Kleines marxistisches Wörterbuch: Geistige Manipulierung

manipulationBefragt man das 1967 im Dietz Verlag Berlin (DDR) erschienene „Kleine Politische Wörterbuch“, so gewinnt man mitunter den Eindruck, manches sei erst gestern und eigens für uns geschrieben, so aktuell erscheinen uns die Texte. Wir wußten schon immer, daß die Massenmedien im Kapitalismus dafür geschaffen wurden, um die Meinungen in der Bevölkerung zu manipulieren. Es geht also gar nicht darum, einen sachlich und wissenschaftlich begründbaren Standpunkt zu zu vermitteln, sondern es geht um Verwirrung. Es wäre ja auch schlimm, wenn wir mit einemmal erkennen würden, worin z.B. die Ursachen der kapitalistischen Krise bestehen. Hier also:

Was ist geistige Manipulierung?

Es ist die mit dem staatsmonopolistischen System verbundene, auf Desinformation beruhende einheitliche ideologische Ausrichtung aller Staatsbürger im Sinne der aggressiven Politik des Imperialismus; als Form der ideologischen Machtausübung fester Bestandteil der Herrschaftstechnik des Monopolkapitals, besonders in der westdeutschen Bundesrepublik. Die g.M. spielt eine wesentliche Rolle bei der Errichtung der formierten Herrschaft. Ideologischer Hauptinhalt des Systems der g.M. ist der mit Revanchismus und in zunehmendem Maße mit Nationalismus verbundene Antikommunismus. Die g.M. wird sowohl mit staatlichen als auch mit außerstaatlichen Mitteln betrieben. Sie nutzt alle ideologischen Beeinflussungsmöglichkeiten, neben den Volksbildungseinrichtungen hauptsächlich die Massenkommunikationsmittel.

Mittels einer angeblich unbeschränkten Presse- und Meinungsfreiheit wird versucht, das Denk- und Urteilsvermögen von Millionen Menschen systematisch zu zerstören, sie zur geistigen Unmündigkeit zu verurteilen und zu willfährigen Untertanen zu erziehen, die keiner Kritik am staatsmonopolistischen Herrschaftssystem mehr fähig sind, die ökonomische Ausbeutung und politische Unterdrückung geduldig ertragen, die Pseudoideale dieses Systems als die ihrigen ansehen und sich für die imperialistische Politik mißbrauchen lassen. Dabei erscheint sowohl die g.M. als auch die daraus resultierende Handlungsweise als „frei“ gewählte Entscheidung der Betroffenen.

Gegen die g.M. wenden sich insbesondere demokratisch gesinnte Vertreter aus den verschiedenen Bereichen des geistig-kulturellen Lebens der westdeutschen Bundesrepublik. Sie fordern eine den Bedingungen der wissenschaftlich-technischen Revolution entsprechende Umgestaltung des Schulwesens, die Herstellung und Einhaltung des Rechts auf Presse- und Meinungsfreiheit und den Abbau aller staatlichen Maßnahmen, die diese Freiheiten einschränken, sowie die Zurückdrängung des Einflusses der Monopole auf die öffentliche Meinungsbildung und die Kultur. Im Kampf um demokratische Veränderungen in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens kommt es darauf an, die für Wirtschaft und Politik zu erkämpfende Mitbestimmung auch auf den Prozeß der Bildung und Meinungsbildung auszudehnen.

Soweit das Zitat. Allerdings sind wir uns bei dem zuletzt Genannten nicht so sicher, ob „demokratisch gesinnte Vertreter“ damit auch Erfolg haben. Und mittlerweile gibt es im „linken“ Spektrum auch eine ganze Reihe pseudolinker, trotzkistischer und linksradikaler Demagogen, die sich „kommunistischer“ Parolen bedienen, die das Arsenal dieser „freien Meinungsbildung“ noch ergänzen…

Quelle:
Kleines Politisches Wörterbuch, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1967, S.218f.

Siehe auch:
Antikommunistische Manipulierung der Schuljugend in der BRD
Die reaktionäre Innenpolitik der BRD
Unterschwellige Beeinflussung…

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3 Antworten zu Kleines marxistisches Wörterbuch: Geistige Manipulierung

  1. Doed schreibt:

    Man sollte sich doch mal die Abhängigkeiten wie die Stiftung Aufarbeitung näher ansehen. VIele hängen am Tropf von Bundesmitteln. So richtig sieht man in der Manipulationsmaschine nicht durch. Es ist alles viel komplizierter, als wenn eine Partei das sagen hat. Schuldige lassen sich nur schwer eindeutig benennen. Ich nenne es die „Diffusion der Verantwortung“ auch wenn dieser Begriff aus der Soziologie etwas anders besetzt ist.

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