Dr. Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

Gossweiler

Der Historiker Dr.Kurt Gossweiler (* 05. November 1917)

Im Jahr der Großen Sozialistischen Oktoberrevolution wurde er geboren. So bewegt wie dieses Jahrhundert ist auch seine Biografie. Doch in einem blieb er sich immer treu. In seiner Jugend wurde er Kommunist, und er ist es bis heute. Wer könnte besser unter all den Verehrern und Bewunderern dieses großartigen und doch so bescheidenen, dieses prinzipienfesten, klugen und auch nachdenklichen Menschen, des Historikers Dr. Kurt Gossweiler, einschätzen, was dieser in seinem Leben geleistet hat und welchen Schatz an Erfahrungen er der Arbeiterklasse und künftigen Generationen hinterläßt, als einer, der ebenso standhaft für die Sache des Sozialismus eintritt – der Verteidigungsminister der DDR, Armeegeneral Genosse Heinz Keßler. In einer Festschrift zum 90. Geburtstag Kurt Gossweilers gab er folgendes zu Protokoll:

Heinz Keßler: Was mir an dem lieben Kurt besonders gefällt und was mich besonders beeindruckt hat, und das jedes Mal aufs Neue, denn man vergleicht ja mit anderen Menschen, die man kennen gelernt hat im Verlaufe seines Lebens, ist folgendes: Er verfügt durch seine eigene, fleißige, gründliche Arbeit über ein fundamentales Wissen über die Geschichte der Arbeiterbewegung im allgemeinen, speziell über die Geschichte der Arbeiterbewegung in Deutschland und in der Sowjetunion. Und was mir an ihm und an seiner Art gefallt und was mich beeindruckt, ist, daß er versteht – und ich habe nicht allzu viele solcher Menschen kennen gelernt – aus diesem Wissen, aus der Kenntnis vieler Faktoren, die richtigen Zusammenhänge herauszuarbeiten und in guten wie in weniger guten Zeiten die Schlußfolgerungen darzustellen, die in ihrer Grundtendenz, wie es für einen Kommunisten ja sein sollte, immer positiv sind, positiv in der Richtung: Was immer auch ist, was immer auch war: es gibt keinen anderen Weg, um die Mehrheit der Menschheit auf unserer Erde in eine bessere Zukunft zu fuhren, als den Weg zum Sozialismus.

Und ich bewundere auch, ja ich beneide ihn sogar darum, daß er in prinzipieller, aber auch sehr sachlicher Weise sich mit Freundinnen und Freunden, Genossinnen und Genossen, die aus unterschiedlichen Sichten, unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen, ich würde sagen: nicht böswillig – solche gibt’s auch – sondern, weil sie irren, auseinandersetzt und auf diese Weise hilft, daß diese Genossin oder jener Genosse wieder zurückfindet zu unseren Grundfesten, nämlich unserer wissenschaftlichen Lehre des Marxismus-Leninismus. (…)

Wir wissen ja, daß gerade Kurt die Entwicklung der Sowjetunion in Vorbereitung der Oktoberrevolution, während der Oktoberrevolution, im Verlauf der unterschiedlichen Fünf-Jahr-Pläne mit ihren unterschiedlichen Inhalten sehr gut kennt, wirklich gründlich studiert hat und über ein in die Einzelheiten gehendes Wissen verfügt, und daß er dieser Art der Verdrängung, dieser – wenn auch von einzelnen nicht immer gewollten – Verleumdung des Marxismus-Leninismus entschieden zurückweist und anhand seiner Erfahrungen, seiner Erkenntnisse, seiner Studien den Nachweis erbringt, wie die Oktoberrevolution zustande kam, welche Schwierigkeiten es gab, welche großen Probleme und Auseinandersetzungen es gab über die inhaltliche Gestaltung der Fünf-Jahr-Pläne bis in die Zeit hinein der Abwehrvorbereitungen, des Beginns, der Führung und der siegreichen Beendigung des Großen Vaterländischen Krieges.

Und hier spielt natürlich die Position von Kurt eine große Rolle, daß er nach meiner Auffassung eine richtige, sachliche, dem geschichtlichen Verlauf entsprechende Darstellung der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und ihrer Führung unter der Leitung von Stalin darstellt. [1]


Und Kurt Gossweiler schrieb nun seinerseits über seinen Kampfgefährten:

Kurt Gossweiler: Seit ich Gewißheit darüber hatte, welch tödliche Gefahr für den Sozialismus, für die Sowjetunion und damit auch für die DDR und alle sozialistischen Staaten von der Führung in Moskau ausging, drängte sich mir natürlich auch die Frage auf: Wie sieht es eigentlich in unserer Führung aus? Könnte es darunter auch Leute geben, die – bewußt oder aus falschem guten Glauben – Helfershelfer Gorbatschows werden können oder schon sind? Bei zweien war ich mir ganz sicher, daß dies auf sie auf keinen Fall zutrifft: Bei Erich Honecker und dem Verteidigungsminister Heinz Keßler… [2]

Quelle:
[1] Und was war es nun wirklich? Festschrift für Kurt Gossweiler anläßlich seines 90.Geburtstages, Hannover, 2007, S.50f.
[2] Die Sache aufgeben, heißt sich selbst aufgeben – Festschrift für Heinz Keßler zum 90.Geburtstag, Verlag Wiljo Heinen, Berlin 2010, S.47.

Siehe dazu auch:
Dr. Kurt Gossweiler – Politisches Archiv:
http://www.kurt-gossweiler.de/

– Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?
– Zum XX.Parteitag der KPdSU: Eine verbrecherische Rede
– Kurt Gossweiler: Über die DDR

Kurt Gossweiler – Die Taubenfußchronik oder die Chruschtschowiade:

Taubenfuss1  Taubenfuss2

Im Nachwort dazu schrieb Kurt Gossweiler: „Die richtige Analyse der Ursachen unserer Niederlage ist noch für einen längeren Zeitraum eine vordringliche Aufgabe. In aller Bescheidenheit möchte ich annehmen, daß zu ihrer Lösung die beiden Bände der Taubefußchronik einen nützlichen Beitrag leisten. Dagegen bleiben wir auf eine ebenso wichtige Frage noch die Antwort schuldig oder geben nur Teilantworten, auf die Frage nämlich, wie es den Revisionisten gelingen konnte, ihr Zerstörungswerk bis zum Ende zu führen.“ (Taubenfußchronik 2. Teil ganz am Schluß)

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