UdSSR (1953): Karrieristen kamen an die Macht

Wieso wurden solche Leute wie Chruschtschow, Gorbatschow und andere zu Verrätern? Waren es persönliche Motive wie Rache, oder war es Egoismus, Geldgier? War es Machtrausch? Über die Motive kann man lange rätseln. Doch das ist ebenso unnütz, wie über die Beweggründe eines Göring, Goebbels oder Hitler nachzudenken.

Im Jahre 1964 sprach es Mao Tse-tung unmißverständlich aus:

Mao

Um diese Verhaltensweisen richtig beurteilen zu können, muß man natürlich die objektiven Bedingungen kennen. Auch das Umfeld und die unterschiedlichen Einflüsse spielen eine Rolle. „Die Bedürfnisse“, so schreibt B.M.Teplow, „sind die Voraussetzung dafür, daß die Motive für die menschliche Tätigkeit entstehen. Auf der Grundlage der Bedürfnisse entwickeln sich im gesellschaftlichen Leben die Gefühle des Menschen und insbesondere seine gesellschaftlichen Gefühle, entstehen seine Interessen, bilden sich seine Ansichten und Überzeugungen und gestaltet sich schließlich seine Weltanschauung. In den Gefühlen, Interessen und Überzeugungen und in der Weltanschauung des Menschen treten, soweit sie die Quelle wirksamer Wünsche werden, die Motive seiner Tätigkeit hervor.“ [1] Und aus all diesen Faktoren resultiert das konkrete Verhalten eines Menschen in einer bestimmten Situation.

Der Mensch handelt also bewußt und aus voller Absicht. Wobei allerdings gleiche Motive keineswegs immer zu gleichen Ergebnissen führen. Und umgekehrt sind übereinstimmende Ergebnisse auch nicht immer auf die gleichen Beweggründe zurückzuführen. Die Frage, die wir uns heute stellen müssen, ist demzufolge auch: Haben wir alle Möglichkeiten genutzt, um die Menschen von der Richtigkeit der marxistisch-leninistischen Weltanschauung zu überzeugen und für den Sozialismus zu begeistern? Oder waren wir im ideologischen Kampf nicht manchmal zu „theoretisch“, zu abstrakt und zu einfallslos?! Fakt ist: Für die Wahrheit braucht man Bildung, Mut und Verstand. Für die Verbreitung der Lüge genügt als Voraussetzung allemal Unwissenheit, eine kriminelle „Moral“ oder ein nicht gefestigter Charakter…

Quelle:
[1] B.M.Teplow: Psychologie, Volk und Wissen Volkseigener Verlag Berlin, 1957, S.176.

Siehe auch:
Intrigen und dunkle Geschäfte des Imperialismus:
Gedanken und Hintergründe zum Mord an J.W.Stalin
Mao TSE-TUNG: On Khrushchov’s Phoney Communism
and Its Historical Lessons for the World (July 1964)
Kurt Gossweiler: Die vielen Schalen der Zwiebel Gorbatschow
B.M.Teplow: Die Eigenschaften des Verstandes
Alexander Bek: Barambajew wird erschossen

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4 Antworten zu UdSSR (1953): Karrieristen kamen an die Macht

  1. Pingback: Intrigen und dunkle Geschäfte des Imperialismus | Sascha's Welt

  2. Senatssekretär FREISTAAT DANZIG schreibt:

    Hat dies auf Aussiedlerbetreuung und Behinderten – Fragen rebloggt und kommentierte:
    Glück, Auf, meine Heimat!

  3. Samy Yildirim schreibt:

    Lieber Norbert,
    Einige dieser „trojanischen Pferde“ hatten den Drang, auszupacken. So etwa Boris Georgewitsch Bajanow (1900-1982), der in den Zwanzigern sogar einige Jahre lang Sekretaer von Stalin war. Als ihm klar wurde, dass man im Begriff war, ihn zu durchschauen, setzte er sich ab nach Frankreich ab, wo sein Bekennerbuch „Avec Stalin dans le Kremlin“ [= „Mit Stalin im Kreml‘] 1930 erschien. Spaeter salzter er noch nach, in seine Buechern „J’Étais Le Secretaire De Staline“ [= „Ich war Stalins Sekretaer“, 1977] und „Bajanov revele Stalin“ [= „Bajanow enthuellt Stalin“, 1979].

    • sascha313 schreibt:

      Danke für den Hinweis, Samy. Bashanow? Ich hatte diesen Namen bisher nicht gehört, aber was man von ihm noch so lesen kann, ist primitiver Dreck: Stalin sei kulturlos, unwissend, machthungrig, rachsüchtig, feige und was noch alles gewesen. (Das übliche à la Conquest.) – Und was man so über Bashanow liest, ist auch wenig interessant. Ganz abgesehen davon, daß er ein Hochstapler war, ein verwöhntes Bürgersöhnchen, das sein Studium nie zum Abschluß brachte, der auch nie „Sekretär Stalins“ gewesen ist, denn diese Funktion gab es damals nicht. Bashanow hatte nichts zu entscheiden. Er geriet später unter den Einfluß Sinowjews und verließ die UdSSR, weil er nach seinen Worten „vom Kommunismus enttäuscht“ gewesen sei. Da aber die westliche Bourgeoisie schon immer brennend daran interessiert war, die Sowjetunion und insbesondere Stalin zu verleumden, erschienen seine Drecksbücher in mehreren Sprachen. Das verschaffte Bashanow einen gewissen Bekanntheitsgrad, ansonsten war er wohl eher eine farblose Gestalt.

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