Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden

Ein gewisser Harry Nick hat einmal in der „jungen Welt“ (27.1.2011) behauptet, es könne „weitgehendes Einverständnis darüber hergestellt werden, daß unter dem Banner des Kommunismus, unter Verantwortung von Parteien, die sich als kommunistische Parteien ausgaben, furchtbare Verbrechen begangen wurden. J.W. Stalin, der Massenmord an Millionen Menschen befahl, war der Führer der »Kommunistischen Partei der Sowjetunion«.“

Konnte Herr Dr. Nick diese ungeheuerliche Behauptung eigentlich beweisen? Und woher nahm er diese dreiste Unterstellung, daß es ein weitgehendes Einverständnis gäbe? Mit wem eigentlich? Mit Goebbels, Chruschtschow, Conquest und ihresgleichen? Um der Wahrheit näher zu kommen, genügt es eigentlich, die Seite von Mario Sousa zu zitieren, der da schrieb:

The lies about the Soviet Union

A brief discussion as to the research reports.
The research conducted by the Russian historians shows a reality totally different to that taught in the schools and universities of the capitalist world over the last 50 years. During these 50 years of the cold war, several generations have learnt only lies about the Soviet Union, which have left a deep impression on many people. This fact is also substantiated in the reports made of the French and American research. In these reports are reproduced data, figures and tables enumerating those convicted and those who died, these figures being the subject of intense discussion. But the most important thing to note is that the crimes committed by the people who had been convicted is never a matter of any interest. Capitalist political propaganda has always presented Soviet prisoners as innocent victims and the researchers have taken up this assumption without questioning it. When the researchers go over from their columns of statistics to their commentaries on the events, their bourgeois ideology comes to fore – with sometimes macabre results. Those who were convicted under the Soviet penal system are treated as innocent victims, but the fact of the matter is that most of them were thieves, murderers, rapists, etc. Criminals of this kind would never be considered to be innocent victims by the press if their crimes were committed in Europe or the US. But since the crimes were committed in the Soviet Union, it is different. To call a murderer, or a person who has raped more than once, an innocent victim is a very dirty game. Some common sense at least needs to be shown when commenting on Soviet justice, at least in relation to criminals convicted of violent crimes, even if it cannot be managed in relation to the nature of the punishment, then at least as regards the propriety of convicting people who have committed crimes of this kind.

Tabelle
From the above Table, there are a series of conclusions which need to be drawn. To start with we can compare its data to those given by Robert Conquest. The latter claims that in 1939 there were 9 million political prisoners in the labour camps and that 3 million others had died in the period 1937-1939. Let the reader not forget that Conquest is here talking only about political prisoners! Apart from these, says Conquest, there were also common criminals who, according to him, were much greater in number than the political prisoners! In 1950 there were, according to Conquest, 12 million political prisoners! Armed with the true facts, we can readily see what a fraudster Conquest really is. Not one of his figures corresponds even remotely to the truth. In 1939 there was a total in all the camps, colonies and prisons of close to 2 million prisoners. Of these 454,000 had committed political crimes, not 9 million as Conquest asserts. Those who died in labour camps between 1937 and 1939 numbered about 160,000, not 3 million as Conquest asserts. In 1950 there were 578,000 political prisoners in labour camps, not 12 million. Let the reader not forget that Robert Conquest to this day remains one of the major sources for right-wing propaganda against communism.

http://www.mariosousa.se/LiesconcerningthehistoryoftheSovietUnion.html


Übersetzung:

Die Lügen über die Sowjetunion

Eine kurze Diskussion betreffs der Forschungsberichte.
Die von den russischen Historikern geführte Forschung zeigt eine Wirklichkeit, die dazu völlig verschieden ist von dem, was in den Schulen und Universitäten der kapitalistischen Welt im Laufe der letzten 50 Jahre unterrichtet wurde. Während dieser 50 Jahre des kalten Kriegs haben mehrere Generationen nur Lügen über die Sowjetunion erfahren, die einen tiefen Eindruck viele Menschen verlassen haben. Diese Tatsache wird auch in den von der französischen und amerikanischen Forschung gemachten Berichten begründet. In diesen Berichten sind Daten, Fakten und Tabellen aufgeführt, die aufzählen, wie viele Verurteilte es gab, und die Anzahl der Verstorbenen, was Thema intensiver Diskussionen ist. Aber das Wichtigste ist festzustellen, daß die Verbrechen, die von Leuten begangen wurden, die verurteilt wurden, niemanden interessiert. Die kapitalistische politische Propaganda hat immer die sowjetischen Gefangenen als unschuldige Opfer präsentiert, und die Forscher haben diese Annahme aufgenommen, ohne sie infrage zu stellen. Wenn die Forscher von ihren statistischen Zahlenkolonnen zu Kommentaren zu den Ereignissen übergehen, kommt ihre bürgerliche Ideologie manchmal zu makabren Ergebnissen. Diejenigen, die unter dem sowjetischen Strafsystem verurteilt wurden, werden als unschuldige Opfer behandelt, doch Tatsache ist, daß die meisten von ihnen Diebe, Mörder, Vergewaltiger usw. waren. Verbrecher dieser Art würden durch die Presse niemals als unschuldige Opfer behandelt, wenn ihre Verbrechen in Europa oder den Vereinigten Staaten begangen worden wären. Aber da die Verbrechen in der Sowjetunion begangen wurden, ist es etwas anderes. Einen Mörder oder einen Gewalttäter hat ein unschuldiges Opfer zu bezeichnen, ist ein sehr schmutziges Spiel. Man muß schon einen gesunden Menschenverstand haben, wenn man sich über die sowjetische Justiz äußern will, wenigstens in Bezug auf die wegen Gewaltverbrechen verurteilten Täter, wenn schon nicht in Bezug auf die Art der Strafe, so doch mindestens hinsichtlich der Verpflichtung zur Verurteilung der Personen, welche Verbrechen dieser Art begangen haben.

Zu der oben genannten Tabelle gibt es eine Reihe von Schlüssen, die gezogen werden müssen. Um damit anzufangen, können wir diese Daten mit denjenigen vergleichen, die von Robert Conquest angegeben wurden. Seinen Angaben zufolge befanden sich 1939 etwa 9 Millionen politische Gefangene in Arbeitslagern, von denen im Zeitraum 1937-1939 etwa 3 Millionen gestorben seien. Der Leser darf hier nicht vergessen, daß Conquest nur über politische Gefangene spricht! Abgesondert von diesen, sagt Conquest, es gab auch Kriminelle, deren Anzahl viel größer war als die der politischen Gefangenen! 1950 gab es, nach Conquest 12 Millionen politische Gefangene! Bewaffnet mit den wahren Tatsachen können wir sogleich sehen, was für ein Fälscher Conquest wirklich ist. Nicht eine seiner Zahlen entspricht auch nur im entferntesten der Wahrheit. 1939 gab es insgesamt in allen Lagern, Kolonien und Gefängnissen ungefähr 2 Millionen Gefangene. Diese 454.000, und nicht 9 Millionen, wie Conquest behauptet, hatten politische Verbrechen begangen. Die Anzahl derjenigen, die zwischen 1937 und 1939 in Arbeitslagern starben, betrug ungefähr 160.000, und nicht 3 Millionen, wie Conquest behauptet. 1950 gab es 578.000 politische Gefangene in Arbeitslagern, und nicht 12 Millionen. Der Leser darf auch nicht vergessen, daß Robert Conquest bis jetzt eine der Hauptquellen für die rechtslastige Propaganda gegen den Kommunismus ist.


Kommentar:

Es gibt mittlerweile in genügender Zahl ernstzunehmende russische (aber auch andere) Historiker, die diesen Verleumdungen der Kommunistischen Partei der Sowjetunion und vor allem Stalins durch Hitler, Goebbels, Chruschtschow, Solzhenizyn, Conquest und andere umfangreiche und tiefgründige Forschungen entgegenzusetzen haben. In sehr gründlicher Weise hat dies auch Kurt Gossweiler getan, der mit seiner Taubenfußchronik den Nachweis geliefert hat, daß der Verdacht begründet war… daß mit diesem ‚Reformer‘ (Chruschtschow) in Wahrheit ein Antikommunist an die Spitze der Partei Lenins gelangt war und daß der Versuch, Stalin einen Massenmord an Millionen Menschen anzulasten, nichts weiter ist als ein Ablenkungsmanöver, das darüber hinwegtäuschen soll, daß es der deutsche Faschismus war, auf dessen Verbrechenskonto schätzungsweise sechs Millionen Juden kommen, die in den Nazi-Konzentrationslagern umgebracht wurden. Allein 20 Millionen Sowjetbürger verloren durch den von den Nazis angezettelten Krieg ihr Leben. Die nachträgliche Geschichtsfälschung (so auch im Fall Katyn) dient im wesentlichen antikommunistischen Zielen. Sie dient der Verleumdung des Kommunismus!

Siehe auch:
Opferzähler und ihre Methoden: http://www.youtube.com/watch?v=6vIoGc32bpc
Prof. Iljuchin: Die Fälscher im russischen Staatsarchiv
Andrea Schön: Geschichtslügen
Kurt Gossweiler – ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

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16 Antworten zu Die Lüge von den Stalinschen Massenmorden

  1. prkreuznach schreibt:

    Harry Nick ist mir als „RotFuchs“-Autor bekannt. Aber dass er als gebildeter Mensch so grobschlächtig eine Behauptung veröffentlicht, verwundert mich. Das hat doch nichts mit Kritik an Stalin zu tun. Diese könnte man sachlich vorbringen. Gerade bei einem so intelligenten Mann, wie Harry Nick, hätte ich solche groben Worte, wie sie in jeder BLÖD-Zeitung stehen könnten, nicht erwartet.

    • sascha313 schreibt:

      Herr Nick ist tot. Aber die Bemerkung zeigt, wie tief sich der antikommunistische Haß in die Hirne mancher Linken eingefressen hat. Sie verehren Modrow, Krenz und Gysi. Und sie haben Gossweiler belächelt. Welch eine Arroganz!

      • prkreuznach schreibt:

        sascha313, dass Harry Nick tot ist, war und ist mir sehr wohl bekannt. Ich hätte meinem Kommentar mehr Rückblick-Charakter geben können. Doch Deine Bemerkung bringt es auf den Punkt, sascha313. Solange Linke irreführend agieren können und von anderen Linken in den Himmel gehoben werden, sieht es für unsere Zukunft nicht rosig aus.

  2. sascha313 schreibt:

    Petra, da hast Du recht!

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