Der Herr Professor Furr – und ein paar Nach(t)gedanken

Grover Furr

Grover Furr

Professor Grover Furr: „Chruschtschows Lügen“. Ein bürgerlicher Historiker hält irgendwo einen Vortrag über die sowjetische Geschichte. Was kann dabei herauskommen, und was geht uns das an? Um es kurz zu machen: Nicht allzuviel Neues! Jedoch sei bemerkt, daß seine Beobachtungen und Feststellungen durchaus zutreffend sind. Es ist also die Bestätigung dessen, was wir ohnehin schon wußten. Und es erweist sich, daß auch bürgerliche Historiker, wenn sie ernstgenommen werden wollen, den historischen Tatsachen nicht aus dem Weg gehen können. Überraschende Neuigkeiten waren von Grover Furr also nicht zu erwarten. Dennoch: Furr gab einen erneuten Anstoß bei der Suche nach der Wahrheit…

Die großangekündigte Veranstaltung des Herrn Professor Furr in Berlin war besucht von nur etwa 60 zumeist älteren Leuten. Für einige, die sich schon immer für Kommunisten gehalten hatten, die Stalin aber für einen Massenmörder hielten, muß es wohl ein „Schock“ gewesen sein, wenn damit ihr bisheriges Weltbild zusammenbrach, welches auf den Chruschtschowschen Lügen der sogenannten „Geheimrede“ zum XX.Parteitag der KPdSU von 1956 beruhte. Der Schock wird allerdings nicht allzu tief gesessen haben. Denn wenn ein Losurdo das Vorwort zu Furrs Buch schreibt, braucht man wohl auch von Furr selbst nicht allzuviel Marxistisches zu erwarten.

Furr ist und bleibt ein bürgerlicher Historiker. Fragt man ihn nach Kurt Gossweilers berühmten Buch „Die Taubenfußchronik“, der bisher unbestritten gründlichsten, marxistischen Darstellung über die Ursachen des Untergangs des Sozialismus, so erklärt er, daß er es zwar besitze, aber „aus Zeitgründen“ (!) bisher noch nicht gelesen habe. Das sagt eigentlich schon alles!

Am 28. März 1958 schrieb Kurt Gossweiler in sein Tagebuch:

Zitat: „Neues Deutschland. Chruschtschow-Interview mit Vertretern des ‚Figaro‘ am 19.3. Ein typisches Chruschtschow-Interview: Drei Viertel völlig in Ordnung. Das letzte Viertel – schlecht verhüllte konterrevolutionäre Konterbande: Im Zusammenhang mit der Frage der Möglichkeit des Aufbaus des Kommunismus in der SU angesichts der kapitalistischen Umwelt erklärt Chruschtschow, ´daß heutzutage der Begriff kapitalistische Umwelt einer ernsten Präzisierung bedarf. Heute weiß man nicht, wer wen umgibt. – Mit der Entstehung des sozialistischen Wertsystems habe sich die Lage der Welt völlig verändert. Deshalb könne heute von einer kapitalistischen Umwelt im einstigen Sinne des Wortes keine Rede mehr sein.“ So! Dann ist es natürlich auch nicht mehr nötig, beim Übergang zum Kommunismus den Staat zu stärken, sondern dann kann man ihn langsam sterben lassen! Das ist keine Unterstellung, sondern das hat Chruschtschow in anderen Interviews bereits unumwunden ausgesprochen. (Es herrscht überhaupt ein merkwürdiges Interesse bei den Tintenkulis der Imperialisten für die marxistische Staatstheorie, besonders für den Zeitpunkt, in dem endlich der Sowjetstaat abzusterben beginnt!) Man müßte meinen, daß jeder Marxist, der so etwas liest, keine weitere Aufklärung mehr darüber braucht, mit wem er es in Person Chruschtschow zu tun hat! Man muß allerdings zugeben, daß es einen nicht leicht gemacht wird, sich zurechtzufinden. (Kurt Gossweiler: Taubenfußchronik, Bd.II, S.75. Hervorhebung von mir N.G.)

Wohlgemerkt: Das notierte Kurt Gossweiler bereits im März 1958 !!! Und Grover Furr ist überfordert, solches zu studieren??? Und weiter schrieb Kurt Gossweiler:

Zitat: Nach dem XX. Parteitag und Chruschtschows Verleumdungsrede gegen Stalin gab es Genossen, die sagten: Wie stark muß der Sozialismus sein, um dennoch gesiegt zu haben, um einen Stalin aushalten zu können! – Jetzt kann man, diesmal aber mit voller Berechtigung, sagen: Wie stark muß der Sozialismus, müssen die kommunistischen Parteien, sein, um einem solchen koordinierten Angriff der Imperialisten und ihrer Agenturen standzuhalten, um mit Chruschtschow-Mikojan auf solche Manier fertigzuwerden! (ebd. S.25-27. Hervorh.N.G.)

Im Januar 1959 notierte Kurt Gossweiler:

Zitat: Wahrhaftig, Stalin hat schwere Fehler begangen: er hat versäumt, diesen Kerl 1937 nach seiner Rückkehr aus den USA erschießen zu lassen! (ebd. S. 215. Hervorh. N.G.)

Und so weiter und so fort müßte man Gewußtes, Bekanntes und auch PUBLIZIERTES von damals anführen, man müßte Fragen stellen, ableiten, überprüfen. Doch Furr, der Wissenschaftler, interessiert sich nicht dafür, was in der DDR gesehen, gedacht und gemacht wurde. Er schreibt sein Buch vorwiegend so, als sei dies alles erst heute und durch ihn („nach der Öffnung der Archive“) zu Tage gefördert worden. Mitnichten!

Sozialökonomische Fragen, die ja das wichtigste sind, wenn man die Geschichte überhaupt verstehen will, weil sie deren materielle Basis sind, berührt er gar nicht. Und ohne Kenntnis dessen kann eigentlich nichts Seriöses dabei herauskommen. Ein paar Sensationen vielleicht, und die lassen sich recht gut verkaufen! Das mag vielleicht für den westlichen Leser, der von Marx und Lenin nicht allzuviel weiß, und der von der Sowjetunion und Stalin bisher nichts anderes gehört hat, als die weitverbreiteten bürgerlichen Lügen, recht interessant sein. Für einen Marxisten jedoch nicht.

Es bleibt fragmentarisch und wird sogar höchst fragwürdig, sobald sich Furr auf Aussagen anderer (bürgerlicher) Historienschreiber stützt und auf irgendwelche russischen „Quellen“ – von denen wir ja wissen, daß es auch dort jede Menge „Romanschriftsteller“ gibt, die sich ihren Unsinn, den sie über Stalin schreiben, allemal recht gut bezahlen lassen. Doch so weit, so gut.


Viel wichtiger ist (und das hat nun mit Grover Furr nichts mehr zu tun): Wer wird künftig für eine Veränderung in der Gesellschaft sorgen? Und was wird der Auslöser dafür sein?

  1. Die Arbeiterklasse ist die soziale Hauptkraft der gegenwärtigen Epoche. Sie hat sich historisch herausgebildet in der ursprünglichen Akkumulation des Kapitals. Ökonomisch ist sie gekennzeichnet als eine Klasse von Lohnarbeitern, die kein Eigentum an Produktionsmitteln hat und daher gezwungen ist, die Mittel zum Leben dadurch zu erwerben, daß sie ihre Arbeitskraft an die Kapitalistenklasse verkauft, daß sie für diese Klasse die Existenzmittel und den Reichtum schafft und so, unabhängig von der Höhe ihres Lohnes, ausgebeutet wird. Der unversöhnliche Interessengegensatz zwischen Arbeiterklasse und Kapitalistenklasse ist seit der Entstehung des Kapitalismus die Grundlage des Klassenkampfes. Er bestimmt den Inhalt und die Perspektive dieses Kampfes, und dieser Kampf führt letztlich gesetzmäßig zur Diktatur des Proletariats. Daran hat sich bis heute nichts geändert.
  2. Durch die rasante Entwicklung der Produktionsmittel hat sich allerdings in den letzten zwanzig Jahren das Verhältnis der Arbeiter zu den Produktionsmitteln enorm verändert. Kommt hinzu, daß Ausbeutung oft nicht mehr als solche empfunden wird, und daß über Generationen hinweg keine Erfahrungen mehr mit dem Sozialismus vorhanden sind. Ideologisch ist die Arbeiterklasse stark deformiert. Das Trugbild einer angeblichen „Freiheit“ („Meinungsfreiheit“) und „Demokratie“ bestimmt in der heutigen Gesellschaft das Denken. Vor allem bei Leuten unter 40. Das „Hineintragen“ der Erkenntnisse des Marxismus-Leninismus ist also unvergleichlich schwieriger geworden. Doch die Arbeiterklasse kann ihre Eigenschaften nur dann voll zur Geltung bringen, wenn sie sich ihrer Lage und ihrer historischen Rolle voll bewußt ist und aus einer Masse in eine „Klasse für sich selbst“ geworden ist. [Siehe:  Karl Marx „Das Elend der Philospohie“. MEW, Bd.4, S.181.]
  3. Die Ursachen für den Verrat der Ideen von Marx bis zu Stalin (und da hat Furr den Hut ein wenig gelüftet) sind zwar zunächst im individuellen Verhalten einiger „Abweichler vom Marxismus“ zu suchen, sie liegen jedoch tiefer. Der Verrat wurde erst möglich aufgrund einer schwächeren (d.h. geschwächten) Arbeiterklasse, die – zumindest im Westen – an der Abschaffung kapitalistischer Ausbeutungsverhältnisse gar nicht mehr so sehr interessiert zu sein scheint, und die in den ehemals sozialistischen Ländern die gewaltigen Errungenschaften des Sozialismus für allzu selbstverständlich genommen hatte.
  4. Die Armut oder der Druck der Ausbeutung als Auslöser für eine Veränderung ist an sich ja noch nichts Revolutionäres. Als ideologische Grundlage für eine Neugestaltung der Gesellschaft sind sie jedenfalls ungeeignet. Die einzige Grundlage kann nur eine wissenschaftliche Weltanschauung sein, die eine Veränderung der Eigentumsverhältnisse in der Gesellschaft zum Ziel hat, welche die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen unmöglich macht. Das heißt: Volkseigentum an den Produktionsmitteln und absolute Herrschaft der arbeitenden Klasse – solange das nicht Bestandteil weltverändernden Denkens ist, braucht man über den möglichen Erfolg einer Revolution gar nicht erst nachzudenken. Der Versuch wird, wenn das nicht geklärt ist, und solange die Volksmassen orientierungslos und führerlos sind, in den Kinderschuhen steckenbleiben.

Wenn also Professor Furr ein wenig dazu beigetragen hat, daß von der breiten antikommunistischen Front (die ja bis in die Reihen der Linken hineinreicht) wieder mal etwas abbröckelt, so ist das schon viel. Die entscheidende Frage ist: Was ist unter den heutigen Bedingungen die materielle Basis für einen revolutionären Prozeß? Es wird uns also nichts anderes übrigbleiben, als herauszufinden, wie aus diesem Mischmasch der protestierenden Volksmassen, die mit dem Kapitalismus nicht einverstanden sind, wieder eine revolutionäre Klasse wird. Der Weg zum Sozialismus ist die einzige Alternative. Einen „besseren“ Kapitalismus braucht man jedenfalls nicht in Erwägung zu ziehen.


Was aber die Lügen Chruschtschows anbelangt, so sei hier empfohlen:

Gossweiler1  Gossweiler2

Zitat: „Wahrhaftig, Stalin hat schwere Fehler begangen: er hat versäumt, diesen Kerl (also diesen Chruschtschow! N.G.) 1937 nach seiner Rückkehr aus den USA erschießen zu lassen!“ (Kurt Gossweiler)

(Danke an V. für die Zuarbeit!)

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Geschichte der UdSSR, J.W.Stalin veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

9 Antworten zu Der Herr Professor Furr – und ein paar Nach(t)gedanken

  1. sascha313 schreibt:

    Harry56 schrieb: Ja, ja , ja, um diesen Chrustschow zu entlarven, braucht man gerade solche beinahe schon hollywoodgemäßen “Dokus” als “Beweis”, ich möchte beinahe schon lachen.

    Antwort: Danke, Harry, für Deinen Kommentar! Wer mal was von Gossweiler gelesen hat, der weiß über diese Geschichte natürlich Bescheid. Doch es gibt ’ne Menge Leute, die haben nur mal was von Conquest gehört und wissen weiter nichts, als das was die Medien täglich verbreiten. Man sollte also auch für diejenigen ein gewisses Verständnis haben, denen durch Furr nun endlich mal ein „Licht“ aufgegangen ist. Daß Stalin nämlich eine der bedeutendsten Persönlichkeiten (wenn nicht sogar die bedeutendste seiner Zeit!) gewesen ist. Und damit haben wir noch nicht mal über den Sozialismus gesprochen! Wenn er wenigstens das erreicht hat, dann ist Furr zu danken. Revisionistisch ist das, was Furr da schreibt, nun zwar nicht, aber „wissenschaftlich“ ist es wiederum auch noch nicht (es fehlt die Ökonomie).

  2. Als ich den Kommentar von Harry 56 las „warum die UdSSR scheiterte“ [1], dachte ich spontan: Tja, der Stalin war halt auch nur ein Mensch und zu milde: er hätte halt den Chruschtschow beizeiten als Hochverräter aburteilen und hinrichten lassen müssen.

    „Wahrhaftig, Stalin hat schwere Fehler begangen: er hat versäumt, diesen Kerl 1937 nach seiner Rückkehr aus den USA erschießen zu lassen!“ … der Stalin dann aus Dank dafür ermordet hat.

    [1] https://sascha313.wordpress.com/2015/05/29/grover-furr-chruschtschows-lugen-uber-stalin/comment-page-1/#comment-2505

  3. sascha313 schreibt:

    …außerdem hatte Chruschtschow dann auch während des Krieges schwere Schuld auf sich geladen, die allein schon gereicht hätte, ihn zu verurteilen. Doch 1. ließ Chruschtschow massenhaft Beweise vernichten und 2. gab es zu dieser Zeit vieles, was dringender war, da der Feind bis an die Wolga vorgedrungen war…

    • tommmm schreibt:

      Kannst du über die Schuld von Chruschtschow etwas mehr schreiben?

      Außerdem suche ich noch eine Biografie von Stalin. Hast du da eine Empfehlung?

      • sascha313 schreibt:

        Hallo tommmm, zu Stalin gibt es unterschiedliche (eine fast unüberschaubare Anzahl von) Biografien, zeitgenössische und heutige, ehrliche und verleumderische. Die zuletzt genannten lassen wir mal außer acht – ich würde dazu auch Losurdo zählen. Doch die meisten sind auf Russisch. Antiquarisch gibt es sicher noch K.J.Woroschilow „Stalin und die Rote Armee“ (1953), G.F.Alexandrow et al. „J.Stalin. Kurze Lebensbeschreibung“ (1947), dann neuere Juri Jemeljanow „Stalin“ (2Bd./russ., 2006) und Lew Balajan „Stalin“ (russ., 2011), und natürlich Ludo Martens „Stalin anders betrachtet (dt., 1998) – zu Chruschtschows Verrat später mehr, da gibt es m.W. noch keine Übersetzungen.

      • tommmm schreibt:

        Hallo Sascha,
        vielen Dank für deine Tipps. Ich habe mir folgendes Buch besorgt:
        K.J.Woroschilow “Stalin und die Rote Armee” und es mit Spannung gelesen….es war auch ganz interessant, aber es war auch richtig schwülstig, schade eigentlich (Wie kann man gefühlte 100 mal „der große Stalin“ schreiben….vor allem zu einer Zeit, in der Stalin noch gelebt hat.) …aber gut, mein Wissensdurst ist noch nicht gestillt, also werde ich weiter suchen

      • sascha313 schreibt:

        Klar, tommmm, Du hast völlig recht. Diese Schmeichelei ist unangenehm (auch Stalin mochte Schmeichler nicht). Was aber immer wieder lesenswert ist, das sind:
        „Geschichte der Kommunistischen Partei der Sowjetunion“ (SWA-Verlag Berlin, 1949) und
        G.F. Alexandrow (et al.) „J.W. Stalin – Kurze Lebensbeschreibung“ (Dietz Verlag Berlin, 1951).
        Das erstgenannte („Geschichte…“) ist 2004 auf Russisch neu aufgelegt worden „История Всесоюзной Коммунистической Партии (б)“ – allerdings mit einem ekligen, verlogenen Nachwort von dem russischen Geschichtsfälscher Roj A. Medwedjew. (Man sollte sich solche Namen mal merken!). Auch das „Lehrbuch Politische Ökonomie “ von 1955 trägt noch die Handschaft Stalins.

      • tommmm schreibt:

        gut, du scheinst ja aus einem endlosen Reservoir an Literatur zu schöpfen. (Du kommst mir vor wie ein Ex-ML Lehrer….)
        Zur Zeit lese ich K.M. „Der achtzehnte Brumaire des Louis Bonaparte“. Ich hätte nicht gedacht, dass es so spannend (Im Sinne von „zum Denken“ anregend) ist. Ich bin jetzt beim 2. mal Lesen, mit Textmarker. Vor 30-35 Jahren ist es keinem meiner Lehrer gelungen, das Interesse für solche Schriften zu wecken. Wahrscheinlich ist man im Schulalter noch nicht reif für solche Gedanken. Es wird zwar immer von Bewußtsein geredet, aber es war wohl noch nicht wirklich da. Ich frage mich daher natürlich oft, wie soll es einem Arbeiter um 1860-1900, bei dem damaligen Bildungsstand gelingen, solche Werke zu lesen und zu verstehen.

        Dannach muß ich dann mal wieder einen Abenteuerroman einfügen, damit ich mal entspanne🙂

  4. Harry 56 schreibt:

    Dass man von bürgerlichen Historikern nur sehr bedingt geschichliches Wissen erwerben kann, ist zumindest vielen von uns hier schon lange bekannt.
    Dennoch ist es nicht schlecht, wenn auch mal ein bürgerlicher Historiker wie Herr Furr mit einigen dieser grotesken Lügen seiner bürgerlichen Kollegen und solchern Revisionisten und Verrätern am Sozialismus wie dieser unsägliche Chrustschow gründlich aufräumt.
    Daran kann man gut erkennen, dass die meisten bürgerlichen Historiker in erster Linie Propagandisten, Ideologen, simple Meinungsmacher des Kapitals sind, also folglich kaum ernst zu nehmen.
    Mir persönlich ist erst seit vielleicht 5 Jahren ganz allmählich aufgegangen, dass die späteren Revisionisten in den einstigen sozialistischen Ländern nicht nur allein die marxistische Gesellschaftstheorie bürgerlich entstellten, sondern auch zunehmend und emsig ein rein bürgerliches Geschichtsbild über alle imperialistischen Kriege und Verbrechen im 20.Jahrhundert verbreiteten.
    Die Parallelen zwischen bürgerlichen und revisionistischen „Historikern“ sind oft verblüffend, sind mir aber leider, wie schon gesagt, erst sehr spät aufgefallen.
    Es hätte uns allen schon früher nachdenklich machen können, wenn etwa Historker der BRD und der DDR fast wortgleich ihren Unfug über Ursachen und Verlauf von etwa WK II, die Rolle Hitlers und seiner Mitgenossen ausposaunten und so fleßig mithalfen, das imperialistische Weltsystem als die wirkliche Ursache aller dieser Kriege und Verbrechen zu kaschieren.
    Und sollte es für jeden wirklichen und ernsthaften Kommunisten auch keine ernst zu nehmende Frage mehr sein, ob der Genosse Stalin nach rein bürgerlicher Lesart ein „Massenmörder“ oder sonstiges „Ungeheuer“ gewesen sein soll.
    Auch er war nur ein Mensch wie wir alle, doch ein beinharter und konsequenter Bolschewik, in der sozialistischen Sache selbst eisern, in der Taktik aber oft sehr schmiegsam
    Natürlich gab es im damaligen Sowjetstaat auch gemeine hinterlistige „bauernschlaue“ Karrieristen und Verbrecher, welche sich, verhüllt in ein rotes Mäntelchen, in sowjetische Machtorgane einschleichen und zum eigenen Besten dort auch Verbrechen gegen Unschuldige begehen konnten.
    Nicht wenige von diesen Gaunern (vor denen schon Lenin viele Jahre zuvor heftig warnte! Siehe LW…) wurden schließlich doch enttarnt und ihrer gerechten Strafe zugeführt, einige andere, wie wohl dieser Chrustschow, leider nicht.
    Es ist doch klar, dass viele dieser leider nicht enttarnten Verbrecher nach dem Tode des Genossen Stalin ihm allein alle begangenen Untaten, Fehler und Verbrechen in die Schuhe schoben, ihn zu einem wahren Sündenbock mit wahrhaft biblischen Außmaßen machten.
    Dass dieses Pack von der bürgerlichen Meinungsmache gefeiert und untertützt wurde, sie letzlich Arm in Arm gegen den Sozialismus hetzten und hetzen, sollte niemanden von uns mehr wundern.
    Wir alle sollten uns daher niemals allein schon vom Etikett „Kommunist“ (DKP, MLPD, „Antifas“ etc…) täuschen lassen, sondern sehr genau darauf achten, was und wie solche Leute argumentieren und handeln, mit WEM sie paktieren und gegen WEN sie wirklich ankämpfen.

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