Erich Honecker – ein Nachtrag

HoneckerMit einer persönlichen Stellungnahme wendet sich der langjährige Vorsitzende des Staatsrates der DDR, Erich Honecker, an seine ehemaligen Landsleute. Daß ihm hierbei nicht die gleiche Aufmerksamkeit zuteil wird, die in jenen Zeiten, als die Staatsgrenzen der DDR noch unantastbar waren, liegt auf der Hand. E. Honecker schreibt:

„Ich bin fest entschlossen, soweit meine Kräfte reichen, mich von den heutigen Siegern ebensowenig mundtot machen zu lassen, wie einst von der faschistischen Gestapo. Das bin ich meinem ganzen Leben als Kommunist schuldig.“ (Erich Honecker)

Ein Nachtrag

Es ist viel Wertvolles und historisch Wahres über diese Jahre bis zur Gründung der DDR geschrieben worden. Aus der Zeit der wahren Interessen des deutschen Volkes bestand das Wesentliche dieser Zeit in der Chance, den Grundstein für ein friedliebendes Deutschland zu legen. Doch nur in einem Teil Deutschlands, in der sowjetischen Besatzungszone, wurden die Wurzeln von Krieg und Faschismus beseitigt. Kriegs- und Naziverbrecher wurden entsprechend dem Potsdamer Abkommen der Alliierten enteignet, die Betriebe in die Hände des Volkes gegeben und der Boden in die Hand der Bauern.

Die DDR – ein wahres Wirtschaftswunder

Damals nutzte das Volk diese Chance. Erstmalig in der deutschen Geschichte leiteten Arbeiter und Bauern, gemeinsam mit der Intelligenz, die Wirtschaft. Erstmals wurde nicht für den Profit Einzelner oder von Gruppen geschuftet, der erwirtschaftete Gewinn kam den Arbeitenden zugute, denen, die die Werte schufen. „Was des Volkes Hände schaffen, soll des Volkes Eigen sein“, das blieb nicht nur Losung, das wurde Wirklichkeit. Das ist das Geheimnis, warum in Industrie und Landwirtschaft, im Bauwesen, in allen Bereichen der Wirtschaft unter unsäglich schweren Bedingungen mit großen Anstrengungen und viel Ideen auch im Osten Deutschlands ein wahres Wirtschaftswunder vollbracht wurde, warum hier Sorge für die Jüngsten, Sorge für das Alter, warum hier alle in Sicherheit und Geborgenheit leben konnten. Die in der Geschichte erstmals frei gewordenen Bauern gaben dem Volk das Brot, der Industrie die Rohstoffe und die Arbeiter in der Industrie gaben den Genossenschaften der Bauern Technik und qualifizierte Kader. Das Bildungsprivileg wurde gebrochen und Kultur war für alle da. Und es bleibt in der Geschichte der Völker eingetragen, daß in Deutschland 40 Jahre Sozialismus war, wie fertig, wie unvollkommen er auch immer gewesen sein mag, er machte das Leben lebenswert. Die Menschen kannten keine Ausbeutung, keine Arbeitslosigkeit und Rechtlosigkeit. Es blieben uns nur 40 Jahre Zeit, den Sozialismus aufzubauen.

Der Sozialismus gab Geborgenheit

Was aber sind 40 Jahre in der Geschichte? Der Kapitalismus hatte Hunderte Jahre, um sich zu entwickeln. Der Sozialismus gab den Menschen, was sie bisher nicht hatten: Arbeit für jeden, bisher nicht gekannte Bildungsmöglichkeiten für alle, gleichen Lohn für gleiche Arbeit, ohne Unterschied des Alters und des Geschlechts. Und – was so wichtig ist im Leben eines alten wie im Leben eines jungen Menschen – der Sozialismus gab Geborgenheit. Nicht das Geld regierte, nicht die Angst vor dem morgigen Tag. Es war eine humane Gesellschaftsordnung auf deutschem Boden entstanden, die danach strebte, vollkommener zu werden. Sie wollte den Menschen das Bestmögliche für den Tag und für eine glückliche Zukunft sichern. Die Kinder waren die wirklich Privilegierten in dieser sozialistischen DDR. Das und mehr gehörte zu dem großen Versuch, auf deutschem Boden, in einem hoch entwickelten Industrieland, in einem geteilten Land, in einem von Bomben und Granaten zerpflügten Land, in einem Land mit Menschen unterschiedlichster Erfahrung und Anschauungen, mit Menschen, die für den Sozialismus glühten und mit solchen, die ihn ablehnten oder bekämpften, eine neue Gesellschaft zu errichten.

Auch wenn’s lange dauern sollte – der Sozialismus wird sein!

Die reale sozialistische Alternative zur kapitalistischen Gesellschaftsordnung für mehrere Generationen erlebbar gemacht zu haben, das war ein Beitrag zur künftigen Menschheitsgeschichte, die sich in Richtung Sozialismus bewegen wird. Die sozialistische Alternative für ganz Deutschland zu erkämpfen, das bleibt auf der Tagesordnung und es wird dereinst besser gelingen. Es wird dann in vieler Hinsicht eine andere Zeit sein. Eine Zeit, in der wir nicht mehr von wirtschaftlich einst unterentwickelten Ländern abhängig sind, die einstmals die revolutionäre Umgestaltung zum Sozialismus als erste in Angriff genommen haben. Vor kurzem erklärte ein Journalist, daß er sich gewundert habe, daß Honecker, das ehemalige Staatsoberhaupt der DDR, das Wort Deutschland so gut über die Lippen brachte. Der Mann irrt. Wir Kommunisten waren und bleiben immer die treuesten Patrioten. Wer das Volk in Kriege und Aggressionen gegen andere Völker führt, den Haß gegen andere Rassen und Nationen schürt, hat diesen Anspruch längst verloren. Die deutsche Arbeiterklasse hat unter der Führung ihrer marxistischen Partei, der SED, der ersten vereinigten Arbeiterpartei, das Wagnis unternommen, den Vorstoß in Neuland der Geschichte der Menschheit zu unternehmen. Sie wird es wieder wagen. Auch wenn es lange dauern sollte: Es wird sein.

Quelle:
Erich Honecker – zu den dramatischen Ereignissen, W.Runge Verlag, Hamburg, Mai 1992, S. 77f.

siehe auch:
Dr. Kurt Gossweiler- Ein unbestechlicher Chronist des Jahrhunderts

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2 Antworten zu Erich Honecker – ein Nachtrag

  1. prkreuznach schreibt:

    Hat dies auf Was war die DDR ? rebloggt und kommentierte:
    Dieser Text gehört auch in diesen Blog.

  2. Pingback: Erich Honecker: Über den Sozialismus und seine Zukunft | Sascha's Welt

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