es geht also um den Klassenkampf! Letzte Frage: Und warum geschieht da nix dergleichen? Doch es geschieht etwas – z.B.Streiks. Reicht das aus? Nein. Es reicht eben nicht aus! Man muß alle Mittel nutzen…

      • rheinlaender schreibt:

        Seit den 70ern ist mir bewusst, dass die bürgerlichen dritte Welt Spinner in der BRD, arbeiterfeindlich sind.
        1) Die gönnten dem Arbeiter noch nicht mal den billigen Kaffee, Südfrüchte, Kakau oder den Billigurlaub im damaligen „Franco“ Spanien. …
        2) Wo aber kam / kommt der billige Kaffee her ? In der DDR kostete der Kilo viel mehr als eine Monatsmiete, also über 70 Mark. Wieso waren in der BRD die exotischen Produkte wie Südfrüchte so billig, obwohl sich die meisten Menschen im Westen noch nicht mal regelmässig Fleisch leisten konnten ? Viele Wessis hatten damals weder Dusche noch Klo in ihrer armseeligen Behausung und im Winter war kein – trotz Plünderung der Öl-Länder – Geld für Wärme da ?
        3) Dass WIR also die „kleinen Leute“ in den Wessiländern von den den Raubzügen in der dritten Welt profitiert haben ist daher ein Trugschluss. Wer sich im Kapitalismus nichtmal eine vernünftige Wohnung, Teilhabe am kulturellen Leben, wettergemässe Kleidung, medizinische Versorgung leisten kann, hat NICHTS von den Bananen die 69 Cent pro Kilo kosten oder Kaffee für ca. 3-7 Cent pro Tasse .
        Aber die Lüge, dass WIR die dritte Welt ausbeuten, war schon immer für kritische Wessis sehr verführerisch. Man sieht die vielen, verwirrenden Erscheinungen, aber nicht die Wirklichkeit dahinter.
        4) KenFm testet wohl aktuell, wie weit seine Fans bereit sind, antikapitalistische FRAGMENTE zu unterstützen. Gleichzeitig wird aber von einigen seiner Fans ehrlich die Systemfrage gestellt.

      • zu 1) Auch ich gönnen niemanden einen „Urlaub“ in einem faschistischen beherrschten Land. Die Leute sollten lieber in der Sowjetunion, der DDR, Polen und anderen Sozialistischen Ländern Urlaub gemacht haben – gerade den „Rechten“ und „Deutschnationalen“ hätte es gut angestanden, wäre/würde es ihnen tatsächlich um Deutschland gegangen.
        Auch ich gönne niemandem Kakao oder Schokolade, weil ich weiß, dass SKLAVEN, die noch Kinder sind, diesen anbauen und ernten. Warum soll ich jemandem billigen Kaffee gönnen?
        Vor allem in den 1970-er bis 1990-er Jahren haben faschistische Diktaturen den Kaffee billig verkauft, damit sie sich von dem Geld anschließend Waffen kaufen konnten, um die Befreiungsbewegungen zu bekämpfen. Ich handel seit 13 Jahren mit Kaffee und baue ihn auch an.
        Nur ein Beispiel: Die Junta in Nicaragua hatte Anfang der 1980-er die gesamte Kaffeeernte an Herrn Rothfos – damals der größte Rohkaffeehändler auf dem Planeten Erde – aus Hamburg verkauft, der dann hier im Hafen eingelagert wurde. Die Befreiungsbewegung konnte so die Kaffee-Industrie im Land nicht mehr schädigen und die Junta bekam 300 Millionen Dollar in ihre Kassen gespült mit der sie weiter ihre Todesschwadronen übers Land schicken konnten. Heute ist Rothfos wohl in der Neumann Kaffee Gruppe aufgegangen, nachdem er sein Milliarden Privatvermögen bei einem Vorweg-Verkauf verloren hatte. Die Neumann Gruppe hat in Uganda „legal“ über 2.000 Hektar Land enteignet (nennt sich „Pacht“) und baut dort in Monokultur Kaffee an – die Leute, die auf diesem Land vorher lebten, sind schlicht vertreiben worden oder bekommen als Erntehelfer „mehr Geld“ als sie vorher angeblich verdienen konnten. Nahrungsmittel können die freilich nicht mehr für sich anbauen – wovon die riesigen Menschenmassen dort bis heute leben, weil das sich zum Sozialismus entwickelnde Land in den 1970-er vom Britischen Empire (auch wenn es sich nicht mehr so nennt) mit Hilfe ihres Agenten Idi Amin wieder an die Macht putschte und Ugandas Industrie und Handel zerstörte. Auch dabei spielte Kaffee eine wichtige Rolle. Viele wissen es ja nicht. Kaffee ist nach Erdöl das am häufigsten gehandelte Produkt auf der Welt und für viele sich zum Kapitalismus entwickelnde Länder eine wichtige Einnahmequelle (Uganda: 20-30% des Exports).

        zu 2) Es war also richtig, dass in der DDR der Preis für Kaffee so hoch war, denn wenn ein sozialistisches Land fair mit anderen Ländern umgehen will, kann es sich ja wohl nicht ungerecht beim Preis der Produkte, die es aus dem Ausland bezieht verhalten, oder? Im Übrigen kostete Kaffee auch in der BRD bis in die 1950-er viel mehr (bis 250 DM/kg), weil für Kaffee braucht es Devisen, die wollte die BRD als Teil der aufzubauenden Hegemonie der USA schonen.

        zu 3) Selbstverständlich „profitieren“ auch die kleinen Leute kurz- bis mittelfristig von dem weltweiten Betrugs- und Bestechungs-System, das Kapitalismus heißt. Hier findet nur eine räumliche und zeitliche Verlagerung des Konflikts zwischen Arbeit und Kapital statt, der auf tausend Wegen „heim ins Reich“ zu den Verursachern und den Opfern, die Massen nämlich, die blind und ahnungslos in ihre Katastrophe laufen, zurückkommt.
        Wenn der Professor an der Hamburger Uni, der über die Ökonomie von Marx eine Vorlesung hielt, nicht gelogen hat, hatte bereits Marx diese Entwicklung der räumlichen und zeitlichen Verlagerung beschrieben – tja, der Herr Marx hatte eine wirklich umfänglichen Überblick und konnte sogar zwei, drei Jahrhunderte in die Zukunft blicken. Es ist schon erstaunlich, wie präzise und genau seine Analysen waren, die übrigens mehr Eingang in das kapitalistische Denken gefunden haben, um es sich nutzbar zu machen, als im Denken der meisten, die sich für Kommunisten halten und darunter nur (noch?) eine politische Ideologie verstehen. (Habe mir neulich ein Interview mit Frau Wagenknecht von der LINKEN für ein paar Minuten angehört … ich war erschüttert: irreligiöses Geschnatter, nicht zum Aushalten! Mann könnte heulen, wie Jesus über die Juden auf dem Weg nach Jerusalem.😉 )

  4. Pingback: Bernd Köllinger: Das Volk tanzt … (Oder: Was man über die Gesellschaft wissen sollte.) | Sascha's Welt

  5. „Die Konsequenzen zieht der Zuschauer …“

    Er wird keine Konsequenzen ziehen, denn er kann es nicht. Ein Kastrat kann schön singen, aber er ist zeugungsunfähig wie jeder andere Eunuch auch:

    „Die Wenigen, die das System verstehen, werden so sehr an seinen Profiten interessiert oder so abhängig sein von der Gunst des Systems, daß aus deren Reihen nie eine Opposition hervorgehen wird. Die große Masse der Leute aber, mental unfähig zu begreifen, wird seine Last ohne Murren tragen, vielleicht sogar ohne zu mutmaßen, daß das System ihren Interessen feindlich ist.“ Rothschild, 1863.

    Und warum die Masse der Leute „mental unfähig zu begreifen“ ist, hat ja Karl Marx im „Opium fürs Volk“-„Gleichnis“ hinlänglich genug bekannt gemacht.

    Ich bezweifle sowohl aufgrund eigener Erfahrungen als auch aufgrund der Beobachtung von vielen Lebensläufen mir bekannter Menschen, dass „es der eigenen Not und des eignen Elends bedarf, das schließlich dazu führt, dass die Menschen den Konflikt (mit den Produktionsverhältnissen), dem sie sich bewußt werden (oder sind), auch ausfechten.“

    Ich meine, die Illusion von Freiheit und Abenteuer, Kaffeebohnen und Bananen und diese unbegreifliche Haltung, diese Borniertheit der Deutschen, wie Marx es bezeichnete: „mein/unser Eigentum, was die Partei uns weggenommen (gestohlen) hat“ – und schon war die ganze gute DDR dahin – und die war immerhin ein sozialistischer Staat und nicht nur ein Verwaltungsbehörde, wie die BRD eine ist.

  6. Harry 56 schreibt:

    Alle kapitalistischen Länder, ob große oder kleine, bedeutende oder unbedeutende, mächtige oder schwache, Führungsnationen á la USA oder bloße Komplizen bzw. Vasallen á la BRD, CH, DK, NL GB, Fr, Schweden Norwegen, doch ebenso Länder wie Brasilien, Kenia, Ghana, Japan, Russland, China, Indien etc….., etc….., sind eingerichtet, organisiert zum Wohle der jeweiligen besitzenden herrschenden Klassen und ihrere maßgeblichen Staatspersonals, also eines gewissen relativ kleinen prozentualen Bevölkerungsanteils der Reichen, Mächtigen und ihres ihnen immer sehr nahe stehenden Anhangs aller Wohlhabenden, Gutsituierten, aller wirklichen oder manchmal auch bloß eingebildeten „Gutgeher“

    Die herrschen Eliten und deren unmittelbarer Anhang aller dieser Länder sind die tatsächlichen Macher und Profiteure dieses in Wahrheit weltumspannenden kapitalistischen WELTSYSTEMS.
    In aller erster Linien IHNEN dienen alle weltweiten Ausbeutereinen, Verbrechen, angezettelten Kriege und Bürgerkriege, weltweit organisierten Flüchtlingsströme, weltweiter „Migranten“ – Zirkus, Massenaus- und Masseneinwanderung über alle Meere und Grenzen hinweg,
    Die durch dieses weltweite EINHEITLICHE(!) kapitalistische Ausbeiutersystem dabei jährlich weltweit anfallenden Leichenberge dienen daher zu allererst DEREN Macht und Wohlergehen, sind die notwendigen „Nebenkosten“ der weltweiten Herrschaft jener Eliten und ihres profitierenden Anhangs.

    Die blödsinnigen „Dritte Welt“ Spinner früherer und heutiger Zeiten übersehen immer wieder gerne, wie auch die jeweiligen herrschenden etwas stärker pigmentierten Eliten aller dieser Dritte Welt – oder auch BRICS-Staaten in dieses weltweite System allgemeiner Ausbeutung des Menschen durch den Menschen voll miteingebunden sind, davon ebenso profitieren wie jene der weniger pigmentierten, also“weißen“ Eliten in Europa und Nordamerika.
    Weltweite kapitalistische Ausbeutung vollzieht sich jeneseits aller nationalen oder gar rassischen Schranken, sie ist seit dem Entstehen eines einheitlichen kapitalistischen Weltmarktes seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts universell.

    Der so genannte Westen, also die führenden USA und ihre europäischen Mitmacher und Vasallen einerseits, andererseits die BRICS-Staaten sowie die ganze übrige Driite Welt sind daher nur als innerkapitalistische Gegensätze anzusehen, bei denen letztlich immer gerungen wird um die „gerechte“ Verteilung der weltweit generierten Profite.
    Alle Eliten jener von mir oben nur ganz wahlweise angeführten Staaten (selbst innerhalb etwa der EU ! ) zanken und streiten um dieses heiligste Gut des Kapitalismus, damit verbunden ganz selbstverständlich und logisch auch um weltweite Macht und Einffluß, bis hin zu militärischer Stärke, bis hin auch zu einem eventuellen Einsatz dieser militärischen Macht durch die stärksten Mächte dieser kapitalistischen Einheitswelt bei möglichen Erfolgsaussichten, permanent durch die USA/NATO, aber hin und wieder auch Russland und China….

    Es sollte daher jeden vernünftigen Menschen endlich klar sein, wer wen wie mit welchen Mitteln zu welchen Zwecken wirklich unterdrückt und ausbeutet, wozu weltweiter „freier Handel“ kombiniert mit weltweiter kapitalistischer Lohnarbeit fürhren.

    Allen hier noch ein schönes und besinnliches Wochenende!

    • Wenn ein Mensch im ZOO DEUTSCH in irgendeinem Käfig einer Großstadt hockt, kann wirklich der Eindruck entstehen, dass alles nur noch Teilmengen des Kapitalismus sind. Aber so ist die Welt nicht. Der Papst und das Christentum träumen zwar von dieser Verwirklichung, aber dazu wird es letztlich niemals kommen. Die Welt, ihre Kulturen, Religionen, was Marx, Engels, Lenin und Stalin den Menschen geschenkt haben, aber vor allem der Mensch selbst – dieses „geheimnisvolle Wesen“, das „keine wahre Wirklichkeit besitzt“ [1], wird auch dieses nun mehr fast diktatorische herrschende System überwinden. Die „phantastische Verwirklichung des Menschen“ [1] kann nicht gelingen, weil der Mensch zwar ein materielles, jedoch lebendiges biologisches Lebewesen ist, welches aufgrund seines Gehirns in die Lage versetzt ist, sowohl sich „selbst -reflektierend“ als auch seine Umwelt wahrzunehmen und somit zu erkennen, „wer“ und „was“ er ist, obwohl er ja nur ein Plappernder Affe ist, der manchmal singen und tanzen und sehr selten denken kann.

      Vereinfacht hast du sicherlich mit deiner Sicht recht, Harry 56, aber die Welt ist viel unübersichtlicher, weil komplexer, als sie einem scheinen mag, dennoch ist sie nicht so „absolut“, wie du sie in deinem Kommentar darstellst, weil es sich bei all dem immer noch um von Menschen erdachte Kunst-Systeme handelt, mit denen er versucht, sein Überleben in einem ihm nicht „wohlgesonnen“ Natur und Umwelt, zu sichern. Jedes bisherige System, dass vom Wesen her, diesem Grundsatz — ja geradezu eine biologische Konstante — nicht mehr folgt, ist letztlich gescheitert.

      DESHALB MUSS auch der Kapitalismus untergehen. Und das wird er, mit oder ohne unser Zutun. Ohne uns, ohne unseren Kampf gegen ihn, dauert es selbstverständlich länger. Wir mögen als einzelne Menschen scheinbar nur ganz wenig „ausrichten“, umsetzen und erreichen, „TROTZ ALLEDEM und ALLEDEM, TROTZ REGEN; SCHNEE und ALLEDEM“ verkürzen wir aber die Zeitspanne, die dieses unheimliche, abscheuliche und perverse „Imperium“ des Kapitalismus seine Gewalt über die Menschen ausübt und „des Menschen Fleisch und des Menschen Blut dem Mammon und seine Kinder dem Moloch opfert“, um es mal in einer „alttestamentlichen“ Metapher zu umschreiben.

      [1] Marx‘ Religionskritik
      Kurzzusammenfassung: http://de.wikipedia.org/wiki/Opium_des_Volkes

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s