Die Wahrheit über Griechenland

 „Ich bleibe dabei, die Tätigkeit der ‚Trojka‘ war ein großer Erfolg…“ Dies sagt ein Wirtschaftskrimineller. Weiß er nur nichts von dem Betrug, stellt er sich dumm oder haben alle diejenigen Unrecht, die um ihre Ersparnisse betrogen wurden??? Die Krise hat nicht nur Griechenland erfaßt, sie greift weiter um sich. Doch nicht einmal die schamlosesten Betrugsmanöver können verhindern, daß die Krise des Kapitalismus eines Tages zu seinem Untergang führt. Dem kann man nur nachhelfen!

unbedingt ansehen (Dauer: 1,5 Std.):

Anmerkung: Nein, natürlich ist dies keine marxistische Analyse, sondern sehr gute eine Recherche. Der Journalist Harald Schumann fragt die unterschiedlichsten Gesprächspartner in Griechenland, Portugal, auf Zypern, in Brüssel und Athen. Er fragt Abgeordnete, kleine Geschäftsleute, Bankmanager, Beamte, Anwälte, pensionierte Richter. Sie alle tragen Stück für Stück dazu bei, daß die Wahrheit ans Licht kommt: Es handelt sich hier um einen riesigen Betrugsfall, der der Annexion und widerrechtlichen Enteignung der DDR in nichts nachsteht. Und die Verantwortlichen? Sie schweigen. Sie lügen. Sie rechtfertigen. Die Krise des europäischen Imperialismus hat schon mehrere Länder erfaßt. Und wiederum wurden Banken gerettet. Und wiederum haben sich einige Oligarchen, einige Beamte, Kriminelle und deren willfährige Vollstrecker um Milliardenbeträge bereichert Und wiederum trägt das einfache Volk die Lasten… Doch aus der Krise gibt es kein Entrinnen. Nirgends und zu keiner Zeit.

Was ist eine Krise? Und was sind die Folgen? Im Wörterbuch der Ökonomie des Sozialismus gibt es darauf keine Antwort. Ganz klar: Krisen sind im Sozialismus unmöglich! In einem Lehrbuch für Politische Ökonomie des Kapitalismus hingegen finden wir die folgende Erklärung:

1. Die Gebrechen des sterbenden Kapitalismus werden offensichtlicher
Die Überproduktionskrisen hatten von jeher einen tiefen Einfluß auf den Kampf der Arbeiterklasse gegen den Imperialismus, auf die Entwicklung ihres Klassenbewußtseins, die Erhöhung der Kampfbereitschaft der Werktätigen und die Festigung des Bündnisses der Arbeiterklasse mit allen nichtmonopolistischen Klassen und Schichten. Auch in der Gegenwart hat die zyklische Entwicklung große Auswirkungen auf die Lage und die Kampfbedingungen der Arbeiterklasse, die in den einzelnen Phasen unterschiedlich sind. So ist es für die Arbeiterklasse in der Phase des Aufschwungs in der Regel leichter, ökonomische und soziale Forderungen durchzusetzen; in der Krisenphase werden die Gebrechen des sterbenden Kapitalismus offensichtlicher, es kommt zu einer Zuspitzung der Klassenwidersprüche.

2. Der Klassenkampf nimmt zu und wird zur Massenbewegung
Die Marxisten-Leninisten warten deshalb nicht etwa auf Krisen, um ihren Einfluß zu vergrößern. Sie haben das nie getan, sondern stets gegen Krisenursachen und -folgen gekämpft, die mit voller Wucht die Arbeiterklasse treffen, ihr Elend vergrößern. Die veränderten Bewegungsformen der Widersprüche und die wachsende Labilität des Imperialismus sowie die Veränderungen im Ablauf des kapitalistischen Reproduktionsprozesses bringen neue Quellen und Triebkräfte des Klassenkampfes hervor. Sie können auf den verschiedensten Gebieten und in allen Phasen des Zyklus hervorbrechen und sich in Massenbewegungen verwandeln. … In allen Phasen des Zyklus besteht unter den heutigen Existenzbedingungen des Imperialismus die Möglichkeit, daß sich der Klassenkampf schnell zuspitzt, breite Massen erfaßt und in den politischen Kampf gegen die mit der Staatsmacht verflochtene Macht der Monopole hinüberwächst.

3. Eine krisenfreie Entwicklung gibt es nur im Sozialismus!
Für die marxistisch-leninistischen Parteien ist es zu einer aktuellen Aufgabe geworden, sich darauf einzustellen, alle Möglichkeiten rechtzeitig zu erkennen, die notwendigen praktischen Schlußfolgerungen zu ziehen und so wachsende Teile der Arbeiterklasse und der anderen Werktätigen an den Kampf um die Einschränkung und Überwindung den Macht der Monopole heranzuführen. Denn eine krisenfreie, auf das Wohl des Volkes gerichtete Wirtschaftsentwicklung ist nur im Sozialismus möglich. Hier ist der Grundwiderspruch der kapitalistischen Produktjen beseitigt, und die Arbeiterklasse verfügt unter Führung ihrer marxistisch-leninistischen Partei über alle Möglichkeiten, die Produktivkräfte planmäßig, stabil und kontinuierlich im Interesse der ganzen Gesellschaft zu entwickeln.

Quelle:
Helmut Burg, Ernst Haak u.a. (Autorenkollektiv): Einführung in die politische Ökonomie des Kapitalismus. Dietz Verlag Berlin, 1973, S.338. (Zwischenüberschriften eingefügt, N.G.)

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6 Antworten zu Die Wahrheit über Griechenland

  1. Dr. Günter Hering schreibt:

    Rostock. Die Griechen kommen nicht mehr an ihre bei den griechischen Banken deponierten Ersparnisse. Das ist u.a. die Kernaussage des OZ-Artikels „Wie geht es weiter mit den griechischen Banken?“ Wo das Geld geblieben ist, erfahren wir nicht. Aber unter dem Strich bleibt der Fakt, die Banken haben das Geld ihrer Kunden veruntreut. Und die „Troika“ hat dabei offenbar mitgespielt. Alle Spar- und „Reform“-Vorgaben an die griechische Regierung sollten wohl das kriminelle Handeln der griechischen Privatbanken vertuschen. Aus dieser Sicht ist von Verantwortung der politischen Entscheidungsträger auf EU-Ebene nichts zu erkennen.

    Das Video in Sascha’s Beitrag spannt den Bogen weiter – aber die Schweinerei bleibt die gleiche, nur eben über die EU hinaus. Die einzig sinnvolle Antwort darauf hat Sascha schon am 10.Juni auf seinem Blog eingestellt: https://sascha313.wordpress.com/2015/06/10/ein-video-zum-nachdenken/

    • sascha313 schreibt:

      …und noch ein Nachsatz: was kann man tun? Das Land verlassen? Sich woanders eine Arbeitsmöglichkeit suchen? Das kann nicht die Lösung sein! Die Lösung liegt im eigenen Land. Wenn Hunderttausende junger Hochschulabsolventen aus Portugal, Griechenland, Irland, Spanien usw. auswandern, ist die wirtschaftliche Zukunft dieses Landes bedroht. Das ausgeplünderte Land wird zur Kolonie, und die Auswanderer stärken damit nur die reicheren imperialistischen Länder. Ohne eine führende Kraft, die den Menschen im Land eine Perspektive bietet, ist seine ökonomische Basis und damit die Souveränität dieses Landes in Gefahr. Danke, Günter, für den Kommentar!

  2. mariano karbe schreibt:

    Vielen Dank für den Beitrag und auch für den Filmbeitrag. In der Tat, er fördert nichts Neues zu Tage, ist aber nach der Hetze der Schreib- und Maulhuren der letzten Wochen gegenüber dem griechischen Volk sehenswert. Kurzes Zitat des Herrn Jäger (IWF Repr. in Portugal) „viele Forderungen waren sehr erfolgreich“, schon an Hand dieses Satzes sieht man wie die menschl. Würde mit Füßen getreten wird, und wenn wir dann noch den deutschen und kriminl.Schwarzgeldkofferträger / Halter / Vertuscher mit seinen Äußerungen sehen und hören, dann müsste auch dem letzten Wähler bewusst, werden welche Spezies er gewählt hat. Man kann nur Hochachtung vor dem Ergebniss der Wahlen vom Sonntag in Griechenland haben, auch wenn der Weg für die Griechen steiniger wird, aber sie versuchen es wenigstens, indem sie diesen „Möchtegern-Demokraten“ ihre wahre FRATZE freilegen.

    • Harry 56 schreibt:

      Ob nun „die Griechen“ (sind die Griechen etwa eine kommunistische Volksgemeinschaft oder Bewohner einer innerlich zutiefst gespaltenen kapitalistischen Klassengesellschaft?) bei der letzten Abstimmung mit einem JA oder NEIN abstimmten, ist für die weiteren Fortgang dieser inzenierten „Griechenlandkrise“ ohne alle Bedeutung.

      Wenn die Herrschenden ihr Volk, d.h. ihre Untertanen und Diener, Lakaien „abstimmen“ lassen, tun sie es vor allem deshalb, und zwar völlig unabhängig von der Fragestellung, um sich auf diese populistische Art ihre Politik vom „Volke“ scheinbar „demokratisch“ BESTÄTIGEN zu lassen.
      Diese einfache Wahrheit kann man gerade hier wieder mal ganz deutlich erkennen. Wozu verflichtet nun dieses „Nein“ eigentlich diese ach so populistische Syriza mit ihren Polit-Darstellern wirklich? Zu gar nichts!

      Und kaum war das Ergebnis der Abstimmung bekannt, klapperten in einigen EU-Ländern eigens dafür bestellte Polit-Clows, vornehmlich in Deutschland, pflichtgemäß propagandistisch, natürlich gewaltig medial verstärkt(!), kurzzeitig laut mit ihren billigen populistischen Babyrasseln. Nach diesem kurzen polit-medialen Getöse kamen dann aber ganz schnell wieder „moderate“, „besonnene“ Töne, sprach man von weiteren oder neuen Verhandlungen. Kurzum: Es geht alles wie gewohnt weiter!

      Inzwischen wurde bereits bekannt, dass Washington sich eingeschaltet, den „Griechen“ als auch ihren anderen europäischen Vasallen allein schon aus rein übergeordeten geostrategischen Interessen heraus einen „Grexit“ UNTERSAGT haben.

      Das griechische Stimmvolk (wie hoch war überhaupt die Wahlbeteiligung aller Abstimmungsberechtigten tatsächlich???) war bei dieser Abstimmungsfarce also keinesfalls der so oft beschworene „Souverän“, sondern, wie bei allen bürgerlichen „freien Wahlen“ oder sonstigen Abstimmungen vor allem bloßes von vorherein politisch-medial bearbeitetes Stimmvieh. Wenn also vermeintliche „Linke“ nun lauthals lärmend von einem „Volkssieg“ schwadronieren, so beweisen sie nur, wessen Geistes Kind sie in Wahrheit sind!

      Es wird in und mit Griechenland weitergehen wie gehabt, nämlich mit EU, mit EUR, mit NATO, und natürlich, ebenso klar, mit weiterer Armut für jene Teile der griechischen Menschen, welche NICHT zu den höheren Besitzenden, nicht zu den INHABERN, BESETZERN höherer griechischer Staatsposten gehören, egal, wie sie nun allen beim Referendum abstimmten. Wahrhaftig, ein großartiger „Sieg“ des „griechischen Volkes“……. !

      Wer mag da wirklich noch gratulieren?

  3. Harry 56 schreibt:

    Noch ein kleiner Nachtrag zur so genannten „Finanzkrise“, insbesondere „Griechenlandkrise“, dem völlig blödsinnigen Geschwätz bürgerlicher (Pseudo)Ökonomen zu angeblichen „Versäumnissen“ und „Fehlern“ der bürgerlichen Regierungen. Besonders lustig gerade heute wieder wie schon damals: „Schuld“ der „FED“, Federal Reserve System……

    Lest mal dazu, was der Genosse Stalin, manchmal schon wirklich trocken-amüsant, bereits vor vielen Jahrzehnten zu all diesen Gewäsch zu sagen hatte: http://www.stalinwerke.de/band12/b12-029.html

    Ob da nicht manche „Linke“ und Legionen völlig durchgedrehter und abgefahrener „Blogger“ und „Truther“ , allesamt selbsternannte Verbesserer und Retter des Kapitalismus, doch mal ins Grübeln kommen sollten?

    Schon jetzt wünsche ich mal schon viel Spaß bei dieser Lektüre! 🙂

  4. Pingback: Aktuelles zu Griechenland (9.6.2015) | rumpelstilzchenblog

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