Die Heimatvertriebenen aus Syrien, Asien und Afrika – und die barbarische Haltung der BRD-Regierung in der Flüchtlingsfrage

Engel_64„Barbaren sind nicht diejenigen, die vor der Hölle des Krieges weglaufen, sondern diejenigen, die ihnen den Schutz verweigern.“

Seit Monaten flüchten die Menschen aus Afghanistan, aus dem Irak, aus Libyen, Syrien und dem Kosovo vor dem Krieg. Sie verlassen ihre zerbombte Heimat, von sengenden und mordenden Banditen in die Flucht getrieben. Sie kommen nach Europa, wo die Menschen noch in Frieden und sichtlich hohem Wohlstand leben. Auch aus der Ukraine flüchten massenhaft Menschen nach Rußland. Was sind nun die Ursachen dieser Massenflucht? Die Ursachen sind eindeutig: In all diesen Ländern fanden oder finden imperialistische Kriege statt. Und an all diesen Kriegen waren die USA, die NATO und das imperialistische Deutschland maßgeblich beteiligt. Aus der BRD wurden Waffen geliefert und flossen finanzielle Mittel in Millionenhöhe, die NATO beteiligte sich aktiv an den Kriegseinsätzen und die USA unterstützte und bewaffnete die Al-Kaeda/IS/ISIL/Asow-Banditen und stellten ihre „Berater“ zu Verfügung. Warum? Das Ziel des Imperialismus ist einzig und allein die Jagd nach immer höheren Profiten, nach Rohstoffen und nach Absatzmärkten. Das ist letztlich die Ursache der Flüchtlingsströme nach Europa. Ist Angela Merkel nun der „Engel der Entrechteten“ oder ist alles nur Schmierentheater?

Ein humanistisch denkender Mensch?

Der Politikwissenschaftler und Professor an der Universitär Oxford, Jan Zielonka, ist mit Sicherheit ein human denkender Mensch. Der Satz oben stammt vom ihm. Und auch folgender Satz weist in diese Richtung: „Die EU konnte sich bezüglich militärischer Patrouillen im Mittelmeer verständigen aber nicht bezüglich eines Systems zur Verteilung der Flüchtlinge auf einzelne Staaten.“ Aber dieser Gutmensch offenbart aber auch ein hohes Maß an Naivität, indem er schreibt:

„Zum Glück gibt es Angela Merkel, die das macht, was man von richtigen Führern erwarten soll. Vielleicht deshalb, weil sie sich erinnert an die Demütigungen beim Passieren der Grenze zwischen den beiden Berlin-Teilen.“

Sehen wir uns mal genauer an, was unsere weise Führerin in der Frage der Zuwanderer so Gutes geleistet hat.

Was geschah in Heidenau?

Vor ein paar Wochen gab es in der sächsischen Stadt Heidenau Ausschreitungen von Neonazis gegen eine Unterkunft von Flüchtlingen in dieser sächsischen Stadt. In wie weit die Bevölkerung dies billigte, ist mir nicht genau bekannt. Aber zumindest ein gewisser Teil der Bevölkerung ist gegen die Aufnahme der Flüchtlinge. Heidenau ist eine Hochburg der CDU. Im Stadtrat hat sie 11 Sitze, das ist exakt genau so viel, wie alle anderen Parteien zusammen Sitze haben.[1]

Welche Rolle spielt dabei die CDU?

Überhaupt die CDU in Sachsen. Deren Rechtsausleger stehen weit rechter, wie die CSU in Bayern und auch wie die AfD. Der Unterschied zur NPD ist bei einigen nur sehr klein. So der Generalsekretär der CDU-Sachsen, Michael Kretschmer. Der findet den Grenzzaun der ungarischen Regierung ganz richtig.

„Die Kritik an den Ungarn ist scheinheilig“, sagt der sächsische CDU-Generalsekretär Michael Kretschmer SPIEGEL ONLINE. „Es ist ihre Pflicht, illegale Migration zu kontrollieren.“ [2] So so!

Oder die CDU Sachsen will Sondereinheiten der Polizei gegen straffällige Asylbewerber bilden. Warum nicht auch gegen straffällige deutsche Bäcker, straffällige Rothaarige oder Brillenträger? Das ist das Geheimnis der sächsischen CDU.

Die schüren also den Haß gegen die Fremden und gewinnen damit die Lufthoheit über die Stammtische. Das weiß natürlich auch die Kanzlerin. Als es in Heidenau zu den Krawallen kam, schwieg sie geflissentlich. Die Ereignisse dort waren in aller Munde – nicht aber im Mund des Bundesengels. Sie schwieg, es ging sie nichts an.

Wer ist das „Pack“, das sich hier „herumtreibt“…

Der Vizekanzler und SPD-Chef Gabriel, erkannte schnell, daß man sich mitten im Sommerloch damit als Gutmenschen verkaufen konnte. Er fuhr nach Heidenau und ließ dort einige markige Sprüche los: „Das ist Pack, das sich hier herumtreibt.“ Damit hat er sicher nicht unrecht, aber das Pack, das sich in den bürgerlichen Parteien herum treibt und geistige Brandstifter für die Neonazis sind – darüber schweigt er. Jedenfalls war die Sommerloch-PR-Aktion des SPD-Chefs erstmal erfolgreich.

Die Kanzlerin macht vage Versprechungen…

Da inzwischen die Kritik an der Kanzlerin wegen ihres Schweigens zu Heidenau immer stärker wurde und Gabriel gezeigt hatte, daß man sich damit gut als Gutmensch verkaufen kann, entschloß sie sich, nun auch nach Heidenau zu fahren. Da Angela Merkel immer nur Allgemeinplätze und fast nie Konkretes[3] sagt, machte sie es hier auch so. Auch ihre andere PR-Aktion in Richtung Ausländer verlief ähnlich. So fuhr sie medienwirksam nach Duisburg-Marxloh. Hier sammeln sich Menschen aus Bulgarien und Rumänien. In einem ehemaligen Hotel gab es eine Veranstaltung von 60 handverlesenen Claqueuren unter dem Titel „Gut leben in Deutschland“ – Bürgerdialog nannte es sich.

…ein katholischer Priester hilft

Sie erschien da und meinte, sie käme mit ihren üblichen Sprüchen aus. Sie wurde aber von einem katholischen Priester, Pater Oliver, angesprochen. Der organisiert in Marxloh für Zuwanderer aus Osteuropa – EU-Bürger also – die nicht krankenversichert sind, kostenlose Arztsprechstunden und für Kinder aus rumänischen und bulgarischen Familien Deutschunterricht. Die Antwort an den Geistlichen kommt aber nicht vom Engel, sondern von Frau Angela: Sie werde sich dafür einsetzen, daß in den Herkunftsländern sich die Lebensbedingungen der Roma verbessern. Also bla bla! Aber sehn wird uns mal das, was Professor Zielonka von Frau Merkel als „richtigen Führern“ erwartet.

Was haben die Deutschen von „Führern“ zu erwarten?

Von „richtigen Führern“ sollten wir Deutschen – und nicht nur wir – eigentlich gar nichts erwarten. Der letzte Führer führte uns in den Untergang. Das gilt sicher auch für Führerinnen. Professor Zielonka aber meint, Frau Merkel sei ein Vorbild in Toleranz und Menschlichkeit. Ich meine, sie ist ein Musterbeispiel von Spiegelfechterei. Sie redet normalerweise nur Blech und Allgemeinplätze, nie aber Konkretes. Konkret wurde sie vorige Woche. Und zwar zu Ungarn.

Ein durchbrochener Grenzzaun und das Schmierentheater in Berlin

Nachdem Viktor Orbán – Vizepräsident der Christlich-Demokratischen Internationale und Vize der EVP, der auch Merkels CDU angehört – mit seinem Grenzzaum zur Abwehr der Flüchtlinge scheiterte, die Menschen krochen einfach durch den NATO-Draht oder durch Lücken, war auf einmal in Budapest der Bahnhofsvorplatz des Ostbahnhofes voll von Flüchtlingen. Sie wollten nach Nordeuropa, nach Schweden oder Deutschland. Als die Berichte von den Zuständen vor dem Bahnhof die Schlagzeilen füllten, gab Orbán schließlich nach und ließ die Menschen reisen. Das aber erntete heftige Kritik aus Berlin. Frau Merkel erklärte, Ungarn halte sich nicht an das Dubliner Übereinkommen[4]. Ungarn hätte die Flüchtlinge nach diesem Übereinkommen also gar nicht rauslassen dürfen. Also machten die Ungarn die Grenze in Richtung Österreich/Deutschland wieder dicht. Und jetzt auf einmal machte sich unsere Angela zum Engel der Flüchtlinge. Wenn das kein Schmierentheater ist!?

Zwei Bösewichter und ein Friedensengel

Neuerdings wird uns ein weiterer Bösewicht verkauft: Anders Fogh Rasmussen, der dänische Ministerpräsident. Der qualifizierte sich wegen seiner „kreativen Buchführung“ als Finanzminister und wurde 2001 Regierungschef Dänemarks. Hier zeichnete er sich durch neoliberale Raubpolitik am Volk aus. 2003 schickte Dänemark Truppen in den Irak und beteiligte Dänemark am USA-Krieg gegen den Irak. Dänische Soldaten beteiligten sich an der Mißhandlung von irakischen Gefangenen und Rasmussen belog darüber das Parlament. 2009 folgte der nächste Karriereschritt von Anders Fogh Rasmussen. Er wurde Generalsekretär des Kriegsbündnisses NATO. NATO-Generalsekretär blieb er bis 2014.

Es ist doch schön für Frau Merkel, wenn die Orbán und Rasmussen gegen Flüchtlinge vorgehen, da kann unsere Kanzlerin so schön den Engel der Entrechteten spielen – und man glaubt es ihr sogar, wie man an den Äußerungen des offenbar recht naiven Politikwissenschafters Professor Jan Zielonka unschwer erkennen kann.

Von Günter Ackermann

[1] Linke 5 Sitze, FDP 2 Sitze, NPD 1 Sitz, Heidenauer Bürgerinitiative (HBI) 1 Sitz, SPD 1 Sitz, Grüne 1 Sitz.
[2] Spiegel-online
[3] Wenn Frau Merkel wirklich mal was Konkretes sagt, ist es mit Sicherheit unsinniges Zeug. Als vor einigen Jahren die Preise für Molkereiprodukte stiegen, verkündete sie, das läge an den Chinesen, die zuviel Milch tränken und damit eine Knappheit auf dem Weltmarkt verursachten. Aber die Chinesen trinken so gut wie nie Milch – sie sind in der übergroßen Mehrheit intolerant gegenüber Laktose, also Milchzucker und vertragen überhaupt keine Milch. Käse finden sie sogar ekelhaft: verfaulte Milch. Ursache des damaligen Hochpreises für Milch lag in der verfehlten Politik der EU.
[4] Dubliner Übereinkommen

Quelle: Kommunisten-Online (Zwischenüberschriften von mir N.G.)

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2 Antworten zu Die Heimatvertriebenen aus Syrien, Asien und Afrika – und die barbarische Haltung der BRD-Regierung in der Flüchtlingsfrage

  1. Pingback: Die Flüchtlingsfrage (Ursachen, Probleme und Folgen) | Sascha's Welt

  2. rheinlaender schreibt:

    Wieso werden unterbelichtete, kapitalistische Gutmenschen wie Professor Jan Zielonka als angebliche Wissenschaftler verkauft ? Dauernd in Talkshows aber auch bei „Linken“ eingeladen ? Von wem ? Warum ? Wer finanziert die ? Antikommunistische Soziologen (Michael Hartmann), Politikwissenschaftler (Steve Ellner), Historiker (Daniele Ganser), oder Philosophen (Richard David Precht) ???
    Haben die nie das kleine wirklich leicht verständliche Heft „Lenin über den Staat“ gelesen Swerdlow Universität 11 Juli 1919. ?
    Warum reden die mit ihrer systemkonformen Kritik immer wieder den Kapitalismus und USA Imperialismus – wenn meist in indirekter Form – schön ?
    Die Reichen hatten sich schon immer – als lange vor dem industriellen Kapitalismus – Schein Oppositionen aufgebaut ? Lieber Sascha : Warum hat der Sozialismus diese Kunst nicht beherrscht ?

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