Die Fälscher der Revolution

RevolutionWas ist eine Revolution? Sie ist eine grundlegende qualitative Umwälzung im Leben der Gesellschaft. Der Begriff soziale Revolution bezeichnet die Beseitigung einer überlebten und die Errichtung einer höheren ökonomischen Gesellschaftsformation und damit verbunden den Übergang der politischen Macht aus den Händen einer reaktionären in die einer progressiven Klasse [1]. Warum wird dieser Begriff „Revolution“ heute so verfälscht? Und wer könnte ein Interesse daran haben? Da behauptet doch zum Beispiel einer der Fälscher, es gäbe vor allem deswegen keine revolutionäre Theorie, da wir gegenwärtig keine revolutionäre Praxis haben. (Fülbert) Also war Marx kein Revolutionär, sondern nur ein Utopist, ein Spinner???

Noch haarsträubender ist die Behauptung, Lenin sei ein Jakobiner gewesen, der Marx nicht verstanden habe, und der über den utopischen Kommunismus eines Blanqui nicht hinausgekommen sei. (Brendel) Wie gesagt: An Verleumdungen und schlitzohrigen Marx-Fälschungen fehlt es nicht. Nur zu dumm, daß alle diese Betrüger sich als „Marxisten“ ausgeben. Man muß Marx, Engels, Lenin und auch Stalin wirklich studiert haben, um einen solchen Dreck zu entkräften. Doch schade um die Zeit! Die Lektüre solcher Fälschungen lohnt sich nicht. Marx lesen ist besser!

Kein Wunder also, wenn in der sogenannten „Rosa-Luxemburg-Stiftung“, die eigentlich besser „Gustav-Noske-Stiftung“ heißen sollte, solche Themen diskutiert werden, wie „Friedliche Revolution – Mauerfall – Deutsche Einheit“, und daß man sich dort mit solchen antikommunistischen Wortprägungen wie „Eiserner Vorhang“ und „Beitrittsgebiet“ ganz im Lichte der bürgerlichen Geschichtsfälschung wiederfindet.

Aber, wie sagte doch Hermann Duncker:

„Da muß man schon in das innere Wesen des Marxismus eingedrungen sein, um Original und Surrogat, Wahrheit und Fälschung sicher unterscheiden zu können. Man kommt also um ein ernsthaftes Studium des Marxismus nicht herum.“ [2]

Sehr deutlich äußert sich ein Lexikon von 1953 zum Begriff „Revolution“ [3]:

Revolution

Wer könnte ein Interesse daran haben, daß der Begriff der Revolution falsch verstanden wird? Natürlich die Bourgeoisie, denn sie will eine revolutionäre Veränderung der gesellschaftlichen Verhältnisse (was zugleich auch zu einem Machtwechsel führt!), mit allen Mitteln verhindern. Stalin sagte:

Manche Genossen glauben, die Bourgeoisie müsse, sobald die revolutionäre Krise da sei, unvermeidlich in eine ausweglose Lage geraten, ihr Ende sei also bereits vorausbestimmt, der Sieg der Revolution sei dadurch bereits gesichert und sie brauchten bloß auf den Sturz der Bourgeoisie zu warten und Siegesresolutionen zu schreiben. Das ist ein schwerer Irrtum.

Der Sieg der Revolution kommt nie von selbst. Man muß ihn vorbereiten und erkämpfen. Ihn vorbereiten und erkämpfen kann aber nur eine starke proletarische revolutionäre Partei. Es gibt Momente, da die Lage revolutionär ist, die Macht der Bourgeoisie bis auf die Grundfesten erschüttert ist, der Sieg der Revolution aber dennoch nicht kommt, da keine revolutionäre Partei des Proletariats vorhanden ist, die genügend Stärke und Autorität besitzt, um die Massen zu führen und die Macht zu erobern. Es wäre unvernünftig zu glauben, daß solche „Fälle“ nicht vorkommen können. [4]

Es gab niemals in der Geschichte eine „friedliche Revolution“, denn soziale Revolutionen sind immer mit einem Machtwechsel verbunden und immer gewaltsam. Der Machtwechsel 1989/90 in der DDR war eine Konterrevolution, und er geschah deshalb so „friedlich“, weil die Arbeiterklasse, die  daraufhin enteignet wurde, dies beinahe widerspruchslos geschehen ließ. Die Arbeiter wurden betrogen, und sie haben den „regime change“ verpennt!

Siehe dazu auch: Revolution und Konterrevolution

Anmerkungen:
[1] vgl. Alfred Kosing: Wörterbuch der marxistisch-leninistischen Philosophie, Dietz verlag Berlin, 1985, S.455.
[2] H. Duncker: Einführung in das Studium des Marxismus. Berlin 1958, Bd.1, S.3-15.
[3] Lexikon von A-Z in einem Band, VEB Bibliographisches Institut Leipzig, 1953, S.836.
[4] J.W. Stalin: Rchenschaftsbericht an den XVII.Parteitag. In: J.W. Stalin, Werke Bd.13, S.266.

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