Die Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen

Krieg_05

Deutsche Wehrmachtssoldaten zünden ein sowjetisches Dorf an

Immer wieder werden zur Rechtfertigung des faschistischen Überfalls auf die Sowjetunion in den reaktionären bürgerlichen Medien die alten Lügen neu aufgetischt. Aus der Mottenkiste des Kalten Krieges werden immer neue Beweise für Stalins angebliche Angriffsbereitschaft hervorgeholt, der man zuvorkommen wollte. Das alles nur um die Verbrechen des deutschen Faschismus zu relativieren, um wieder mal Hitler und Stalin auf eine Stufe stellen zu können, um die wahren Ursachen dieses Angriffskrieges und die tatsächlichen Ziele und Absichten der deutschen Bourgeoisie in diesem Krieg zu verschleiern…

Noch einmal zur Präventivkriegslüge

Nach dem Überfall der faschistischen deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion verkündete der Außenminister Ribbentrop, daß Deutschland einen Präventivkrieg führe. Bis auf den heutigen Tag wird diese verleumderische Behauptung mit schöner Regelmäßigkeit durch die bundesdeutschen Medien kolportiert, auch wenn es dafür keine Belege gibt und alle wesentlichen Tatsachen dagegen sprechen. Nach der »Öffnung der Archive« in Moskau glaubte man zunächst, nun über neue Dokumente verfügen zu können, die beweisen, daß die Wehrmacht einem Angriff der Sowjetunion zuvorgekommen sei. Doch das war nicht der Fall. Es gibt nicht ein einziges sowjetisches Dokument, das – wie die Weisung des Oberkommandos der Wehrmacht Nr.21 (Fall Barbarossa) vom 18.Dezember 1940 – als Aggressionsplan gelten kann. Es gibt kein Dokument, das etwa einen Überfall auf das Deutsche Reich zum Inhalt hat.

Untaugliche »Beweismittel« für einen Präventivkrieg

Als wichtigen »Beweis« für einen angeblichen Präventivkrieg führten antisowjetische Historiker immer wieder die Reden Stalins am 5.Mai 1941 vor Absolventen der Militärakademie und beim anschließenden Empfang an. Doch der Korrespondent der englischen Zeitung »Sunday Times«, Alexander Werth, konnte aufgrund seiner guten Beziehungen zu sowjetischen Dienststellen einige wesentliche Schwerpunkte dieser Rede übermitteln, die eindeutig belegen, daß ein Angriff der Sowjetunion weder vorgesehen war, noch möglich gewesen wäre:
Situation 1941

Ein angeblicher sowjetischer »Angriffsplan«

Ein weiteres Dokument, das immer wieder hervorgeholt wird, um eine angeblich beabsichtigte sowjetische Aggression nachzuweisen, ist ein »Strategischer Angriffsplan« vom 15.Mai 1941. Dabei handelt es sich allerdings um einen Plan, mit dem man einen feindlichen Angriff der Wehrmacht im Grenzgebiet hätte abfangen können, um dann zum Angriff überzugehen. Diese Verteidigungsstrategie der Sowjetunion war keineswegs ungewöhnlich, und sie galt mit einigen Änderungen bis zum Jahre 1987.

Der Schutz der sowjetischen Grenzbezirke

Als ein dritter »Beleg« für eine vermeintliche sowjetische Angriffsabsicht im Jahre 1941 galt die im Frühjahr 1941 vorgenommene Verstärkung der Roten Armee in den westlichen Militärbezirken der UdSSR. Dagegen hatte der Generalstab des deutschen Heeres bereits im November 1940 damit begonnen, seine Divisionen bis an die sowjetischen Grenzen zu verlegen, da bereits seit Juli 1940 an einem Feldzugsplan für einen Überfall auf die Sowjetunion gearbeitet wurde. [2]

Der faschistische Truppenaufmarsch begann

Als dann der sowjetische Außenminister Molotow im November 1940 Hitler in Berlin die Frage stellte, welche Absichten die deutsche Regierung mit der Truppenverlegung nach Finnland und Rumänien verfolge, wich Hitler einer direkten Antwort aus. Es war der Versuch einer Täuschung. [3] Indes verstärkte die faschistische deutsche Wehrmacht ihre Truppenkonzentrationen an den sowjetischen Grenzen, was nicht nur von der sowjetischen Militäraufklärung, sondern auch von den USA und Großbritannien als strategischer Aufmarsch für eine Offensive bewertet wurde. Die Führung der KPdSU unter Stalin hatte damals von verschiedenen Seiten die Information erhalten, daß spätestens ab Mitte Mai 1941 mit einem deutschen Angriff zu rechnen sei. Tatsächlich hatte Hitler den als Angriffstermin den 15.Mai 1941 festgelegt. Dieser Termin wurde jedoch aufgrund des Überfalls auf Jugoslawien und Griechenland auf den 22. Juni 1941 verschoben.

Ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins

Die Sowjetunion nahm im Frühjahr 1941 vorsorglich eine Verkürzung der Militärbezirke vor. Der Historiker Andreas Hillgruber schrieb über die sowjetische Sicherheitspolitik jener Zeit: »Die … Rede Stalins vor den Absolventen der 16 Militärbezirke der Roten Armee … in der er andeutungsweise die Folgerung gezogen hatte, daß die Sowjetunion derzeit zu einem Waffengang nicht in der Lage … sei, scheint ein Schlüssel zum Verständnis der Politik Stalins in der Zeit Mitte April zu bieten. Er erwartete neue Forderungen Hitlers, denen seiner Auffassung nach durch deutsche Truppenmassierungen an der sowjetischen Grenze Nachdruck verliehen werden Sollte, und er glaubte nun … angesichts der Möglichkeit eines deutsch-sowjetischen Krieges in Anbetracht des für die Rote Armee ungünstigen Kräfteverhältnisses, gezwungen zu sein, Hitler einen Preis für ein neues Arrangement zahlen zu müssen…« [4]

Hitler plante den Angriffskrieg auf die Sowjetunion

Man kann im übrigen davon ausgehen, daß auch die Nazi-Führung überzeugt war, daß von sowjetischer Seite kein Angriff auf Deutschland zu erwarten war. Die Generalstabsabteilung Fremde Heere Ost schätzte ein, daß die Verstärkung der sowjetischen westlichen Grenzmilitärbezirke am 11.April 1941 ein Aufmarsch von defensiven Charakter gewesen sei. [5] Im sogenannten Führerhauptquartier und in den Führungsstäben des Heeres und der Luftwaffe rechnete man damit, auf einen nicht kriegsbereiten Gegner zu treffen. Diese Annahme hatte sich ja dann in den frühen Morgenstunden des 22.Juni 1941 auch vollauf bestätigt.

Quellen:
[1] Alexander Werth, »Rußland im Kriege 1941-1945«, Droemer Knaur, München/Zürich 1965, S.106/107
[2] Heinrich Uhlig, »Das Einwirken Hitlers auf Planung und Führung des Ostfeldzuges«, in: Beilage von Parlament, B 11/60, S.170
[3] W.M.Bereshkow, »Jahre im diplomatischen Dienst«, Dietz Verlag, Berlin 1975, S.35ff.
[4] Andreas Hillgruber, »Hitler Strategie, Politik und Kriegsführung 1940-1941«, Bernard u. Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt/M. 1965, S.431-433.
[5] Andreas Hillgruber, a.a.O., S.435

Siehe auch:
22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf die UdSSR
Bereshkow: Der Kampf der Systeme
Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch?

Dieser Beitrag wurde unter Geschichte, Geschichte der UdSSR, Lügenpresse veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

6 Antworten zu Die Präventivkriegslüge: Fakten anstatt Behauptungen

  1. Pingback: 22. Juni 1941 – Überfall Hitlerdeutschlands auf UdSSR | Sascha's Welt

  2. Pingback: Der Kampf der Systeme | Sascha's Welt

  3. Pingback: Kurt Gossweiler: Ist Gewalt zur Verteidigung des Kommunismus unmoralisch? | Sascha's Welt

  4. Pingback: Der Kampf der Systeme | Sascha's Welt

  5. Pingback: Warum hat die Sowjetunion den deutschen Faschismus besiegt? | Sascha's Welt

  6. Pingback: Der Nürnberger Prozeß: Die Fiktion von einer „sauberen Wehrmacht“ – oder: Warum die Sowjetunion da völlig zurecht anderer Ansicht war… | Sascha's Welt

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s