Was verstehen wir unter einer Gemeinschaft? Und was ist eine revolutionäre Partei?

alleDas Zusammenleben in unserer bürgerlichen Gesellschaft ist bei weitem nicht konfliktfrei. Konflikte gibt es in fast allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Sie sind im wesentlichen zurückzuführen auf die Spaltung der Gesellschaft in soziale Klassen und Schichten und die damit verbundenen Interessengegensätze. Zwar gibt es auch in unserer heutigen Gesellschaftsordnung Gemeinsamkeiten, doch haben sie zumeist noch keine politische Bedeutung. Man trifft sich in Vereinen, Klubs und Selbsthilfegruppen. Manchmal läßt auch schon der gemeinsame Besuch von Kultur- und Sportveranstaltungen so etwas wie ein Gemeinsamkeitsgefühl aufkommen. Gesellschaftliche Veränderungen sind davon jedoch nicht zu erwarten. Stark ist das Proletariat (also die Klasse der lohnabhängigen Werktätigen) vor allem durch eine revolutionäre Kampfpartei, durch die wissenschaftliche Theorie und Weltanschauung, den Marxismus-Leninismus, und durch eine einheitliche Gewerkschaft. Wenn es hier Gemeinsamkeiten gibt, sind revolutionäre Veränderungen nicht mehr zu verhindern. Wie kommt es nun zu einer solchen echten Gemeinschaft? Und was verstehen wir unter einer Partei?  Der Philosoph Alfred Kosing schreibt:

Was ist eine Gemeinschaft?
Sie ist eine historisch bestimmte, relativ beständige Form der Vereinigung von Menschen. Jede Gemeinschaft wurzelt in den jeweiligen materiellen gesellschaftlichen Verhältnissen, aus denen sich gemeinsame Interessen, Ziele und Anschauungen ergeben, die ihrerseits ein starkes einigendes Band der Gemeinschaft werden können. Innerhalb der bürgerlichen Philosophie und Soziologie wird die Gemeinschaft als sozialpsychischer oder bloß geistiger, auf jeden Fall von der materiellen Basis des gesellschaftlichen Lebens (Produktion und Klassenstruktur) unabhängiger Tatbestand gefaßt und der Gesellschaft gegenübergestellt.

Was ist der Unterschied von Gesellschaft und Gemeinschaft?
Historisch gesehen waren Gesellschaft und Gemeinschaft ursprünglich, in der Urgesesellschaft, wesentlich identisch. Mit der Entstehung des Privateigentums an den Produktionsmitteln, der damit verbundenen Klassenspaltung der Gesellschaft und der Ausbeutung und Unterdrückung des Menschen durch den Menschen wurde die soziale Gleichheit beseitigt, weshalb in den antogonistischen Klassengesellschaften Gesellschaft und Gemeinschaft auseinanderfallen.

Wie kommen echte Gemeinschaften zustande?
Gemeinschaften entstehen nun primär auf dem Boden der Klassenzugehörigkeit (→ Klasse) der Individuen und haben ausgeprägten Klassencharakter, was nicht ausschließt, daß sich auch über die Klassen hinausgehende Gemeinschaften entwickeln, wenn grundlegende Gemeinsamkeiten der materiellen Lebensbedingungen ihre Basis bilden, wie in der nationalen Gemeinschaft (→ Nation).

Was gibt es für Gemeinschaften?
Natürlich können sich auch auf der Grundlage anderer Gemeinsamkeiten bestimmte Gemeinschaften bilden, wie z.B. religiöse Gemeinschaften, Sportgemeinschaften u.a. Von besonderer Bedeutung sind politische Gemeinschaften, die auf der Grundlage gemeinsamer politischer Interessen und Ziele entstehen, welche ihrerseits in den Existenzbedingungen bestimmter Klassen wurzeln.


Die Gemeinschaft im Sozialismus
Mit der Errichtung der sozialistisehen Gesellschaft bildet sich im Prozeß ihrer weiteren Gestaltung zur entwickelten sozialistischen Gesellschaft und ihres allmählichen Übergangs in die kommunistische die Einheit von Gesellschaft und Gemeinschaft auf historisch höherer Stufe heraus: die bewußte Vereinigung sozialistischer Persönlichkeiten der sozial gleichberechtigten Mitglieder der sozialistischen Gesellschaft, die unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistiscb-leninistischen Partei ihren gesellschaftlichen Lebensprozeß gemeinsam gestalten.

Dieser Prozeß hat seine objektive Grundlage darin, daß es durch das gesellschaftliche Eigentum an den Produktionsmitteln, die Beseitigung der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen und die Aufhebung des Klassenantagonismus möglich und notwendig ist, die Einheit der gesellschaftlichen Interessen aller werktätigen Klassen und Schichten herzustellen. Er ist durch die Annäherung aller Klassen und Schichten auf der Grundlage der Weltanschauung der Arbeiterklasse, durch die Herausbildung der politisch-moralischen Einheit des Volkes unter Führung der Arbeiterklasse und ihrer marxistisch-leninistischen Partei charakterisiert und findet in der kommunistischen Gesellschaft mit der Aufhebung der Klassen seinen Abschluß.

Der Sozialismus bringt darüber hinaus noch umfassendere Formen der Gemeinschaft hervor, wie den freiwilligen Zusammenschluß der Nationen, Völkerschaften und nationalen Gruppen der Sowjetunion zum Sowjetvolk oder den Zusammenschluß sozialistischer Nationen in der sozialistischen Staatengemeinschaft.

Quelle:
Alfred Kosing: Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, Dietz Verlag Berlin, 1985, S.197.


Eine besonderer Typ der Gemeinschaft ist die kommunistische Partei. Was verstehen wir unter einer Partei und welche Rolle spielen hierbei die Kommunisten? In einem Brief an Gerson Trier in Kopenhagen schrieb Friedrich Engels:
Engels an Trier Bd37 S155
Quelle: Engels an Gerson Trier in Kopenhagen (Entwurf) am 18.Dezember 1889. In. Marx/Engels Werke, Bd.37, S.155.

DOWNLOAD: DIE 12 STALINSCHEN BEDINGUNGEN

Siehe auch:
Lenin: Die Vertreibung der charakterlosen Scheißkerle und die Erneuerung der Partei
Matern/Stalin: Bedingungen für eine neue revolutionäre Partei

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