Der Sozialismus war und ist lebensfähig!

Alex

Berlin – Hauptstadt der DDR

Weil immer wieder Zweifel aufkommen, ob es in der DDR einen Sozialismus gegeben habe, und ob dieser Sozialismus überhaupt „lebensfähig“ gewesen sei – das ist das heute in der BRD vermittelte Geschichtsbild! Hier nun die Antwort: Ja, es war Sozialismus. Und die DDR war lebensfähig. Sehr sogar! Doch die Gründe für den Untergang muß man woanders suchen. Man sollte sich also einmal der Mühe unterziehen, den Ursachen nachzugehen. (Siehe: Eine verbrecherische Rede, oder auch: Die Demontage)

Unser Weg hat sich bewährt

Der Aufbau der sozialistischen Volkswirtschaft ist ein komplizierter Weg. Schwer war der Anfang in den Jahren nach 1945. Wir alle sollten es nie vergessen. Das stärkt unseren Stolz auf das Errungene, unsere Zuversicht und das Selbstvertrauen für zukünftige Aufgaben. Und die Gestaltung der entwickelten sozialistischen Gesellschaft stellt hohe Anforderungen an unser Können und unsere Einsatzbereitschaft. [1]

Deutschland 1945 Das Erbe des faschistischen Krieges, die Trümmerwüsten in Berlin, Dresden, Neubrandenburg, Anklam und so vielen anderen Städten und Dörfern sind beseitigt, die zerstörten Schornsteine und Fabrikhallen in Magdeburg, Leuna, Forst, Plauen und überall in der Republik sind wieder aufgebaut oder durch neue ersetzt. Eine Selbstverständlichkeit? – Ja! Aber es hat große Anstrengungen gekostet. Am Anfang zweifelte so mancher am Erfolg des Weges, auf dem die marxistisch-leninistische Partei der Arbeiterklasse die Werktätigen führte. Ohne das Kommando der Konzernherren und Gutsbesitzer – nach eigenen, wissenschaftlich begründeten Gedanken, das war ungewohnt. Ohne Konkurrenz und Jagd nach Profit – in kameradschaftlicher Zusammenarbeit auf der Grundlage des Planes, für das Wohl aller Werktätigen, mancher glaubte nicht recht daran. Doch es zeigte sich: Ohne Kapitalisten ging es besser, und es wurde viel erreicht!

Was wir in der DDR erreicht haben

Facharbeiterin

Junge Facharbeiterin in einem volkseigenen Chemiebetrieb der DDR

Bis 1974 wurden 1,7 Millionen Wohnungen neu-, um- oder ausgebaut, das bedeutet, daß in der DDR mehr als jede vierte Wohnung eine neugebaute oder modernisierte Wohnung ist. Es wurden so viele Wohnungen gebaut oder erneuert, wie in den Bezirken Cottbus, Erfurt, Gera, Magdeburg und Neubrandenburg insgesamt Wohnungen zur Verfügung stehen. Viele Betriebe, Stätten der Kultur und soziale Einrichtungen wurden wiederaufgebaut, rekonstruiert, erweitert oder neu errichtet. Dort, wo 1949 noch Kiefern standen, produzieren heute leistungsstarke volkseigene Industrie-kombinate, so in Eisenhüttenstadt, Schwedt, Wilhelm-Pieck-Stadt Guben, Schwarze Pumpe und vielen anderen Orten.

Fast eine Million Menschen – jeder siebente im produzierenden Bereich der Volkswirtschaft (dazu gehören vor allem die Industrie, die Bauwirtschaft, die Land- und Forstwirtschaft, das Verkehrs-, Post- und Fernmeldewesen) – sind damit beschäftigt, Produktionsanlagen zu errichten, die in diesen Betrieben benötigten Maschinen herzustellen und unsere Städte und Verkehrseinrichtungen auszubauen und zu erneuern.

Wie war das nach dem 2. Weltkrieg?

Aus der Warte unserer Tage erscheint es fast unvorstellbar, daß das „Neue Deutschland“ vom 4.11.1949 unter der Überschrift „Was bringen die neuen Lebensmittelkarten?“ mitteilte, es werde auf die einheitlichen Lebensmittelgrundkarten ab 1.12.1949 im Monat 900 Gramm Fleisch und Wurstwaren und 450 Gramm Fett (Butter, Öl, Schmalz, Margarine) geben. Heute verbraucht jeder Bürger unserer Republik – manche essen schon zuviel – durchschnittlich im Monat 6.300 Gramm Fleisch und Wurstwaren, 1.180 Gramm Butter und noch 1.500 Gramm Margarine, Öl und Fette dazu. Aber dazu mußte auch der Bestand an Schweinen von 2 Millionen im Jahre 1946 auf 11,5 Millionen im Jahre 1974 und die Herstellung von Butter von 45.000 Tonnen auf 250.000 Tonnen gesteigert werden. 32.000 Schweine, über 5.000 Rinder und mehr als 11 Millionen Eier wurden 1974 pro Tag in der DDR verzehrt.

Unser Leben im Sozialismus

Dank der fleißigen Arbeit der Werktätigen in allen produzierenden Bereichen konnte das Nationaleinkommen – die Quelle für die Erweiterung der Produktion und die immer bessere Befriedigung der materiellen und kulturellen Bedürfnisse der Bevölkerung – von 1949 bis 1974 mehr als versechsfacht werden. Das durchschnittliche monatliche Arbeitseinkommen eines Beschäftigten stieg von 311 Mark im Jahre 1950 auf 860 Mark im Jahre 1974. In der gleichen Zeit erhöhten sich auch die Ausgaben aus dem Staatshaushalt für Bildung und Kultur, Gesundheits-, Sozialwesen und Sozialversicherung – umgerechnet auf jeden Beschäftigten im Monat – von 85 Mark auf 375 Mark. Dieses Geld findet zwar niemand in seiner Lohntüte vor, und dennoch dient es dem materiellen und kulturellen Lebensniveau jedes einzelnen. So gibt unser Staat monatlich 2600 Mark für jede Schulklasse aus. Niemand muß sich finanzielle Sorgen machen, weil er krank geworden ist, denn die ärztliche und medizinische Betreuung ist kostenlos.

Kindergarten Wolfen

Ein Kindergarten in der Chemiearbeiterstadt Wolfen

Unser Leben wurde reicher und schöner, allen feindseligen Taten des Monopolkapitals – Sabotage, Abwerbung, Übervorteilung – zum Trotz.

Der nichterklärte Krieg gegen die DDR

Neben der Sowjetunion stand die DDR jahrelang im Zentrum eines Wirtschaftskrieges der USA und der BRD, der das Ziel verfolgte, den wirtschaftlichen Aufbau in der jungen Republik zu stören, um dadurch auch die politische Entwicklung zu hemmen und die Errichtung der Grundlage des Sozialismus in der DDR zu verhindern. Die USA sprach ein Warenembargo aus, und für den Aufbau wichtige Rohstoffe, Maschinen und Anlagen durften nicht an die DDR geliefert werden. Am 7.2.1950 stellte auch die BRD alle Stahllieferungen an die DDR ein. Im März 1951 sperrte das Schatzamt der USA alle Guthaben der DDR bei den amerikanischen Banken. Die Beteiligung der DDR Messen und Ausstellungen in kapitalistischen Ländern wurde unterbunden bzw. gestört. Das sollte den Aufschwung im Außenhandel der DDR stoppen. 1960 wurden sogar bestehende Handelsabkommen mit der DDR gekündigt.

Palast_der_Republik

Palast der Republik in der Hauptstadt der DDR, Berlin

Bis zum 13. August 1961 fügte die BRD der DDR einen ökonomischen Schaden von 120 Milliarden Mark zu. Dieser Betrag wurde 1965 von Professor Baade, dem damaligen Leiter des westdeutschen Instituts für Weltwirtschaft der Universität in Kiel und Abgeordnetem des Bundestages in Bonn, ausgerechnet. Dieser Betrag umfaßt die im Ergebnis des zweiten Weltkrieges erforderlich gewordenen Reparationen [2] die die DDR für die BRD bezahlt hat. Es umfaßt Verluste an Nationaleinkommen die entstanden sind durch vorsätzlich organisierten Produktionsausfall, durch den gesellschaftlichen Aufwand für die Ausbildung von abgeworbenen Kadern; durch Grenzgängerei von und nach Westberlin, durch Schwindelkurs und Schmuggel. Dieser Verlust entspricht der Summe aller Investitionen, die in der Volkswirtschaft der DDR von 1950 bis 1961 vorgenommen wurden. Aber all das konnte die erfolgreiche Entwicklung der DDR nicht aufhalten. Die Mühen haben sich gelohnt. Gewiß bleiben noch manche Wünsche offen, aber auch diese werden durch unsere zielstrebige Arbeit noch erfüllt.

Unser Weg hat die Menschen von Ausbeutung und von der Unsicherheit des morgigen Tages befreit und ihnen Glück und Wohlstand gebracht. Wir setzen konsequent fort. [3] Je leistungsfähiger unsere Volkswirtschaft ist – desto schöner und reicher wird unser Leben – desto sicherer ist auch der Frieden. Unser Dank gebührt der Sowjetunion. Sie half 1945, den größten Hunger zu beseitigen. Sie lieferte uns Maschinen und Rohstoffe. Sie lehrte uns aber vor allem, den Aufbau der sozialistischen Volkswirtschaft in unserer Republik zu verwirklichen und zu leiten.

Quelle: Eberhard Prager, Die sozialistische Volkswirtschaft – ein Feld der Bewährung, In: Der Sozialismus – Deine Welt, Berlin, 1975, S. 225f.

Anmerkungen:
Den überzeugendsten Beweis für die Lebensfähigkeit des Sozialismus erbrachte in erster Linie die Sowjetunion, indem sie die tödliche Bedrohung und den heimtückischen Überfall eines der mächtigsten imperialistischen Länder jener Zeit überstand und die faschistische deutsche Wehrmacht in harten und erfolgreichen Kämpfen vernichtete. Und was die Frage betrifft, ob die DDR am Ende pleite war, so gibt es auch darauf eine Antwort: Nein! [4]

[1] Dieser Artikel wurde 1975 (!) veröffentlicht.
[2] Die Höhe der von der Ostzone (später DDR) erbrachten Reparationen wurden 1985 vom Bundesministerium für innerdeutsche Beziehungen mit 66,4 Mrd. DM (1944) beziffert = 99,1 Mrd. DM (1953). Ostdeutschland hat damit 98% der Reparationen bezahlt, wobei aus dem „sowjetischen Topf“ auch zumindest Polen bedient wurde. Auf die Einwohnerzahl von 1953 (Abschluß der Reparationen) umgerechnet, hat jeder DDR-Bürger das dreizehnfache an Reparationen aufgebracht! Quelle: ossietzky 3/2005
[3] Es gibt sowohl äußere als auch innere Gründe für die vorläufige Niederlage des Sozialismus in der DDR. Noch heute – 20 Jahre nach der „friedlichen“ Konterrevolution – ist kein Ende der über den Sozialismus verbreiteten Lügen und Verleumdungen abzusehen. mehr…
[4] An der Universität zu Bremen entstand 2006 die folgende Studie:
War die DDR bankrott und total marode? – Fiktion und Wirklichkeit 1989
http://www.memo.uni-bremen.de/docs/m2706b.pdf

Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Die Konterrevolution in der DDR und ihre Handlanger
Walter Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus?
Das einheitliche sozialistische Bildungssystem der DDR
Wie die Chruschtschowisten die DDR zerstörten…
Kurt Gossweiler: Über die Vorzüge des Sozialismus in der DDR
Wer gehört eigentlich zur Arbeiterklasse?

pdfimages  Der Sozialismus war und ist lebensfähig

Dieser Beitrag wurde unter Demokratie, Geschichte, Meine Heimat DDR, Sozialistische Wirklichkeit, Was ist Sozialismus? veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

17 Antworten zu Der Sozialismus war und ist lebensfähig!

  1. Pingback: Eine verlorene Generation… | Sascha's Welt

  2. Pingback: Die Oppositionellen in der SED | Sascha's Welt

  3. Pingback: W.Ulbricht: Warum Marxismus-Leninismus? | Sascha's Welt

  4. Pingback: Erich Hanke: Über Glück und Gesundheit | Sascha's Welt

  5. Pingback: Das Märchen vom Strukturwandel | Sascha's Welt

  6. Pingback: …ihr wißt gar nichts von uns! | Sascha's Welt

  7. Pingback: Die Oppositionellen in der SED | Sascha's Welt

  8. Pingback: Warum fehlt der Jugend heute die Allgemeinbildung? | Sascha's Welt

  9. Pingback: Thomas Mann: Der Antikommunismus ist die Grundtorheit unserer Epoche | Sascha's Welt

  10. Pingback: Was ist sozialistische Planwirtschaft? | Sascha's Welt

  11. Pingback: Franz Köhler: Warum Sozialismus? | Sascha's Welt

  12. Pingback: Hermann Kant (1926-2016) | Sascha's Welt

  13. Lund schreibt:

    Ich hatte kein Problem im Sozialismus. Ich habe ruhig leben können. Wenn Honecker und Co. es richtig gemacht hätten, gäbe es ihn heute noch. Ich bin der Meinung, das der Sozialismus, wenn man ihn richtig praktiziert, das definitiv bessere System ist

  14. Pingback: Thomas Mann (1875-1955): Der Antibolschewismus, die Grundtorheit unserer Epoche | Sascha's Welt

  15. Pingback: Gab es einen Sozialismus in der DDR? | Sascha's Welt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s