Geschichte und Gegenwart: Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes

091Am 8. Mai 2015 jährte sich zum 70. Male der Tag der Befreiung der Menschheit von den Schrecken des Faschismus – der Sieg der Sowjetunion und das Ende des 2. Weltkriegs: Ruinen, Schutt und Asche, zerstörte Städte, verwüstete Landschaften, eine desorganisierte und gelähmte Wirtschaft, Millionen und Abermillionen Tote. Millionen wurden in tiefste Not und größtes Elend gestoßen. Aus dieser unseligen deutschen Vergangenheit wurden, wie es scheint in der BRD, kaum Lehren gezogen. Die Bundeswehr ist erneut fern der Heimat zu Kriegseinsätzen bereit. Deutsche Waffen und deutsches Geld so heißt es morden mit in aller Welt…

Und der deutsche Kleinbürger ist entsetzt. Er schreibt Petitionen und Aufrufe, sammelt Unterschriften und glaubt immer noch, man könne auf rein parlamentarischem Weg die Kriegstreiber zum „Umdenken“ zwingen. Ein ukrainischer Faschist drückte sich dagegen sehr deutlich aus. Er sagte:  „Unsere Lehrer in der Demokratie sind heute die Amerikaner. … wenn uns Territorien weggenommen wurden und wir sie nicht zurückerobern können, müssen sie unbewohnbar gemacht werden. Wenn sie nicht uns gehören, dann bekommt sie auch niemand.“ – Genau das ist Faschismus! Und wie sagte  doch Stalin: „Was wollen Sie mit den Faschisten machen? Mit ihnen diskutieren? Sie zu überzeugen versuchen? Aber damit erreichen Sie bei ihnen nicht das Geringste.“

Wer trägt die Schuld an dieser Katastrophe?

In einem Aufruf des ZK der KPD vom 11.Juni 1945 heißt es:
Kriegsschuld

Wie kam es zum Faschismus?

Als die herrschenden Kreise der bürgerlich-parlamentarischen Staatsordnung in Deutschland keine ausreichende Gewähr mehr sahen, die revolutionären Kräfte niederzuhalten und ihnen ihr Streben nach Maximalprofit und nach Machtausdehnung gefährdet erschien, begannen sie, eine faschistische Diktatur zu errichten. Die monopolistischen Rüstungsindustriellen, die Großindustrie und die reaktionären, feudalen Großgrundbesitzer, die Hitler 1933 an die Macht gebracht hatten, sorgten nun auch im Inneren des Landes dafür, daß sich die Naziideologie ungehindert ausbreiten konnte und das deutsche Volk auf den totalen Krieg vorbreitet wurde.

Kriegsvorbereitungen in Deutschland nach 1933

a) militärisch: Nach 1933 begann die fieberhafte Aufrüstung. 90 Mrd. Reichsmark wurden bis 1939 für die Rüstung ausgegeben, Wehrmacht, Reichsarbeitsdienst und militaristische Jugenderziehung erfaßten alle Bereiche des täglichen Lebens. Eine Mitgliedschaft in der Hitlerjugend, im Bund Deutscher Mädchen oder in anderen Wehrorganisationen war für Jugendliche kaum zu umgehen. Am 16. März 1935 wurde die allgemeine Wehrpflicht wieder eingeführt.

b) wirtschaftlich: Mit der Machtübernahme durch Hitler wurde die gesamte Wirtschaft auf den totalen Krieg umgestellt. Es wurde die Arbeitsdienstpflicht eingeführt, die Betriebe wurden auf Rüstungsproduktion umgestellt und die Lebenshaltung des Volkes wurde eingeschränkt: „Kanonen statt Butter!“

Import kriegswichtiger Stoffe (monatlich):
1932: 115 Mio. RM
1936: 155 Mio. RM

Buttereinfuhr (monatlich):
1929: 136.000 Tonnen
1936: 75.000 Tonnen

c) politisch: In der Öffentlichkeit sprachen Hitler und andere Vertreter des Naziregimes von der „Ankurbelung der Wirtschaft“ und „Überwindung der Arbeitslosigkeit“, vom „aufrichtigen Friedenswillen“ der Regierung. Das blieb nicht wirkungslos, da die große Masse des Volkes noch unter den Folgen der Weltwirtschaftskrise zu leiden hatte. Presse, Rundfunk, Film und Theater wurden gleichgeschaltet, durch sog. „Notverordnungen“ wurde der staatliche Terror legalisiert, und es begann eine wilde Verfolgung der Juden. Alle nichtfaschistischen Organisationen wurden ausgeschaltet, fortschrittliche Gedanken sollten „ausgemerzt“ werden, und es wurde damit begonnen, insbesondere die Jugend auf den Krieg vorzubereiten. Stalin schilderte auf dem 18. Parteitag der KPdSU die Verwerflichkeit einer solchen Politik.
Stalin1939

d) ideologisch: Hitler hatte verkündet, er werde den „ewigen Germanenzug nach dem Süden und Westen Europas“ stoppen und den Blick „nach dem Land im Osten“ richten. Er strebte die Eroberung der Sowjetunion an. Der Völkische Beobachter schrieb am 18. Oktober 1941: „Selbstredend soll der deutsche Soldat an der Ostsiedlung beteiligt sein. Die wirtschaftlichen Bedingungen für die Ostsiedler werden besonders günstig sein.“

e) diplomatisch: Nach 1933 begann die deutsche Diplomatie systematisch die Vorbereitung der Aggression: Austritt aus dem Völkerbund (1933), Militärbündnis mit Italien und Antikominternpakt Deutschl.-Italien-Japan (1936-37), der „Anschluß“ Österreichs (1938), das Münchner Abkommen Deutschl.-Italien (1938) mit der Zerschlagung und Annexion der Tschechoslowakei, die deutsche Beschwichtigungspolitik im Verbund mit den Westmächten usw.

Im Jahre 1941 begann der Überfall auf die Sowjetunion.

Aufgrund ihrer drückenden Übermacht stieß die deutsche Wehrmacht in weite Teile der Sowjetunion vor. In maßloser Fehleinschätzung verkündete Anfang Oktober der Völkische Beobachter:
VölkBeob
Nach der verheerenden Niederlage der Wehrmacht in Stalingrad rief Goebbels 1943 im Berliner Sportpalast: „Wollt ihr den totalen Krieg?“ und die Massen schrieen: „Ja!“

Die Mitschuld des deutschen Volkes

Diese Mitschuld beginnt nicht erst 1933. Die Deutschen folgten schon im 1. Weltkrieg willig den Kriegstreibern. Begeistert waren die jungen Männer 1914 in den Krieg gezogen. Zu Tausenden fielen sie in Langemark, Verdun und Ypern…

  1. Unterstützung der Nazipolitik: 1932 stimmten 10 Millionen Deutsche völlig freiwillig für die Nazipartei, obwohl das deustche Volk gewarnt wurde: „Hitler bedeutet Krieg!“
  2. Billigung der nazistischen Raubideologie: Obwohl die Nazis nach der Machtübernahme keinen Hehl aus ihren Raubabsichten machten und offen mit den Kriegsvorbereitungen begannen, hat die Mehrheit des deutschen Volkes diese Raubpolitik Hitlers unterstützt.
  3. Bestechung der Volksmassen durch die Nazis: Das Volk ließ sich auf verschiedne Weise von den Nazis bestechen.

a) Arbeitsbeschaffung durch Rüstung und Krieg. Obwohl die Arbeitsbeschaffung („Vierjahrespläne“) offensichtlich der Kriegsvorbereitung diente, waren breite Schichten des Volkes mit dieser Arbeitbeschaffung zufrieden.
b) Siedlungsland in den besetzten Ländern. Den Soldaten wurde Siedlungsland versprochen, sie konnten in den Kasernen bei ihrem Einrücken entsprechende Anträge stellen.
c) Ernährung des deutschen Volkes auf Kosten der unterdrückten Völker. Goebbels erklärte: „Wir kämpfen für einen gutgedeckten Frühstückstisch.“ Göring: „Wenn gehungert werden soll, dann nicht bei uns!“ Das deutsche Volk hat in dem 2.Weltkrieg trotz seiner längeren Dauer weniger gehungert als in den Jahren 1917-18, aber in den von Hitler besetzten Ländern starben täglich unzählige Menschen Hungers.
d) Unterwerfung unter den Terror der Nazis. Das deutsche Volk leistete keinen Widerstand gegen die Gestapo und die SS, die es zur Fortsetzung des längst verlorenen Kriegs zwangen. Die deutschen Soldaten verübten Grausamkeiten „auf Befehl“.

Dennoch:
Kriegsschuld2

Welche Rolle spielten die deutschen Kommunisten?

Die Kommunistische Partei war die einzige Partei, die keinerlei Kompromisse mit den Nazis einging und stets den Kampf gegen Faschismus und Krieg geführt hat. Tausende deutscher Kommunisten wurden von der Gestapo verhaftet, gefoltert und in den Konzentrationslagern der Nazis ermordet. Darunter auch der Vorsitzende der KPD, Ernst Thälmann. Dennoch trifft auch die Kommunisten eine gewisse Mitschuld. In ihrem Aufruf des ZK der KPD vom 11. Juni 1945 erklärte die Kommunistische Partei:
Kriegsschuld3

Im Resüme des 2. Weltkriegs (1939-1945)

Der Krieg forderte 55 Millionen Tote. Mit über 20 Millionen Toten , 1.700 zerstörten Städten, 70.000 verwüsteten Dörfern brachte die UdSSR die größten Opfer. Fast 11 Millionen Menschen wurden in faschistischen Konzentrationslagern ermordet. Die direkten Kriegsausgaben betrugen etwa 935 Milliarden Dollar.


Literatur:
(1) Die Kriegsschuld Deutschlands, Herausg. vom ZK der KPD, o.D.
(2) Verfolgung, Vertreibung, Vernichtung. Dokumente des faschistischen Antisemitismus 1933-1942, Verlag Philipp Reclam jun. Leipzig, 1983.

Vortragsdisposition
Das ist die oben zitierte
Vortragsdisposition des ZK der KPD

Anmerkung:
Wer heute von „Aufarbeitung der Geschichte“ spricht, und glaubt, die Nazi-Kriegsverbrecher den ehemaligen Mitarbeitern des MfS der DDR gleichsetzen zu müssen, der betreibt eine Geschichtsfälschung, die der verlogenen Ideologie der Nazis in keiner Weise nachsteht. Um einen besseren Einblick in die Geschichte zu bekommen, empfiehlt es sich, das Braunbuch „Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik“, erschienen im Staatsverlag der DDR, 1965, zu Rate zu ziehen.

Siehe auch:
22. Juni 1041 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die Sowjetunion
Wofür führte Hitler Krieg?
Sowjetunion: Der Große Vaterländische Krieg
Sie werden es nicht verstehen, diese bürgerliche „Historiker“…

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20 Antworten zu Geschichte und Gegenwart: Die Kriegsschuld Deutschlands und die Mitschuld des deutschen Volkes

  1. Hat dies auf Muss MANN wissen rebloggt und kommentierte:
    … Damals, wie Heute:
    das gleiche Schweigen zu den Verbrechen des Kapitalismus!
    Deutsche Waffen, deutsches Geld
    morden mit in aller Welt…

  2. rheinlaender schreibt:

    Sehr guter Artikel ! in der BRD sind mir folgende Spinner begegnet : Bürgerlich Linksradikale haben NUR die feigen Deutschen angeprangert und an individuellen Heldentum (in Wirklichkeit Leichtsinn) appelliert. Die ganzen BRD kommunistischen Sekten haben nur die bösen Monopole verantwortlich gemacht, um bloß nicht die Massen (wer das bei denen auch immer sein mag) zu verärgern.
    Der kapitalistische Mainstream verbreitet wiederum das Märchen von dem Mann mit dem komischen Oberlippenbart der die Deutschen VERFÜHRT hat. Leider wird der Dreck an Schulen gelehrt. Ohne Kapitalismuskritik. Folgendes SOLL beim Schüler hängenbleiben : Der Faschismus wäre doch ohne den bösen Adolf ganz toll gewesen. Und heute : Es sind wieder die 20 Prozent Bessergestellten, die gegen Arbeitslose und Arme hetzen. Es sind wieder Lumpenproletarier, die Polizeigewalt – real und im Nachmitagsfernsehen – GEIL finden. Diese beiden Schichten vereinen sich heute, wenn es um rassistische Hetze gegen Griechenland und Asylanten geht. Als ob es keine wichtigeren Probleme gibt als die Asylanten oder Griechenland.

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  11. Wer heute von „Aufarbeitung der Geschichte“ spricht, und glaubt, die Nazi-Kriegsverbrecher den ehemaligen Mitarbeitern des MfS der DDR gleichsetzen zu müssen, der betreibt eine Geschichtsfälschung, die der verlogenen Ideologie der Nazis in keiner Weise nachsteht. Um einen besseren Einblick in die Geschichte zu bekommen, empfiehlt es sich, das Braunbuch „Kriegs- und Naziverbrecher in der Bundesrepublik“, erschienen im Staatsverlag der DDR, 1965, zu Rate zu ziehen.

  12. Politnick schreibt:

    Hallo,
    einer Klärung der Schuldfrage sollte stets eine genaue Analyse der Ursachen vorausgehen bzw. mit der Klärung der Schuldfrage verbunden sein. In „Der Irrweg einer Nation“ schreibt Abusch, daß selbst 1932 die NSDAP ein Koloss auf tönernen Füßen gewesen sei, den man hätte leicht vom Sockel stoßen können. Ich teile diese Ansicht nicht, denn meiner Meinung nach sind die Würfel schon viel früher gefallen, spätestens 1924 mit dem Inkrafttreten des Dawesplanes. Sowohl Abusch als auch Gossweiler (http://kurt-gossweiler.de/) schreiben zwar von ausländischen Anleihen, vermeiden es jedoch, den Dawesplan namentlich zu nennen. Gossweiler erwähnt lediglich den Youngplan der erst 1930 inkraftgetreten ist.

    Dabei war gerade die Anleihe des Dawesplan mit dem gleichzeitig auch mächtige Firmen wie GM(Ford, Opel) und Woolworth nach Deutschland kamen der alles entscheidende Faktor beim Schlag gegen Versailles und die Weimarer Republik, die hauptsächlich die Pläne der USA zur Kolonialisierung Europas durchkreuzte und von daher unbedingt beseitigt werden musste. Dieses auf einer soliden finanziellen Grundlage stehendes Machtwerk war also alles Andere als ein Koloss auf tönernen Füßen, das war es vielleicht noch zur Zeit des Kapp Putsches 1920 aber gerade dieser Putsch, den ein Generalstreik beendete, führte ja den Rädelsführern sehr deutlich vor Augen, daß die finanziellen Grundlagen zum Sturz der Weimarer Republik (noch) fehlten und vor Allem für die Zeit danach.

    Und daß die SPD über die gesamte Zeit der Weimarer Republik alle entscheidenden Ämter innehatte, gegen die Arbeiterklasse in Sachsen und Thüringen marschierte und Morde befahl sollte hier auch nicht unerwähnt bleiben. Eine ausführliche Analyse der Entartung dieser Partei und wie sich die letzten im Reichstag Verbliebenen SPD Genossen hinter Hitler gestellt haben, können wir bei A. Abusch nachlesen in o.g. Quellenangabe. Kurt Gossweiler beschreibt sehr ausführlich, mit welcher Taktik Hitler seine Wähler hinters Licht führte.

    Ja, das Deutsche Volk ist mitschuldig am Hitlerismus. Aber das Deutsche Volk ist nicht das Hitlervolk (Stalin) und vor Allem muss es eine Chance haben, seine Schuldigkeit zu erkennen — Genau in diesem Sinne wurde das Potsdamer Abkommen beschlossen:

    Für einen geeinten und souveränen Staat Deutscher Nation — dem die Grundlagen des Faschismus entzogen sind.

    Ansonsten wird sich die traurige Geschichte der Weimarer Republik wiederholen, schrieb Abusch 1950 und heute sehen wir wie recht er damit hatte.

    Freundschaft 😉

    • Hallo Politnick,

      um die “Schuldfrage“ sollte sich ein Sozialist nicht kümmern. Das können wir getrost den Tschandalas und Pfaffen überlassen.

      Schuld ist das Thema und eines der vielen absurden Hirngespinste der kirchlichen Religion — in Wahrheit ein irrsinniger KULT — und ihrer Sekte der Juristen, also den “Philosophen“ des Rechts.

      In Anlehnung an die Einleitung von – Karl Marx: Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie; in: Deutsch-Französische Jahrbücher 1844, S. 71f.:

      “Der Mensch, das ist die Welt des Menschen, Staat, Gesellschaft. Dieser Staat, diese Gesellschaft produzieren sowohl die Schuld-Religion als auch das Schuld-Recht und damit ein verkehrtes Weltbewusstsein, weil sie eine verkehrte Welt sind.“

      Außerdem vermitteln sie ein von Grund auf falsches Menschenbild: Dem Menschen wird ein von Natur aus bösens Sein angedichtet, das allein wegen seiner bloßen Existenz bereits schuldig wäre. Höhepunkt dieses Wahns ist, dass dieses Böse-Sein biologisch durch sexuelle Zeugung und Empfängnis vererbt wird!

      Ein weiterer hochgradiger Schwachsinn ist in diesem Zusammenhang zu erwähnen: nämlich, dass der Mensch von der Sekte der Juristen zum Subjekt ihrer eigenen Rechtsphilosophie gemacht wurde: “Der Mensch wäre eine Person.“ Welcher Mensch aber zur “Person“ erklärt wird, wurde willkürlich durch sogenannte “Richter“ entschieden, so dass sich die Menschheit einfach leicht in Freie und Untertanen, Freie und Sklaven (Leibeigene) einteilen ließ!

      • sascha313 schreibt:

        Was ist Schuld?
        1. Ethik objektives Verhältnis von Handlungssubjekten gegenüber moralischen Instanzen (z.B. Ehepartner, Familie, Betrieb, Gesellschaft) aufgrund der Verletzung moralischer Forderungen; Schuld ist Grundlage berechtigten Schuldbewußtseines und moral. Verurteilung.
        2. Recht gesetzlich als Voraussetzung rechtl. Verantwortlichkeit geforderte sozial negative Einstellung des Rechtsverletzers zu ihm obliegenden Rechtspflichten sowie den Folgen seines dieser Verantwortung widersprechenden Verhaltens. Sie tritt als vorsätzliche Schuld oder fahrlässige Schuld auf.
        (Quelle: BI-Universal-Lexikon 5 Bde., VEB Bibvliographisches Institut Leipzig/DDR, Bd.4, S.452)

      • Die von dir zitierte Definition des Begriffs ‚Schuld‘, ändert jedoch nichts an dem kirchlich-religiösen Hintergrund des Dogmas der Kirche von der Schuld des Menschen.

        Und dieses Dogma ist ja gerade die Grundlage der kirchlich-religiösen SCHULD-Ethik und des SCHULD-Rechts.

        Ethik und Recht — wie wir sie hier zu verstehen meinen — sind “Gedanken“-Paradigmen jedes verkehrten Weltbewusstseins, das alle Religionen und (fast) alle Philosophien produzieren:
        Sie spiegeln also nichts anderes als eine ideologisch-metaphysische Vorstellung von der Wirklichkeit wider.

        Damit werden aber Ethik und Recht als außerhalb des Materialismus existierende “Größen“ vorausgesetzt oder billigend in Kauf genommen! Nun kann es aber überhaupt keine Ethik und kein Recht außerhalb des Menschen geben – es sei denn, daß angenommen wird, dass außerhalb des Materiellen Sein noch irgendeine Gottheit mitgemischt hätte und wir bloß nur noch herauszufinden bräuchten – also entdecken müssen – WAS SICH irgendetwas außerhalb der Materie unter Ethik und Recht vorgestellt haben mag!!!

        Wie hier jeder wissen kann, bin ich seit 1994 viele Jahre in Afrika unterwegs – vor allem halte ich mich dann in Uganda auf.
        Dort “gibt es – uns vielleicht als eine “sonderbar“ anmutende Ethik und ein ebenso “sonderbar“ anmutendes Recht: Beim Stehlen erwischte Menschen laufen Gefahr zu Tode geprügelt oder Gesteinigt zu werden. [Zweimal habe ich das selber erlebt … und “wahrscheinlich“ rette meine Anwesenheit dem Täter (kurzfristig??) das Leben, denn ‚auf der Stelle‘ hörten die beteiligten Menschen auf, den Täter zu töten.]

        Doch auf der anderen Seite wurde Menschen, die anderen Menschen “im Krieg“ — vor allem Frauen — Brüste, Penisse, Nasen, Ohren und Lippen abgeschnitten und die Kinder aus den Schulen entführten, um sie als “Frau“ zu vergewaltigen oder als “Männer“ zum Töten anderer Menschen zu zwingen — in die dortigen Gemeinschaften ***nach einem “Reinigungs-Ritual“*** wieder aufgenommen!!!

        JA! es handelt sich dabei um Menschen, die zwischen acht und 16 Jahren entführt und mißbraucht wurden!!!
        Diese ERLEBNISSE haben mir vor Augen geführt, daß solche Menschen in ihrer Ethik und in ihrem Recht mindestens 1.000 Jahre im Denken jedes “Europäers“ voraus SIND!!!

        Gemäß der Ethik und dem Recht der kirchlichen Religion, WIE ES die o.g Definition beinhaltet, die das Denken der meisten Menschen der “westlichen Welt“ immer noch im Griff hat, HABEN gemäß der o.g. Definition vor allen anderen sowohl Marx, Engels, Lenin und Stalin — damit hunderte von Millionen Menschen, die dem Weg als Sozialisten zum Kommunismus folgten, unter dem Opfer von hunderten von Millionen Menschen, — gegenüber moralischen Instanzen (Gesellschaft, Familie, Betrieb) VERSTOßEN!!!

        Der BEFREITE Mensch jedoch, IST seine eigene Instanz: er macht sich nichts mehr aus Meinungen – diesem irrationalen “Denken“ abhängig – … ein solcher Mensch folgt der menschlichen Intuition:
        Mein Vorteil ist dein Gewinn, Dein Gewinn ist mein Vorteil! !!!
        Ohne DICH kann ich nicht sein, aber ohne uns kannst auch du nicht …“

        Der einzelne Mensch BEDINGT die Menschheit!!!

        Nicht die “Menschheit“, sondern der einzelne Mensch IST auch biologisch und nicht nur in unseren Phantasie-Vorstellungen DER heilige SCHÖPFER des Geistes (Spiritus Sanctus !)

        AUßERHALB unseres BIOLOGISCHEN SEINS kann und gibt es KEINE “übergeordnete“ Macht!!! … und das schreibe ich als Mensch, der ich Jesus BEGEGNET IST.

    • sascha313 schreibt:

      Zitat: „Sowohl Abusch als auch Gossweiler … vermeiden es jedoch, den Dawesplan namentlich zu nennen.“ Stimmt nicht! Mit dem Dawes-Plan begann laut Gossweiler die „Dawesierung“ Deutschlands – und die Etablierung einer atlantischen Kapitalfraktion in diesem Land. Siehe: Gossweiler: Großbanken | Industriemonopole | Staat, S. 281-306.

      • Politnick schreibt:

        Hi Sascha,

        Stimmt, bei beiden ist der Dawesplan nicht gänzlich unerwähnt. Ich jedoch denke, daß sowohl Gossweiler als auch Abusch die entscheidende Rolle dieses teuflischen Planes nicht so sehen wie ich das tu. Genau deswegen ja teile ich deren Meinung nicht, daß die NSDAP 1932 noch ein Koloss auf tönernen Füßen gewesen sei den man leicht hätte stürzen können (Abusch).

        Gossweiler weist zwar hier http://kurt-gossweiler.de/?p=735 auf „..die verheerenden Folgen einer Annahme des Young-Planes für die werktätigen Massen und die mit dem Young-Plan zusammenhängende Offensive des Kapitals hin“, stellt jedoch keine Verbindung zum Dawesplan her, der den Youngplan ja unmittelbar vorausging.

        Es ist ja auch kein Zufall, daß Hitler in demselben Jahr aus der Haft entlassen wurde als der Dawesplan inkraft getreten ist. Der Hitlerputsch ein Jahr vorher (1923) war ein abgekartetes Spiel, dessen Ergebnis schon vorher feststand, so sehe ich das. Also von wegen niedergeschlagen, das war alles nur Show. Man hätte praktisch bereits 1924 Hitler auf den Tron heben können, hat es jedoch nicht getan weil er als Person viel zu unbedeutend war zu dieser Zeit: Der Mythos Hitler musste erst geschaffen werden. Und wie das vonstatten ging beschreibt unser Kurt Gossweiler ja in einer allgemein verständlichen Art und Weise, da sind wir uns einig.

        Freundschaft 😉

      • Ich kann Politnick

        “verstehen“

        ER glaubt, was ihm aufgetischt wurde! — will oder kann sich die Mühe nicht erlauben, – seine – von der Religion GEPRÄGTE Vorstellung – zu hinterfragen!

        MACH Dein Leben EINFACH, Politnick !!!

        DU BIST ein MENSCH — 100% Biologische Natur! —

        Ich setze dazu: DU BIST GUTES SEIN!!!
        das ist meine Religion und Weltanschauung!
        Meine “Religion“, meine Ethik und mein Recht

        Nackt kam ich aus dem Körper meiner Mutter:
        “nackt“ werde ich dieses Dasein auch wieder verlassen!

        Vielleicht GIBT es auch FÜR uns Menschen eine “Art von Metamorpho

        Wer kann mir sonst die Zahlreichen ERLEBTEN “Wunder“
        IN meinem Leben erklären???!!!

  13. Harry 56 schreibt:

    Politnick, wer war dieses, deine Worte: „Ja, das Deutsche Volk ist mitschuldig am Hitlerismus.“, ja denn genau? Und wie sieht es heute mit dieser „Schuld“ des „deutschen Volkes“ angesichts der heutigen Zuständen denn aus? Nun?

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