Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?

Pieck Grotewohl

Freunde und Kampfgefährten: Wilhelm Pieck und Otto Grotewohl (1950)

Im April 1954 auf dem IV. Parteitag der SED hielt Ministerpräsident Otto Grotewohl eine Rede, in der er begründet, warum der Kommunismus gut für die Menschen ist. Hinter ihm, an der Wand war die Aufschrift befestigt:

DIE STÄRKE DER PARTEI
LIEGT IN IHRER UNLÖSBAREN
VERBUNDENHEIT
MIT DEN MASSEN

Das war mehr als nur symbolisch. Durch das Vertrauen der Arbeiterklasse in die Politik der Partei, durch die enge Verbindung der Partei zum Volk, und durch dessen enthusiastische Kraft und mit Hilfe der Sowjetunion, war es damals möglich, binnen weniger Jahre auf den Trümmern des 2.Weltkrieges eine neue, sozialistische Gesellschaftsordnung zu errichten. Die DDR gehörte bald darauf wirtschaftlich, wie sozial zu den fortgeschrittensten Ländern der Erde…

Zwar hatten wir noch keinen Kommunismus in der DDR (wie im übrigen nirgendwo auf der Welt), doch wir hatten den Sozialismus, die Vorstufe der kommunistischen Gesellschaft. Und der war dem heutigen Kapitalismus haushoch überlegen. Davon können die meisten Menschen heute nur träumen. (Bei allen Fehlern und Mängeln, die es gab!) Und das sind unsere praktischen Erfahrungen damit. Otto Grotewohl sagte damals zu den Anwesenden:

Der dem Parteitag vorgelegte Rechenschaftsbericht des Zentralkomitees ist ein umfangreiches Dokument für die umgestaltende Kraft der Arbeiter und der Bauern in der Deutschen Demokratischen Republik, die sich aus der sinnvollen Verbindung marxistisch-leninistischer Theorie und marxistisch-leninistischen Handelns ergibt.

Für eine neue Offenheit, Ehrlichkeit und Begeisterung

Trotzdem gestattet mir zu sagen, daß viele der von den Genossen gehaltenen Diskussionsreden bis jetzt noch nicht in allen Punkten den Erwartungen entsprachen, die die umfangreiche marxistisch-leninistische Analyse des Rechenschaftsberichtes des Zentralkomitees erwarten ließ. Gewiß waren viele der hier gegebenen Berichte voll von heroischen Beispielen im Kampf um Planerfüllung, um Übererfüllung und Selbstverpflichtung. Aber viele dieser Berichte waren eben gute Wirtschaftsberichte. Man vermißte in ihnen oft noch den Willen, Kritik und Selbstkritik mit jener leidenschaftlichen Begeisterung und klassenmäßigen Bindung zur Beseitigung von Fehlern und Mängeln zu verbinden, wie es zum Beispiel Genossin Erna Wilcken, Parteisekretär der Verkehrsbetriebe Rostock, und andere uns gezeigt haben.

Das sozialistische Bewußtsein entwickelt sich nicht im Selbstlauf

Der Marxismus-Leninismus führt den Nachweis, daß das gesellschaftliche Bewußtsein nicht von selbst entstanden ist, sondern sich auf der Grundlage der sich stets verändernden gesellschaftlichen Produktion entwickelt und sich ebenfalls verändert. Das gesellschaftliche Bewußtsein der Menschen formt und entwickelt sich im Prozeß des Lebens und der Arbeit, im Zuge der historischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Entwicklung. Gesellschaftliches Bewußtsein muß seinen Inhalt aus dem Leben und aus der Wirklichkeit schöpfen, wenn es die objektive Realität widerspiegeln und sich im Kampf um den gesellschaftlichen Fortschritt zu einer gewaltigen, aktiven und bewegenden Kraft entwickeln soll.

Das gesellschaftliche Sein bestimmt das Bewußtsein!

Mit dieser Lehre vom gesellschaftlichen Bewußtsein, legten die Begründer des wissenschaftlichen Sozialismus der Arbeiterklasse starke theoretische Waffen in die Hände im Kampf um den Sozialismus, für den Aufbau einer neuen Gesellschaftsordnung. Sie zerschlugen die „Theorien“ der idealistischen Philosophen, wonach Wesen und Inhalt der gesellschaftlichen Bewußtseinsformen den Ideen und Anschauungen der Menschen, der „absoluten Idee“, der Religion, dem „blinden Schicksal“ oder einzelnen hervorragenden Persönlichkeiten entspringen. Mit Hilfe solcher „Theorien“ versuchen die Ausbeuterklassen die objektiven Tatsachen zu verdrehen und ihre besonderen Klasseninteressen zu verschleiern.

Die DDR – ein fortschrittlicher Staat der Arbeiter und werktätigen Bauern

In Wirklichkeit sind die werktätigen Massen die wahren Schöpfer aller materiellen und geistigen Werte. Ihre bewußte Tätigkeit drückt der Entwicklung der Geschichte den Stempel auf. Das ist in der Deutschen Demokratischen Republik so, weil die Arbeiterklasse im Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft und in Zusammenarbeit mit allen anderen fortschrittlichen Kräften den Staat, die Deutsche Demokratische Republik, in ihre Hände genommen hat. Genosse Ulbricht hat die Rolle der Arbeiterklasse in der DDR genau dargelegt. Die Arbeiterklasse spielt in der DDR die führende Rolle. Von 6,1 Millionen werktätigen Männern und Frauen, die in Lohnarbeit stehen, sind in der DDR mehr als 4,5 Millionen Arbeiter. Gemeinsam mit ihren Familienangehörigen machen die Arbeiter mehr als die Hälfte der gesamten Bevölkerung der Republik aus. Schon allein da spricht von der überaus bedeutenden Rolle, die die Arbeiter im Leben der DDR spielen. Sie schaffen mit ihrer Arbeit alle materiellen Werte. Doch die zahlenmäßigen Angaben allein geben noch keine volle Vorstellung von der Rolle der Arbeiterklasse in der DDR.

Der entscheidende Unterschied zu Westdeutschland

Auch in Westdeutschland stellen die Arbeiter und ihre Familien die Mehrheit der Bevölkerung dar. Auch ihre Arbeit schafft die größten Reichtümer der Gesellschaft, doch sie haben keinerlei entscheidenden Einfluß auf das Leben der Gesellschaft in Westdeutschland, wie es in der DDR für unsere Arbeiterklasse der Fall ist. Das Wichtigste ist, daß in der DDR der größte Teil der Wirtschaft und die gesamte Staatsmacht der Arbeiterklasse gehören, die ein Bündnis mit der werktätigen Bauernschaft eingegangen ist und eng mit allen fortschrittlichen Kreisen, mit Wissenschaftlern, Technikern und Künstlern zusammenarbeitet, während in Westdeutschland die Wirtschaft und die Staatmacht ebenso wie früher den Großkapitalisten und Gutsbesitzern gehören.

Der Kampf um soziale Gerechtigkeit – gegen Ausbeutung und Unterdrückung

Lenin hat nachgewiesen, daß die werktätigen Massen stets die Hauptkraft historischer Prozesse sind, alle sozialen Revolutionen und jeden gesellschaftlichen Fortschritt selbst vollbracht haben und vollbringen, und daß im Verlaufe der historischen Auseinandersetzung der Klassen das Bewußtsein und die Organisiertheit der Werktätigen wachsen. … Die unbesiegbare geistige Waffe der Arbeiter und Bauern in diesem ihrem heroischen Kampf ist die Lehre von Marx, Engels und Lenin. Ihre Partei verteidigt und verficht die ureigensten Interessen der Arbeiterklasse und aller Werktätigen, nur sie ist auch imstande, dem Grundgesetz des Sozialismus zum Durchbruch zu verhelfen, indem sie die Mehrheit der Werktätigen für ihre Politik gewinnt und ihre führende Rolle auf allesn Gebieten des gesellschaftlichen Lebens verwirklicht.

Warum war Kommunismus stets gut für die Menschen?

Es geht einfach darum, daß die Arbeiter in der DDR den entscheidenden Teil der Produktionsmittel in ihren Besitz genommen haben, daß sie für sich selbst arbeiten und nicht für Kapitalisten, daß die von den Arbeitern geschaffnen Werte nicht der Bereicherung eines kleinen Häufleins von Großkapitalisten dienen, sondern – zum mindesten in der volkseigenen Industrie – dem Wohl der ganzen Gesellschaft. Die Arbeiter in der DDR sind schon nicht mehr Objekt der Ausbeutung durch die Großkapitalisten, sondern sie haben die Ausbeutung beseitigt und ihren eigenen Staat errichtet. Die Werktätigen erkennen, daß dieser neue Staat ihr eigener Staat ist, mit dem sie ihre eigenen Geschicke lenken und leiten. Damit werden die Werktätigen, die Arbeiter und Bauern, zum grundlegenden Träger der Staatsmacht. [1]

Um das alles zu erreichen, was in der DDR in diesen wenigen Jahren erreicht wurde, und um die Macht der Arbeiterklasse zu verteidigen, um das Volk vor den inneren und äußeren Feinden zu schützen, war es notwendig, die Diktatur des Proletariats zu errichten. Es ist die Macht der Mehrheit des Volkes über die Minderheit der gestürzten Ausbeuterklasse.

Ist Diktatur nicht etwas Schreckliches?

Nein: Die Diktatur des Proletariats ist die ungeteilte politische Herrschaft der Arbeiterklasse, die von ihr in der sozialistischen Revolution errichtet wird und dem Aufbau und der Festigung des Sozialismus dient. Um die neue, sozialistische Ordnung aufbauen zu können, muß die Arbeiterklasse ihre eigene politische Herrschaft errichten, ihr eigene Staatlichkeit konstituieren, den Staat der Diktatur des Proletariats. Sie nutzt den sozialistischen Staat als Machtinstrument der Arbeiterklasse, um „der Bourgeoisie nach und nach alles Kapital zu entreißen, alle Produktionsinstrumente in den Händen des Staates, d.h. des als herrschende Klasse organisierten Proletariats zu zentralisieren und die Masse der Produktionskräfte … rasch zu vermehren“ (MEW, B.4, S.481). [2]

„Der Kommunismus beginnt dort“, so sagte Lenin, „wo einfache Arbeiter in selbstloser Weise, harte Arbeit bewältigend, sich Sorgen machen um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität, um den Schutz eines jeden Puds Getreide, Kohle, Eisen und anderer Produkte, die nicht den Arbeitenden persönlich und nicht den ihnen ‚Nahestehenden‘ zugute kommen, sondern ‚Fernstehen­den‘, d.h. der ganzen Gesellschaft.“ [3]

Quellen:
[1] Otto Grotewohl, im Kampf um die einige Deutsche Demokratische Republik, Reden und Aufsätze, Bd.IV, Dietz Verlag Berlin 1959, S.65-69. (Zwischenüberschriften, N.G.)
[2] Jugendlexikon Politische Ökonomie, VEB Bibliographisches Institut Lpz., 1981, S.47.
[3] W.I. Lenin: Die große Initiative, in: Werke, Bd.29, Dietz Verlag, Berlin 1977, S.417.


Dreizehn Fragen und Antworten:
1. Die DDR war nicht pleite, sie war aber ohne die Sowjetunion nicht zu halten.
2. Der Sozialismus war lebensfähig, wurde aber durch innere und äußere Feinde zerstört.
3. Die Feinde der DDR waren eine verschwindend kleine Minderheit, dennoch gefährlich.
4. Die Abweichungen vom Sozialismus führten zu Unzufriedenheit in der DDR.
5. Die Sowjetunion war unbesiegbar, solange sie am Marxismus-Leninismus festhielt.
6. Die angeblichen 20 Millionen Toten unter Stalin sind eine statistische Erfindung.
7. In den sozialistischen Ländern gab es keine Arbeitslosigkeit und keine Ausbeutung.
8. Der Kapitalismus ist nicht unbesiegbar, er muß aber überwunden werden.
9. Die sozialen Errungenschaften (wie z.B. in der DDR) sind nur im Sozialismus möglich.
10. Die globalen Menschheitsprobleme sind im Kapitalismus nicht lösbar.
11. Die Verbindung der Partei der Arbeiterklasse zu den Massen ist lebensnotwendig.
12. Der Sozialismus ist nicht gescheitert, sondern er wurde von seinen Feinden zerstört.
13. Der Kommunismus ist gut für die Menschen, Marx konnte beweisen, warum das so ist.

Worin besteht nun die Aufgabe der Kommunisten?
1. Die Apathie im Proletariat überwinden.
2. Die Zerfahrenheit in Zeiten der Krise beseitigen.
3. Das Wesen der Krise erkennen und verdeutlichen.
4. Dem Proletariats seine führende Rolle bewußt machen und
5. sich fest zusammenzuschließen und einen Parteikern zu bilden.
… sagte Lenin im Jahre 1910. (Siehe hier)


Siehe auch:
Der Sozialismus und die SED
Vor der Gründung der DDR (1)
Vor der Gründung der DDR (2)
Leben in der DDR, Lebensweise und Familie
Kurt Gossweiler: Die Vorzüge des Sozialismus (DDR)
Stalin: Was ist besser Sozialismus oder Kapitalismus?
Wer oder was ‚motivierte‘ eigentlich die Kommunisten?

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6 Antworten zu Warum ist der Kommunismus gut für die Menschen?

  1. Pingback: Eine verlorene Generation… | Sascha's Welt

  2. robertknoche schreibt:

    Hat dies auf Freiheit, Familie und Recht rebloggt und kommentierte:
    Kommunismus ist eine Gesellschaft, welche wir zum Ursprung der Menschheit einmal hatten, wo nach alle Menschen gleich waren.
    Es gibt Länder, welche sich als kommunistisch bezeichnen, aber
    davon noch weit entfernt sind.
    Im Kommunismus sid alle Menschen gleich, haben die gleichen
    Rechte und Pflichten.
    Kommunismus kann nur erreicht werden, wenn die Menschen
    bereit sind, ihr eigenens Ego zugunsten der Mehrheit zu opfern. Für
    den Kommunismus fehlt den emeisten Menschen die notwendige Reife, Intelligenz und die Bereitschaft.

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