Der Sozialismus in der DDR

Stalinallee

Die prachtvolle Stalinallee im Herzen der Hauptstadt der DDR, Berlin (1954) Foto: Gerhard Kiesling

Der IV. Parteitag der SED 1954 stand unter dem Motto: „Die Stärke der Partei liegt in ihrer unlösbaren Verbundenheit mit den Massen“. Dort sagte der Ministerpräsident der DDR Otto Grotewohl folgendes:

Die Entwicklung der Sowjetunion beweist die marxistische These, daß die bewußte Tätigkeit der Menschen unter den Bedingungen des Sozialismus Massencharakter annimmt und den Sieg der Arbeiterklasse garantiert. Dieser Sieg der Arbeiter in der Sowjetunion ist auch für die deutsche Arbeiterklasse von allergrößter Bedeutung.

Er hob ihr Klassenbewußtsein und ihre Organisiertheit auf ein wesentlich höheres Niveau. Auf der Grundlage der marxistisch-leninistischen Wissenschaft stellte sie in einem Drittel Deutschlands die Einheit der Arbeiterbewegung her, schuf sich in der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands ein revolutionäres, diszipliniertes Kampfinstrument, errichtete ihren Staat und führte mit Hilfe und Unterstützung der Organe der Sowjetmacht im Laufe weniger Jahre eine wahrhaft revolutionäre Umgestaltung der gesellschaftlichen Verhältnisse durch.

Sozialismus ist eine gerechte Gesellschaft

Ein neuer deutscher Staat der Arbeiter und Bauern ist entstanden. Sein Charakter wird von den revolutionären Veränderungen bestimmt, die von der Arbeiterklasse unter Führung der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands vorgenommen wurden. Neue politische und ökonomische Verhältnisse wurden geschaffen. Sie spiegeln sich in der Struktur der gesellschaftlichen Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik wider. Die besten und würdigsten Vertreter der Arbeiter, der werktätigen Bauern und der Intelligenz, Frauen und Jugendliche wurden von der Bevölkerung in die demokratischen Vertretungskörperschaften, die Volkskammer, Bezirks- und Kreistage, Stadt- und Gemeindevertretungen, gewählt.

Ein friedlicher und demokratischer deutscher Staat

Mit der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik im Jahre 1949 entstand zum ersten Male in der deutschen Geschichte ein friedliebender und demokratischer deutscher Staat. Partei und Regierung konnten mit Hilfe der UdSSR die Maßnahmen des neuen Kurses treffen, die Investitionen für die Entwicklung der Leichtindustrie, der Nahrungsmittelindustrie und der Landwirtschaft vergrößern, Kurs auf die Erhöhung der Produktion von Gebrauchsgütern nehmen und durch Preissenkungen, Steuerermäßigungen und sonstige Erleichterungen den Lebensstandard der Werktätigen steigern. Unter den Bedingungen der durch die Spaltungspolitik der amerikanischen Imperialisten hervorgerufenen gegensätzlichen Entwicklung in Westdeutschland und in der Deutschen Demokratischen Republik kämpften die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands und die Regierung der Deutschen Demokratischen Republik unbeirrt und erfolgreich für die Erhaltung des Friedens und die Wiedervereinigung Deutschlands auf demokratischer Grundlage.

Im Interesse des Volkes

GrotewohlDer Staat der Arbeiter und Bauern hat in den vergangenen vier Jahren gezeigt, daß er fähig ist, sicher und erfolgreich die Geschicke des Volkes zu lenken und zu leiten. Das enge Bündnis der Arbeiterklasse mit der werktätigen Bauernschaft ist seine feste und zuverlässige Grundlage. Der neue deutsche demokratische Staat ist keine Demokratie für die Reichen, kein bürgerlicher Klassenstaat, wie das die „Demokratie“ der westdeutschen Bundesrepublik ist. Erstmalig in der deutschen Geschichte entstand eine Demokratie, in der die Werktätigen – die berufenen und verantwortlichen Träger unseres Staates – bewußt die Leitung des Staates übernommen haben. So entwickelte sich unter den Bedingungen der Arbeiter-und-Bauern-Macht in der Deutschen Demokratischen Republik ein neues Staatsbewußtsein, das sich in dem Maße festigt und weiterentwickelt, wie die werktätigen Massen erkennen und sich bewußt werden, daß der Staat der Deutschen Demokratischen Republik ihr Staat ist, der ihre ureigensten Interessen vertritt. Dieser Prozeß setzt sich jedoch nicht spontan durch, sondern nur durch die ununterbrochene ideologische, propagandistische und agitatorische Arbeit der Partei.

Quelle: Otto Grotewohl, Im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik, Reden und Aufsätze, Auswahl aus den Jahren 1954-1956, Bd. IV, S.78ff.

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14 Antworten zu Der Sozialismus in der DDR

  1. sascha313 schreibt:

    Danke, giskoe. Ein schönes Gedicht.. haben wir noch in der Schule gelernt!

  2. robertknoche schreibt:

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Ich war 20 Jahre Mitglied der SED, musste aber zu meinem Leidwesen erfahren, das Sozialismus und Demokratie in der DDR nur Theorie waren und nie umgesetzt wurde. Alle Bemühungen von mir und anderen Genossen scheiterten an den verhärteten Doktrin des Staatsrates. Mir waren aber Genossen im Staatsrat bekannt, welche Bedenken gegen den harten Kurs der Genossen des Staaatsrates hatten. Dazu gehörte unter anderem Harry Tisch!

  3. sascha313 schreibt:

    Weshalb waren Sie denn dann Mitglied in der SED? Haben Sie etwa Ihren Vorteil in dieser Partei gesucht? Haben Sie überhaupt mal was von Marx gelesen? Schon im Kommunistischen Manifest stand geschrieben: „Die theoretischen Sätze der Kommunisten beruhen keineswegs auf Ideen, auf Prinzipien, die von diesem oder jenem Weltverbesserer erfunden oder entdeckt sind. Sie sind nur allgemeine Ausdrücke tatsächlicher Verhältnisse eines existierenden Klassenkampfes, einer unter unsern Augen vor sich gehenden geschichtlichen Bewegung.“ (MEW, Bd.4, S.474/475, Hervorh. von mir, N.G.). Und da ist es einfach eine falsche Behauptung, die Sie da aufstellen.

    Ferner: Bereits im Geschichtsbuch Klasse 10, ist ab Seite 58 ausführlich von der Bodenreform in der DDR die Rede. Und auf Seite 69 heißt es: „Die antifaschistisch-demokratischen Kräfte des Landes Sachsen bereiteten den Volksentscheid (1946) mit einer großen Aufklärungskampagne vor. Innerhalb von zehn Tagen fanden in Sachsen etwa 5.000 Versammlungen statt, davon etwa 500 in Industriebetrieben. […] Ergebnisse des Volksentscheides vom 30. Juni 1946 in Sachsen zur Abstimmung stand die Frage: ‚Stimmen Sie dem Gesetz über die Übergabe von Betrieben von Kriegs- und Naziverbrechern in das Eigentum des Volkes zu?‘ Wahlbeteiligung: 93,71 Prozent der Stimmberechtigten, davon 77,62 Prozent stimmten für den Gesetzentwurf.“ – Eine demokratische Entscheidung! Und eine praktische Umsetzung der Doktrin des Marxismus-Leninismus!

    Gut. Wenn Sie aber bspw. die 10. Klasse nicht geschafft hätten, so hätten Sie doch zumindest im Parteilehrjahr lernen können, daß nach der antifaschistisch-demokratischen Umwälzung in der DDR, die Grundlagen des Sozialismus geschaffen worden waren (und zwar nicht nur theoretisch sondern praktisch!). Das hätten Sie wissen müssen, wenn Sie in der DDR gelebt haben und behaupten in der SED gewesen zu sein. Wenn also beides stimmt, so ist ihre Aussage, daß „Sozialismus und Demokratie in der DDR nur Theorie waren und nie umgesetzt wurden“ falsch!

    • martinemko schreibt:

      fürwahr, wertester Knochen, allein das klingt sehr „undemokratisch“ 🙂

      Bierlied

      Wer täglich seine Sorgen hat,
      weil er regiert in unserm Staat,
      dem geht es nicht nur um die Wurst,
      wer tags regiert, hat abends Durst.

      Wir sind in einem Staat geboren,
      wo Malz und Hopfen nicht verloren.
      Was trink ich? Was trinkst du? Was trinken wir?
      Bier, Bier, Bier!

      Komm Genosse, setz dich her
      und trink mit uns den Humpen leer.
      Wir trinken bis zum Morgenrot
      die kleinen, falschen Zweifel tot.
      Greif auch zum Bier, mein stiller Junge.
      Das Bier, das lockert manche Zunge.
      Gespräch beim Bier ist produktiv
      und stärkt so manches Kollektiv.

      Wir sind in einem Staat geboren […]

      Der Kneiper zapft am blanken Hahn.
      Auch sowas geht nicht ohne Plan.
      Trink mit, dass er und die Brauerei
      den Plan erfüllt, wir sind dabei.
      Das Bier mit seinen Kalorien
      erzeugt enorme Energien.
      Im Betrieb und auf dem Bau,
      leider nicht so bei der Frau.

      Wir sind in einem Staat geboren […]

      Ob Wernesgrün, ob Radeberg,
      die Brauereien sind Volkes Werk.
      Was daraus kommt, bestimmen wir.
      Ja, das ist unser aller Bier.

      Wir sind in einem Staat geboren […]

      [Oktoberklub: Politkirmes. Amiga 1978.]

  4. Harry 56 schreibt:

    Ein lustiges Liedchen! 🙂

    Wurde das damals 1978 tatsächlich in der DDR gedichtet und auch in der Öffentlichkeit bekannt gemacht?
    Konnte man das auch auf Schallplatte kaufen?
    Oder isses nur ein Scherz?

    Hmmmm…………………

  5. Harry 56 schreibt:

    Ich danke dir, hab dieses nette lustige Liedchen gleich mal für alle Fälle runtergeladen.

    Schön, dass es bei „Erich“ auch lustig zugehen konnte! 🙂

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