Deutscher Völkermord in Leningrad

Leningrad und HeuteFast 900 Tage dauerte die Belagerung Leningrads durch die faschistische Wehrmacht während des Zweiten Weltkrieges vom 8. September 1941 bis zum 27. Januar 1944. Der beabsichtigte Verzicht auf eine Einnahme der Stadt durch die deutschen Truppen, mit dem Ziel, die Leningrader Bevölkerung systematisch verhungern zu lassen, war eines der eklatantesten Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht während des Krieges gegen die Sowjetunion. Schätzungen zufolge verloren etwa 1,1 Millionen zivile Bewohner der Stadt in Folge der Blockade ihr Leben. Die meisten von ihnen starben an Hunger und Kälte.

Die Lebensmittelvorräte waren bald aufgezehrt. Das Brennmaterial ging aus, und 1941/42 wütete ein grimmiger Winter, einer der kältesten des 20.Jahrhunderts überhaupt, die Temperaturen sanken auf minus 40 Grad. Der Verkehr stand still, das Wasser gefror in den Leitungen, Heizung und Strom fielen aus. Die schaurigen Fotografien aus jener Zeit zeigen Straßen, durch die sich ausgezehrte Menschen schleppen. Überall liegen die Leichen derjenigen, die mitten auf dem Weg tot zusammengebrochen sind. Den Menschen fehlt sogar die Kraft, ihren nächsten Verwandten ein anständiges Begräbnis zu bereiten. Auf einfachen Schlitten ziehen sie die Verstorbenen zu den Sammelstellen, in riesigen Massengräbern werden die Toten verscharrt. Als die Belagerung aufgehoben wurde, mischte sich Trauer in den Freudentaumel. Etwa 750.000 Hungertote, außerdem eine halbe Million Soldaten und zivile Opfer von Luftangriffen – die Hälfte der Bevölkerung war ausgelöscht. „Laßt sie uns nicht vergessen, laßt nichts vergessen sein!“ schrieb die Dichterin Olga Bergholz.

siehe auch:
http://www.zeit.de/2004/04/A-Belagerung_L
Osaritschi – ein Wehrmachts-KZ in Sowjet-Belorußland

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Eine Antwort zu Deutscher Völkermord in Leningrad

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