Die Diktatur des Proletariat und ihre Kritiker

Nach dem verräterischen XX.Parteitag der KPdSU nahmen die Angriffe der modernen Antikommunisten erneut an Schärfe zu. Sie hatten mit Chruschtschow einen Agenten der Konterrevolution im Herz der kommunistischen Bewegung, in der Kommunistischen Partei der Sowjetunion, installiert, und sie begannen nun mit vielerlei ideologischen Winkelzügen auch und vor allem gegen Lenin zu Felde zu ziehen. Dazu schrieb der bulgarische Philosoph Panajot Gindev:

Das theoretische Erbe Lenins ist in seinem Reichtum erstaunlich. Es umfaßt vor allem die drei Grundbestandteile des Marxismus – den dialektische und historischen Materialismus, die politische Ökonomie und den wissenschaftlichen Sozialismus. Das bedeutet, daß, wenn man den Leninismus studieren will, man im wesentlichen den Marxismus in der Epoche des Imperialismus und der proletarischen Revolutionen studieren muß. Das besagt, daß der Leninismus vor allem Marxismus ist, d. h., er ist von der Lehre von Marx und Engels untrennbar, er ist dieselbe Lehre. Gleichzeitig ist der Leninismus nicht nur einfach Marxismus. Er ist die schöpferische Weiterentwicklung des Marxismus in unserer Epoche, was bedeutet, daß er eine neue, höhere Etappe in seiner Entwicklung darstellt. Und gerade, um die Unteilbarkeit von Leninismus und Marxismus manifestieren zu können und ihre hervorragende Rolle beim Aufbau der Weltanschauung der Arbeiterklasse hervorzuheben, bezeichnet die kommunistische Weltbewegung ihre Ideologie mit vollem Recht und wissenschaftlicher Begründung, als Marxismus-Leninismus. [1]

Die antikommunistischen Angriffe gegen den Marxismus-Leninismus

Von außergewöhnlich großer Bedeutung für den siegreichen Kampf der Arbeiterklasse ist die Leninsche Lehre von der Diktatur des Proletariat. Das hatten auch die Feinde des Sozialismus vom Typ eines Z.Brzezinski, Sulzberger, W.Griffith. G.Ionescu und R.Garaudy erkannt. Indem sie Marx Lenin gegenüberstellten, versuchten diese Theoretiker, einen weiteren Fuß in die Türe zu bekommen. Sie empfahlen die „Linie des Brückenschlages“, die „Aufweichung“ des Sozialismus von innen her, und eine Kritik an angeblichen „weißen Flecken“ des Marxismus-Leninismus. Die Theorie des „nationalen Kommunismus“ und der Abweichungen in der kommunistischen Bewegung wurde dann zum Hauptmittel im Kampf gegen den Leninismus. Am 23.4.1956 schrieb Sulzberger in der „New York Herald Tribune“: „Es ist sehr gut, daß wir auf das Entstehen dieser neuen Formen des nationalen Kommunismus in den europäischen Satellitenstaaten hoffen können. Wir müssen wissen, daß es auch Verhältnisse gibt, unter denen die Häresien vorteilhaft werden können.“ (Häresie=Abweichung, Ketzerei)

… auch trotzkistische Theorien sind Antikommunismus!

Auf dem 10.Kongreß der Sozialistischen Internationale, der 1966 in Stockholm stattfand, wurde die Frage der Diktatur des Proletariats einer Kritik unterzogen. In den Diskussionsbeiträgen Myrdals, Brandts, J.Mochs und anderer Führer der rechten Sozialdemokratie finden sich Behauptungen, daß „der Sozialismus in der UdSSR und in den anderen sozialistischen Ländern als Ergebnis der Errichtung der Diktatur des Proletariats degradiert“ sei, und daß Lenin „der Hauptschuldige“ an der Spaltung in der Arbeiterbewegung sei. Lenin habe rücksichtslos die Diktatur des Proletariats verteidigt, er habe Marx mit der Theorie revidiert, daß der Sieg des Sozialismus in einem einzelnen Land möglich sei, was als Theorie schon ein „tragischer Fehler“ Lenins gewesen sei, der im Zusamenhang mit dem politischen System der Sowjetmacht „gesetzmäßig“ zum Personenkult geführt habe. Nach Meinung der rechten Sozialdemokraten müsse nicht Stalin, sondern Lenin kritisiert werden, denn Stalin habe den Sozialismus nach dem Modell Lenins errichtet, weshalb also namentlich Lenin den Sozialismus im Weltmaßstab „kompromittert“ habe. [2] Das ist auch heute noch die antikommunistische Linie der Sozialdemokratie!

Die Logik der Kapitulanten und Verräter

Der französische Theoretiker R.Garaudy unterzieht gleich das ganze Staatswesen der Sowjetunion einer erbitterten Kritik. Er meint: „was das sowjetische Modell des Sozialismus charakterisiert, … (sei) die Identifizierung des kollektiven Eigentums an den Produktionsmitteln mit dem Staatseigentum“. [3] Und „der bürokratisch-militärische Block … in der Sowjetunion (habe) eine mit dem militär-industriellen Block in den Vereinigten Staaten vergleichbare Bedeutung angenommen“. [4] So sieht die Logik der Kapitulanten und Verräter an den Interessen der Arbeiterklasse aus. Zuerst beginnt man mit „neutralem“ Gerede über Freiheit und Demokratie, von Toleranz und Zusammenarbeit aller Kräfte, und dann geht man zu einer totalen Kritik am Kommunismus über. Die antisowjetische Kampagne des Roger Garaudy war schließlich keine neue Erscheinung unter den westlichen Revisionisten.

Der Prüfstein des Marxismus

Abschließend sei hier noch einmal Lenin zitiert, der schrieb: „Wer nur den Klassenkampf anerkennt, ist noch kein Marxist, er kann noch in den Grenzen bürgerlichen Denkens und bürgerlicher Politik geblieben sein. Den Marxismus auf die Lehre vom Klassenkampf beschränken heißt den Marxismus stutzen, ihn entstellen, ihn auf das reduzieren, was für die Bourgeoisie annehmbar ist. Ein Marxist ist nur, wer die Anerkennung des Klassenkampfes auf die Anerkennung der Diktatur des Proletariats erstreckt. Hierin besteht der tiefste Unterschied des Marxisten vom durchschnittlichen Klein- (und auch Groß-)bourgeois. Das muß der Prüfstein für das wirkliche Verstehen und Anerkennen des Marxismus sein.“ [5]

Zitate:
[1] Panajot Gindev, Die Diktatur des Proletariats und ihre Kritiker, Akademie-Verlag Berlin (DDR), 1973, S.9f.
[2] ebd. S.17.
[3] Roger Gauraudy, Die große Wende des Sozialismus, Wien-München-Zürich, 1970, S.144.
[4] ebd. S.141.
[5] W.I. Lenin, Dietz Verlag Berlin (DDR), 1960, Werke, Bd.25, S.424.

Siehe auch:
Trotzki verrät die junge Sowjetmacht
Der politische Mord im Auftrag der Bourgeoisie

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2 Antworten zu Die Diktatur des Proletariat und ihre Kritiker

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