Weg der Sowjetmacht zum Sieg des Sozialismus

Lange Zeit galt das zaristische Rußland als eines rückständigsten Länder der Welt. Und es ist kein Wunder, wenn sogar erfahrene Wirtschaftsbosse in den USA und Großbritannien bezweifelten, daß es jemals gelingen würde, dieses Land aus der kolonialen Abhängigkeit von den Westmächten in die Unabhängigkeit und damit zum Sozialismus zu führen. Nicht nur das – sie unternahmen alles, um das zu verhindern. So schrieb beispielsweise David R. Francis, der Botschafter der USA in Rußland, 1919 an seinen Chef, den amerikanischen Außenminister [1]:

Francis
Diese Begehrlichkeiten gibt es auch heute noch, nur inzwischen haben sich auch die russischen Oligarchen an der Ausplünderung der Sowjetunion beteiligt.

Wie war die Lage in Rußland bis zur Oktoberrevolution?

In Rußland herrschte unvorstellbare Armut. Nur 21 Prozent der Bevölkerung konnten lesen und schreiben, Rußlands Anteil an der industriellen Weltproduktion betrug im Jahre 1917 noch nicht einmal drei Prozent. Die Arbeitsproduktivität war im Jahre 1913 in den USA neunmal so groß wie in Rußland. Rußland erzeugte pro Kopf der Bevölkerung nur den zwanzigsten Teil der USA an Elektroenergie. Diese Rückständigkeiten galt es zu überwinden. Dabei ist, wie Lenin sagte, die Arbeitsproduktivität „in letzter Instanz das Allerwichtigste, das Ausschlaggebende für den Sieg der neuen Gesellschaftsordung“ [2]

Subbotnik
Am 10. Mai 1919 wurde auf der Moskau-Kasaner Eisenbahn der erste Massensubbotnik durchgeführt. 205 Menschen nahmen daran teil. Die Arbeiter reparierten in 1014 unbezahlten Überstunden 4 Lokomotiven und 16 Waggons. 9300 Pud verschiedener Materialien wurden ein- bzw. ausgeladen. Lenin: „Der Kommunismus beginnt dort, wo einfache Arbeiter in selbstloser Weise unter Überwindung harter Arbeit sich Sorgen machen um die Erhöhung der Arbeitsproduktivität, um den Schutz eines jeden Puds Getreide, Kohle, Eisen und anderer Produkte, die nicht den Arbeitenden persönlich… zugute kommen, sondern ›Fernstehenden‹, das heißt der ganzen Gesellschaft.“[3] Nach dem Tode Lenins wurde unter Führung J.W. Stalins diese gewaltige Aufgabe erfolgreich fortgesetzt und verwirklicht.

Ein klares Programm zur Überwindung der Rückständigkeit

Ein so riesiges und zugleich ökonomisch zurückgebliebenes Land, wie es die Sowjetunion in jener Periode war, in der historisch kürzesten Frist zu industrialisieren, war eine Aufgabe, die mit gigantischen Schwierigkeiten verbunden war. Es galt, eine ganze Reihe von Industriezweigen, die das alte, zaristische Rußland nicht kannte, neu aufzubauen. Es galt, eine neue Verteidigungsindustrie zu schaffen, die es im früheren Rußland nicht gegeben hatte. Es galt, Werke für den Bau moderner landwirtschaftlicher Maschinen zu errichten, wie sie das alte Dorf nie gesehen hatte. Das erforderte kolossale Mittel. Die kapitalistischen Staaten beschafften sich solche Mittel durch schonungslose Ausbeutung des Volkes, durch Eroberungskriege, durch blutige Ausplünderung der Kolonien und abhängigen Länder sowie durch Auslandsanleihen. Das Sowjetland konnte nicht aus diesen schmutzigen Quellen schöpfen, der Weg zu Auslandsanleihen aber war ihm durch die Kapitalisten versperrt. Es blieb nur übrig, die Mittel innerhalb des Sowjetlandes aufzubringen.

Industrie
Das Magnitogorsker Hüttenkombinat konnte bis zum Jahre 1965 die Arbeitsproduktivität im Vetrgleich zu 1958 um 60 Prozent erhöhen.

Die sechs Schwerpunkte der sozialistischen Umgestaltung

Gestützt auf die Hinweise Lenins, arbeitete Stalin die Leitsätze für die sozialistische Industrialisierung unseres Landes aus. Er zeigte:

  1. daß das Wesen der Industrialisierung nicht einfach im Wachstum der Industrie besteht, sondern in der Entwicklung der Schwerindustrie und vor allem ihres Kernstücks, des Maschinenbaus, denn nur die Schaffung einer Schwerindustrie und eines eigenen Maschinenbaus sichert die materielle Basis des Sozialismus und macht das Land des Sozialismus von der kapitalistischen Welt unabhängig;
  2. daß die in unserem Lande vollzogene Expropriation der Gutsbesitzer und Kapitalisten als Ergebnis der sozialistischen Oktoberrevolution die Aufhebung des Privateigentums an Grund und Boden, Fabriken, Werken, Banken usw. und ihr Übergang in den Gemeinbesitz des Volkes eine mächtige Quelle für die sozialistische Akkumulation zur Entwicklung der Industrie geschaffen haben;
  3. daß sich die sozialistische Industrialisierung von Grund aus von der kapitalistischen Industrialisierung unterscheidet – die letztere beruht auf kolonialen Eroberungen und Plünderungen, militärischen Gewalttaten, versklavenden Anleihen und schonungsloser Ausbeutung der Arbeitermassen und der Kolonialvölker, während die sozialistische Industrialisierung auf dem gesellschaftlichen Eigentum an den Produktionsmitteln beruht, auf der Ansammlung und Erhaltung der durch die Arbeit der Arbeiter und Bauern geschaffenen Reichtümer; die sozialistische Industrialisierung ist unlösbar verbunden mit der ständigen Verbesserung der materiellen Lage der werktätigen Massen;
  4. daß daher die grundlegenden Aufgaben im Kampfe für die Industrialisierung in der Erhöhung der Arbeitsproduktivität, in der Senkung der Selbstkosten, im Kampfe für die Arbeitsdisziplin, im Sparsamkeitsregime usw. bestehen;
    5. daß die Bedingungen des Aufbaus des Sozialismus in der Sowjetunion, der Arbeitsenthusiasmus der Arbeiterklasse es ermöglichen, das erforderliche hohe Tempo der Industrialisierung zu erzielen;
  5. daß der Weg zur sozialistischen Umgestaltung der Landwirtschaft über die Industrialisierung des Landes führt, die die technische Basis für diese Umgestaltung schaffen soll.[4]

Feindliche Aktivitäten

Durch die Erfolge des sozialistischen Aufbaus erschreckt, suchten die Imperialisten die Industrialisierung des Landes zu vereiteln oder wenigstens zu hemmen, indem sie die diplomatischen und Handelsbeziehungen zur UdSSR abbrachen (England), Sowjetbotschafter ermorden ließen (Polen), ihre Spione und Diversanten zu verstärkter Tätigkeit antrieben. Im Lande selbst vereinigten sich die Trotzkisten, die Sinowjeleute und die Überreste früher zerschlagener parteifeindlicher Gruppen zu einem Verräterblock, der einen wütenden Angriff gegen die Partei eröffnete. (…) Man konnte den Sieg der sozialistischen Industrialisierung nicht erringen, ohne den trotzkistisch-sinowjewistischen Block ideologisch und organisatorisch zerschlagen zu haben. Unter Führung des Genossen Stalin zerschlug die Partei den trotzkistisch-sinowjewistischen Block. [5]

Allunionsausstellung

Die Volkswirtschaftsausstellung in Moskau

Der Sieg der Sowjetunion im Großen Vaterländischen Krieg hat letztlich gezeigt, daß die Sowjetunion trotz aller Angriffe von außen, trotz des heimtückischen Überfalls Hitlerdeutschlands im 2. Weltkrieg, und im Kampf gegen die Konterrevolution im eigenen Land diese Aufgabe, wenngleich unter erheblichen Verlusten, so doch mit großem Erfolg gemeistert hat. DER SIEG DES SOZIALISMUS WAR DER GRÖSSTE ERFOLG IN DER GESCHICHTE DER MENSCHHEIT. Die Große Sozialistische Oktoberrevolution hat gezeigt, daß eine andere als die kapitalistische Gesellschaftsordnung möglich ist. Doch eine Revolution ist nur dann etwas wert, wenn sie sich zu verteidigen versteht…

Quelle:
[1] A.u.A.Thorndike, Das Russische Wunder, Verlag Kultur und Fortschritt, Berlin 1962, S.100.
[2]W.I.Lenin, Die Große Initiative, in: Ausgew.Werke 6 Bd., Bd.V, S.171, Dietz Verlag, Berlin (DDR), 1971.
[3] W.I.Lenin, ebd. S.172.
[4] G.F. Alexandrow et.al., Stalin – Kurze Lebensbeschreibung, Verlag für fremdsprachige Literatur, Moskau, 1947, S.111-113.
[5] Alexandrow et.al., ebd. S.114.
Fotos: Thorndike, S.134, S. 249; APN

Siehe auch:
Das Russische Wunder
Das war die Sowjetunion
Warum der Sozialismus siegen wird…

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6 Antworten zu Weg der Sowjetmacht zum Sieg des Sozialismus

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