Die berufstätige junge Mutter in der DDR

FrauenEine Frau, die Kinder hat und noch dazu berufstätig ist, sieht sich oft mehrfachen Belastungen ausgesetzt. Wie schwer es ist, Beruf, Haushalt und Kinder unter einen Hut zu bringen, davon können viele Frauen heute ein Lied singen. Kein Wunder, wenn die Geburtenrate sinkt. (Und natürlich ist der „demographische Wandel“ daran schuld. Eine dümmere Erklärung gibt es nicht!) Über das „Elend des Ehelebens“ in der kapitalistischen Gesellschaft hat sich August Bebel schon geäußert: „Die Frau ist für den Mann in erster Linie Genußobjekt; ökonomisch und gesellschaftlich unfrei, muß sie ihre Versorgung in der Ehe erblicken, sie hängt also vom Manne ab und wird ein Stück Eigentum von ihm.“ [1] Sofern sie nicht einen gutverdienenden Ehemann hat und sich eine polnische Haushalthilfe leisten kann, ist das schon eine schwere Bürde. Alleinstehende Frauen haben es noch weitaus schwerer. Und niemand fragt die Frauen, wie sie das alles schaffen. Vergleicht man nun die unterschiedlichen Gesellschafts-ordnungen miteinander, läßt sich leicht feststellen, daß die DDR dagegen ein ausgesprochen kinderfreundliches Land war, zumal existentielle Fragen absolut keine Rolle spielten.

So erscheinen jungen Frauen von heute die Verhältnisse in der DDR, wo es keine Arbeitslosigkeit, keine „Tafeln“, kein „Hartz4“, keine Anträge auf „Teilhabe“ und keine Sozialhilfeempfänger gab, nahezu als paradiesisch. „Um so mehr liegt es im Interesse der Frauen,“ schreibt Augst Bebel, „sich für Herstellung von Zuständen zu erwärmen, die sie aus dieser entwürdigenden Stellung befreien. Die Frauen dürfen so wenig auf die Hilfe der Männer warten, wie die Arbeiter auf die Hilfe der Bourgeoisie warteten.“ [2] Im folgenden widmet sich nun der Autor Heinz H. Schmidt ausführlich der Frage der Kinderbetreuung in der DDR:

Die Krippen in der DDR, ihre Entstehung und Bedeutung

Kindergarten Wolfen DDR

Kindereinrichtung in Wolfen (DDR)

1945 gab es im damaligen Deutschland kaum noch Kinderkrippen. Soweit es überhaupt solche Kindereinrichtungen gegeben hatte, waren fast alle während der Hitlerherrschaft und an ihren Folgen zugrunde gegangen. Auch unmittelbar nach der Befreiung fehlten noch einige Jahre die materiellen Mittel und andere wichtige Voraussetzungen für Neueinrichtungen – vor allem in sanitär-hygienischer Hinsicht und noch mehr für die einwandfreie Ernährung vor allem von Säuglingen in Kindereinrichtungen. Die ersten statistischen Angaben über Krippen nach der Gründung der DDR stammen aus den Jahren 1949/1950. Nach fünf Jahren Neuaufbau gab es insgesamt 8.502 Plätze für Kinder unter drei Jahren, davon mehr als 50 Prozent in Dauerheimen. Im gleichen Jahr 1950 wurden mit dem Gesetz über den Schutz von Mutter und Kind und die Rechte der Frau auch die gesetzlichen Grundlagen für den Aufbau von Krippen durch kommunale Verwaltungen und Betriebe geschaffen. Innerhalb der nächsten fünf Jahre wurde die Anzahl der Plätze verzehnfacht. Unter dem ständigen Druck des wachsenden Bedarfs stieg deren Anzahl von Jahr zu Jahr und betrug am Jahresende 1978 261.050 Krippenplätze. [1].

Positive Erfahrungen in der Kinderkrippe

Auch das ist nur eine Durchgangszahl, denn infolge der Steigerung der Geburtenrate, die wesentlich durch die sozialpolitischen Maßnahmen der Regierung der DDR besonders seit 1976 gefördert worden ist, vor allem aber durch die genannten positiven persönlichen Erfahrungen von inzwischen Millionen von Eltern und Großeltern entstandene positive Einstellung der gesamten Bevölkerung der DDR zur Krippenerziehung, reichen diese Plätze noch nicht aus, obgleich damit in der DDR schon 1978 über 60 Prozent der Kinder bis zu drei Jahren eine Kinderkrippe besuchten.

Neubau weiterer Kinderkrippen

Das gegenwärtige Ziel ist, durch Neubau weiterer Krippen die Durchschnittszahl von 70 bis 80 Krippenplätzen auf 100 Kinder von null bis drei Jahren zu erreichen. [2] Bei Berücksichtigung des fünf Monate umfassenden Wochenurlaubs und der Ausnutzung des »Mütterjahres«, das heißt des einjährigen bezahlten Urlaubs durch die Mehrzahl der Mütter (ab zweitem Kind), und bei Berücksichtigung der wenigen aus gesundheitlichen Gründen nicht krippenfähigen Kleinkinder ergäbe das einen tatsächlichen Versorgungsgrad von ungefähr 100 Prozent für die Ein- bis Dreijährigen. Ob diese Annahme stimmt, wird die Praxis der nächsten Jahre zeigen.

Heimkinder in der DDR

DDR Kinderheim

Ein Kinderheim in der DDR

Das Verhältnis zwischen den verschiedenen Einrichtungstypen hat sich ständig zugunsten der Tageskrippen verschoben. Die Anzahl der Plätze in Dauerheimen, im wesentlichen für familiengelöste Kinder, die durch Kriegsfolgen, Sorgerechtsentzug und bis 1961 auch durch »Flucht« verantwortungsloser Eltern in den »freien« Westen (wo sie sich als »Freiheitshelden« feiern ließen, obgleich nicht wenige von ihnen selbst Säuglinge und Kleinkinder bedenkenlos der Fürsorge des angeblich so unmenschlichen Staates der Arbeiter und Bauern überließen) im Laufe der fünfziger Jahre auf 10.658 angestiegen war, ging seit 1962 Jahr für Jahr zurück. Zehn Jahre später, Anfang 1973, betrug sie noch 6.683 Plätze, das waren etwa 4 Prozent aller damaligen Plätze in Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren. Seitdem hat sich die Anzahl der Heimkinder weiter verringert und schwankt zur Zeit (1979/1980) um 2 Prozent, wobei auch viele der Heimkinder dieses Alters gar nicht familiengelöst sind, sondern aus verschiedenen Gründen (längere Abwesenheit der Eltern aus dienstlichen Gründen, längerer Krankenhausaufenthalt vor allem von alleinstehenden Müttern und ähnliches) nur vorübergehend im Heim untergebracht sind. Daß diese Heime heutzutage vorbildlich geleitete kinderfreundliche Einrichtungen sind, ist in der DDR, wie in der Sowjetunion und anderen sozialistischen Ländern, eine (staatlich kontrollierte) Selbstverständlichkeit.

Krippenerziehung auf dem Lande

Eine vorübergehend notwendige Einrichtung waren die Saisonkrippen, die viele landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaften während der Erntezeit einrichteten. 1964 gab es 1.319 solcher Einrichtungen mit insgesamt 16.208 Plätzen. Ebenfalls zehn Jahre später, 1974, gab es nur noch 250 Saisonkrippen mit 2.764 Plätzen. Auch sie sind inzwischen fast restlos in ganzjährig geöffnete Tageskrippen umgewandelt worden, nicht nur, weil die Industrialisierung auf dem Lande die Berufstätigkeit der Genossenschaftsbäuerinnen wahrend des ganzen Jahres möglich und notwendig machte, sondern mehr noch, weil der Vorteil der Krippenerziehung für die Kinder mit der Entwicklung einer modernen Krippenpädagogik immer deutlicher und einleuchtender wurde, immer mehr hochqualifizierte Frauen in die LPG-Vorstände gewählt wurden und durch diese ganze Entwicklung die Bereitwilligkeit der LPG-Vorstände wuchs, die staatlichen Zuschüsse aufzustocken, um eine besonders gute Krippe zum Nutzen der Kinder, der Frauen und der LPG zu haben.

Wochenkrippen und Tageskrippen

Auch die Anzahl der Plätze in Wochenkrippen hat sinkende Tendenz. In den ersten Jahren war der Anteil der Plätze in Wochenkrippen besonders hoch, weil in die wenigen Krippen vorrangig die Kinder alleinstehender berufstätiger Mütter aufgenommen wurden und die Wege zwischen Arbeitsstätte, Wohnung und Krippe oft für beide — für Mutter und Kind —, wenn sie tagtäglich zurückgelegt werden mußten, unzumutbar lang waren. Mit der Zunahme der Anzahl der Krippen und der wachsenden Möglichkeit, die Kinder in der Nähe der Arbeitsstätte oder der Wohnung unterzubringen, stieg deshalb der Anteil der Tageskrippen. Schon 1972 wurden etwa 78 Prozent aller Krippenkinder in Tageskrippen und 22 Prozent in Wochenkrippen betreut. [3] Auch diese Tendenz hat sich fortgesetzt, und 1978/1979 besuchten 87 Prozent aller Krippenkinder eine Tageskrippe. In Wirklichkeit ist dieser Prozentsatz noch höher, denn es bilden sich gewisse Mischformen heraus. Eltern, die keinen Platz in einer Tageskrippe bekommen können, bringen ihr Kind in eine Wochenkrippe, holen es aber von dort täglich ab. Bei dem wachsenden Umfang der Schichtarbeit beider Eltern wird eine gewisse Mindestzahl von Wochenkrippenplätzen zwar gebraucht, solche Mischformen aber nehmen zugleich weiter zu; denn bei den geeigneten Schichten der Mutter oder des Vaters holen auch viele dieser berufstätigen Eltern ihre Kinder aus Wochenkrippen täglich ab.

Familienerziehung und Kinderkrippe im Einklang

DDR Familie

Familie in der DDR

Um das sich gegenseitig ergänzende Verhältnis zwischen Familie und Krippe in der DDR real einzuschätzen, muß man auch die Zeitdauer miteinander vergleichen, die Krippenkinder in der Familie und in der Kindereinrichtung verbringen. Bei einer Fünftagewoche, wie sie heute in der DDR die Regel ist, bleibt ein Krippenkind zunächst einmal an den 104 Tagen des Wochenendes zu Hause. Nimmt man dazu vier bis fünf Feiertage, die nicht auf das Wochenende fallen, die monatlichen gesetzlich gesicherten Haushaltstage der Mutter (oder auch des Vaters), rund 20 Urlaubstage der Eltern, die nicht auf das Wochenende fallen, dazu eine durchschnittliche Anzahl von 14 Krankheitstagen des Kindes, an denen die Eltern das Kind zu Hause behalten, wobei entweder Mutter oder Vater nach eigener Wahl das Recht haben, das Kind zu Hause zu betreuen, so ergibt sich, daß ein normales Tageskrippenkind in der DDR ungefähr 145 bis 150 Tage des Jahres ganztägig in der Familie verbringt. An den übrigen 215 bis 220 Tagen des Jahres verbringt es acht bis zehn Stunden in der Krippe und 14 bis 16 Stunden in seiner Familie. Auch wenn man berücksichtigt, daß Ein- bis Dreijährige in der Krippe nur zwei bis drei Stunden, zu Hause aber über Nacht rund zehn bis elf Stunden schlafen, so ist zunächst einmal die wichtige Tatsache festzustellen, daß ein Tageskrippenkind einen erheblich größeren Teil seiner Gesamt-, aber auch seiner Wachzeit in der Familie verbringt als in der Krippe und daß selbst ein Kind, das eine Wochenkrippe besucht, mindestens an zwei Fünfteln der Tage eines Jahres zu Hause in seiner Familie lebt. Dies zeigt sich auch in der Entwicklung der Krippenkinder, die von den familiären Einflüssen (Bildungs- und Qualifikationsniveau der Eltern, Familienstand, Geschwisteranzahl, Erziehungsverhalten der Eltern) im Durchschnitt deutlich stärker abhängt als vom erzieherischen Einfluß der Krippe, ein Verhältnis von Familie und Krippe, das bewußt gefördert wird. Soviel statistisch zur »Wissenschaftlichkeit« der unbesehenen Gleichsetzung von Krippenkindern und familiengelösten Heimkindern, wie sie bei einer Anzahl vielzitierter westlicher Wissenschaftler noch immer gang und gäbe ist.

Eine sinnvolle Form der Kinderbetreuung

Die Krippe ist also nicht nur in der Theorie der Krippenforschung, sondern auch in der Praxis des täglichen Lebens eine Ergänzung und Unterstützung der Familie und kein Ersatz für sie. Die Krippe hilft berufstätigen Eltern, vor allem, aber nicht nur, Müttern, sondern auch wirklich modernen Vätern in ihrem Zeitbudget, Beruf und Kindererziehung auch in den ersten drei Lebensjahren ihrer Kinder besser zu vereinbaren. Für die Kleinkinder aber bedeutet die Krippe mehr. Seit Beginn der Menschheit waren Menschenkinder in Großfamilien aufgewachsen und hatten als »Bezugspersonen« neben Mutter und Vater noch Großmutter und Großvater, mehrere Tanten und Onkel und eine ganze Reihe gleichaltriger oder fast gleichaltriger Kinder. Erst mit der Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaftsordnung wurde dieser »natürliche« Rahmen gesprengt, und die Kinder wachsen — in der Gegenwart meist allein oder zu zweit — in der isolierten Kleinfamilie auf, in einem immer funktionsärmer werdenden Haushalt und unter der Obhut einer Mutter, die entweder zuwenig oder — wenn sie »Nurhausfrau« ist — viel häufiger zuviel Zeit für die Erziehung ihres Kindes aufwendet und obendrein — wie Ursula Lehr mit Recht feststellt [6] — in der Regel zuwenig von Kleinkinderziehung unter diesen modernen Bedingungen versteht oder von ihrer Mutter vermittelt bekommen konnte.

War die Kinderkrippe in der DDR nur eine »Verwahranstalt«?

Selbst Elisabeth Dessat, die — ohne auch nur die Spur eines Nachweises — behauptet, mit den Krippen hätten die sozialistischen Länder »eine Lösung an dem Mann vorbei gemacht, … weil davon ausgegangen werde, daß Männer weder bereit noch fähig sind, Elternarbeit zu leisten« [7], schreibt, was die Kinder betrifft, daß zwar wegen dieser Haltung der Männer »die gesellschaftliche Lösung Kleinstkinderkrippe« die einzige Alternative für »Kleinstkindbetreuung« sei, daß aber, und nun wörtlich: »Die von westlichen Autoren immer wieder beschworenen schädlichen Auswirkungen der Krippenbetreuung auf die Entwicklung des Kleinkindes so gravierend nicht sein (können), denn weder scheint in der DDR jedes zweite Kind verhaltensgestört zu sein, noch mangelt es in westdeutschen Grundschulen an schwierigen und verhaltensauffälligen Hausfrauenkindern.« [8] Daß die gleiche Autorin auch die Behauptung aufstellt, in den Krippen der DDR würde »das Kleinstkind nur verwahrt, ohne ihm Vorteile zu bieten«, und Krippen sollten überhaupt »in optimaler Form« nur in einem feministischen Traum-Service-Haus angeboten werden, ist wohl zu gleichen Teilen bundesdeutscher Uniformiertheit und feministischer Borniertheit zuzuschreiben.

Ebenso die krampfhaften Bemühungen nachzuweisen, die ganze Sozialgesetzgebung der DDR, einschließlich des »Mütterjahres« beim zweiten Kind, diene in erster Linie dazu, Vorteile für den Mann zu erreichen und »die reaktionäre Struktur ihrer Familien« zu erhalten, wofür sich die DDR in ihren Informationsbroschüren auch noch naiv lobe. Daß so gesehen dann auch die sozialistischen Länder »auf dem Wege in die kinderlose Gesellschaft« sind, weil die Frau auf die unnatürliche Bevorzugung der Männer mit dem Gebärstreik antworte, ist dann leicht nachzuweisen. Daß es nicht stimmt, macht ihr wenig aus.

DDR Kinderwagen

…vor dem Backwarenladen

In Wirklichkeit stellt die sozialistische Gesellschaft mit der Einrichtung der Krippen den »natürlichen« Zustand in moderner Form wieder her. Nicht, indem die Krippe etwa die historisch entstandene Kleinfamilie ersetzt, sondern indem sie Funktionen für Säugling und Kleinkind übernimmt, die diese Familie nicht mehr voll erfüllen kann. Darüber hinaus werden Krippen und Kindergärten auch immer mehr zu Stätten, wo sich junge Mütter und Väter Rat holen für eine den Grundsätzen einer wissenschaftlich immer besser fundierten Vorschulpädagogik und -hygiene entsprechenden Erziehung ihrer Kleinkinder auch für die Zeit, die sie in der Familie verbringen. Die Gesellschaft nimmt den Eltern mit der Einrichtung von Krippen die Verantwortung für die Erziehung ihrer Kinder nicht ab, sie hilft ihnen, dieser Verantwortung unter modernen Lebensbedingungen besser gerecht zu werden, indem sie für die entsprechenden Einrichtungen und die entsprechend ausgebildeten Erzieher und Berater sorgt.

Selbstverständlich sind auch in der DDR die Krippen nach 1945 nicht sofort als fix und fertige pädagogisch-hygienische Einrichtungen entstanden. Dazu fehlten sowohl die materiellen Mittel als auch die wissenschaftlichen Kenntnisse und Erkenntnisse. Bis 1955 wurden Krippen und Kinderheime vor allem dadurch geschaffen, daß ehemalige Villen von Kriegsverbrechern oder republikflüchtigen Kapitalisten, Schlösser von ehemaligen Großgrundbesitzern, manchmal auch kleine Sanatorien, Kinderkliniken oder sogar Gaststätten und große vielzimmrige Parterrewohnungen umgestaltet oder umgebaut wurden. Aber schon in der zweiten Hälfte der fünfziger Jahre trat der Neubau von Krippen immer stärker in den Vordergrund der weiteren Entwicklung.

Dieser Text wurde entnommen:
Heinz H.Schmidt, Die berufstätige Mutter – Ursachen und Lösung ihres Dilemmas, Dietz Verlag Berlin, 1981, S.197-203. (Zwischenüberschriften von mir, N.G.)

Quellenangaben:
[1] August Bebel, Die Frau und der Sozialismus, Dietz Verlag Berlin, 1953, S.203.
[2] ebd.
[3] Statistisches Jahrbuch 1979 der Deutschen Demokratischen Republik, S. 336.
[4] Erste Internationale Konferenz für Gesundheitsschutz der Kinder im frühen Kindesalter. In: Heilberufe, Januar 1979, S.16/17.
[5] Siehe: Zum Einfluß von Familie und Krippe auf die Entwicklung von Kindern in der frühen Kindheit. Hrsg. von Eva Schmidt-Kolmer, Schriftenreihe: Hygiene in Kinderkollektiven, Bd.2, Berlin 1977, S.22.
[6] Siehe: Ursula Lehr, Die Rolle der Mutter in der Sozialisation des Kindes, S.47.
[7] Elisabeth Dessau, Auf dem Wege in die kinderlose Gesellschaft, Hamburg 1979.
S.47. (Sie sollte mal morgens oder abends Väter beim Bringen ihres Kindes zur oder beim
Abholen aus der Krippe beobachten.)
[8] ebd.

Siehe auch:
Erich Honecker: Für ein kinderfreundliches Land
Leben in der DDR – Lebensweise und Familie
Die DDR – ein kinderfreundliches Land

Nachbemerkung:
Was die angebliche „Kinderfreundlichkeit“ der BRD anbelangt, so braucht man sich nur einmal die vielfachen Kosten und Gebühren anzuschauen, die von den Kindereinrichtungen bei den Eltern abkassiert werden (Kita-Gebühren, Essengeld, Eintrittsgelder, Veranstaltungsbeiträge, Kosten für Bastelmaterial usw. usf.) Es gibt nicht nur Streit um die Kindergartengebühren, darüberhinaus dürfen die Kindereinrichtungen von jungen Müttern nunmehr auch noch Strafgebühren in Höhe von 10 EURO je angefangene halbe Stunde abkassieren, wenn ein Kind mal 5 Minuten zu spät vom Kindergarten abgeholt wird! Das alles gab es in der DDR nicht.

Die Kindergärten und die sog. Kombinierten Kindereinrichtungen (eine Kombination aus Kinderkrippe, Kindergarten und Kinderhort) befanden sich meist in der Nähe der Wohnsiedlungen, so daß junge Muttis, bevor sie mit den öffentlichen Nahverkehrsmitteln zur Arbeit fuhren, ihre Kinder abgeben und sie nach der Arbeit dort wieder abholen konnten. Dafür hatten die Kindereinrichtungen oft sogar bis um 19 Uhr geöffnet. Auch verfügten größere Betriebe und Krankenhäuser nicht selten über einen eigenen Betriebskindergarten. (Übrigens konnte man damals auch noch den Kinderwagen vor dem Haus stehenlassen, ohne daß er geklaut wurde.) Als Kinderheime dienten oft Villen ehemaliger Fabrikbesitzer, von Nazibonzen oder Kriegsverbrechern, die nach 1945 enteignet worden waren. Dort wurden die Kinder liebevoll betreut. Heute befinden sich alle diese Immobilien wieder in den Händen dieser Leute.

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